Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

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Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Redaktion » 01.07.2019, 16:54

Nach dem Formel-1-Spektakel in Spielberg wehren sich zwei Teamchefs gegen die jüngste Kritik an der Königsklasse und warnen vor übereilten Reaktionen © LAT Rad-an-Rad-Duell: Das Formel-1-Rennen in Spielberg war bis zum Ende spannend Der Große Preis von Österreich hat nach dem Gähn-Rennen in Frankreich gezeigt, dass die Formel 1 sehr wohl noch spannenden Rennsport liefern kann, der Fahrer, Teams und Zuschauer gleichermaßen begeistert. Mercedes-Teamchef Toto Wolff fand am Sonntag für alle jene Kritiker, die die Königsklasse nach Paul Ricard schon für am Ende oder gar tot erklärt hatten, deshalb auch deutliche Worte.

"Vor allem die, die am lautesten geschrien haben, sollten sich daran erinnern, wenn sie sich das nächste Mal beschweren. Dieses Rennen hat gezeigt, das unser Sport mehr als lebendig ist, so spektakulär, mit vollen Tribünen, mit Kontroversen auf der Strecke und fantastischem Racing", schwärmt Wolf nach dem Spielberg-Krimi, in dem sich Valtteri Bottas gegen Max Verstappen und Charles Leclerc geschlagen geben musste.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl, der mit seinen Fahrern in Österreich einen überaus erfolgreichen Tag erlebte, kann Wolff da nur zustimmen: "Ich denke, es war ein fantastisches Rennen für die Formel-1-Fans, das nach all den Diskussionen in den letzten Wochen wirklich notwendig war, und es bestätigt auch, dass wir bei kurzfristigen Reaktionen und Aktionen sehr vorsichtig sein müssen, wenn wir versuchen, etwas zu beheben." Fotos: Grand Prix von Österreich   Seidl sagt das mit Blick auf den Regelentwurf für 2021, der vor dem Hintergrund der bisherigen Mercedes-Dominanz in dieser Saison heiß diskutiert wird. "Ich war am Freitag in der Pressekonferenz und sagte, dass wir ein viel größeres Problem haben", so Seidl, "nämlich die große Lücke zwischen den Spitzenteams und den Mittelfeldteams, und das ist etwas, worauf wir uns konzentrieren müssen, um das für 2021 richtig zu machen."

Dabei hofft der Deutsche, dass auch die Stimme der Teams Gehör findet: "Meiner Meinung nach sollte es für die Vorschriften, die derzeit entwickelt werden, einen beratenden Ansatz geben, bei dem Teams um ihr Feedback gebeten werden. Aber es sollte auch eine starke Autorität der FIA und der Formel 1 geben, um den Weg zu gehen, den sie für den richtigen halten." Darauf vertraut der McLaren-Teamchef. © LAT Andreas Seidl vertraut beim Regelentwurf auf das Knowhow der Verantwortlichen "Wir haben sehr, sehr starke und versierte Leute, die über aktuelle Formel-1-Erfahrung verfügen, was einzigartig ist. Ich denke, sie waren in der Vergangenheit in Bezug auf ihr eigenes Wissen noch nie so stark - Ross (Brawn, Formel-1-Sportchef) und (Nikolas) Tombazis (FIA-Technikchef; Anm. d. R.). Sie wissen genau was zu tun ist, um die Ziele zu erreichen, auf die wir uns alle geeinigt haben."
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Onkel Gustav » 01.07.2019, 17:08

Warten wir mal die nächsten 2 Rennen ab! Aber auf Grund von einem Rennen jetzt schon wieder Lobeshymnen singen?

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Sportsmann » 01.07.2019, 17:19

Onkel Gustav hat geschrieben:Warten wir mal die nächsten 2 Rennen ab! Aber auf Grund von einem Rennen jetzt schon wieder Lobeshymnen singen?
Was soll er denn auch machen? :winky: Er muss diese Chance nutzen, denn er weiß genau, dass es in den nächsten Rennen ganz anders aussehen wird. RB wird nicht mit einer winzigen Korrektur am Frontflügel die ganze Sekunde Rückstand zu den Mercedes wett gemacht haben. In Silverstone müssen sie sich wieder mit Ferrari rumschlagen - wobei ich zumindest für Ferrari hoffe, dass die vielen Geraden ausreichen, um den Zeitverlust in den langsamen Ecken auszugleichen. Glauben tue ich nicht daran, denn die Kurven haben fast alle lange Radien, was dem Mercedes zu gut schmeckt.
Toto Wolff muss aus diesem Wochenende herausquetschen was möglich ist, dann jetzt kann er auf das Ergebnis zeigen und niemand kann sagen, dass Mercedes doch Favorit war und immer alles nach Plan läuft (wobei die Niederlage von Mercedes als eher erwartbar eingeschätzt wurde, also doch alles nach Plan).

Was die Aussage zur Lebendigkeit des Sports angeht, kommentiere ich sie mit einem Verweis auf Tierexperimente der Vergangenheit. Auch ein toter Frosch zuckt noch, wenn man ihm einen kurzen Stromimpuls auf den Körper jagt. Der Blitz der in Österreich getroffen hat, wird jedoch nicht die ganze Saison erleuchten können.
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Klemsi » 01.07.2019, 18:13

Mercedes dreht einfach dwn Motor zurück und spuckt dann auch noch große Töne.
Das ganze Tiefstapeln geht mir besonders vom Toto schon mehr als auf die Nerven. Aber das jetzt ist Verhöhnung des Gegners...

Wenn Mercedes in Silverstone nicht klar vorne ist, ist der Fall klar, dann hat Mercedes zurückgedreht.
Zuletzt geändert von Klemsi am 01.07.2019, 18:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Klemsi » 01.07.2019, 18:14

Sportsmann hat geschrieben:
Onkel Gustav hat geschrieben:Warten wir mal die nächsten 2 Rennen ab! Aber auf Grund von einem Rennen jetzt schon wieder Lobeshymnen singen?
Was soll er denn auch machen? :winky: Er muss diese Chance nutzen, denn er weiß genau, dass es in den nächsten Rennen ganz anders aussehen wird. RB wird nicht mit einer winzigen Korrektur am Frontflügel die ganze Sekunde Rückstand zu den Mercedes wett gemacht haben. In Silverstone müssen sie sich wieder mit Ferrari rumschlagen - wobei ich zumindest für Ferrari hoffe, dass die vielen Geraden ausreichen, um den Zeitverlust in den langsamen Ecken auszugleichen. Glauben tue ich nicht daran, denn die Kurven haben fast alle lange Radien, was dem Mercedes zu gut schmeckt.
Toto Wolff muss aus diesem Wochenende herausquetschen was möglich ist, dann jetzt kann er auf das Ergebnis zeigen und niemand kann sagen, dass Mercedes doch Favorit war und immer alles nach Plan läuft (wobei die Niederlage von Mercedes als eher erwartbar eingeschätzt wurde, also doch alles nach Plan).

Was die Aussage zur Lebendigkeit des Sports angeht, kommentiere ich sie mit einem Verweis auf Tierexperimente der Vergangenheit. Auch ein toter Frosch zuckt noch, wenn man ihm einen kurzen Stromimpuls auf den Körper jagt. Der Blitz der in Österreich getroffen hat, wird jedoch nicht die ganze Saison erleuchten können.
Doch, wenn Mercedes einfach die Leistung zurückdreht, ist die Sekunde bei RB schnell gefunden!
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Sportsmann » 01.07.2019, 18:30

Klemsi hat geschrieben:Mercedes dreht einfach dwn Motor zurück und spuckt dann auch noch große Töne.
Das ganze Tiefstapeln geht mir besonders vom Toto schon mehr als auf die Nerven. Aber das jetzt ist Verhöhnung des Gegners...

Wenn Mercedes in Silverstone nicht klar vorne ist, ist der Fall klar, dann hat Mercedes zurückgedreht.
Achso, Mercedes hat also freiwillig, nicht wegen Hitzeproblemen am ganzen Wochenende relativ schlecht ausgesehen. Hamilton ist immer zum Spaß über die gelben Würste geräubert, nicht weil die Aerodynamik durch die geöffneten Kühlöffnungen gestört wurde.
Ne Klemsi, das ist mir zu negativ. Da hat Wolff in Worten seiner Kritiker "ausnahmsweise" mal Recht und dann darf man ihm das auch gerne zugestehen, anstatt sich wieder alles schlecht zu reden. Oder glaubst du HAM hat RB verhöhnt, indem er am RB-Ring über die gelben Curbs fuhr, um sie durch die regelmäßigen Ausritte gnadenlos abzunutzen? Klingt komisch, ist es wohl auch.

Der Mercedes ist nicht gut auf Höhenluft und Wärme gleichzeitig zu sprechen. Die mäßige Performanz in den Mexikorennen der Vergangenheit und auch hier in den letzten beiden Österreichrennen haben schon Geschichte. Wie sonst erklärt man sich, dass RB mit dem schwachen Renault/Honda dort gewinnen konnte - bzw. die Mercedes nicht ihre normale Leistung abrufen können? Ein bewusstes Zurückdrehen der Leistung ergibt über die Gesamtheit der Rennen eher keinen Sinn, es sei denn bei den silbernen sitzen nur Zocker und Größenwahnsinnige, die sich überlegen wie sie die Geschichte am besten schreiben könnten und völlig nach Vorliebe der Dramaturgen Rennen gewinnen und verlieren können. Ich glaube hier nicht daran. Beim Americas Cup wo Neuseeland Matchpoint hatte und dann 7-10 Rennen in Folge verlor, da hab ich eher dran geglaubt, dass dort bewusst manipuliert wurde - aber hier wo Mercedes öfter mal nicht gewinnt oder die Leistung einer Charackteristik folgt, halte ich den Gedanken der ständigen Manipulation und das für Dumm verkaufen der Zuschauer für unwahrscheinlich.
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von NiH111 » 01.07.2019, 18:43

der Toto hat sie doch nicht alle - ein Rennen und auch der Sport ist nicht gut, wenn es mit einer Kontroverse endet. ODer er soll mir mal sagen, was für Drogen der nimmt, dass er das gut findet...

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Klemsi » 01.07.2019, 18:52

Sportsmann hat geschrieben:
Klemsi hat geschrieben:Mercedes dreht einfach dwn Motor zurück und spuckt dann auch noch große Töne.
Das ganze Tiefstapeln geht mir besonders vom Toto schon mehr als auf die Nerven. Aber das jetzt ist Verhöhnung des Gegners...

Wenn Mercedes in Silverstone nicht klar vorne ist, ist der Fall klar, dann hat Mercedes zurückgedreht.
Achso, Mercedes hat also freiwillig, nicht wegen Hitzeproblemen am ganzen Wochenende relativ schlecht ausgesehen. Hamilton ist immer zum Spaß über die gelben Würste geräubert, nicht weil die Aerodynamik durch die geöffneten Kühlöffnungen gestört wurde.
Ne Klemsi, das ist mir zu negativ. Da hat Wolff in Worten seiner Kritiker "ausnahmsweise" mal Recht und dann darf man ihm das auch gerne zugestehen, anstatt sich wieder alles schlecht zu reden. Oder glaubst du HAM hat RB verhöhnt, indem er am RB-Ring über die gelben Curbs fuhr, um sie durch die regelmäßigen Ausritte gnadenlos abzunutzen? Klingt komisch, ist es wohl auch.

Der Mercedes ist nicht gut auf Höhenluft und Wärme gleichzeitig zu sprechen. Die mäßige Performanz in den Mexikorennen der Vergangenheit und auch hier in den letzten beiden Österreichrennen haben schon Geschichte. Wie sonst erklärt man sich, dass RB mit dem schwachen Renault/Honda dort gewinnen konnte - bzw. die Mercedes nicht ihre normale Leistung abrufen können? Ein bewusstes Zurückdrehen der Leistung ergibt über die Gesamtheit der Rennen eher keinen Sinn, es sei denn bei den silbernen sitzen nur Zocker und Größenwahnsinnige, die sich überlegen wie sie die Geschichte am besten schreiben könnten und völlig nach Vorliebe der Dramaturgen Rennen gewinnen und verlieren können. Ich glaube hier nicht daran. Beim Americas Cup wo Neuseeland Matchpoint hatte und dann 7-10 Rennen in Folge verlor, da hab ich eher dran geglaubt, dass dort bewusst manipuliert wurde - aber hier wo Mercedes öfter mal nicht gewinnt oder die Leistung einer Charackteristik folgt, halte ich den Gedanken der ständigen Manipulation und das für Dumm verkaufen der Zuschauer für unwahrscheinlich.
Das gibt schon alles Sinn!
1) Wenn Mercedes alle Rennen 2019 gewinnt, wen interessiert das noch? Die Rufe waren jetzt schon laut, viele wandten sich ab. Werbewert sinkt. Rennen ohne Konkurrenz sind nichts Wert. Das hängt Vettel heute noch nach, obwohl der RB nicht so überlegen war wie der Mercedes heute.
2) Einige Teams wollten schon zum 2018 Reifen zurück. Ein wenig nachlassen und die Rufe verstummen.
3) Für 2021 stehen Regeländerungen an. Würde Mercedes 2019 alles dominieren, dann stünden alle anderen Regeländerungen eher positiv gegenüber. Wenns spannend ist, "öko" und ein Werbemagnet, warum sollte man etwas ändern?
4) Es geht um viel Kohle!
5) Der Verbleib von Honda und Renault in der F1 steht auch auf dem Spiel. Hängt auch mit den Regeln für 2021 zusammen. Wenn da Mercedes dominiert sind alle anderen eher für starke Veränderungen/Vereinfachungen am aktuellen Motor. Lässt man sie ein bisschen Siegesluft schnuppern, rückt das in den Hintergrund!

Warten wir auf Silverstone und die nächsten Rennen...
Zuletzt geändert von Klemsi am 02.07.2019, 13:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Plauze » 01.07.2019, 18:56

Der Punkt ist doch nicht, ob wir mal ein paar langweilige Rennen gesehen haben oder ob das jetzt gestern ein besonders aufregendes war (war es ja!).
Der Punkt, von dem Wolff natürlich ganz gerne ablenkt, ist vielmehr der, dass auch in Spielberg trotz der etwas gemischteren Startaufstellung schon nach wenigen Runden zwei Mercedes, zwei Ferrari und ein Red Bull an der Spitze fuhren. Der Punkt ist, dass diese drei Teams dem übrigen Feld selbst auf der kurzen Strecke des Red-Bull-Rings eine ganze Runde, d.h. über eine Minute abgenommen haben. Wenn man also danach fragt, wie es um den Sport Formel 1 bestellt ist, dann geht es nicht darum, ob Verstappen den übermächtigen Mercedes mal partiell Saures geben kann oder ob Leclerc endlich seinen ersten Sieg schafft. Das sind alles nette Momentaufnahmen, aber sie lenken von den eigentlichen Problemen ab. Die Frage muss lauten, ob eine Formel 1 der übermächtigen Hersteller, die viele hundert Millionen in ihr Engagement pumpen, noch im Sinne des Erfinders ist. Die Formel 1 der gleichberechtigten Konstrukteure, die mit einem zahlungskräftigen Sponsor und ein paar guten Ideen um Siege und Titel mitkämpfen können, ist definitiv tot, und Toto Wolff und Co. tun alles dafür, um eine Wiederauferstehung auszuschließen.
Es ist natürlich schön, wenn es Rennen wie das gestrige gibt, in denen ein Fahrer gefühlt einen Unterschied machen und drei verschiedene Autos sich gleichberechtigt um den Sieg kebbeln können. Das ändert aber nichts an der Ausgangslage, in die einzusteigen sich jeder neue Konstrukteur dreimal überlegen wird. Denn diese Lücke, die da zwischen den ersten fünf und dem Rest der Welt klafft, zu schließen, kostet Unsummen und wird gegenwärtig nicht einmal von Renault bewältigt. Was dann wiederum dazu führt, dass Seidl das wesentliche Problem sehr treffend und transparent benennt.

Zum Schluss haben die Kommissare denn auch einen entscheidenden Fauxpas der Rennleitung aus Montreal in Spielberg nicht begangen, nämlich dem Publikum aus wenig triftigen Gründen seinen Helden wegzunehmen. Gemäß der strikten Regelauslegung der Stewards in Montreal hätte Verstappen gestern nicht gewinnen dürfen. Gottseidank ist man davon abgekommen, kämpferisches Racing zu bestrafen. Wie lebendig die Formel 1 in dieser Hinsicht wirklich ist, wird man daran erkennen können, wie solche Entscheidungen mittel- und langfristig getroffen werden und ob die Lektion wirklich verstanden wurde.

Toto Wolff täte daher gut daran, nicht die Kritiker zu "rügen" (im Wortlaut macht er das ja auch nicht so explizit, ich weiß, das wurde mal wieder aufgebauscht), sondern dankbar dafür zu sein, dass es noch echte Fans des Sports gibt, die sich trotz erdrückender Silberpfeildominanz genügend interessieren und genügend Leidenschaft aufbringen, dass sie klar und deutlich artikulieren, woran dieser eigentlich faszinierende und großartige Sport in letzter Zeit krankt. Damit meine ich natürlich ausdrücklich nicht die Leute, die zu Drohungen und dergleichen widerwärtigen Mitteln gegriffen haben, um ihrem Ärger über die Vettel-Strafe Luft zu machen.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von onebox » 01.07.2019, 19:03

Ich sehe das eher so.... "Ausnahmen bestätigen die Regel"

Und Österreich war eine Ausnahme.
Aber ja was soll er denn sagen. Man greift halt nach jedem Strohhalm um die F1 2019 spannend zu reden.

Ich schau ja seit Wochen nicht mehr und könnt mir in den A---- beißen das ich dieses Rennen nicht gesehen habe, aber deswegen werde ich beim nächsten Rennen nicht wieder einschalten in der Hoffnung es könnte wieder so ein GP werden.

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von modellmotor » 01.07.2019, 19:34

.. Aber nur dann wenn MercedesAMG ausnahmsweise Mal schwächelt. :biggrin:
Grüße vom
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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von theCraptain » 01.07.2019, 20:15

Da hat er also sein Alibi-Rennen gehabt. Nach 8 Merc Siegen, gewinnt einmal ein anderes Team und sofort packt er seine Munition aus: Alles ist gut, alles muss so bleiben.

Das wäre umgekehrt genauso absurd wenn wir 8 vergleichbare GP wie gestern gahabt hätten und der neunte ein Langweiler gewesen wäre. Wie plausibel wäre es dann die F1 wegen 1 Rennen totzureden?

Die nächsten 3 GP Silverstone, Hockenheim und Ungern riechen wieder stark nach Merc-Siegen, vielleicht sogar 3 Doppelsiege.
Fragen wir Toto doch danach nochmal
https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... toren-hat/
Sebastian Vettel Sochi 2019: "Wir brauchen wieder *** V12-Motoren"

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Silberner Mercedes » 01.07.2019, 20:27

Klemsi hat geschrieben:Mercedes dreht einfach dwn Motor zurück und spuckt dann auch noch große Töne.
Das ganze Tiefstapeln geht mir besonders vom Toto schon mehr als auf die Nerven. Aber das jetzt ist Verhöhnung des Gegners...

Wenn Mercedes in Silverstone nicht klar vorne ist, ist der Fall klar, dann hat Mercedes zurückgedreht.
Mercedes weiß halt genau das du dich so schön aufregst. Deshalb machen die das. :D

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von Calvin » 01.07.2019, 20:35

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Re: Toto Wolff rügt Kritiker: "Dieser Sport ist mehr als lebendig"

Beitrag von vettel-fan2011 » 01.07.2019, 20:47

Red Bull und Ferrari haben den Sport jetzt mal für ein Rennen reanimiert. Mal sehen was noch kommt..
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