Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird "diskutiert"

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Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird "diskutiert"

Beitrag von Redaktion » 15.11.2019, 14:25

Konzerchef verkündet Sparprogramm in Milliardenhöhe: Was ist dran an den Gerüchten über einen Ausstieg von Mercedes aus der Formel 1?
Ola Källenius

Daimler-Chef Ola Källenius beim Kapitalmarkttag in London

Nachdem Renault aufgrund schwächelnder Absätze der Automobilbranche bekannt gegeben hat, sämtliche Investitionen des Konzerns zu hinterfragen (ausdrücklich auch das Formel-1-Team), ist der Daimler-Konzern nun der nächste in der Königsklasse engagierte "Global Player", der ein milliardenschweres Sparprogramm ankündigt.

Konzernchef Ola Källenius, der erst im Mai den Vorstandsvorsitz von Dieter Zetsche übernommen hat, ging am Donnerstag in London mit seinen Plänen für die nächsten Jahre an die Öffentlichkeit. Bereits zuvor war durchgesickert, dass die avisierte Marge von acht bis zehn Prozent bis 2021 in der Kernsparte Mercedes Cars (und Vans) nicht zu halten ist.

Stattdessen erwartet Daimler lediglich eine Marge von vier Prozent bis 2020 und sechs Prozent bis 2022, berichtet das 'Handelsblatt'. Und selbst das Erreichen der nach unten korrigierten Ziele ist keineswegs in Stein gemeißelt, hängt doch immer noch das Damoklesschwert neuer US-Autozölle durch die Trump-Administration bedrohlich über der ganzen Branche.

Källenius spricht im Manager-Deutsch von "umfassenden Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens" - und meint damit eine Reduktion der Personalkosten um 1,4 Milliarden Euro bis 2022. Alleine auf die Marke Mercedes entfällt davon eine Milliarde. "Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen wir jetzt handeln", sagt Källenius.

Daimler-Konzern: Gewinn deutlich rückläufig

Konkret sollen zehn Prozent der Führungspositionen eingespart werden, dazu kommen Einsparungen in der Verwaltung. Maßnahmen, die schmerzlich sind (und beim Betriebsrat naturgemäß nicht gut ankommen), aber auch notwendig: In den ersten neun Monaten 2019 ist der Gewinn um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.Das Dieselthema, drohende US-Zölle, rückläufiges Wirtschaftswachstum und die mit hohen Investitionen verbundene Elektrifizierung der Flotte sorgen dafür, dass die Automobilbranche insgesamt schwer zu kämpfen hat. Ein Marktumfeld, dem sich auch der Daimler-Konzern nicht ganz entziehen kann.

Ola Källenius über die Lage der Automobilbranche

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Mit dem erfolgreichen Formel-1-Programm generiert Daimler einen Werbewert jenseits einer Milliarde Euro. Und das bei Kosten von lediglich 70 Millionen Euro, die Daimler 2018 zum Budget des Mercedes-Teams zugeschossen hat. "Wir haben die WM sechsmal in Folge gewonnen." Das habe sich im Marketing "mehr als ausgezahlt", wird Källenius von 'Auto Bild motorsport' zitiert.Ein Ausstieg aus der Formel 1 sei daher "derzeit" kein Thema. Aber: 2020 läuft das Concorde-Agreement zwischen Liberty Media und Mercedes aus. "Eine logische Bruchstelle", sagt Teamchef Toto Wolff im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. Tatsache ist: Rechteinhaber Liberty Media hat den Formel-1-Teams kürzlich die Entwürfe des neuen Grundlagenvertrags zugeschickt. Im Fall von Mercedes wird der Vorstand den Konditionen zustimmen müssen. Erst nach einem positiven Vorstandsbeschluss wäre die Fortsetzung des Formel-1-Programms gesichert.

Sogenannter Concorde-Vertrag läuft Ende 2020 aus

Die "natürliche Bruchstelle" Ende 2020 sei "ein Thema, das wir auch diskutieren. Betonung auf 'diskutieren' - und nicht 'diskutiert haben'", gibt Wolff zu. "In welche Richtung entwickelt sich die Automobilwelt? In welcher Form ist die Formel 1 relevant als Entertainment- und Technologieplattform? Wollen wir als Marke, dessen erstes Auto ein Rennwagen war, langfristig auf dieser Plattform spielen?"

"Es gibt das Ferrari-Modell, die sagen: 'Wir machen das für immer. Wir bauen Rennautos und wir bauen Straßenautos.' Die andere Variante ist zu sagen: 'Wir hatten einen sehr erfolgreichen Lauf. Es gibt nichts mehr zu beweisen. Wir machen jetzt etwas anderes.' Beides sind absolut plausible Strategien."

Toto Wolff

Toto Wolff ist Teamchef des erfolgreichen Mercedes-Rennstalls in der Formel 1

Wolff, der im April dieses Jahres für die Zeit nach 2020 als möglicher Nachfolger von Formel-1-Boss Chase Carey gehandelt wurde, unterstreicht, dass ein langfristiger Verbleib in der Königsklasse seiner Meinung nach Sinn ergeben kann: "Ich glaube, in einer Zeit, in der alles so kurzfristig ist, ist gerade die Nachhaltigkeit der Erfolge die viel glaubwürdigere Strategie als schnelles In & Out."

Im exklusiven Interview, geführt bereits in Mexiko, haken wir nach, warum er beim Thema Mercedes-Zukunft in der Formel 1 explizit den Präsens ("diskutieren" statt "diskutiert haben") betont. Wolff antwortet: "Es deutet alles darauf hin, dass wir bleiben. Aber es ist kein Selbstläufer."

"Wir sind gerade mitten am Diskutieren über das neue Concorde-Agreement. Damit zusammenhängend - und unabhängig davon - diskutieren wir die Entwicklung des Automobils und die Auswirkungen auf den Sport", unterstreicht er.

Wolff: Keine Indikation für Formel-1-Ausstieg

"Im Moment gibt es keine Indikation, dass wir irgendetwas anders machen wollen. Es gibt kein Zieldatum [für eine Vorstandsentscheidung]. Weil im Moment alle Weichen darauf gestellt sind, dass wir langfristig an dieser Plattform teilnehmen", sagt Wolff.Die Variante, den verhältnismäßig teuren Werkseinsatz eines eigenen Silberpfeil-Teams ab 2021 einzustellen und stattdessen nur noch Motoren an Kundenteams zu liefern (die Verträge mit McLaren und Williams wurden bereits über 2020 hinaus unterschrieben), wäre laut Branchenkennern ein logisches Exit-Szenario.
"Es gibt nur schwanger oder nicht schwanger, nicht halbschwanger."Toto Wolff
Wolff glaubt an so eine Konstellation aber nicht: "Wir haben vier Teams, die wir beliefern, uns inklusive. Es gibt nur schwanger oder nicht schwanger, nicht halbschwanger. Entweder wir nehmen an der Plattform teil oder nicht." Soll heißen: Wenn Mercedes den Stecker zum Formel-1-Programm zieht, dann komplett.Die Entscheidung darüber, ob Daimler in der Formel 1 engagiert bleibt oder nicht, muss vermutlich zeitnah fallen - um Sicherheit zu haben, wie es mit dem Team Ende 2020 weitergehen soll. Falls Källenius und Kollegen den Hahn zudrehen sollten, wofür es aktuell keine handfesten Anzeichen gibt, gibt es viele denkbare Szenarien. Eins davon wäre ein Management-Buy-out. Den hat das Team aus Brackley unter Ross Brawn 2009/10 schon einmal erlebt.Die verstörenden Panik-Schlagzeilen in manchen Medien sind jedoch überzogen. Die Formel 1 generiert für Mercedes weltweit einen gigantischen Werbewert, der selbst in Krisenzeiten ein attraktives Geschäft bleibt. Und mit der Budgetobergrenze, die 2021 kommt, sollte die Formel 1 mittelfristig noch deutlich kostengünstiger werden.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von DeLaGeezy » 15.11.2019, 14:49

Ich mache mir da keine Sorgen. Das Geschäft ist so wertvoll im Moment, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie den Stecker ziehen.
Effektiv 70 investierte Millionen um über 1 Mrd Werbeeffekt zu erzielen....
Unschlagbar!
:checkered: Mercedes AMG F1 Team Fanclub

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von cruizer » 15.11.2019, 15:04

Und selbst wenn: Steigt man dann nur als Werksteam aus, bleibt aber als Motorenlieferant erhalten oder macht man komplett dicht?

Würde eher zum ersteren tendieren.
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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von -Gast- » 15.11.2019, 15:07

Das ist doch alles geblubber. Ich bin sicher, die F1 bringt aktuell mehr ein, als sie kostet. Das war zu MSC Zeiten vielleicht noch anders. Ansonsten Ham raus und nen billigeren Fahrer rein. Fertig.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von harrrys » 15.11.2019, 15:12

Von welcher krise bitte sprechen die?
Laut manager-magazin.de:
"Unter dem Strich stieg der Gewinn nur leicht, Daimler erzielte einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,72 Milliarden Euro nach 1,69 Milliarden vor einem Jahr."

Ich bin wahrlich kein Wirtschaftsexperte, aber für mich klingt dass einfach mal wieder nach Gewinnmaximierung um jeden preis weil die Aktionäre und Vorstände den hals nicht voll kriegen. Und dann trotz Milliarden gewinn von Stellenabbau zu sprechen ist einfach nur zum kotzen.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von galantr4 » 15.11.2019, 15:20

Und es ist ja auch so, dass durch die Schummelsoftware etc. sehr viel Schaden entstanden ist, der mit viel Geld ausgebügelt werden musste. Dass jetzt gespart werden soll, gerade bei der ganzen Belegschaft (jeder soll auf die eigentlich anstehende Gehaltserhöhung verzichten), ist eine absolute Schweinerei! Hier wird der Gewinn auf Kosten der Mitarbeiter maximiert.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Zappelfilip » 15.11.2019, 15:22

Ahhhh. Als ob Toto schon jemals etwas verwertbares gesagt hat, bevor die Tinte trocken war. Ich mag den Kerl. So charmant Nix gesagt hat meiner Meinung als letzter der Heinz-Harald. GOAT of Interview.
Zum Thema fällt mir auch nur ein, dass der Werbewert das F1-Teambudget auf jeden Fall rechtfertigt. Sollte es also nicht teurer werden (sieht ja eher nach günstiger aus) oder die Erfolge dauerhaft ausbleiben, spricht nichts dafür das F1-Engagement zu beenden.
Den Werbewert als "nur" Motorenlieferant schätze ich allerdings als fast genauso gut ein, wie ein eigenes F1-Team. Und es ist ein reines Profit-Geschäft. Allerdings hat man dann den Erfolg nicht mehr selber in der Hand. Und ob das jemand beim Daimler nach dieser erfolgreichen Zeit riskiert ist doch mehr als fraglich.
"Es hat einen größeren Einfluss auf die Umwelt, dass Lewis Veganer geworden ist ..."
Otmar Szafnauer, findet Umweltschutz in der Formel 1 überbewertet. :mrgreen:
(Quelle: motorsport-total.com)

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Forza_Ferrari » 15.11.2019, 15:32

Ob der Werbewert nun wirklich so groß ist, kann man nie wirklich genau sagen. Es wird zum Image beitragen, ja, aber beim besten Willen, das interessiert den gewöhnlichen Normalo doch herzlich wenig, ob und wenn ja, wo Mercedes-Benz in der Formel 1 landet. Hamilton und Rosberg haben der ganzen Geschichte einen "neuzeitlichen" Touch verliehen meiner Meinung nach. Mittlerweile ist Hamilton schon eine Marke für sich geworden, die Mercedes etwas helfen könnte.

Dennoch: das sie von ihrem "alten Leute" bzw. "Opa"-Image weggekommen sind, liegt eher an deren Marschrichtung, wie sie ihre Fahrzeuge gestaltet haben. Für manch einen ist das positiv, für manch einen negativ, aber sie sind mit der Zeit gegangen. Sobald das nicht mehr läuft, werden sie zur Formel E wechseln, so einfach ist das. Grade auch, wenn immer mehr Hersteller dort ihr Interesse bekunden, wird die Königsklasse kaum mehr von Belang für sie sein.

Das mit dem Werbeeffekt ist für mich deswegen immer so eine Sache. Bei Werksteams wie Ferrari, Porsche (Le Mans) kann ich das verstehen. Deren Ausrichtung ist nun mal auf die Sportwagensparte gemünzt, aber hier? Damals hat auch kein Mensch einen Renault gekauft, nur weil im Innenraum ein kleines "Badge" mit "Formula 1 World Champion 2005/2006" angebracht wurde. Solange man erfolgreich ist und einen Nutzen sieht, wird man bleiben, danach heißt es reingehauen.
Zuletzt geändert von Forza_Ferrari am 15.11.2019, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.
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Googlhupf
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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Googlhupf » 15.11.2019, 15:32

War ja klar. Sobald die Dominanz zu brechen droht, steigt man lieber aus. Ich weine Merc AMG keine Träne nach wenn die gehen.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von F1_Corn » 15.11.2019, 15:43

harrrys hat geschrieben:
15.11.2019, 15:12
Von welcher krise bitte sprechen die?
Laut manager-magazin.de:
"Unter dem Strich stieg der Gewinn nur leicht, Daimler erzielte einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,72 Milliarden Euro nach 1,69 Milliarden vor einem Jahr."

Ich bin wahrlich kein Wirtschaftsexperte, aber für mich klingt dass einfach mal wieder nach Gewinnmaximierung um jeden preis weil die Aktionäre und Vorstände den hals nicht voll kriegen. Und dann trotz Milliarden gewinn von Stellenabbau zu sprechen ist einfach nur zum kotzen.
Das wird ja nicht auf Vergangenheitswerten entschieden, sondern auf nem 3-5 Jahresforecast und in dem werden sich die Entwicklungskosten wahrscheinlich mehr als verdoppeln bei nicht gewissem Ausgang welche Technik sich denn nu durchsetzen wird. Schwer kalkulierbare Absatzzahlen wenn US-Zölle durchgesetzt werden und zudem ist die Modelpalette viel zu aufgebläht und massig Überkapazitäten, so Sachen wie A-Klasse Limousine und CLA sind doch fast identische Autos, soll mir mal einer erklären wer sich da für das eine oder andere Auto entscheidet.

Wenn allerdings echt "nur" 70Mio. zugeschossen werden, ist es ein überschaubares Marketing-"Spielzeug".

Und klar wollen die Aktionäre ne Rendite, ohne ihre Kohle und damit verbundene Investitionen wären aber auch viele Arbeitsplätze evtl. gar nicht geschaffen worden.
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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von TheSurvivor » 15.11.2019, 15:56

Ohne Mercedes wäre Lewis' Titel von 2008 sein einziger geblieben.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von DerQuasiLA » 15.11.2019, 16:54

Mit sowas will man sich einfach in eine bessere Verhandlungsposition begeben, was 2021 betrifft. Wl unterschrieben hat da bis jetzt kein einziges Team.

Und es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Mercedes gerne auch Sonderzahlungen wie Ferrari in Empfang nehmen will.

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Simtek » 15.11.2019, 17:07

Zumindest zeigt es einen der ganz grossen Schwachpunkte der modernen F1. Nur mal angenommen Mercedes und Renault ziehen Stecker. Tja, was dann? Sollen mit Honda und Ferrari dann nur 2 Motorenhersteller jeweils 5 Teams versorgern?
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Sportsmann » 15.11.2019, 17:32

harrrys hat geschrieben:
15.11.2019, 15:12
Von welcher krise bitte sprechen die?
Laut manager-magazin.de:
"Unter dem Strich stieg der Gewinn nur leicht, Daimler erzielte einen auf die Aktionäre entfallenden Gewinn von 1,72 Milliarden Euro nach 1,69 Milliarden vor einem Jahr."

Ich bin wahrlich kein Wirtschaftsexperte, aber für mich klingt dass einfach mal wieder nach Gewinnmaximierung um jeden preis weil die Aktionäre und Vorstände den hals nicht voll kriegen. Und dann trotz Milliarden gewinn von Stellenabbau zu sprechen ist einfach nur zum kotzen.
aber auch notwendig: In den ersten neun Monaten 2019 ist der Gewinn um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.
Dieses notwendig zum Stellenabbau möchte ich mal kommentieren. Als F1 Journalist sollte man sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen Wirtschaftliche Zusammenhänge zu kommentieren. Ich glaube beim Handelsblatt (oder andere Zeitung) war zu lesen, dass ein Großteil der negativeren Bilanz darauf entfällt, dass Mercedes wegen des Betrugs dazu verdammt ist die Rücklagen um viele hundert Millionen aufzustocken. Diese stecken da in der Berechnung des "Gewinn" mit drin.
Der Betriebsrat ist entgeistert über Kallenius Forderungen: Warum müssen die Mitarbeiter für Managementfehler zahlen? Dazu kommt auch noch die Forderung von Kallenius, dass die Mitarbeiter auf ihre zugesagte Tariferhöhung verzichten, freiwillig quasi - natürlich.
Aber den Wert der F1 hat er ja trefflich verstanden, da könnte man zwar sparen, aber das wäre schon arg dämlich. Ach, ich möchte lieber 70Mio einsparen, weil Werbewert braucht man nun nicht mehr ...man ist ja schon bekannt.... das klingt zwar plausibel, aber Mercedes und RedBull sind vorher schon und nun seit diesem Jahr nochmal stärker z.B. im E-Sport bei League of Legends Teams als Sponsoren involviert. Da klebt in jeder Liga irgendwo ein Stern oder Bulle bei einem der Regionalen Teams. Das kostet sicher einen Appel und ein Ei gegenüber der F1, aber es zeigt wie wichtig dieser Werbewert genommen wird. Steigt Mercedes aus der F1 aus - nein, für mich bis 2022 undenkbar.

Amüsant ist der Artikel aber schon, hatte man doch gestern noch geschrieben, dass das Quatsch ist - im Newsticker. Weil jemand ein Interview von Nimmervoll(?) ins englische übersetzt hatte und österreichische Medien das dann falsch rückübersetzt hatten. Und heute kommt dann sowas? Erst spielt man die Glaubwürdigkeits Karte und am nächsten Tag profiliert man sich wieder mit Klickgenerierung? Soll ich weinen oder lachen?
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Re: Mercedes muss sparen: Formel-1-Zukunft wird

Beitrag von Formula_1 » 15.11.2019, 17:43

Ich denke wirtschaftlich ist das etwas zu komplex, um da ernsthaft etwas beurteilen zu können.

Daher beschränke ich mich aufs sportliche: Es wäre schon bitter, wenn sie ausgerechnet 2021 aussteigen... Gerade, wenn Hamilton eventuell soweit wäre, Schumis Rekord nicht nur einzustellen, sondern auch zu knacken.
Ich kann es mir aber irgendwie auch nicht so richtig vorstellen, dass die aussteigen. Ist wahrscheinlich tatsächlich nur schonmal etwas "Politik", um eine bessere Position zu bekommen.

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