Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

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Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Redaktion » 25.03.2020, 13:49

Franz Tost exklusiv: Warum selbst das Coronavirus "zwei Seiten" hat und wie Christian Horner in Bezug auf die Budgetgrenze ein wichtiger Wunsch erfüllt wird
Mattia Binotto, Franz Tost, Claire Williams

Franz Tost findet, dass die Krise zu vernünftigen Entscheidungen führt

Die Coronavirus-Pandemie und die damit einhergehende Weltwirtschaftskrise treffen die Formel 1 hart. Auch Franz Tost, den Teamchef von AlphaTauri, der gerade in seiner Wohnung in Faenza festsitzt und dort via Videokonferenzen und Telefon seinen Laden zusammenhält. Aber jede Krise birgt auch Chancen, und so sagt selbst der von allen Teamchefs mit am härtesten betroffene Tost: "Jede Medaille hat zwei Seiten."

Denn aufgrund der aktuellen Situation haben sich die Verantwortlichen von Formel 1, FIA und den Teams vergangene Woche bei einer Videokonferenz darauf geeinigt, das ursprünglich für 2021 geplante Reform-Reglement auf 2022 zu verschieben. Das wiederum hat enorme Auswirkungen auf die Zukunft der Formel 1, die selbst Experten bisher noch nicht thematisiert haben.

"Das Gute an der Coronavirus-Geschichte ist, dass wir dieses Jahr keine Doppelentwicklung machen müssen, sondern dass wir das Auto für 2022 erst ab Anfang 2021 weiterentwickeln dürfen", erklärt Tost im Telefoninterview mit 'Motorsport-Total.com' und unterstreicht: "Und zwar unter dem Schirm des Budget-Caps."

Letzteres sei "ein ganz wichtiger Punkt, denn dadurch werden viele Ausgaben eingespart, weil diese Doppelentwicklung auf einem hohen Kosten-Niveau nicht mehr notwendig ist".

Neue Autos werden jetzt unter Cap entwickelt

Ursprünglich war geplant, dass die neuen Regeln 2021 gemeinsam mit der Budgetobergrenze von 175 Millionen US-Dollar pro Kalenderjahr eingeführt werden. Das hatte aber einen Haken: Die Autos für 2021 wären 2020 entwickelt worden, also ohne Budgetobergrenze - was, da sind sich alle Experten einig, zum wahrscheinlich teuersten Jahr der Formel-1-Geschichte geführt hätte.Doch das SARS-CoV-2-Virus hat die Welt und ihr gesellschaftliches Leben binnen weniger Wochen auf den Kopf gestellt. Der Weltwirtschaftskrise kann sich nicht einmal ein Milliardenbusiness wie die Formel 1 entziehen. Und obwohl die Verantwortlichen das neue Reglement auf 2022 verschoben haben, bleibt es bei der Einführung der 175-Millionen-Grenze für 2021.Christian Horner hatte bereits am 25. Oktober 2019, am Rande des Grand Prix von Mexiko, genau das gefordert. Damals sagte er, von 'Motorsport-Total.com' auf das Thema teure Parallelentwicklung 2020/21 angesprochen: "Da haben wir eine Chance verpasst. Im Nachhinein wäre es klüger gewesen, das Cap 2021 einzuführen und uns Zeit dafür zu lassen, die Regeln feinzutunen."

Formel-1-Technik 2020: Erste Updates am Red Bull RB16

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Diese solle man, forderte Horner schon vor etwa einem halben Jahr, "erst 2022" bringen, "denn dann hätten die großen Teams ihre Entwicklung unter den Regeln des Caps betreiben müssen". Auf diese Weise könne man "ein sehr teures Jahr" 2020 verhindern.Toto Wolff fand diese Idee von Anfang an "logisch und strategisch gut durchdacht", bedauerte aber, dass das Thema "nicht genug Traktion bei denen, die darüber entscheiden", gewinnen konnte. Der Mercedes-Teamchef sagte im Oktober 2019, also bereits vor der heutigen Weltwirtschaftskrise: "Ich kann Ihnen sagen, dass es um die Autoindustrie gerade nicht gut bestellt ist."Das war in Zeiten, als die Weltwirtschaft, gemessen an heutigen Verhältnissen, noch einen regelrechten Boom erlebt hat. Aber selbst da hatten Konzerne wie Daimler oder Renault schon Milliarden-Sparprogramme angekündigt. Renault stellte sogar das Formel-1-Programm öffentlich in Frage. Bei Mercedes war das vor der Krise noch nicht so.

Aerodynamik darf für 2021 neu designt werden

Angesichts solcher wirtschaftlicher Realitäten sind im März 2020 Dinge möglich, die im Oktober 2019 noch als Spinnerei abgetan worden wären. Für die Übergangs-Saison 2021 werden sogar die 2020er-Autos recycelt. Tost bestätigt: "Das Chassis wird homologiert. Die mechanischen Teile auch, sprich die Aufhängungen."

"Das Einzige, was man weiterentwickeln darf, ist die Aerodynamik. Sprich Frontflügel, Heckflügel, Verkleidung, Seitenkästen, Unterboden, Diffusor und Barge-Boards", erklärt der AlphaTauri-Teamchef.


Fotostrecke: Melbourne und Co.: Auf diesen Strecken fand der Formel-1-Saisonauftakt statt

Silverstone (1950) - Nicht umsonst gilt Silverstone als

Silverstone (1950) - Nicht umsonst gilt Silverstone als "Wiege der Formel 1". 1950 findet hier das erste Rennen der Königsklasse überhaupt statt. Sieger: Giuseppe Farina auf Alfa Romeo. Es soll in der mittlerweile 70-jährigen Geschichte der Formel 1 allerdings das einzige Mal bleiben, dass eine Saison in Großbritannien beginnt.

Viele fragen sich aber: Wenn die Windkanäle (zumindest nach dem dreiwöchigen Shutdown) grundsätzlich weiterlaufen und Aerodynamik entwickelt werden darf, wie will die FIA dann sicherstellen, dass die Teams nur an dem arbeiten, was erlaubt ist, nämlich für 2021 - und nicht schon für die ganz neuen Autos 2022?

Tost erklärt: "Die FIA kontrolliert den Windkanal und hat auch Videoaufnahmen und Bilder vom Windkanal. Das heißt, du kannst keinen 2022er-Wagen in den Windkanal stellen, weil der völlig anders aussieht. Das würde man sofort sehen."

Die FIA habe zwar "keine Webcam" in den Windkanälen der Teams stehen, relativiert der Österreicher. "Aber die FIA kann Bilder verlangen, welches Auto gerade im Windkanal ist. Und damit können sie kontrollieren, welches Modell getestet wurde."

Ein lückenhafter Mechanismus, könnte man einwerfen - schließlich kann ja jeder irgendwelche gefälschten Fotos (oder solche mit einem falschen Datum) an den Verband schicken. Tost negiert: "Sie sehen aber auch die Daten. Das muss alles mit den Daten zusammenstimmen."

Warum Tost nicht an Entwicklungs-Tricks glaubt

Und selbst wenn ein Teamchef auf die Idee käme, das FIA-System auszutricksen, und seine Mitarbeiter davon überzeugen könnte, bei so einem Betrug mitzumachen: Die Gefahr, dass irgendwann ein Whistleblower auspackt (siehe "Crashgate"-Affäre) ist viel zu hoch.

Christian Horner

Der Windkanal des Red-Bull-Teams in Milton Keynes steht derzeit still

"Kein Team kann sich leisten, die Regelhüter in die Irre zu führen. Das kann kein Team machen, weil viel zu viele Personen involviert sind", sagt Tost. "Wenn ein Modell in den Windkanal kommt, haben damit zuerst einmal die Modellbauer zu tun. Dann die Mitarbeiter, die den Windkanal betreiben. Das sind mindestens zehn Leute, die da Bescheid wüssten. Das macht keiner."

Übrigens: Während die Homologation der Chassis für neun von zehn Teams kein großes Problem darstellt, hat McLaren ein 2020er-Chassis rund um den Renault-Motor designt, muss aber 2021 einen Mercedes-Motor in eben diesem unterbringen. Das erfordert fast zwangsläufig einen Umbau.

"Das ist eine Angelegenheit zwischen FIA und McLaren", verweist Tost. "Bei McLaren wird die FIA für die Integration des Mercedes-Motors ein Auge zudrücken. Den hinteren Bereich des Chassis müssen sie sicherlich leicht abändern, weil ich annehme, dass der Renault-Motor da anders ausgelegt ist als der Mercedes-Motor. Ansonsten sollte das Chassis gleichbleiben."

McLaren selbst hat inzwischen bestätigt, dass das Auto "natürlich entsprechend angepasst" wird. Diese Freiheiten habe die FIA bereits zugesichert: "Man gestattet uns die Änderungen, die dafür notwendig sind", versichert Teamchef Andreas Seidl in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview.


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Liannon665
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Liannon665 » 25.03.2020, 16:11

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Mittelfeldteams davon profitieren.

Die Hersteller, vor allem Mercedes und Ferrari (wobei ich denen auch zutraue, dass sie es dennoch versemmeln), haben unzählige Mittel und Wege, innerhalb ihres riesigen Konzerns Entwicklungen unter dem Radar durchzuführen. Wenn man daran glaubt, dass sie sich daran halten, würde ich das als sehr naiv bezeichnen. Gerade Mercedes wird 2022 ein Auto rausschicken, dass mindestens 2 Jahre in Entwicklung war und Unsummen gekostet hat, dafür aber wieder im ersten Jahr mehrere Sekunden schneller ist (subjektive Prognose). Und dann natürlich erzählen, dass man auch nur 1 Jahr Zeit hatte...
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Calvin » 25.03.2020, 16:57

Für mich als Fan eine riesige Enttäuschung, da man ja mit den neuen Regeln das Racing verbessern wollte. Jetzt können wir mindestens noch 2 Jahre mit einer langweiligen Mercedes-Dominanz rechnen.
Toto Wolff: Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor illegal ist. So denken wir nicht, das ist nicht unsere Einstellung. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen?

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Pentar
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Pentar » 25.03.2020, 17:02

Das klingt doch nach einer guten & soliden Lösung - falls das Cap eingehalten wird.
Dieses Jahr noch ein bisschen am aktuellen & 2021er Auto feilen.
Und 2021 dann unter Cap den gänzlich neuen 2022er Boliden in Angriff nehmen.


Redaktion hat geschrieben:...Übrigens: Während die Homologation der Chassis für neun von zehn Teams kein großes Problem darstellt, hat McLaren ein 2020er-Chassis rund um den Renault-Motor designt, muss aber 2021 einen Mercedes-Motor in eben diesem unterbringen. Das erfordert fast zwangsläufig einen Umbau...
McLaren & die Motorenhersteller in über 50 Jahren Motorsportgeschichte.
Fast schon eine Never-Ending-Story.
Wobei der Ford "Cosworth DFV 3.0 V8" sage & schreibe 16 Jahre im Einsatz war -
der "Mercedes 3.0 V10" immerhin 11 & der "Mercedes 2.4 V8" noch 8 Jahre.

1966-1966: Ford 3.0 V8 & Serenissima 3.0 V8
1967-1967: BRM 2.1 V8 & 3.0 V12
1968-1968: Ford Cosworth DFV 3.0 V8 & BRM P142 3.0 V12
1969-1969: Ford Cosworth DFV 3.0 V8
1970-1970: Ford Cosworth DFV 3.0 V8 & Alfa-Romeo T33 3.0 V8
1971-1982: Ford Cosworth DFV 3.0 V8
1983-1983: Ford Cosworth DFV 3.0 V8 & TAG TTE PO1 1.5 V6t
1984-1985: TAG TTE PO1 1.5 V6t
1986-1987: TAG 1.5 V6t
1988-1988: Honda 1.5 V6t
1989-1990: Honda 3.5 V10
1991-1992: Honda 3.5 V12
1993-1993: Ford 3.5 V8
1994-1994: Peugeot 3.5 V10
1995-2005: Mercedes 3.0 V10
2006-2013: Mercedes 2.4 V8
2014-2014: Mercedes 1.6 V6 Turbo
2015-2017: Honda 1.6 V6 Turbo
2018-2018: Renault R.E.18
2019-2019: Renault E-Tech 19
2020-2020: Renault E-Tech 20
2021-202x: Mercedes-AMG F1 xyz

Sprich, wenn sich ein Team beim Umbau von Motoren auskennt, dann ganz sicher McLaren.
Das war natürlich mit einem zwinkernden Auge gemeint...

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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von afa1515 » 25.03.2020, 17:25

Calvin hat geschrieben:
25.03.2020, 16:57
Für mich als Fan eine riesige Enttäuschung, da man ja mit den neuen Regeln das Racing verbessern wollte. Jetzt können wir mindestens noch 2 Jahre mit einer langweiligen Mercedes-Dominanz rechnen.
Nur keine Sorge. Heuer wird keine WM gefahren werden. :wink:
Und wenn dann im Herbst ein paar Rennen als Show.

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Giacomo
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Giacomo » 25.03.2020, 17:49

Pentar hat geschrieben:
25.03.2020, 17:02
Das klingt doch nach einer guten & soliden Lösung - falls das Cap eingehalten wird.
Dieses Jahr noch ein bisschen am aktuellen & 2021er Auto feilen.
Und 2021 dann unter Cap den gänzlich neuen 2022er Boliden in Angriff nehmen.


Redaktion hat geschrieben:...Übrigens: Während die Homologation der Chassis für neun von zehn Teams kein großes Problem darstellt, hat McLaren ein 2020er-Chassis rund um den Renault-Motor designt, muss aber 2021 einen Mercedes-Motor in eben diesem unterbringen. Das erfordert fast zwangsläufig einen Umbau...
McLaren & die Motorenhersteller in über 50 Jahren Motorsportgeschichte.
Fast schon eine Never-Ending-Story.
Wobei der Ford "Cosworth DFV 3.0 V8" sage & schreibe 16 Jahre im Einsatz war -
der "Mercedes 3.0 V10" immerhin 11 & der "Mercedes 2.4 V8" noch 8 Jahre.

1966-1966: Ford 3.0 V8 & Serenissima 3.0 V8r
1967-1967: BRM 2.1 V8 & 3.0 V12
1968-1968: Ford Cosworth DFV 3.0 V8 & BRM P142 3.0 V12
1969-1969: Ford Cosworth DFV 3.0 V8
1970-1970: Ford Cosworth DFV 3.0 V8 & Alfa-Romeo T33 3.0 V8
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2020-2020: Renault E-Tech 20
2021-202x: Mercedes-AMG F1 xyz

Sprich, wenn sich ein Team beim Umbau von Motoren auskennt, dann ganz sicher McLaren.
Das war natürlich mit einem zwinkernden Auge gemeint...
Oder beim Motorentausch in der Box.

Also darf Mercedes DAS nächstes Jahr weiterverwenden...
Da werden noch Diskussionen entstehen, wenn die Redaktion irgendwann dazu ihre ... Artikel schreibt.
Toto: "You never stop to amaze us!" German GP 2019 :lol:

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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Toji » 25.03.2020, 18:40

wenn man nun grundlegend kein neues chassis für 2012 bauen muss, hieße das dann doch, dass eingesparte gelder für die entwicklung des 2022er boliden zur verfügung stehen. man könnte sich so zumindest vorstellen, dass die kleineren teams überhaupt in richtung des erreichens der budgetobergrenze schielen werden. möglicherweise sorgt das dann für einen echten angleichungseffekt. darüber hinaus bin ich sehr gespannt, was es bedeutet, einen boliden über zwei jahre zu entwickeln, in der heutigen zeit. für force india heißt das dann ja sogar: drei jahre entwicklungszeit für den rosa mercedes, der ja noch aus dem vorjahr stammt.
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von modernf1bodyguard » 25.03.2020, 19:09

Calvin hat geschrieben:
25.03.2020, 16:57
Für mich als Fan eine riesige Enttäuschung, da man ja mit den neuen Regeln das Racing verbessern wollte. Jetzt können wir mindestens noch 2 Jahre mit einer langweiligen Mercedes-Dominanz rechnen.
Wo ist der Zusammenhang? Und was kann die Formel 1 jetzt dafür?
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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von Dopp.Ex » 26.03.2020, 11:42

Toji hat geschrieben:
25.03.2020, 18:40
[...] dass eingesparte gelder für die entwicklung des 2022er boliden zur verfügung stehen. man könnte sich so zumindest vorstellen, dass die kleineren teams überhaupt in richtung des erreichens der budgetobergrenze schielen werden.
Sponsoring ist eine Leistung (Geld) für das Erbringen einer Gegenleistung (Werbepräsenz). Die Frage ist daher, wie viel erhalten die Teams noch an Sponsorengelder 2020, wenn keine Rennen und sonstige Sponsorentermine stattfinden dürfen/können? Im Detail kommt das natürlich auf die jeweiligen Verträge an und wie lange das Ganze noch dauert. Ich gehe davon aus, dass längst nicht soviel Geld fliessen wird, wie ursprünglich budgetiert wurde. Natürlich sind die variablen Kosten eines Teams dieses Jahr geringer, die Fixkosten müssen aber trotzdem irgendwie gedeckt werden. Ich glaube daher, dass die kleineren Teams wieder sehr genau jeden Cent umdrehen müssen und gar keine oder nur eine kleine Möglichkeit haben, finanzielle Reserven für 2021 zu bilden.
Zuletzt geändert von Dopp.Ex am 27.03.2020, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von modellmotor » 27.03.2020, 10:39

So schlimm das Corv-19 Virus auch ist,es hat möglicherweise auch etwas Gutes.Es zeigt sich jeztzt überdeutlich , dass die überteure Formel 1 angesichts des Shutdowns der Industrie und der möglicherweise folgenden Rezession in der aktuellen Form keine Zukunft haben kann.Protz und Prunk ist einfach nicht mehr bezahlbar.Es rächt sich jetzt, dass die Platzhirsche der Formel 1die erforderliche bezahlbare Abrüstung der überteuerten Technik verhindert haben.Wenn die Formel 1 weiterleben soll, muß man dies jetzt anpacken ,sonst kann man die Formel 1 nämlich wegpacken.
GRüße vom
modellmotor

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Re: Wie das Coronavirus die teuerste F1-Saison aller Zeiten verhindert

Beitrag von afa1515 » 27.03.2020, 11:05

modellmotor hat geschrieben:
27.03.2020, 10:39
So schlimm das Corv-19 Virus auch ist,es hat möglicherweise auch etwas Gutes.Es zeigt sich jeztzt überdeutlich , dass die überteure Formel 1 angesichts des Shutdowns der Industrie und der möglicherweise folgenden Rezession in der aktuellen Form keine Zukunft haben kann.Protz und Prunk ist einfach nicht mehr bezahlbar.
Das Problem ist doch generell die FIA...

Die LMP1-Kategorie in der WEC war ja kostentechnisch nicht wirklich weit weg. Gerüchten zufolge hatte Audi und Porsche ein Budget jenseits der 200 Mille und Toyota auch knapp dabei. Dann wollte man kurzfristig komplett auf die Hypercars bauen, was den Amis noch zu teuer war. Und jetzt hat man sich zumindest auf einen Konsens entschlossen und die LMDh (Le Mans & Daytona) kreiert, wodurch die Prototypen in der WEC und der IMSA starten können. Dass selbe war ja auch der Untergang der WTCC. Das TCR-Konzept wollte der Chef schon länger umsetzen, aber die FIA lehnte ab. Dann gründete er selbst die TCR und auf einmal musste die FIA reagieren und das Konzept übernehmen. Die FIA WRX musste auch nach einem kompletten Herstellerausstieg eine Umstellung vornehmen. Die Senioren in der FIA gehören einfach mal durch etwas jüngeres, schnelleres ersetzt...

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