Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

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Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Redaktion » 02.12.2019, 14:04

Vor der Saison gab es eine technische Richtlinie, die sich auf die Überprüfung des Benzinverbrauchs der Autos bezieht - Über diese ist Ferrari in Abu Dhabi gestolpert
Charles Leclerc

Beim Wiegen des Autos von Charles Leclerc kam es zu Unregelmäßigkeiten

Ferrari wurde in Abu Dhabi am Sonntag zu einer Strafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt, weil am Boliden von Charles Leclerc nicht die bei der FIA angegebene Spritmenge eingefüllt war. Es lag ein Unterschied von 4,88 Kilogramm vor - und damit ein Verstoß gegen Artikel 12.1.1.i des internationalen Sportgesetzbuchs ("Failure to follow the instructions of the relevant officials for the safe and orderly conduct of the event.")

Doch wie genau kam es zu dazu? Weil es in der Formel 1 ein Benzinlimit gibt, müssen die Teams vor einem Rennen bei der FIA angeben, wie viel Sprit sie in ihre Autos füllen. Diese Angabe muss spätestens zwei Stunden vor Rennstart abgeben werden. Es geht dabei um die Benzinmenge für das Rennen selbst inklusive Weg in die Startaufstellung, Aufwärmrunde und Inlap.

Die angegebene Menge muss sich spätestens eine Stunde vor Öffnung der Boxengasse auch tatsächlich im Auto befinden. So hat die FIA vor dem Rennen genug Zeit, um Stichproben vorzunehmen und die Autos zu wiegen. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, werden dabei von der FIA markierten Reifen aufgezogen, deren Gewicht bekannt ist.

Anschließend muss das Teams sämtlichen Sprit aus dem Auto entfernen. Der Bolide wird dann erneut gewogen und die Differenz zum vorherigen Wert berechnet. Danach wird das Auto wieder betankt und ein drittes Mal gewogen. Anschließend wird der Tank geschlossen und versiegelt, damit vor dem Rennen kein weiteres Benzin zu- oder abgetankt werden kann.


Fotostrecke: Formel-1-Technik: Detailfotos beim GP Abu Dhabi

Alfa Romeo C38: Frontflügel

Alfa Romeo C38: Frontflügel

Nach dem Rennen nimmt die FIA erneut Benzinstichproben. Auch dabei wird das Auto wieder mit den markierten Reifen gewogen, und im zweiten Schritt muss sämtliches noch im Tank verbliebenes Benzin abgepumpt werden. In der Technischen Richtlinie TD/012-19, die vor der Saison an die Teams gegeben wurde, werden sechs Punkte genannt, in welchem Fall eine Untersuchung eingeleitet wird:

1. Wenn das Abpumpen des Benzins vom angegebenen und dokumentierten Prozess abweicht, welchen das Team vorher bei der FIA angeben muss.

2. Wenn nach dem Abpumpen noch eine erhebliche Menge Benzin im Auto gefunden wird.

3. Wenn das Team nicht bis mindestens zwei Stunden vor dem Öffnen der Boxengasse eine Erklärung abgibt, wie viel Benzin im Auto ist, oder wenn die angegebene Menge signifikant davon abweicht, was bei einer Stichprobe abgepumpt wird.

4. Wenn es eine Abweichung zwischen dem integrierten Benzindurchflusssensor und dem gemessenen Verbrauch gibt und erstgenannter Wert niedriger ist.

5. Wenn die Benzinmenge für das Rennen, beurteilt durch das Wiegen des Autos, 110 Kilogramm übersteigt, wie es in Artikel 30.5 der sportlichen Regeln der Formel 1 vorgeschrieben ist.

6. Wenn Software-Untersuchungen und/oder Datenanalysen einen signifikanten operativen Unterschied zwischen Qualifying und Rennen zeigen.

Im Fall von Ferrari wurde gegen Punkt 3 dieser Liste verstoßen. Bislang gibt es allerdings noch keine Erklärung dafür, woher dieser Unterschied kam.


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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Hannibal17 » 02.12.2019, 21:17

Der Verstoß gegen diese Direktive wird also nur mit einer Geldstrafe von 50.000€ geahndet?

"4. Wenn es eine Abweichung zwischen dem integrierten Benzindurchflusssensor und dem gemessenen Verbrauch gibt und erstgenannter Wert niedriger ist."

Das heißt die Teams können also mehr verbrauchen und das gibt nur eine Geldstrafe? Oder gilt das wieder nur für Ferrari?

Und wofür gibt es eigentlich diese so strikte Direktive, wenn man sich da jederzeit locker freikaufen kann?

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Technikbegeisterter » 02.12.2019, 21:32

Hannibal17 hat geschrieben:
02.12.2019, 21:17
Der Verstoß gegen diese Direktive wird also nur mit einer Geldstrafe von 50.000€ geahndet?

"4. Wenn es eine Abweichung zwischen dem integrierten Benzindurchflusssensor und dem gemessenen Verbrauch gibt und erstgenannter Wert niedriger ist."

Das heißt die Teams können also mehr verbrauchen und das gibt nur eine Geldstrafe? Oder gilt das wieder nur für Ferrari?

Und wofür gibt es eigentlich diese so strikte Direktive, wenn man sich da jederzeit locker freikaufen kann?
Ja, genau so ist es. Ferrari darf auch 150 kg verbrauchen, kostet dann halt was...

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von harrrys » 02.12.2019, 21:47

Sehr interessant war auch dass jetzt beide Ferrari für das letzte Rennen ziemlich bald nach dem Start in ein spritsparenderes Mapping wechseln mussten, angeblich um den Motor zu schonen. Der Funkspruch an Vettel wurde sogar ausgestrahlt.

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Technikbegeisterter » 02.12.2019, 22:07

harrrys hat geschrieben:
02.12.2019, 21:47
Sehr interessant war auch dass jetzt beide Ferrari für das letzte Rennen ziemlich bald nach dem Start in ein spritsparenderes Mapping wechseln mussten, angeblich um den Motor zu schonen. Der Funkspruch an Vettel wurde sogar ausgestrahlt.
Ohja, höchst verdächtig. Normalerweise fahren die ja das ganze Rennen im Quali-Modus

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Bremspunkt » 02.12.2019, 22:12

harrrys hat geschrieben:
02.12.2019, 21:47
Sehr interessant war auch dass jetzt beide Ferrari für das letzte Rennen ziemlich bald nach dem Start in ein spritsparenderes Mapping wechseln mussten, angeblich um den Motor zu schonen. Der Funkspruch an Vettel wurde sogar ausgestrahlt.
Das bedeutet aber eben immer noch nicht, dass ein Betrug vorlag. So dumm ist nicht mal Ferrari, dass sie mehr als die erlaubten 110 Kilo Sprit fürs Rennen ins Auto füllen, wenn das bei einer solchen, immer zu erwarternden Stichprobe vor dem Start ans Licht kommen könnte. Das würde dann nämlich sicher in einer Disqualifikation mit Folgestrafe enden.

Bleibt die Tatsache, dass in Leclercs Auto mehr Sprit getankt war, als angegeben, aber eben nicht mehr als erlaubt.

Dass die Ferrari im Rennen Sprit sparen mussten, mag an den riesigen Flügeln gelegen haben, die schon andere beobachtet haben.

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von rot » 02.12.2019, 22:36

Bremspunkt hat geschrieben:
02.12.2019, 22:12

Bleibt die Tatsache, dass in Leclercs Auto mehr Sprit getankt war, als angegeben, aber eben nicht mehr als erlaubt.
Ist das eigentlich bestätigt, dass es mehr war?
Von offizieller Seite wurde ja nur immer die Differenz beziffert?

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von cih » 02.12.2019, 22:43

und alleine wegen all dieser Regeln (Fahrzeug betanken, wieder entleeren, FIA-Reifen usw usf) steigt doch kaum ein externer (wir Zuschauer) mehr durch was wirklich erlaubt ist. Ich werde mich wohl entgültig von der F1 und auch in diesem Forum verabschieden wenn das nicht wirklich übersichtlicher wird. Ich habe beruflich alleine schon zu viele Regeln und möchte nicht auch noch im privaten damit belästigt werden!
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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Sportsmann » 02.12.2019, 23:52

Bremspunkt hat geschrieben:
02.12.2019, 22:12
harrrys hat geschrieben:
02.12.2019, 21:47
Sehr interessant war auch dass jetzt beide Ferrari für das letzte Rennen ziemlich bald nach dem Start in ein spritsparenderes Mapping wechseln mussten, angeblich um den Motor zu schonen. Der Funkspruch an Vettel wurde sogar ausgestrahlt.
Das bedeutet aber eben immer noch nicht, dass ein Betrug vorlag. So dumm ist nicht mal Ferrari, dass sie mehr als die erlaubten 110 Kilo Sprit fürs Rennen ins Auto füllen, wenn das bei einer solchen, immer zu erwarternden Stichprobe vor dem Start ans Licht kommen könnte. Das würde dann nämlich sicher in einer Disqualifikation mit Folgestrafe enden.

Bleibt die Tatsache, dass in Leclercs Auto mehr Sprit getankt war, als angegeben, aber eben nicht mehr als erlaubt.

Dass die Ferrari im Rennen Sprit sparen mussten, mag an den riesigen Flügeln gelegen haben, die schon andere beobachtet haben.
Ich denke es ist für die moderne F1 als Fakt anerkannt, dass Teams lieber mit weniger als mehr Sprit Rennen fahren, wenn sie nicht vollgetankt fahren müssen um über die Runden zu kommen.
Das kann sich ggf. ändern aber ich glaube nicht so recht daran. Ich habe einen Moment darüber gegrübelt, aber bin mir nicht sicher welche Faktoren dazu beitragen würden. Wenn die Autos schwerer würden und der Luftwiderstand sinken würde? Dann wäre das Spritgewicht insgesamt relativ weniger relevant und die Motorleistung würde sich auszahlen?
Ich dachte erst mehr Luftwiderstand wäre förderlich, aber dann ist es eher kontraproduktiv schneller fahren zu können, weil der Luftwiderstand mit der Geschwindigkeit ansteigt. Letztendlich wird der Motor ja aus gutem Grund nicht auf volle Pulle gedreht. Das etwas langsamere fahren ist am Ende, kombiniert mit dem eingesparten Spritgewicht, nunmal effizienter.
Fazit: Ferrari wird also kaum 110 Kilo Sprit ins Auto füllen wollen und einen Vorteil hätten sie dann auch nicht.

Das mit den großen Flügeln finde ich spannend. Hoffentlich sind das schon Tests für das nächste Jahr. Jetzt wird vielleicht geschaut, wie man einen guten Kompromiss aus mit Luftwiderstand erkauftem Abtrieb und Motorleistung hinbekommt. Zugegeben, die letzten Tests, ab Mexico, bzw. Brasilien haben nicht wirklich überzeugt. Aber das ist sicher auch lehrreich.
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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Sportsmann » 03.12.2019, 00:04

cih hat geschrieben:
02.12.2019, 22:43
und alleine wegen all dieser Regeln (Fahrzeug betanken, wieder entleeren, FIA-Reifen usw usf) steigt doch kaum ein externer (wir Zuschauer) mehr durch was wirklich erlaubt ist. Ich werde mich wohl entgültig von der F1 und auch in diesem Forum verabschieden wenn das nicht wirklich übersichtlicher wird. Ich habe beruflich alleine schon zu viele Regeln und möchte nicht auch noch im privaten damit belästigt werden!
Wie wärs mit ignorieren? Der Mensch ist ein Wunderwerk, die meisten Informationen werden vom Hirn gleich rausgefiltert und kommen nie in unser Bewusstsein. Wenn du die Regeln nicht im Detail kennen willst, dann lies einfach nicht. Es reicht ja aus den Artikeln zu ziehen, dass Ferrari einen ...nennen wir es mal, formalen Fehler gemacht hat. Der wird bestraft, fertig aus. Und die Nachrichten sind hier ja eh in Wiederholung, die ersten Infos zu diesem Thema waren ja noch etwas oberflächlicher.
So, ich geh mich jetzt nochmal mit Sebs Haxen amüsieren, Mensch der wird doch nicht etwa zurücktreten, wenn er beim Wettessen verliert? Ich glaube das hier weit mehr Belästigungen sind als nur ein paar Regeln. :facepalm: (<-- auf die Redaktion, nicht auf dein Empfinden bezogen) Für mich persönlich ist das weit schlimmer. Es verfolgt mich schon in meinen Träumen :wink: Seb trittst du zurück? Nein! Heut vielleicht? Nein. Äh Seb, NEIN! Ach Seb, wir haben doch nichts zu schreiben, wenn du auch nicht zurücktrittst, wie stehst du denn grundsätzlich zum Thema?
Beim Biathlon oder Skispringen erfährt man im TV auch meist nur, disqualifiziert wegen illegalem Anzug, aber die messen da auch mehrere Dinge, bzw. überprüfen Ski/Waffe/Anzug. Diese technischen Überprüfungen gehören aber zum Profisport hinzu, in der F1 ist nunmal mehr Technik drin und bei all den Betrügern ist leider das nachmessen nötig, denn sonst jammern wieder alle über Betrugsmöglichkeiten und Grauzonen.
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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von cih » 03.12.2019, 15:52

Sportsmann hat geschrieben:
03.12.2019, 00:04
cih hat geschrieben:
02.12.2019, 22:43
und alleine wegen all dieser Regeln (Fahrzeug betanken, wieder entleeren, FIA-Reifen usw usf) steigt doch kaum ein externer (wir Zuschauer) mehr durch was wirklich erlaubt ist. Ich werde mich wohl entgültig von der F1 und auch in diesem Forum verabschieden wenn das nicht wirklich übersichtlicher wird. Ich habe beruflich alleine schon zu viele Regeln und möchte nicht auch noch im privaten damit belästigt werden!
Wie wärs mit ignorieren? Der Mensch ist ein Wunderwerk, die meisten Informationen werden vom Hirn gleich rausgefiltert und kommen nie in unser Bewusstsein. Wenn du die Regeln nicht im Detail kennen willst, dann lies einfach nicht. Es reicht ja aus den Artikeln zu ziehen, dass Ferrari einen ...nennen wir es mal, formalen Fehler gemacht hat. Der wird bestraft, fertig aus. Und die Nachrichten sind hier ja eh in Wiederholung, die ersten Infos zu diesem Thema waren ja noch etwas oberflächlicher.
So, ich geh mich jetzt nochmal mit Sebs Haxen amüsieren, Mensch der wird doch nicht etwa zurücktreten, wenn er beim Wettessen verliert? Ich glaube das hier weit mehr Belästigungen sind als nur ein paar Regeln. :facepalm: (<-- auf die Redaktion, nicht auf dein Empfinden bezogen) Für mich persönlich ist das weit schlimmer. Es verfolgt mich schon in meinen Träumen :wink: Seb trittst du zurück? Nein! Heut vielleicht? Nein. Äh Seb, NEIN! Ach Seb, wir haben doch nichts zu schreiben, wenn du auch nicht zurücktrittst, wie stehst du denn grundsätzlich zum Thema?
Beim Biathlon oder Skispringen erfährt man im TV auch meist nur, disqualifiziert wegen illegalem Anzug, aber die messen da auch mehrere Dinge, bzw. überprüfen Ski/Waffe/Anzug. Diese technischen Überprüfungen gehören aber zum Profisport hinzu, in der F1 ist nunmal mehr Technik drin und bei all den Betrügern ist leider das nachmessen nötig, denn sonst jammern wieder alle über Betrugsmöglichkeiten und Grauzonen.
warum ignorieren? Ich möchte F1 gucken weil es mich interessiert. So wie schon seit 30 Jahren aber ich möchte nicht erst vorm TV in einem Regelbuch nachschlagen müssen weil sonstwas auf der Strecke passiert. Früher war es halt simpler und einfacher. Fussball hat sich in den letzten 100 Jahren auch kaum verändert ausser die Gelb-Rote Karte vielleicht. Aber die 90 minuten gibt es immernoch. Die F1 verändert sich von Jahr zu Jahr. Früher ging es auch einfacher
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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Technikbegeisterter » 03.12.2019, 15:58

Sportsmann hat geschrieben:
03.12.2019, 00:04
cih hat geschrieben:
02.12.2019, 22:43
und alleine wegen all dieser Regeln (Fahrzeug betanken, wieder entleeren, FIA-Reifen usw usf) steigt doch kaum ein externer (wir Zuschauer) mehr durch was wirklich erlaubt ist. Ich werde mich wohl entgültig von der F1 und auch in diesem Forum verabschieden wenn das nicht wirklich übersichtlicher wird. Ich habe beruflich alleine schon zu viele Regeln und möchte nicht auch noch im privaten damit belästigt werden!
Beim Biathlon oder Skispringen erfährt man im TV auch meist nur, disqualifiziert wegen illegalem Anzug, aber die messen da auch mehrere Dinge, bzw. überprüfen Ski/Waffe/Anzug. Diese technischen Überprüfungen gehören aber zum Profisport hinzu, in der F1 ist nunmal mehr Technik drin und bei all den Betrügern ist leider das nachmessen nötig, denn sonst jammern wieder alle über Betrugsmöglichkeiten und Grauzonen.
Nein, beim Skispringen werden die Springer erst disqualifiziert, nachdem ich höchstpersönlich den Anzug angepustet habe um die Luftdurchlässigkeit festzustellen :mrgreen:

Aber mal Spaß beiseite. Was machen denn die Zuschauer bei anderen Sportarten. Jährlich schauen über 100 Millionen Menschen den Super Bowl, ich schätze mal dass nicht mal 1% der Zuschauer annähernd alle Regeln im Kopf hat. Kaum einer wird sich dadurch "belästigt" fühlen.

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Technikbegeisterter » 03.12.2019, 16:00

cih hat geschrieben:
03.12.2019, 15:52
warum ignorieren? Ich möchte F1 gucken weil es mich interessiert. So wie schon seit 30 Jahren aber ich möchte nicht erst vorm TV in einem Regelbuch nachschlagen müssen weil sonstwas auf der Strecke passiert. Früher war es halt simpler und einfacher. Fussball hat sich in den letzten 100 Jahren auch kaum verändert ausser die Gelb-Rote Karte vielleicht. Aber die 90 minuten gibt es immernoch. Die F1 verändert sich von Jahr zu Jahr. Früher ging es auch einfacher
Entweder interessieren dich die Feinheiten der Regularien, dann solltest du auch kein Problem damit haben dich ab und zu mit dem Reglement auseinander zu setzen, oder eben nicht, dann kannst du Regeldiskussionen auch ignorieren. Es zwingt dich niemand dazu eine Beurteilung zu jeder Regelfrage abzugeben.

Und um einen Bezug zur aktuellen Diskussion herzustellen. Ferrari hat am Samstag gegen eine Regel bzgl. des organisatorischen Ablaufs verstoßen. Nicht gegen eine aus dem Technische Reglement und auch nicht gegen eine aus dem Sportlichen Reglement.
Ich persönlich beschäftige mich gerne mit dem Regelwerk, das habe ich damals in der Formula Student gelernt. Das erste was man zu tun hat, ist ein paar Hundert Seiten an Regeln zu verinnerlichen, die sich auch noch jedes Jahr leicht verändern. Und dennoch habe ich keinen Überblick über die Regeln die jegliches organisatorische Prozedere rund um ein Grand Prix Wochenende beschreiben, da es selbst für mich absolut uninteressant ist, zu welcher Uhrzeit welches Teil gewogen wird und was passiert wenn ein Teamchef 5 Minuten zu spät zum Briefing erscheint.
Wem das ganze Regelwerk zu hoch ist oder wer keine Lust und keine Zeit hat sich damit auseinander zu setzen, braucht das auch nicht zu tun!
Die ganze Nummer hätte am Wochenende auch nur halb so viel Aufmerksamkeit bekommen, wenn nicht Dummschwätzer wie Helmut Marko sofort einen Bezug zu einem angeblichen technischen Betrugsvorwurf hergestellt hätten. Tatsächlich gibt es aber immer noch keinen einzigen klitze kleinen Hinweis darauf, dass die FIA-Direktiven irgendetwas mit Ferrari zu tun hatten. Also einfach ignorieren.

PS: Thema Fußball, da könnten wir jetzt auch über die derzeitig verbreitete Regelauslegung bzgl. Handspiel diskutieren. Oder das Verhalten des TW beim Elfmeter, oder den Videobeweis grundsätzlich, oder oder oder. Da ich aber nicht jede FIFA-Schiedsrichterschulung mit aktuell gültiger Regelauslegung verfolge, nehme ich die derzeitig geltenden Regeln so hin und denk mir vielleicht meinen Teil, letztendlich juckt es mich aber nicht, ob ein Handspiel nun als Handspiel gewertet wird oder nicht, solange für alle die gleichen Regeln gelten. Belästigt fühle ich mich beim Fußball gucken jedenfalls nicht.

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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von cih » 03.12.2019, 17:02

@ Technikbegeisteter: doch es gibt Unterschiede :D Nach dem Fussballspiel ist nach dem Fussballspiel da wird nicht noch wochenlang mit Videoanalysen analysiert ob der Ball wirklich über der Linie war ;) Das ist immernoch Tatsachenentscheidung und das meine ich auch in diversen anderen Erwähnungen von mir. Hamilton wird nicht bestraft für das selbe Vergehen, Vettel schon. Ribery nicht aber Ronaldo schon. Letzteres ist halt eine Tatsachenentscheidung, egal ob sie richtig ist oder nicht. Ich wurde hier ja von einem Moderator zurechtgewiesen weil ich anscheinend "rassisitisch" war, dennoch habe ich nur erklärt was ich gesehen habe und was die Regeln sagen. Auch wieder 2 verschiedene "Rechtssprechungen
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Re: Ferrari-Strafe: Über diese Überprüfung ist die Scuderia gestolpert

Beitrag von Technikbegeisterter » 03.12.2019, 17:42

cih hat geschrieben:
03.12.2019, 17:02
@ Technikbegeisteter: doch es gibt Unterschiede :D Nach dem Fussballspiel ist nach dem Fussballspiel da wird nicht noch wochenlang mit Videoanalysen analysiert ob der Ball wirklich über der Linie war ;) Das ist immernoch Tatsachenentscheidung und das meine ich auch in diversen anderen Erwähnungen von mir. Hamilton wird nicht bestraft für das selbe Vergehen, Vettel schon. Ribery nicht aber Ronaldo schon. Letzteres ist halt eine Tatsachenentscheidung, egal ob sie richtig ist oder nicht. Ich wurde hier ja von einem Moderator zurechtgewiesen weil ich anscheinend "rassisitisch" war, dennoch habe ich nur erklärt was ich gesehen habe und was die Regeln sagen. Auch wieder 2 verschiedene "Rechtssprechungen
Klar, natürlich gibt es Unterschiede. Aber Tatsachenentscheidungen gibt es im Fußball wie auch in der Formel 1. Ob die entscheidende Instanz nun richtig entschieden hat oder nicht, ist ja unabhängig davon wie komplex das zugrunde liegende Regelwerk ist. Als Zuschauer kann man das dann entweder so hinnehmen oder sich mit den Regeln auseinandersetzen und diskutieren. Am Ergebnis wird es aber nichts ändern. Ich diskutiere hier ja auch nur spaßeshalber über das Reglement, einen Einfluss auf die Entscheidung der Rennkommissare habe ich damit nicht. Wer keinen Spaß dran hat, sich damit auseinander zusetzen, der lässt es halt bleiben es wird ja kein Zuschauer dazu genötigt eine Bewertung abzugeben.
Auch wenn manche Foristen das offensichtlich anders sehen und regelmäßig ihren dünnen Senf zu strittigen Fragen abgeben, ohne auch nur einmal im Leben das Reglement vor Augen gehabt zu haben (obwohl es für jeden öffentlich einsehbar ist...) Aber wenn ich mich wieder über diese inkompetenten Leute aufrege, dann kriege ich wieder Post von den Moderatoren :mrgreen:

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