Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

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Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Redaktion » 11.06.2018, 08:20

Kritik auf hohem Niveau: Warum Lewis Hamilton nach Platz fünf in Montreal Teil der Lösungsfindung innerhalb des Mercedes-Teams sein muss
Lewis Hamilton

Lewis Hamilton hat in Montreal die WM-Führung an Sebastian Vettel verloren

Liebe Leser,

nur damit das jetzt keiner falsch versteht: Jeder Teamchef ist gesegnet, wenn er Lewis Hamilton in einem seiner Cockpits sitzen hat! Wir legen beim viermaligen Weltmeister die allerhöchsten Maßstäbe an und kritisieren Leistungen, die bei anderen nicht zu kritisieren wären. Weil er eben so ein herausragendes Talent ist.

Aber nach dem Grand Prix von Kanada drängt sich Hamilton für unsere traditionelle Montags-Kolumne regelrecht auf.

Nicht so sehr, weil er "nur" Fünfter geworden ist und die WM-Führung wieder an Sebastian Vettel verloren hat. Sondern weil es für diesen fünften Platz (zumindest noch) keine schlüssige Erklärung gibt.

Hamilton war schon im Qualifying um gut eine Zehntelsekunde langsamer als Teamkollege Valtteri Bottas. Nun fährt Bottas momentan in sehr starker Form, und Kanada ist eine Strecke, die dem Finnen liegt. Aber sie ist eben auch Hamilton auf den Leib geschneidert.

Auf dem Circuit Gilles Villeneuve hat er 2007 seinen allerersten Grand-Prix-Sieg gefeiert, später fünf weitere Male gewonnen, zuletzt dreimal hintereinander. Und ein Qualifying-Duell hat er dort vor 2018 überhaupt erst einmal verloren: 2014 gegen Nico Rosberg.

Kanada ist Hamilton-Land

Die eher müde Performance im ersten Stint ist noch am ehesten erklärbar. Laut Mercedes kämpfte er mit zu hohen Temperaturen. Ein Problem, das beim Boxenstopp gelöst werden könnte. Danach war Hamilton stärker. Aber beim aktuellen "Überholverbot" in der Formel 1 war es da schon zu spät, um sich noch groß in Szene zu setzen.

Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton

Zumindest das Duell gegen Kimi Räikkönen hat Lewis Hamilton gewonnen

Dass er sich im Qualifying in den beiden entscheidenden Runden jeweils in der Haarnadel vertan hat, mag mit dem Auto zu tun gehabt haben. Mercedes war in Montreal nicht so überlegen wie in vergangenen Jahren. Aber Tatsache ist auch: Bottas hat's besser hinbekommen. Zumindest um einen Tick. Und normalerweise sollte es genau andersrum sein.

Ich stimme Bernie Ecclestone nicht zu, der Anzeichen erkennt, dass Hamilton nicht mehr der Alte ist. Aber wenn er nicht bald zur von ihm gewohnten Überform aufläuft, zu der kaum ein anderer Fahrer überhaupt in der Lage wäre, wird's in der WM womöglich enger, als viele noch vor zwei, drei Wochen geglaubt hätten. Mich eingeschlossen.

Erste Kritik an Hamilton deutet sich an

Hamilton, das wissen wir, muss in "the Zone" sein, um Höchstleistungen zu performen. Das scheint er momentan nicht zu sein. Rosberg, sein alter Lieblingsrivale, hat das erkannt. Es werde Hamilton besonders wehtun, gerade in Montreal das Qualifying-Duell zu verlieren, erklärte er am Samstagabend. Und nach dem Rennen hat er sicher nicht weniger "zu kiefeln", wie wir Österreicher sagen würden.
"Lewis hat wieder so ein 'Schalter-aus-Wochenende' gehabt."Nico Rosberg
Toto Wolff liegt es fern, seinen Superstar offen zu kritisieren. Aber es sagt etwas aus, wenn der Teamchef zugibt, dass auch Hamilton Teil des Lösungsfindungsprozesses der nächsten Wochen sein muss.Der Mercedes mag - auch wenn Wolff das vor ein paar Wochen noch anders gesehen hat - eine zickige Diva sein. Mal funktioniert er perfekt und ist nahezu unschlagbar, wie wir das seit 2014 kennen; mal ist er aber auch nur zweite oder dritte Kraft. 2018 sind solche Wochenenden öfter der Fall als in der jüngeren Vergangenheit.

Der schnellste, aber nicht der kompletteste Fahrer?

Das liegt wahrscheinlich ein bisschen in der Natur der Sache. Keine Erfolgs-Ära dauert ewig, und im fünften Jahr einer stabilen Motorenformel haben Ferrari und Co. den anfänglichen Rückstand langsam geschlossen.
"Es war verwunderlich, wie schwer sich Lewis Hamilton getan hat."Timo Glock
Vielleicht fällt es auch Hamilton schwer, sich zu motivieren. Er hat allen bewiesen, dass er der schnellste Fahrer im Formel-1-Feld ist. Vielleicht nicht der kompletteste, aber der schnellste. Und jeder weiß, dass ein komplexer Charakter wie Hamilton nur dann zur Bestform aufläuft, wenn er sich im Kopf stark fühlt, wenn er bis in die Haarspitzen motiviert ist.Möglicherweise ist Hamilton das gerade nicht. Wenn bei ihm nur ein Prozent fehlt, merkt es die ganze Welt. Es wäre verständlich. Nach so vielen Jahren des Erfolgs muss sich irgendwann eine gewisse Müdigkeit einstellen. Ein kleiner Hänger nur, ein paar Wochen lang. Wer kennt das nicht, dass einem die Arbeit mal eine Zeit lang weniger Spaß macht? Nur ein klitzekleines bisschen.

Fehlt der alte "Nemesis" Rosberg?

Vielleicht fehlt ihm auch sein alter "Nemesis" Rosberg. Der Welt zu beweisen, dass er der Bessere ist, war für Hamilton zwischen 2014 und 2016 ein einmaliger Antrieb. Und 2017 musste er richtigstellen, dass 2016 nur ein Ausrutscher war. Mit Bottas gibt's Harmonie im Team, der Finne wird ihm nicht ganz so gefährlich. Kann sein, dass sich Hamilton unter diesen neuen Umständen weniger genötigt sieht, der Welt etwas beweisen zu müssen.

Christian Nimmervoll und Nico Rosberg

Chefredakteur Christian Nimmervoll im Gespräch mit Experte Nico Rosberg

Vielleicht sind meine Theorien auch nur kompletter Schwachsinn und es ist eine Verkettung von Zufällen, dass Hamilton ausgerechnet das Wochenende auf seiner Leibstrecke vermurkst hat. Und vielleicht sollte man sich auch gar nicht der Formulierung "vermurkst" bedienen, wenn ein Rennfahrer im Qualifying eine Zehntelsekunde auf den Teamkollegen, der auch kein Nasenbohrer ist, verliert und im Rennen vor einem Ferrari ins Ziel kommt.

Aber es ist, wie es ist: Von Hamilton wird nur das Beste erwartet. Das Beste oder nichts.

Übrigens: Die Schwesternkolumne "Wer letzte Nacht am besten geschlafen hat" auf unserem Schwesternportal de.motorsport.com, verfasst diesmal von Sven Haidinger, befasst sich heute mit dem Sieg von Sebastian Vettel.

Wer sonst noch schlecht geschlafen hat:

Winnie Harlow: Nach dem Zielflaggen-Chaos hatte der eine oder andere den Verdacht: Das kanadische Model hatte nur Augen für ihren (angeblichen) Boyfriend Lewis Hamilton, daher bekam sie es nicht auf die Reihe, die volle Distanz von 70 Runden abzuwarten. Die Wahrheit ist eine andere: Die FIA-Offiziellen haben das Missverständnis ausgelöst und Harlow fälschlicherweise aufgefordert, die Flagge zu schwenken. Das interessierte aber in den sozialen Netzwerken kaum einen, der auf die arme Harlow hingedroschen hat. Traurig.

Kimi Räikkönen: Sicher hatte Räikkönen den älteren Motor und war damit gegenüber Vettel im Nachteil. Aber sein sensationelles Performance-Strohfeuer vom Saisonbeginn, das nur selten mit Ergebnissen belohnt wurde, scheint langsam auszubrennen. Während gleichzeitig Ferrari-Junior Charles Leclerc im Sauber eine Galavorstellung nach der anderen abliefert. Ist es wirklich nur Zufall, dass die ersten Gerüchte auftauchen, die den "Iceman" 2019 in der Rallye-WM statt in der Formel 1 sehen?

Ihr
Christian Nimmervoll

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Jem » 11.06.2018, 08:34

Ich habe immer gesagt, der hat ein sehr kleines "Arbeitsfenster". Solange sein Wagen perfekt liegt, fährt er allen um die Ohren. Aber bei den kleinsten Setup-Schwierigkeiten ist er nur noch Mittelklasse. Oder anders ausgedrückt: Er erarbeitet sich das nicht wirklich selber sondern verlässt sich auf die Arbeit von Team und Teamkollegen. Talent ist eben nicht alles.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon DeLaGeezy » 11.06.2018, 08:35

:thumbs_up: super geschrieben

ich hätte noch alonso nominiert, einfach weil sie so oft sagen wie toll sie sind und eigentlich nichts gebacken bekommen.

und es ist absolut ok, auch mal hamilton schlecht schlafen zu lassen. bottas hat es gezeigt was man tun kann.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Rennsemmel » 11.06.2018, 08:47

Als McLaren Fan muss man leider sagen, dass hier das britische Traditionsteam fehlt. Schlechtes Quali, Alonso fällt aus (wieder technischer Defekt) und Vandoorne gurkt im Nirgendwo herum während Renault Best-of-the-Rest war.
Da müssen endlich Köpfe rollen und ein Austausch von Eric Boullier würde dem Team, so denke ich persönlich, am besten tun.
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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Olfinger » 11.06.2018, 08:55

Stimmt alles, nur ich hätte eher Alonso statt Räikkönen nominiert. Räikkönen ist ohnehin am letzten Herbsttag seiner Formel 1 Karriere angekommen und das weiß er selber genauso gut wie jeder andere. Er fährt als Fastrentner noch für Ferrari und verdient dort noch sehr gutes Geld, da kann sich niemand beschweren. Ich weiß nicht welche Ambitionen er noch hat, aber es wirkt nicht so, als würde er sich Woche für Woche noch den Hintern aufreißen um Weltmeister zu werden, ich denke ihm ist das nicht so wichtig und wenn er Ende des Jahres gehen muss, dann fährt er halt bei der Rallye WM. Ich denke für ihn ist das nicht weiter tragisch.

Alonso dagegen kann einem regelrecht leidtun, seit Jahren plagt er sich jetzt schon mit dem McLaren ab, er ist im gegensatz zu Räikkönen aber noch voll motiviert und will unbedingt noch Weltmeister werden, mit diesem Grottenauto wird das aber in 100 Jahren nichts. Es ist regelrecht blamabel wie schlecht McLaren auch mit dem vermeintlich stärkeren Renaultantrieb ist. Das zeigt: Es kann in der Vergangenheit auch nicht nur am Motor gelegen haben, dass bei McLaren nichts vorwärts ging. Jetzt scheidet er wieder mal wegen einem Defekt aus und das bei seinem 300. Grand Prix, das muss schon wehtun und ich muss ehrlich sagen, man muss ihm tatsächlich Respekt zollen, wie er seit Jahren nicht aufgibt und nach wie vor zu McLaren steht. Aber ich denke ewig wird er da auch keinen Bock mehr drauf haben.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon marcel-85 » 11.06.2018, 09:09

Der Autor hat zwar nicht ganz Unrecht mit seiner Kolumne, aber auf Toto Wolffs Zug aufzuspringen und Mercedes in einer riesigen Krise zu sehen halte ich für übertrieben. Dass Hamilton solche Wochenenden hat ist nun nichts neues - ihn mal "schlecht schlafen zulassen" (wie einer vorher schon geschriebgen hat) finde ich auch in Ordnung. Ich denke, dass Mercedes nächstes Wochenende wieder ganz vorne mitmischt.

Für mich müsste eigentlich die FIA am schlechtesten geschlafen haben - mal wieder - aber es kann doch nicht sein, dass auf einer Strecke wie Kanada, wo es immer recht viele Überholmanöver gab, so ein Rennen geboten wird.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon ALO95 » 11.06.2018, 09:14

Denke dass Hamilton schon lange nicht mehr auf dem Niveau fährt auf dem er von 2007 bis 2010 war. Bottas und Rosberg sind keine Alonsos. Aber Hamilton hat sich gegen die überraschend schwer getan und die WM nur aufgrund des überragenden Autos gewonnen.
Hamilton hat zwar hin und wieder extrem gute Rennen wo er unschlagbar ist aber über eine gesamte Saison würde er im direkten Vergleich z. B. gegen Alonso extrem schlecht aussehen weil der eben immer das Maximum herausholt und nicht wie Hamilton einmal alle 5 Rennen wenn alles passt.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Connaisseur » 11.06.2018, 09:14

Von meiner Seite wäre auch noch McLaren (Alonso) zu erwähnen. Das wird doch nichts mehr. Seit 2013 fährt man der Konkurrenz gnadenlos hinterher, damals sogar noch mit starkem Mercedes Motor. An TR sieht man, dass der Honda nicht viel schwächer ist als der Renault.
Das einstige Top Team wird höchstens nur noch durch seinen Namen und Erfolge aus der Vergangenheit als Top Team wahr genommen, technisch sind sie schon lange im Mittelfeld angekommen. Da fehlen einfach die richtigen Ideen in der Entwicklung.

Alonso sollte ein Einsehen haben und sein Können in anderen Rennserien zeigen, mit McLaren wird das nur noch peinlich.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Zitterbacke » 11.06.2018, 09:32

Guter Artikel.

Mit der Motivation von Hamilton ist es momentan glaub ich so ähnlich wie bei Vettel 2014, wo er weniger Punkte einfuhr als sein TK.

Wenn Vettel weiter so bockstark fährt und Ferrari nicht gegenüber Mercedes im Entwicklungsrennen verliert,
wird Hamilton heuer nicht WM bzw. es wird sehr schwer.
Eher droht, man glaubt es kaum, gefahr von Bottas, dass der seinen TK schlägt und Vettel noch die WM streitig machen kann.
Fand auch von Bottas gut, wie er nicht gegenüber Verstappen zurückgesteckt hat beim Start.
Da zeigte er wirklich mal biss.

Vettel ist momentan hochmotiviert. Sah man ja auch gestern, wie der sich gefreut hat.
Und ich dachte, gerade am Freitag, dass wird nichts mehr mit Vettel, weil sein Auto und er noch selber nicht auf 100% war.
Man muss sich momentan eher als Vettel-Fan sorgen machen, wenn es am Freitag bei ihm keine Probleme gibt.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Harvel » 11.06.2018, 09:57

Für Hamilton war dieses Wochenende ein ganz schöner Dämfer aber für Spekulationen woran es hapert sind mir verfrüht.Barcelona ist noch nicht lange her und da haben schon viele hier Hamilton/Mercedes zum nächsten Titel gratuliert . Derzeit sind die Kräfteverhältnisse der drei Top Teams von Strecke zur Strecke anders, was uns hoffentlich weiterhin eine spannende WM beschert.
Wer sicherlich berechtigter Weise kaum geschlafen hat ist Fernando Alonso. Der Zug ist jetzt endgültig mit dem angestrebten dritten Titel abgefahren und das wird ihm sicherlich auch nun bewusst sein. Mcclaren wird es diese Saison schon schwer genug haben sich als vierte Kraft zu etablieren und zwischen 4ter und Dritter Kraft liegen derzeit gefühlt Galaxien. Sowas ist einfach in den nächsten 2 Jahren trotz Finanzspritze und eventuellen Personalaustausch einfach nicht aufholbar und mehr Zeit hat auch ein Alonso nicht mehr, von Motivation ganz zu schweigen. Natürlich hoffe ich ja jedes Mal aufs Neue auf den großen Sprung der einem verbal unter die Nase gerieben wird aber die Hoffnung kann ich nicht mehr aufbringen.
Man sagt ja so schön Hoffnung stirbt ja zuletzt. Für mich wurde sie nun vielleicht etwas überspitzt gesagt nun zu Grabe getragen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon LoK-hellscream » 11.06.2018, 10:02

Jem hat geschrieben:Ich habe immer gesagt, der hat ein sehr kleines "Arbeitsfenster". Solange sein Wagen perfekt liegt, fährt er allen um die Ohren. Aber bei den kleinsten Setup-Schwierigkeiten ist er nur noch Mittelklasse. Oder anders ausgedrückt: Er erarbeitet sich das nicht wirklich selber sondern verlässt sich auf die Arbeit von Team und Teamkollegen. Talent ist eben nicht alles.


Der Meinung bin ich auch. Dies konnte man immer sehen, wenn Hamilton kein perfektes Auto hatte. Dann war plötzlich nichts mehr vom Überragenden Rennfahrer zu sehen, sondern er war nur noch Durchschnitt und hatte auch oft Nachsehen gegen den TK. Ob das jetzt an der Motivation liegt oder ob er einfach mit zickenden Autos nicht zurecht kommt, das kann ich leider nicht beurteilen.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Ferrarista1985 » 11.06.2018, 10:46

Ich finde es schon erstaunlich wie hier ua auf den hamilton eingeschlagen wird. Hat doch jeder von uns mal einen schlechten Tag oder nicht?
Jedoch gibt es da mind. 1 Detail, dass es zu beachten gilt. Mercedes fuhr mit einem alten Motor. Die anderen Teams fuhren neue, überarbeitete PU. Die konnten Ihre Motoren eher ans Limit bringen als Mercedes, weil Mercedes verschleißtechnisch am Limit war und somit war es nur klug, lieber ein mittelmäßiges WE zu fahren als 0 Punkte zu kassieren. Diese Polemik hier gefällt mir gar nicht, weil sie schlichtweg nicht angebracht ist. Abwarten wie es nun in Frankreich, Österreich und England ausschaut. Das sind Powerstrecken und da wird Mercedes schon zeigen, was die drauf haben. Ich würde niemaden abschreiben und schon gar nicht den Hamilton. Charakterlich kann er sein wie er will, aber fahren kann der. Der ist nicht umsonst 4x WM.

Zum Thema Ferrari: Vettel hatte ein starkes WE aber acuh hier begünstigt durch den frischen Motor. Ich sehe Mercedes weiterhin vorne und dahinter Ferrari und Red Bull. Jeder der Autos haben Ihre Stärken und Schwächen. Red Bull scheint auf winkligen Strecken einen Vorteil zu genießen. Mercedes ist stark wenn die Kurse flüssig und schnell sind. Ferrari ist so ein mittelding. Die sind nirgendwo wirklcih langsam aber auch nicht dominant schnell. Hier zu lesen, dass Ferrari in Kanada gemütlich oder gar dominiert hat, ist einfach nur Blödsinn...
Wenn die die nächsten 3 Rennen genauso gewinnen wie Kanada, dann will ich meine Rote Fanbrille aufziehen und vom WM-titel träumen aber im Moment genügt es mir, sachlcih die Umstände zu betrachten und den ganzen Pressescheißdreck gänzlich zu ignorieren.

Zum Thema McLaren: Die haben nicht nur Probleme mit dem Motor gehabt, sondern noch viel mehr. Chassistechnisch wurde immer behauptet, Sie hätten eines der Besten Chassis im Feld... Tatsache ist, dass es eben nicht so ist!!!

Steinigt mich ;-)

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon theCraptain » 11.06.2018, 11:25

Sehe ebenfalls Merc und HAM nur temporär in dieser Form. In Frankreich wird das Imperium wieder zurückschlagen, vermutlich mit einem 1 - 2 Ergebnis mit HAM als Sieger. Wird sowas wie ein Deja Vu von Barcelona.

Warum? Merc bringt neue Motoren, Pirelli bringt die speziellen "Merc-Reifen", der Kurs an sich soillte eher Merc liegen und HAM hat sich bis dahin wieder voll motiviert und bringt 100%, auch eben weil das Auto gut laufen wird.

Schlägt Ferrari aber auch dort die Merc (bzw. VET vor HAM) aus eigener Kraft, erst dann kann ich eine Trendwende erkennen. Eine Trendwende die ich seit 3 Jahren herbeisehne ;-)

Los Ferrari, mach et.

Auf tote Pferde einschlagen und so: Wie schlecht mag wohl Williams und speziell Stroll geschlafen haben. Mr. Stroll, OMG, bitte lassen Sie es sein.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Aldris » 11.06.2018, 11:47

theCraptain hat geschrieben:Sehe ebenfalls Merc und HAM nur temporär in dieser Form. In Frankreich wird das Imperium wieder zurückschlagen, vermutlich mit einem 1 - 2 Ergebnis mit HAM als Sieger. Wird sowas wie ein Deja Vu von Barcelona.

Warum? Merc bringt neue Motoren, Pirelli bringt die speziellen "Merc-Reifen", der Kurs an sich soillte eher Merc liegen und HAM hat sich bis dahin wieder voll motiviert und bringt 100%, auch eben weil das Auto gut laufen wird.

Schlägt Ferrari aber auch dort die Merc (bzw. VET vor HAM) aus eigener Kraft, erst dann kann ich eine Trendwende erkennen. Eine Trendwende die ich seit 3 Jahren herbeisehne ;-)

Los Ferrari, mach et.

Auf tote Pferde einschlagen und so: Wie schlecht mag wohl Williams und speziell Stroll geschlafen haben. Mr. Stroll, OMG, bitte lassen Sie es sein.


Sehe ich genauso :thumbs_up: Wenn in Frankreich Mercedes nicht auf 1-2 steht, wäre ich überrascht. Am Ende der Saison wird HAM vor BOT sein. Dann kräht kein Hahn mehr hier nach

Aber was schon zu sehen ist, wenn das Auto nicht perfekt liegt oder die Umgebung nicht stimmt oder nicht die klare Nr.1 ist, dann schwankt Hamilton.

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Re: Wer letzte Nacht am schlechtesten geschlafen hat

Beitragvon Nusso » 11.06.2018, 11:59

Mir will der Gedanke nicht entgehen, dass die DNA des Mercedes, einen Sieg außerhalb einer Startposition von P1-3 nicht zulässt. Ich habe jedesmal das Gefühl, wenn Lewis oder Valtteri in einem längerem Fahrzeugpulk festhängen, sie nach und nach ins rutschen kommen und schlussendlich an Pace verlieren. Vllt. täuscht mich der Gedanke und es liegt schlichtweg an der aktuellen Fahrzeuggeneration.

In dem gestrigen Rennen konnte Valtteri von beginn an nicht Sebastians Tempo mitgehen. Seb. kontrollierte die Pace und Valtteri konnte ihm mit Mühe und Not folgen. Lewis's ersten Stint werde ich auf Grund des Kühlungsproblems vernachlässigen. Jedoch hatte ich nach dem Stop das Gefühl, dass ihm (dem Mercedes) die Dirtyair des RBR so garnicht gut tat. Wenn man die letzten Rennen beobachtet hat konnte man bei Verstappen, Vettel und Ric nicht so eklatante Schwierigkeiten beim Annähern und Überholen feststellen. :shrug:


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