"Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

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"Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon Redaktion » 10.08.2018, 14:30

Punkte in sieben von zwölf Formel-1-Rennen 2018: Mit einer derart guten Leistung hätten selbst die Sauber-Piloten vor Saisonbeginn nicht gerechnet
Charles Leclerc

Sauber fährt 2018 vor allem dank Charles Leclerc oft um Punkteplätze mit

Welches Team war die größte Überraschung der bisherigen Formel-1-Saison 2018? Sauber dürfte zumindest gute Karten auf diesen "Titel" haben. Denn die Tabellenletzten von 2017 präsentieren sich in diesem Jahr nicht nur in einem neuen Look, sondern auch wesentlich verbessert: In der vergangenen Saison hatte Sauber gerade mal in zwei Rennen Punkte geholt. Jetzt, nach zwölf Grands Prix, steht die Mannschaft aus der Schweiz bereits bei sieben Top-10-Ergebnissen.

Selbst die Fahrer sind baff angesichts des rasanten Aufschwungs im Team. "Unsere erste Saisonhälfte war unglaublich", sagt etwa Marcus Ericsson. "Wenn man bedenkt, wo wir in den vergangenen beiden Jahren standen, dann ist das mehr als wir uns erträumt hätten." Mit seiner bisherigen Ausbeute von 18 Zählern hat Sauber die Jahre 2016 (2) und 2017 (5) längst übertroffen und damit auch die "rote Laterne" der Formel 1 an Williams weitergereicht. Der Rennstall belegt zwar dennoch nur den vorletzten Tabellenplatz, doch die Stimmung ist wesentlich besser als in den Vorjahren.

Auch Charles Leclerc, der für 2018 zum Team stieß und erstmals eine Formel-1-Saison bestreitet, spricht von "gewaltigen Fortschritten". Speziell ihm ist es zu verdanken, dass Sauber in diesem Jahr deutlich verbessert wahrgenommen wird: Er trumpfte mit mehreren Top-10-Startplätzen im Qualifying auf und holte die Mehrheit der Punktepositionen - nämlich fünf von sieben - für seine Mannschaft.

Baku als Initialzündung für Sauber

Doch er meint: Der Saisonverlauf lässt die Sauber-Story runder wirken als sie es eigentlich ist. Dies sei teilweise seiner Unerfahrenheit als Formel-1-Neuling geschuldet, so Leclerc. "Beim ersten Rennen zum Beispiel bin ich einfach nicht gut gefahren. Durch mich fiel die Gesamtleistung schlechter aus." Die Zeiten von Sauber in der letzten Startreihe waren 2018 aber alsbald vorbei. Schon beim vierten Lauf präsentierten sich Fahrer und Team deutlich stärker. "Ab Baku haben wir hauptsächlich die Fortschritte des Fahrzeugs gesehen", sagt Leclerc.

Inzwischen ist Sauber zumindest mit Leclerc am Steuer ein Kandidat auf regelmäßige Top-10-Startplätze, was vor Saisonbeginn niemand für möglich gehalten hätte. "Unsere Fortschritte bis hierher sind wirklich groß", meint Leclerc. "Das ist ein positives Zeichen und es motiviert das Team sehr."

Einzig Ericsson zieht nicht richtig mit: Im Vergleich zu Leclerc fällt er im Qualifying mit 3:9 deutlich ab, ist nur im Rennen auf Augenhöhe unterwegs. Wobei Leclerc mit Platz sechs aus Baku als persönlicher Bestleistung immer noch klar vorneliegt gegenüber zwei neunten Plätzen von Ericsson aus Bahrain und Deutschland. Vieles davon, glaubt Ericsson, ist der Qualifikation geschuldet. Es falle Leclerc einfacher, das Auto optimal am Limit zu bewegen. Ericsson wiederum gesteht hier Nachholbedarf ein.

Was Leclerc im Qualifying besser macht

Der Schwede erklärt: "Auf einer schnellen Runde habe ich Probleme damit, ein Gefühl für das Fahrzeug zu entwickeln. Ich finde da einfach nicht den idealen Punkt." Und so steht Leclerc auf einem Top-10-Startplatz, Ericsson im Schwesterauto dagegen im breiten Mittelfeld. Das schmerzt den langjährigen Sauber-Piloten. Vor allem, weil er keine Erklärung dafür hat: "Es ist schon ein bisschen seltsam. Ich weiß wirklich nicht, warum ich dieses Jahr so große Schwierigkeiten habe. Denn ich suche noch immer nach einer Lösung."

Inzwischen habe er schon vieles probiert, meint Ericsson weiter, "auch darum herumzufahren", wie er sagt. "Charles gelingt es einfach gut, im Qualifying ans Limit zu gehen. Aber ich kann nicht einfach sein Set-up übernehmen, weil wir unterschiedliche Fahrstile pflegen." Der Schlüssel zum Erfolg sei in einer besseren Reifennutzung zu finden, sagt Ericsson. "Es geht da allmählich in die richtige Richtung." Er wolle sich in Zukunft auch nicht mehr zu sehr von den Leistungen des Teamkollegen ablenken lassen.

Zumal Leclerc selbst von sich sagt, gerade die Qualifikation akribisch vorzubereiten. "Es ist mein Lieblingsmoment am Rennwochenende. Ich gehe da immer ans Limit. Das hat zuletzt auch sehr gut funktioniert. In den Rennen muss ich hingegen noch einiges lernen, nicht nur über den Reifenhaushalt." Weshalb Ericsson in den Grands Prix gegenüber seinem Stallgefährten aus Monaco weitaus weniger abfällt als im Qualifying.

Und wohin kann das führen in der zweiten Saisonhälfte? Bei aller Euphorie um den Aufschwung in Hinwil sind die Aussichten begrenzt: Selbst wenn es Ericsson und Leclerc gelingt, in den verbleibenden Rennen noch einmal 18 Punkte zu holen, sie würden ihr Team nur von Platz neun auf Rang acht nach vorne bringen. "Nur" - das würde in diesem Fall einen Unterschied von mehreren Millionen Euro an Preisgeld bedeuten, wäre also ein erstrebenswertes Ziel. Zumal Toro Rosso in diesem Jahr nicht zu den konstanten Punktefahrern zählt, Sauber dagegen schon. Alle weiteren Teams sind wohl schon zu weit weg für Sauber. Es sei denn, das Team aus der Schweiz weiß auch im Herbst noch einmal zu überraschen ...


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Re: "Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon F1_Corn » 10.08.2018, 15:39

Redaktion hat geschrieben:Ericsson wiederum gesteht hier Nachholbedarf ein.Was Leclerc im Qualifying besser machtDer Schwede erklärt: "Auf einer schnellen Runde habe ich Probleme damit, ein Gefühl für das Fahrzeug zu entwickeln. Ich finde da einfach nicht den idealen Punkt." Und so steht Leclerc auf einem Top-10-Startplatz, Ericsson im Schwesterauto dagegen im breiten Mittelfeld. Das schmerzt den langjährigen Sauber-Piloten. Vor allem, weil er keine Erklärung dafür hat: "Es ist schon ein bisschen seltsam. Ich weiß wirklich nicht, warum ich dieses Jahr so große Schwierigkeiten habe. Denn ich suche noch immer nach einer Lösung."

Inzwischen habe er schon vieles probiert, meint Ericsson weiter, "auch darum herumzufahren", wie er sagt. "Charles gelingt es einfach gut, im Qualifying ans Limit zu gehen. Aber ich kann nicht einfach sein Set-up übernehmen, weil wir unterschiedliche Fahrstile pflegen." Der Schlüssel zum Erfolg sei in einer besseren Reifennutzung zu finden, sagt Ericsson. "Es geht da allmählich in die richtige Richtung." Er wolle sich in Zukunft auch nicht mehr zu sehr von den Leistungen des Teamkollegen ablenken lassen.


Nach so vielen Jahren F1 Erfahrung eigentlich ein selbst erstelltes Armutszeugnis gegen einen Rookie :??: 2019 bitte endlich ohne ihn!

Freue mich für Sauber und kann nur nochmal betonen das sie mit Wehrlein statt Ericsson ein noch erfolgreicheres Jahr und eine interessante Fahrerpaarung hätten.
Life's to short not to go big, you got to go big!!

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Re: "Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon EffEll » 10.08.2018, 18:33

Es ist seiner Meinung nach seltsam, dass er DIESES JAHR (im Qualifying) so große Schwierigkeiten hat?
Letztes Jahr gegen Wehrlein war es doch das gleiche? Da sprechen 11:7 zwar keine solch eindeutige Sprache, aber dafür sah es im Rennen noch klarer aus.
Lediglich gegen Felipe Nasr konnte er sich behaupten.
Aber das ist echt ein Armutszeugnis.
Traurig, dass er dennoch F1 fährt, nur weil er der Liebling einer der Geldgeber des Teams ist.
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Re: "Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon focuset » 10.08.2018, 20:00

Ich finde Leclerc zeigt auf, dass auch ein Wehrlein kein super Talent ist. Dafür finde ich der Abstand zu Ericsson zu knapp. Den hätte er deutlicher schlagen müssen. So, wie es jetzt Leclerc zeigt.
Zu Sauber: Für mich keine Überraschung. Klar haben sie gute Leute verloren, aber jetzt wo die finanzielle Seite gesichert ist und Kaltenborn endlich weg ist, haben sie praktisch alle Zutaten die sie brauchen, um da zu stehen, wo sie jetzt sind.

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Re: "Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon Dr_Witzlos » 11.08.2018, 14:52

focuset hat geschrieben:Ich finde Leclerc zeigt auf, dass auch ein Wehrlein kein super Talent ist. Dafür finde ich der Abstand zu Ericsson zu knapp. Den hätte er deutlicher schlagen müssen. So, wie es jetzt Leclerc zeigt.
Zu Sauber: Für mich keine Überraschung. Klar haben sie gute Leute verloren, aber jetzt wo die finanzielle Seite gesichert ist und Kaltenborn endlich weg ist, haben sie praktisch alle Zutaten die sie brauchen, um da zu stehen, wo sie jetzt sind.


Man muss aber auch bedenken, dass Wehrlein zwei Rennen nicht da war und die ersten Rennen immer noch unter den Einfluss des Crashes vom ROC stand.

Ich denke, dass es deutlicher wäre, wenn denn Wehrlein nicht beim ROC gecrasht wäre.

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Re: "Gewaltiger" Aufschwung: Sauber überrascht sich selbst

Beitragvon HDF030 » 11.08.2018, 16:23

Auch wenn hier der Austausch von Ericsson schon gefordert wurde. Chapeau an Ericsson für soviel ehrliche Selbstreflexion und das er das auch nach außen trägt. Scheint er arbeitet wirklich hart an sich und versucht das beste. Wir sind in der F1 klar sollten nur die besten dort fahren,aber ich fands echt ehrlich.
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