Radsport

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M. Nissen
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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 14.07.2014, 18:11

Nibali ist - zumindest im Moment - einfach der beste Bergfahrer im Feld. Natürlich kann im Laufe der Tour noch viel passieren, die schwersten Etappen kommen ja noch, aber seine Form und sein - wenn auch kleiner - Vorsprung im Klassement, lässt derzeit keinen anderen Schluss zu, als ihm die mit Abstand höchsten Chancen auf die Tour-Sieg einzuräumen :wink:. Mal sehen, was noch so kommt.

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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 16.07.2014, 17:42

Man fragt sich so langsam echt, wer überhaupt noch bei der Tour mitfährt. Welch ein tolles Ende der Etappe heute :thumbs_up:. Sagan musste alleine sämtliche Angriffe abwehren und war daher am Ende chancenlos.

Heute war in meiner Tageszeitung übrigens ein relativ ausführlicher Bericht zu lesen, der sich kritisch mit der Leistung von Tony Martin auseinandersetzt. Scheint, als wären die positiven Leistungen auch anderen aufgefallen. Allgemein fragen Experten sich, ob die seine 120 Kilometer lange Alleinfahrt noch glaubwürdig ist.

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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 18.07.2014, 10:24

Die Etappenplanung verstehe ich auch nicht. Natürlich haben auch Flachetappen ihre sportliche Berechtigung, aber ich denke auch, dass man die Wochenenden für Bergetappen nutzen sollte. Auch schade, dass die Tour derzeit etwas unspektakulär dahinplätschert. Die vielen Ausfälle und die derzeitige Überlegenheit von Nibali machen die Tour doch sehr zäh. Mal sehen, ob sich im Hochgebirge mehr Spannung bietet.

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Re: Radsport

Beitrag von Brod » 18.07.2014, 12:02

Wird sich zeigen ob etwas passiert. Ich rechne ja nicht mehr sehr viel. Porte sieht schon so aus als würde er nur aufs Podium wollen und Valverde...naja, Valverde wird wieder versuchen an irgendjemand dran zu bleiben, dabei schlecht aussehen und am Ende doch wieder die letzten 300m wegsprinten können.

Eigentlich müsste man meinen, dass einige ihre ultimative Chance sehen die Tour doch einmal zu gewinnen, aber wahrscheinlich sehen die Herrschaften die Ausfälle von Froome und Contador doch nur als Platzmacher auf dem Podium.
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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 18.07.2014, 16:18

Schlumpfi hat geschrieben:..Ich könnte mir sogar eher vorstellen, das Nibali selbst die (Vor)Entscheidung sucht und in die Offensive geht um seinen Vorsprung zu vergrößern und evtl. noch eine weitere Etappe zu gewinnen.
So sehe ich das auch. Nibali wird sich sicherlich nicht mit den 2,23 min Vorsprung zufrieden geben, auch wenn ich glaube, das Porte die im EZF unter normalen Umständen wohl eher nicht rausfahren wird.

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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 23.07.2014, 19:43

Brod hat geschrieben:Für die Spannung ist der Ausfall von Contador nachdem auch Froome weg war vielleicht sogar besser.
Na, wenn das so stimmt, dann mag ich mir gar nicht ausmalen wie die Tour mit Contador verlaufen wäre. Die TV-Quoten sind leider nicht berauschend und die Spannung ums Gesamtklassement ist es erst recht nicht. Man kann zwar nicht immer einer Tour alá 2003 (Die "Jahrhunderttour") erwarten, aber ein wenig mehr Leistungsdichte wäre meines Erachtens schon wünschenswert.

Einen kritischen Gedanken möchte ich noch über die gestrige Etappe loswerden. Es wird zwar ständig über Doping diskutiert und wie man dessen Auswüchse im Radsport begrenzen kann und dann kommt gestern so eine schwere Bergetappe über fast 240 Kilometer daher. Das konterkarriert meiner Meinung nach alle bisherigen Anti-Doping-Bemühungen. Die Zeitabstände waren natürlich wie erwartet gigantisch.

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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 24.07.2014, 11:05

M. Nissen hat geschrieben: Einen kritischen Gedanken möchte ich noch über die gestrige Etappe loswerden. Es wird zwar ständig über Doping diskutiert und wie man dessen Auswüchse im Radsport begrenzen kann und dann kommt gestern so eine schwere Bergetappe über fast 240 Kilometer daher. Das konterkarriert meiner Meinung nach alle bisherigen Anti-Doping-Bemühungen. Die Zeitabstände waren natürlich wie erwartet gigantisch.
Naja, wobei da auch die Frage ist, ob 240 km mit einem Hammer-Anstieg nicht besser zu verkraften sind als 124 km mit 4 harten Anstiegen. Zumal da der Ruhetag noch davor war. Da Frage ich mich dann schon eher, ob man 3 harte Etappen direkt hintereinander abwickeln muss. DAS konterkariert dann für mich eher schon die ganze Dopinggeschichte.

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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 24.07.2014, 13:38

Wobei meiner Meinung nach, dass das legendäre Fuentes-Argument* bei solch vielen aufeinanderfolgenden schweren Etappen schon irgendwo an Gewicht und Logik gewinnt. Ich glaube schon, dass solche Etappenpläne auch die Bereitschaft zu dopen, steigern könnte.
___

*) "Den Fahrer Dopingmittel zu besorgen und zu verabreichen, ist Körperverletzung. Sie ohne Dopingmittel die Tour bestreiten zu lassen, wäre Mord." [So oder so ähnlich.]

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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 24.07.2014, 19:51

Jo, Nibali scheint wirklich in absoluter Topform zu sein. Keine Ahnung ob, wenn Froome und Contador ihn noch mehr gefordert hätte, das anders geworden wäre. Valverde (und Co.) war(en) dazu jedenfalls in keinster Weise in der Lage. Wobei ich bei Froome bzw. Sky da auch meine Bedenken gehabt hätte, so wie die sich präsentiert haben.

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Re: Radsport

Beitrag von M. Nissen » 24.07.2014, 21:03

Schlumpfi hat geschrieben:Der Klopper an Taktikversagen ist aber Tinkoff aus meiner Sicht. Da hat man mit Rogers, Roche und vor allem Majka drei absolute Topleute für die Gesamtwertung neben Contador und brummt denen freiwillig ohne Not direkt mal zig Minuten auf irgendwelchen völlig bedeutungslosen Etappen auf. Das ist absoluter Quatsch, da hätten sie auch mit dem Hauptfeld mitfahren können und hätten noch gescheit gelegen im Klassement.
Generell müssen wir natürlich auch sagen, dass hinter dieser Taktik durchaus Sinn steht. Man wollte Roche und Co. natürlich absichtlich weit hinten platzieren, damit sie in den Bergen als Relaisstation wegfahren dürfen. Aber du hast natürlich vollkommen Recht, dass man sich diesen Abstand besser auf der Letzten Etappe vor den Bergen hätte einfahren sollen und nicht schon ganz am Anfang der Tour. So ist die Tour für Tinkoff in der Tat gelaufen.

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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 24.07.2014, 23:59

M. Nissen hat geschrieben:
Schlumpfi hat geschrieben:Der Klopper an Taktikversagen ist aber Tinkoff aus meiner Sicht. Da hat man mit Rogers, Roche und vor allem Majka drei absolute Topleute für die Gesamtwertung neben Contador und brummt denen freiwillig ohne Not direkt mal zig Minuten auf irgendwelchen völlig bedeutungslosen Etappen auf. Das ist absoluter Quatsch, da hätten sie auch mit dem Hauptfeld mitfahren können und hätten noch gescheit gelegen im Klassement.
Generell müssen wir natürlich auch sagen, dass hinter dieser Taktik durchaus Sinn steht. Man wollte Roche und Co. natürlich absichtlich weit hinten platzieren, damit sie in den Bergen als Relaisstation wegfahren dürfen. Aber du hast natürlich vollkommen Recht, dass man sich diesen Abstand besser auf der Letzten Etappe vor den Bergen hätte einfahren sollen und nicht schon ganz am Anfang der Tour. So ist die Tour für Tinkoff in der Tat gelaufen.
Wobei die ja dann noch relativ viel daraus gemacht haben. 3 Etappensiege und das Bergtrikot sind ja nun auch nicht soo schlecht ohne den Kapitän. Und ein Majka hätte, wenn er weit vorne Platziert gewesen wäre, wohl das Bergtrikot nicht bekommen. Den Klopper an Taktikversagen hat für mich dann eher Rodriguez abgeschossen. GK weggeschenkt und dann keinen Etappensieg und das Bergtrikot auch nicht gewonnen. Wobei da aber wohl auch die Form nicht wirklich stimmt.

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Re: Radsport

Beitrag von scott 90 » 25.07.2014, 00:58

robinson hat geschrieben: Wobei da aber wohl auch die Form nicht wirklich stimmt.
Absolut so wäre auch nicht in die Top 10 gekommen wenn überhaupt Top 20. So gesehen wird er das wohl gewusst haben und auf 3-4 gute Tage gezockt haben, deswegen war das nicht mal ein Fehler sondern gar seine einzige Chance??

Im übrigen stimmt es schon manche Teams haben einfach zu sehr auf einen Mann gesetzt. Ist schon lustig da hat die französische Mannschaft Ag2r hat zwei unter den Top 5 und dann Topmannschaften wie Sky und Tinkhoff haben gar keinen dort. Hätte nicht sein müssen aber zumindest mit den Etappensiegen und dem Bergtrikot hat ja Majka doch einiges noch rausgeholt.

Ansonsten war die Aussagen der Ausfall von Conti tut der Tour gut doch falsch war. Wäre Nibali auch weg gewesen, dann .... aber gut das bringt auch nix. Und es für mich zu sagen, ich wollte dieses Jahr eigentlich nur die Sprintankünfte anschauen aber es hat mich doch wieder gepackt obwohl zuletzt klar war Nibali macht das vorne, der Kampf dahinter ist wirklich spannend.
M. Nissen hat geschrieben:Wobei meiner Meinung nach, dass das legendäre Fuentes-Argument* bei solch vielen aufeinanderfolgenden schweren Etappen schon irgendwo an Gewicht und Logik gewinnt. Ich glaube schon, dass solche Etappenpläne auch die Bereitschaft zu dopen, steigern könnte.
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*) "Den Fahrer Dopingmittel zu besorgen und zu verabreichen, ist Körperverletzung. Sie ohne Dopingmittel die Tour bestreiten zu lassen, wäre Mord." [So oder so ähnlich.]
Könnte man weiter führen mit dem fehlenden Antidopinggesetzt usw...
Nur wie hier richtig angesprochen wird Doping bleibt auch bei geringeren Belastungen ein Thema. Du hast Tony Martin mit Landis verglichen und der gute hat jetzt in den Bergen eigentlich das gezeigt was wir von ihm kennen und dabei sehr viel Zeit verloren. Passt dann auch irgendwie nicht mehr so wirklich ins Bild, genauso wenn einer die körperlichen Belastungen als Ursache für Doping nennt. Zu mal ja früher auch die Sprinter gedopt erwischt wurden, bei denen würde das ja auch ins Leere laufen. Genauso wenn Sportler in Sportarten erwischt werden, bei denen die Belastungen nicht so hoch sind. (Sprinter usw...)

Was bringt einen denn dazu, der Ruhm vielleicht ja ein wenig aber im besonderen das Geld das man dabei verdienen kann. Das Risiko am Ende den Ruhm wieder zu verlieren ist ja zudem immer gegeben, und macht ja gottseidank, möchte man fast sagen, auch vor den Allergrößten nicht halt.

Klar man fragt sich auch jetzt ist das möglich, und man kann sich die Frage eigentlich nicht plausibel beantworten. Am Ende glaube ich das es doch nicht sein kann, dass nach allen diesen Beteuerungen das gesamte Feld dopt nur um die Etappen überstehen zu können, womit zumindest gezeigt wird es ist möglich, wenn auch nicht so schnell, die Etappen zu überstehen. Natürlich in einer Sache mag die Argumentation ins schwarze treffen, je schwerer die Etappen desto mehr bringt Doping.
Zuletzt geändert von scott 90 am 25.07.2014, 14:13, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 25.07.2014, 11:30

scott 90 hat geschrieben:
robinson hat geschrieben: Wobei da aber wohl auch die Form nicht wirklich stimmt.
Absolut so wäre auch nicht in die Top 10 gekommen wenn überhaupt Top 20. So gesehen wird er das wohl gewusst haben und auf 3-4 gute Tage gezockt haben, deswegen war das nicht mal ein Fehler sondern gar seine einzige Chance?? ...
Wobei ich trotzdem der Meinung bin, mit etwas mehr "Cleverness" hätte er doch schon Chancen aufs Bergtrikot haben können. Der hat sich zu sehr auf die "Big Points" verlassen und das hat nicht geklappt.
Schlumpfi hat geschrieben:AG2R ist ein schönes Beispiel übrigens, wie man auch ohne Riesenteamtaktik mit zwei Leuten gut liegen kann. Als Peraud attackiert hat, obwohl Bardet vorne war, hat das Bewegung in die Gruppe der Favoriten gebracht und am Ende bringt es dem Team wahrscheinlich den zweiten Gesamtrang und Bardet wird dennoch wohl 6. am Ende. Manche Teams hätten da einen geopfert, um den anderen theoretisch ein paar Sekunden auf irgendeiner Etappe zu besorgen, was ja nichtmal sicher ist. ..
Wobei ich glaube, das AG2R sich früh darauf versteift hat, die Mannschaftswertung zu gewinnen, sie also auch schon darauf bedacht waren, mit möglichst mehreren weit vorne anzukommen.

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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 25.07.2014, 11:41

Schlumpfi hat geschrieben:Habs in den letzten Jahren schon mal so große Abstände im Gesamtklassement? Bedenkt man, das es ja auch kleinere Teams gibt, die auch auf Klassement fahren, aber eben nicht auf den Gesamtsieg oder das Podium, sondern um einen Top10, 15 oder 20 Platz, was ja bei 200 Startern auch eine Leistung ist an sich, dann ist es schon krass, das Porte als 20. derzeit über 50 (!) Minuten Rückstand hat. Das ist ja nix, was mit Nibali an sich zu tun hat, denn auf P4 sind das auch 43 Minuten Rückstand.

Edit: Okay, grade gesehen, das direkt vor Porte ein großer Abstand ist und der 19. "nur" 41 Minuten hat, ist aber auch extrem viel finde ich.
Von Platz 12 auf 13 sinds auch noch mal gut 8 Minuten Unterschied. Ansonsten sind die Top10 eigentlich im Limit, der Abstand von 1. zum 2. ist allerdings auch ziemlich heftig. Wobei wenn zwei von den Favoriten eben fehlenund einer den Alleinunterhalter macht, das schon sein kann.

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Re: Radsport

Beitrag von robinson » 26.07.2014, 23:35

Naja, mit Pinot habe ich schon gerechnet, bei König war es mehr hoffen auf die Top10. Valverde hab ich insgeheim schon so eingeschätzt, das der nichts reißt. Enttäuschend waren auf jeden Fall van Garderen, van den Broeck, Rolland, ... Auch von Trek und Sky hätte ich eigentlich mehr erwartet.

Für Morgen wünsche ich mir noch ein paar Showrunden von Voigt und Horner (Das Rentnerduo :blaugh: :mrgreen: )vor dem Feld und zum Schluss einen Massensprint mit Resultat Greipel vor Kittel. :mrgreen:

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