Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 23.07.2018, 07:26

Zwei Fahrer in Top-Teams, doch beide sind nur Wasserträger: Nach dem gestrigen Rennen werden finnische Formel-1-Fans eine unruhige Nacht gehabt haben
Kimi Räikkönen

Wirklich zufrieden können die Fan der finnischen Formel-1-Piloten nicht sein

Liebe Formel-1-Fans,

wahrscheinlich hatten nicht wenige von Ihnen erwartet, dass wir in unserer Montagskolumne nach dem Deutschland-Grand-Prix Sebastian Vettel schlecht schlafen lassen. Heimsieg weggeworfen, WM-Führung verloren - Gründe dafür hätte es sicherlich gegeben. Doch so aufgeräumt wie Vettel kurz nach seinem Unfall am Sonntagnachmittag bei den TV-Interviews schon wieder wirkte, glaube ich nicht, dass er allzu schlecht geschlafen haben wird. Denn er weiß, dass er ein Auto hat, mit dem er die WM gewinnen kann.

Unruhiger dürfte die Nacht aber, wenn sie ehrlich sind, bei den finnischen Formel-1-Fans gewesen sein. Und das obwohl es für ihre beiden Fahrer Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen in Hockenheim (auf den ersten Blick) viele gute Nachrichten gab.

Gute Neuigkeiten für die Zukunft von Bottas und Räikkönen

Als Zweiter und Dritter standen beide auf dem Podium, während die deutschen Fans im Motordrom von Hockenheim nach Vettels Ausfall nur den (starken) fünften Platz von Nico Hülkenberg feiern durften. Setzt man die knapp 5,5 Millionen Einwohner Finnlands in Relation zu den 82 Millionen der Automobil-Nation Deutschland, ist das eine ziemlich gute Quote.

Lewis Hamilton, Valtteri Bottas

Lewis Hamilton dankt seinem "Adjutanten" Valtteri Bottas

Und auch für die Zukunft der beiden Finnen gab es in Hockenheim positive Neuigkeiten. Bottas' Vertag mit Mercedes wurde bis Ende 2019 verlängert (inklusive Option für 2020), und auch Räikkönens Chancen auf ein weiteres Jahr bei Ferrari sind am Wochenende deutlich gestiegen. Denn mit dem krankheitsbedingten Aus von Ferrari-Präsident Sergio Marchionne ist der größte Fürsprecher von Charles Leclerc von der Bühne abgetreten. Seine Nachfolger könnten zu dem Entschluss kommen, dass der Schritt zu Ferrari für den jungen Monegassen doch noch ein Jahr zu früh kommt.

Zwei finnische Fahrer also wahrscheinlich auch 2019 in den beiden besten Teams der Formel 1, wo ist also der Haken?

Beide Finnen fügen sich der Stallregie

Sowohl Bottas als auch Räikkönen wurde beim Rennen in Hockenheim mehr als deutlich klar gemacht, welche Rolle sie in ihren Teams spielen: Die der Nummer zwei, des Wasserträgers, der sich im Zweifelsfall für den Star im Team opfern muss.


Fotos: Grand Prix von Deutschland

Chase Carey

Und ernüchternd muss für ihre Fans auch sein, wie sehr sich sowohl Bottas als auch Räikkönen in Hockenheim in diese Rolle gefügt haben. Wobei ich da Bottas noch weniger einen Vorwurf machen mag.

Er weiß sicherlich selbst nur zu gut, dass er nach dem Rücktritt von Nico Rosberg mit ein wenig Glück zu seinem Mercedes-Cockpit gekommen ist. Auch wird Bottas mittlerweile erkannt haben, dass er Hamilton von der puren Performance her bei den meisten Rennen nicht das Wasser reichen kann.

Kimi Räikkönen "bettelt" fast um Teamorder

Dass sich ein sicherlich schneller, aber meiner Meinung nach nicht herausragender Fahrer mit dieser Situation arrangiert, kann ich ein Stück weit nachvollziehen. Auch weil Bottas sicherlich weiß, dass er sein Cockpit ziemlich schnell wieder los wäre, wenn er gegenüber Hamilton "aufmuckt".

Bei Räikkönen liegt der Fall aber anders. Der "Iceman" ist aus anderem Holz geschnitzt - oder war es zumindest. Er ist mit der Erfahrung von gerade einmal 23 Rennen in die Formel 1 gekommen, hat sich dort rasch als Top-Fahrer etabliert, war Weltmeister und blickt auf 20 Grand-Prix-Siege zurück. Vor diesem Hintergrund bereitete es mir (und sicherlich vielen seiner Fans) fast schon körperliche Schmerzen, wie willfährig sich Räikkönen gestern in sein Schicksal ergab.

"Wenn ich ihn vorbeilassen soll, müsst ihr es mir sagen", bettelte Räikkönen fast schon um eine Teamorder, damit er Vettel ruhigen Gewissens vorbeilassen kann. Da möchte man ihn am liebsten an den Schultern packen und ihm mit den Worten des niederländischen TV-Reporters Jack Plooji zurufen: "Come on, you are Kimi fucking Räikkönen!" Doch vom Racer, der 2012 und 2013 im unterlegenen Lotus noch Rennen gewann, scheint Mitte 2018 nur noch ein zahnloser Tiger übrig zu sein. Dessen Sieg in Australien 2013 im schwarz-goldenen Renner bis heute auch sein letzter war.

Auch finnische Medien verlieren die Hoffnung auf einen Sieg

Und so scheint in Finnland die Hoffnung auf Erfolge der eigenen Fahrer zu schwinden. "Wie lange müssen wir Finnen auf einen finnischen Sieg warten? Oder ist der zweite Platz das Maximum?", wollte der finnischen Journalist Heikki Kulta bei der Pressekonferenz nach dem Rennen von Bottas und Räikkönen wissen.

Doch die Antworten der beiden dürften die Fans in ihrer Heimat nicht beruhigt in den Schlaf haben sinken lassen. "Hoffentlich passiert es irgendwann", meinte Bottas. "Ich werde es weiter versuchen. Wer weiß? Vielleicht, vielleicht nicht", erwiderte Räikkönen. Die Kampfansage eines Fahrer, der einen Sieg will und daran glaubt, klingt für mich irgendwie anders.

Viel besser als die finnischen Fans dürfte hingegen Daimler-Boss Dieter Zetsche geschlafen haben - meint zumindest mein Kollege Stefan Ehlen in der Schwesterkolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf de.motorsport.com.

Ihr

Markus Lüttgens


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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon F1fan14 » 23.07.2018, 07:53

Für mich sind beide Finnen keine Rennfahrer Sry... fahren Sie nur des Geldes wegen ???
Team hin oder her als Fahrer/Racer will ICH 1. werden und nicht das mein Teamkollege ständig vor mir ins Ziel kommt...
Bot war noch nicht so oft in der Situation wie Rai, bei Rai finde ich das ganze noch eine Spur extremer, aber ok mit wem man es machen kann...

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Chris1909 » 23.07.2018, 08:47

Ich glaube die beiden Finnen hatten trotzdem einen gesegneten (gesegneteren) Schlaf im Vergleich zu Vettel, der wohl mehrmals von einer Sandkiste in den Träumen verfolgt wurde.

Dass Mercedes bei dem Rennverlauf die Fahrer nicht mehr kämpfen lassen wollte kann ich verstehen, ich denke Bottas ist daher auch nicht sauer. Einen Angriff durfte er ja starten, danach hat mMn sowieso die Pace gefehlt.

Bei Kimi war es vielleicht bisschen anders, der hätte womöglich seinen ersten Platz verteidigen können (ohne Regen). Oder Vettel wollte sich seine Reifen aufsparen und war daher nicht aggressiv unterwegs, dann hätte Kimi nur unnötig Vettels Rennen zerstört.

Insofern waren beide Stallorder durchaus verständlich....

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Connaisseur » 23.07.2018, 08:52

Ferrari hat wieder mal viel zu lange rumgeeiert mit der Teamorder. Entweder man sagt vorher klar, dass man auf unterschiedlichen Strategien unterwegs ist und er daher den TK nur aufhält oder man lässt sie frei racen und liefert sich der Gefahr aus von den Mercedes geschnappt zu werden und am Ende des Rennens als Depp dazustehen.

Der Funkspruch an Bottas erinnerte mich an Brawn 2013 "Nico, there's nothing to gain for you in front"...

Nichtsdesto trotz werden die beiden Finnen sicherlich besser geschlafen haben als Vettel, aber der war dem Autor wohl zu offensichtlich.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 23.07.2018, 09:10

ich gönne dem zetsche den guten schlaf, denn ab heute wird er wieder schlecht schlafen -> Dieselaffäre......

ich finde bei räikkönen war es keine klassische stallorder. es war eine andere strategie.
vettel hat ja nicht angegriffen in der phase. ich bin mir sicher mit den neuen reifen hätte er auch überholen können, nur da hat ferrari nichts von....
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon tuner911991 » 23.07.2018, 09:11

Naja auf der anderen Seite hat Vettel Kimi in Frankreich vorbeigelassen.

Das Thema wird unnötig dramatisiert. Wenn es aber nach mir ginge, würde ich
Teamorder komplett verbieten. Die Fahrer sollen immer für ihre Positionen kämpfen, egal ob gegen den Teamkollegen
und unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in der WM dies geschieht oder auf welcher Strategie man sich gerade
im Vergleich zum Teamkollegen befindet.

Welcher F1-Fan möchte denn bitte, dass Fahrer vorbeigewunken werden?

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon f1fan02 » 23.07.2018, 09:29

tuner911991 hat geschrieben:Naja auf der anderen Seite hat Vettel Kimi in Frankreich vorbeigelassen.

Das Thema wird unnötig dramatisiert. Wenn es aber nach mir ginge, würde ich
Teamorder komplett verbieten. Die Fahrer sollen immer für ihre Positionen kämpfen, egal ob gegen den Teamkollegen
und unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in der WM dies geschieht oder auf welcher Strategie man sich gerade
im Vergleich zum Teamkollegen befindet.

Welcher F1-Fan möchte denn bitte, dass Fahrer vorbeigewunken werden?


Ich zum Beispiel. Wäre ja lächerlich, wenn Räikkönen 2007 nicht WM geworden wäre, wenn Massa ihn nicht vorbeigelassen hätte :eh2:

Teamorder-Verbot hatten wir eh schon. Funktionierte nicht richtig. Zum einen verstünde am Ende der Saison jeder, wenn mit Teamorder eingegriffen wird. Zum anderen, wenn man Teamorder nicht mehr anweisen darf, muss der Vordere halt zufällig "Sprit sparen", oder "Reifen schonen" oder er "verbremst" sich halt "zufällig". Oder wenn gar nichts anderes übrigbleibt, muss er halt "zufällig" an die Box etc. Gott sei Dank, gibt es dieses TEamorder-Verbot nicht mehr.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon 105.30 » 23.07.2018, 09:33

tuner911991 hat geschrieben: Wenn es aber nach mir ginge, würde ich
Teamorder komplett verbieten.

Das hat man ja schon probiert und es hat auch nicht funktioniert. Die Teams werden in einem engen WM Kampf den aussichtsreicheren Kandidaten bevorzugen und dann halt andere Wege finden, eben jenen am anderen vorbeizulotsen. Dafür hätten wir dann wieder unendlich viele lustige FIA-Untersuchungen nach den Rennen, ob Team xy jetzt Fahrer xyz am Kollegen vorbei oder nicht und so weiter. Und das häufig tatsächlich überdramatisch und dem relativ banalem Ereignis Sportveranstaltung schon länger nicht mehr angemessene Geschrei in der Medien- und Forenwelt wäre noch anstrengender...

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ElementalRP1 » 23.07.2018, 09:43

Als Fan möchte man doch auch mal "Drecksäcke" erleben, oder? Ein Bottas oder Raikönnen, die sich mal nicht der Stallorder beugen würden, wäre doch das Salz in der Suppe. So wird das nie was mit einem weiteren WM-Titel für Raikönnen oder den ersten für Bottas.
Peinlich auch Zetsche, der sich gestern aufs Podium gedrängt aht, anstatt als anständiger Chef einem unteren Angestellten die Ehre zuteil werden zu lassen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon tuner911991 » 23.07.2018, 09:47

f1fan02 hat geschrieben:
tuner911991 hat geschrieben:Naja auf der anderen Seite hat Vettel Kimi in Frankreich vorbeigelassen.

Das Thema wird unnötig dramatisiert. Wenn es aber nach mir ginge, würde ich
Teamorder komplett verbieten. Die Fahrer sollen immer für ihre Positionen kämpfen, egal ob gegen den Teamkollegen
und unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in der WM dies geschieht oder auf welcher Strategie man sich gerade
im Vergleich zum Teamkollegen befindet.

Welcher F1-Fan möchte denn bitte, dass Fahrer vorbeigewunken werden?


Ich zum Beispiel. Wäre ja lächerlich, wenn Räikkönen 2007 nicht WM geworden wäre, wenn Massa ihn nicht vorbeigelassen hätte :eh2:

Teamorder-Verbot hatten wir eh schon. Funktionierte nicht richtig. Zum einen verstünde am Ende der Saison jeder, wenn mit Teamorder eingegriffen wird. Zum anderen, wenn man Teamorder nicht mehr anweisen darf, muss der Vordere halt zufällig "Sprit sparen", oder "Reifen schonen" oder er "verbremst" sich halt "zufällig". Oder wenn gar nichts anderes übrigbleibt, muss er halt "zufällig" an die Box etc. Gott sei Dank, gibt es dieses TEamorder-Verbot nicht mehr.


Dass man es nicht verbieten kann seh ich ein, es ist aber trotzdem traurig. Für mich ist die Definition eines Rennens eine ganz andere. Aber da hat sich wohl auch die Racing-Kultur etwas verändert.

Was 2007 angeht: Sowas lass ich mir im letzten Rennen oder in den letzten 4 Rennen noch eingehen, aber nicht in der Mitte der Saison! Das ist in meinen Augen zu früh! Wenn Vettel sowas braucht, hat er den WM-Titel meiner Ansicht nach nicht verdient. Da geht's bloß darum, dass die Ferrari-Fans sagen können: OK, Endlich sind wir Weltmeister, nach all den Jahren... :roll:

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon f1fan02 » 23.07.2018, 09:54

tuner911991 hat geschrieben:
f1fan02 hat geschrieben:
tuner911991 hat geschrieben:Naja auf der anderen Seite hat Vettel Kimi in Frankreich vorbeigelassen.

Das Thema wird unnötig dramatisiert. Wenn es aber nach mir ginge, würde ich
Teamorder komplett verbieten. Die Fahrer sollen immer für ihre Positionen kämpfen, egal ob gegen den Teamkollegen
und unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in der WM dies geschieht oder auf welcher Strategie man sich gerade
im Vergleich zum Teamkollegen befindet.

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Ich zum Beispiel. Wäre ja lächerlich, wenn Räikkönen 2007 nicht WM geworden wäre, wenn Massa ihn nicht vorbeigelassen hätte :eh2:

Teamorder-Verbot hatten wir eh schon. Funktionierte nicht richtig. Zum einen verstünde am Ende der Saison jeder, wenn mit Teamorder eingegriffen wird. Zum anderen, wenn man Teamorder nicht mehr anweisen darf, muss der Vordere halt zufällig "Sprit sparen", oder "Reifen schonen" oder er "verbremst" sich halt "zufällig". Oder wenn gar nichts anderes übrigbleibt, muss er halt "zufällig" an die Box etc. Gott sei Dank, gibt es dieses TEamorder-Verbot nicht mehr.


Dass man es nicht verbieten kann seh ich ein, es ist aber trotzdem traurig. Für mich ist die Definition eines Rennens eine ganz andere. Aber da hat sich wohl auch die Racing-Kultur etwas verändert.

Was 2007 angeht: Sowas lass ich mir im letzten Rennen oder in den letzten 4 Rennen noch eingehen, aber nicht in der Mitte der Saison! Das ist in meinen Augen zu früh! Wenn Vettel sowas braucht, hat er den WM-Titel meiner Ansicht nach nicht verdient. Da geht's bloß darum, dass die Ferrari-Fans sagen können: OK, Endlich sind wir Weltmeister, nach all den Jahren... :roll:


Ich fand es gestern OK. Natürlich, als neutraler Fan, wünscht man sich, dass die Fahrer frei gegeneinander fahren können. Mir ist es beispielsweise wurscht, wenn sich beide Red Bulls aus dem Rennen schießen. Für das Team ist es aber verheerend.
Ich fand es gestern OK, da sich einfach abzeichnet, dass es auf einen Zweikampf, Hamilton/Vettel hinausläuft.

Etwas weniger verständlich war die TO in Spielberg 2001. Damals war Ferrari so überlegen. Aber rein rational betrachtet war es auch damals konsequent und korrekt.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Maddy » 23.07.2018, 12:09

F1fan14 hat geschrieben:Für mich sind beide Finnen keine Rennfahrer Sry... fahren Sie nur des Geldes wegen ???


Die Fahren so wie ihre Chefs das wollen, eben hinterher. Natürlich gibt es bei Mercedes und Ferrari eine Nummer 1. Der Toto labert zwar gern das es nicht so ist, aber den kann man eh nicht ernst nehmen. Ich kann ja auch nicht bei der Arbeit machen was ich will und ja, ich arbeite des Geldes wegen.

Hätte Bottas Hamilton angegriffen oder überholt wäre er jetzt seinen Vertrag für nächste Saison sicher schon los.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Dr_Witzlos » 23.07.2018, 12:12

Wer für mich die letzte Nacht am schlechteste geschlafen hat,

ist für mich der Sport

Denn wir haben wieder mal Teamorder der übelsten Sorte gesehen. Bevor nun wieder hier ein DIskussion aufkommt, es waren beide Teams beteiligt.

McLaren, weil die wieder gezeigt haben, das die Kiste absoluter Carbonschrott ist und selbst der Sauber vor ihnen noch locker wegfahren kann.

Auch hat Deutschland als Motorsportnation schlecht geschlafen, denn das es nicht zu einer Wiederauflage kommt (stand jetzt) und keiner Bereit ist, 1x im Jahr F1 auszutragen ist einfach nur eine Schande und ein tritt in die Fresse aller Motorsportfans. Denn die Verkaufszahlen lassen sich durchaus sehen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon jacobi22 » 23.07.2018, 13:34

Grundsätzlich darf man wohl davon ausgehen, das die jeweiligen Teampartner der beiden Finnen sich ebenfalls unterordnen müßten, wenn denn die Punktestände umgekehrt gewesen wären und die Finnen die F1 dominieren würden.
Mit der Teamorder oder einem "Hold Positions" hab ich kein Problem. Grad nach dem Neustart mit unterschiedlichen Fahrbahnbedingungen gab es viele Risiken und es reichen oft nur ein paar Zentimeter, um den Grip zu verlieren, wie man bei VET gesehen hat. Es geht um eine WM und um Millionen, die durch die Teamwertung rein kommen. Ein Totalausfall der beiden Mercedes durch einen klitzekleine Rutscher wäre doch der Supergau gewesen. Von Mercedesseite also alles richtig gemacht.
Grundsätzlich vertraue ich auch darauf, das Ferrari dem Kimi unter gleichen Vorzeichen bei einem Rennen vor heimischer Kulisse auch den Sieg geschenkt hätte. Der ist sowieso schon lange fällig. Warum allerdings VET gejammert hat statt einfach vorbei zu fahren, frag ich mich jedes Mal, auch, wenn andere Fahrer am Funk jammern, das sie doch viel schneller wäre als der Teamkollege. VET konnte die Abstände variieren, sich nach kurzeitigem Zurückfallen auch direkt wieder hinter Kimi setzen, ich denke, wenn er nur einmal versucht hätte, sich neben Kimi zu setzen, wäre das Thema frühzeitig erledigt gewesen.

Und was die Deutschlandrennen betrifft... wenn ein Deutscher in solch aussichtsreicher Position ist, einen WM-Titel erreichen zu können, sollte es doch, gerade in den Zeiten erhöhter Steuereinnahmen, einen Schub geben, der eine Investition in einen Deutschland-Grand-Prix ermöglichen sollte. Solch Geld bekommt man zig-fach wieder zurück. Wäre es ein Projekt mit Teilhaberschaft des Bundes (analog BER), würden Milliarden fließen, ohne zu prüfen, ohne Konsequenzen.
Allerdings ist die F1 auch kein Volkssport, von daher tut man sich mit der Rechtfertigung einer finanziellen Zuwendung auch schwer. Grundsätzlich stellt sich mir aber die Frage, warum sich da Mercedes nicht in größerem Maße engagiert, analog dem RedBull-Ring in Österreich.
Uwe

Wer keinen Respekt gibt, sollte auch keinen erwarten!

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon senna88 » 23.07.2018, 14:21

Seine Nachfolger könnten zu dem Entschluss kommen, dass der Schritt zu Ferrari für den jungen Monegassen doch noch ein Jahr zu früh kommt.


Wer sagt denn dass es zu früh kommt? Das ist eine Interpretation des Schreibers hier mit dem Ziel Lec 2019 nicht im Ferrari sitzen zu sehen ;) Warum auch immer...

Ich erinnere: Ein Vettel kam auch nach einem Jahr TR zu RB. Ein Hamilton kam sogar sofort zu McLaren. Ein Alonso kam nach einem Jahr (2002 lasse ich mal außen vor) auch zu Renault einem Top Team. Ein Verstappen...und so weiter...

Also was spricht dagegen? Ich will einen LEC neben VET sehen. Ohne Sinn den ein Jahr bei Haas zu parken damit er weiter reift. Er kann auch bei Ferrari reifen. Siehe die anderen talentierten Fahrer, die haben es doch auch geschafft.


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