24 Stunden von Le Mans 2015

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon MotorsportAss » 15.06.2015, 11:28

Also ich habe auch das Rennen paar Stunden auf EuroSport und DMAX angeguckt. War sehr Interessant.

Mir ist aufgefallen, das die Geschwindigkeit unterschied teilweise extreme sind.

Beispiel der unterschied zu LMP1 und LMP2 bei den Höchstgeschwindigkeiten. Aber die LMP2 ist wiederum kaum Schneller als die GT Klasse. Oder kommt es mir nur so vor, vorm TV?

Und dann hätte ich noch Fragen zur GTE Klasse: Welche GT Klasse wird bei der WEC gefahren? GT1 oder GT2 Autos?

Und warum durften Aston Martin V8 sowie die Viper SRT V10 fahren? Die hatten doch mehr Hubraum zur Verfügung gehabt, als das was in den Regeln stehen. naja bei den ganzen GT-Klassen und Serien, verliere ich sowieso den überblick bzw den unterschied.
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon testfahrer » 15.06.2015, 11:31

Tr!pleCr0wn hat geschrieben:[...]
:arrow: Audi überlegt ebenfalls ein neues Fahrzeug zu konzipieren. Übereinstimmende Kommentare aus dem Lager der Ingolstädter berichten das man insgeheim mit den Hybrid-Problemen gerechnet habe, da laut der Techniker über das Schwungrad gar nicht mehr als 4MJ schadensfrei rekuperiert werden können. Möglicherweise folgt hier auch ein massiver Umbau mit neuem Motor und Batteriespeicher
[...]


Scheinbar hat man nur am Schwungrad festgehalten, da dieses kleiner und vor allem leichter als die Batterien sind. Durch den Dieselmotor hat man laut Audi schon einen Gewichtsnachteil gegenüber der Konkurrenz. Der Verbrauchsvorteil des Diesels kann aufgrund des Reglements jedoch nicht ausgenutzt werden. Dies konnte man auch im Rennen sehen, da Audi nicht länger ohne Tankstopp fahren konnte als die direkte Konkurrenz.

Bin gespannt, ob Audi überhaupt am Dieselmotor festhält, wenn man den großen Vorteil nicht nutzen kann und sich im Gegensatz nur den Gewichtsnachteil einhandelt.

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon EventHorizon » 15.06.2015, 11:32

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon Aleks XXL » 15.06.2015, 15:33

MotorsportAss hat geschrieben:Also ich habe auch das Rennen paar Stunden auf EuroSport und DMAX angeguckt. War sehr Interessant.

Mir ist aufgefallen, das die Geschwindigkeit unterschied teilweise extreme sind.

Beispiel der unterschied zu LMP1 und LMP2 bei den Höchstgeschwindigkeiten. Aber die LMP2 ist wiederum kaum Schneller als die GT Klasse. Oder kommt es mir nur so vor, vorm TV?

Und dann hätte ich noch Fragen zur GTE Klasse: Welche GT Klasse wird bei der WEC gefahren? GT1 oder GT2 Autos?

Und warum durften Aston Martin V8 sowie die Viper SRT V10 fahren? Die hatten doch mehr Hubraum zur Verfügung gehabt, als das was in den Regeln stehen. naja bei den ganzen GT-Klassen und Serien, verliere ich sowieso den überblick bzw den unterschied.


Sobald ich weis, werden GTE Autos gefahren. Das Reglement basiert in weiten Teilen auf GT2, ist aber auf in Teilen auf Ausdauerrennen angepasst (größerer Tank und so).

Angaben ohne Garantie auf Correctness.
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon toddquinlan » 15.06.2015, 15:34

MotorsportAss hat geschrieben:Also ich habe auch das Rennen paar Stunden auf EuroSport und DMAX angeguckt. War sehr Interessant.

Mir ist aufgefallen, das die Geschwindigkeit unterschied teilweise extreme sind.

Beispiel der unterschied zu LMP1 und LMP2 bei den Höchstgeschwindigkeiten. Aber die LMP2 ist wiederum kaum Schneller als die GT Klasse. Oder kommt es mir nur so vor, vorm TV?

Und dann hätte ich noch Fragen zur GTE Klasse: Welche GT Klasse wird bei der WEC gefahren? GT1 oder GT2 Autos?

Und warum durften Aston Martin V8 sowie die Viper SRT V10 fahren? Die hatten doch mehr Hubraum zur Verfügung gehabt, als das was in den Regeln stehen. naja bei den ganzen GT-Klassen und Serien, verliere ich sowieso den überblick bzw den unterschied.


da gab es einen ganz interessanten Gesprächspartner während des Rennens in der Kommentatorenkabine.

Der Geschwindigkeitsunterschied am Ende der Geraden ist zwischen den einzelnen Klassen gar nicht so hoch; der Beschleunigungsunterschied am Anfang der Geraden ist so riesig; die LMP1 mit der Batteriepower lassen alle anderen stehen als wenn sie parken würden.

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon EventHorizon » 15.06.2015, 15:37

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Zuletzt geändert von EventHorizon am 07.09.2015, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon EventHorizon » 15.06.2015, 15:40

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Zuletzt geändert von EventHorizon am 07.09.2015, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon Aleks XXL » 15.06.2015, 15:50

EventHorizon hat geschrieben:[ Bild ]

Dieser Ford GT wird 2016 in Le Mans in der GTE Klasse starten. Geiles Teil. :heartbeat:


Die Rennvariante vom GT schaut wesentlich geiler aus als die Serienversion. Mit der bin ich bis jetzt noch gar nicht zurecht gekommen. :?
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon MotorsportAss » 15.06.2015, 18:07

Aleks XXL hat geschrieben:
EventHorizon hat geschrieben:[ Bild ]

Dieser Ford GT wird 2016 in Le Mans in der GTE Klasse starten. Geiles Teil. :heartbeat:


Die Rennvariante vom GT schaut wesentlich geiler aus als die Serienversion. Mit der bin ich bis jetzt noch gar nicht zurecht gekommen. :?


Bin gespannt wie schnell die sind. Aber von der Viper SRT können ruhig mehr davon rumfahren. Der Sound alleine ist schon der Hammer. Schln lecker 8,4 V10 *.*
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon Tr!pleCr0wn » 15.06.2015, 19:45

Die Viper war ein Glücksstarter, von Riley gerade mal so aufgekauft und neu aufgebaut weil ja die Helden von Chrysler nach schon einem Jahr das Projekt eingestampft hatten. Völlig verblödet meiner Meinung nach von diesem Konzern den Namen damit in den Dreck zu ziehen.

MotorsportAss hat geschrieben:Also ich habe auch das Rennen paar Stunden auf EuroSport und DMAX angeguckt. War sehr Interessant.

Mir ist aufgefallen, das die Geschwindigkeit unterschied teilweise extreme sind.

Beispiel der unterschied zu LMP1 und LMP2 bei den Höchstgeschwindigkeiten. Aber die LMP2 ist wiederum kaum Schneller als die GT Klasse. Oder kommt es mir nur so vor, vorm TV?

Und dann hätte ich noch Fragen zur GTE Klasse: Welche GT Klasse wird bei der WEC gefahren? GT1 oder GT2 Autos?

Und warum durften Aston Martin V8 sowie die Viper SRT V10 fahren? Die hatten doch mehr Hubraum zur Verfügung gehabt, als das was in den Regeln stehen. naja bei den ganzen GT-Klassen und Serien, verliere ich sowieso den überblick bzw den unterschied.


LMP2 fahren im Schnitt etwa maximal 320 Stundenkilometer, LMP1 sind bei etwa 340 km/h im Schnitt. Alle LMP2 haben Saugmotoren ohne Turboaufladung und auch dazu kein Hybridsystem, der Drehmoment ist massiv geringer, daher die eklatanten Unterschiede beim Beschleunigen bis Tempo 250.

In der GTE-Klasse werden seit Jahren ähnliche Endgeschwindigkeiten wie bei den LMP2 erreicht, auch so um den Dreh 310-320 km/h, daher tun sich die LMP2 gerade am Ende von Geraden besonders schwer. Durch das niedrigere Gewicht (850 kg in etwa LMP2, 1300 kg in etwa GTE) ist widerum die Beschleunigung der LMP2 und der Grip in den Kurven um Welten besser

Naja guck dir mal alle Motoren an: Aston Martin hat einen großen V8, die Viper einen V10, die Corvette einen V8, Ferrari einen V8 und Porsche einen 6-Zylinder-Boxer...wie geht das? Durch BOP = Balance of Performance werden bei der Homologation unterschiedliche Restriktoren (Luftmengenbegrenzung, Turboaufladung, Tankgröße, Ventile zum Benzinfluss) angebracht um die Fahrzeuge auf etwa ein Niveau zu bringen.
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon MotorsportAss » 15.06.2015, 20:58

Tr!pleCr0wn hat geschrieben:Die Viper war ein Glücksstarter, von Riley gerade mal so aufgekauft und neu aufgebaut weil ja die Helden von Chrysler nach schon einem Jahr das Projekt eingestampft hatten. Völlig verblödet meiner Meinung nach von diesem Konzern den Namen damit in den Dreck zu ziehen.

MotorsportAss hat geschrieben:Also ich habe auch das Rennen paar Stunden auf EuroSport und DMAX angeguckt. War sehr Interessant.

Mir ist aufgefallen, das die Geschwindigkeit unterschied teilweise extreme sind.

Beispiel der unterschied zu LMP1 und LMP2 bei den Höchstgeschwindigkeiten. Aber die LMP2 ist wiederum kaum Schneller als die GT Klasse. Oder kommt es mir nur so vor, vorm TV?

Und dann hätte ich noch Fragen zur GTE Klasse: Welche GT Klasse wird bei der WEC gefahren? GT1 oder GT2 Autos?

Und warum durften Aston Martin V8 sowie die Viper SRT V10 fahren? Die hatten doch mehr Hubraum zur Verfügung gehabt, als das was in den Regeln stehen. naja bei den ganzen GT-Klassen und Serien, verliere ich sowieso den überblick bzw den unterschied.


LMP2 fahren im Schnitt etwa maximal 320 Stundenkilometer, LMP1 sind bei etwa 340 km/h im Schnitt. Alle LMP2 haben Saugmotoren ohne Turboaufladung und auch dazu kein Hybridsystem, der Drehmoment ist massiv geringer, daher die eklatanten Unterschiede beim Beschleunigen bis Tempo 250.

In der GTE-Klasse werden seit Jahren ähnliche Endgeschwindigkeiten wie bei den LMP2 erreicht, auch so um den Dreh 310-320 km/h, daher tun sich die LMP2 gerade am Ende von Geraden besonders schwer. Durch das niedrigere Gewicht (850 kg in etwa LMP2, 1300 kg in etwa GTE) ist widerum die Beschleunigung der LMP2 und der Grip in den Kurven um Welten besser

Naja guck dir mal alle Motoren an: Aston Martin hat einen großen V8, die Viper einen V10, die Corvette einen V8, Ferrari einen V8 und Porsche einen 6-Zylinder-Boxer...wie geht das? Durch BOP = Balance of Performance werden bei der Homologation unterschiedliche Restriktoren (Luftmengenbegrenzung, Turboaufladung, Tankgröße, Ventile zum Benzinfluss) angebracht um die Fahrzeuge auf etwa ein Niveau zu bringen.


Vielen Dank für die Antwort. Aber vielleicht können die Viper GTR als Privat Fahrzeug öfters mal wieder am Start bringen. Wunder mich aber sowieso wieso die Corvette öfters im Rennsport zu sehen ist, als die Viper. Aber die GT Fahrzeugen könnten auch bei der USCC mitfahren, oder? Soll ja alles einheitlich werden bei den Regeln wie bei der DTM und der Super GT, soviel ich weiss.

Find aber die USCC auch sehr Interessant. Besonders die Prototypen find ich sehr geil.
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon CP-vs-MS » 15.06.2015, 22:50

Habe das Rennen dieses Jahr mal wieder bei einer Art Public Viewing verfolgt. Von daher war Schlafen so gut wie ausgeschlossen. Unglaublich wie viele fantastische Geschichten Le Mans in diesem Jahr wieder erzählt hat. Einfach schön. :heartbeat:

Zunächst mal Gratulation an Porsche. Unfassbar was man in den beiden Jahren nun auf die Beine gestellt und wie man sich vor allem in Sachen Zuverlässigkeit und Reifenmanagement zu den ersten beiden WEC-Läufen noch gesteigert hat. Das Ganze wirft auf Toyota allerdings ein ganz anderes Licht, denn was die in 4 Jahren nicht geschafft haben, macht Porsche mal eben in 2 Jahren. Trotzdem erfreulich, dass man bereits verkündet hat, dass man weitermacht und 2016 mit dem TS050 eine passende Antwort geben will.
Hier ist ja zwischendurch die Frage aufgetaucht, warum Toyota so hinterher hinkt und sogar langsamer als 2014 ist. Man hat das Auto zwar weiterentwickelt und ist prinzipiell auch schneller geworden, das hat man in Spa und Silverstone ja gesehen. Man ist also eigentlich gar nicht so langsam, das Problem ist nur, dass Audi und Porsche so viel schneller geworden sind und den Japanern komplett den Rang abgelaufen haben. Außerdem ist man mit dem Superkondensatorsystem langsam an seine Grenzen gestoßen. Aber da ist für 2016 ja auch schon was neues geplant. Aber das größte Problem war für Toyota (und das ist wohl auch ein Grund, warum man langsamer als 2014 war), dass die letztes Jahr eingesetzten Flexiwings unmittelbar nach dem Rennen enttarnt wurden. Die konnte man so unmöglich auch 2015 verwenden. Der Vorteil mit steileren Flügeln fahren zu können und trotzdem im Topspeed gut aufgestellt zu sein, um mit der Konkurrenz auf der Geraden mithalten zu können, war somit dahin. Und damit ein gewaltiger Zeitverlust zu 2014 vorprogrammiert. Man war sich nach dem Winter wohl einfach zu sicher, dass die gemachten Entwicklungsschritte wohl auch 2015 für die Konkurrenz reichen würden. Aber fast 10 Runden Rückstand sprechen da schon eine andere Sprache.

Bei Audi wiederholt sich die Geschichte: Man schafft es nach 2009 auch 2015 nicht ein sechstes Mal in Folge zu gewinnen, auch weil das Auto noch Kinderkrankheiten und dadurch zu viele unplanmäßige Boxenaufenthalte hatte. Enttäuscht war ich doch am Ende, dass man die avisierten Sechsfachstints nicht angegangen ist. Zumindest hat man zwischendurch mal fünf Stints versucht, dies aber schnell wieder verworfen. Trotzdem beeindruckend, wie man mehr als 700 km konstant schnell auf einem Satz Reifen fahren konnte. Dafür auch mal ein großes Lob an Michelin. Als Audi in Le Mans begann war man froh, wenn der Reifensatz überhaupt einen zweiten Stint überlebt hat. Da sieht man mal, was sich auch in Sachen Reifenentwicklung so getan hat. :thumbs_up:

Die Zuverlässigkeit war bei den Werken der großen Prototypenklasse, die um den Sieg gekämpft haben, schon unglaublich hoch. Dass bis weit nach Rennhalbzeit eigentlich niemand richtig in technischen Trouble kam und auch dann die Quote bei den acht Autos noch so gering war, ist zwar fast schon erschreckend und gleichermaßen beeindruckend, sorgt bei mir im Hinblick auf die Zukunft der WEC aber auch für Sorgenfalten. Porsche fährt nun in der bis dato größten Hybridklasse und das technisch nahezu fehlerfrei. Das System ist bereits jetzt schon was die Zuverlässigkeit angeht so gut wie ausgereift. Toyota hat angekündigt mit dem TS050 2016 ebenfalls in der 8 MJ-Klasse zu starten. Nissan hat bekannt gegeben, dass ihr Auto eigentlich auch auf diese Klasse ausgelegt ist, man aber aus diversen Gründen zurück gerudert hat. Merzt man aber bis 2016 diese Schwachstellen aus, so wird der GT-R LM dann wahrscheinlich ebenfalls in der größten Klasse antreten. Dann verbliebe einzig und alleine Audi in einer kleineren Klasse, die sich aber zwecks Performance dann auch irgendwann höher orientieren müssten. Das Problem dabei: Der ACO hat eigentlich erst für frühestens 2019 neue höhere Hybridklassen geplant, um eine Kostenexplosion zu verhindern. Die Einführung von 10 und 12 MJ-Klassen wird man aber bei Porsche wohl nach dem Ergebnis beschleunigen wollen, um im Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten, sodass man für 2017 ein neues Auto bauen kann. Hier den Spagat zwischen Weiterentwicklung und eben der gefürchteten Kostenfalle, die schon so manche tolle Rennserie in den Ruin geführt hat, zu wahren, wird für die Verantwortlichen nicht einfach.

Ein paar Worte zu Nissan und an all diejenigen, die sich hier nun über die Performance lustig machen oder gar beschweren: Was haben wir denn erwartet? Dass man sich zu den Testfahrten um so viel steigert, dass man nun plötzlich mit die erste Geige spielt? Alleine zeitlich ist das eine völlig überzogene Forderung. Keine Frage, man hat sich vom Entwicklungsaufwand und im Zeitenmanagement völlig vergaloppiert und verpokert, sodass man eigentlich noch nicht mal bis heute so weit ist mit dem Auto ein Rennen in Angriff zu nehmen. Ganz zu schweigen von der ganzen Politik und PR-Maschinerie, die betrieben wurde. Aber gut, man hat sich der Herausforderung Le Mans gestellt und es versucht. Auch wenn man nur fast 200 Runden mit dem besten Auto zurückgelegt hat, so musste ich mit Erstaunen feststellen, dass man sich während des Rennens gewaltig gesteigert hat und mehr als 5 Sekunden (!) gegenüber den Trainings gefunden hat. Und das war auch bildlich deutlich zu erkennen. Stand man den GTE-Fahrzeugen während der Trainings in den Porschekurven noch im Weg rum, so konnte man diesen in der zweiten Rennhälfte dort mühelos wegfahren, viele sogar problemlos überholen. Und das macht mir und auch Nissan selbst doch Mut hier weiter voranzuschreiten. Wobei der nächste Lauf auf dem Nürburgring mit seinen vielen schnellen und mittelschnellen Kurven für Nissan nochmal eine ganz andere Herausforderung wird...

GTE: Was für ein Märchen für Corvette. Nach dem Crash von Magnussen nur noch mit einem Auto antreten zu können, den Teammitgliedern die Enttäuschung und verständliche Hoffnungslosigkeit über einen möglichen Sieg schon zu Beginn des Rennens ins Gesicht geschrieben und dann doch das Ding in einem gigantischen Kampf erst mit Aston Martin und dann mit Ferrari noch zu gewinnen. So etwas gibt es doch nur im Rennsport. Erinnert fast an den Audisieg von 2011, die in einem ähnlich Szenario am Ende über Peugeot triumphieren konnten. Einfach herrlich.
Wobei es soweit nicht hätte kommen müssen. Was auch immer der Fahrer des roten Astons nach dem Bremsenwechsel da versucht hat, um in der Bremsphase zur ersten Schikane am LMP2 vorbeizukommen... die Schikane hätte er so oder so nicht bekommen und eventuell wäre sogar die Auslaufzone bei der viel zu hohen Geschwindigkeit am Kurveneingang etwas knapp geworden. Insgesamt vom Ergebnis her ein ziemlich enttäuschendes Ergebnis für die Briten, vor allem das Drama des AM-Fahrzeugs kurz vor Schluss. Da wären durchaus zwei Klassensiege möglich gewesen, so bleibt am Ende aber nur P4 in der GTE-Pro als zählbarstes Ergebnis.

Insgesamt wieder mal ein tolles Event, auch wenn ich wie jedes Jahr danach immer etwas wehmütig bin, dass es nun wieder 365 Tage dauert, bis das Spektakel von vorne beginnt. Gleichzeitig freue ich mich aber bereits jetzt auf den Nürburgring. Und das nicht nur, weil ich live vor Ort sein werde... :heartbeat:
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon DC21 » 16.06.2015, 10:12

CP-vs-MS hat geschrieben:.... Und das nicht nur, weil ich live vor Ort sein werde... :heartbeat:

Ich bin auch da. Vielleicht kann man sich ja mal irgendwann an dem WE treffen.
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon F1Fan2004 » 16.06.2015, 14:07

Weiß eigentlich jemand zufällig die TV-Quoten zum Rennen. Das würde mich echt mal interessieren, wie viele sich das Spektakel geben :D
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Re: 24 Stunden von Le Mans 2015

Beitragvon Tr!pleCr0wn » 17.06.2015, 12:41

Abschließend hier noch das offizielle Endergebnis, inklusive der Disqualifikation von byKolles (Simon Trummer hatte Untergewicht). Ganz nebenbei: Trotz deutlich mehr Zwischenfällen und Gelb-Phasen als 2010 scheiterte die Siegermannschaft lediglich um 2 Runden an dem Distanzrekord von 397 Runden)

Die Farben spiegeln die jeweiligen Klassen (Farbe der Nummerntafeln) wieder...

Fett markiert = Klassensieger

1. #19 Porsche Team - Hülkenberg/Bamber/Tandy - Porsche 919 Hybrid - 395 Runden
2. #17 Porsche Team - Bernhard/Webber/Hartley - Porsche 919 Hybrid - 394 Runden
3. #7 Audi Sport Team Joest - Lotterer/Treluyer/Fässler - Audi R18 e-tron quattro - 393 Runden
4. #8 Audi Sport Team Joest - di Grassi/Duval/Jarvis - Audi R18 e-tron quattro - 392 Runden
5. #18 Porsche Team - Dumas/Jani/Lieb - Porsche 919 Hybrid - 391 Runden
6. #2 Toyota Racing - Wurz/Sarrazin/Conway - Toyota TS040 Hybrid - 387 Runden
7. #9 Audi Sport Team Joest - Albuquerque/Bonanomi/Rast - Audi R18 e-tron quattro - 387 Runden
8. #1 Toyota Racing - Davidson/Buemi/Nakajima - Toyota TS040 Hybrid - 386 Runden

9. #47 KCMG - Howson/Bradley/Lapierre - Oreca 05-Nissan - 358 Runden
10. #38 Jota Sport - Dolan/Turvey/Evans - Gibson 015S-Nissan - 358 Runden
11. #26 G-Drive Racing - Rusinov/Bird/Canal - Ligier JS P2-Nissan - 358 Runden
12. #28 G-Drive Racing - Yacaman/Gonzalez/Derani - Ligier JS P2-Nissan - 354 Runden
13. #48 Murphy Prototypes - Berthon/Chandhok/Patterson - Oreca 03R-Nissan - 347 Runden
14. #27 SMP Racing - Medani/Markozov/Minassian - BR01-Nissan - 340 Runden
15. #31 Extreme Speed Motorsports - Brown/Fogarty/Van Overbeek - Ligier JS P2-HPD - 339 Runden
16. #45 Ibanez Racing - Ibanez/Bellarosa/Perret - Oreca 03R-Nissan - 337 Runden

17. #64 Corvette Racing - Gavin/Millner/Taylor - Corvette C7.R - 337 Runden
18. #13 Rebellion Racing - Imperatori/Kraihamer/Abt - R-One-AER - 336 Runden
19. #29 Pegasus Racing - Roussell/Cheng/Tung - Morgan LMP2-Nissan - 334 Runden
20. #72 SMP Racing - Shaitar/Bertolini/Basov - Ferrari 458 Italia GT2 - 332 Runden
21. #71 AF Corse - Rigon/Calado/Beretta - Ferrari 458 Italia GT2 - 332 Runden
22. #77 Dempsey-Proton Racing - Dempsey/Long/Seefried - Porsche 991 RSR - 331 Runden
23. #12 Rebellion Racing - Prost/Heidfeld/Beche - R-One-AER - 330 Runden
24. #62 Scuderia Corse - Sweedler/Bell/Segal - Ferrari 458 Italia GT2 - 330 Runden
25. #51 AF Corse - Bruni/Vilander/Fisichella - Ferrari 458 Italia GT2 - 330 Runden
26. #83 AF Corse - Perrodo/Collard/Aguas - Ferrari 458 Italia GT2 - 330 Runden
27. #95 Aston Martin Racing - Sörensen/Nygaard/Thiim - Aston Martin Vantage V8 - 330 Runden
28. #30 Extreme Speed Motorsports - Sharp/Dalziel/Heinemeier-Hansson - Ligier JS P2-HPD - 329 Runden
29. #35 OAK Racing - Nicolet/Maris/Merlin - Ligier JS P2-Nissan - 328 Runden
30. #91 Porsche AG Team Manthey - Lietz/Christensen/Bergmeister - Porsche 991 RSR - 327 Runden
31. #61 AF Corse - Mann/Gianmaria/Cressoni - Ferrari 458 Italia GT2 - 326 Runden
32. #40 Krohn Racing - Krohn/Jonsson/Barbosa - Ligier JS P2-Judd - 323 Runden
33. #37 SMP Racing - Aleshin/Ladygin/Ladygin - BR01-Nissan - 322 Runden
34. #99 Aston Martin Racing - Rees/McDowall/Stanaway - Aston Martin Vantage V8 - 320 Runden
35. #68 Team AAI - Chen/Vanellet/Parisy - Porsche 991 RSR - 320 Runden
36. #66 JMW Motorsport - Al Faisal/Giermaziak/Avenati - Ferrari 458 Italia GT2 - 320 Runden
37. #67 Team AAI - Chen/Kapadia/Maassen - Porsche 997 RSR - 316 Runden
NICHT GEWERTET (Ausfall innerhalb der 90%, aber Zielflagge nicht erreicht)
38. #98 Aston Martin Racing - Dalla Lana/Lamy/Lauda - Aston Martin Vantage V8 - 321 Runden
39. #22 Nissan Motorsport - Ticknell/Krumm/Buncombe - Nissan GT-R LM Nismo - 242 Runden
AUSFÄLLE (Ausfall außerhalb der 90% und Zielflagge nicht erreicht)
40. #OAK Racing - Cummings/Vanthoor/Estre - Ligier JS P2-HPD - 329 Runden (Getriebe)
41. #53 Riley Motorsports - Bleekemolen/Keating/Miller - SRT Viper GTE - 304 Runden (Getriebe)
42. #42 Strakka Racing - Leventis/Kane/Watts - Strakka-Dome S103 - 264 Runden (Getriebe)
43. #55 AF Corse - Cameron/Griffin/Mortimer - Ferrari 458 Italia GT2 - 241 Runden (Antriebsstrang)
44. #23 Nissan Motorsport - Pla/Mardenborough/Chilton - Nissan GT-R LM Nismo - 234 Runden (Getriebe)
45. #46 Thiriet by TDS Racing - Thiriet/Badey/Gommendy - Oreca 05-Nissan - 204 Runden (Unfall)
46. #96 Aston Martin Racing - Goethe/Hall/Castellacci - Aston Martin Vantage V8 - 187 Runden (Unfall)
47. #43 Team SARD Morand - Ragues/Webb/Amberg - Morgan Evo-SARD - 162 Runden (Motor)
48. #21 Nissan Motorsport - Matsuda/Shulzhitzky/Ordonez - Nissan GT-R LM Nismo - 115 Runden (Aufhängung)
49. #36 Signatech-Alpine - Pantiatici/Loup-Chatin/Capillaire - Alpine A450b-Nissan - 110 Runden (Unfall)
50. #97 Aston Martin Racing - Turner/Mücke/Bell - Aston Martin Vantage V8 - 110 Runden (Motor)
51. #50 Larbre Competition - Roda/Ruberti/Poulsen - Chevrolet Corvette C7.R - 94 Runden (Getriebe)
52. #41 Greaves Motorsport - Hirsch/Paletou/Lancaster - Gibson 015S-Nissan - 71 Runden (Batterie)
53. #88 Abu Dhabi-Proton Racing - Ried/Bachler/Al Qubaisi - Porsche 991 RSR - 44 Runden (Motor)
54. #92 Porsche AG Team Manthey - Pilet/Mackowiecki/Henzler - Porsche 991 RSR - 14 Runden (Motor)
DISQUALIFIZIERT
#4 Team byKolles - Trummer/Kaffer/Monteiro - CLM P1/01-AER - 260 Runden (Gewicht)
NICHT GESTARTET
#63 Corvette Racing - Magnussen/Garcia/Briscoe - Corvette C7.R
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