Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

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Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon Redaktion » 11.06.2019, 17:13

Max Verstappen ist kein Fan der aktuellen Formel-1-Regeln und sieht an neuen Streckenrekorden nicht den Sinn für schnellere Autos
Max Verstappen

Max Verstappen findet Schnelligkeit in der Formel 1 nicht entscheidend

Als die Formel 1 vor einiger Zeit breitere Autos mit mehr Abtrieb hervorbrachte, war die Freude bei den Fans groß. Denn die Autos sollten wieder zu echten Monstern werden und den Fahrern auf der Strecke alles abverlangen. Tatsächlich fährt die Formel 1 von Streckenrekord zu Streckenrekord, doch Max Verstappen sagt nun: "Ich denke nicht, dass es am Ende darum geht."

Der Red-Bull-Pilot hält die Formel 1 für zu schnell, um einen guten Wettbewerb zu generieren. "Wir als Fahrer haben das Problem, dass wir hinter einem anderen nicht pushen können, weil die Reifen überhitzen, und wir können nicht folgen, weil wir zu viel Abtrieb verlieren." Für ihn ist klar, dass der gewonnene Abtrieb falsch generiert wird. "Es gibt andere Wege, damit man hinter anderen weniger verliert."

Dem Niederländer geht es um die Attraktivität seines Sportes, die pure Schnelligkeit ist für ihn nicht viel wert. "Wenn man immer schneller und schneller werden möchte, dann kann man auch eine Roboter ins Auto setzen. Aber dem Fan muss es auch Spaß machen", sagt er. Ohnehin fahren die Fahrer im Rennen deutlich langsamer, um das Auto zu schonen, und außerdem macht das nichts, weil der Hinterherfahrende sowieso nicht gut folgen kann.

Verstappen fürchtet für 2021: Zu viel Politik

Verstappen hofft, dass die neuen Regeln ab 2021 wieder für bessere Action sorgen werden, doch er fürchtet, dass am Ende wieder zu viel Politik den Ausgang bestimmt und sich nicht viel ändert. "Jeder spricht für sich selbst", ärgert er sich. "Mercedes ist mit den Regeln natürlich glücklich. Laut ihnen muss gar nicht viel geändert werden. Andere Teams wollen andere Regeln, aber ihre Stimme ist vielleicht nicht so gewichtig genug."

Die Red-Bull-Stars beim "Lumberjack"

Das ist wirklich typisch Kanada: Max Verstappen & Co. stellen sich vor dem Grand Prix in Montreal einer Spaß-Challenge - nur für echte Männer ... Weitere Formel-1-Videos

Und dann gibt es da für ihn noch das Problem, dass die Mercedes-Kundenteams auf Seiten von Mercedes sind und die Ferrari-Kundenteams auf Seiten von Ferrari sind. "Da steckt zu viel Politik dahinter", sagt er und würde sich mehr Diktatur wünschen: "Es sollte einfach eine Person bei der FOM oder der FIA geben, die sagt: 'Okay Jungs, so machen wir es!'"Die Fahrer selbst würden dabei versuchen Feedback zu geben, doch Verstappen glaubt, dass sie kein großes Mitspracherecht haben. "So war es schon immer. Am Ende des Tages geht es nur um die Teams, die mit den großen Bossen von FIA und FOM zusammensitzen."

Regeln zehn Jahre lang nicht ändern

Auch das Thema Dominanz spricht Verstappen an. Derzeit dominiert Mercedes das sechste Jahr in Folge. "Dagegen kann man nichts sagen, weil sie einfach eine bessere Arbeit als alle anderen leisten. Aber für die Zuschauer zuhause ist das nicht schön", sagt er. Das sei aber in der Formel 1 schon immer so gewesen.


Fotostrecke: Die zehn denkwürdigsten F1-Regeländerungen

#10: Fahren dürfen nur die Hinterbänkler - Sie ist der große Trumpf der Williams-Mannschaft. Doch nicht nur deshalb will die FIA der aktiven Radaufhängung beim Kanada-Grand-Prix 1993 einen Riegel vorschieben. Die fortschrittliche, aber unglaublich kostenintensive Technik wird von den Kommissaren bei der technische Abnahme als Fahrhilfe eingestuft und bei allen Teams für nicht-regelkonform befunden worden. Gleiches gilt für die Autos, die auf eine Traktionskontrolle setzten.Hintergrund: Die Systeme beeinflussen hydraulisch die Aerodynamik respektive entziehen dem Piloten teilweise die Kontrolle über den Vortrieb. Es entsteht die Drohkulisse, dass die Scuderia-Italia-Hinterbänkler Michele Alboreto und Luca Badoer die einzigen Starter in Montreal sind. Das Verbot wird bis Anfang 1994 aufgeschoben, dann aber durchgesetzt.

#10: Fahren dürfen nur die Hinterbänkler - Sie ist der große Trumpf der Williams-Mannschaft. Doch nicht nur deshalb will die FIA der aktiven Radaufhängung beim Kanada-Grand-Prix 1993 einen Riegel vorschieben. Die fortschrittliche, aber unglaublich kostenintensive Technik wird von den Kommissaren bei der technische Abnahme als Fahrhilfe eingestuft und bei allen Teams für nicht-regelkonform befunden worden. Gleiches gilt für die Autos, die auf eine Traktionskontrolle setzten.Hintergrund: Die Systeme beeinflussen hydraulisch die Aerodynamik respektive entziehen dem Piloten teilweise die Kontrolle über den Vortrieb. Es entsteht die Drohkulisse, dass die Scuderia-Italia-Hinterbänkler Michele Alboreto und Luca Badoer die einzigen Starter in Montreal sind. Das Verbot wird bis Anfang 1994 aufgeschoben, dann aber durchgesetzt.

Seine Lösung: Die Regeln über Jahre hinweg nicht verändern. "Dann kommt alles näher zusammen." Er würde das Regelwerk zehn Jahre lang nicht anfassen. "Und nach fünf oder sechs Jahren wird man sehen, dass es sehr eng ist. Ich glaube: Hätte man die Regeln mit dem Frontflügel in diesem Jahr nicht angefasst, dann wäre es jetzt enger."

Ein gutes Beispiel für guten Rennsport ist für den Niederländer die MotoGP, die er gerne verfolgt, weil die Rennausgänge unvorhersehbar sind und man auch mit Kundenteams gewinnen kann. Als er gefragt wird, ob man ihn dann in fünf Jahren dort sehen wird, winkt er jedoch ab: "Das würde definitiv nicht gut ausgehen!"


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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon EvNix » 11.06.2019, 17:48

Ich fand die V8 Zeiten am besten oder auch V10 es gab mehr abwechslung als zurzeit wo der Motor entscheidend ist und nicht mehr so sehr die Aero.

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon vettel-fan2011 » 11.06.2019, 18:02

Für mich zählt nur Action, Überholmanöver und Spannung. Wie schnell die fahren ist mir schnuppe.

Sollte natürlich schon schnell sein, aber Geschwindigkeit ist nicht alles.
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon CompraF1 » 11.06.2019, 18:08

10 Jahre keine Regeländerung? Aber dadurch hätten wir jetzt nicht so gute Regeln wie zb die Startzeit um 1 Stunde und 10 Minuten zu verschieben oder die Grid Girls die endlich weg gefallen sind (was der Formel 1 auf jeden Fall mehr Rennaction besorgt hat) und die karierte Flagge endlich weg zu lassen. Ironie aus.
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon Forza_Ferrari_93 » 11.06.2019, 18:17

Zitat des Tages:

"So war es schon immer. Am Ende des Tages geht es nur um die Teams, die mit den großen Bossen von FIA und FOM zusammensitzen."
"Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiter an mich geglaubt haben. Mir haben so viele Menschen Briefe und Nachrichten geschickt, das war sehr wichtig für mich"

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon EffEll » 11.06.2019, 18:23

EvNix hat geschrieben:Ich fand die V8 Zeiten am besten oder auch V10 es gab mehr abwechslung als zurzeit wo der Motor entscheidend ist und nicht mehr so sehr die Aero.

Ich sehe aktuell nicht, das der Motor eine große Rolle spielt. Williams fährt Mercedes, ist aber mit Abstand letzter. Warum? Weil deren Aerodynamik nicht funktioniert.
Ferrari hat den besten Motor, jedoch damit noch nie ein Rennen gewonnen.
Red Bull hat eine Honda PU. Fährt dennoch gefühlt Kreise um die Verfolger.
Stand aktueller Saison, ist kaum etwas so zu vernachlässigen wie der Motor.
Die Aero ist so entscheident wie wohl niemals zuvor. Und das ist auch das Problem. Die Aerodynamik scheint bei Mercedes so perfekt ausbalanciert zu sein, dass man selbst mit einem viel stärkeren Motor nicht annähernd so schnell ist. Ich will nicht wissen, wie viele Sekunden Hamilton letztes Rennen vor Vettel ins Ziel gekommen wäre, hätte er ihn im letzten Renndrittel überholt und mit hohem Tempo durchgefahren wäre. Man sah dass er sehr viel schneller konnte. Trotz etwas unterlegendem Motor/Topspeed auf einer der Motorenstrecken schlechthin
Wenn man in Kanada trotz stärkerem Motor nicht gewinnen kann, wird man es diese Saison wohl auch nicht mehr. Bis Monza wird Mercedes diesen Rückstand sicher auch geschlossen haben
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon terraPole » 11.06.2019, 18:46

Erstaunlich offene Worte..kenn ich sonst von kaum einem der anderen.
Die kleineren Teams beschweren sich zwar auch aber Verstappen greift da ja schon richtig die FIA/FOM an.
"Am Ende des Tages geht es nur um die Teams, die mit den großen Bossen von FIA und FOM zusammensitzen."

Kann sich zwar jeder denken dass es so ist aber so direkt angesprochen hat das glaub ich noch keiner..zumal er ja zu einem Team gehört welches da mit an diesem Tisch Sitz.

Die Äußerung von Verstappen kommt auch genau zur richtigen Zeit...nach Vettels verbalen Regelrundumschlag in der PK haut er in eine ähnliche Kerbe.
Es müssten sich jetzt noch mehr beteiligte zu Wort melden dass LM/FIA mal ordentlich medialen Druck bekommen.
Wenn sich pro Monat nur einer der kleinen beschwert dann ist das am nächsten Tag wieder vergessen.

10 Jahre die Regeln konservieren finde ich auch eine richtig gute Idee.
Zuletzt geändert von terraPole am 11.06.2019, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon D-Zug » 11.06.2019, 19:06

Max Verstappen findet Schnelligkeit in der Formel 1 nicht entscheidend


Gratulation, einer hat's geschnallt.

Beispiel:

Pole Position 1985 in Adelaide vs. Pole Position 1993 in Adelaide (Strecke unwesentlich kürzer... um zwei Meter (?))

Ersteres war ca. sechseinhalb Sekunden langsamer, aber viel spektakulärer und vor allem aufregender anzuschauen als letzteres.

Die Körpersprache des Autos muss suggerieren, dass man einen heiklen Seiltanz vollführt und fast permanent kurz vorm Abflug ist. So als ob ein Artist am Werk ist.

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon Sportsmann » 11.06.2019, 19:23

terraPole hat geschrieben:Erstaunlich offene Worte..kenn ich sonst von kaum einem der anderen.
Die kleineren Teams beschweren sich zwar auch aber Verstappen greift da ja schon richtig die FIA/FOM an.
"Am Ende des Tages geht es nur um die Teams, die mit den großen Bossen von FIA und FOM zusammensitzen."

Kann sich zwar jeder denken dass es so ist aber so direkt angesprochen hat das noch keiner..zumal er ja zu einem Team gehört welches da mit an diesem Tisch Sitz.

Die Äußerung von Verstappen kommt auch genau zur richtigen Zeit...nach Vettels verbalen Regelrundumschlag in der PK haut er in eine ähnliche Kerbe.
Es müssten sich jetzt noch mehr beteiligte zu Wort melden dass LM/FIA mal ordentlich medialen Druck bekommen.
Wenn sich pro Monat nur einer der kleinen beschwert dann ist das am nächsten Tag wieder vergessen.

10 Jahre die Regeln konservieren finde ich auch eine richtig gute Idee.


Ich nicht. Nur weil alle Autos dann gleich schnell sind wird überholen trotzdem nicht ermöglicht. Das sieht man u.A. auch daran, wie sich Teamkollegen eigentlich kaum überholen können. Hamilton hat es trotz der Mega-Bakugeraden nicht geschafft. Und zu ROS vs. HAM Zeiten erinnere ich mich, trotz echter Zweikämpfe und Überholmanöver (zumeist von HAM) an manch eine Prozession, obwohl die beiden ganz klar gegeneinander gekämpft haben. Wenn wir dann 20 gleich schnelle Autos haben, die nur über die Boxenstrategie "Überholen" können, dann bin ich damit sehr unzufrieden.
Ich hoffe das der 2021er Schritt etwas bringt. Da bin ich eigentlich nur mit der Budgetdeckelung sehr unzufrieden. Wenn das am Überholproblem ausreichend kuriert, dann kann man auch ein paar Jahre die Finger weglassen - bis man ggf. nochmal nachjustieren muss, weil die Ingenieure doch irgendwelche Tricks gefunden haben das schöne Reglement zu vermasseln :wink:

Da du Vettel und Verstappen gegenüber die FIA gesetzt hast, dazu noch ein Aspekt. Wenn die FIA Druck bekommt passiert wieder nur ein Schnellschuss, die sollten sich einfach entscheiden ob Regeln nach Absicht oder Konsequenz entschieden werden und was vorliegen muss so dass ersteres als nachgewiesen gelten kann. Wenn das dann auch noch klar kommuniziert würde - so wie Brawn ja da Defizite andeutet, wäre schon viel gewonnen. Und was das technische Reglement angeht, können sie da auch weitermachen und versuchen es erklärbar zu halten. Aber das wollen sie ja auch eigentlich, nur wollten glaube ich die meisten Teams das Reglement nicht mehr aufschieben, während LM die Regeln nach Worten möglichst einfach gestalten wollte. Wäre das gegeben, könnte man auch dem Fan am TV ggf. erklären was technisch erlaubt ist und was nicht.
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon terraPole » 11.06.2019, 20:23

Sportsmann hat geschrieben:
terraPole hat geschrieben:10 Jahre die Regeln konservieren finde ich auch eine richtig gute Idee.


Ich nicht. Nur weil alle Autos dann gleich schnell sind wird überholen trotzdem nicht ermöglicht. Das sieht man u.A. auch daran, wie sich Teamkollegen eigentlich kaum überholen können.

Teamkollegen kann man da aber nicht als Referenz ranziehen..in 99% der Teamduelle gibt es Teamorder oder es wird vor dem Rennen abgesprochen wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten sollen.
In Montreal z.b. durfte HÜLK keinen Angriff gegen RIC starten weil die die Punkte ins Ziel bringen wollten (verständlich).
Das ist bei MAMG und FER nicht anders.
Als ROS bei MAMG war und man versucht hatte die frei fahren zu lassen gab es doch einige gute Duelle.
Man braucht halt auch jemanden auf Augenhöhe und bei HAMs TK kommt wieder der alte Bottas 1.0 zum Vorschein deswegen kommt der wohl in den nächsten Rennen wieder nicht in die Nähe von HAM.
Also entweder sind die TK zu schlecht und die Fahrer treffen sich nie auf der Strecke oder das Team greift ein.
Prozessionsfahrt wird es immer mal geben..ist ja auch Streckenabhängig.
Und der Trullitrain lehrt uns dass Überholen nicht erst seit 2014 ein Thema ist.
Die Regeln sollten natürlich vorher so gestaltet werden dass das Folgen in dirty air besser wird und die Reifen nicht überhitzen wenn man jemandem folgt.

Wenn wir dann 20 gleich schnelle Autos haben, die nur über die Boxenstrategie "Überholen" können, dann bin ich damit sehr unzufrieden.

Selbst wenn es so wäre..würde ich viel spannender finden als wenn nur die ersten 5 in einer Runde sind (wie in Montreal).

Wenn man das aktuelle Feld teilen würde in...
MAMG, FER, RB......und in...
REN, RPFI, HAAS, AR, STR, MCL, WIL

...da finde ich die "Duelle" an der Spitze bis jetzt sehr langweilig...aber im Mittelfeld ist wenigstens Spannung drin weil die alle sehr eng beisammen sind.
Liegt natürlich auch etwas an der Reifenproblematik aber das Verschiebt sich von Rennen zu Rennen und ich wüsste nicht wer am Ende der Saison auf P4, P5, P6,...in der WM steht.
Bei den ersten 3 Teams muss man kein Insider sein um zu erkennen dass..
P1 MAMG
P2 FER
P3 RB
...erreichen werden.

Von daher ist meiner Meinung nach ein enges Feld viel spannender weil sich das Kräfteverhälnis bei jeder Strecke ändern kann.

Wenn man jedes Jahr die Regeln ändert und alle 3 Jahre eine große Änderung ansetzt dann werden IMMER die Teams mit den meisten Mitteln gewinnen. Das war schon immer so und ist in der aktuellen Zeit noch viel schlimmer.
Es gibt zwar Ausreißer in beide Richtungen Aber wie oft kommt denn sowas wie Brawn-GP vor?
Das passiert einmal in 20-30 Jahren.
Daran wird wohl auch kein Budgetlimit etwas ändern können (wie man an anderen Beispielen ja sehen kann).

Deswegen sehe ich ein stabiles Reglement eher unkritisch.

Da du Vettel und Verstappen gegenüber die FIA gesetzt hast, dazu noch ein Aspekt. Wenn die FIA Druck bekommt passiert wieder nur ein Schnellschuss...

Mir ging es da weniger um den Regelkatalog oder wie man Strafen behandelt..sondern eher darum dass man Druck aufbaut damit die F1 weg von dem ganzen "Sparwahn" und grüne F1 geht, wo man 80% des Rennens Reifen/Sprit managen muss, hin zum Vollgassport.
Ich bin keiner der sagt dass früher alles besser war...Innovation und Entwicklung ist wichtig aber nur so viel wie es eine Sportart verträgt.

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon f1fan02 » 11.06.2019, 20:40

Redaktion hat geschrieben:Seine Lösung: Die Regeln über Jahre hinweg nicht verändern. "Dann kommt alles näher zusammen." Er würde das Regelwerk zehn Jahre lang nicht anfassen. "Und nach fünf oder sechs Jahren wird man sehen, dass es sehr eng ist. Ich glaube: Hätte man die Regeln mit dem Frontflügel in diesem Jahr nicht angefasst, dann wäre es jetzt enger."


Amen. Einer hats verstanden. Leider hat man im Hybridzeitalter bereits zwei mal eingegriffen.

Als alternative Lösung um zu mehr Spannung zu kommen, fiele mir noch ein, weitere Reifenhersteller zuzulassen.
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon terraPole » 11.06.2019, 20:46

f1fan02 hat geschrieben:Als alternative Lösung um zu mehr Spannung zu kommen, fiele mir noch ein, weitere Reifenhersteller zuzulassen.

Bloß nicht...da wird die Zweiklassengesellschaft noch größer.

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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon f1fan02 » 11.06.2019, 21:02

terraPole hat geschrieben:
f1fan02 hat geschrieben:Als alternative Lösung um zu mehr Spannung zu kommen, fiele mir noch ein, weitere Reifenhersteller zuzulassen.

Bloß nicht...da wird die Zweiklassengesellschaft noch größer.


Wieso? Ferrari nimmt den einen Hersteller, Mercedes den anderen und Red Bull einen Dritten. Einmal performed dieser Reifen besser, mal der andere. Einer geht im Qualy besser, einer im Rennen. Einer im Regen besser, einer im Feucht-nassen und einer im Trockenen.

Ich finde, weitere Reifenhersteller zuzulassen ist die billigste, schnellste und einfachste Variante um Spannung zu generieren.
Klar, die Mittelfeldteams würden noch mehr zu Satelittenteams, aber man kann nicht alles haben. (ich würde aber nicht unbedingt fix davon ausgehen, dass mit mehreren Reifenherstellern der Abstand Mittelfeld - Spitze größer wird. Warum auch?)
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon Formel Heinz » 11.06.2019, 21:10

D-Zug hat geschrieben:
Max Verstappen findet Schnelligkeit in der Formel 1 nicht entscheidend


Gratulation, einer hat's geschnallt.

Beispiel:

Pole Position 1985 in Adelaide vs. Pole Position 1993 in Adelaide (Strecke unwesentlich kürzer... um zwei Meter (?))

Ersteres war ca. sechseinhalb Sekunden langsamer, aber viel spektakulärer und vor allem aufregender anzuschauen als letzteres.

Die Körpersprache des Autos muss suggerieren, dass man einen heiklen Seiltanz vollführt und fast permanent kurz vorm Abflug ist. So als ob ein Artist am Werk ist.


Schnelligkeit ist nicht gleichzusetzen mit Spannung, das stimmt.
Ich kann mich noch gut an 2014 erinnern - damals wurde die Aero im Vergleich zum Vorjahr etwas reduziert (dünnere Frontflügel, kein Beam Wing mehr). Die Saison lieferte trotz Mercedes-Dominanz gutes Racing (auch an der Spitze zwischen den Silberpfeilen, man denke nur mal an Bahrain!), aber die Rundenzeiten waren langsamer als in den Vorjahren und es gab so einige Stimmen die meinten die Formel 1 sei ja viiiel zu langsam.
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Re: Max Verstappen kritisiert: Formel 1 ist zu schnell geworden

Beitragvon terraPole » 11.06.2019, 21:12

f1fan02 hat geschrieben:Wieso? Ferrari nimmt den einen Hersteller, Mercedes den anderen und Red Bull einen Dritten. Einmal performed dieser Reifen besser, mal der andere. Einer geht im Qualy besser, einer im Rennen. Einer im Regen besser, einer im Feucht-nassen und einer im Trockenen.

Das ist aber dann die Idealvorstellung...in der Realität sieht es dann so aus dass Reifen A unter den meisten Bedingungen der bessere ist.
Reifen B ist dann vlt im Regen schneller aber das ist dann auch egal wenn es bei 3 von 22 Rennen nass ist.
Dadurch hat Team mit Reifen A dann einen riesen Vorteil und alle werden sich hier auslassen dass dieses Team ja nur wegen den Reifen gewonnen hat weil die Reifen so elementar wichtig für die Performance sind.
Dann begeben sich selbst die Topteams in eine Abhängigkeit aus der sie kaum rauskommen.

ich würde aber nicht unbedingt fix davon ausgehen, dass mit mehreren Reifenherstellern der Abstand Mittelfeld - Spitze größer wird. Warum auch?

Wenn Mercedes, RPFI und WILLIAMS den gleichen Reifen fahren..was meinst du für welches Team der Reifenhersteller seine Gummis optimiert? Für ein Team welches am Ende des Feldes fährt oder für ein Team das um Siege fährt.
Damit wären die kleinen Teams wieder im Nachteil was auch keiner will.

Ich finde, weitere Reifenhersteller zuzulassen ist die billigste, schnellste und einfachste Variante um Spannung zu generieren.

Ich finde dass würde die Entscheidung wer WM wird noch mehr zu einem Glücksspiel machen als es jetzt schon ist.
Es wird nie so sein dass beide Hersteller gleich gut sind..von daher wird es immer einen geben der da einen Vorteil hat.


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