Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

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Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Redaktion » 12.06.2019, 10:31

Ross Brawn möchte die Entscheidung der Rennkommissare in Montreal nicht bewerten - Er spricht sich allerdings für mehr Transparenz in solchen Fällen aus
Ross Brawn

Ross Brawn möchte den Fans die Entscheidungen besser vermitteln

Die Strafe gegen Sebastian Vettel in Kanada erhitzt weiterhin die Gemüter. Viele ehemalige Formel-1-Piloten sind der Meinung, man hätte den viermaligen Weltmeister nicht bestrafen dürfen. Es gibt aber auch Gegenstimmen, zum Beispiel von Nico Rosberg. Nun hat sich auch Formel-1-Sportchef Ross Brawn zu Wort gemeldet. Der hält sich mit einer Bewertung der Szene allerdings zurück.

"Ich möchte diese Entscheidung nicht beurteilen, denn in meiner Position wäre es falsch, das zu tun", erklärt er. Stattdessen versucht Brawn, der in seiner Karriere unter anderem für Ferrari und auch Mercedes gearbeitet hat, sich in beide Seiten hineinzuversetzen. "Ich kann die Enttäuschung und den Frust von Vettel verstehen. [...] Er hat das Gefühl, dass man ihm einen verdienten Sieg gestohlen hat", erklärt er.

"Ich weiß aber auch, was für einen schwierigen Job die Stewards haben. Sie müssen in einer sehr kurzen Zeit zu einer Entscheidung kommen und ein Urteil fällen, das den Ausgang des Rennens beeinflussen kann", erinnert er und stellt klar: "Ich habe eine Menge Respekt vor der Arbeit der Rennkommissare." Daher möchte er die Entscheidung am Sonntag auch nicht kritisieren.


Fotostrecke: Kanada: Fahrernoten der Redaktion

Kevin Magnussen (5): Der Einzug ins Top-10-Qualifying war eigentlich top. Das hat er sich aber mit dem Crash kaputt gemacht. Dafür, dass das Auto im Rennen eine Katastrophe war, war er letztendlich selbst verantwortlich. Und es ist kein guter Stil, dann am Boxenfunk so zu meckern.

Kevin Magnussen (5): Der Einzug ins Top-10-Qualifying war eigentlich top. Das hat er sich aber mit dem Crash kaputt gemacht. Dafür, dass das Auto im Rennen eine Katastrophe war, war er letztendlich selbst verantwortlich. Und es ist kein guter Stil, dann am Boxenfunk so zu meckern.

"Ich denke, sie sind die ersten, die sagen würden, dass sie nicht möchten, dass ein Rennen durch eine Strafe entschieden wird", so Brawn, der gleichzeitig klarstellt, dass keiner der Rennkommissare eine "verstecke Agenda" habe. In den sozialen Medien hatten einige verärgerte Fans die These aufgestellt, dass Mercedes von den Kommissaren bewusst bevorzugt werde."Man kann [der Strafe] zustimmen oder nicht", so Brawn. Klar sei für ihn aber, dass keine böse Absicht hinter der Entscheidung stecke. "Gleichzeitig verstehe ich, wie schwierig es für die Fans sein muss, zu verstehen, warum der Fahrer, der die Linie als erster überfahren hat, nicht ganz oben auf dem Podium steht", so Brawn. Vettel hatte das Rennen als Erster beendet, wurde wegen seiner Zeitstrafe aber nur als Zweiter gewertet.

Vettel-Strafe: Wie wirkt sich die Kontroverse aus?

Edd Straw, Scott Mitchell und Jonathan Noble diskutieren darüber, wie die Formel 1 zukünftig solche Kontroversen wie Kanada vermeiden könnte Weitere Formel-1-Videos

"Daher ist Transparenz wichtig, wenn es darum geht, die Entscheidungen der Stewards zu erklären - besonders in so einem komplexen Sport wie der Formel 1", erklärt Brawn und zieht einen Vergleich zum Fußball. "Obwohl der VAR [Videobeweis] eingeführt wurde, gibt es noch immer Diskussionen, ob es für ein Handspiel einen Elfmeter geben sollte oder nicht", erinnert Brawn.Daher schlägt er vor, gemeinsam mit der FIA nach Lösungen zu suchen, "die es den Rennkommissaren erlauben, den Fans ihre Entscheidungen zu erklären und zu erläutern, wie sie dazu gekommen sind." Auch im Fußball gibt es immer wieder Diskussionen darüber, wie den Fans im Stadion Entscheidungen der Schiedsrichter besser zu vermitteln sind.

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Spocki » 12.06.2019, 13:12

Brawn möchte es nicht bewerten...Ebenso hätte er auch sagen können, er hält die Strafe insgeheim für überzogen. Naja in seiner Position kann ich aber auch verstehen, dass er der Sache irgendwie neutral gegenüber stehen muss. Er sollte aber in Betracht ziehen, das gesamte System dieser "Ex-Rennfahrer-Stewards" zu überdenken.
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Forza_Ferrari_93 » 12.06.2019, 14:47

Wie wäre es mit gesunden Menschenverstand? Selbst ein Blinder konnte erkennen, dass Ricciardos Aktion gegen Bottas extrem gefährlich war. Es kann auch niemand behaupten, dass er es nicht gesehen hat. Man konnte über mehrere Runden den Kampf zwischen den beiden verfolgen und trotzdem kam niemand auf die Idee die Szene wenigstens mal zu untersuchen. Bei Vettel reicht es schon, wenn er an einer relativ langsamen Stelle einen Fahrfehler macht und wieder auf die Strecke zurückkommt um direkt eine Strafe auszusprechen.

Das wäre so als wenn ein Spieler jemanden von hinten reingrätscht und der Schiri einfach weiterlaufen lässt nur um dann ein paar Minuten später jemanden eine Gelbe Karte zu geben, weil er einen Verteidiger angerempelt hat.

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 12.06.2019, 14:59

Spocki hat geschrieben:Er sollte aber in Betracht ziehen, das gesamte System dieser "Ex-Rennfahrer-Stewards" zu überdenken.

Aber es sind doch i.d.R. gerade die "Ex-Rennfahrer-Stewards", die den "Technokraten" widersprechen.
Warwick, Salo, Pirro, jeder stand schon mal im Fokus mit entsprechender Kritik: "hätte ich nicht so entschieden".
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon usracer » 12.06.2019, 17:07

Die Strafe gegen Vettel ist ein Witz: das ist racing. Er hatte durch einen Fahrfehler die Strecke verlassen hat seine P1 verteidigt und auch Hamilton nicht gefährdet, 1994 in Australien touschiert Schumacher in der Schikane die Wand kommt im Gegensatz zu Vettel mit einem beschädigten Auto zurück auf die Strecke, verteidigt P1, kollidiert mit Hill ob Aussicht oder nicht wurde nie hinterfragt und wird durch diese Aktion sogar Weltmeister !!!

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon pilimen » 12.06.2019, 17:18

usracer hat geschrieben:Die Strafe gegen Vettel ist ein Witz: das ist racing. Er hatte durch einen Fahrfehler die Strecke verlassen hat seine P1 verteidigt und auch Hamilton nicht gefährdet, 1994 in Australien touschiert Schumacher in der Schikane die Wand kommt im Gegensatz zu Vettel mit einem beschädigten Auto zurück auf die Strecke, verteidigt P1, kollidiert mit Hill ob Aussicht oder nicht wurde nie hinterfragt und wird durch diese Aktion sogar Weltmeister !!!

Und was genau bringt dir dieser Vergleich? Kontroverse Bestrafungen gab es schon immer in der Formel 1, auch wenn du jetzt irgend etwas aus der Vergangenheit raus pickst, das nicht bestraft wurde.

Hauptsache durch schlechte Vergleiche seine Meinung untermauern wollen... :roll:

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon afa1515 » 12.06.2019, 17:22

usracer hat geschrieben:...und auch Hamilton nicht gefährdet...


Schon klar, da Hamilton den Crash vermeiden konnte.

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Sportsmann » 12.06.2019, 18:52

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Wie wäre es mit gesunden Menschenverstand? Selbst ein Blinder konnte erkennen, dass Ricciardos Aktion gegen Bottas extrem gefährlich war. Es kann auch niemand behaupten, dass er es nicht gesehen hat. Man konnte über mehrere Runden den Kampf zwischen den beiden verfolgen und trotzdem kam niemand auf die Idee die Szene wenigstens mal zu untersuchen. Bei Vettel reicht es schon, wenn er an einer relativ langsamen Stelle einen Fahrfehler macht und wieder auf die Strecke zurückkommt um direkt eine Strafe auszusprechen.

Das wäre so als wenn ein Spieler jemanden von hinten reingrätscht und der Schiri einfach weiterlaufen lässt nur um dann ein paar Minuten später jemanden eine Gelbe Karte zu geben, weil er einen Verteidiger angerempelt hat.


Gesunder Menschenverstand ist ein Anfang, sollte aber nie allein stehen bleiben. Denn der Verstand ist oft nicht so großartig wie man denkt - wissenschaftlich erwiesen. In einer Zeit wo große Konzerne Milliarden von Einzeldaten sammeln und analysieren, ist die F1 nicht in der Lage moderne Analysewerkezuge zu nutzen um das Reglement zu optimieren. Dabei kann mit genug Aufwand berechnet werden, was gefährlich ist. Z.B. wenn Lenkbewegungen erst zeitlich sehr spät passieren, oder ob es mehrere Richtungswechsel gibt, oder ob die Position sich zu sehr oder zu schnell verändert. Das sind alles Größen, die man objektivieren könnte um daraus Entscheidungshilfen per Software zu generieren und die Begründung gleich mit zu liefern.
Was bringt all die Telemetrie, wenn die "Experten" die Daten nicht nutzen können? Die FIA erzählt doch immer davon dass sie tausende Unfälle analysiert hätten. Ich erwarte da doch, dass sie das nicht ausschließlich per Sichtung von alten Fotos und Notizen auf Papier gemacht haben. Warum nicht nach ewigem hin und her bei Strafen mal etwas Aufwand und Geld investieren in Hilfsmittel.
Software sollte nie wichtige Entscheidungen treffen, aber sie darf gut begründete Datenaufbereitung für Dummies machen, die dann entscheiden ob sie der Analyse zustimmen oder es anders sehen wollen. Ich wette das dies zu deutlich konstanteren Entscheidungen führen würde.

Aber wie ich in allen Beiträgen zur Vettelstrafe schreibe. Die Fia muss sich ersteinmal auf ein leitendes Prinzip festlegen. Absicht oder Konsequenz. Wenn die Basis der Regelschreibung nicht konsistent ist, dann wird es unmöglich, selbst bei gleichbleibenden Stewards, Fans besser zu vermitteln, dass die gutverständlichen Regeln das nunmal im einen Fall so sehen, im anderen aber nicht.
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Sportsmann » 12.06.2019, 19:04

pilimen hat geschrieben:
usracer hat geschrieben:Die Strafe gegen Vettel ist ein Witz: das ist racing. Er hatte durch einen Fahrfehler die Strecke verlassen hat seine P1 verteidigt und auch Hamilton nicht gefährdet, 1994 in Australien touschiert Schumacher in der Schikane die Wand kommt im Gegensatz zu Vettel mit einem beschädigten Auto zurück auf die Strecke, verteidigt P1, kollidiert mit Hill ob Aussicht oder nicht wurde nie hinterfragt und wird durch diese Aktion sogar Weltmeister !!!

Und was genau bringt dir dieser Vergleich? Kontroverse Bestrafungen gab es schon immer in der Formel 1, auch wenn du jetzt irgend etwas aus der Vergangenheit raus pickst, das nicht bestraft wurde.

Hauptsache durch schlechte Vergleiche seine Meinung untermauern wollen... :roll:


Nur weil etwas nicht hinterfragt wurde ist die Konsequenz die daraus folgte noch lange keine sinnvolle Grundlage um die Zukunft zu gestalten.
Die Frage ob Absicht im Spiel ist, sollte immer eine Rolle spielen. Traurigerweise lagen im aktuellen Fall die Regeln so klar, dass es nicht darum ging, sondern nur um die Konsequenz. Eigentlich lächerlich, aber leider wahr. Hätte ein anderes Auto (oder ein Murmeltier XP ) Vettel von hinten gerammt, obwohl der im Normalfall -ohne Extraschwung - keinen Unfall produziert hätte, dann hätten die Stewards das eigentlich genauso bestrafen müssen. Die Entscheidung ist korrekt. Die Regeln sind jedoch dämlich und sollten geändert werden, damit Murmeltiere nicht Rennen entscheidend sein können :wink:
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 12.06.2019, 19:24

Diese Strafe wird Ihnen präsentiert von "Heineken".
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon pilimen » 12.06.2019, 19:38

Sportsmann hat geschrieben:Nur weil etwas nicht hinterfragt wurde ist die Konsequenz die daraus folgte noch lange keine sinnvolle Grundlage um die Zukunft zu gestalten.
Die Frage ob Absicht im Spiel ist, sollte immer eine Rolle spielen. Traurigerweise lagen im aktuellen Fall die Regeln so klar, dass es nicht darum ging, sondern nur um die Konsequenz. Eigentlich lächerlich, aber leider wahr. Hätte ein anderes Auto (oder ein Murmeltier XP ) Vettel von hinten gerammt, obwohl der im Normalfall -ohne Extraschwung - keinen Unfall produziert hätte, dann hätten die Stewards das eigentlich genauso bestrafen müssen. Die Entscheidung ist korrekt. Die Regeln sind jedoch dämlich und sollten geändert werden, damit Murmeltiere nicht Rennen entscheidend sein können :wink:

Es geht nicht nur um Absicht oder nicht, sondern vor allem auch um Fahrlässigkeit.
Unterstellen könnte man in dem Fall Vettel beides. Fahrlässigkeit beim auf die Strecke kommen (zum Beispiel, wenn nicht genug verzögert hätte, sondern bewusst mehr Schwung mit auf die Strecke nehmen wollte um möglichst schnell wieder auf aus dem Gras zu sein) und Absicht, als er im Anschluss die Absicht, wenn er Hamilton bewusst die Tür zu gemacht hätte.

Ob die mögliche Absicht Hamilton abzudrängen zu bestrafen ist, lässt sich dann aber bestreiten, denn war es noch während dem "wieder auf die Straße kommen" oder schon direkt danach? Dann stellt sich noch die Frage, ob der Bereich schon als Gerade gesehen werden soll oder noch als ein Ende der Kurve. Eigentlich ist es ja noch nicht eine Gerade, weil die Autos an der Stelle sich nach außen tragen lassen, aber im Fall von Vettel hatte er die Kurve ja eigentlich nicht genommen, also würde ja dann das "Recht des Vordermanns" gar nicht zählen? Oder doch? Ihr seht, Fragen über Fragen, die legitim sind nur nur zum gewissen Teil klar beantwortet werden können.

Was das Thema der Fahrlässigkeit angeht, da ist die Sache einfacher: War er unnötig zu schnell auf dem Gras, gehört es bestraft, wenn er anschließend einen anderen auf der Strecke behindert.

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon Sportsmann » 12.06.2019, 21:50

pilimen hat geschrieben:
Sportsmann hat geschrieben:Nur weil etwas nicht hinterfragt wurde ist die Konsequenz die daraus folgte noch lange keine sinnvolle Grundlage um die Zukunft zu gestalten.
Die Frage ob Absicht im Spiel ist, sollte immer eine Rolle spielen. Traurigerweise lagen im aktuellen Fall die Regeln so klar, dass es nicht darum ging, sondern nur um die Konsequenz. Eigentlich lächerlich, aber leider wahr. Hätte ein anderes Auto (oder ein Murmeltier XP ) Vettel von hinten gerammt, obwohl der im Normalfall -ohne Extraschwung - keinen Unfall produziert hätte, dann hätten die Stewards das eigentlich genauso bestrafen müssen. Die Entscheidung ist korrekt. Die Regeln sind jedoch dämlich und sollten geändert werden, damit Murmeltiere nicht Rennen entscheidend sein können :wink:

Es geht nicht nur um Absicht oder nicht, sondern vor allem auch um Fahrlässigkeit.
Unterstellen könnte man in dem Fall Vettel beides. Fahrlässigkeit beim auf die Strecke kommen (zum Beispiel, wenn nicht genug verzögert hätte, sondern bewusst mehr Schwung mit auf die Strecke nehmen wollte um möglichst schnell wieder auf aus dem Gras zu sein) und Absicht, als er im Anschluss die Absicht, wenn er Hamilton bewusst die Tür zu gemacht hätte.

Ob die mögliche Absicht Hamilton abzudrängen zu bestrafen ist, lässt sich dann aber bestreiten, denn war es noch während dem "wieder auf die Straße kommen" oder schon direkt danach? Dann stellt sich noch die Frage, ob der Bereich schon als Gerade gesehen werden soll oder noch als ein Ende der Kurve. Eigentlich ist es ja noch nicht eine Gerade, weil die Autos an der Stelle sich nach außen tragen lassen, aber im Fall von Vettel hatte er die Kurve ja eigentlich nicht genommen, also würde ja dann das "Recht des Vordermanns" gar nicht zählen? Oder doch? Ihr seht, Fragen über Fragen, die legitim sind nur nur zum gewissen Teil klar beantwortet werden können.

Was das Thema der Fahrlässigkeit angeht, da ist die Sache einfacher: War er unnötig zu schnell auf dem Gras, gehört es bestraft, wenn er anschließend einen anderen auf der Strecke behindert.


Mist, hab ich das hier nicht geschrieben? Das Inkaufnehmen (ja richtig geschrieben laut Duden!), bzw. Fahrlässigkeit, nehme ich zum Absichtsprinzip hinzu. Denn es ist meist schwer zwischen Absicht und Fahrlässigkeit zu unterscheiden. Hat sich jemand verschätzt und war zu optimistisch (also keine Absicht) oder hat er bewusst auf eine Kollision/Abdrängen/Gefährden hingearbeitet? Demgegenüber steht die Konsequenz einer Handlung, die ggf. unabwendbar sein kann. Rutsche ich auf dem Balkon eines Freundes aus und stoße einen Blumentopf vom Balkon, ist leider unabwendbar, dass der Blumentopf herunterfällt und schlimmeres passiert. In diesem Fall habe ich aber womöglich unbeabsichtigt und auch nicht fahrlässig gehandelt. Vielleicht wird der Freund dann bestraft, weil der Blumentopf fahrlässig positioniert war, aber das ist ein anderes Problem.
Du hast von Kurve und Geraden gesprochen. Das ist mir eigentlich jetzt auch zuviel des Guten;) Ich denke dass man an dieser Stelle durchaus ein auslassen einer Kurve sehen kann, jedoch war der Vorteil wohl gering, sonst hätte Hamilton nicht eng aufschließen können und bremsen müssen. Es war nur kein Platz da um den Fehler auszunutzen. Sicherlich muss man eine Menge bedenken, aber ich wäre froh wenn die FIA wenigstens ihr Grundprinzip der Bestrafung auf Absicht (und Fahrlässigkeit) umstellt, bzw. vereinheitlicht. Viele Entscheidungen sind ja in der Vergangenheit nach Absichtsprinzip bewertet worden, bzw. hat man dies in das Strafmaß mit einbezogen.
Alles sauber und eindeutig zu fassen braucht eine Menge Arbeit, wie du schon sagtest. Fragen über Fragen. Aber man muss irgendwann mal damit anfangen sich um Eindeutigkeit zu bemühen. Diese Bemühungen kann ich von ferne und außen nicht sehen.
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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon ScuderiaFerrari#1929 » 12.06.2019, 23:16

afa1515 hat geschrieben:
usracer hat geschrieben:...und auch Hamilton nicht gefährdet...


Schon klar, da Hamilton den Crash vermeiden konnte.


Ja, er hat ihn so krass vermieden. Das war so episch... :facepalm:

https://www.youtube.com/watch?v=7MwNxOe0rxA <-- .... :checkered:
"Ich habe keine Glaskugel. Ich habe zwei andere Kugeln, aber die sagen mir nicht so viel..."

-Sebastian Vettel

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon G.E. » 13.06.2019, 08:29

Eigentlich ist es ja so, dass es gar nicht um die Strafe selbst geht.

Der wirkliche Grund für die Aufregung ist die ständig neue Auslegung der Regeln.
Mal wird bestraft, dann wieder, für genau das Gleiche, gar nicht.

Die Konstanz fehlt.
Wenn man jetzt immer davon ausgehen könnte, dass so ein Fahrfehler die gleiche Strafe nach sich zieht, wäre alles ok.
So ist es aber nicht.
Es mag schon etwas dran sein, wenn man das Gefühlt hat, Hamilton wäre für den gleichen Fehler nicht bestraft worden.

Es gab auch weiter hinten im Feld Rempeleien mit Perez, glaube ich, die keinerlei Auswirkungen hatten, aber dann doch gefährlicher waren als der Fehler von Vettel.

Das ist der Unsinn an der ganzen Geschichte.
Es gibt kein absolutes Mass für die Vergehen und die folgenden Strafen.
Alles ist immer von der Tagesverfassung der Stewards abhängig.
Mal bestrafen sie, mal nicht, bei gleichen oder ähnlichen Situationen.

Wie man das abstellen könnte ist mir aber nicht klar.
Man kann höchstens die Bestrafung für "Racing" abschaffen.
Lasst die Jungs, wie früher, mit dem Messer zwischen den Zähen fahren.
Dann wird es auch wieder interessant.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Brawn über Vettel-Strafe: Transparenz bei Steward-Entscheidungen wichtig

Beitragvon rot » 13.06.2019, 08:46

ScuderiaFerrari#1929 hat geschrieben:
afa1515 hat geschrieben:
usracer hat geschrieben:...und auch Hamilton nicht gefährdet...


Schon klar, da Hamilton den Crash vermeiden konnte.


Ja, er hat ihn so krass vermieden. Das war so episch... :facepalm:

https://www.youtube.com/watch?v=7MwNxOe0rxA <-- .... :checkered:



Ach die beiden haben doch keine Ahnung. Genau so wenig wie alle anderen, die die Strafe für müssig halten.......

Im Ernst, im Endeffekt war das schlicht eine Fehlentscheidung, welche dem Sport enorm geschadet hat. Es war jedoch ein Vorfall, bei dem man hätte bestrafen können, aber nicht müssen.
Wenn der Vorfall aber zwingend zu bestrafen gewesen wäre, dann müssten einige andere Entscheidungen in Frage gestellt werden.

Gefühlt ist es so, als ob man Ferrari einfach am Boden sehen will. Oder aber Mercedes ein Rekordjahr verpassen will, da diese Saison sonst keine Highlights zu bieten hat mit der reifengeförderten, erdrückenden Dominanz.

Was die Aussage von Brawn betrifft, so hat meines Wissens keiner der FIA sich zum Entscheid wirklich geäussert, oder es ist mir entgangen. Letztendlich wohl auch daher, um den Entscheid nicht noch aus eigenen Reihen mit Brisanz würzen zu wollen, zumal denen sehrwohl klar ist, dass der Sport mit einer Strafe ziemlich an Popularität verloren hat.

Das Credo "Let them race" sollte im Zuge der Fehlentscheidungen überdenkt werden, zumal dabei keine objektive Entscheidungen gefällt werden können. Dies sollte über das Regelwerk definiert werden, und nicht über die Laune und Präferenz von Stewards...

So lange dies nicht geändert wird, bleibe ich passiver Zuschauer, der sich nur noch entfernt die Ergebnisse zur Gemüte führt. Habe keinen Bock mehr auf vielleicht. Vorne Mercedes, danach die Lottozahlen. Nein Danke....


Btw. - hier nochmals zwei "Ahnungslose":
https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... el-strafe/


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