"Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

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"Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon Redaktion » 11.02.2019, 13:16

Formel-1-Boss Chase Carey äußert sich zu den Promoter-Vorwürfen - Er zeigt sich über die öffentliche Kritik verwundert - Russland-Promoter erfährt Gegenwind
Chase Carey

Formel-1-Boss Carey lässt sich die Kritik nicht gefallen

Das Formel-1-Management hat auf die Anschuldigungen der Rennpromoter reagiert. Formel-1-Boss Chase Carey hat die Kritik der Formula One Promoters' Association (FOPA) als "merkwürdig" kommentiert. Er besteht darauf, dass Liberty Media an den Zukunftsplänen festhalten werde. Einige Veranstalter stellten sich in der Zwischenzeit ebenfalls hinter Carey und dessen Team.

16 Rennpromoter haben Ende Januar in einem öffentlichen Statement die neue Formel-1-Führung kritisiert. Dem Management wurde vorgeworfen, zu sehr auf Pay-TV-Deals zu setzen, außerdem keinen klaren Austausch mit den Pomotern zu forcieren und neue Rennen nicht im Interesse der bereits bestehenden einzuführen. Carey hat nun auf diese Vorwürfe reagiert. Es sei keine Überraschung, dass manche Austragungsorte verärgert sind, so der US-Amerikaner.

Allerdings ist der Formel-1-Boss zuversichtlich, dass die "große Mehrheit" den Kurs von Liberty weiterhin unterstützt. "Realistisch betrachtet wird man immer ein paar finden, die sich über etwas aufregen, wenn man 21 Personen in einem Raum versammelt", reagiert Carey gegenüber 'ESPN' gelassen. Seiner Ansicht nach sei das Treffen mit den Rennpromotern in London sehr positiv verlaufen. Die meisten hätten "große Anerkennung" für die Arbeit des Managements zum Ausdruck gebracht.

Statement kurz vor FOM-Treffen veröffentlicht

"So spielt eben das Leben, dass manche etwas suchen, über das sie sich beschweren können. Das ändert allerdings nichts an unserer Herangehensweise. Eine Mehrheit der Promoter hat sich unterstützend gezeigt", so Carey. Nachdem sich bereits Russland gegen die Aussagen der 16 Promoter gestellt hatte, zogen wenig später auch Mexiko und Aserbaidschan nach. Auch die Deutschland-Verantwortlichen stimmten danach einen milderen Ton an.


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Dass die Autos in der Formel 1 2019 anders aussehen werden, ist bekannt. Vereinfachte Aerodynamik soll dafür sorgen, dass das Racing wieder besser wird. Es gibt aber auch zehn weitere Regeländerungen, die du vermutlich nicht mitbekommen hast. Welche das sind? Klick dich durch!

Dass die Autos in der Formel 1 2019 anders aussehen werden, ist bekannt. Vereinfachte Aerodynamik soll dafür sorgen, dass das Racing wieder besser wird. Es gibt aber auch zehn weitere Regeländerungen, die du vermutlich nicht mitbekommen hast. Welche das sind? Klick dich durch!

Laut dem US-Manager sei es ganz normal, dass sich in einer größeren Gruppe meistens ein paar Nörgler finden würden. "Wir werden dennoch vorwärts schauen und weitermachen." Er habe alle drei Befürchtungen, die in dem Statement vorgebracht wurden, gegenüber den Promotern angesprochen, jedoch habe niemand darüber diskutieren wollen. "Sie haben das einfach in eine Pressemitteilung geschrieben, was etwas merkwürdig war."

Besonders die Anschuldigung, dass die Promoter über neue Initiativen nicht im Bilde wären, befand Carey als befremdlich. Immerhin wurde die Aussendung am Abend vor dem jährlichen Promotertreffen mit der FOM ausgesandt. "Das war der merkwürdigste Teil, da wir bereits einen Tag vereinbart hatten, um über neue Initiativen zu sprechen."

Pay-TV-Kritik: TV- und Video-Kosum im Wandel

Auch auf das Argument, der Weg in Pay-TV-Angebote schmälere das Publikum, fand Carey eine Antwort. Der Formel-1-Manager glaubt, dass sich das Verhalten der Fans in einem Wandel hin zu On-Demand-Angeboten auf Tablets und Smartphones befindet. Außerdem habe es bereits in anderen Sportarten die Verschiebung Richtung Bezahlfernsehen gegeben, etwa im Fußball. "Wenn man einen Jugendlichen heute erreichen will, dann nicht über den TV-Bildschirm, sondern über ein Gerät, das er in den Händen hält."

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"Die gesamte Welt des Fernsehens und Videos befindet sich im Wandel und wir wollen neue Wege im Bezahl-Fernsehen und der digitalen Welt finden." Mit F1 TV hat Liberty Media zuletzt im Vorjahr einen weiteren Schritt in diese Richtung getan. Auch in zentralen Märkten, wie England oder Italien, kann die Formel 1 zum Großteil nur noch über Bezahlangebote verfolgt werden.Auf die dritte Anschuldigung, man würde neue Rennen auf Kosten von bestehenden unter Vertrag nehmen, kontert Carey mit einem Fakt: In zwei Jahren wurden sechs Verträge mit bestehenden Promotern verlängert. Außerdem würden Rennen, wie jenes in Vietnam, niemanden verdrängen. "Das einzige Rennen, das wir nicht verlängert haben, war Malaysia. Diese Entscheidung beruhte auf Gegenseitigkeit."

Nach Zustimmung: Gegenwind in Russland

Liberty strebt an, in Märkte einzudringen, in denen neue Möglichkeiten lauern, die Formel 1 aktuell aber nicht präsent ist. Andererseits gäbe es Märkte, in denen man zwar vertreten ist, allerdings das Potenzial nicht ausschöpft. Carey nennt vor allem die USA als Beispiel dafür. "Wir schätzen unsere bestehenden Partner, die meisten Beziehungen sind längerfristig gedacht und ich erwarte, dass wir mit den meisten weiterarbeiten." Es sei allerdings auch wichtig, zuzuschlagen, wenn sich Möglichkeiten für ein neues Rennen ergeben.


Fotostrecke: Neue Formel-1-Strecken seit 2000

24.09.2000: Grand Prix der USA in Indianapolis. Das erste Premierenrennen der Formel 1 nach der Jahrtausendwende ist eigentlich keines. Einen Großen Preis der USA hatten schon mehrere Rennstrecken ausgerichtet, und zwischen 1950 und 1960 zählte das Indianapolis 500 zur Formel 1. Doch 2000 gingen die Piloten erstmals auf der 4,129 Kilometer langen Strecke an den Start, die das berühmte Oval mit einem Straßenkurs verbindet.

24.09.2000: Grand Prix der USA in Indianapolis. Das erste Premierenrennen der Formel 1 nach der Jahrtausendwende ist eigentlich keines. Einen Großen Preis der USA hatten schon mehrere Rennstrecken ausgerichtet, und zwischen 1950 und 1960 zählte das Indianapolis 500 zur Formel 1. Doch 2000 gingen die Piloten erstmals auf der 4,129 Kilometer langen Strecke an den Start, die das berühmte Oval mit einem Straßenkurs verbindet.

Carey kann zwar auf die Unterstützung von einigen Promotern hoffen, allerdings muss er sich erneuter Kritik stellen. Nachdem der russische Sotschi-Promoter Sergei Worobiew sich klar gegen seine Kollegen gestellt und Liberty zu Hilfe geeilt war, weht nun Gegenwind in den eigenen Reihen. Der russische Motorsportpräsident Igor Yermilin hat gegenüber 'Sportsbox' erklärt: "Die Situation war zu erwarten. Das aktuelle Management wollte die Formel 1 verbessern, allerdings stellte sich das als deutlich schwieriger heraus."

"Sie haben weder die Erfahrung noch die Fähigkeit, diesen Prozess zu kontrollieren, wie es Bernie Ecclestone gemacht hat. All die Unsicherheiten sorgen für Gerüchte", so der Russe. Im Gegensatz zum Beginn der neuen Formel-1-Führung, als noch "lautstarke Ankündigungen" kamen, höre man nun "fast nichts mehr" von Liberty. "Es gibt kein neues technisches Reglement, das Concorde-Agreement läuft bald aus und es gibt Schwierigkeiten mit den Promotern, die Grands Prix seit Jahrzehnten austragen", zählt er die Problemfelder auf, mit denen sich die Formel-1-Führung 2019 beschäftigen muss.


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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon Pentar » 11.02.2019, 14:49

Redaktion hat geschrieben:"Wenn man einen Jugendlichen heute erreichen will, dann nicht über den TV-Bildschirm, sondern über ein Gerät, das er in den Händen hält."

JC hat m.E. grundsätzlich recht - verwechselt aber in diesem Satz "Vertriebsweg" & "Endgerät".
Denn von den jungen Leuten, die ich kenne, schaut keiner Einziger Fußball auf einem mobilen Endgerät.
Lang andauernde Sendungen werden weiterhin am (möglichst großen) TV geschaut.
Jedoch nicht über den Vertriebsweg Kabel/SAT, sondern über das INet -
aus den verschiedensten Streaming-Angeboten -
so, wie die Formel-1 mit F1TV ja nun richtigerweise ebenfalls angeboten wird...

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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon toddquinlan » 11.02.2019, 15:04

Ich gehe da noch weiter: wenn ein Jugendlicher derzeit die Formel nicht schaut obwohl sie umsonst ist (und er kann über TV now sieben Tage zeitversetzt das Rennen ansehen) dann wird dieser Jugendliche garantiert keinen Cent ausgeben um irgendwas von der Formel 1 auf einem mobilen Endgerät anzuschauen!

Die Verantwortlichen verleugnen die Realität: genausowenig wie eine Modelleisenbahn, Brettspiele oder Bücher aus Papier für Jugendliche interessant sind ist es mit der Formel 1. Da wächst keine neue motorsportbegeisterte Generation heran, der Zug ist abgefahren, weltweit.

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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon rik_groove » 11.02.2019, 15:09

toddquinlan hat geschrieben:Die Verantwortlichen verleugnen die Realität: genausowenig wie eine Modelleisenbahn, Brettspiele oder Bücher aus Papier für Jugendliche interessant sind ist es mit der Formel 1. Da wächst keine neue motorsportbegeisterte Generation heran, der Zug ist abgefahren, weltweit.


Ich kann den Jugendlichen da beim besten Willen keinen Vorwurf machen, wenn sie die F1 in den letzten Jahren kennengelernt haben.... leider

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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon Iceman24 » 11.02.2019, 15:38

toddquinlan hat geschrieben:
Die Verantwortlichen verleugnen die Realität: genausowenig wie eine Modelleisenbahn, Brettspiele oder Bücher aus Papier für Jugendliche interessant sind ist es mit der Formel 1. Da wächst keine neue motorsportbegeisterte Generation heran, der Zug ist abgefahren, weltweit.


Meines Erachtens ist es gar nicht unbedingt das Produkt. Motorsport ist nicht mehr zeitgemäss. Es ist gefährlich (oder eben dann wie die F1 so entschärft, dass die Strecken und Rennen langweilig werden) und nicht Umweltbewusst. Zudem können viele Leute sich kaum noch auf etwas für längere Zeit konzentrieren. Die Angebotsvielfalt ist dank des Internets so gross, dass man nicht mehr ewigs lange Leute im Kreis fahren sehen möchte. Motorsport ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Der heutige Zeitgeist ist ein anderer als früher, als die Fahrer noch als Helden angesehen wurden.
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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon cih » 11.02.2019, 16:12

zumal wenn man unterwegs kein Wlan-Zugangspunkt hat oder halt zuhause ist sich das anschauen kann. Da sind die 2 oder 4GB recht schnell aufgebraucht und das Bild hakt dann weil nicht schnell genug nachgeladen werden kann. Bitte wer ist so doof wenn er zuhause einen Flat oder gar einen Beamer hat, sich das Rennen auf einem Smartfone oder Tablet anzuschauen?
Meine Nichte (9) spielt auch gerne auf dem Smartfone, aber sobald sie etwas sehen will sieht sie zu das sie einen TV hat.

Dieser Artikel kam letztes Jahr in der Winterpause auch schon um uns zu unterhalten. F1.de will uns halt bei Laune halten
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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon Hoto » 11.02.2019, 21:56

Ich bin jedenfalls froh F1TV zu haben.

@Iceman24 guter Punkt, da könnte auch etwas dran sein. Die Welt dreht sich halt ständig weiter und was Menschen Gestern noch interessant und spannend fanden müssen sie Morgen nicht ganz genauso empfinden.

cih hat geschrieben:Da sind die 2 oder 4GB recht schnell aufgebraucht und das Bild hakt dann weil nicht schnell genug nachgeladen werden kann.

Für das miese mobile Internet in Deutschland kann aber die Formel 1 und deren Verantwortlichen nichts. In dem Punkt sind wir eben im Vergleich zu anderen Ländern ein Dritteweltland. Wobei sogar echte Dritteweltländer teils besseres Internet als wir haben.

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Re: "Merkwürdig": Formel-1-Management lässt sich Promoter-Kritik nicht gefallen

Beitragvon Pentar » 12.02.2019, 00:14

cih hat geschrieben:Da sind die 2 oder 4GB recht schnell aufgebraucht und das Bild hakt dann weil nicht schnell genug nachgeladen werden kann.

Natürlich.
Der ca. 6-8 MBit/s–Stream von F1-TV benötigt bei 90 Minuten Rennlänge ca. 4-6 GB an Datenvolumen.
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