Reifenfrage 2020: Wie die FIA "Geschrei" verhindern will

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Reifenfrage 2020: Wie die FIA "Geschrei" verhindern will

Beitrag von Redaktion » 25.11.2019, 11:54

Lieber noch 2019 entscheiden als 2020 mit weiteren Diskussionen die Formel-1-Saison überschatten: Nikolas Tombazis erklärt die Haltung der FIA zur Reifenfrage
Valtteri Bottas, Mercedes

Die 2020er-Prototypen-Reifen im Einsatz beim Freitagstraining in Austin

Über Monate hat Pirelli neue Formel-1-Reifen für 2020 entwickelt und getestet - mit den Formel-1-Teams, die sich nun aber gegen die neuen Reifen aussprechen und im kommenden Jahr lieber mit dem aktuellen Pneus weitermachen wollen. Welchen Standpunkt der Weltverband FIA hierbei vertritt? Den, dass das Thema möglichst noch im Winter abgehakt werden soll.

So formuliert es zumindest Nikolas Tombazis als technischer Formelsport-Leiter der FIA. Er plädiert für eine rasche Entscheidung, "damit wir nächstes Jahr nicht so viel Geschrei haben", wie er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' erklärt.

"Vergangenes Jahr [im Sommer] hatten wir ein riesiges Geschrei um die Reifen. Man wollte sie mitten unter dem Jahr verändern, auf Basis einer Abstimmung. Die Alternative war damals, die aktuellen Reifen zu behalten und nichts weiter zu tun."

So bleibt die Formel 1 bei den 2019er-Reifen

Letzteres war der Weg, für den sich die Formel 1 entschied. Dieses Mal könnte es ähnlich laufen, allerdings erst nach dem abschließenden Reifentest in Abu Dhabi im Anschluss an das Saisonfinale an gleicher Stelle.

"Wenn das Fazit der Teams dann wirklich ist, dass sie keine Vorteile [in den 2020er-Pirelli-Reifen] sehen, dann können sie ein Veto dagegen einlegen", sagt Tombazis. Stimmen sieben von zehn Teams gegen die Einführung der neuen Reifen, werden 2020 erneut die 2019er-Reifen verwendet.


Fotostrecke: Schwarzes Gold: Alle Reifenhersteller der F1

In der Geschichte der Formel 1 engagierten sich neun verschiedene Reifenhersteller: Zwei davon hatten oder haben ihren Ursprung in Großbritannien, zwei in den USA und jeweils einer in Deutschland, Japan, Belgien, Frankreich und Italien. Hochzeiten des später als

In der Geschichte der Formel 1 engagierten sich neun verschiedene Reifenhersteller: Zwei davon hatten oder haben ihren Ursprung in Großbritannien, zwei in den USA und jeweils einer in Deutschland, Japan, Belgien, Frankreich und Italien. Hochzeiten des später als "Reifenkrieg" bezeichneten Szenarios mit mehreren Zulieferern zum gleichen Zeitpunkt sind die Jahre 1954 und 1958, als sechs verschiedene Firmen ihre Produkte ins Rollen bringen. 1950 beginnt alles mit vier Marken...

"Die FIA", sagt Tombazis weiter, "muss den Wechsel der Reifen anschieben. Wenn es Bedenken gibt, dann bitten wir um eine Abstimmung. Wenn man aber im Prinzip zufrieden ist, die Reifen weniger überhitzen und generell die Vorteile mit sich bringen, die verlangt werden, dann wird es keine Abstimmung geben."

Bloß keine neuen Diskussionen im neuen Jahr ...

Das große Anliegen des Weltverbands sei demnach, die Reifenfrage final zu beantworten und einen Schlussstrich unter die anhaltenden Diskussionen darüber zu ziehen. "Ich sage nicht, dass es [bisher] bestmöglich gelöst wurde und dass alles perfekt ist", meint Tombazis. Eine baldige Entscheidung mache die Sache jedoch "weniger unangenehm" als nie enden wollende Streitereien.

Letzteres könne man aber auch nach einer Entscheidung im Dezember 2019 nicht ausschließen, sagt Tombazis und verweist auf die Haltung der Formel-1-Teams: "Die Leute ändern ihre Meinung eben je nach dem, wie konkurrenzfähig sie gerade sind."


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sapere_aude
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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von sapere_aude » 25.11.2019, 12:21

Redaktion hat geschrieben:
25.11.2019, 11:54
Wenn es Bedenken gibt, dann bitten wir um eine Abstimmung. Wenn man aber im Prinzip zufrieden ist, die Reifen weniger überhitzen und generell die Vorteile mit sich bringen, die verlangt werden, dann wird es keine Abstimmung geben.
Definiere Mitspracherecht.
FIA und Pirelli, da haben sich zwei gefunden.

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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von Sportsmann » 25.11.2019, 13:25

sapere_aude hat geschrieben:
25.11.2019, 12:21
Redaktion hat geschrieben:
25.11.2019, 11:54
Wenn es Bedenken gibt, dann bitten wir um eine Abstimmung. Wenn man aber im Prinzip zufrieden ist, die Reifen weniger überhitzen und generell die Vorteile mit sich bringen, die verlangt werden, dann wird es keine Abstimmung geben.
Definiere Mitspracherecht.
FIA und Pirelli, da haben sich zwei gefunden.
"Wenn das Fazit der Teams dann wirklich ist, dass sie keine Vorteile [in den 2020er-Pirelli-Reifen] sehen, dann können sie ein Veto dagegen einlegen", sagt Tombazis. Stimmen sieben von zehn Teams gegen die Einführung der neuen Reifen, werden 2020 erneut die 2019er-Reifen verwendet.
Ergo: Gibt es eine Mehrheit, so wird der Regelhüter die Entscheidung umsetzen. Ein Mitspracherecht ist im eigentlichen Sinne nicht gegeben. Das sollte es auch nicht geben. Die Macht der Teams hat der F1 in den letzten Jahre mit der Strategiegruppe auch nicht geholfen, positiv ausgedrückt. Wenn die FIA sagt, das sind die Abstimmungsmöglichkeiten und im Fall A tun wir dies und in Fall B das, dann ist das ein transparenter Weg und wie ich finde, der richtige Weg.
Und weiterhin stehen Teams und FIA ja in reger Korrespondenz. So wie ich das ganze verfolge nimmt die FIA die Sorgen der Teams seit jeher ernst. Was zugegeben manchmal auch zu zweifelhaften Entscheidungen geführt hat, wie womöglich die Sonderreifen in 2018 für drei Rennen. Ich glaube aber auch, dass mit dem Ende der Ära Whiting jetzt die Strukturen und Prozesse "modernisiert" werden, so ändert sich ggf. Etwas.
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SBinotto
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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von SBinotto » 25.11.2019, 13:31

Meine Güte, immer diese Reifenpalaber... Pirelli soll einfach ein paar Reifen hinstellen, die nicht erst ins Reifenfenster von 0,5°C massiert werden müssen, sondern bei Temperaturen von -20°C bis 200°C funktionieren. Wie hoch der Abnutzungsgrad ist interessiert mich nicht. 2-3 Stopps pro Rennen wären schön um auch den passioniertesten F1 Verfolger mit etwas Strategie beschäftigen zu können. Und wenn die Reifen halten wie 'ne Kette auf 'nem Panzer und wir nur 1 Stopp brauchen ist das auch in Ordnung.
Die Teams sollten ihr Auto nicht um sich jährlich ändernde Reifen bauen müssen, die Reifen sollten auf jedem Auto funktionieren! Eine Situation wie letztes Jahr in Barcelona braucht kein Mensch! Egal ob der Profiteur jetzt Mercedes, Ferrari oder meinetwegen Williams ist. Die Reifen sind der Mittel zum Zweck, die Power auf die Strecke zu bringen! Mir egal ob die Fahrer meckern, dass sie nur rutschen, solange wie jeder rutscht! Und wenn jeder bombastischen Grip hat passts auch.
Die Reifen sollten einfach nicht im Mittelpunkt von allem stehen!
Pronto Sebastian, SBinalla!

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abloo
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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von abloo » 25.11.2019, 23:06

SBinotto hat geschrieben:
25.11.2019, 13:31
Die Reifen sollten einfach nicht im Mittelpunkt von allem stehen!
Ja wäre schön wenn der fahrer oder die maschine ansich wieder im mittelpunkt stehn würden.

Wie nachhaltig sind denn diese reifen die jedes jahr neu erfunden werden? Ich seh hier nur 1 jahr nachhaltigkeit.

Und ja. Ich hasse es wenn die formel1 im bummeltempo mit vorgegebenen rundenzeiten fährt um ja einen zweiten stop zu vermeiden und das man ja die kuschelreifen nicht zusehr schockt.

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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von Rot234 » 26.11.2019, 10:39

Pirelli ist ein feiger Alleinausrüster der sich weigert, sich einem wirklichen Wettbewerb in der Formel 1 zu stellen.
Die Art wie sich deren Reifen verhalten passt da gut zu !

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NeverSurrender
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Re: Reifenfrage 2020: Wie die FIA

Beitrag von NeverSurrender » 26.11.2019, 14:05

Rot234 hat geschrieben:
26.11.2019, 10:39
Pirelli ist ein feiger Alleinausrüster der sich weigert, sich einem wirklichen Wettbewerb in der Formel 1 zu stellen.
Reifenkrieg ist in meinen Augen nicht wirklich ein Spannungselement. Nehmen wir an Mercedes und Ferrari haben beide identisch schnelle Autos aber unterschiedliche Reifenhersteller. Mercedes fährt mit Bridgestone und die Pneus funktionieren perfekt. Ferrari hingegen fährt mit Pirelli und die Reifen sind unterste Schublade. Und tada: Wieder haben wir eine Ein-Team-Dominanz.
Wie gut ein Reifenkrieg funktionieren kann haben wir ja schon mal gesehen: 2005 lässt grüßen. Zum Glück hatten wir mit Renault und McLaren-Mercedes zwei nahezu identisch starke Teams, sonst wäre das eine unfassbar langweilige Saison geworden. Ferrari hatte ein gutes Auto, aber die Bridgestone-Rillenreifen waren unterirdisch. Wäre Indianapolis 2005 nicht gewesen, hätte Ferrari nicht einen einzigen Sieg in diesem Jahr verzeichnen können. Und der Verlauf des Rennens ab dem Einbiegen zur Startaufstellung kennen wir ja.

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