Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

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Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon Redaktion » 19.02.2019, 15:07

Während Toto Wolff schlimme Folgen des EU-Austritts Großbritanniens für die Formel 1 fürchtet, witzelt Red-Bull-Kollege Horner über dessen Schweizer Wohnsitz
Flagge Großbritanniens

Der Brexit sorgt bei vielen Formel-1-Teams für tiefe Sorgenfalten

An der Formel 1 geht das Thema Brexit nicht spurlos vorbei: Der nahende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bereitet sieben der zehn Teams, die ihren Hauptsitz oder wichtigste Dependance auf der Insel haben, Kopfschmerzen. Besonders tief runzelt Mercedes-Sportchef Toto Wolff die Stirn: Es gäbe "ernsthaften Grund zur Sorge", sagt er, "und es sollte jedem so ergehen."

Das Beispiel Silberpfeile illustriert, in welche Schwierigkeiten Formel-1-Mannschaften schlittern könnten. Mit dem Konzernsitz in Stuttgart und zwei Standorten in Großbritannien (der Autofabrik in Brackley und der Motorenfabrik in Brixworth) betreibt Mercedes ein paneuropäisches Projekt aus dem Bilderbuch. Die Belegschaften sind international, setzen sich aus 26 Ländern zusammen.

Der Daimler-Konzern besitzt 60 Prozent, Wolff selbst 30 Prozent und Niki Lauda zehn Prozent an dem Formel-1-Team, das als eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH) im britischen Handelsregister geführt wird. Umstände, die für Probleme sorgen könnten, wenn es keinen freien Waren-, Kapital- und Personenverkehr zwischen Großbritannien und dem Festland mehr gibt - schließlich garantieren diese Freiheiten des Binnenmarktes nur die EU-Verträge, die nun gekündigt werden.

Besonders gravierend wäre die Lage, wenn es zu einem "harten" Brexit käme - sich Großbritannien und die EU also nicht auf ein Austrittsabkommen verständigen und es am 29. März kein bilaterales Abkommen zwischen London und Brüssel gibt. Das Verhältnis zur EU würde dann einem x-beliebigen Drittstaat gleichen. Einfuhrzölle und Beschränkungen im Aufenthalts- und Arbeitsrecht für Ausländer wären die Folge und könnten die Formel-1-Teams und ihre Mitarbeiter schwer treffen.


Fotostrecke: Die ungerechte Geldverteilung der Formel 1

10. Sauber (39 Millionen Euro): Die Schweizer rutschen als WM-Letzter 2017 auch in der Geldverteilungstabelle auf den letzten Platz ab. Und bekommen weniger als ein Viertel der FOM-Einnahmen von Branchenkrösus Ferrari.

10. Sauber (39 Millionen Euro): Die Schweizer rutschen als WM-Letzter 2017 auch in der Geldverteilungstabelle auf den letzten Platz ab. Und bekommen weniger als ein Viertel der FOM-Einnahmen von Branchenkrösus Ferrari.

"Wir reisen ständig ein und aus. Das gilt auch für unser Personal. Wenn wir Teile oder Dienstleistungen erhalten, passiert es auf den letzten Drücker", schnauft Wolff. Keine Zeit für Formalitäten, wenn ein Frontflügel aus Brackley fix nach Hockenheim gebracht werden muss. "Jede Störung an der Grenze oder zusätzliche Gebühren würde die Branche in Großbritannien massiv schädigen."Dass es zu einem "harten" Brexit kommt, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Das britische Parlament hat sich grundsätzlich dagegen ausgesprochen, bisher allerdings keinen Deal abgenickt, den Premierministerin Theresa May vorlegt hat - auch weil ihr der Rückhalt in der eigenen Partei fehlt.Die Verhandlungen gehen weiter - und Toto Wolff hofft auf Vernunft. "Als Leiter eines Rennteams und als Geschäftsmann denkt man, dass sich am Ende rationales Denken durchsetzen würde", sagt er. Der britische Motorsportverband und einige Teams haben sich in einem Brief an May gewandt, um die Branche zu retten. Schließlich wäre die logische Antwort auf einen "harten" Brexit Abwanderung ins europäische Ausland. Ein Szenario, dass bei Mercedes offenbar eine Rolle spielt.

Frauenpower bei Mercedes

Von der Rezeptionistin bis zur Ingenieurin - Hinter dem Weltmeisterteam stehen auch eine Menge starke Frauen Weitere Formel-1-Videos

"Es wäre ein Albtraum-Szenario, das ich mir nicht vorstellen mag", so Wolff über Brexit ohne Austrittsabkommen. "Wir haben gewisse Notfallpläne in der Schublade, wie wir unsere Leute und Teile in und außer Landes bekommen, aber es wäre ein Störfeuer. Es würde bei allen Teams in Großbritannien für Kopfzerbrechen sorgen." Nicht bei Ferrari und Alfa Romeo, die aus Italien respektive der Schweiz operieren. Mit Abstrichen lässt sich auch Toro Rosso mit Sitz in Faenza ausklammern, jedoch ist das Red-Bull-Juniorteam auf die Zusammenarbeit mit Milton Keynes angewiesen.Dort herrscht Gelassenheit, obwohl Red Bull als österreichisches Unternehmen ähnliche Schwierigkeiten erwarten dürften wie Mercedes - wenn auch nicht so extrem, weil sich das Formel-1-Business in Großbritannien konzentriert. "Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte, redet jemand über den 'harten' Brexit", meint Teamchef Christian Horner, "aber wie es kommen mag, wir müssen damit leben. Das Leben geht weiter." Dass Wolff sich sorgt, tut er ab: "Da er in der Schweiz wohnt, hat er wohl kein Problem damit. Man kann jetzt den Weltuntergang an die Wand malen oder man kann abwarten, wie der Brexit am Ende tatsächlich aussehen und das Leben beeinflussen wird."
Christian Horner, Toto Wolff, Maurizio Arrivabene

Die drei Topteams sehen den Brexit allesamt unterschiedlich

Auch die kleineren Teams halten sich zurück. Haas-Teamchef Günther Steiner, der auf die reibungslose Zusammenarbeit zwischen seinem Rennteam in Großbritannien sowie Chassisbauer Dallara und Technikpartner Ferrari in Italien angewiesen ist, schlägt leise Töne an: "Wenn wir umziehen müssen, können wir es schnell tun. Wir packen unseren Wohnwagen voll und verlassen das Land." Schließlich beschäftigt keine Mannschaft weniger Mitarbeiter als Haas - vielleicht ein Vorteil.

Steiner kann sich auch vorstellen, dass ein "harter" Brexit für die Formel 1 zu bewältigen wäre. Er glaubt: Die Formalitäten bei der Ein- und Ausfuhr von Waren, die sich früher mit Papier und Bleistift erledigen ließen, wären heute mit elektronischen Hilfsmitteln noch lockerer zu stemmen.

Auch Force-India-Teamchef Otmar Szafnauer, dessen Mannschaft aktuell einige Teile für ihr Auto aus den USA bezieht und damit keine Probleme hat, bleibt cool: "Es könnte anfangs zu Schwierigkeiten kommen, ja, aber mit der Zeit wird es sich ausgehen", sagt er. "Es wäre mit Sicherheit einfacher, wenn es keinen Brexit gäbe. Aber alles hängt davon ab, wie dieser Brexit am Ende aussieht."


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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon DeLaGeezy » 19.02.2019, 15:53

Redaktion hat geschrieben:eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH)

Die Limited ist der deutschen UG ähnlich. Die GmbH ist die erweiterte Form der UG.
UG und Ltd können ab 1,-€ gegründet werden. Für die GmbH braucht min. 12500€ + Vermögensgegenstände...
wen das interessiert steht auf einem anderen blatt :mrgreen:
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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon Spocki » 19.02.2019, 16:21

DeLaGeezy hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH)

Die Limited ist der deutschen UG ähnlich. Die GmbH ist die erweiterte Form der UG.
UG und Ltd können ab 1,-€ gegründet werden. Für die GmbH braucht min. 12500€ + Vermögensgegenstände...
wen das interessiert steht auf einem anderen blatt :mrgreen:

Mich, danke dir. :)
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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon Hyeson » 19.02.2019, 16:46

Auch Force-India-Teamchef Otmar Szafnauer, dessen Mannschaft aktuell einige Teile für ihr Auto aus den USA bezieht und damit keine Probleme hat, bleibt cool


Sind die doch wieder da?

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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon MarvinAyrton007 » 19.02.2019, 17:17

Hyeson hat geschrieben:
Auch Force-India-Teamchef Otmar Szafnauer, dessen Mannschaft aktuell einige Teile für ihr Auto aus den USA bezieht und damit keine Probleme hat, bleibt cool


Sind die doch wieder da?


Psst das ist geheim, direkt nach dem Brexit stehen die da :winky:
Manchmal muss man sich wirklich fragen ob die Redakteure irgendeine Ahnung haben oder ob die hauptsächlich die Kolumne für ............. irgendwas schreiben.
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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon Kiju » 19.02.2019, 19:52

Es werden auch Rennen in nicht EU Ländern ausgetragen. Also Ball flach halten.

Der arme Frontflügel, welcher dann nicht mehr kurz nach Hockenheim geflogen werden kann, aber nach China klappts.
Meines wissens nach gabs nur selten propleme mit dem Zoll. Paar mal mit RB (einmal war irgendwas mit nem Frontflügel und Hubschrauber) und die weiteren Geschichten haben mit der DTM und Russland zu tun.

Der Toto sollte lieber mal an die Leute denken die das Zeug produzieren, die Logistik planen und die die es liefern.
Der Typ ist einfach nur noch anstrengend.

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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon papi » 19.02.2019, 21:45

DeLaGeezy hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH)

Die Limited ist der deutschen UG ähnlich. Die GmbH ist die erweiterte Form der UG.
UG und Ltd können ab 1,-€ gegründet werden. Für die GmbH braucht min. 12500€ + Vermögensgegenstände...
wen das interessiert steht auf einem anderen blatt :mrgreen:

Weiss ja nicht, wo du deine Infos her hast, aber mein Schulwissen sagte noch aus, dass du für eine GmbH 25k€ Eigenkapital brauchst. :??:
Die 12,5k beziehen sich nur auf Bareinlagen, ändern aber nichts an dem Gesamtkapital, welches eingebracht werden muss.

Außerdem ist aus meiner Sicht weniger die GmbH eine erweiterte Form der UG, sondern (wenn man die Historie betrachtet) ist die UG eher eine kleine Form der GmbH. Ach, ich Klugsch.ei.sse hier gerade vom feinsten. sollte ich vll lassen. :lol:

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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon TobiasNRW » 19.02.2019, 21:54

DeLaGeezy hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH)

Die Limited ist der deutschen UG ähnlich. Die GmbH ist die erweiterte Form der UG.
UG und Ltd können ab 1,-€ gegründet werden. Für die GmbH braucht min. 12500€ + Vermögensgegenstände...
wen das interessiert steht auf einem anderen blatt :mrgreen:


Die UG ist nichts anderes als eine GmbH mit einem geringerem Stammkapital. Für eine GmbH benötigst du 25000 € Stammkapital. Die 12500 € müssen zur Gründung mindestens von den Gesellschaftern erbracht werden.

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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon DeLaGeezy » 19.02.2019, 23:58

papi hat geschrieben:
DeLaGeezy hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:eine Limited (ähnlich einer deutschen GmbH)

Die Limited ist der deutschen UG ähnlich. Die GmbH ist die erweiterte Form der UG.
UG und Ltd können ab 1,-€ gegründet werden. Für die GmbH braucht min. 12500€ + Vermögensgegenstände...
wen das interessiert steht auf einem anderen blatt :mrgreen:

Weiss ja nicht, wo du deine Infos her hast, aber mein Schulwissen sagte noch aus, dass du für eine GmbH 25k€ Eigenkapital brauchst. :??:
Die 12,5k beziehen sich nur auf Bareinlagen, ändern aber nichts an dem Gesamtkapital, welches eingebracht werden muss.

Außerdem ist aus meiner Sicht weniger die GmbH eine erweiterte Form der UG, sondern (wenn man die Historie betrachtet) ist die UG eher eine kleine Form der GmbH. Ach, ich Klugsch.ei.sse hier gerade vom feinsten. sollte ich vll lassen. :lol:

ich glaube wir meinen das gleiche. du brauchst min. 12500€ Cash und zusätzliche Vermögenswerte mit einem Wert von 12500€.
Die Rechtsform der UG kam in der Historie nach der GmbH. Sie sollte nämlich die Antwort auf die Ltd sein (damit ist der Bogen noch so geschafft ;))
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Re: Mercedes fürchtet "harten" Brexit: "Es wäre ein Albtraum-Szenario"

Beitragvon Michael-KR » 20.02.2019, 23:32

MarvinAyrton007 hat geschrieben:Manchmal muss man sich wirklich fragen ob die Redakteure irgendeine Ahnung haben oder ob die hauptsächlich die Kolumne für ............. irgendwas schreiben.

:lol: :thumbs_up:

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob sich einer der Herren Dominik Sharaf sowie die Co-Autoren Adam Cooper, Jonathan Noble jemals ernsthaft mit dem Brexit und dem Stand der Dinge etwas intensiver auseinandergesetzt haben.

Wenn ich so etwas lesen muss, zweifle ich allerdings arg daran:

Redaktion hat geschrieben: Dass es zu einem "harten" Brexit kommt, ist möglich, aber [b]nicht wahrscheinlich.[(b]


Denn diese redaktionelle Aussage wird gleich durch deren nächsten Satz komplett widerlegt:

Redaktion hat geschrieben: Das britische Parlament hat sich grundsätzlich dagegen ausgesprochen, bisher allerdings keinen Deal abgenickt, den Premierministerin Theresa May vorlegt hat - auch weil ihr der Rückhalt in der eigenen Partei fehlt.


Diese Aussage ist sogar komplett falsch:

Redaktion hat geschrieben: Das britische Parlament hat sich grundsätzlich dagegen ausgesprochen, ...

Nö, so „grundsätzlich“ ist das dann doch nicht! Das britische Parlament ist zwar der Ansicht, dass ein geregelter Brexit sinnvoll und wichtig sei, konterkarriert diesen Umstand allerdings sofort mit ihren völlig gegenteiligen Aussagen und Abstimmungen. Die EU hat mehr als einmal klipp und klar gesagt, dass der vorliegende Brexit-Vertrag für einen geregelten Austritt nicht mehr aufgeschnürt wird. Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, hat das mehr als einmal ausdrücklich betont. Doch genau diesem Brexit-Vertrag für einen geregelten EU-Austritt – ausgehandelt durch May & Konsorten – wurde im britischen Parlament eine vernichtende Abstimmungsniederlage beschert.

Das britische Parlament agiert wie ein Pokerspieler, der nix in der Hand hat und durch reines Bluffen versucht, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Doch im Gegensatz zum bekannten Pokerspiel, liegen die Karten der Briten für alle auf der Welt sichtbar offen aufm Tisch. Wie, bitteschön, will man dann bluffen?

Redaktion hat geschrieben: Die Verhandlungen gehen weiter - und Toto Wolff hofft auf Vernunft. "Als Leiter eines Rennteams und als Geschäftsmann denkt man, dass sich am Ende rationales Denken durchsetzen würde", sagt er.


Über dieses Stadium ist man in GB doch schon lange weit hinaus. Da sitzen – sorry für die harten Worte – nur noch egoistische Knalltüten, die in einem Wolkenkuckucksheim leben. „Vernunft“ gibt es auf der Insel seit der Brexit-Kampagne und ihren totalen Lügen dort schon seit Jahren nicht mehr.

Redaktion hat geschrieben: Schließlich wäre die logische Antwort auf einen "harten" Brexit Abwanderung ins europäische Ausland. Ein Szenario, dass bei Mercedes offenbar eine Rolle spielt.

Jou, DAS wäre wirklich DIE Chance für Ferrari, denn so ein Umzug geht garantiert nicht spurlos an dem Mercedes-Team vorbei. Zumal auch nicht sicher ist, dass alle aktuellen Mitarbeiter mit umziehen würde. Die Roten können sich schon jetzt mal die Hände reiben.

Redaktion hat geschrieben: "Es wäre ein Albtraum-Szenario, das ich mir nicht vorstellen mag", so Wolff über Brexit ohne Austrittsabkommen

Gewöhn‘ dich schon mal daran.

Redaktion hat geschrieben: "Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte, redet jemand über den 'harten' Brexit", meint Teamchef Christian Horner, "aber wie es kommen mag, wir müssen damit leben. Das Leben geht weiter."

Da spricht der typische Engländer. Die denken immer noch, das Zentrum der Welt zu sein und alle haben sich nach den Briten zu richten. Wie sehr die Realität diese Wunschvorstellung schon einkassiert hat, sieht man doch an den bis jetzt zustande gekommenen Handelsabkommen von GB mit anderen Staaten. Diese sind absolut essentiell, wenn nach dem EU-Austritt ein Handel von GB mit anderen Staaten stattfinden soll, ohne die recht schlechten, allgemeinen WHO-Regeln machen zu müssen.

Wie laut, arrogant sowie absolut überheblich tönte Großbritanniens Minister für internationalen Handel, Liam Fox, noch Anfang Oktober 2017 herum: „Bis zum 29. März, dem Tag des Brexit, werde man die 40 Freihandelsverträge zwischen der EU und anderen Ländern kopiert haben. "Eine Sekunde nach Mitternacht" würden sie für Großbritannien in Kraft treten, rief Fox jubelnden Anhängern seiner Tory-Partei zu.“

Und was ist am Mittwoch, den 13.02.2019 die Realität:

Die Briten haben lediglich vier Nachfolgeverträge mit so wichtigen und wirtschaftlich starken Staaten wie Chile, die Färöer-Inseln, der ost- und südafrikanische Handelsverbund ESA sowie immerhin mit der Schweiz getätigt! … Großkaliber wie die USA, Kanada, Japan, Südkorea, Mexiko oder der Türkei (und Russland) sucht man auf der Liste vom Februar vergebens.

Ach ja, in Kürze soll noch das absolute Schwergewicht die Karibik-Staatengruppe Cariforum hinzu kommen. Ich habe keine Ahnung, was das ist; denn noch nie was von gelesen. ;-)

Auch von mehreren hundert weiteren internationalen Abkommen der EU - etwa über Luftverkehr, Fischerei oder juristische Zusammenarbeit - hat die Regierung von Premierministerin Theresa May nur einen Bruchteil reproduziert.

Was passieren würde, sollte Großbritannien für ausländische Investoren in Zukunft nicht mehr profitabel sein, hat Japans Botschafter Koji Tsuruoka in London ohnehin schon vor einem Jahr klargemacht: "Kein privates Unternehmen könnte dann noch seine Geschäfte weiterführen", sagte Koji Tsuruoka ausgerechnet vor der Tür des Amtssitzes von Premierministerin May. "So einfach ist das."

Und was sagten die Japaner zu der Idee, dass GB eben dann ein Steuersparmodell werden würde? Offiziell wird dann GB seitens Japan auf die schwarze Liste der Steueroasen / Steuerparadiese und damit in der Nähe von kriminellen Organisation gerückt werden.

Aber dem RBR-Teamchef Christian Horner juckt das alles nicht; das Leben wird irgendwie schon weiter gehen. Ja genau „irgendwie“ … mal schaun, wie lange der dann noch Teamchef sein wird.


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