"Fake-Welt": Stoffel Vandoorne rechnet mit Formel 1 und McLaren ab

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"Fake-Welt": Stoffel Vandoorne rechnet mit Formel 1 und McLaren ab

Beitrag von Redaktion » 27.11.2019, 11:35

Stoffel Vandoorne verrät, warum er der Formel 1 nicht nachtrauert - Die Königsklasse sei sehr politisch, weshalb er bei McLaren regelmäßig zurückstecken musste
Stoffel Vandoorne

Stoffel Vandoorne hatte in seiner Zeit in der Formel 1 nicht immer Spaß

Stoffel Vandoorne scheint die Formel 1 nicht zu vermissen. Der Belgier fuhr 2017 und 2018 zwei Saisons für McLaren und wechselte anschließend in die Formel E. Im Gespräch mit dem belgischen 'Sport/Voetbalmagazine' rechnet er nun mit der Königsklasse und seinem Ex-Team ab. Dort sagt er, die Formel 1 sei eine "Fake-Welt", in der alle nur eigene Interessen verfolgen.

"In der Formel E, Le Mans oder der WEC geht es momentan um pures Racing. Du kommst her, um Rennen zu fahren - nicht, um Politik zu machen", so Vandoorne, der nach seinem Formel-1-Abschied auch einige Rennen in der Langstrecken-WM (WEC) gefahren ist. In der Königsklasse habe sich bei McLaren immer alles nur um seinen Teamkollegen Fernando Alonso gedreht.

"Ich hatte nie Probleme mit ihm. Aber er bekam immer, was er wollte", berichtet der 27-Jährige und ergänzt: "Es gab immer zwei oder drei Leute im Team, die dafür gesorgt haben, dass alles so lief wie Fernando es wollte." Alonso habe im Team viel mehr Unterstützung als er selbst genossen und auch das bessere Material bekommen. Auch deshalb sei er meistens hinter dem Spanier gelandet.


Fotostrecke: Das Formel-E-Fahrerfeld 2019/20

#13 Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) - Erfolge: GP3-Dritter 2012, Macau-Sieger 2012 und 2016, Formel-E-Sechster 2018/19

#13 Antonio Felix da Costa (DS Techeetah) - Erfolge: GP3-Dritter 2012, Macau-Sieger 2012 und 2016, Formel-E-Sechster 2018/19

"McLaren hat mich nie gebeten, hinter ihm ins Ziel zu kommen. Aber im Rennen wollten sie, dass ich ihn überholen lasse. Das haben sie fast immer gemacht", so Vandoorne. In der WM hatte er gegen Alonso zweimal das Nachsehen. 2017 hatte der zweimalige Weltmeister die Nase mit 17:13 Punkten vorne, 2018 sogar mit 50:12. Das Qualifyingduell konnte Alonso 2018 mit 21:0 für sich entschieden.

Mit seinem neuen Job als Mercedes-Pilot in der Formel E ist Vandoorne zufrieden. "Es ist eine der kompetitivsten Meisterschaften, in denen ich je gefahren bin. Viele Fahrer haben Formel-1-Erfahrung", erklärt er und ergänzt: "Die Formel 1 bleibt die größte Meisterschaft, aber die Formel E ist direkt darunter." Die Elektroserie sei zudem "die Zukunft", sagt er und erklärt: "Darum kommen mehr und mehr Hersteller."

Dass Vandoorne irgendwann noch einmal Vollzeit in die Formel 1 zurückkehrt, erscheint nach diesen Aussagen eher unwahrscheinlich. Aktuell ist er der Königsklasse als Simulatorfahrer für Mercedes noch verbunden.


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Zuletzt geändert von Redaktion am 27.11.2019, 11:35, insgesamt 13-mal geändert.

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Re:

Beitrag von Spocki » 27.11.2019, 11:43

Najut, wer sein Qualifyingduell 21:0 verliert, braucht sich dann auch nicht wundern, wenn der Routinier bevorzugt behandelt wird.
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ARe: Re:

Beitrag von Dr_Witzlos » 27.11.2019, 12:05

Spocki hat geschrieben:
27.11.2019, 11:43
Najut, wer sein Qualifyingduell 21:0 verliert, braucht sich dann auch nicht wundern, wenn der Routinier bevorzugt behandelt wird.
Ach komm, das war zu der Zeit ne Gurkentruppe. Wo noch hochnäsige Leute in den Führungspositionen saßen.

Nicht um sonst stand der Schokoriegel letztes Jahr für Arroganz.

Jedenfalls seitdem Seidel übernommen hat, ist es ein Team, davor war es das Hannover 96 der Formel 1 (Sry, an die Hannover-Fans)

Jedenfalls kann ich Stoffel verstehen.

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Re:

Beitrag von matsches » 27.11.2019, 12:11

War auch mein Gedanke.
Ich kann die Youngster gut verstehen, dass sie sich benachteiligt werden.
Wie im richtigen Berufsleben gilt aber: Man muss sich seine Sporen verdienen.
Wen würde es nun wundern, wenn sich ein Team bei einem Punktestand von 50:12 oder einem Qualiduell von 21:0 nicht auf den unterlegenen Konzentriert?
Vandoorne galt als Talent, aber ein Alonso ist er nicht.
So wie Bottas kein Hamilton ist und Irvine kein Schumacher war.

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Re:

Beitrag von LoK-hellscream » 27.11.2019, 12:25

Der nächste ausgemusterte Formel 1 Fahrer, der der Formel 1 nicht nachtrauert und bei dem alle anderen Serien plötzlich besser sind. Wetten, dass er beim 1. Angebot eines Teams sofort wieder auf der Matte stehen würde?

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Re:

Beitrag von harrrys » 27.11.2019, 12:25

Solange die besten Piloten der welt danach streben in der formel 1 zu fahren, wird die Formel E nur eine Randerscheinung bleiben. Schauen wir uns das fahrerfeld mal ehrlich an, die meisten Piloten sind ausgemusterte formel 1 Piloten die sich in der Königsklasse nicht begaupten konnten oder von vornherein nicht schnell genug sind um in der Formel 1 überhaupt eine Chance bekommen zu haben. Es gibt ja sogar diesen Deutschen youtuber der aufgrund seines namens in der formel E teilnehmen darf und seine leistungen, gerade im vergleich zum teamkollegen, waren jedes jahr unterirdisch schlecht. Selbst die sogenannten paydriver in der formel 1 können mehr Erfolge vorweisen.

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Re:

Beitrag von Olymp » 27.11.2019, 12:37

Redaktion hat geschrieben:
27.11.2019, 11:35
"McLaren hat mich nie gebeten, hinter ihm ins Ziel zu kommen. Aber im Rennen wollten sie, dass ich ihn überholen lasse. Das haben sie fast immer gemacht", so Vandoorne.
Qualifying-Duell 2017: 16:3
Qualifying-Duell 2018: 21:0

Natürlich sollte Vandoorne Alonso überholen lassen. Die beiden haben sich ja auf der Strecke auch vermutlich nur getroffen, wenn Alonso aufgrund einer anderen Strategie kurzzeitig mit besseren Reifen hinter Vandoorne lag. Oder will Vandoorne uns erzählen, dass er Alonso in jedem Rennen oder bei jedem Start zunächst aus eigener Kraft überholt hat? :lol:

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Re:

Beitrag von Aldo » 27.11.2019, 12:39

Ernst Hausleitner (ORF) hat auf Twitter diese News kommentiert mit:

https://twitter.com/ernie1c/status/1198 ... 68001?s=21
"I'm a pure racer, I always was and I always will be."


- Fernando Alonso

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1x WEC Champion
2x Le Mans
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To be continued..

—-
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Re:

Beitrag von DeLaGeezy » 27.11.2019, 13:24

Wahrscheinlich sagte Alonso zu Stoffel:
"Hol mir ma ne Flasche Bier!"
Und Stoffel brachte ihm das Bier. Also hat Alonso immer bekommen was er wollte....

Dieser 21:0 vergleich ist irgendwie dumm. Nach diesem Quali Duell sind sie genau 1 Rennen noch gefahren. Und zwar das letzte in der Saison 2018. Alonso hat seine F1 Karriere beendet und Vandoorne hat was anderes gefunden.....
Zak Brown hat außerdem öffentlich bestätigt, dass Alonso bessere Teile bekommen hat. So what? Alonso war trotzdem um Welten besser...und die F1 als "Fake Welt" zu bezeichnen finde ich irgendwie sogar passend.
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Re: Re:

Beitrag von modernf1bodyguard » 27.11.2019, 13:50

harrrys hat geschrieben:
27.11.2019, 12:25
Solange die besten Piloten der welt danach streben in der formel 1 zu fahren, wird die Formel E nur eine Randerscheinung bleiben. Schauen wir uns das fahrerfeld mal ehrlich an, die meisten Piloten sind ausgemusterte formel 1 Piloten die sich in der Königsklasse nicht begaupten konnten oder von vornherein nicht schnell genug sind um in der Formel 1 überhaupt eine Chance bekommen zu haben. Es gibt ja sogar diesen Deutschen youtuber der aufgrund seines namens in der formel E teilnehmen darf und seine leistungen, gerade im vergleich zum teamkollegen, waren jedes jahr unterirdisch schlecht. Selbst die sogenannten paydriver in der formel 1 können mehr Erfolge vorweisen.
Daniel Abt ist hauptsächlich Rennfahrer und nur nebenbei Youtuber. Darüber hinaus waren seine Leistungen nie unterirdisch schlecht, in Saison 4 waren sie sogar sehr gut.
Allgemein ist dieser Ruf als Auffangbecken nicht nachvollziehbar für mich. Das könnte man dann eigentlich für jede Rennklasse sagen, die nicht die Formel 1 ist (abgesehen von Rallye- und Motorrad-Serien). Wenn überhaupt spricht es für die Formel E, dass die Fahrer nach ihrem Formel 1 Aus alle dorthin wollten und eben nicht in die DTM oder Indycar-Serie.
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Re: ARe: Re:

Beitrag von revan » 27.11.2019, 13:56

Dr_Witzlos hat geschrieben:
27.11.2019, 12:05
Spocki hat geschrieben:
27.11.2019, 11:43
Najut, wer sein Qualifyingduell 21:0 verliert, braucht sich dann auch nicht wundern, wenn der Routinier bevorzugt behandelt wird.
Ach komm, das war zu der Zeit ne Gurkentruppe. Wo noch hochnäsige Leute in den Führungspositionen saßen.

Nicht um sonst stand der Schokoriegel letztes Jahr für Arroganz.

Jedenfalls seitdem Seidel übernommen hat, ist es ein Team, davor war es das Hannover 96 der Formel 1 (Sry, an die Hannover-Fans)

Jedenfalls kann ich Stoffel verstehen.
So ein Topfen.

Seidl ist gerade mal seit Mai dieses Jahres im Team, Der diesjährige Erfolg bei McLaren hat demnach praktisch gar nichts mit Seidl zu tun. Aber nur weil er Deutscher ist, wird er hier im Forum und auf den anderen deutschen F1 Seiten die ganze Zeit als Heilsbringer beschrieben.

Die Weichen für dieses Jahr (Auto und Entwicklungsschritte) wurden nämlich 2017 und 2018 gelegt und die Umstrukturierungen hat vor allem Brown zu verantworten. Bei McLaren ist jetzt eine Linie drin und man hat das Gefühl dass die genau wissen was sie tun. Jedes einzelne Update seit dem Winter sitzt - was ja auch zeigt dass bei McLaren keine Nasenbohrer am Werke waren, lediglich die falschen Leute an den Chefposten (Boullier, Goss etc.).

rik_groove
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Re:

Beitrag von rik_groove » 27.11.2019, 13:57

Denke hier macht es sich Hausleitner und einige im Forum zu leicht indem man einfach "21-0" sagt... Der stand im Team und die Qualität der Teile haben natürlich Auswirkungen auf den Fahrer und seine Zeiten. Es war schlicht falsch auf einen alternden Alonso zu setzen, der auch noch richtig Unruhe ins team brachte. Das weiß das Team auch, und ich denke die trauern zumindest bis 2021 dem Honda-Motor nach, nachdem RedBull gezeigt hat was die Japaner leisten können wenn man sie mit Respekt behandelt!

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Re: Re:

Beitrag von Formula_1 » 27.11.2019, 14:06

Aldo hat geschrieben:
27.11.2019, 12:39
Ernst Hausleitner (ORF) hat auf Twitter diese News kommentiert mit:

https://twitter.com/ernie1c/status/1198 ... 68001?s=21
Und sowas von einem "unabhängigen" Sportkommentator... Spricht jetzt hauptsächlich erstmal gegen den Herrn Hausleitner, anstatt zum Thema irgendwas beizutragen.
Vor allem sehe ich in den Aussagen Vandoornes gegenüber den (auch in diesem Artikel erwähnten) Ergebnissen keinen Widerspruch. Wie andere hier auch schon geschrieben haben, hat sowas natürlich Auswirkungen auf die Ergebnisse. Und ich lese aus Vandoornes Aussagen nicht heraus, dass er damit sagen wollte, dass er eigentlich besser als Alonso gewesen wäre.

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Dai Jin
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Re:

Beitrag von Dai Jin » 27.11.2019, 14:23

Naja, denke langfristig hätte sich Vandoorne evtl im Mittelfeld etablieren können. Ein Grosjean fährt auch noch und der wurde von Alonso ebenfalls zerstört. Die TK's vor Vandoorne sahen nicht viel besser aus . Kann seinen Frust deshalb teilweise nachvollziehen, gleich gegen Alonso bei einem Team, wo es gar nicht läuft, und der Stammfahrer bekannt dafür ist mit jedem Material schnell ans Limit zu gehen, zu bestehen, ist eine Herkulesaufgabe.

Dennoch, was er hier erzählt, vor allem dass das Team von ihm wollte Alonso im Rennen vorbeizulassen, ist blödsinn.

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JPM_F1
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Re:

Beitrag von JPM_F1 » 27.11.2019, 15:22

daß die f1 mehr politik ist als sport, da gebe ich ihm recht.
das hätte ihm aber eigentlich vorher bewußt sein müssen.
auch daß er gegen den wohl besten fahrer im feld antreten wird, was naturgemäß nicht immer leicht sein wird, auch intern.
ich hätte es natürlich auch lieber, wenn alle das gleiche material bekämen, aber darauf kann man wohl lange warten.

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