Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

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Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Redaktion » 11.02.2020, 12:56

Ist ein Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien für das Land positiv oder wird so das Regime unterstützt?
Formel-E-Rennen in Riad, Saudi-Arabien

Nicht nur die Formel E, sondern auch die Formel 1 könnte bald in Saudi-Arabien starten

Saudi-Arabien saugt aktuell eine Sportveranstaltung nach der anderen in das Land, wie die Formel E, die Rallye Dakar und auch Fußballspiele. Mit dem dort vorhandenen Geld ließe sich auch die Formel 1 in das arabische Königreich locken. Doch sollte die Königsklasse in einem Land fahren, in denen Menschenrechte - insbesondere die Rechte der Frau - keine große Rolle spielen?

Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch sprechen von "Sportwäsche" im Mittleren Osten, also die Legitimierung der Regime durch das Veranstalten großer Sportevents. Mit diesen Veranstaltungen könnten sich die Verantwortlichen in der Regierung der Ländern von ihren Fehltritten "reinwaschen", wie 'The Guardian' berichtet.

Ein Formel-1-Rennen könnte im Jahr 2023 in der Nähe der Hauptstadt Riad Realität werden. Erste Pläne wurden bereits bekanntgegeben. Die Formel 1 und Saudi-Arabien sollen bereits Gespräche führen, wobei Details nicht ans Licht kommen sollen. Außerdem wird auch ohne die Bestätigung der Formel 1 eine Strecke mit den nötigen Sicherheitsstandards errichtet werden. Das Design übernimmt Ex-Formel-1-Fahrer Alex Wurz.

Menschenrechte werden nicht besser

Doch ist es für die Formel 1 ratsam, in Saudi-Arabien zu fahren? Einige sprechen davon, dass Sportveranstaltungen die Öffnung eines Landes vorantreiben können. Human-Rights-Watch-Direktorin Minky Worden kontert: "Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Formel 1 die Menschenrechte an einem Austragungsort verbessert hat." Laut der Direktorin ist sogar das Gegenteil der Fall.

Race of Champions: Die Highlights aus Riad

Die Showveranstaltung feiert ihr 30-jähriges Bestehen vor beeindruckender Kulisse und mit jeder Menge Spaß und Action Weitere Formel-1-Videos

Die Grands Prix in Bahrain und Aserbaidschan stehen aufgrund der menschenrechtlichen Lage in den Ländern in der Kritik. Worden erklärt: "Die Rennen der Formel 1 in Bahrain und Aserbaidschan haben zur Ausbeutung geführt und nicht zu einer Verbesserung der Menschenrechte. Es gibt Hinweise darauf, dass die Formel 1 ihre eigenen Menschenrechtsbedingungen aus dem Jahr 1995 verletzt hat, als sie in diese Länder gekommen und die Verletzungen der Rechte ignoriert hat."Ein Sprecher der Formel 1 widerspricht den Ausführungen von Human Rights Watch: "Seit Jahrzehnten arbeitet die Formel 1 daran, einen positiven Fußabdruck in den Austragungsländern zu hinterlassen. Dabei geht es um positive Einflüsse auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Wir nehmen unsere Verantwortung bezüglich der Menschenrechte sehr ernst und teilen das auch den Promotern in den Ländern mit."

Frauen fahren in Saudi-Arabien Auto

Dabei wird gerne Saudi-Arabien als Beispiel genommen. In einer Gesellschaft, in der die Frau kaum Rechte besitzt, wurde ihnen im Jahr 2018 erlaubt, Auto zu fahren. Außerdem durfte Aseel Al-Hamad als erste Frau aus Saudi-Arabien beim Grand Prix von Frankreich einen Renault-Boliden steuern. Auf der Gegenseite: Aktivisten, die sich dafür eingesetzt haben, dass Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren dürfen, sind noch immer in Haft.

Flagge: Saudi-Arabien

Saudi-Arabien lockt immer mehr Sportevents ins Land

Deshalb sagt Worden: "Die Formel 1 sollte keinen Deal mit Saudi-Arabien schließen, solange sie nicht mit den Aktivisten geredet hat, die inhaftiert und gefoltert worden sind. Wenn die Formel 1 das Land inspiziert, sollte sie mit den Frauen sprechen und sich für ihre Freilassung einsetzen."

Ein weiterer Negativfall ist die Ermordung von Regime-Kritiker Jamal Khashoggi. "Das ist ein klares Problem, denn Saudi-Arabien steht in direkter Verbindung zu diesem Mord", so Worden. Gegenüber 'The Guardian' wollte sich die Regierung Saudi-Arabiens nicht äußern.


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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von LoK-hellscream » 11.02.2020, 14:56

Verstehe ich das richtig? Die Teilnahme von Nordkorea an den olympischen Spielen, vor allem gemeinsam mit Südkorea, als große Propaganda-Aktion wird weltweit gefeiert, während die Formel 1 aber nicht in Saudi Arabien fahren sollen darf, weil das die falsche Message sendet? :facepalm:

Sport sollte unabhängig von der Politik sein. Wenn die Formel 1 in Somalia und in Nord Korea fahren will, dann soll sie das tun. Die Veranstaltung ist in jedem Land die Selbe, jedes Land versucht sich bestmöglich darzustellen. Ich sehe da nichts falsches daran. Am Grand Prix der USA stört sich ja auch keiner, obwohl die USA sehr viel Dreck am Stecken hat. Oder am Grand Prix von China.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Mithrandir » 11.02.2020, 19:43

LoK-hellscream hat geschrieben:
11.02.2020, 14:56
Verstehe ich das richtig? Die Teilnahme von Nordkorea an den olympischen Spielen, vor allem gemeinsam mit Südkorea, als große Propaganda-Aktion wird weltweit gefeiert, während die Formel 1 aber nicht in Saudi Arabien fahren sollen darf, weil das die falsche Message sendet? :facepalm:
Ich sehe da einen Unterschied, bei den olympischen Spielen durften einige nordkoreanische Sportler raus aus ihrem Land, was auf die Zustände dort aufmerksam gemacht hat. Durch die gemeinsame Mannschaft mit Südkorea wurde die Welt für dieses Thema sensibilisiert und Grenzen wurden überwunden. Leider scheint es nicht viel geholfen zu haben aber ich habe es auch nicht als Werbung für Nordkorea aufgefasst.

Hier geht es darum, dass die gesamte Formel1 rein soll in ein Land in welchem fragwürdige Zustände herrschen und zwar administriert durch die Monarchen. Ich glaube auch, dass Nordkorea als Teil der "Achse des Bösen" aufmerksamer beurteilt wird als Saudi-Arabien das aufgrund der Rohstoffe desöfteren als "Wirtschaftspartner" dargestellt wird. Unsere Rüstungsindustrie freut sich über die Exporte.

LoK-hellscream hat geschrieben:
11.02.2020, 14:56
Sport sollte unabhängig von der Politik sein. Wenn die Formel 1 in Somalia und in Nord Korea fahren will, dann soll sie das tun.
Ich verstehe deine Meinung, ich will dir auch nicht widersprechen. Aber meiner Meinung nach sollte der Sport nicht die Augen verschließen vor Menschenrechtsverletzungen und aus kommerziellen Zwecken einen Unrechtsstaat protegieren.
Einen Saudi in der Formel1 - klar, am besten eine Frau. Wenn die Formel1 in Saudi-Arabien gastieren will halte ich es für die Pflicht der Medien das Thema anzuschneiden und daher finde ich den Artikel angemessen.
Folgt mir, ich komm nach...

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von eMCe » 12.02.2020, 03:53

LoK-hellscream hat geschrieben:
11.02.2020, 14:56
Verstehe ich das richtig? Die Teilnahme von Nordkorea an den olympischen Spielen, vor allem gemeinsam mit Südkorea, als große Propaganda-Aktion wird weltweit gefeiert, während die Formel 1 aber nicht in Saudi Arabien fahren sollen darf, weil das die falsche Message sendet? :facepalm:

Sport sollte unabhängig von der Politik sein. Wenn die Formel 1 in Somalia und in Nord Korea fahren will, dann soll sie das tun. Die Veranstaltung ist in jedem Land die Selbe, jedes Land versucht sich bestmöglich darzustellen. Ich sehe da nichts falsches daran. Am Grand Prix der USA stört sich ja auch keiner, obwohl die USA sehr viel Dreck am Stecken hat. Oder am Grand Prix von China.
Gut, dann muss man aber auch zukünftig über die Olympischen Spiele von 1936 schweigen, denn, Sport, sollte/ist ja unabhängig von Politik, ne. ... ... ...

Wer in Saudi-Arabien irgendwas veranstaltet(in dem Fall Sport) würde dies auch bei ihrem inoffiziellen imaginären Tochterstaat - dem IS - machen oder sich halt die Bohne nicht dafür schämen es 1936 gemacht zu haben.

Da kannste besser in Teheran(Iran) fahren als im IS.... ähm.... Saudi-Arabien.

Business as usual, nicht wahr.
Nazideutschland, IS/Saudi-Arabien, rote Kmer, UDSSR, Pinochet..... egal..... hauptsache der Rubel rollt....

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Yukky1986 » 12.02.2020, 03:54

Mithrandir hat geschrieben:
11.02.2020, 19:43
als Saudi-Arabien das aufgrund der Rohstoffe desöfteren als "Wirtschaftspartner" dargestellt wird. Unsere Rüstungsindustrie freut sich über die Exporte.
Und da kommt der Punkt woran man sieht wie blöd die Deutsche Regierung ist.
Es werden Kriegsgeräte Exportiert und dann ist das entsetzten groß weil die Waffen aus Deutschland sogar benutzt werden und nicht wie Lego Modelle zum bestaunen im Regal landen.
Wenn ich Panzer usw Verkaufe sollte man auch erwarten das es auch irgenwann benutzt wird.

Vielleicht hat man sich in Saudi Arabien die frage gestellt, wie kann ein Land jahre lang nen GP haben das eigentlich zu doof ist nen Flughafen zu erbauen.

Zu Nordkorea habe ich gestern erst nen bericht gesehen, Die haben 60 Jahre an der Atombombe geforscht bis sie eine hatten.
Der erste Kim hat schon erkannt das man nur mit einer Atombombe ne Chance gegen die USA hat.
Die USA greift keine Länder an die eine Atombombe besitzen. Genau das gleiche macht nun der Iran man entwickelt die Atombombe und schon ist man auf der sicheren Seite. Die USA hatten ja nun vor kurzer Zeit die möglichkeit im Iran einzumaschieren und es zu unterbinden so wie sie 60 Jahre Zeit hatten nochmals in Nordkorea einzumaschieren wobei da das Risiko immer war das bei einem Angriff die Hauptstadt von Südkorea sofort vernichtet worden wäre von Nordkorea.
Und vielleicht war es auch gut das die USA den Iran nicht angegriffen haben am ende wäre man gescheitert wie in Vietnam im Irak oder Afghanistan.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Dr_Witzlos » 12.02.2020, 07:59

Ich finde es fragwürdig wie sich momentan die Sportwelt entwickelt.

Mittlerweile geht es nur noch um den Kommerz. Scheiß drauf, was lokal für marktzustände sind.

Aber wenn man ein paar schwarze Koffer am wandern sind, dann macht der Verstand winke winke und man wird blind.

Wenn der Rubel rollt, dann ist so ein Scheiß möglich.

Wir als Konsument können dies verurteilen, in den wir solche events boykottieren und nicht erst ansehen.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von LoK-hellscream » 12.02.2020, 09:13

eMCe hat geschrieben:
12.02.2020, 03:53

Gut, dann muss man aber auch zukünftig über die Olympischen Spiele von 1936 schweigen, denn, Sport, sollte/ist ja unabhängig von Politik, ne. ... ... ...
Beispiele von 1936 sind auch so passend. Ich finde es so toll, wenn als Vergleich die Nazi-Keule oder Ähnliches rausgeholt wird. Keiner von damals lebt mehr, wir brauchen uns nicht die Schuld unserer Vorfahren umhängen. Abgesehen davon ist die Situation von damals mit der von heute absolut nicht vergleichbar.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von DeLaGeezy » 12.02.2020, 09:35

LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 09:13
eMCe hat geschrieben:
12.02.2020, 03:53

Gut, dann muss man aber auch zukünftig über die Olympischen Spiele von 1936 schweigen, denn, Sport, sollte/ist ja unabhängig von Politik, ne. ... ... ...
Beispiele von 1936 sind auch so passend. Ich finde es so toll, wenn als Vergleich die Nazi-Keule oder Ähnliches rausgeholt wird. Keiner von damals lebt mehr, wir brauchen uns nicht die Schuld unserer Vorfahren umhängen. Abgesehen davon ist die Situation von damals mit der von heute absolut nicht vergleichbar.
Deutschland 1936 und SA 2020 kann man nur vergleichen, wenn man genau beschreibt was man vergleichen möchte.
Was man vergleichen kann, ist die Menschenrechtslage und die Unterdrückung von Personengruppen, einfach weil sie einer Gruppe angehören.
Da sollte man die Augen nicht vor verschließen.
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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von LoK-hellscream » 12.02.2020, 10:24

DeLaGeezy hat geschrieben:
12.02.2020, 09:35
LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 09:13
eMCe hat geschrieben:
12.02.2020, 03:53

Gut, dann muss man aber auch zukünftig über die Olympischen Spiele von 1936 schweigen, denn, Sport, sollte/ist ja unabhängig von Politik, ne. ... ... ...
Beispiele von 1936 sind auch so passend. Ich finde es so toll, wenn als Vergleich die Nazi-Keule oder Ähnliches rausgeholt wird. Keiner von damals lebt mehr, wir brauchen uns nicht die Schuld unserer Vorfahren umhängen. Abgesehen davon ist die Situation von damals mit der von heute absolut nicht vergleichbar.
Deutschland 1936 und SA 2020 kann man nur vergleichen, wenn man genau beschreibt was man vergleichen möchte.
Was man vergleichen kann, ist die Menschenrechtslage und die Unterdrückung von Personengruppen, einfach weil sie einer Gruppe angehören.
Da sollte man die Augen nicht vor verschließen.
Die USA sind unter dem Deckmantel der Weltpolizei für die hässlichsten großen Kriege der letzten Jahrzehnte mitverantwortlich.

In China wird jeder mundtot gemacht, der gegen die Regierung ist.

Brasilien lässt es zu, dass die Regenwälder weiterhin massiv abgeholzt werden.

In Australien wird der Klimawandel von der Regierung verleugnet.

Wenn wir nach solchen Aspekten gehen, dürfte die Formel 1 nirgends mehr fahren.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von DeLaGeezy » 12.02.2020, 11:25

LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 10:24
Wenn wir nach solchen Aspekten gehen, dürfte die Formel 1 nirgends mehr fahren.
Nun habe ich versucht aus einem "Totschlag-Argument" auf eine andere Ebene zu kommen und dann kommst du leider selbst mit einem solchen Argument in dem du alles gleich setzt.
Das ist natürlich völliger Quatsch und du kennst den Unterschied ob eine Regierung den Klimawandel leugnet oder ob dir die Hand abgehackt wird, weil dir Diebstahl vorgeworfen wird oder du dich verstecken musst, weil du an etwas anderes glaubst als an den Islam zum Beispiel.
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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Mithrandir » 12.02.2020, 11:32

LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 10:24
Brasilien lässt es zu, dass die Regenwälder weiterhin massiv abgeholzt werden.
Die Entwicklung in Brasilien unter Bolsonaro ist tatsächlich erschreckend, Verbrechen gegen die indigenen Völker, Umweltschützer und die Umwelt selbst geschehen auf seine Veranlassung. Das sollte bei einer Berichterstattung Erwähnung finden, wie auch die extreme Verbrechensrate regelmäßig angesprochen wird auch deswegen weil die Formel1 schon persönlich betroffen war.
LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 10:24
Wenn wir nach solchen Aspekten gehen, dürfte die Formel 1 nirgends mehr fahren.
Die USA und Australien würde ich nicht mit in diesen Topf schmeißen auch wenn es die angesprochenen Probleme gibt. Die wird man in jedem Land finden. Saudi-Arabien ist nochmal eine andere Liga.

Ein wichtiger Unterschied ist, dass diese Länder eine Tradition im Motorsport haben, die Formel1 (oder zumindest Motorsport) ist Teil der Sportkultur. Eine Veranstaltung in Saudi-Arabien wäre tatsächlich wohl ausschließlich kommerziellen Interessen dienlich, es ist ein Widerspruch zur Kultur dort und es gibt keine Tradition.
Wer den Nervenkitzel liebt nimmt eine Bibel mit und hängt sich ein Kettchen mit Kreuz um den Hals.
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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von BruderimHerrn » 12.02.2020, 11:32

Schön, wenn es zu jedem Rennen einen Bericht gibt, warum die Formel1 dort eigentlich nicht fahren sollte und er jedes Jahr aufs Neue stattfindet. Russland mal Doping mal Menschenrechte, Australien Brände, gut China wird wohl wirklich abgesagt, wegen Virus - Menschenrechte fand man dann nicht so gravierend usw...
Kann man sich auch sparen, wenn dann immer wieder großzügig darüber hinweggesehen wird.
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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von LoK-hellscream » 12.02.2020, 11:48

DeLaGeezy hat geschrieben:
12.02.2020, 11:25
LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 10:24
Wenn wir nach solchen Aspekten gehen, dürfte die Formel 1 nirgends mehr fahren.
Nun habe ich versucht aus einem "Totschlag-Argument" auf eine andere Ebene zu kommen und dann kommst du leider selbst mit einem solchen Argument in dem du alles gleich setzt.
Das ist natürlich völliger Quatsch und du kennst den Unterschied ob eine Regierung den Klimawandel leugnet oder ob dir die Hand abgehackt wird, weil dir Diebstahl vorgeworfen wird oder du dich verstecken musst, weil du an etwas anderes glaubst als an den Islam zum Beispiel.
Ist das denn in China anders? Oder in den USA (Stichwort Guantanamo)? Wir können gern auf den Saudis rumhacken. Die Situation dort unten ist auch alles Andere als vertretbar. Aber dann müssen wir auch konsequent sein und die anderen Länder, denen wir positiver gegenüberstehen, aber die keineswegs besser sind, auch mit einbeziehen.

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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von DeLaGeezy » 12.02.2020, 12:00

LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 11:48
Ist das denn in China anders? Oder in den USA (Stichwort Guantanamo)? Wir können gern auf den Saudis rumhacken. Die Situation dort unten ist auch alles Andere als vertretbar. Aber dann müssen wir auch konsequent sein und die anderen Länder, denen wir positiver gegenüberstehen, aber die keineswegs besser sind, auch mit einbeziehen.
Auf den Saudis hackt niemand rum. Es sind die Saudis die ganz gern mal "rumhacken" gehen....
aber ich weiß was du meinst.

Und nein, in China ist es aus meiner Sicht die gleiche Situation. Ich lasse fast keine Gelegenheit aus vor China zu warnen.

Ich schaue mir an ob die Menschen in einem Land frei leben können und dort ihre Meinung sagen können. Das geht in vielen Ländern in denen gefahren wird. In den USA kommt hinzu, dass es dort eine Motorsport-Tradition gibt. Daher sehe ich einen GP dort weitaus weniger problematisch. Aber du hast Recht. Guantanamo muss man anprangern.
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Re: Menschenrechtler: Saudi-Arabien-Grand-Prix wäre "Sportwäsche"

Beitrag von Simtek » 12.02.2020, 12:14

LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 10:24
DeLaGeezy hat geschrieben:
12.02.2020, 09:35
LoK-hellscream hat geschrieben:
12.02.2020, 09:13


Beispiele von 1936 sind auch so passend. Ich finde es so toll, wenn als Vergleich die Nazi-Keule oder Ähnliches rausgeholt wird. Keiner von damals lebt mehr, wir brauchen uns nicht die Schuld unserer Vorfahren umhängen. Abgesehen davon ist die Situation von damals mit der von heute absolut nicht vergleichbar.
Deutschland 1936 und SA 2020 kann man nur vergleichen, wenn man genau beschreibt was man vergleichen möchte.
Was man vergleichen kann, ist die Menschenrechtslage und die Unterdrückung von Personengruppen, einfach weil sie einer Gruppe angehören.
Da sollte man die Augen nicht vor verschließen.
Die USA sind unter dem Deckmantel der Weltpolizei für die hässlichsten großen Kriege der letzten Jahrzehnte mitverantwortlich.

In China wird jeder mundtot gemacht, der gegen die Regierung ist.

Brasilien lässt es zu, dass die Regenwälder weiterhin massiv abgeholzt werden.

In Australien wird der Klimawandel von der Regierung verleugnet.

Wenn wir nach solchen Aspekten gehen, dürfte die Formel 1 nirgends mehr fahren.
Ziemlich unterschiedliche Kaliber, oder nicht?!? Auch wenn man das Verhalten z.b. von Brasilien nicht unbedingt positiv finden muss.
Und zu den Olympischen Spielen 1936. Dieses Beispiel finde ich gar nicht so unpassend. Damals war man so dumm und hat zugelassen, dass die Spiele für die Propaganda Maschine der Nazis genutzt wurden. Muss man einen Fehler den man damals gemacht hat, auch noch wiederholen?
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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