Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

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Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Redaktion » 10.01.2019, 11:38

Flavio Briatore kramt in Erinnerungen: Wie er sich an den Silverstone-Skandal 1994 erinnert und warum in Hockenheim Williams-Mechaniker Benetton-Shirts trugen
Michael Schumacher, Gerhard Berger, Rubens Barrichello, Jean Alesi, Jos Verstappen

"Local Hero" Damon Hill führt in Silverstone 1994 vor Michael Schumacher

25 Jahre ist es her, dass Michael Schumacher zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister wurde. Doch sein Weg zum Titel 1994 war steinig. Nach sechs Siegen und einem zweiten Platz in den ersten sieben Rennen nahm das Duell mit Damon Hill ausgerechnet bei dessen Heimrennen in Silverstone eine dramatische Wende. Und die schmerzt den damaligen Benetton-Teamchef Flavio Briatore noch heute.

Schumacher beendete den britischen Grand Prix als Zweiter, hätte damit in der Fahrer-WM mit 72:39 Punkte geführt. Doch es kam anders: Weil er seinen Erzrivalen Hill in der Aufwärmrunde zweimal überholt hatte, was damals nicht erlaubt war, wurde er mit der schwarzen Flagge disqualifiziert - und in weiterer Folge auch noch für zwei Rennen gesperrt.

Plötzlich war die WM wieder sperrangelweit offen. Am Ende, wissen wir heute, entschied ein einziger Punkt ...

Briatore ist heute noch "hundertprozentig" überzeugt davon, dass das eine "Hexenjagd seitens Max Mosley" war, also des damaligen FIA-Präsidenten. Seine Theorie: Für Mosley war die Kombination Schumacher/Benetton zu dominant. Um die WM künstlich spannend zu halten, ließen sich die Entscheider Schikanen einfallen, um Hill/Williams möglichst lange am Leben zu lassen.

Und er unterstellt dem Briten Mosley, dass er eher seinen britischen Landsleuten helfen wollte als einer deutsch-italienischen Kombination. Darüber spricht Briatore in Nico Rosbergs Podcast 'Beyond Victory'.

Briatore stört, wie spät Strafe ausgesprochen wurde

Vor allem stört er sich daran, dass die Strafe gegen Schumacher in Silverstone, obwohl das Vergehen bereits vor dem eigentlichen Start stattgefunden hatte, erst in Runde 14 ausgesprochen wurde. Zunächst als Fünf-Sekunden-Stop-&-Go. Schumacher ignorierte jedoch die Aufforderung, diese Strafe abzusitzen, und so wurde er mittels schwarzer Flagge komplett aus dem Rennen genommen.

Auch die schwarze Flagge wurde von Schumacher und Benetton aber ignoriert. Schumacher behauptete später, er habe sie nicht gesehen. Benetton rechtfertigte sich mit einem Missverständnis: Schumacher habe die Stop-&-Go-Strafe (zu spät) in Runde 27 abgesessen, also ging man davon aus, die Angelegenheit sei erledigt.

Michael Schumacher und Damon Hill auf dem Podium in Silverstone 1994

Michael Schumacher und Damon Hill auf dem Podium in Silverstone 1994

Briatore regt all das heute noch auf: "Die Polizei hält dich auch nicht erst 200 Kilometer später auf, um dir einen Strafzettel auszustellen, wenn sie dich geblitzt haben. Ganz egal, um welchen Zwischenfall es geht, er muss innerhalb von 15 Minuten an die Kommissare gemeldet werden. In dem Fall hat es 40 Minuten gedauert! (...) Wir wussten ja nicht einmal, worum es ging."

Im Nachgang des Silverstone-Rennens wurde die Angelegenheit zu einem handfesten Skandal. Die Rennkommissare bestraften Benetton für das Ignorieren der Fünf-Sekunden-Strafe sowie der schwarzen Flagge zunächst mit 25.000 US-Dollar Geldstrafe. Daraus wurde später vor dem FIA-Motorsport-Weltrat ein halbe Million Dollar - plus zwei Rennen Sperre für Schumacher und der Verlust des zweiten Platzes in Silverstone.

"Wir konnten uns die beiden Rennen aussuchen, in denen wir nicht antreten würden", erinnert sich Briatore. Eigentlich wäre ihm gleich der nächste Grand Prix am liebsten gewesen: Hockenheim. "Weil wir dort mit unserem Motor wegen der langen Geraden ohnehin keine Chance hatten", argumentiert er.

Schumacher in Hockenheim: Motorschaden

Aber ausgerechnet Schumachers Heimrennen auszulassen, im Jahr des vielleicht größten "Schumi"-Hypes, war aus emotionaler Sicht keine Option. Es ist eine Ironie des Schicksals, dass Schumacher in Hockenheim wegen Motorschaden leer ausging.

Pat Symonds, Ross Brawn, Michael Schumacher in Silverstone 1994

Ärger im Verzug: Pat Symonds, Ross Brawn und Michael Schumacher

Das Wochenende hatte aber noch eine ganz andere Facette. Nach dem Silverstone-Skandal lagen die Nerven zwischen den deutschen Schumacher- und den britischen Hill-Fans blank. In Hockenheim seien viele deutsche Fans "auf die Williams-Mechaniker losgegangen", sagt Briatore.

"Wir haben denen dann Benetton-Shirts gegeben, weil die Fans so sauer waren! So konnten sie die Strecke sicher verlassen", schildert Briatore und erinnert sich, dass Teamchef Frank Williams sogar mit Polizeieskorte aus dem Motodrom gebracht werden musste.

Schumacher hatte es nicht viel besser, aber aus ganz anderen Gründen: Er verkrümelte sich im Kofferraum seines Managers Willi Weber. Weil ihn sonst tausende Fans umzingelt hätten ...


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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon rico215 » 10.01.2019, 13:35

Redaktion hat geschrieben:Daraus wurde später vor dem FIA-Motorsport-Weltrat ein halbe Million Dollar - plus zwei Rennen Sperre für Schumacher und der Verlust des zweiten Platzes in Silverstone.


Und warum endete die Geschichte schließlich vor dem Motorsport-Weltrat :?:


Weil ein Herr Mosley die Entscheidung der Rennkommissare persönlich aufhob!


Die "unbedeutende" Kleinigkeit das die Stewarts Ihren ersten Fehler noch während des Rennen einsahen und die schwarze Flagge zurückgenommen haben unterschlägt Herr Nimmervoll ebenfalls.

Sollte man schon erwähnen wenn man einen Artikel mit der gewählten Überschrift schreibt :!:

Die "Benetton-Schläger-Truppen" aus Hockenheim sind natürlich viel wichtiger für die Darstellung des Skandals :winky:
Herr Nimmervoll sollte sich bei der Bild-Zeitung bewerben.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Neppi » 10.01.2019, 16:07

rico215 hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:Daraus wurde später vor dem FIA-Motorsport-Weltrat ein halbe Million Dollar - plus zwei Rennen Sperre für Schumacher und der Verlust des zweiten Platzes in Silverstone.


Und warum endete die Geschichte schließlich vor dem Motorsport-Weltrat :?:


Weil ein Herr Mosley die Entscheidung der Rennkommissare persönlich aufhob!


Die "unbedeutende" Kleinigkeit das die Stewarts Ihren ersten Fehler noch während des Rennen einsahen und die schwarze Flagge zurückgenommen haben unterschlägt Herr Nimmervoll ebenfalls.

Sollte man schon erwähnen wenn man einen Artikel mit der gewählten Überschrift schreibt :!:

Die "Benetton-Schläger-Truppen" aus Hockenheim sind natürlich viel wichtiger für die Darstellung des Skandals :winky:
Herr Nimmervoll sollte sich bei der Bild-Zeitung bewerben.


Gehört die Seite hier nicht zu dem BILD Konzern? :shrug:
Naja, ohne diesen ganzen Kram wäre er locker Weltmeister geworden, ohne irgendwelche Skandale. (Jerez finde ich dabei immernoch uneindeutiger als die Sache 1997)
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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Shogun » 10.01.2019, 16:38

Die Frage ist. Warum hat Schumi Hill zweimal überholt obwohl es verboten war? Da ist die Strafe doch gerecht gewesen.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Typ17 GTI » 10.01.2019, 16:52

Shogun hat geschrieben:Die Frage ist. Warum hat Schumi Hill zweimal überholt obwohl es verboten war? Da ist die Strafe doch gerecht gewesen.

Das der 2. der Startaufstellung während der Einführungsrunde auch mal am Polesetter vorbeifährt, gab es davor auch schon und hat niemanden gestört. Ich habe eben spaßeshalber mal auf YT vom ersten Rennen von ´94 die Einführungsrunde angesehen, auch da hatte Schumacher Senna überholt und keinen hat es interessiert.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Shogun » 10.01.2019, 16:56

Typ17 GTI hat geschrieben:
Shogun hat geschrieben:Die Frage ist. Warum hat Schumi Hill zweimal überholt obwohl es verboten war? Da ist die Strafe doch gerecht gewesen.

Das der 2. der Startaufstellung während der Einführungsrunde auch mal am Polesetter vorbeifährt, gab es davor auch schon und hat niemanden gestört. Ich habe eben spaßeshalber mal auf YT vom ersten Rennen von ´94 die Einführungsrunde angesehen, auch da hatte Schumacher Senna überholt und keinen hat es interessiert.


:thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up:

Wusste ich nicht. Kenne nur das man beim losfahren mal passiert, dass der 2. am 1. vorbeifährt aber nach Kurve eins ist alles beim alten

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon CrAzyPsyCho » 10.01.2019, 19:31

Ich kenne die Geschichte etwas anders. Schumacher wurde angewiesen die schwarze Flagge zu ignorieren, da dass Team meinte die Sache zu klären. Die Flagge wurde dann auch aufgehoben.
Trotzdem wurde dann anschließend die Rennsperre ausgesprochen, obwohl man die Stop&Go durchgeführt hatte.

Bzgl dem Überholen selbst: Das ist selbst heute noch völlig normal und kaum zu vermeiden. Auch der Führende wärmt seine Reifen auf. Da fährt der hintere halt mal daneben oder kurzzeitig vorbei. War noch nie ein Problem. Nur in diesem einem Rennen wurde ein Problem daraus gemacht.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon DeLaGeezy » 10.01.2019, 21:16

Max Mosley...ist das nicht der Typ mit fragwürdigen Vorlieben?

Naja, ich glaube der Titel 94 hatte im Nachhinein den geringsten Wert für Schumi nach der Karriere. Was in dem Jahr nicht alles los war.
In dem Jahr wurde auch geklärt, dass er ab 96 für Ferrari fährt.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Klassikfan » 10.01.2019, 23:33

CrAzyPsyCho hat geschrieben:Bzgl dem Überholen selbst: Das ist selbst heute noch völlig normal und kaum zu vermeiden. Auch der Führende wärmt seine Reifen auf. Da fährt der hintere halt mal daneben oder kurzzeitig vorbei. War noch nie ein Problem. Nur in diesem einem Rennen wurde ein Problem daraus gemacht.

Ist meiner Meinung nach nicht richtig.

Tatsächlich wird exakt seit Silverstone`94 peinlich genau darauf geachtet, den Vordermann nicht zu überholen - es sei denn, dieser hat ein technisches Problem. Richtig ist aber, daß es vor diesem Tag zwar auch formell verboten war, aber nie geahndet wurde. Man nahm es hin, weil die Piloten ihre Reifen aufwärmen mußten, und es auf das Rennen ohnehin keinen Einfluß hatte.

Soweit ihc mich erinnere, war die Strafe für das Überholen damals eigentlich eine Rückversetzung in der Startaufstellung - so man es denn beanstandet hätte. Die Stop-and-Go für Schumacher kam also nicht nur zu spät, sie war auch noch laut Reglement falsch. Deshalb entschloß man sicvh bei Benetton, das auszudiskutieren. In der Zwischenzeit verstrichen aber die 3 Runden, die Schumacher Zeit gehabt hätte, die Strafe abzusitzen - und so kam es zur schwarzen Flagge. Die dann zurückgenommen wurde.

Angesichts des Chaos, das die Rennleitung da angerichtet hatte, wäre es nur gerecht gewesen, nach dem Rennen alles so zu lassen und nur eine Verwarnung an Schumacher auszusprechen. Dann aber griff wohl Mosley ein.. Der Rest ist Geschichte...

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon CrAzyPsyCho » 11.01.2019, 00:00

Ich meine schon öfter "Überholmanöver" in der Einführungsrunde gesehen zu haben. Will aber nicht ausschließen, dass es während eines SC passiert ist. So genau präge ich mir das nicht immer ein :-)

Aber man kann froh sein, das Schumacher WM geworden ist. Was hätte das für Diskussionen gegeben, wenn Hill nur knapp WM geworden wäre...

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Alonso und Kimi Fan » 11.01.2019, 00:37

2 rennen sperre für sowas... unglaublich wie sich die zeiten geändert haben :D

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Connaisseur » 11.01.2019, 07:47

Man wollte nach Sennas Tod auf Teufel komm raus die WM spannend halten, hat man ja dann auch mit so Irsinnsstrafen geschafft. Wäre Hill WM geworden, wäre das der unverdienteste Titel aller Zeiten gewesen.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon valnar77 » 11.01.2019, 11:22

Auch wenn ich Briatore absolut nicht mag, aber in den Punkte stimme ich ihm absolut zu. Das war ne Hexenjagd, nix anderes. WM künstlich spannend halten, mehr nicht.

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Simtek » 11.01.2019, 11:53

CrAzyPsyCho hat geschrieben:Ich kenne die Geschichte etwas anders. Schumacher wurde angewiesen die schwarze Flagge zu ignorieren, da dass Team meinte die Sache zu klären. Die Flagge wurde dann auch aufgehoben.
Trotzdem wurde dann anschließend die Rennsperre ausgesprochen, obwohl man die Stop&Go durchgeführt hatte.

Bzgl dem Überholen selbst: Das ist selbst heute noch völlig normal und kaum zu vermeiden. Auch der Führende wärmt seine Reifen auf. Da fährt der hintere halt mal daneben oder kurzzeitig vorbei. War noch nie ein Problem. Nur in diesem einem Rennen wurde ein Problem daraus gemacht.


So habe ich das auch in Erinnerung. In den Tagen und Wochen danach wurde seitens einiger Pressemedien (Name ist mir entfallen ;) ) auf Schumacher herumgehackt und Silverstone 94 wird immer wieder gerne ausgegraben wenn von "Schummel-Schumi" die Rede ist.
Dabei muss man bedenken: Selbst wenn man die ursprüngliche Stop-an-go Strafe für gerechtfertigt hält.
- Schumacher wurde vom Team angewiesen die Stop an go zu ignorieren. Nach ein paar Runden kam dann halt die schwarze Flagge.
- Die Rennleitung hat sich während des Rennens darauf eingelassen, die Disqualifikation aufzuheben und wieder Stop an Go ausgesprochen.
- Nach dem Rennen plötzlich wieder doch eine Disqualifikation und 2 Rennen Sperre.

Da frage ich mich. Warum lässt sich die Renneitung während des Rennens überhaupt auf eine Diskussion ein? Wenn überhaupt sollte man sich seiner eigenen Linie treu bleiben und keinen Zick-Zack Kurs fahren.
Weite Strafe: 2 Rennen Sperre! Nigel Mansell hat 1989 in Portugal ebenfalls die Schwarze Flagge missachtet und danach noch Senna abgeräumt. Strafe dafür: Sperre für ein Rennen! Hier passen die Verhältnisse nicht. Besonders wenn man bedenkt, das dies ein nicht unerheblicher Eingriff in die WM war. Senna verlor wichtige WM Punkte gegen Prost!
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: Flavio Briatore: "Schumi"-Disqualifikation 1994 war eine "Hexenjagd"

Beitragvon Simtek » 11.01.2019, 12:03

Connaisseur hat geschrieben:Man wollte nach Sennas Tod auf Teufel komm raus die WM spannend halten, hat man ja dann auch mit so Irsinnsstrafen geschafft. Wäre Hill WM geworden, wäre das der unverdienteste Titel aller Zeiten gewesen.


Das ganze würde ich zumindest nicht ausschliessen. Eine sehr schwarze Saison, mit vielen schlimen Szenen. Ganz vorne sicher das Horrowochenende in Imola. Aber dazu noch der schwer verletzte Karl Wendlinger, der dem Tod nur knapp von der Schippe gesprungen ist. Der brutale Unfall von Jos Verstappen in Interlagos, Lehto schon vor dem Saisonstart verletzt, usw. usw.
Da war eine sehr frühzeitig entschiedenen WM das letzte was die F1 gebrauchen konnte.
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"


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