Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

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Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Redaktion » 26.09.2018, 20:57

Interessante Einblicke in die Herausforderungen der Formel-1-Welttournee: Warum Übersee-Rennen hinsichtlich der Logistik die einfachsten sind
Boeing 747 über dem Bahrain International Circuit

Wenn die Formel 1 um die Welt reist, kommen mehrere Jumbo-Jets zum Einsatz

Nach dem Grand Prix von Russland am Sonntag schicken die Formel-1-Teams mehr als 750 Tonnen Fracht auf die 8.000 Kilometer lange Reise nach Japan. Dort wir die Fracht weniger als 72 Stunden später in Empfang genommen und alles wird wieder aufgebaut.

Im Interview spricht Formel-1-Sportdirektor Steve Nielsen über die herausfordernde Logistik, die notwendig ist, um den umfangreichen Rennkalender zu bewältigen, warum Übersee-Rennen logistisch einfacher sind als Europa-Rennen, was per Luft- und was per Seefracht transportiert wird und wie die Teams dabei vorgehen.

Frage: "Herr Nielsen, wir hatten im diesjährigen Formel-1-Kalender bereits einen Triple-Header mit drei Rennen 'back to back', also an aufeinanderfolgenden Wochenenden. Nun stehen an aufeinanderfolgenden Wochenenden die Rennen in Russland und Japan auf dem Plan. Inwiefern ist das komplex?"

Steve Nielsen: "In Wirklichkeit ist es so, dass 'back to back' in Europa wesentlich herausfordernder ist als wenn es nach Übersee geht. Das liegt daran, dass in Europa auch die Motorhomes ab- und wieder aufgebaut werden müssen. In Europa wird die Formel-1-Fracht mit fast 300 Gelenk-LKWs transportiert. Das ist wesentlich komplexer als ein Übersee-Transport."


Fotostrecke: Formel-1-Motorhomes 2018

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"Bei Übersee-Transporten sind die Entfernungen natürlich deutlich größer, aber man packt im Grunde nur alles zusammen und verlädt es in die Flugzeuge. Die Übersee-Reisen aller Teams von Rennen zu Rennen werden von der Formel 1 zentral organisiert. Dieser Prozess ist sehr effizient und läuft wesentlich reibungsloser als die Reisen innerhalb Europas. Müsste man ein Transportmuster wählen, das für die Formel 1 am besten geeignet ist, dann wären es ironischerweise die Langstreckenflüge, da diese hinsichtlich der Logistik am einfachsten sind."

Frage: "Wie viel Fracht wird von Sotschi nach Suzuka geflogen?"

Nielsen: "Es sind sechs oder sieben Frachtflugzeuge vom Typ Boeing 747. Abhängig davon, was die Teams mitnehmen wollen, kann das siebte Flugzeug notwendig werden oder auch nicht. Ein solcher Frachtjumbo fasst rund 130 Tonnen. Also ist es in Summe eine ganze Menge Fracht. Es ist ja nicht nur das komplette Equipment der Teams, sondern auch unser eigenes - die TV-Ausrüstung, das Material für die Zeitnahme, das Equipment der FIA und so weiter. Alles in allem kommen mehr als 750 Tonnen zusammen."

Frage: "Wann am Sonntag muss in Sotschi alles verpackt sein, damit auch alles rechtzeitig in Suzuka ankommt?"

Formel-1-Fracht auf dem Sochi Autodrom

Noch am Sonntag wird in Sotschi alles verpackt und in Richtung Suzuka verladen

Nielsen: "Das kann man so genau nicht sagen. Es ist nicht so, dass wir erst dann etwas in Bewegung setzen, wenn das letzte Teil in die letzte Kiste verpackt wurde. Die Teams beginnen direkt nach dem Rennen mit dem Verpacken. Die kleineren Teams beginnen damit oft sogar schon während das Rennen noch läuft. Dieser Prozess dauert normalerweise sieben oder acht Stunden. Das heißt, dass die Teams nach dem Rennen noch einen ganzen Arbeitstag vor sich haben, um die Autos zu zerlegen und zu warten und gleichzeitig das gesamte andere Material zu verpacken."

"Rund eine Stunde vor Ablauf dieser sieben oder acht Stunden verladen wir dann die ersten Paletten auf LKWs und bringen sie zum Flughafen. Die Flüge gehen üblicherweise gestaffelt raus. Deshalb bitten wir die Teams, drei ihrer großen Q7-Paletten zu priorisieren. Diese großen Paletten verlassen den Flughafen als erste und sie sind auch die ersten, die am Zielort ankommen. Das berücksichtigen die Teams entsprechend. Schon Wochen im Voraus wird eine ganz präzise Liste für das Verladen angefertigt."

Frage: "Die Formel 1 ist ja für ihre Detailverliebtheit bekannt. Gilt das auch für das Verpacken der Luftfracht?"

Nielsen: "Absolut. Wenn man sich zum Beispiel die Kommandostände der Teams anschaut, dann ist das, was man längsten aufhält die Kunst, sie so zusammenzulegen, dass sie auf eine Q7-Palette passen. Nichts darf über diese Abmessungen hinausragen, weil es sonst nicht in die Kiste passt, die ins Flugzeug verladen wird. Das alles wird bei den Planungen natürlich schon sehr weit im Voraus berücksichtigt. Ich bin aber jedes Mal aufs Neue wieder beeindruckt, wie alles abläuft. Ich finde das, was die Formel 1 auf der Strecke zeigt, schon eindrucksvoll. Mindestens genauso eindrucksvoll finde ich aber die Logistik, die es braucht, um alles rund um die Welt zu transportieren."

Container in der Boxengasse

Das Equipment der Teams wird an der Strecke verpackt und auf Paletten verladen

"Es fasziniert mich jedes Mal, dass wir derart viel Material über derart weite Distanzen transportieren und zwei oder drei Tage später am anderen Ende der Welt alles wieder einsatzfähig ist. Mir fallen nicht viele andere Sportarten oder Geschäftszweige ein, auf die das in diesem extremen Maße zutrifft. Klar gibt es andere Sportarten, wie etwa Fußball oder den America's Cup (Segelregatta; Anm. d. Red.), die so gesehen unser Pendant darstellen. Wir aber machen das Ganze ja alle zwei Wochen und manchmal sogar zweimal die Woche. Diese Logistik ist wirklich atemberaubend."Frage: "In diesem Jahr liegen die Rennen Sotschi und Suzuka 'back to back' im Kalender. Im nächsten Jahr trifft das auf die Rennen Singapur und Sotschi zu. Somit werden die Teams 2019 im Endeffekt fünf Stunden gewinnen, weil sie hinsichtlich der Zeitzone zurückreisen. In diesem Jahr aber gehen ihnen zwei Stunden verloren, weil hinsichtlich der Zeitzone nach vorn gesprungen wird. Ist das der Grund für die neue Terminplanung 2019?"Nielsen: "Der Rennkalender basiert auf einer ganzen Reihe Variablen. Die Zeitzonen sind da nicht das einzige, was berücksichtigt wird. Wenn man könnte, würde man den Teams natürlich grundsätzlich Zeit schenken als ihnen wegzunehmen, weil sie dann einfach mehr Zeit zum Arbeiten hätten. Die Zeitzonen sind aber eben nur eine von vielen Variablen. Ich erinnere mich aber noch ganz genau an den Flug von Montreal nach Baku im Jahr 2016, als diese beiden Rennen 'back to back' lagen. Das war fürchterlich! In einem solchen Fall ist alles noch viel kräftezehrender. So gesehen achtet man natürlich schon auf die Zeitzonen, aber bei der Gestaltung des Rennkalenders ist dieser Punkt wahrscheinlich trotzdem nicht in den Top 5 oder Top 6. Wir planen so gut wir können, aber wenn es nicht anders geht, dann schluckt die Formel 1 auch so etwas runter."

Logistik in der Formel 1 - Back-to-Back-Rennen

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Frage: "In diesem Jahr gab es ja den Triple-Header, der den Teams mächtig zusetzte. Will man so etwas in der Formel 1 in Zukunft vermeiden?"Nielsen: "Wenn wir daraus etwas gelernt haben, und das sage ich mit aller Vorsicht, dann das: Sollten wir noch einmal einen Triple-Header im Kalender haben, dann wäre es sicherlich besser, wenn es Übersee-Rennen und nicht Europa-Rennen wären. Das liegt an den eingangs genannten Gründen. In Europa haben wir die großen Hospitalitys der Teams. Diese auf- und abzubauen nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch und ist wahnsinnig teuer, weil so viele Leute dafür benötigt werden. Wenn wir also irgendwann noch einmal einen Triple-Header machen, dann sicherlich mit Übersee-Rennen."Frage: "Die Luftfracht auf dem Weg von Sotschi nach Suzuka ist ein großer Teil dessen, wie die Formel 1 um die Welt reist. Es gibt aber auch noch die Seefracht. Wie funktioniert da die Logistik im Detail?"Nielsen: "Dazu muss man wissen, dass mittlerweile mehr als die Hälfte unserer Rennen Übersee-Rennen sind. Da kommen natürlich immense Kosten zusammen, weil der Transport mit dem Flugzeug nun mal nicht billig ist. Um etwas als Seefracht zu transportieren, braucht es aber eine vernünftige Balance. Nehmen wir zum Beispiel mal einen Schraubstock. Der ist vergleichsweise günstig, wiegt aber zehn Kilogramm. Wirtschaftlich betrachtet ergibt es Sinn, das Ganze zu verfünffachen und dann mit dem Schiff zu transportieren. Das ist günstiger als einen einzigen schweren Gegenstand um die Welt zu fliegen."
Steve Nielsen

Steve Nielsen kennt die Formel-1-Logistik ganz genau - und ist fasziniert

"Autoteile würde man nicht mit dem Schiff transportieren, aber solche Dinge wie Absperrungen für die Zuschauer oder andere größere Objekte, die vergleichsweise günstig sind, schon. Die Teams haben üblicherweise fünf solcher Sets. Zwei oder drei dieser Sets befindlich sich quasi ständig irgendwo auf einem Schiff zum nächsten Rennen. Die Seefracht wird von unserem Partner DHL direkt im Zusammenspiel mit den Teams abgewickelt. Der Service ist richtig gut. Manchmal hat ein Schiff Verspätung oder es kommt etwas anderes dazwischen. Aber selbst in einem solchen Fall kann man sich darauf verlassen, dass DHL das Problem löst."

"Eine Folge dessen, dass die Teams mehr und mehr Fracht als Seefracht auslagern ist es, dass wir verstärkt Anfragen erhalten, wonach sie schon am Freitag vor einem Rennwochenende Zugang zur Strecke haben wollen. Blickt man mal 15 oder 20 Jahre zurück, dann war der Dienstag der Rennwoche der früheste Zeitpunkt, als man an die Strecke wollte. Jetzt passiert das alles vier Tage früher, insbesondere bei Übersee-Rennen. Grund dafür sind nicht zuletzt die komplexen Verkabelungen in den Boxen. Diese Kabel alle zu verlegen, nimmt unglaublich viel Zeit in Anspruch."

"Unser TV-Studio der Formel 1 wird sogar noch weiter im Voraus aufgebaut. Ich erinnere mich, wie einige unserer Leute in Brasilien schon am Mittwoch der Woche vor der Rennwoche vor Ort waren, um aufzubauen. Die letzten unserer Leute verlassen die Strecke dann am Morgen des Mittwochs nach dem Rennen. Sowohl für uns als auch für die Teams ist dieser ganze Prozess des Auf- und Abbauens unglaublich komplex. Er erinnert fast schon an eine Militärübung. Vor allem im Hintergrund wird unglaublich viel geplant, was die Leute gar nicht sehen. Aber wie schon gesagt: Ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert davon, wie es die Formel 1 immer wieder aufs Neue schafft, das alles reibungslos funktioniert. Das gesamte Material in einer Stadt oder an einer Strecke zusammenzupacken, um weniger als eine Woche später am anderen Ende der Welt alles wieder aufzubauen und trotzdem ein Weltklasse-Sportspektakel abzuliefern, ist einfach unglaublich."


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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon deanaze » 26.09.2018, 21:04

Was eine unnötige Umweltverschmutzung!

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon turbocharged » 26.09.2018, 22:15

Mensch, aber dafür verbrauchen die Autos doch jetzt weniger.
Alle sind zufrieden und der kleine Jean kann in Ruhe schlafen.

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Neppi » 27.09.2018, 03:36

Man aber grüne 20 Autos die 300km fahren... Gott diese Heuchlerei ich könnte so kotzen.
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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon marsal79 » 27.09.2018, 10:16

deanaze hat geschrieben:Was eine unnötige Umweltverschmutzung!


...ein kreuzfahrtscshiff verbraucht auf einer atlantiküberquerung mehr kraftstoffe als die formel 1 fahrzeuge im ganzen jahr, wahrscheinlich mehr als die dazugehörige logistik..(Lkw,,flugzeug etc)
das ist urlaub ich weiss, für mich aber ist ein f1 wochenende urlaub und ich geneiesse es genauso..was nun ?

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon F1_Corn » 27.09.2018, 10:49

marsal79 hat geschrieben:
deanaze hat geschrieben:Was eine unnötige Umweltverschmutzung!


...ein kreuzfahrtscshiff verbraucht auf einer atlantiküberquerung mehr kraftstoffe als die formel 1 fahrzeuge im ganzen jahr, wahrscheinlich mehr als die dazugehörige logistik..(Lkw,,flugzeug etc)
das ist urlaub ich weiss, für mich aber ist ein f1 wochenende urlaub und ich geneiesse es genauso..was nun ?


Atombetriebene Kreuzfahrschiffe :lol:

Spaß beiseite, die Logistik ist echt beeindruckend und ich hätte nicht gedacht das Überseetransport einfacher ist als alles per LKW bei "nahegelegenen" Rennen in Europa.

Neppi hat geschrieben:Man aber grüne 20 Autos die 300km fahren... Gott diese Heuchlerei ich könnte so kotzen.


Naja, wäre die Technik wirklich übertragbar und nicht nur ein vorgeschobener Grund könnte ich damit leben das in Zukunft 200 Mio. Autos wirklich grüner werden. Allerdings muss das bitte aufgewogen werden mit den Schadstoffen im Produktionsprozess etc. Wenn ich mir alle 3-5 Jahre ein grüneres Auto kaufen erreiche ich genau gar nichts!
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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Wester » 27.09.2018, 12:03

Im Luft- und Schiffsverkehr kann und muss in der Tat mehr passieren in Sachen Umweltschutz. Aber wenn wir jetzt anfangen über nötig und unnötig zu diskutieren, dann können wir an jeder Ecke irgendwo was finden und jedes Hobby in Frage stellen. Ob Fussball, wo jedes Wochenende tausende Fans hinpilgern oder Mannschaften sogar innerhalb Deutschlands fliegen, um zum Spiel zu kommen, oder die Leute, die einfach zum Spaß irgendwelche Touren mit Autos und Motorräder machen. Dann am liebsten nur noch daheim sitzen und nur noch das nötigste machen. ;)
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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Pinking » 27.09.2018, 12:18

Was sollen LM/FIA denn machen? Eine ganze Saison nur auf 1 Kontinent? Absolut unmöglich.
Die Pausen zwischen einzelnen Rennen erhöhen und das Material mit Segelbooten verschiffen? Ebenso blödsinnig.
Das einzige, was LM/FIA beeinflussen können, ist der Umwelteinfluss der Fahrzeuge und da haben sie etwas getan. Und auch wenn es nur winzige Einsparungen sind, so ist es doch in Summe weniger.
Motorsport und Umweltschutz schließt sich gegenseitig aus. Selbst die FormelE transportiert ihr Equipment nicht mit elektrischen LKW. Zudem wird ja zur Herstellung des ganzen Elektro-Zeugs jede Menge Energie benötigt.
Sollten sich neue - bessere - Optionen bieten und diese auch wirtschaftlich sinnvoll sein, werden sich diese Optionen auch durchsetzen. Das war schon immer so und wird auch weiterhin so bleiben. Wäre das nicht so, würden wir heute immer noch mit Pferdefuhrwerken durch die Gegend tingeln. ;-)

Es ist ein Quatsch, die F1 als "grün" zu bezeichnen. Aber sie ist heute sicher "grüner", als sie es noch vor 20 Jahren war. ;-)

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon F1_Corn » 27.09.2018, 12:53

Pinking hat geschrieben:Es ist ein Quatsch, die F1 als "grün" zu bezeichnen. Aber sie ist heute sicher "grüner", als sie es noch vor 20 Jahren war. ;-)


Unter Einbeziehung der Logistik und mehr Rennen und Batterieherstellung glaube ich das nur bedingt :wink2:
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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Michael-KR » 27.09.2018, 14:07

F1_Corn hat geschrieben:
Pinking hat geschrieben:Es ist ein Quatsch, die F1 als "grün" zu bezeichnen. Aber sie ist heute sicher "grüner", als sie es noch vor 20 Jahren war. ;-)

Unter Einbeziehung der Logistik und mehr Rennen und Batterieherstellung glaube ich das nur bedingt :wink2:

Batterie-/ bzw. Akku-Herstellung - dazu kenne ich nen netten Beitrag. Die Elektromobilität ist ja ach so super und umweltfreundlich, oder etwa doch nicht?

"Zukunft der Mobilität : Der Weg zum Elektroauto führt über den Kongo.
An Kobalt für den Bau von Batterien fehlt es in Kongo nicht. Kein Land besitzt mehr Vorräte, keines baut mehr ab. Zumal es genug Kinder gibt, um das Erz billig aus der Erde zu kratzen. Klingt wie Zynismus, ist aber elende Realität. Eine Realität, die beim Tanz um das goldene Elektroauto freilich nicht gerne gehört wird."
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/u ... 09179.html

Es ist, wie inzwischen fast alles, eine riesen Lüge.

P.S.: Sollte die Tesla Gigafactory in Nevada jemals vollständig sein und wie gewünscht voll produzieren, benötigt allein diese Fabrik rund 70 % der aktuellen Lithiumkarbonat-Rohstoffvorkommen. Und es gibt ja noch viele andere Buden (vor allem in China), die Li-Ionen-Akkus für E-Fahrzeuge herstellen. Nun ja, viel Spaß an der Suche nach weiteren Rohstoffvorkommen und dem möglichst billigen Abbau; sonst rechnen sich die E-Autos erst recht nicht.

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Typ17 GTI » 28.09.2018, 09:59

Pinking hat geschrieben:Es ist ein Quatsch, die F1 als "grün" zu bezeichnen. Aber sie ist heute sicher "grüner", als sie es noch vor 20 Jahren war.


Kennst du das Jevons Paradoxon ? Das dürfte definitiv auch bei der F1 auftreten.

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Pinking » 28.09.2018, 12:24

Typ17 GTI hat geschrieben:
Pinking hat geschrieben:Es ist ein Quatsch, die F1 als "grün" zu bezeichnen. Aber sie ist heute sicher "grüner", als sie es noch vor 20 Jahren war.


Kennst du das Jevons Paradoxon ? Das dürfte definitiv auch bei der F1 auftreten.


Unter diesem Begriff kannte ich es nicht, aber Rebound Effect ist mir geläufig. ;-)

Ich denke aber, dass auch in dieser Hinsicht ein Umdenken stattfindet, denn während man früher beim Beispiel "Kohle" davon ausgegangen ist, dass dieser Rohstoff niemals zu Ende gehen wird bzw. sich einfach keinen Kopf um die Endlichkeit eines Rohstoffs gemacht hat, sieht das heute zum Glück schon etwas anders aus.
Was eine wesentlich effizientere Entwicklung allerdings nach wie vor behindert, sind die Lobbies. So hat doch z.B.die Erdöl-Lobby mit aller Vehemenz gegen alternative Energien gewettert.
Schön ist, dass der Bildungsstandard der schnöden Bevölkerung stetig ansteigt. Der "Normalo" lässt sich nicht mehr so leicht hinter's Licht führen, so dass schlussendlich auch Konzerne wie Shell nach Alternativen zum geschätzten Erdöl suchen.

In den 90'er Jahren habe ich einen Motor gesehen (ein Prototyp), der augenscheinlich nur mit Wasser betrieben wurde. Auch mein späterer Dozent an der UNI-GHS Paderborn hat bestätigt, dass der Motor - basierend auf der Konstruktion - zumindest theoretisch funktionieren könnte.
Der Erfinder dieses Motors hat natürlich versucht, seine Idee zu vermarkten (es gibt bzw. gab auch ein Patent), aber es gab damals niemanden, der sich darauf einlassen wollte.
Mittlerweile gibt es Wasserstoff-Motoren. Im Grunde funktionieren diese so, wie es der Motor damals auch schon getan hat. Aus Wasser wurde mittels Dialyse Wasserstoff und Sauerstoff gewonnen und der Wasserstoff diente als Energieträger und hat die Kolben in Bewegung gesetzt. Es muss so um 1992 gewesen sein, als ich einen solchen Motor schon im Einsatz sehen konnte.
Wann kamen die ersten Konzerne mit diesem Konzept (welches für mich eigentlich nach wie vor das nachhaltigste Verbrennungskonzept darstellt) um die Ecke? :wave:

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Typ17 GTI » 28.09.2018, 12:42

Pinking hat geschrieben:Ich denke aber, dass auch in dieser Hinsicht ein Umdenken stattfindet, denn während man früher beim Beispiel "Kohle" davon ausgegangen ist, dass dieser Rohstoff niemals zu Ende gehen wird bzw. sich einfach keinen Kopf um die Endlichkeit eines Rohstoffs gemacht hat, sieht das heute zum Glück schon etwas anders aus.


Naja, nicht wirklich. Man nehme nur mal als Beispiel heutige Autos. Statt kleiner leichter und effizienter sind sie immer größer und schwerer geworden. Weniger Strom wirst du zuhause auch nicht verbrauchen, obwohl die Elektrogeräte alle sparsamer geworden sind. :wink:

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Pentar » 28.09.2018, 19:26

Ein in Summe gut gemachter & informativer Artikel.
Dafür ein :thumbs_up: an die Redaktion!

Irgendwie schade, dass zum eigentlichen Thema (Bewältigung von Aufwand & Logistik) keine Beiträge kommen.
Stattdessen wird darüber diskutiert, welche Umweltverschmutzungen & Energieverbräuche mit einem F1-GP einhergehen.

Natürlich sind diese Themen wichtig - sind aber nicht Thema dieses Threads.
Wenn ich persönlich Umweltverschmutzung & Energieverbrauch auf eine Minimum reduzieren möchte,
dann schaue ich keine Formel-1 mehr & lasse den Fernseher gänzlich aus...

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Re: Formel-1-Logistik: In sieben Boeing-747-Frachtjets um die Welt

Beitragvon Pinking » 28.09.2018, 21:15

Typ17 GTI hat geschrieben:
Pinking hat geschrieben:Ich denke aber, dass auch in dieser Hinsicht ein Umdenken stattfindet, denn während man früher beim Beispiel "Kohle" davon ausgegangen ist, dass dieser Rohstoff niemals zu Ende gehen wird bzw. sich einfach keinen Kopf um die Endlichkeit eines Rohstoffs gemacht hat, sieht das heute zum Glück schon etwas anders aus.


Naja, nicht wirklich. Man nehme nur mal als Beispiel heutige Autos. Statt kleiner leichter und effizienter sind sie immer größer und schwerer geworden. Weniger Strom wirst du zuhause auch nicht verbrauchen, obwohl die Elektrogeräte alle sparsamer geworden sind. :wink:


Natürlich verbrauchen wir im Schnitt weniger Strom?! Allein schon die Umrüstung von normalen Glühbirnen und Leuchtstoffröhren auf LED hat sich in der Stromrechnung deutlich positiv ausgewirkt. Sollte das bei euch nicht so sein, wird der nicht spürbare Unterschied wohl eher daran liegen, dass die einzelnen Geräte zwar weniger verbrauchen, aber in Summe mehr Geräte am Netz hängen?!
Und das Beispiel der heutigen Autos: Ich fahre einen Alhambra mit Schummeldiesel, 2L und 140PS. Trotz stellenweise beherzter Fahrweise liegt der Durchschnittsverbrauch knapp über 6l/100km. Letztes Jahr von Vorarlberg in die Toskana gar nur 5,1l (meine Frau mag keine "dynamische Fahrweise" *haha*).
Das wäre noch vor 10 Jahren undenkbar gewesen. Die Antriebe werden effizienter, das hohe Gewicht ist wohl in erster Linie den hohen Anforderungen an Sicherheit und dem immer weiter steigenden Anspruch an Komfort (alles muss ja elektrisch sein) geschuldet.
Also ich meine schon, einen Trend in die richtige Richtung erkennen zu können. Und auch in der E-Mobilität steckt die Industrie noch in den Kinderschuhen. Wir sind vielleicht nicht mehr auf dem Vergleichsstand der dampfgetriebenen Kutschen, aber viel weiter als das Modell A von Ford sind wir da heute noch nicht. Das geht nicht von heute auf morgen, aber was früher noch 100 Jahre gedauert hat, dauert heutzutage nur noch 10 Jahre. Die Geschwindigkeit von Entwicklung steigt exponential, habe da mal eine interessante Grafik gesehen, vielleicht schieße ich die noch nach. ;-)


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