Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

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Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon Redaktion » 09.10.2019, 12:53

FIA-Präsident Jean Todt fürchtet, dass die Budgetobergrenze nur die wenigsten Teams tatsächlich betreffen wird - Er hofft im zweiten Schritt auf eine Verschärfung
Sergio Perez

Die Mittelfeldteams werden von der Obergrenze wohl kaum betroffen sein

Die Budgetobergrenze bereitet FIA-Präsidenten Jean Todt Kopfzerbrechen. Ab 2021 sollen die Formel-1-Teams nur noch 175 Millionen US-Dollar Budget (mit Ausnahmen) verwalten dürfen. Doch diese Grenze sei viel zu hoch, fürchtet der Franzose. Er sieht weiteren Handlungsbedarf.

Bereits die Verhandlungen waren ein "langer und schwieriger Prozess", gesteht der FIA-Präsident bei 'RaceFans.net'. Die Interessen der Teams prallten dabei aufeinander. Während die Mittelfeldteams eine noch niedrigere Summe forderten, rangen die Topteams um jeden Penny.

"Das Wichtigste ist, dass wir uns endlich darauf geeinigt haben", steht er dem Kompromiss positiv gegenüber. "Dennoch betonte ich weiterhin, dass die Budgetgrenze zu hoch ist. " Todt befürchtet, dass sieben der aktuell zehn Teams davon gar nicht betroffen sein werden, da ihre Budgets schon jetzt darunter liegen.

Nur die drei Topteams operieren mit deutlich mehr Millionen. Erst gestern wurde bekannt, dass Mercedes 2018 auf 350 Millionen Dollar Jahresbudget aufgestockt hat. "Es wird sich nur auf drei Teams auswirken", weiß Todt. "Dennoch wird es die Lücke zwischen zu den anderen sieben verringern."

Daher sei die Obergrenze grundsätzlich auch begrüßenswert. Die Ausnahmen stoßen vielen Kritikern aber sauer auf, denn sowohl die Fahrergehälter sind nicht inkludiert, wie auch Marketing- oder Reisekosten. "Manche Posten wurden ausgeklammert. Aber dennoch ist es ein erster wichtiger Schritt."

Es gehe schließlich zuerst einmal darum, das Prinzip überhaupt einzuführen. "Wenn das einmal geschehen ist, dann wird es uns erlauben, einen zweiten Schritt zu machen", hofft Todt.


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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon LoK-hellscream » 09.10.2019, 13:03

Redaktion hat geschrieben:Die Ausnahmen stoßen vielen Kritikern aber sauer auf, denn sowohl die Fahrergehälter sind nicht inkludiert, wie auch Marketing- oder Reisekosten. "Manche Posten wurden ausgeklammert. Aber dennoch ist es ein erster wichtiger Schritt."


Genau das kotzt mich bei Kritikern an. "Die Maßnahmen gehen nicht weit genug bla bla bla."

Es ist auch sehr einfach, zu kritisieren, wenn man an den Verhandlungen nicht beteiligt war. Besser wenigstens einen 1. Schritt nach vorne zu setzen, anstatt idiotischerweise auf die eierlegende Wollmilchsau zu beharren und dabei Stillstand zu gewährleisten, weil man die eierlegende Wollmilchsau nicht bekommt. :facepalm:

Das ist genau der gleiche Schwachsinn, wie wenn die Grünen wieder mal alle alternativen Kraftwerke ablehnen, weil diese nicht perfekt sind. Tja, wir haben keine perfekten Kraftwerke, aber ein Flusskraftwerk oder ein Windradpark ist sicherlich besser als ein Kohle- oder Atomkraftwerk. Und wenn wir diese besseren Energieproduzenten ablehnen, geht uns zum Einen irgendwann der Strom aus, ja auch denen, die die Kraftwerke verhindern, als auch die Möglichkeit nicht besteht, endlich mal alte Kohle- und Atomkraftwerke abzuschalten, wenn diese nicht mehr benötigt werden.

Zum Thema: Ich finde, der Schritt ist sehr gut. So hat man mal eine 1. Budgetgrenze und man kann diese evaluieren und sich ansehen, was man verbessern oder weiter einschränken kann. Weiters muss man ja auch erst mit der neuen Einnahmenverteilung sehen, wie viel Geld die kleineren Teams dann nach 2021 zur Verfügung haben. Eventuell kommt man näher an die 175 Millionen ran, als manche derzeit glauben und dann fehlt eh nicht mehr so viel zu den großen Teams und der weitere Schritt wäre nicht mehr so radikal, der noch folgen müsste.

Bei den Fahrergehältern bin ich aber auch dafür, dass diese ausgeklammert gehören. Wenn Mercedes Hamilton gerne 50 Millionen im Jahr zahlen möchte, wieso auch nicht. Nur weil man sich den teuersten Fahrer deshalb nicht leisten kann, heißt das ja noch lange nicht, dass dieser andernfalls für ein kleineres Team fahren würde oder dass es nicht einen anderen Fahrer gibt, der günstiger und trotzdem konkurrenzfähig ist.

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon RedFive » 09.10.2019, 15:58

LoK-hellscream hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:Die Ausnahmen stoßen vielen Kritikern aber sauer auf, denn sowohl die Fahrergehälter sind nicht inkludiert, wie auch Marketing- oder Reisekosten. "Manche Posten wurden ausgeklammert. Aber dennoch ist es ein erster wichtiger Schritt."


Genau das kotzt mich bei Kritikern an. "Die Maßnahmen gehen nicht weit genug bla bla bla."

Es ist auch sehr einfach, zu kritisieren, wenn man an den Verhandlungen nicht beteiligt war. Besser wenigstens einen 1. Schritt nach vorne zu setzen, anstatt idiotischerweise auf die eierlegende Wollmilchsau zu beharren und dabei Stillstand zu gewährleisten, weil man die eierlegende Wollmilchsau nicht bekommt. :facepalm:



Es geht nicht um die eierlegende Wollmilchsau, sondern das man wieder x Zugständniss gemacht hat, so dass das Ziel die Teams zusammen zu bringen eher nicht bzw. nur marginal erreicht wird.

Ursprünglich war mal die Rede von $150M, die man schrittweise auf $100M senken wollte, weil bei $150M auch nur 5 Team betroffen gewesen wären. Mit weniger Ausnahmen. Pustekuchen. Wer war dagegen?

Toller 1. Schritte ... der 2. folgt dann nach 2025? Bis dahin können die Team weiter +$250M (bzw OpenEnd für MA) ausgeben ...


Positiv sehe ichs erstmal nur für LM/F1, die bisher Verlust gemacht hat ... mit ein Budgetcap muss man vmtl. weniger Prämien an die Teams auszahlen und schreibt selbst schwarze zahlen ... was zur folge haben könnte, dass man Strecken wie Hockenheim/Silverstone usw bessere Verträge machen kann und diese zurückholt ... Das es die Teams näher zusammenbringt, sehe ich leider nicht so wirklich.

Ein erster Schritt ist gut ... aber wenn man Nägel mit Köpfen hätte machen wollen (nein keine Wollmilchsau), dann hätte man eine Grenze finden müssen, die für den Großteil der Team "greifbar" wäre. Selbst ein Renault-Werksteam müsste das Budget aufstocken, um den Rahmen wie MERC/FER/RB auszureizen.

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon InsaneInTheMembrane » 09.10.2019, 17:22

LoK-hellscream hat geschrieben:Die Ausnahmen stoßen vielen Kritikern aber sauer auf, denn sowohl die
Das ist genau der gleiche Schwachsinn, wie wenn die Grünen wieder mal alle alternativen Kraftwerke ablehnen, weil diese nicht perfekt sind. Tja, wir haben keine perfekten Kraftwerke, aber ein Flusskraftwerk oder ein Windradpark ist sicherlich besser als ein Kohle- oder Atomkraftwerk. Und wenn wir diese besseren Energieproduzenten ablehnen, geht uns zum Einen irgendwann der Strom aus, ja auch denen, die die Kraftwerke verhindern, als auch die Möglichkeit nicht besteht, endlich mal alte Kohle- und Atomkraftwerke abzuschalten, wenn diese nicht mehr benötigt werden.


"nicht perfekt" ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, oder? Wenn in einem Atomkraftwerk was schief geht, sind ganze Landstriche auf viele Jahrzehnte hin verseucht. Wenn nichts schief geht, hat man immer noch den Atommüll, der die Generationen nach uns über Jahrhunderte bis -tausende belasten wird. Wie wir das Zeug entsorgen sollen, wissen wir nicht. Hauptsache nicht bei uns... Man muss nicht grün sein, um das kacke zu finden... :facepalm:

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon InsaneInTheMembrane » 09.10.2019, 17:30

Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn der Abstand zu den Topteams kleiner wird, ist ja schonmal viel gewonnen. Zum einen werden dann Saisons spannender und zum anderen finden die kleineren Teams vielleicht auch leichter Sponsoren...wer will schon auf einem Auto werben, dass immer hinterher fährt? Das ganze braucht natürlich ein wenig, weil die Großen am Anfang noch von ihrem technologischen Vorsprung zehren werden.

Man muss auch sehen, dass man nicht auf einen Schlag hunderte Leute entlassen kann. Solche Umstrukturierungen brauchen auch ihre Zeit. Von daher finde ich eine stufenweise Reduzierung schon fair. Zumal der Schritt von 350Mio. auf 175Mio. bereits eine Halbierung darstellt.

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon RedFive » 09.10.2019, 17:36

InsaneInTheMembrane hat geschrieben:Von daher finde ich eine stufenweise Reduzierung schon fair. Zumal der Schritt von 350Mio. auf 175Mio. bereits eine Halbierung darstellt.


Es gibt keine stufenweise Reduzierung. $175M sind für 2021-25 fix. Es gibt keinen Schritt von +$350M auf $175M, sondern auf +$250M ...dank Ausnahmeregelungen ...

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon Osmium » 09.10.2019, 20:05

InsaneInTheMembrane hat geschrieben:
LoK-hellscream hat geschrieben:Die Ausnahmen stoßen vielen Kritikern aber sauer auf, denn sowohl die
Das ist genau der gleiche Schwachsinn, wie wenn die Grünen wieder mal alle alternativen Kraftwerke ablehnen, weil diese nicht perfekt sind. Tja, wir haben keine perfekten Kraftwerke, aber ein Flusskraftwerk oder ein Windradpark ist sicherlich besser als ein Kohle- oder Atomkraftwerk. Und wenn wir diese besseren Energieproduzenten ablehnen, geht uns zum Einen irgendwann der Strom aus, ja auch denen, die die Kraftwerke verhindern, als auch die Möglichkeit nicht besteht, endlich mal alte Kohle- und Atomkraftwerke abzuschalten, wenn diese nicht mehr benötigt werden.

"nicht perfekt" ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, oder? Wenn in einem Atomkraftwerk was schief geht, sind ganze Landstriche auf viele Jahrzehnte hin verseucht. Wenn nichts schief geht, hat man immer noch den Atommüll, der die Generationen nach uns über Jahrhunderte bis -tausende belasten wird. Wie wir das Zeug entsorgen sollen, wissen wir nicht. Hauptsache nicht bei uns... Man muss nicht grün sein, um das kacke zu finden... :facepalm:

Reflexartig seine Meinung hinzuklatschen ohne überhaupt den Post des Vorgängers richtig gelesen zu haben, gehört auch dazu XP LoK-hellscream hat Atomkraft mitnichten als "nicht perfekt" relativiert, sondern plädiert für deren baldigen Ersatz durch "nicht perfekte" erneuerbare Energien.

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon LoK-hellscream » 10.10.2019, 09:50

InsaneInTheMembrane hat geschrieben:"nicht perfekt" ist ja wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, oder? Wenn in einem Atomkraftwerk was schief geht, sind ganze Landstriche auf viele Jahrzehnte hin verseucht. Wenn nichts schief geht, hat man immer noch den Atommüll, der die Generationen nach uns über Jahrhunderte bis -tausende belasten wird. Wie wir das Zeug entsorgen sollen, wissen wir nicht. Hauptsache nicht bei uns... Man muss nicht grün sein, um das kacke zu finden... :facepalm:


Danke für die Geschichtsstunde, das sollte wohl jedem klar sein. Wofür ich mir den Facepalm verdient habe, wenn ich doch die genau gleiche Aussage getätigt habe, ist mir schleierhaft. :shrug:

Osmium hat geschrieben:LoK-hellscream hat Atomkraft mitnichten als "nicht perfekt" relativiert, sondern plädiert für deren baldigen Ersatz durch "nicht perfekte" erneuerbare Energien.


Vielen Dank! :)

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon InsaneInTheMembrane » 10.10.2019, 14:00

Sorry, war wohl gestern nicht mein Tag. :facepalm: :heartbeat:

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Re: Budgetobergrenze: Sieben von zehn Teams nicht betroffen?

Beitragvon LoK-hellscream » 11.10.2019, 15:42

InsaneInTheMembrane hat geschrieben:Sorry, war wohl gestern nicht mein Tag. :facepalm: :heartbeat:


Kein Problem! :mrgreen: :heartbeat:


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