Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

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Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Redaktion » 18.10.2019, 11:53

Haas-Teamchef Günther Steiner erklärt, sein Team habe die technischen Probleme noch immer nicht gelöst, weil man die Fahreraussagen anfangs unterschätzt hat © LAT Kevin Magnussen und Romain Grosjean: Ihre Kommentare galten Haas zu wenig Nur 28 Punkte aus bisher 17 Rennen: Die sportliche Bilanz des US-Rennstalls Haas fällt in der Formel-1-Saison 2019 mager aus. Das liegt vor allem an den anhaltenden technischen Problemen, die Teamchef Günther Steiner und seine Mannschaft schon seit Jahresbeginn plagen. Nun kommt Steiner zu einer späten Erkenntnis.

"Ich will jetzt nicht in technische Details gehen, aber wir hätten ein bisschen mehr auf die Fahrer hören sollen, was das Auto tut oder nicht tut", sagte Steiner nach dem Japan-Grand-Prix in Suzuka. "Manchmal sollte man mehr den Fahrern zuhören als auf Zahlen zu starren. Das ist die Lektion, die wir hieraus lernen."

Das bedeute aber nicht, dass Haas von nun an in "Normalform" auftreten werde, so Steiner weiter. "Erst einmal müssen wir jetzt die Fahreraussagen mit den Daten auf einen Nenner bringen, wenn wir Fortschritte machen wollen." Und das werde "nicht kurzfristig" gelingen, glaubt der Teamchef.Keine "Wunderheilung" für HaasSteiner stellt sich auf weitere schwierige Rennen ein: "Wir wissen, wo wir stehen und warum. Doch eine Lösung zu finden, das ist eine ganz andere Sache. Ich weiß nicht, ob es uns gelingt, die Geschichte in diesem Jahr konstant umzubiegen. Es stehen ja nur noch vier Rennen aus, aber wenn wir mal einen guten Tag erwischen ..." Haas-Team in der Krise: Was ist da nur los? Der exzentrische Sponsor William Storey spielt in dieser Analyse nur eine Nebenrolle - Günther Steiner hat derzeit viele Gründe, sich zu ärgern ... Weitere Formel-1-Videos Eine "Wunderheilung" dürfe man jedenfalls nicht erwarten. "Es ist nicht so, dass wir in den nächsten beiden Rennen ein Upgrade haben, das unser Problem löst", erklärt Steiner. Die Parole laute vielmehr, 2019 mit möglichst vielen Erkenntnissen zu Ende zu bringen. "Und dann müssen wir einfach sicherstellen, dass es nächstes Jahr nicht erneut passiert.""Es", das Problem - was genau ist "es" denn? Laut Steiner stolpert Haas weiterhin über die Pirelli-Reifen und deren für den VF-19 sehr schmales Einsatzfenster. "Bei jedem Rennen rechnen wir damit, irgendwann Probleme mit den Reifen zu kriegen, weil wir nicht genug Hitze generieren, damit die Reifen ordentlich funktionieren."Keine klare Trennung zwischen alt und neuMehr als eine Teillösung für dieses Problem habe Haas bislang nicht gefunden. "Selbst wenn es uns einmal gelingt, im Qualifying über eine Runde schnell zu sein, können wir im Rennen nicht daran anknüpfen", meint Steiner. "Es gelingt uns einfach nicht, die Temperatur in den Reifen zu halten." Im Qualifying gewonnene Positionen gehen so im Rennen wieder verloren.

Dabei hat Haas viel investiert, um die Probleme zu lösen, hat zuletzt wiederholt ältere Ausbaustufen des VF-19 zu Testzwecken erneut verbaut. Daher ist die Frage nach der aktuellen Spezifikation des Fahrzeugs durchaus berechtigt. Doch Steiner selbst will nicht von einem "alten" oder "neuen" Auto sprechen: "Man kann es jetzt nicht mehr [so] vergleichen. 'Hybrid' wäre wohl die beste Bezeichnung dafür." Fotostrecke: Präsentation Haas VF-19: Die besten Fotos © Haas F1 Team Präsentation Haas VF-19 Man werde auch weiterhin mit alten und neuen Bauteilen experimentieren, erklärt der Teamchef. "Was genau es im nächsten Rennen sein wird, das kann ich nicht sagen. Wir versuchen einfach nur, mit Blick auf 2020 ein besseres Verständnis zu kriegen. In Russland schien es schon etwas besser zu sein. Hoffentlich finden wir bis zum Saisonende noch mehr heraus."

Sollten Romain Grosjean und Kevin Magnussen bis dahin keine weiteren WM-Punkte mehr erreichen, 2019 würde als vorläufig schlechteste Saison in die Teamgeschichte eingehen: Mit nur 29 Punkten war das Debütjahr 2016 die bislang schwächste Vorstellung von Haas in der Formel 1. Das bedeutete damals P8 in der Konstrukteurs-WM. Aktuell liegt das Team nur an neunter Stelle.
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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von leftytwoguns » 18.10.2019, 16:09

Ihr hättet mal ein vernünftiges Auto bauen sollen. Oder einen vernünftigen Sponsor gesucht. Oder mal die Fehler an der Boxencrew abstellen sollen. Oder einen vernünftigen Teamchef einstellen sollen. Oder Grosjean schon vor 2 Jahren rausschmeissen sollen.

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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Pentar » 18.10.2019, 16:52

Der aktuelle Stand von Haas in der KWM 2019 ist mir durch diesen Artikel erst so richtig bewusst geworden.

Haas beendete die 2018er Saison mit 93 Punkten - unangefochten vor McLaren mit 62 Punkten - auf P5!
Ein sehr gutes Ergebnis, finde ich.

Nach Suzuka hatte man bereits 84 Punkte.
Aktuell ist man mit 28 Punkten (33 %) lediglich auf P9 - wobei Alfa Romeo (35 Punkte) noch einholbar ist...

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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Sportsmann » 18.10.2019, 16:59

leftytwoguns hat geschrieben:Ihr hättet mal ein vernünftiges Auto bauen sollen. Oder einen vernünftigen Sponsor gesucht. Oder mal die Fehler an der Boxencrew abstellen sollen. Oder einen vernünftigen Teamchef einstellen sollen. Oder Grosjean schon vor 2 Jahren rausschmeissen sollen.
Ich glaube der Wagen war eigentlich gut. Aber wie bei Ferrari lief es nach den Wintertest nicht so rund wie erwartet - abgesehen von Melbourne wo man tatsächlich einen Anflug vom Geheimfavoriten des Winters sehen konnte. Dass das Auto gut war zeigt ja auch, dass man jetzt die Australienbasis wieder aufnimmt und verbessert. Die Probleme mit dem Windkanal, bzw. genauer der Software und Dateninterpretation haben, sind schon anderen passiert - das gehört auch fast dazu, abgesehen von Mercedes und denen über die man nichts hört wie Sauber/HRT/Manor/Caterham/Lotus weiß ich kein Team wo ich nicht von Korrelationsproblemen in den letzten 10 Jahren gehört hätte. Haas-F1 ist noch ein junges Team. Letztes oder vorletztes Jahr war es erst als man bei RedBull den Saisonstart deswegen vermasselt hat.
Ausserdem sehen wir in diesem Jahr diverse Punkte wo Teams ein kritisches Abtriebslevel gefunden haben, welches ihnen eine bessere Reifennutzung erlaubt. Das war bei RedBull ab Österreich so und bei Ferrari ab Singapur. Die unglückliche Verkettung der Umstände hat bei Haas dazu geführt, dass man nicht wusste wohin und wie man dieses Abtriebsniveau erreichen kann. Wenn sie das Problem ausmerzen ist wieder mit einer soliden Mittelfeldperformance zu rechnen. Realistisch betrachtet muss man präzisieren: im hinteren Mittelfeld. Racing Point hat nun Geld, McLaren hat sich auf den Motor eingestellt und mit Renault gegenüber Haas auch einen gewissen Budgetvorteil.
Das einzige was man Haas vorwerfen kann ist meiner Ansicht nach, dass sie die Fahrer nicht klar über ihre Rolle im Team unterrichtet haben. Das Team darf keine Punkte wegwerfen, aber sie haben es gerade wegen der Reibereien auf der Strecke doch getan. Der Boxenstopp in Australien war bitter, aber auch das kann am Saisonanfang passieren, wenn alles neu und anders gemacht wird. Die Performance der Fahrer lässt sich von außen schlecht beurteilen, aber wenn die Karre nicht will, dann kann der Fahrer nicht viel ausmachen. Russells Leistungen sind auch nur glänzend für die wenigen welche explizit seine Leistung nachrecherchieren oder Onboard mitfahren (gibt es die?), alle anderen sehen einen der Rookie der hoffnungslos hinterherfährt - dass er den Teamkollege schlägt zählt ja auch nicht, der hat ja nur eine Hand - so die Kritiker. Ich bin keiner der sagt, der aktuelle Grosjean und Magnussen sind die besten Fahrer - aber sie sind grundsolide Piloten (solange sie nicht Feindkontakt und auch nicht Freundkontakt haben).
Ja Grosjean vs. Russell war dämlich - wenn der Frust nicht mehr mitfährt sieht das ganze ggf. gleich wieder anders aus. Wie gesagt, der aktuelle Grosjean gefällt mir auch nicht gut. Er kann es aber auch wieder rumreissen. Wer das nicht glaubt darf mal schauen wie Vettels nach Singapur-Upgrade-Performance aussieht. Nachdem hier schon vom freiwilligen aufhören oder rauschmiss die Rede war, kann er nun mit einem besseren Auto auch wieder gute Leistungen zeigen. Und das gleiche traue ich auch Grosjean zu.

Ich kann die Kritik am Haas team verstehen. Aber nach mehreren für ein neues Team sehr guten Jahren darf ein Ausrutscher verziehen werden. Gäbe es keine Geduld, hätte man wohl schon längst McLarens Zentrale dem Erdboden gleichgemacht. Gut das es sie gibt.
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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Sportsmann » 18.10.2019, 17:10

Pentar hat geschrieben:Der aktuelle Stand von Haas in der KWM 2019 ist mir durch diesen Artikel erst so richtig bewusst geworden.

Haas beendete die 2018er Saison mit 93 Punkten - unangefochten vor McLaren mit 62 Punkten - auf P5!
Ein sehr gutes Ergebnis, finde ich.

Nach Suzuka hatte man bereits 84 Punkte.
Aktuell ist man mit 28 Punkten (33 %) lediglich auf P9 - wobei Alfa Romeo (35 Punkte) noch einholbar ist...
Fairer Weise muss man sagen, Budgetmäßig (130Mio €)haben sie nur vier Gegner. Die Zahlen sind von 2018. Alfa Romeo(130Mio€), Toro Rosso (150Mio€), Williams(150Mio€) und Racing Point (120Mio€) die 2019/2020 mehr haben sollten. McLaren und Renault gegen sind dagegen Schwergewichte mit ~200+Mio€ gegen die man nicht ankommen sollte. Nicht nur wegen dem Geld, sondern auch wegen der Jahrzehntelangen Erfahrung im Team. Dass man in dieser Saison Korrelationsprobleme hatte, sie mein Post hier vor, ist ein recht normales Problem für junge Teams. Das passierte auch den großen Teams und hat leider auch große Auswirkungen. Dementsprechend ist die Leistung realistisch betrachtet auf dem Niveau auf dem man sie erwarten sollte. Der Erfolg der Vergangenheit rührt daher, dass man ein ordentliches Auto hatte und zusätzlich, dass die Gegner 2018 nicht die Erwartungen erfüllt haben, speziell Williams und McLaren.
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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Pentar » 18.10.2019, 17:36

Sportsmann hat geschrieben: :chat:
:thumbs_up:
Ich persönlich mag das Haas Team - lediglich Herrn Steiners Meinung teile ich nicht immer - das tut aber gar nichts zur Sache. Und bin sehr froh darüber, dass sie den "steinigen Weg" (ein Wortspiel) in die F1 gefunden haben - und auch immer noch dabei sind. Denn auch als Kundenteam von Ferrari ist es nicht einfach, mit solch einem Budget halbwegs konkurrenzfähig zu sein & zu bleiben. Die zwei Piloten haben sich leider in einigen GPs gegenseitig "ein paar Steine" (ein Wortspiel) in den Weg gelegt - das war suboptimal & wird sich in Zukunft hoffentlich nicht derart wiederholen...

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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Pentar » 18.10.2019, 17:47

Sportsmann hat geschrieben:...Russells Leistungen sind auch nur glänzend für die wenigen welche explizit seine Leistung nachrecherchieren oder Onboard mitfahren (gibt es die?), alle anderen sehen einen der Rookie der hoffnungslos hinterherfährt...
Ich persönlich finde, RUS hat bis dato einen super Job gemacht.
Selbst im desaströsen Williams kann er immer wieder mal Akzente setzen.
Sehr schade, dass er bis dato der einzige Pilot mit 0 Punkten ist.

Anmerkung:
Die Onboards aller Piloten über die gesamte Renndistanz (ohne Werbeunterbrechung & mit Boxenfunk) sind bei F1TV zu sehen - sowohl in der Live-Session, als auch in der Wiederholung...

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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Sportsmann » 18.10.2019, 18:31

Pentar hat geschrieben:
Sportsmann hat geschrieben: :chat:
:thumbs_up:
Ich persönlich mag das Haas Team - lediglich Herrn Steiners Meinung teile ich nicht immer - das tut aber gar nichts zur Sache. Und bin sehr froh darüber, dass sie den "steinigen Weg" (ein Wortspiel) in die F1 gefunden haben - und auch immer noch dabei sind. Denn auch als Kundenteam von Ferrari ist es nicht einfach, mit solch einem Budget halbwegs konkurrenzfähig zu sein & zu bleiben. Die zwei Piloten haben sich leider in einigen GPs gegenseitig "ein paar Steine" (ein Wortspiel) in den Weg gelegt - das war suboptimal & wird sich in Zukunft hoffentlich nicht derart wiederholen...
Bei so vielen vermeintlichen Wortspielen müsste man dich standesgemäß steinigen. :lol:

Das mit den Onboards (anderer Kommentar) meinte ich anders. Gibt es jemanden der Russell - sei es auch nur ab und zu - onboard verfolgt? Ich glaub selbst Sky hat alle Onboards - habe das mit den Channels aber nie ausprobiert oder gar verstanden ob und wie man das ggf. auf einen Bildschirm bekommen könnte.
Ich meine auch Russell macht einen guten Job in jeder Hinsicht. Sehr reif, positiv eingestellt und fokussiert.
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Re: Steiner: "Wir hätten mehr auf die Fahrer hören sollen"

Beitrag von Pentar » 18.10.2019, 19:09

Sportsmann hat geschrieben: :chat:
:lol: :thumbs_up:

Meine Programmempfehlung für heute Abend:
"Steiner - Das Eiserne Kreuz"

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Bis zu meiner Kündigung meines langjährigen Voll-Abonnements (Premiere/sky) - aufgrund des Wegfalls der Formel-1 - gab es einen Onboard-Channel. Auf diesem Kanal wurde zum Zeitpunkt-X immer nur eine Onboard eines Piloten dargestellt - ausgewählt von der Redaktion. Das wird vermutlich auch heute noch so sein, denn ansonsten müsste der SAT-Transponder im All allein für die Onboards aller Piloten 20 Kanäle zur Verfügung stellen, welche von sky entsprechend gebucht & dann beim Kunden am Receiver auswählbar sind.
Vielleicht kann & möchte ein aktueller sky-Kunde mal ein Feedback dazu geben - wäre durchaus interessant zu wissen, wie das derzeit läuft & ob er selbst mit dem Angebot von sky zufrieden ist...

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