Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

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Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon Redaktion » 07.06.2018, 12:06

Formel-1-Boss Chase Carey im Interview: Nach welchen Kriterien er neue Rennen aussucht, wie sich der Kalender verändern wird und wieso ihn Afrika reizt
Chase Carey

Formel-1-Boss Chase Carey setzt beim Formel-1-Kalender auf Stabilität

Nachdem Formel-1-Rechteinhaber Liberty Media die Gridgirls abgeschafft, die Startzeiten geändert und ein neuen Logo eingeführt hat, fürchten viele Formel-1-Puristen auch um Traditionskurse wie Monza oder Spa-Francorchamps. Im Interview mit 'Motorsport-Total.com' erklärt Formel-1-Boss Chase Carey, warum die Sorge unberechtigt ist, nach welchen Kriterien man neue Schauplätze sucht und warum ein Rennen in Afrika Thema ist.

Frage: "Mr. Carey, Sie wollen mit Straßenkursen neue Fans ansprechen. Die gibt es in der Stadt, während Traditionsstrecken wie Spa viele Kilometer von Städten entfernt sind. Passt das in Ihre Pläne?"
Chase Carey: "Das ist wahrscheinlich von Ort zu Ort unterschiedlich. Schauen wir uns die USA an: Dort werden wir eher auf Straßenkurse setzen. Schön für Texas, dass sie diese Strecke gebaut haben, aber das ist eine sehr aufwändige Angelegenheit, die mit hohen Kosten verbunden ist."

"Man muss schauen, welche Gelegenheiten sich bieten und was es in den jeweiligen Ländern gibt. Wir werden uns dann anschauen, ob es sich auszahlt. Nach welchen Kriterien wir das entschieden? die Qualität der Rennstrecke, die Attraktivität des Schauplatzes, die Unterstützung des öffentlichen Dienstes und der Unternehmen. Und es muss auch geografisch ausgeglichen sein."

Frage: "Ein guter Punkt: Ist ein Rennen in Afrika realistisch?"
Carey: "Es wäre toll, ein Rennen in Afrika zu haben. Dennoch können wir nur eine limitierte Anzahl von Rennen anbieten."

Frage: "Wenn Sie über Afrika sprechen, meinen Sie da Nordafrika oder Südafrika?"
Carey: "Ganz Afrika. Es geht auch um eine geografische Vielfalt. Wenn man sich als Weltsport definiert, dann will man auch global vertreten sein. Dann geht es um die Details. Jeder hat seine persönlichen Vorlieben, aber wir wollen uns anschauen, was sich am meisten auszahlt."

Frage: "Sie sprechen von einer limitierten Anzahl von Rennen. Das stimmt, denn wenn man in jeder Kalenderwoche ein Rennen austragen würde, dann hätten wir 52 Rennen pro Jahr. Aber ganz konkret - was ist die richtige Mischung?
Carey: "Unser Fokus ist derzeit die Qualität, nicht die Quantität. Wir haben 21 Rennen. Wir wollen sicherstellen, dass alle 21 großartig sind. Wir arbeiten mit den Promotern daran, dass jedes Rennen so stark wie möglich ist. Wir haben dieses Jahr neue Rennen im Kalender. Der Kalender ist daher voll, aber wir konzentrieren uns auf die Qualität."

Frage: "Hockenheim und Le Castellet sind dieses Jahr neu, aber das wurde noch von Ihrem Vorgänger eingefädelt. Wie versucht Liberty, neue Rennen anzulocken?"
Carey: "Es gibt großes Interesse. Ich will jetzt nicht zu viel über potenzielle Rennen sprechen, um die wir uns bemühen, denn ich sehe das derzeit noch als vertrauliche Gespräche."

"Wenn man ein Unternehmen führt, dann finde ich es richtig, die Gespräche vertraulich zu halten - und wenn man dann eine Entscheidung getroffen hat oder sich einig ist, dann kann man das erklären. Die Sache mit Miami ist wegen der dortigen Abläufe an die Öffentlichkeit gekommen. Der Deal ist nicht abgeschlossen."

Seit dem Kyalami-Rennen im Jahr 1993 gastiert die Formel 1 nicht mehr in Afrika

"Klar, wenn wir uns einen Ort ansehen, dann bekommt man das mit. Wir haben Vietnam besucht. Es ist sehr spannend, auf wie viel Interesse wir gestoßen sind - und das gilt für Orte in Afrika, aber auch für Südamerika, die USA, Europa. Da sind Orte dabei, die aus unserer Sicht nicht funktionieren würden, aber auch eine große Anzahl an interessanten Orten. Wir befinden uns in Gesprächen und werden sehen, wo sich diese hinbewegen."

Frage: "Wenn wir uns den Kalender ansehen: Könnten Sie sich ein, zwei neue Rennen in den kommenden zwei oder drei Jahren vorstellen?
Carey: "Mit 2019 wird es knapp, aber für 2020 oder 2021 führen wir definitiv Gespräche, die zu neuen Rennen führen könnten."

Frage: "Dieses und nächstes Jahr werden viele Verträge auslaufen. Die müssen also entweder verlängert werden oder es muss ein Ersatz her."
Carey: "Ja, es sind nicht viele, aber ..."

Frage: "Ich glaube, es sind vier, oder?"
Carey: "Dieses Jahr sind es drei und nächstes Jahr auch drei? Ich kann es jetzt nicht genau sagen. Aber ungefähr drei oder vier pro Jahr. Wir streben langfristige Beziehungen an, und im Idealfall wird das dann zu einer Partnerschaft. Gleichzeitig ist der Wandel aber Teil unserer Welt. Wir rechnen also von Jahr zu Jahr mit einer begrenzten Anzahl von Änderungen, aber das bietet immer Möglichkeiten, neue Rennen in den Kalender zu holen, die sich als aufregende Plattform für die Fans und den Sport herausstellen können."


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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon LoK-hellscream » 07.06.2018, 12:12

Da spricht ein wahrer Geschäftsmann. Keine Details von laufenden Verhandlungen preisgeben und doch aufzeigen, wo die Reise hingehen sollte/könnte.

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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon ItachiU » 07.06.2018, 14:55

LoK-hellscream hat geschrieben:Da spricht ein wahrer Geschäftsmann. Keine Details von laufenden Verhandlungen preisgeben und doch aufzeigen, wo die Reise hingehen sollte/könnte.


:thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up:

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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon Ao Kiu » 07.06.2018, 15:31

Ja klar. Ich bin auch fuer ein F1 Stadtrennen in Timbuktu. Ortsueblicher Strassenbelag: Rohoel auf Sand gesprueht!
Ich wiess von was ich rede, war in den spaeten 80gern als Mechaniker auf der Pharaonen Rally dabei (Jutta gab ihr Debut auf einer Scheck BMW).
Wastl: "Mission SPINNOW !" :rofl:

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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon LoK-hellscream » 07.06.2018, 15:52

Ao Kiu hat geschrieben:Ja klar. Ich bin auch fuer ein F1 Stadtrennen in Timbuktu. Ortsueblicher Strassenbelag: Rohoel auf Sand gesprueht!
Ich wiess von was ich rede, war in den spaeten 80gern als Mechaniker auf der Pharaonen Rally dabei (Jutta gab ihr Debut auf einer Scheck BMW).


Aufgrund von dessen:

Da sind Orte dabei, die aus unserer Sicht nicht funktionieren würden, aber auch eine große Anzahl an interessanten Orten. Wir befinden uns in Gesprächen und werden sehen, wo sich diese hinbewegen."


ist deine gezwungen heraufbeschworene Ironie einfach fehl am Platz, da klar dargestellt wird, dass man nur zu Schauplätzen will, die auch passend sind. Ein Grand Prix in Südafrika? Wenn alles passt, wieso nicht? Ein Grand Prix in Somalia? Sicherlich nicht!

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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon Peter Revson » 07.06.2018, 17:03

Das wäre toll.
Es ist ja fast peinlich, dass schon so lange nicht mehr in Afrika gefahren wird.

Kyalami wär natürlich super, aber ich fürchte, das wird nicht passieren.
Aber sicherlich gäbs noch andere Strecken in Südafrika.

Vielleicht will ja Angola seinen neugefundenen Reichtum (zumindest für manche) zeigen?

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Re: Formel-1-Boss Carey im Interview: "Rennen in Afrika wäre toll"

Beitragvon Simtek » 08.06.2018, 18:29

Ao Kiu hat geschrieben:Ja klar. Ich bin auch fuer ein F1 Stadtrennen in Timbuktu. Ortsueblicher Strassenbelag: Rohoel auf Sand gesprueht!
Ich wiess von was ich rede, war in den spaeten 80gern als Mechaniker auf der Pharaonen Rally dabei (Jutta gab ihr Debut auf einer Scheck BMW).


Ich würde den Mond bevorzugen - mit "Astro-Alex" als Gastfahrer. :mrgreen:
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"


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