Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

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Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon Redaktion » 11.10.2018, 10:12

Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul verrät, wie einfach Red Bull den Abgang von Daniel Ricciardo hätte verhindern können und wie er die Zusage per SMS erhielt
Christian Horner, Cyril Abiteboul

Schnappte sich Abiteboul Ricciardo, nur weil Red Bull Sainz nicht freigab?

Es war die Transferbombe des Sommers: Daniel Ricciardo wechselt von Red Bull zu Renault! Nun offenbart Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul, dass Red Bull am bitteren Verlust des siebenmaligen Grand-Prix-Siegers selbst schuld war und man den Abgang ganz locker verhindern hätte können.

"Speziell rund um den Frankreich-Grand-Prix haben wir alles versucht, um den Vertrag von Carlos Sainz zu verlängern", verrät der Franzose. Doch Red Bull habe sich den Spanier, der zum eigenen Fahrerkader zählt und nur an Renault verliehen ist, warmgehalten, um für den Fall eines Ricciardo-Abgangs gerüstet zu sein. "Red Bull wollte ihn nicht freigeben, was ihr Recht war, und sie haben uns blockiert."

Abiteboul kann sich nun etwas Schadenfreude nicht verkneifen: "Seltsam, dass sie dadurch ihren Fahrer verloren haben - und zwar den, von dem sie es nicht erwartet hätten. Das ist das Ergebnis ihres großen Widerstands. Hätten sie es nicht so kompliziert gemacht, wäre es vielleicht anders gekommen."

Per SMS: So erhielt Abiteboul die Ricciardo-Zusage

Als Red-Bull-Teamchef Christian Horner dann tatsächlich von Ricciardos Abgang erfuhr, glaubte er zuerst an einen Scherz. Doch wie überraschend kam die Nachricht für Abiteboul? "Wir hatten ehrlich gesagt lange Gespräche mit Daniel, aber am Ende erfuhr ich es per SMS, denn er hatte einen Flug nach Los Angeles", verrät Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul. "Oder war es Las Vegas? Es war auf jeden Fall ein Langstreckenflug. Da hatte er die Zeit, sich das noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen und sich endgültig zu entscheiden."Tatsächlich befand sich Ricciardo unmittelbar nach dem Ungarn-Grand-Prix auf dem Weg in die USA, um gemeinsam mit Red Bull an einem aufwändigen Showrun in der Wüste von Nevada, Las Vegas und auf der Golden-Gate-Brücke von San Francisco teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt wusste der "Aussie" also schon, dass er in Zukunft Renault-Pilot sein würde.

Red Bull: Ricciardos Roadtrip durch die USA

Im RB7-Showcar geht es von San Francisco bis nach Las Vegas Weitere Formel-1-Videos

Durch die Zeitdifferenz zwischen den USA und Europa wurde Abiteboul von Ricciardos Nachricht geweckt. "Ich habe es am Morgen herausgefunden, es muss ungefähr sieben Uhr gewesen sein, als ich aufgewacht bin", erinnert sich der Franzose, der einen kleinen Schock erhielt.

Warum der Deal vor der Sommerpause fertig sein musste

"Ich setzte mich hin, trank einen Kaffee, und fing an nachzudenken, denn ich wusste, dass das für uns große Neuigkeiten sind", erzählt er. "Mir war auch klar, dass das für die Formel 1 eine große Sache ist und dass diese Entscheidung ein paar Nebenerscheinungen haben würde. Dennoch war ich überglücklich. Ich habe es bis heute noch nicht wirklich realisiert."

Nico Hülkenberg, Daniel Ricciardo, Kevin Magnussen

Daniel Ricciardo (re.) wird ab 2019 Hülkenbergs neuer Teamkollege

Dass sich Ricciardo unmittelbar vor der Sommerpause entschieden hat, kam allerdings nicht überraschend, wie Abiteboul preisgibt: "Wir hatten eine klare Deadline: Die Sache musste vor der Fabriksschließung über die Bühne gehen." Ob er überrascht war, dass sich der 29-Jährige für sein Team entschied? "Es war keine komplette Überraschung, weil wir ja die Gespräche hatten, aber bis zum Schluss war ich mir nicht sicher. Mir war aber klar, dass ich es nicht mehr unter Kontrolle habe, und dass es seine Entscheidung ist. Dadurch war ich gewissermaßen entspannt - weil ich sowieso nichts tun konnte."

Die Tatsache, dass mit Ricciardo ein siebenmaliger Grand-Prix-Sieger nach Enstone wechselt, setzt die Truppe unter Zugzwang: "Wir haben dadurch eine große Verantwortung, unsere Entwicklung zu beschleunigen, denn die Lücke zu den Topteams ist ehrlich gesagt immer noch groß und sie wird derzeit auch nicht kleiner. Das setzt uns unter Druck, den ich in positiven Druck umwandeln möchte."

Renault schließt Sainz-Comeback nicht aus

Klingt so, als würde er Sainz, der sich gerade noch zu McLaren rettete, nicht unbedingt nachtrauern. "Wir bedauern das schon", widerspricht Abiteboul. "Alles in allem hat er seine Leistung abgeliefert. Er hatte seine Höhen und Tiefen, und vor allem der Saisonstart war etwas schwierig für ihn, nachdem er im Vorjahr speziell mit seiner erstklassigen Leistung in Austin so stark angefangen hatte. Das lag auch daran, dass Nico dieses Jahr zu Saisonbeginn so stark war."

Carlos Sainz

Carlos Sainz: Die Tür zu Renault scheint nicht komplett zu

Der Spanier habe aber nie aufgegeben: "Er hat sich konzentriert, blieb fokussiert, hat hart gearbeitet und viel Zeit mit seinen Ingenieuren verbracht und war immer loyal. Er hat aufgeholt, und unsere beiden Fahrer sind jetzt sehr nahe beisammen." Dass er in der WM 14 Punkte hinter Hülkenberg liegt, führt Abiteboul auf "Zuverlässigkeitsprobleme" zurück.

Eine Rückkehr des Legendensohnes schließt er keinesfalls aus: "Auf eine gewisse Weise haben wir noch eine Rechnung miteinander offen, und ich glaube nicht, dass verbrannte Erde hinterlassen wurde. Wir sind mit der Situation so gut wie möglich umgegangen, und es war uns sehr wichtig, dass er bei einem anderen Team einen guten Platz findet." McLaren sei ein "Team, das vor einem Neuanfang steht. Da kann Carlos eine Rolle spielen. Und: Er wird immer noch unsere Motoren verwenden."


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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon F1_Corn » 11.10.2018, 10:56

Schon interessant das RB Sainz nicht freigegeben hat, wo RIC doch eigentlich keine wirkliche Top-Team-Option hatte, und sie sich dann für Gasly entscheiden. Hätte Sainz lieber im RB gesehen aber RIC zu Renault ist wirklich spannend und ich hoffe sein Mut zahlt sich aus :thumbs_up: ...Sympathischster Fahrer btw :wave:
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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon theCraptain » 11.10.2018, 12:04

Zwischen den Zeilen ist klar die Genugtuung herauszulesen, RBR eine voll auf die 12 gegeben zu haben :mrgreen:

Irgendwie verstehe ich aber nicht was RB mit Sainz vorhat? Für ein RBR-Cockpit hätte es wohl nur gereicht wenn RIC oder VER gehen wü+rden, was zum damaloigen zeitpunkt auszuschliessen war. So wäre SAI sicher als Ersatz für Hartley im STR vorgesehen gewesen. Dass SAI das nicht als Ziel haben kann müsste den Herren bei RB doch längst klar gewesen sein.

Bin immer noch der Meinung, für RIC ist das Renault-Cickpit kein Schritt nach vorne in seiner Karriere, vermutlich nicht einmal Stagnation. Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team. Geht es ihm aber um Kohle und "Ponyhof-Feeling" dann wird er bei Renault wohl besser aufgehoben sein.
"Als ich 1996 in Spa zum ersten Mal bei einem GP war[.. ]Michael fuhr gerade mit seinem V10 vorbei. Das hat mich regelrecht durchgeschüttelt, es war wie ein Kampfjet", berichtet Hamilton, bei dem von dieser Faszination 20 Jahre später kaum noch etwas übrig ist.

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon MarvinAyrton007 » 11.10.2018, 12:23

theCraptain hat geschrieben:Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Denn der liebe Max wird ja bei RBR ganz schön gepudert. Er hat ja Narrenfreiheit. Und ich denke das war ebenfalls ein Faktor für den Wechsel zu Renault. Natürlich sind die anzunehmenden Chancen bei RBR höher, aber vielleicht landet er auch einen Volltreffer. Ruhiger und familiärer hat er es bestimmt bei Renault.
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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon jsn73 » 11.10.2018, 12:46

Renault gibt wenig Ansätze dafür, dass sie in den nächsten Jahren ein siegfähiges Auto haben könnten. Den Riesenabstand zu Ferrari, Mercedes und Red Bull holt man nicht mal eben so auf. Sehr schade für Ric, aber der Wechsel ist ein großer Schritt zurück für mich mit Hinblick auf seine sportlichen Ziele.

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon draine » 11.10.2018, 12:49

theCraptain hat geschrieben:Bin immer noch der Meinung, für RIC ist das Renault-Cickpit kein Schritt nach vorne in seiner Karriere, vermutlich nicht einmal Stagnation. Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team. Geht es ihm aber um Kohle und "Ponyhof-Feeling" dann wird er bei Renault wohl besser aufgehoben sein.


Tja, wie heißt es so schön. Jeder kann Weltmeister werden aber eben nicht alle. Sicher hat Riccardo keinen Sprung nach vorne gemacht. Wenn er sich bei seinem jetzigen Arbeitgeber aber unwohl fühlt, warum dann nicht wechseln? Das macht doch jeder normale Arbeitnehmer auch so. Weltmeister wird er 2019 mit beiden nicht. Vielleicht ist er ja wie Räikkonen eingestellt. Solange fahren Spaß macht, ist es egal in welcher Gurke man sitzt - solange man sich wohlfühlt und mit seiner Entscheidung im Reinen ist.

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon afa1515 » 11.10.2018, 13:04

theCraptain hat geschrieben:Bin immer noch der Meinung, für RIC ist das Renault-Cickpit kein Schritt nach vorne in seiner Karriere, vermutlich nicht einmal Stagnation. Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team. Geht es ihm aber um Kohle und "Ponyhof-Feeling" dann wird er bei Renault wohl besser aufgehoben sein.


Natürlich war es kein Schritt nach vorne. Aber bei RBR läuft er Gefahr, die 2. Geige für Verstappen zu werden.
Ich denke es ist eher Spekulation - eventuell macht Renault tatsächlich noch ein paar Geldkoffer locker und erhöht endlich das Budget. Oder er wird versuchen sich gegen Hülkenberg durchzusetzen und dann auf ein Angebot von Ferrari oder Mercedes zu hoffen, sollten Vettel oder Hamilton abziehen.

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon Number2 » 11.10.2018, 15:57

afa1515 hat geschrieben:
theCraptain hat geschrieben:Bin immer noch der Meinung, für RIC ist das Renault-Cickpit kein Schritt nach vorne in seiner Karriere, vermutlich nicht einmal Stagnation. Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team. Geht es ihm aber um Kohle und "Ponyhof-Feeling" dann wird er bei Renault wohl besser aufgehoben sein.


Natürlich war es kein Schritt nach vorne. Aber bei RBR läuft er Gefahr, die 2. Geige für Verstappen zu werden.
Ich denke es ist eher Spekulation - eventuell macht Renault tatsächlich noch ein paar Geldkoffer locker und erhöht endlich das Budget. Oder er wird versuchen sich gegen Hülkenberg durchzusetzen und dann auf ein Angebot von Ferrari oder Mercedes zu hoffen, sollten Vettel oder Hamilton abziehen.

Gibt es eigentlich kein Interview mit Ric, wo er wirklich seine Gründe für den Wechsel nennt, abseits von "fresh start" und "new motivation"? Würde mich interessieren, ob es an Honda liegt, ob RBR wichtiges Personal verloren/Renault gewonnen hat etc. Klar, dass er nicht sagen kann, dass er gegenüber Ver das Nachsehen hat, aber bisschen weniger Esoterik wäre schon angebracht. Wenn ich ne Veränderung brauche, gehe ich nicht von Lidl zu Aldi :?:

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon theCraptain » 11.10.2018, 16:28

Number2 hat geschrieben:
afa1515 hat geschrieben:
theCraptain hat geschrieben:Bin immer noch der Meinung, für RIC ist das Renault-Cickpit kein Schritt nach vorne in seiner Karriere, vermutlich nicht einmal Stagnation. Sofern es RIC zuallererst um Erfolge auf der Rennstrecke geht wäre RBR das richtige Team. Geht es ihm aber um Kohle und "Ponyhof-Feeling" dann wird er bei Renault wohl besser aufgehoben sein.


Natürlich war es kein Schritt nach vorne. Aber bei RBR läuft er Gefahr, die 2. Geige für Verstappen zu werden.
Ich denke es ist eher Spekulation - eventuell macht Renault tatsächlich noch ein paar Geldkoffer locker und erhöht endlich das Budget. Oder er wird versuchen sich gegen Hülkenberg durchzusetzen und dann auf ein Angebot von Ferrari oder Mercedes zu hoffen, sollten Vettel oder Hamilton abziehen.

Gibt es eigentlich kein Interview mit Ric, wo er wirklich seine Gründe für den Wechsel nennt, abseits von "fresh start" und "new motivation"? Würde mich interessieren, ob es an Honda liegt, ob RBR wichtiges Personal verloren/Renault gewonnen hat etc. Klar, dass er nicht sagen kann, dass er gegenüber Ver das Nachsehen hat, aber bisschen weniger Esoterik wäre schon angebracht. Wenn ich ne Veränderung brauche, gehe ich nicht von Lidl zu Aldi :?:

Ich glaube @afa1515 stellt das richtig heraus, der Hauptgrund wird wohl VER sein. Das haben ja schon viele Experten gesagt und begründet, kennst du sicher alles. Nehmen wir mal an es sei wirklich so, glaubst du er würde dies irgend jemand, geschweige der Öffentlchkeit, sagen? Würdest du es an seiner Stelle sagen?
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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon terraPole » 11.10.2018, 16:56

Für Renault war das ohne Zweifel ein sehr guter Deal..RIC ist der beste Fahrer den sie bekommen konnten.
Von daher alles richtig gemacht. :thumbs_up:
Aber das größte Ei wird sich wohl RIC selbst gelegt haben.
Klar ist Honda noch den ultimativen Beweis schuldig dass sie einen deutlichen Fortschritt gemacht haben aber die Tendenz zeigt bei Honda eher noch oben und bei Renault eher nach unten.
Dazu kommt ja noch dass sie keinen konkurrenzfähigen Prüfstand haben und vom Budget noch eine ganze Menge zu den anderen Herstellern fehlt.
Da müssten sie schon einen Glücksgriff bei der Entwicklung landen.

theCraptain hat geschrieben:
Number2 hat geschrieben:
afa1515 hat geschrieben:Natürlich war es kein Schritt nach vorne. Aber bei RBR läuft er Gefahr, die 2. Geige für Verstappen zu werden.
Ich denke es ist eher Spekulation - eventuell macht Renault tatsächlich noch ein paar Geldkoffer locker und erhöht endlich das Budget. Oder er wird versuchen sich gegen Hülkenberg durchzusetzen und dann auf ein Angebot von Ferrari oder Mercedes zu hoffen, sollten Vettel oder Hamilton abziehen.

Gibt es eigentlich kein Interview mit Ric, wo er wirklich seine Gründe für den Wechsel nennt, abseits von "fresh start" und "new motivation"? Würde mich interessieren, ob es an Honda liegt, ob RBR wichtiges Personal verloren/Renault gewonnen hat etc. Klar, dass er nicht sagen kann, dass er gegenüber Ver das Nachsehen hat, aber bisschen weniger Esoterik wäre schon angebracht. Wenn ich ne Veränderung brauche, gehe ich nicht von Lidl zu Aldi :?:

Ich glaube @afa1515 stellt das richtig heraus, der Hauptgrund wird wohl VER sein. Das haben ja schon viele Experten gesagt und begründet, kennst du sicher alles. Nehmen wir mal an es sei wirklich so, glaubst du er würde dies irgend jemand, geschweige der Öffentlchkeit, sagen? Würdest du es an seiner Stelle sagen?

Den wirklichen Grund werden wir wohl nie erfahren aber kann mir schon vorstellen dass es eine art "Flucht" vor VER war.
Bei RB bekam er immer gleiches Material und wurde auch von der Strategie nie benachteiligt..er wird wohl merken dass VER immer besser wird und dass das nicht nur an den Ausfällen liegt die RIC treffen.
Ich frage mich aber ob er im Renault noch so auf sich aufmerksam machen kann.
Seine Spezialität die "Divebomb" wird er wohl seltener auspacken können gegen die Haas und RPFI..
Wenn VET in den nächsten 2 Jahren aber wieder so viele Fehler macht und massig Punkte verschenkt dann kann ich mir durchaus vorstellen dass er nach 2 Jahren bei Ferrari landet.
Bis wann läuft denn sein Vertrag bei Renault??

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon Killking44 » 11.10.2018, 18:05

Dass Ricciardo seiner Karriere damit keinen Schub mitgibt, sollte eigentlich jedem klar sein, nur frage ich mich ebenfalls, was Red Bull eigentlich mit Sainz vorhatte. Als ob die den wirklich bei Toro Rosso geparkt hätten. Ich für meinen Teil, bin jedoch - zumindest für den Wechsel zu Renault- skeptisch, was Riccirado genau da hin getrieben hat. "Tapetenwechsel" ist so eine schöne leere Floskel, ohne Sinn. Es wird wohl auf die Stärke Verstappens zurückzuführen sein.

terraPole hat geschrieben:Bis wann läuft denn sein Vertrag bei Renault??


So weit ich weiß, bis 2020.

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon terraPole » 11.10.2018, 18:45

Killking44 hat geschrieben:...nur frage ich mich ebenfalls, was Red Bull eigentlich mit Sainz vorhatte. Als ob die den wirklich bei Toro Rosso geparkt hätten.

Da das Techtelmechtel zw Renault und RB schon eine Weile hin und her geht vermute ich einfach mal dass keiner dem anderen etwas gönnt..daher wollte wohl RB einfach nicht dass Renault profitiert.
Verständlich dass Abiteboul dann seine Schadenfreude kaum verstecken kann nachdem er sogar den noch dickeren Fisch an Land gezogen hat. :mrgreen:
Die üblichen Grabenkämpfe halt.. :rotate:

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon Red Baron » 11.10.2018, 18:58

afa1515 hat geschrieben:Natürlich war es kein Schritt nach vorne. Aber bei RBR läuft er Gefahr, die 2. Geige für Verstappen zu werden.
Ich denke es ist eher Spekulation - eventuell macht Renault tatsächlich noch ein paar Geldkoffer locker und erhöht endlich das Budget.

Es mag kein Schritt nach vorne sein aber vielleicht ist es ein Versuch auf dem jetzigen Niveau zu bleiben und gleichzeitig dem 1. Geiger ( :mrgreen: ) aus dem Weg zu gehen oder in einem für ihn freundlicheren Umfeld zu arbeiten.
Schaun wir mal auf die Tabelle der KWM:
RBR - 319 Punkte
REN - 92 Punkte

Beide fahren identische (?) REN Triebwerke.
Also liegt es, dem Anschein nach, doch weniger am Triebwerk und mehr am Auto.
Ist es nicht einfacher die Aero zu verbessen als als dem Motor mehr Pferdchen einzupflanzen?
Insbesondere da man ja beides intern aufeinander abstimmen kann.

Auch könnte man annehmen dass REN sich jetzt verpflichtet fühlt, das Budget aufzustocken um den Erwartungen der Fahrer gerecht zu werden.

Sollte obiges eintreten und REN kann auf den jetzigen RBR-Stand aufschliessen ( :shrug: ), dann bliebt immer noch die Frage wie sich letztendlich die Kombination RBR/HON präsentiert.

Ob sein Schritt vorteilhaft war, was Erfolge anbetrifft, kann man wohl erst so bei Mitte der nächsten Saison mit einiger Sicherheit beurteilen.

P.S.:Lese gerade in F1-Live dass Cyril Abiteboul über die Kosten jammert.
Damit fällt wohl eine meiner Annahmen auf die Nase. :cry2:
Entschuldigungen sind wie A*#&hlöcher.
Jeder hat sie und alle stinken!
:silent: :shh: :silent: :shh:

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon valnar77 » 11.10.2018, 19:11

Renault war zu Anfang diesen Jahres ja genau da wo sie sich gesehen haben. Warum sie allerdings im Laufe der Saison nach hinten durchgereicht wurden, verstehe ich nur bedingt. Wenn man in der F1 vorne mitspielen möchte, kann man sich keinen nachezu-Stillstand, oder geringeres Entwicklungspotential erlauben. Erinnert mich ein wenig an MER 2010-13. Wenn man mal die derzeitigen 3 Top-Teams ausblendet, ist es so, als wenn man die WM verspielt hätte. natürlcih gehts nur um die goldene Ananas.
Ich kann nur hoffen, dass sie sich schon frühzeitig auf 2019 auf Chassisseite konzentriert haben. Aber mir schwahnt nichts Gutes für 2019 - weder im Motoren noch im Chassis bereich. Wäre Schade für HUL und RIC. Ich hoffe natürlcih auf bessere Zeiten.

OK, war jetzt leicht OT :D

Ich denke schon das RIC wegen VER Narrenfreiheit abgewandert ist, und vielleicht war es auch die Flucht nach vorn - denn im Quali war Max meistens doch einen ticken stärker..

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Re: Renaults Ricciardo-Coup: Wie sich Red Bull selbst ein Ei legte

Beitragvon Dr_Witzlos » 11.10.2018, 19:25

Eigentlich ist der Trade eine schallende Ohrfeige für RedBull. Man hat 2 wirklich gute Fahrer aus ihrem Kader verb(r)annt. Ob das Gasly schließen kann waage ich zu bezweifeln. Das Gasly talent hat, steht außer frage, aber ob er gegen Verstappen ein paar Watsch'n auf der Strecke verteilen kann, bin ich mir nicht sicher. Aber es wird interessant.


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