Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

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Redaktion
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Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Redaktion » 17.02.2020, 17:47

Im Vorfeld der Formel-1-Saison 2020 stehen nur sechs Testtage zur Verfügung statt wie in der Vergangenheit acht - Das kommt nicht bei allen gut an
Pierre Gasly

Wieder zwei Tage weniger: Die Testfahrten wurden binnen vier Jahren um 50 Prozent gekürzt

"Das ist der einzige Sport der Welt, für den man nicht üben kann!" - Carlos Sainz ist wenig begeistert von der neuen Regelung mit nur sechs statt acht Testtagen vor dem Saisonstart der Formel 1 2020. Auch von anderen Teams dringt leise Kritik an den Änderungen durch.

McLaren-Pilot Sainz macht sich Luft über die erneute Bescheidung des Wintertestprogramms: "Was man auf der Strecke tut, kann man nicht im Simulator kompensieren. Nur drei Tage zu haben, bevor die Saison losgeht [die anderen drei hat der andere Fahrer], ist verrückt. Man geht mit so vielen Unbekannten in das erste Rennen und muss noch so viel lernen."

Die Formel 1 hat die Anzahl der Testfahrten im Vorfeld der Saison 2020 um zwei Tage reduziert, um den Teams eine Kompensation für die längere Saison zu geben. Bereits zur Saison 2016 waren die Testtage von zwölf auf deren acht gekürzt worden und Jerez de la Frontera fiel als Kollektiv-Teststrecke weg. Nun also die erneute Kürzung auf nur noch zweimal drei Tage auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

Wetterkapriolen und Defekte doppelt bitter

Vor allem ist ein verlorener Testtag nun noch teurer, da man gleich ein Sechstel der Testzeit verliert statt einem Achtel. Haas-Pilot Romain Grosjean macht sich im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' seine Gedanken. "Das ist ein großer Unterschied", findet der 33-jährige Doppelstaatsbürger."Da muss nur an einem Tag mal das Wetter nicht mitspielen. Vergangenes Jahr hatten wir zahlreiche Elektronikprobleme. Das war einfach nur eine Sicherung, aber sie hat uns ganze Vormittage gekostet. Das können wir uns jetzt nicht mehr leisten."

Präsentation Williams FW43

Vorstellung des Williams FW43 für die Formel-1-Saison 2020. Weitere Formel-1-Videos

"Das Auto muss funktionieren. Wir müssen es unter allen Umständen fahren und auch ans Limit bringen können. Nur so wären wir bereit für die Rennen."Auch auf Ingenieursseite fürchtet man die böse Überraschung. Mercedes-Technikchef James Allison: "Wenn wir mit unseren Designs, bei unseren Arbeiten auf dem Prüfstand und bei der Vorbereitung des Autos gute Arbeit geleistet haben, dann sollten wir unser Programm an den sechs Tagen durchbekommen.""Wenn wir aber ein unerwartetes Zuverlässigkeitsproblem haben sollten, würde es sehr schnell unser Programm aushebeln, sodass uns in Melbourne viel Erfahrung fehlen würde. Uns ist allen bewusst, dass wir vor zwölf Monaten erst am achten und letzten Testtag richtig in Fahrt gekommen sind, und wir haben uns fest vorgenommen, dieses Erlebnis nicht zu wiederholen!"

Mehr Druck, aber sonst alles gleich

Für Renault-Motorenchef Marcin Budkowski hingegen macht es keinen großen Unterschied, ob es sechs oder acht Testtage sind, wenn man Schwierigkeiten bekommt: "Wenn man in Barcelona ein großes Problem feststellt, hat man nur zwei Wochen bis Melbourne. Dann spielt es keine Rolle, ob man sechs oder acht Testtage gehabt hat."

"Trotzdem setzt einen das [die Reduktion] unter Druck, weil man unbedingt dieselbe Menge an Kilometern fahren, alle Daten über die Aero gewinnen und die Reifen gewinnen will. Sechs statt acht Tage und keine Testfahrten während der Saison - da ist es wichtig, was man [an diesen sechs Tagen] erledigen kann."

Letztlich gibt auch Kritiker Carlos Sainz zu, dass es zumindest eine "schöne Herausforderung" sei, mit so wenig Tests nach Melbourne zu gehen. "Heutzutage haben die Formel-1-Teams mit all ihren Simulationstools so viele Möglichkeiten, dass sie es mehr oder weniger aussortiert bekommen."


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Zuletzt geändert von Redaktion am 17.02.2020, 17:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Calvin » 17.02.2020, 18:41

Das ist doch nur noch peinlich. In jeder Amateurserie kann man mehr testen. Und die FIA drückt jeden Scheiss wegen angeblicher Sicherheitsvorkehrungen durch, gibt aber den neuen Fahrer fast keine Möglichkeit mehr Erfahrung zu sammeln.

Zu dem wäre ohne Testmöglichkeit vergangene Saison verdammt langweilig gewesen. Man stelle sich mal vor wenn Ferrari und Schumacher in der Saison 1998 keine Möglichkeit gehabt hätten in der Saison aufzuholen.

Die FIA spart wie so oft einfach an der falschen Stellen.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Ferrari Fan 33 » 17.02.2020, 19:15

Ich bin auch der Meinung das diese beschränkten Testfahrten für die Formel 1 für ein neues Auto einfach zu wenig sind. Da versucht man wirklich an der falschen Seite zu sparen. Ich kann absolut nachvollziehen das die Testfahrten wie man sie vor vielen Jahren hatte zu viel und zu teuer waren, da mußte es eine Einsparung geben, aber das hier ist jetzt absolut auf Sparflamme und einer Formel 1 nicht würdig. Die acht Testtage vor Saisonbeginn in Barcelona, die waren schon in Ordnung, das hätte man den Teams lassen sollen.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von cih » 17.02.2020, 19:24

tja und da sind wir wieder bei Toto Wolff der meint das die F1 nicht unter der Mercedes-Dominanz leidet :D Schumi durfte früher noch auf der hauseigenen Strecke von Ferrari testen und testen und testen. Ist ja heute alles beschränkt (Motoren, Anbauteile). Die F1 wird immer lächerlicher
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von DerBayer » 17.02.2020, 21:21

Ich find es ja okay wenn die FIA unbedingt sparen will. Aber gerade jetzt wo die Kostenbeschränkung kommt, würd ich eher ein Maximal Budge für Testfahrten ansetze. Teams die günstiger testen können haben halt einen Vorteil. Testen auf Hauseigenen Strecken muss aber verboten sein. Bzw. man könnte es einfach auf offizielle GP Strecken beschränken

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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Sportsmann » 17.02.2020, 21:27

Ferrari Fan 33 hat geschrieben:
17.02.2020, 19:15
Ich bin auch der Meinung das diese beschränkten Testfahrten für die Formel 1 für ein neues Auto einfach zu wenig sind. Da versucht man wirklich an der falschen Seite zu sparen. Ich kann absolut nachvollziehen das die Testfahrten wie man sie vor vielen Jahren hatte zu viel und zu teuer waren, da mußte es eine Einsparung geben, aber das hier ist jetzt absolut auf Sparflamme und einer Formel 1 nicht würdig. Die acht Testtage vor Saisonbeginn in Barcelona, die waren schon in Ordnung, das hätte man den Teams lassen sollen.
Ich wette dass man dies den Teams gelassen hätte, wenn sie es denn gewollt hätten.
AMuS hat geschrieben:Die FIA und die Teams haben sich in der Sommerpause auf einen Testfahrplan für 2020 verständigt.
Hätte es da Unzufriedenheit von Seiten der Teams gegeben, hätten wir reichlich Artikel hierüber im Forum zu lesen gehabt, so wie zu den Pirellireifen. Und AmuS legt auch noch nach:
AMuS hat geschrieben: Nachdem der Kalender auf 22 Rennen ausgeweitet wurde, waren die Teams froh, netto fünf Testtage zu verlieren.
Es gibt gute Argumente die ich zur Begründung für die sehr beschränkten Testfahrten hörte. Erstens, wir haben ein stabiles Reglement. Zweitens, wir haben bis vor wenigen Wochen die längste Saison seit langem gehabt. Siehe Kalender dieser Webseite + der bereits gestrichene Chinatermin. Drittens gab es bereits in den letzten Saisons Unzufriedenheit mit der länge der Saison und der Anzahl der DoppelGPWochenenden. Ein Test nach dem Wochenende ist zwar insofern ganz nett weil man viele Vergleichsdaten sammeln kann, aber quasi noch ein weiteres Doppelwochenende - wie es ein Teamchef ausdrückt.

Quelle: https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... s-pirelli/
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Sportsmann » 17.02.2020, 22:04

DerBayer hat geschrieben:
17.02.2020, 21:21
Ich find es ja okay wenn die FIA unbedingt sparen will. Aber gerade jetzt wo die Kostenbeschränkung kommt, würd ich eher ein Maximal Budge für Testfahrten ansetze. Teams die günstiger testen können haben halt einen Vorteil. Testen auf Hauseigenen Strecken muss aber verboten sein. Bzw. man könnte es einfach auf offizielle GP Strecken beschränken
Das ist aber nicht nett. Da willst du Ferrari also richtig einen reinwürgen. Die müssten von Maranello dann ~200+ km bis nach Monza fahren anstatt 20m nach Fiorano zu rollen. Tja, Pech, Alpha Tauri müsste so oder so 284km zurücklegen nach Monza ;)

Aber die britischen Teams wären dann gut dran. Williams fährt 66km von Grove aus. RedBull 27km von Milton Keynes. Merceds fährt 12,6k von Brackley. Racing Point fährt ca 2km von Silverstone bis zum Silverstone Circuit. Haas braucht für die 26km von Banbury auch nur eine halbe Stunde. Enstone für Renault ist 44km weit weg. Nur McLaren ärgert sich geringfügig weil Woking 130km weit weg ist, also in etwa so weit wie Ferrari zur hauseigenen Strecke braucht und halb so weit, wie Ferrari bis Monza fahren müsste.

Edit (Dank Calvin, da hab ich wohl den falschen Wert in Google Maps eingegeben? Versteh ich selbst nicht) richtig ist, Monza ist nur 270+km entfernt:
Trauriger Rekordhalter wäre leider Alfa Romeo Sauber die ins "benachbarte" Spa 544km fahren müssen. Würde Spa aus dem Kalender wegfallen -dann wäre es ja keine offizielle F1 Strecke mehr - sähe es noch schlimmer aus. Monza ist 766km weg, Le Castellet über 800km. Zandvoort 1000+ km.

Dementsprechend sehe ich es auch wegen der Fahrtzeit sogar gegenüber einzelnen Teams als unfair an andere Rennstrecken nutzen zu müssen. Und nicht nur die Entfernung ist wichtig. Eine Testrecke für die F1 braucht bestimmte Kriterien. Silverstone ist z.B. insofern besser als Teststrecke geeignet, weil es dort viele Kurventypen gibt. In Monza gibt es nicht die Chance maximalen Abtrieb zu testen. Damit die Test Sinn ergeben müssten die "EU" Teams nach Spa fahren.


Wie schon in meinem letzten Kommentar geschrieben, die Sparmaßnahmen an Tesstagen gehen von der Fia UND den Teams aus und sind gut begründet. Eine einfache Lösung für das Testproblem gibt es nicht. Selbst die Idee, dass man nur X- Reifensätze verfahren darf oder nur Y Upgrades pro Saison bringen kann sind in dieser EInfachheit nicht wasserdicht - und solange sie das nicht sind, wird sich immer mindestens Einer einen Vorteil holen/erkaufen.
Zuletzt geändert von Sportsmann am 18.02.2020, 00:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Calvin » 17.02.2020, 22:38

Sportsmann hat geschrieben:
17.02.2020, 22:04
Trauriger Rekordhalter wäre leider Alfa Romeo Sauber die ins "benachbarte" Spa 544km fahren müssen. Würde Spa aus dem Kalender wegfallen -dann wäre es ja keine offizielle F1 Strecke mehr - sähe es noch schlimmer aus. Monza ist 766km weg, Le Castellet über 800km. Zandvoort 1000+ km.
Wie kommst du auf 766km? Alfa Romeo ist in Hinwil ansässig, und das sind ungefähr 270km von Monza entfernt. ;)
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Bremspunkt » 17.02.2020, 22:48

Es werden noch Wetten angenommen, wann die F1 auf Tests komplett verzichtet und ab wann auch Rennen nur noch im Simulator gefahren werden! :facepalm:

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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Sportsmann » 18.02.2020, 00:08

Calvin hat geschrieben:
17.02.2020, 22:38
Sportsmann hat geschrieben:
17.02.2020, 22:04
Trauriger Rekordhalter wäre leider Alfa Romeo Sauber die ins "benachbarte" Spa 544km fahren müssen. Würde Spa aus dem Kalender wegfallen -dann wäre es ja keine offizielle F1 Strecke mehr - sähe es noch schlimmer aus. Monza ist 766km weg, Le Castellet über 800km. Zandvoort 1000+ km.
Wie kommst du auf 766km? Alfa Romeo ist in Hinwil ansässig, und das sind ungefähr 270km von Monza entfernt. ;)
Weiß der Teufel was ich da in Google Maps eingegeben hatte. Nichtmal nach Faenza sind es 766km. Ich konnte es nicht reproduzieren. Es wunderte mich "jetzt" auch, weil ich aus der Sauberreportage vom vorletzten Jahr noch die Erinnerung hatte, dass es relativ nah an Hinwil ist. Ich war sogar überrascht über die Strecke, habe aber den angezeigten Wert der offensichtlich falsch war, ohne Hirnaktivität ungefiltert übernommen. Schande über mich (Kurzzeitschande!!!) und Danke für den Hinweis.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Sportsmann » 18.02.2020, 00:35

Bremspunkt hat geschrieben:
17.02.2020, 22:48
Es werden noch Wetten angenommen, wann die F1 auf Tests komplett verzichtet und ab wann auch Rennen nur noch im Simulator gefahren werden! :facepalm:
Den Bremspunkt hast du aber mal ganz deutlich verpasst und bist voll in den Kies gerasselt. Wenn es gute Gründe gibt zu bremsen, dann sollte man das tun. So wie es die Teams und Fia gemeinsam tun, weil die F1 geisteskrank teuer ist und weil neben den Kosten auch die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter zu hoch sind.

Ich hätte auch gerne die Zeiten zurück wo unendlich getestet werden konnte, aber das ist nicht mehr bezahlbar. Die Zigarettenmillionen und zum Teil auch Alkoholgelder sind raus aus der F1, also muss dem Ruin entgegengesteuert werden. Und im Sinne der Fairness bin ich auch durchaus dafür die Testtage gering zu halten, -Achtung! - wenn es gut begründet ist. Und wenn man ein Auto nach konstantem Reglement baut, wo alle wissen, dass die verrückten Experimente in 2020 nicht stattfinden weil alle auf 2021 schauen, dann gibt es nicht viel zu testen was man als kritisch betrachten könnte. Zum gewissen Teil sind die Autos heute eh so zuverlässig, da fällt die gesamte Saison keiner aus, trotz Teilelimitierung. Gibt es z.B. ein neues Motorenreglement werden die FIA und Teams sicherlich wieder mehr Testtage absprechen, vermutlich sogar schon 2021.

Die Tests dienen heutzutage zum großteil dazu Simulator und Windkanal zu überprüfen. Die Zeiten haben sich einfach geändert. Denn die Pitotröhrchen am fahrenden Boliden sind zwar nett um Luftflüsse zu messen und das Einschmieren ist auch schön anzusehen, aber ein Windkanal ist nunmal noch besser um Tests durchzuführen - sofern die Software richtig kalibriert ist. Warum also in der Zeit zurückgehen und rumfahren? Für eine Hand voll Fans sicherlich schön, aber teuer und viel wichtiger gar nicht mal so sinnvoll.

Ich frage mich ob man nicht einfach den Teams 1h am Wochenende nur für Tests geben kann um die Testtage während der Saison ganz zu eliminieren. Die Wintertests verfolge ich z.B. noch, aber nach einem Rennwochenende die "InSeasonTests" die gehen an mir zu 70% vorbei. Dann hätte man auch schon ein Zeitfenster wo auch Pirelli oder Hardwarezulieferer für Einheitsteile oder wer auch immer etwas testen könnte. Für bislang rein theoretische neue Teams kann man meinetwegen Extratesttage anbieten, die müssen erstmal ihre Kalibrierung richtig hinbekommen.

Die Idee mit dem in der Saison aufholen - dank Testfahrten - finde ich auch fragwürdig. RedBull und RacingPoint haben in den letzten 2-3 Jahren gezeigt, das sie in der zweiten Hälfte besser sind als in der ersten. Warum? Das mag teilweise an Streckencharackteristiken liegen, aber auch daran, dass sie "Etwas" finden was hilft. Mit mehr Tests wäre RedBull sicher früher dran gewesen die Fehler des 2019er RB zu identifizieren und es hätte zumindest gegen Ferrari noch mehr "spannende" Rennen gegeben.
Bei RacingPoint wäre das nicht zwingend so gewesen, die kommen über die Effektivität der Weiterentwicklung. Ohne Moos nix los. Als Fan vor Ort würde ich Autos gerne rollen sehen, aber als Fan von daheim sehe ich es Anders, da bekomm ich nichts davon mit. So verschiebt sich der Wettkampf von einem Quantitätswettkampf zum Qualitätswettkampf. Hirn schlägt Kilometer wäre eine schöne Schlagzeile, wenn die Realität nicht alles kaputt machen würde, weil die mehr Kilometer durch noch mehr Hirne ersetzt werden ;)

Das goldene Ei was viele User hier aber herbeireden wollen, das gibt es nicht. Die Vergangenheit kommt nicht zurück. Die moderne Technik ist spannend, aber sie nimmt auch viel vom Reiz. Kühle Effizienz frisst Emotionen - um mit einer Schlagzeile zu enden.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Yukky1986 » 18.02.2020, 03:27

Hamilton den alten Testmuffel wirds freuen :wink:

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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von Dr_Witzlos » 18.02.2020, 08:22

Ich finde es mal in der Tat gut. Wenn ein Top-Team versaut und ein Mittelfeldteam gute Arbeit geleistet hat, dann könnte es auch mal ein Top-Team ärgern.

Wie im letzten Jahr, die Wahrheit liegt in Melbourne auf der Rennstrecke und da wird sich zeigen, wer eine gute Arbeit geleistet hat

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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von DeLaGeezy » 18.02.2020, 08:43

Eine der Kompetenzen der F1 ist doch die Innovation. Wenn man die 6 Testtage einfach als fest gegeben betrachtet, dann liegt es an den Teams aus dieser Tatsache das beste zu machen.
An jedem Rennwochenende gibt es 3 freie Trainings, die man auch zum testen nutzen kann.
Ich bin froh, dass die Zeiten Schumachers (der bis zum abwinken getestet hat) nicht mehr möglich sind.
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Re: Sechs statt acht Testtage: Was, wenn der Defektteufel zuschlägt?

Beitrag von F1_Corn » 18.02.2020, 08:54

Dr_Witzlos hat geschrieben:
18.02.2020, 08:22
Ich finde es mal in der Tat gut. Wenn ein Top-Team versaut und ein Mittelfeldteam gute Arbeit geleistet hat, dann könnte es auch mal ein Top-Team ärgern.
Das gab es früher wesentlich öfter und da durfte sogar frei getestet werden :shrug:
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