Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

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Redaktion
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Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Redaktion » 24.10.2019, 09:25

Renault wurde vom Rennen in Japan nachträglich ausgeschlossen, obwohl das System an sich nicht gegen das Reglement verstößt - So begründen die Kommissare © LAT System nicht ganz legal: Renault verliert in Suzuka neun Punkte Am späten Mittwochabend wurde bekannt, dass beide Renault aufgrund der Benutzung einer illegalen Fahrhilfe vom Rennen in Suzuka ausgeschlossen wurden. Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg verlieren den sechsten und zehnten Platz, nachdem Konkurrent Racing Point in Japan Protest eingelegt hatte.In einer Telefonkonferenz am Mittwoch evaluierten die FIA-Kommissare, ob das verstellbare Bremssystem legal sei oder nicht. Sie kamen zu dem Schluss, dass das System zwar nicht grundsätzlich gegen das Technische Reglement verstößt, allerdings werteten sie es als Fahrhilfe, was in der Formel 1 nicht erlaubt ist.Ein ehemaliger Angestellter von Renault gilt als Auslöser des Protestes gegen das System, das die Bremsbalance automatisch nach einer voreingestellten Rundenzahl anpassen soll. Laut Racing Point sei das jedoch gegen Artikel 27.1 des Sportlichen Reglements. Dieser besagt, dass ein Fahrer das Auto alleine und ohne Hilfe fahren muss.Auch sah der Rennstall die Artikel 11.1.3, 11.1.4 und 8.6.3 des Technischen Reglements verletzt. Dabei geht es um Geräte, die die Bremsbalance selbstständig verstellen, und um Systeme, die nicht vom Fahrer kontrolliert werden. Renault: Die Hintergründe der Disqualifikation Renault wurde wegen seines Bremssystems vom Rennen in Japan ausgeschlossen: Wir erklären, was dazu führte und warum so entschieden wurde Weitere Formel-1-Videos Laut Renault benutzt das Bremssystem keine Rundenzahl als Trigger und sei innerhalb der Grenzen des Technischen Reglements. Die Franzosen stellten der FIA die kompletten Details des Systems zur Verfügung - veröffentlicht wurden sie jedoch nicht. Nach Ansicht der Rennkommissare aus Suzuka war das System mit dem Technischen Reglement vereinbar.Die Erklärung im WortlautIn der veröffentlichten Erklärung heißt es:
1. Die Steuersoftware der Hinterradbremse von Renault ist ein integraler Bestandteil des Kontrollsystems nach Artikel 11.9 des Technischen Reglements. Dabei wird es in Übereinstimmung mit den Artikeln 11.1.3 und 11.1.4 des Technischen Reglements genutzt.

2. Das beschriebene Kontrollsystem ist nicht wie gemutmaßt voreingestellt und rundenabhängig.

3. Die Fahrer von Renault benutzen Knöpfe am Lenkrad, um die Bremsbalance in Übereinstimmung mit Artikel 8.6.3 des Technischen Reglements zu kontrollieren. Diese sind mit der Einheitselektronik der FIA verbunden.

4. Die Kommissare schlussfolgern daraus, dass Renault zwar innovative Lösungen benutzt hat, um gewisse Uneindeutigkeiten im Technischen Reglement und anderen Dokumenten auszunutzen, allerdings verstößt ihr System dabei nicht gegen das aktuelle Technische Reglement.Entscheidung: Legal, aber trotzdem illegalTrotzdem sahen die Kommissare das System als illegale Fahrhilfe an: "Das verstellbare Bremsbalancesystem agiert als Fahrhilfe, indem es die Fahrer davor schützt, während einer Runde verschiedene Anpassungen vornehmen zu müssen", heißt es weiter. © LAT Teamchef Cyril Abiteboul hat derzeit keinen leichten Job Für die Kommissare gibt es einen Unterschied zwischen diesem System und einem, das wirkliche Feedback-Kontrolle bereitstellt, welches die Fähigkeiten und Reflexe der Fahrer vertritt. "Trotzdem ist es immer noch eine Hilfe und verstößt damit gegen Artikel 27.1 des Sportlichen Reglements", heißt es in der Urteilsbegründung.

Aufgrund der Besonderheit der Anhörung hat Renault bis 10 Uhr mexikanischer Zeit (17 Uhr MEZ) die Möglichkeit, Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Das Team hat bereits mit einem Statement auf die Entscheidung reagiert und behält sich weitere Schritte erst einmal vor.Legt Renault Einspruch ein?"Aufgrund der Subjektivität der Einstufung eines Systems als Fahrhilfe und der Variabilität der ausgesprochenen Strafen in jüngsten Fällen wird das Renault-Team seine nächsten Schritte innerhalb des Zeitrahmens von der FIA erwägen", heißt es von Seiten des Rennstalls.Dabei spielt man etwa auf den Großen Preis von Deutschland an, als die beiden Alfa Romeos von Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi mit einer Zeitstrafe von 30 Sekunden davonkamen, obwohl auch sie mit einer Fahrhilfe am Start unterwegs waren.

Die Kommissare werteten den Vorteil Renaults jedoch als größer als in vergleichbaren Fällen und sprachen eine Disqualifikation aus. Auch eine 30-Sekunden-Strafe würde die Franzosen ohnehin deutlich aus den Punkten spülen.WM-Stand: Renault gerät unter DruckDurch die Disqualifikation von Renault rückt Charles Leclerc wieder auf den sechsten Rang nach vorne. Der WM-Titel von Mercedes bleibt damit trotzdem unangetastet, und zwar um einen einzigen Punkt. Ferrari hat nun "nur" noch 177 Punkte Rückstand - 176 wären noch möglich.

Pierre Gasly (7./Toro Rosso) und Sergio Perez (8./Racing Point) rücken ebenfalls nach vorne. Über unerwartete Punkte dürfen sich Lance Stroll (9./Racing Point) und Daniil Kwjat (10./Toro Rosso) freuen. © LAT Im Duell mit McLaren hat Renault nun schlechte Karten Beide Teams rücken Renault jetzt auch in der Konstrukteurswertung auf die Pelle: Toro Rosso liegt nur noch sechs Zähler hinter den Franzosen, Racing Point folgt weitere vier Punkte dahinter.

Von Rang vier kann sich der Rennstall nun im Grunde verabschieden: Der Rückstand auf McLaren beträgt nun 43 Punkte, sodass Renault pro Grand Prix elf Punkte aufholen müsste.
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von reiskocher_gtr_specv » 24.10.2019, 10:20

Es ist illegal. So einfach ist das. Hier das Originalurteil:
https://www.fia.com/news/decisions-prot ... grand-prix

Nach einigem Geschwurbel bzgl. Geheimhaltung etc. kommt man zu dem Schluss (5. unter "Findings of the Stewards"), dass "das System" dem Fahrer Einstellungen abnimmt, die er sonst manuell vornehmen müsste. Es ist daher nicht die bisher beschriebene/angenommene vollautomatische Bremsverstellung anhand track position, aber eine light Version davon.

Renault selbst bezieht sich jetzt auf frühere Entscheidungen bzgl. "vergleichbarer Fahrhilfen", die weniger streng geahndet würden. Damit gestehen sie selbst ein, dass es eine Fahrhilfe gab.

Edit: Die mögliche Zeit für einen Protest wurde, wie im Artikel beschrieben, verlängert, Renault kann also diesen Weg gehen.
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von modellmotor » 24.10.2019, 10:26

Beim F1-Team Renault hängt der Haussegen sowieso schon schief, weil man dort große Verluste erkennen muss.Motorkunden wie McLaren wenden sich inzwischen von Renault F1-Competition - Engines ab .Diese Disqualifikation dürfte Wasser auf die Mühlen der internen Kritiker bei Renault sein, sich aus dieser für Renault defizitären Sportaktivität zurückzuziehen.Warten wir Mal ab, wie sich die Situation dort entwickwelt.
Grüße vom
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von G.E. » 24.10.2019, 10:59

Kein Wunder dass die Formel 1 im Eimer ist.
Sie kamen zu dem Schluss, dass das System zwar nicht grundsätzlich gegen das Technische Reglement verstößt, allerdings werteten sie es als Fahrhilfe, was in der Formel 1 nicht erlaubt ist.
Technisch korrekt aber nach dem technischen Reglement doch nicht.
Da weiss doch kein Mensch mehr was jetzt wie sein darf.
Die Formel 1 wird viel zu viel durch irgend welchen Regeln bestimmt.
Ich denke man könnte das alles einfacher und durchsichtiger gestalten.
Wenn eine Regel der anderen widerspricht ist das alles andere als durchsichtig.
So entstehen Schlupflöcher.
Wer einen Schreibfehler findet, darf ihn gerne behalten.

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Lichtrot » 24.10.2019, 11:00

Spätestens wenn 2021 nichts geliefert wird, wird man bei Renault sowieso :wave:sagen.

Schade für RIC. Der hat sich insgeheim wohl auch einiges mehr von Renault erhofft.

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Formel Heinz » 24.10.2019, 11:51

G.E. hat geschrieben:Kein Wunder dass die Formel 1 im Eimer ist.
[...]
Technisch korrekt aber nach dem technischen Reglement doch nicht.
[...].
Es gibt zwei verschiedene Regelwerke: das technische Reglement und das sportliche Reglement.

Das technische Reglement wird hier nicht verletzt, das ist richtig. Aber Fahrhilfen verstoßen gegen das sportliche Reglement. Da ist nicht unbedingt ein Widerspruch - im Gegenteil, ich finde durch das Verbot von Fahrhilfen im sportlichen Reglement werden derartige Schlupflöcher im technischen Reglement direkt geschlossen.

modellmotor hat geschrieben:Beim F1-Team Renault hängt der Haussegen sowieso schon schief, weil man dort große Verluste erkennen muss.Motorkunden wie McLaren wenden sich inzwischen von Renault F1-Competition - Engines ab .Diese Disqualifikation dürfte Wasser auf die Mühlen der internen Kritiker bei Renault sein, sich aus dieser für Renault defizitären Sportaktivität zurückzuziehen.Warten wir Mal ab, wie sich die Situation dort entwickwelt.
Grüßr vom
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Hm, ich hab noch gar nicht daran gedacht dass mit dem neuen Mclaren-Merdedes Deal Renault das einzige Team mit Renaultmotoren wäre. Wenn die jetzt wirklich das Werksteam einstellen, wäre das dann auch das Ende für das Motorenprogramm? :shock:
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von LoK-hellscream » 24.10.2019, 11:55

G.E. hat geschrieben:So entstehen Schlupflöcher.
So schließt man Schlupflöcher. Man kann nichts wasserdicht machen und hier hat das Reglement geholfen, eine eindeutige Entscheidung zu treffen. Dass Renault das nicht gewusst hat, zeugt von Schlamperei. Passiert jedem Team mal.

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Dr_Witzlos » 24.10.2019, 12:16

G.E. hat geschrieben:Kein Wunder dass die Formel 1 im Eimer ist.
Sie kamen zu dem Schluss, dass das System zwar nicht grundsätzlich gegen das Technische Reglement verstößt, allerdings werteten sie es als Fahrhilfe, was in der Formel 1 nicht erlaubt ist.
Technisch korrekt aber nach dem technischen Reglement doch nicht.
Da weiss doch kein Mensch mehr was jetzt wie sein darf.
Die Formel 1 wird viel zu viel durch irgend welchen Regeln bestimmt.
Ich denke man könnte das alles einfacher und durchsichtiger gestalten.
Wenn eine Regel der anderen widerspricht ist das alles andere als durchsichtig.
So entstehen Schlupflöcher.
Hat schon was von Schrödingers Katze. Tod und Lebendig, was stimmt?!

Jedenfalls zeigt es Mal wieder, wie Regelwerke geschrieben werden.

Die sollen das Regelwerk verbrennen und komplett ein neues Regelwerk schreiben, das jeder vernünftig lesen kann und nicht erst 3 Bücher bei der Feststellung durchwälzen muss.

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von rot » 24.10.2019, 12:34

Ziemlich düsteres Licht für den Renault Vorstand. Jetzt bescheisst das Werksteam und ist dennoch weit von der Spitze entfernt.

Da gibt es wohl nur zwei Lösungen für die Zukunft, ähnlich wie bei Mercedes vor einigen Jahren. Entweder man stockt das Budget auf, oder man zieht den Stecker. Mit dem aktuellen Gewurstel und fehlendem Geld wird Renault nie in die Nähe der Spitze kommen...

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von rot » 24.10.2019, 12:41

Dr_Witzlos hat geschrieben: Die sollen das Regelwerk verbrennen und komplett ein neues Regelwerk schreiben, das jeder vernünftig lesen kann und nicht erst 3 Bücher bei der Feststellung durchwälzen muss.
Hey, das ist die FIA. Der Wasserkopf muss doch beschäftigt werden.

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von modellmotor » 24.10.2019, 13:22

Formel Heinz hat geschrieben:
G.E. hat geschrieben:Kein Wunder dass die Formel 1 im Eimer ist.
[...]
Technisch korrekt aber nach dem technischen Reglement doch nicht.
[...].
Es gibt zwei verschiedene Regelwerke: das technische Reglement und das sportliche Reglement.

Das technische Reglement wird hier nicht verletzt, das ist richtig. Aber Fahrhilfen verstoßen gegen das sportliche Reglement. Da ist nicht unbedingt ein Widerspruch - im Gegenteil, ich finde durch das Verbot von Fahrhilfen im sportlichen Reglement werden derartige Schlupflöcher im technischen Reglement direkt geschlossen.

modellmotor hat geschrieben:Beim F1-Team Renault hängt der Haussegen sowieso schon schief, weil man dort große Verluste erkennen muss.Motorkunden wie McLaren wenden sich inzwischen von Renault F1-Competition - Engines ab .Diese Disqualifikation dürfte Wasser auf die Mühlen der internen Kritiker bei Renault sein, sich aus dieser für Renault defizitären Sportaktivität zurückzuziehen.Warten wir Mal ab, wie sich die Situation dort entwickwelt.
Grüßr vom
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Hm, ich hab noch gar nicht daran gedacht dass mit dem neuen Mclaren-Merdedes Deal Renault das einzige Team mit Renaultmotoren wäre. Wenn die jetzt wirklich das Werksteam einstellen, wäre das dann auch das Ende für das Motorenprogramm? :shock:
Gut möglich ist das schon, weil auch Renault im Zuge der kostspieligen Umstellungen auf die E-Mobilität sehr viel Geld in die Hand nehmen muss.
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Formula_1 » 24.10.2019, 13:26

Formel Heinz hat geschrieben:
G.E. hat geschrieben:Kein Wunder dass die Formel 1 im Eimer ist.
[...]
Technisch korrekt aber nach dem technischen Reglement doch nicht.
[...].
Es gibt zwei verschiedene Regelwerke: das technische Reglement und das sportliche Reglement.

Das technische Reglement wird hier nicht verletzt, das ist richtig. Aber Fahrhilfen verstoßen gegen das sportliche Reglement. Da ist nicht unbedingt ein Widerspruch - im Gegenteil, ich finde durch das Verbot von Fahrhilfen im sportlichen Reglement werden derartige Schlupflöcher im technischen Reglement direkt geschlossen.
Da sollte man aber auch ernsthaft mal darüber diskutieren, inwiefern Ansagen vom Team, was der Fahrer wann einzustellen hat, nicht genauso eine "Fahrhilfe" im sportlichen Sinne wären. Zumindest laut deiner Definition kommt dem das eigentlich ziemlich gleich.

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Formel Heinz
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Formel Heinz » 24.10.2019, 15:52

Formula_1 hat geschrieben: Da sollte man aber auch ernsthaft mal darüber diskutieren, inwiefern Ansagen vom Team, was der Fahrer wann einzustellen hat, nicht genauso eine "Fahrhilfe" im sportlichen Sinne wären. Zumindest laut deiner Definition kommt dem das eigentlich ziemlich gleich.
Das zu verbieten hat man 2016 ja schon versucht, aber ganz schnell wieder gekippt. Warum genau weiß ich aber auch nicht mehr, in der DTM scheint das "Funkverbot" ja recht gut zu klappen (oder damit verbundene Probleme bekommen nicht die Aufmerksamkeit die sie in der F1 bekommen würden, das kann auch sein.)
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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Mallecto » 24.10.2019, 18:09

Also das ist schon wieder so ein Fall wie bei Ricciardo im Qualifying in Singapur. Es wird wirklich mal Zeit, dass jemand die Regeln mal durchsiebt, sodass nur mehr die stichhaltigen, eindeutig nachzuvollziehenden übrig bleiben.
Aber die Regeln für den Fan nachvollziehbar zu gestalten ist ja ohnhin nicht von bedeutendem Interesse für die FIA, siehe die Frühstartregelung, wo nur anhand eines Sensors, an dessen Daten kein normalsterblicher Fan kommt, ein Frühstart geahndet wird, anstatt die Entscheidung anhand von offensichtlichen, für jeden Fan einsehbaren TV-Bildern zu treffen...

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Re: Legal und nicht legal: Die Hintergründe der Renault-Disqualifikation

Beitrag von Formula_1 » 24.10.2019, 18:12

Mallecto hat geschrieben:Also das ist schon wieder so ein Fall wie bei Ricciardo im Qualifying in Singapur. Es wird wirklich mal Zeit, dass jemand die Regeln mal durchsiebt, sodass nur mehr die stichhaltigen, eindeutig nachzuvollziehenden übrig bleiben.
Aber die Regeln für den Fan nachvollziehbar zu gestalten ist ja ohnhin nicht von bedeutendem Interesse für die FIA, siehe die Frühstartregelung, wo nur anhand eines Sensors, an dessen Daten kein normalsterblicher Fan kommt, ein Frühstart geahndet wird, anstatt die Entscheidung anhand von offensichtlichen, für jeden Fan einsehbaren TV-Bildern zu treffen...
Wobei gerade das mit dem Frühstart ist für mich eindeutig. Ich maße mir nicht an, anhand des Weltbildsignales etwas bewerten zu können, da soll es ruhig einen Sensor geben wenn möglich. Man könnte höchstens die Daten dazu offen legen, dann wäre es maximal transparent.

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