Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

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Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Redaktion » 14.09.2018, 09:10

Sein langjähriger Wegbegleiter bei Ferrari, Stefano Domenicali, spricht über die besten und dunkelsten Seiten der Persönlichkeit Michael Schumacher
Michael Schumacher, Jacques Villeneuve

Die Kollision in Jerez 1997 ist in die Geschichte der Formel 1 eingegangen

Michael Schumacher sei schon "ein großer, ein unglaublicher Fahrer" gewesen, "als er 1996 zu Ferrari kam. Er war so fokussiert, dass mir sofort klar wurde, wie groß der Unterschied zu den anderen ist. Sowohl in Sachen Arbeitseinstellung, aber auch in Sachen Talent."

Große Worte von einem, der es wissen muss: Stefano Domenicali wurde zwar erst im November 2007, also nach Schumachers Zeit, zum Ferrari-Teamchef ernannt. Aber schon ab 1996 war er im Management der Scuderia tätig, ab 2002 in der verantwortungsvollen Position als Sportdirektor. Er gehörte zu den wenigen Personen, die den siebenmaligen Weltmeister während der goldenen Ferrari-Jahre aus nächster Nähe kennenlernen durften.

Im Podcast 'Beyond the Grid' erinnert sich Domenicali an die Anfangszeit: "Zu Beginn war er ein bisschen kühl. Er kam von einer anderen Mentalität. Aber die Beziehung ist mit jedem Tag gewachsen." So weit, dass Schumacher oft mit seinen Kollegen Pasta essen ging. Zum Beispiel im Ristorante Montana, gleich vor den Toren der Gestione Sportiva in Maranello.

"Michael hatte solches Charisma, das ging über das eines Fahrers weit hinaus", erinnert sich Domenicali. "Schritt für Schritt verstand er auch, dass seine Rolle mehr als die eines Fahrers war." Und je enger und inniger die Beziehung zwischen Schumacher und den Ferraristi wurde, desto entspannter gab sich der Superstar.

Italienisch nur im vertrauten Kreis

Nicht in der Öffentlichkeit, aber hinter verschlossenen Türen: "Zum Beispiel wollte er in der Öffentlichkeit nie Italienisch sprechen. Er war zu sehr Perfektionist, als dass er seine kleinen grammatikalischen Fehler akzeptiert hätte", erzählt Domenicali. "Aber teamintern war er viel entspannter. Nur außerhalb des Teams hat er immer einen Schutzschild eingeschaltet."

Neben seiner Beliebtheit bei Ferrari hatte Schumacher ein weiteres Erfolgsgeheimnis: die einzigartige Fähigkeit, in jedem noch so kleinen Detail Verbesserungspotenzial zu erkennen und dieses gemeinsam mit den Ingenieuren auch zu entfalten. Domenicali erinnert sich an viele Situationen, in denen Schumacher einfach die Augen geschlossen hat. Und das nicht etwa, weil er müde war.


Fotostrecke: Michael Schumachers Formel-1-Rekorde

Keine Rekorde sind für die Ewigkeit - nicht einmal die von Michael Schumacher. So hat Lewis Hamilton "Schumi" 2017 beispielsweise bei der Anzahl der Pole-Positions überflügelt. Trotzdem hält der Kerpener noch immer haufenweise Bestmarken in der Formel 1 - und teilweise sogar ziemlich deutlich. Wir liefern einen Überblick.

Keine Rekorde sind für die Ewigkeit - nicht einmal die von Michael Schumacher. So hat Lewis Hamilton "Schumi" 2017 beispielsweise bei der Anzahl der Pole-Positions überflügelt. Trotzdem hält der Kerpener noch immer haufenweise Bestmarken in der Formel 1 - und teilweise sogar ziemlich deutlich. Wir liefern einen Überblick.

"Michael", sagt er, "konnte seine Augen schließen und eine Runde in Superzeitlupe in seinem Kopf ablaufen lassen, um jedes einzelne Bild der Runde zu analysieren, und Michael war dazu in der Lage, in jedem einzelnen Bild eine kleine Verbesserung zu finden." Zum Beispiel war Schumacher der Erste, der die Bremsbalance von Kurve zu Kurve verstellt hat, um kleinste Verbesserungspotenziale auszuschöpfen.

Am meisten habe Domenicali aber beeindruckt, "dass er nie ein schlechtes Wort über das Team verloren hat. Auch nicht, wenn ein Fehler gemacht wurde. Intern war er schon mal ziemlich hart, da hat er auch geschimpft, dass so etwas nicht passieren darf. Aber niemals nach außen."

Nicht einmal nach dem schweren Unfall in Silverstone 1999, bei dem Schumacher nach einem Herzstillstand dem Tod von der Schaufel gesprungen ist. Es war eine schlampig angezogene Entlüftungsschraube im Bremssystem, die ihn beinahe das Leben gekostet hätte. Menschliches Versagen eines Mechanikers. Aber darüber ist nie ein böses Wort gefallen.

Silverstone 1999: Keine Schuldzuweisungen

"Er hat das nie offiziell verraten und nie dem Team die Schuld gegeben", sagt Domenicali. "Die Mechaniker standen immer hinter ihm. Genau deswegen."

Stefano Domenicali, Michael Schumacher

Stefano Domenicali und Michael Schumacher beim Grand Prix Italien 2011

Doch es gab auch diese andere Seite an Michael Schumacher. Adelaide 1994, Jerez 1997, Österreich 2002, Monaco 2006. Domenicali hat dafür Verständnis: "Wenn Rennfahrer ihr Visier runterklappen, leben sie in ihrem eigenen Universum. Und wenn die Anspannung zu groß wird, sind sie auch nur Menschen."

Die Frage, über die viele Fans noch immer diskutieren, nämlich ob all das Absicht war oder nicht, ist sporthistorisch gesehen längst beantwortet. Ja, war es. Doch Domenicali plädiert dafür, solche Fragen nicht schwarz-weiß, sondern grau zu beantworten.

"Es ist menschlich, in solchen Situationen zu glauben, dass man die Grenzen verschieben kann", zeigt er Verständnis für Schumachers Verhalten. "Solche Fahrer sind aber viel zu intelligent, nicht zu verstehen, was sie getan haben. Vielleicht gestehen sie es vor anderen nur nicht ein."


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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Typ17 GTI » 14.09.2018, 09:33

Redaktion hat geschrieben: ....Österreich 2002

Also das kann man ihm ja nun nicht in die Schuhe schieben. Die Anweisung an Rubens kam ja von Todt.

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Tomek333 » 14.09.2018, 09:55

Hane noch nie davor gehört das schumacher
99 beim Unfall einen Herzstillstand hatte und die Gefahr bestand
das er stirbt.

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon rot » 14.09.2018, 09:58

Redaktion hat geschrieben:Silverstone 1999, bei dem Schumacher nach einem Herzstillstand dem Tod von der Schaufel gesprungen ist.


Also, ich mag mich nicht daran erinnern, dass Schumacher reanimiert worden ist. So war es glaube ich, er selbst, der schlicht sein Herz nicht mehr "gehört" hat. Anderes ist mir nicht bekannt.
Etwas viel Drama, wobei bei so einem Crash mit viel G und einem grossen Bruch wie dem Schienbein der Oranismus ordentlich durchgeschüttelt wird, was die Wahrnehmung doch ziemlich trübt. Da fühlt man halt den Schock und die Alarmsignale. Aber unter einem Herzstillstand, und dem Tod von der Schippe gesprungen verstehe ich etwas anderes. Zumal für jene, die das schon selbst oder von ausserhalb erlebt haben. Naja...

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Ferrarista1985 » 14.09.2018, 10:18

Zu keinem Zeitpunkt hatte Schumacher in Silverstone einen Herzstillstand.
Vlt war er kurz bewusstlos, aber er hat versucht sich selber zu befreien, was aber nciht ging, weil er das kauptte Schienbein hatte.

Dieser Artikel ist schlecht geschrieben und die Aussage, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen ist und er keinen Herzschlag mehr hatte, ist schlichtweg gelogen!

Setzen, 6!

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Chris1909 » 14.09.2018, 10:21

Ferrarista1985 hat geschrieben:Zu keinem Zeitpunkt hatte Schumacher in Silverstone einen Herzstillstand.
Vlt war er kurz bewusstlos, aber er hat versucht sich selber zu befreien, was aber nciht ging, weil er das kauptte Schienbein hatte.

Dieser Artikel ist schlecht geschrieben und die Aussage, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen ist und er keinen Herzschlag mehr hatte, ist schlichtweg gelogen!

Setzen, 6!


Ich glaube nicht gelogen, sondern einfach in alter Manier lächerlich und falsch überschätzt. So wie man auch Fahrern aus dem Ausland immer falsche Zitate "übersetzt". Boulevard-Niveau mit Inkompetenz halt.

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Wacholderpolka » 14.09.2018, 10:43

Ferrarista1985 hat geschrieben:Dieser Artikel ist schlecht geschrieben und die Aussage, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen ist und er keinen Herzschlag mehr hatte, ist schlichtweg gelogen!


Ich fände es gut, wenn zumindest hier nicht die allgegenwärtige Übertreibungs- und Diffamierungsmentalität aus Facebook rüberschwappen würde.
Ja, der Artikel enthält wohl Übersetzungsfehler.
Aus einem "the heart misses a beat" kann schon mal ein Herzstillstand werden, aber das ist kein Grund, von lügen zu sprechen.
Wobei ich den Originaltext nicht gesehen habe, war nur ein Beispiel.
Wenn Du also einfach mal einen Gang (hihi passt zum Thema) runterschalten könntest und mit etwas mehr Gelassenheit auf einen Fehler hinweisen würdest, wäre das sicherlich eine tolle Sache.

Nur mal so als Denkanstoß.

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Staind » 14.09.2018, 10:52

Herzstillstand? Bitte was?

In der Berichterstattung 99 bis heute war davon nie etwas zu lesen?
Zuletzt geändert von Staind am 14.09.2018, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
"Auf Michaels Kappe wäre noch Platz für zwei weitere Sterne." (Willi Weber / Sep. 2004)

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon rot » 14.09.2018, 11:15

Von 2000...

Es war ihm unmöglich gewesen, selbständig aus dem Cockpit zu klettern. Er spürte den Kreislauf zusammenbrechen, hörte seinen Herzschlag nicht mehr und erzählte erst Tage später von seiner ersten Begegnung mit dem Tod.


https://www.welt.de/print-welt/article542803/Die-Wahrheit-ueber-Schumachers-Unfall.html

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon miner » 14.09.2018, 12:34

Das Verhalten, nichts Negatives über das Team zu sagen, sollte sich mal Herr Hamilton verinnerlichen.
Wenn es gut geht ist er es, wenn es nicht klappt die anderen.
Deshalb wird er nie das Niveau eines Michael Schumachers oder eines Ayrton Senna erreichen.
Auch Senna hat nie schlecht in der Öffentlichkeit gegen sein Team gewettert

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Tomek333 » 14.09.2018, 12:52

Und Vettel wohl auch nicht wenn er schon einen Anwalt auf sein Team (2013 RedBull)
los lässt

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon harakduru » 14.09.2018, 14:27

Ich hab ein TV-Interview noch ziemlich genau vor Augen, wo Schumacher davon spricht, dass er selbst nicht aus dem Auto kam weil es beim Bein den sogenannten Gummiband Effekt gab. Er zog, aber das Bein kam aufgrund des Bruches nicht nach, weshalb er nicht eigenständig aussteigen konnte.

Als er dann im Krankenwagen lag, ganz ruhig, da hörte er auf seinen Herzschlag und diese setzte seiner Meinung nach plötzlich aus, er dachte: ach krass, so fühlt sich das an, dass war es jetzt wohl denn er hörte ihn nicht mehr. Als er später mit den Ärzten über diese Wahrnehmung sprach konnten diese seinen Eindruck nicht bestätigen! Sein Herz hatte zu keiner Zeit ausgesetzt. Schumacher glaubte das auch, sprach nur davon dass es "krass" war diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich meine auch das er deshalb übers aufhören nachdachte, sich aber dagegen entschied.

Das ist genau das was Schumacher damals im TV Interview erzählte, was hier daraus gemacht wurde ist einfach lächerlich.

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon evosenator » 14.09.2018, 14:57

Ganz einfach:

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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 14.09.2018, 15:07

Einfach selbst Zeit nehmen und anhören:
https://www.formula1.com/en/latest/arti ... a86EW.html

Vom Herzstillstand habe ich nichts gehört, ohne behaupten zu wollen, jede Sekunde akribisch angehört zu haben.
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Re: Schumacher "viel zu intelligent", Jerez 1997 nicht zu verstehen

Beitragvon Staind » 14.09.2018, 15:55

Tomek333 hat geschrieben:Und Vettel wohl auch nicht wenn er schon einen Anwalt auf sein Team (2013 RedBull)
los lässt


:facepalm: Seine rechtlichen Berater seinen Arbeitsvertrag auf ein bestimmtes Verhalten überprüfen zu lassen ist also das gleiche als diese auf "das Team loszu lassen"?
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