Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

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Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Redaktion » 18.02.2020, 17:15

Formel-1-Boss Chase Carey lässt kein gutes Haar an seinen Vorgängern rund um Bernie Ecclestone: Viel Kritik und schlechte Publicity statt Lösung von Problemen
Chase Carey

Chase Carey kann die Vorgehensweise seiner Vorgänger nicht verstehen

Formel-1-Boss Chase Carey hat seine Vorgänger stark kritisiert und gesagt, dass sie dem Sport zu kritisch gegenüberstanden und auf das Produkt "geschissen" haben, anstatt die Probleme der Formel 1 zu lösen. Vor allem Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hatte sich immer wieder abfällig über die V6-Hybridmotoren geäußert und sogar gesagt, dass er kein Ticket für die Formel 1 kaufen würde.Das stößt auf wenig Verständnis bei Carey: "Ich denke, dass sich der Sport nicht organisiert hat", sagt er auf einer Konferenz in Baku. "Ich habe über die Hybrid-Motoren und die unglaubliche Technologie dahinter gesprochen, aber in den Jahren vor uns haben alle Leute drauf geschissen, anstatt zu sagen: 'Das ist der effizienteste Motor, es ist ein unglaubliches Stück Technologie'", ärgert er sich.Damit habe man die Angelegenheit aber nur kritisiert, anstatt sie zu lösen. "Es gab einige Probleme, aber man hat nicht genügend unternommen, um die Probleme anzugehen", sagt er.Ein wichtiges Thema sind für den Amerikaner die Kosten. Liberty Media versucht, die Formel 1 zum Wachsen zu bringen und die Meisterschaft für die Teams nachhaltiger zu machen. Bei Bernie Ecclestone stand vor allem Profitmaximierung im Vordergrund, was zu steigenden Kosten und auch einer unfairen Geldverteilung geführt hatte.

Die fünf Epochen des Bernie Ecclestone: Der Fahrer

Der ehemalige Formel-1-Boss wird beim Goodwood Festival of Speed für sein Lebenswerk geehrt und erzählt dazu aus seinem vielschichtigen Werdegang Weitere Formel-1-Videos

Liberty Media hat nun eine Budgetgrenze ausgehandelt und will die Preisgelder fairer verteilen. Für Carey kommt das alles aber recht spät: "Wir sind an einem Punkt, an dem man das Thema schon lange hätte angehen müssen", sagt er. "Die Leute haben sich darüber beschwert, aber sie haben nichts gemacht. Normalerweise löst man Probleme im Leben, wenn man welche hat."Ein anderes Thema ist der Kalender. Die Formel 1 drängt in immer neue Märkte und lässt den Kalender weiter wachsen. Obwohl man schon 22 Rennen pro Jahr hat, gibt es immer neue Interessenten, die auf den Markt drängen. Das sieht der Formel-1-Boss als Stärke. "Wir haben das Glück, dass wir viel mehr Nachfrage als Angebot haben."

Fotostrecke: Die 10 kuriosesten Formel-1-Ideen von Bernie Ecclestone

#10 Drei Autos pro Team: Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

#10 Drei Autos pro Team: Als die Formel 1 nach dem Ausstieg von Jaguar und Cosworth 2004 und drohenden Pleiten bei Jordan oder Minardi vor Problemen stand, brachte der Brite die Idee von drei Fahrzeugen pro Team schon einmal auf den Plan. Ein großes Starterfeld und mehr Topautos wären garantiert.

Zur Auswahl künftiger Rennen meint er: "Wir wollen selektiv sein und langfristige Partnerschaften eingehen." Er sieht es als Zeichen für Interesse am Sport. "Und das Interesse hat man früher nicht eingefangen, weil der Sport nicht die Dinge gemacht hat, die er machen musste."

"Der Sport ist zu kritisch geworden und hat wie gesagt auf die Motoren geschissen. Und Bernie hat gesagt, dass er keine Karte kaufen würde. Das ist beschweren, nicht reparieren."


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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Calvin » 18.02.2020, 18:07

Redaktion hat geschrieben:
18.02.2020, 17:15
"Ich habe über die Hybrid-Motoren und die unglaubliche Technologie dahinter gesprochen, aber in den Jahren vor uns haben alle Leute drauf geschissen, anstatt zu sagen: 'Das ist der effizienteste Motor, es ist ein unglaubliches Stück Technologie'", ärgert er sich.Damit habe man die Angelegenheit aber nur kritisiert, anstatt sie zu lösen
Und was zur Hölle bringt mir als Fan dieser effiziente Moter der ein unglaubliche Stück Technologie ist? Absolut nichts. Eher im Gegenteil. Der unverkennbare Sound der F1 ist weg, die Fahrer können dieses unglaubliche Stück Technologie nur noch Mithilfe der Techniker von der Boxenmauer bedienen. Attackieren kann man auch nur noch sehr begrenzt, da man nach ein paar Runden wieder die Batterie aufladen muss.


Das hat den Sport wirklich auf das nächste Level gehoben....
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von dersven » 18.02.2020, 18:13

Ich denke auch, dass die - zweifelsfrei technisch unglaublich beeindruckenden - Motoren am Fan vorbeientwickelt wurden. Sie sind viel zu komplex und undurchsichtig für den Fan, außerdem klingen sie halt wirklich nach nichts und hat doch viel von der Attraktivität kaputtgemacht. Ich hoffe, dass man zukünftig einen besseren Kompromiss finden wird.

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von DeLaGeezy » 18.02.2020, 18:18

Als F1 Boss kann man sich auch anders ausdrücken. das muss nicht sein.
LM ist für mich bisher nicht "der retter der f1". wenn das produkt so "super" ist, wieso fährt man nicht in Deutschland einen GP?
er mag etwas ansprechen was vielleicht in einigen teilen richtig ist, aber die geldgier von LM ist nicht besser als die von bernie.
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von turbocharged » 18.02.2020, 20:26

Ecclestone hat die Formel 1 global bekannt gemacht. Die Formel 1 wie wir sie jetzt kennen ist nur durch ihn so geworden.
Carey hat ein fertiges Produkt gekauft und redet jetzt dumm daher. Ganz großes Kino.

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Sportsmann » 19.02.2020, 01:19

DeLaGeezy hat geschrieben:
18.02.2020, 18:18
Als F1 Boss kann man sich auch anders ausdrücken. das muss nicht sein.
LM ist für mich bisher nicht "der retter der f1". wenn das produkt so "super" ist, wieso fährt man nicht in Deutschland einen GP?
er mag etwas ansprechen was vielleicht in einigen teilen richtig ist, aber die geldgier von LM ist nicht besser als die von bernie.
Ich konnte die Aussage nirgendwo auf englisch finden. Ich will mal herzlich bezweifeln, dass er das so gesagt hat. Ergo ja, ich vermute eine Übersetzung die an eine Lüge grenzt, oder diese Grenze hinter sich lässt. Bei Ecclestones Aussagen habe ich zumindest etwas englischspachiges gefunden.
. Bei Carey war ich nicht erfolgreich.

Das LM nicht der Retter der F1 ist, das sehe ich anders. Das sie nicht heilig gesprochen werden sollten und man den Tag nicht vor dem Abend loben sollte, das darf man aber nicht vergessen. Ich sage sie sind Retter der F1, weil - wäre es so weitergegangen - dann wäre die F1 in den nächsten Jahren zugrunde gegangen. Ecclestone käme doch gar nicht auf die Idee der Vermarktung über neue Medien - was schon im letzten Jahr zu ordentlich Fanzuwachs geführt hat. Und Ecclestone hätte von grüner Technologie die Finger gelassen. Das sich die F1 als Zukunftorientiert zeigt, das ist eine ganz wichtige Sache. Denn Hybrid ist ja schon fast ein altes Eisen und kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Auch die fairere Geldverteilung und der tatsächliche Anfang einer Budgetdeckelung sind Schritte die es sonst womöglich nicht gegeben hätte. Unter Ecclestone wären Williams und Renault und womöglich Honda und eventuell auch Racing Point ausgestiegen bzw. Pleite gegangen, denn Sponsoring hat auch mit Glauben an die Zukunft zu tun und den gibt es nur dank der neuen Eigentümer. Ob Stroll sein Geld auch hingelegt hätte, wenn er davon ausgehen hätte müssen, dass er wie Branson mit Virgin nichts erreicht ausser Geldverbrennung? Womöglich würde Lance jetzt Indycar fahren und Williams und Racing Point/Force India gäbe es nicht mehr. So meine Gedankengänge.
Das LM natürlich möglichst viel Geld haben möchte ist auch verständlich. ich meine, sie haben enorm viel Investiert, um die F1 zu kaufen und dann auch noch, um das "beschissene Produkt" wie es Ecclestone nannte Zukunftsfähig und wirtschaftlich zu machen. LM wird nicht Geld verschenken, aber ich sehe ernsthafte Bemühungen Teams nicht vor die Hunde gehen zu lassen und die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit durch andere Geldverteilung und weniger Ausgaben zu verbessern.

Das LM nicht heilig zu sprechen ist, muss klar sein. Schauen wir auf Infos von AMuS. Das 22te Rennen würde LM ca. 40Mio bringen, 65% bekommen die Teams. Kosten für die Teams sind jedoch 2-3Mio. 26Mio /10 Teams sind 2,6 Mio. Damit ist man dann quasi bei +- Null (oder wenn man genau rechnet im schlechtesten Fall bei -400.000). Ich bin allerdings nur 98% sicher, dass es den Betrag als Standardausschüttung gibt. Gäbe es ihn Platzgebunden so hätten die meisten Teams keine gute Rechnung. Ergo ergibt es für die Teams weniger Interesse mehr Rennen zu haben, während Liberty Media 14Mio gerne mitnimmt - die Kosten der LM Seite kenne ich jedoch nicht, womöglich sind es mehr als 3Mio.

Zum Deutschland GP noch eins. Ich würde auch nicht in Deutschland fahren, wenn mir Vietnam viel mehr Geld in die Kasse spült. Das ist sogar für die F1-Teams ggf. sinnvoll, da sie an den Einnahmen beteiligt sind. Die F1 braucht Deutschland nicht zwingend und ich finde es auch völlig verständlich, wenn man irgendwo hingeht wo vielleicht volles Haus ist. Wenn irgendwann wieder ein Deutscher oben mitfährt (vielleicht ja doch nochmal Vettel!?) dann sieht das ggf. in Zukunft auch wieder anders aus.
Mexico hat es für mich vorgemacht, das ist ein guter GP, da ist volles Haus. Gegenbeispiel China, das ist mehr Politik als (flächendeckende) Begeisterung. AMuS schrieb sehr schön, die bekommen die Tribünen auch nur voll, weil sie jedes Jahr welche dicht machen. Und von China wissen wir, die würden sogar Leute herankarren die fröhlich lächeln und Klatschen um das Image des Landes zu erhalten, siehe Olympische Spiele in Peking damals. Als Fan würde ich mir hier auch lieber den Deutschland GP aussuchen, aber Mercedes u.A. möchte den Riesenmarkt natürlich nicht einfach aufgeben, hier ist die Marke etabliert, in Asien muss sie speziell im E-Tech-Zeitalter kämpfen.
Und wenn ich den innereuropäischen Vergleich ziehe und die Wahl habe zwischen Deutschland wo (2018) 70.000 Tickets durch Marketing an den Mann/Frau gebracht werden müssen, oder Zandvoort wo selbst 100.000 Tickets nicht reichen würden, um die Nachfrage zu befriedigen, da fällt es nicht so schwer "bis später vielleicht" zu Deutschland zu sagen. Die Bilder am TV von orangenen Meeren und Fahnen usw. die kann sich vermutlich jeder hier vorstellen, das allein macht womöglich dem ein oder anderen Zuschauer Lust auf mehr.

Kannst du dich dem ungefähr anschließen?
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Dr_Witzlos » 19.02.2020, 08:35

Ich sehe vieles ähnlich wie der Sportsmann

Die Formel 1 war ein marodes Produkt und mit den Möglichkeiten, die LM hatte, haben die noch Vergleichsweise viel angestellt.

Die Öffnung der sozialen Kanäle, Promo auf YouTube etc. wäre unter Bernie nie drin gewesen.

Zukunft ist wichtig und die Formel 1 hat sich in den 80er und 90er sich durch zukunftsweisende Technik ausgezeichnet und nicht durch den Motorenlärm.

Was viele Foristen immer vergessen, LM hatte auch viele alte Knebelverträge mitgekauft.

Beginnend mit den TV-Veträgen. Da wurde aus meiner Sicht viel in Richtung streaming getan. Aber alles konnten die auch nicht umsetzen.
Concord-Aggrement war der Totengräber und die Folgen, die unter Bernie abgeschlossen wurden können nicht alle mit einmal komplett neu verhandelt werden. Denn man hat den Teams und Herstellern zu viel Macht gegeben und diese schlagartig zu entziehen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. LM verfolgt da einen cleveren Ansatz und ich glaube die Folgen werden sich bis ca. 2025 oder länger bleiben, die Bernie angerichtet haben.

Bernie hat die Formel 1 groß gemacht, dass ist nicht die Frage, aber er hat einen richtigen Fehler gemacht indem er nicht zeitig genug das Zepter an die kommende Generation weitergegeben hat. Genau das löffelt LM aus und das braucht Zeit und Geduld, um neue Fans für die Sportart zu begeistern, aber auch die Puristen nicht zu verschrecken. Das ist ein schwieriger Spagat.

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von DeLaGeezy » 19.02.2020, 09:24

Sportsmann hat geschrieben:Das LM nicht der Retter der F1 ist, das sehe ich anders
Du hast natürlich in einigen Punkten Recht. Durch LM ist die neue Welt der Medien erschlossen worden und darin sehe ich auch einen Gewinn für die Zukunft. Ob nun genau durch diese Maßnahme neue Fans hinzugekommen sind, würde mich interessieren. Ich will das gar nicht in Frage stellen, aber nur weil es vorstellbar ist, muss es nicht auch so gewesen sein. Wie hoch sind die absoluten Zahlen der hinzugekommenen Fans und wie hoch ist der prozentuale Anteil durch die sozialen Medien?

Die grüne Technologie ist meines Wissens nach noch unter Bernie gekommen (durch enormen Druck von Renault – was für eine Ironie). Einen direkten Vergleich zwischen Bernie und LM möchte ich nicht ziehen, da ich mich auch nicht als Verteidiger sehe und ich Bernie ganz und gar nicht heiligsprechen möchte bzw. ihm ein schlechtes Zeugnis ausstellen würde.

LM strengt sich an, an der F1 zu arbeiten und die Bedingungen für die Teams bzw den Wettbewerb zu verbessern (Stichwort Budgetverteilung). Man muss ihnen zugestehen, dass sie erst ab 2021 die Möglichkeit haben wirklich am Produkt Formel1 arbeiten zu können.

Virgin ist ein nicht ganz so optimales Beispiel. Wenn ich an Haas denke oder auch an Racing Point (hier hat auch der Namensgeber Anteile am Team) machen diese einen besseren Eindruck auf mich. Sie investieren Geld in das Team und tun dies auch, obwohl es ein Minusgeschäft ist. Dafür bekommen sie die mediale Aufmerksamkeit. Ein Sponsor kauft sich mediale Aufmerksamkeit in einem positiven Erscheinungsbild. Ob das Sponsoring-Geld mehr oder weniger verpufft, dürfte dem Sponsor egal sein. Die Verträge sind oftmals auf 2 oder 3 Jahre ausgelegt und werden ggf. verlängert.
Jedoch kann die Formel1 bessere Deals mit Sponsoren abschließen umso besser das Produkt Formel1 funktioniert. Das kann ich im Moment nicht beurteilen, weil man das mal analysieren müsste aus welchen Branchen die aktuellen Sponsoren kommen und wie die Anzahl sich verändert usw.

Bei 20+ Rennen in einem Jahr, hat man genug Möglichkeiten neue Wege zu gehen und neue Strecken zum Kalender hinzuzufügen. Für meinen Geschmack wird aber zuviel mit den Traditionsstrecken gespielt bzw. auch mit traditionellen Motorsportnationen wie z. B. Deutschland. Im letzten Jahr war der Wegfall von Monza, Barcelona, Silverstone und Hockenheim ernsthaft im Gespräch. Das kann nicht sein. Dafür sind neue Strecken in fragwürdigen Ländern im Gespräch z.B. Saudi Arabien.
Die Gebühr von $20.000.000 ist eine für den Veranstalter zu hohe finanzielle Belastung. Gerade in Deutschland hat die Formel1 viele Zuschauer. Nun sind an der Rennstrecke in Hockenheim zwischen 60T-70T Zuschauer. Doch das Motodrom ist beeindruckend und dort sind massig Fans. Hier ließe sich doch viel über den Preis regeln. Das ist aber schwierig, wenn man nicht im Minus bleiben möchte (aus Veranstaltersicht).
Das führt dazu, dass wir die Formel1 nur noch in reichen Öl-Nationen fahren sehen werden oder in Ländern die sich aus politischen Gründen gut darstellen müssen.

Weswegen LM nicht der Retter der Formel1 ist kann ich auch anders begründen. Sie haben es nicht geschafft, dass ein neues Team dazu kommt. Sollte Renault Ende 2021 den Stecker ziehen, dann fahren 18 Autos in der Formel 1. Das sportliche Konzept ist für Neueinsteiger total uninteressant. Wenn LM es schafft neue Teams anzulocken, dann kann man darüber sprechen ob sie die Formel1 gerettet haben. Und für meinen Geschmack müssten sie es erreichen, dass die 2-Klassengesellschaft in der F1 aufhört. Dann hätten sie sich diesen Titel verdient.
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Dr_Witzlos » 19.02.2020, 14:41

DeLaGeezy hat geschrieben:
19.02.2020, 09:24
Weswegen LM nicht der Retter der Formel1 ist kann ich auch anders begründen. Sie haben es nicht geschafft, dass ein neues Team dazu kommt. Sollte Renault Ende 2021 den Stecker ziehen, dann fahren 18 Autos in der Formel 1. Das sportliche Konzept ist für Neueinsteiger total uninteressant. Wenn LM es schafft neue Teams anzulocken, dann kann man darüber sprechen ob sie die Formel1 gerettet haben. Und für meinen Geschmack müssten sie es erreichen, dass die 2-Klassengesellschaft in der F1 aufhört. Dann hätten sie sich diesen Titel verdient.
Angenommen du wärst Chase Carey und hast die Formel 1 aufgekauft. Wie hättest du das Produkt unter diesen Umständen umgebaut?

Das würde mich wirklich brennend interessieren.

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von DeLaGeezy » 19.02.2020, 15:56

Dr_Witzlos hat geschrieben:
19.02.2020, 14:41
DeLaGeezy hat geschrieben:
19.02.2020, 09:24
Weswegen LM nicht der Retter der Formel1 ist kann ich auch anders begründen. Sie haben es nicht geschafft, dass ein neues Team dazu kommt. Sollte Renault Ende 2021 den Stecker ziehen, dann fahren 18 Autos in der Formel 1. Das sportliche Konzept ist für Neueinsteiger total uninteressant. Wenn LM es schafft neue Teams anzulocken, dann kann man darüber sprechen ob sie die Formel1 gerettet haben. Und für meinen Geschmack müssten sie es erreichen, dass die 2-Klassengesellschaft in der F1 aufhört. Dann hätten sie sich diesen Titel verdient.
Angenommen du wärst Chase Carey und hast die Formel 1 aufgekauft. Wie hättest du das Produkt unter diesen Umständen umgebaut?

Das würde mich wirklich brennend interessieren.
Ich will es mal so sagen. Es ist aus heutiger Sicht noch zu früh um LM diesen Titel zu geben. Lass uns mal ein paar Jahre noch warten und dann mal eine Bilanz ziehen. Ich sage ja nicht, sie werden es niemals sein. Die Entwicklungen, welche Strecken man dem Kalender hinzufügt, betrachte ich kritisch. Andere Punkte wie z.B. die Öffnung zu den sozialen Medien war ein notwendiger Schritt und ist positiv. Auch F1TV ist von der Idee her positiv. Budgetdeckelung sehe ich ebenfalls positiv.

Aber lass mal Renault und Mercedes Ende 2021 gleichzeitig aussteigen. Dann sind alle positiven Dinge mit einmal wertlos.
Solange man noch so stark von den Herstellern abhängig ist, solange ist die Formel1 nicht gerettet.
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von BruderimHerrn » 19.02.2020, 17:22

Sportsmann hat geschrieben:
19.02.2020, 01:19
DeLaGeezy hat geschrieben:
18.02.2020, 18:18
Als F1 Boss kann man sich auch anders ausdrücken. das muss nicht sein.
LM ist für mich bisher nicht "der retter der f1". wenn das produkt so "super" ist, wieso fährt man nicht in Deutschland einen GP?
er mag etwas ansprechen was vielleicht in einigen teilen richtig ist, aber die geldgier von LM ist nicht besser als die von bernie.
Ich konnte die Aussage nirgendwo auf englisch finden. Ich will mal herzlich bezweifeln, dass er das so gesagt hat. Ergo ja, ich vermute eine Übersetzung die an eine Lüge grenzt, oder diese Grenze hinter sich lässt. Bei Ecclestones Aussagen habe ich zumindest etwas englischspachiges gefunden.
. Bei Carey war ich nicht erfolgreich.
ein Artikel mit “shit on product” geistert schon rum :mrgreen:
Calvin hat geschrieben:
18.02.2020, 18:07
Der unverkennbare Sound der F1 ist weg,
gibt es diesen unverkennbaren Sound der F1 denn?
Ein V12 ich glaube die waren so bei 12000 Umdr. Hört sich doch ganz anders an als ein V8 bei 19000.
Calvin hat geschrieben:
18.02.2020, 18:07
die Fahrer können dieses unglaubliche Stück Technologie nur noch Mithilfe der Techniker von der Boxenmauer bedienen.
na ja Hamilton :mrgreen:
Calvin hat geschrieben:
18.02.2020, 18:07
Attackieren kann man auch nur noch sehr begrenzt, da man nach ein paar Runden wieder die Batterie aufladen muss.
Hmm... die Batterien haben so 5MJ. 4MJ darf man pro Runde maximal abgeben, das reicht genau für 33 Sek 163 PS dann ist die Batterie leer, und nachdem man nur 2MJ pro Runde laden darf, müsste man nun 2 Runden laden, um wieder für 33 Sek diese Extrapower zur Verfügung zu haben.
Wenn Du also ein Attackieren über mehrere Runden siehst und danach ein abreißen lassen, dürfte es nicht zwingend mit dem Laden der Batterie zu tun haben.
Danke Legende ***

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Sportsmann » 19.02.2020, 18:29

BruderimHerrn hat geschrieben:
19.02.2020, 17:22
Sportsmann hat geschrieben:
19.02.2020, 01:19
DeLaGeezy hat geschrieben:
18.02.2020, 18:18
Als F1 Boss kann man sich auch anders ausdrücken. das muss nicht sein.
LM ist für mich bisher nicht "der retter der f1". wenn das produkt so "super" ist, wieso fährt man nicht in Deutschland einen GP?
er mag etwas ansprechen was vielleicht in einigen teilen richtig ist, aber die geldgier von LM ist nicht besser als die von bernie.
Ich konnte die Aussage nirgendwo auf englisch finden. Ich will mal herzlich bezweifeln, dass er das so gesagt hat. Ergo ja, ich vermute eine Übersetzung die an eine Lüge grenzt, oder diese Grenze hinter sich lässt. Bei Ecclestones Aussagen habe ich zumindest etwas englischspachiges gefunden.
. Bei Carey war ich nicht erfolgreich.
ein Artikel mit “shit on product” geistert schon rum :mrgreen:
Danke, habs gefunden. Da ist auch direktes Zitat angegeben, somit will ich dann mal daran glauben. Laut Artikeldatum konnte ich das zur Zeit meines Kommentars (01:19) noch nicht gesehen haben. Aktuell um 18Uhr wird mir "vor 15 Stunden" angezeigt. Und ich hab schon alle möglichen Kombinationen von Carey, Shit und Ecclestone ausprobiert gehabt :lol:
Gesundheitstipp: Nach dem (30s) Händewaschen, wenn ihr vom Kühlen ins Warme kommt, reibt euch Hals, Ohren, Nase warm. (Nachfragen -> PN).
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von DeLaGeezy » 19.02.2020, 18:36

Sportsmann hat geschrieben:
19.02.2020, 18:29
Und ich hab schon alle möglichen Kombinationen von Carey, Shit und Ecclestone ausprobiert gehabt :lol:
:lol: zu geil
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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Hoto » 19.02.2020, 18:53

Dr_Witzlos hat geschrieben:
19.02.2020, 08:35
Zukunft ist wichtig und die Formel 1 hat sich in den 80er und 90er sich durch zukunftsweisende Technik ausgezeichnet und nicht durch den Motorenlärm.
:thumbs_up:

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Re: Carey kritisiert frühere Formel-1-Bosse: "Auf Produkt geschissen"

Beitrag von Dr_Witzlos » 19.02.2020, 19:01

DeLaGeezy hat geschrieben:
19.02.2020, 15:56
Dr_Witzlos hat geschrieben:
19.02.2020, 14:41
DeLaGeezy hat geschrieben:
19.02.2020, 09:24
Weswegen LM nicht der Retter der Formel1 ist kann ich auch anders begründen. Sie haben es nicht geschafft, dass ein neues Team dazu kommt. Sollte Renault Ende 2021 den Stecker ziehen, dann fahren 18 Autos in der Formel 1. Das sportliche Konzept ist für Neueinsteiger total uninteressant. Wenn LM es schafft neue Teams anzulocken, dann kann man darüber sprechen ob sie die Formel1 gerettet haben. Und für meinen Geschmack müssten sie es erreichen, dass die 2-Klassengesellschaft in der F1 aufhört. Dann hätten sie sich diesen Titel verdient.
Angenommen du wärst Chase Carey und hast die Formel 1 aufgekauft. Wie hättest du das Produkt unter diesen Umständen umgebaut?

Das würde mich wirklich brennend interessieren.
Ich will es mal so sagen. Es ist aus heutiger Sicht noch zu früh um LM diesen Titel zu geben. Lass uns mal ein paar Jahre noch warten und dann mal eine Bilanz ziehen. Ich sage ja nicht, sie werden es niemals sein. Die Entwicklungen, welche Strecken man dem Kalender hinzufügt, betrachte ich kritisch. Andere Punkte wie z.B. die Öffnung zu den sozialen Medien war ein notwendiger Schritt und ist positiv. Auch F1TV ist von der Idee her positiv. Budgetdeckelung sehe ich ebenfalls positiv.

Aber lass mal Renault und Mercedes Ende 2021 gleichzeitig aussteigen. Dann sind alle positiven Dinge mit einmal wertlos.
Solange man noch so stark von den Herstellern abhängig ist, solange ist die Formel1 nicht gerettet.
Ah, danke dir für die Klarstellung.

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