Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Kommentiere hier die aktuellen News aus der Formel 1

Moderator: Mods

Antworten
Benutzeravatar
Alonso und Kimi Fan
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 2435
Registriert: 10.09.2013, 05:50

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Alonso und Kimi Fan » 18.10.2019, 18:23

Die leute realisieren halt dass 95% das Auto ausmacht um überhaupt um den titel zu fahren. Dann einen teamkollegen zu schlagen.. Soll das wirklich so meisterhaft sein? finde ich persöhnlich nicht. Das ist nichts gegen hamilton. Ich denke hamilton ist der beste fahrer im feld, aber nicht wegen seinen titeln. Bis jetzt wurde hamilton noch nie speedmäßig über einer Season von jemanden geschlagen. Punktemäßig ja, aber nicht von der geschwindigkeit her. Er kam als rookie und war sofort auf augenhöhe mit Alonso. Sind nur ein paar beisspiele warum ich ham als besten fahrer sehe. Trotzdem bin ich kein fan der sagt. Woawahawaaaha krasse leistung 6 titel. Da für mich die f1 allgemein nicht soviel an respekt gibt wie andere Serien. Ich sehe den erfolg von klitschko zb viel krasser an als die titel von schumacher oder Hamilton. Denn da gab es kein " ich hab das beste auto und 70% meiner titel waren einfach nur free. Kommt arrogant rüber nicht jeder muss so denken wie ich. Aber das ist meine meinung und die wird sich für formel 1 nie ändern.

Ich würde sie ändern müssten die fahrer anfangen 20 fahrer zu besiegen und nicht nur 1-2 aber das will ja niemand :roll:

Benutzeravatar
Mithrandir
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 2876
Registriert: 11.05.2008, 16:24

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Mithrandir » 18.10.2019, 20:51

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Was der Fan will ist eine Höllenmaschine in der Startaufstellung. Eine Materialschlacht mit möglichst einfacher Technologie, die er von "Zuhause" kennt, Oldschool-Reifen, die ewig halten und einen Helden den sie anfeuern können. Dazu noch Boxenstopps mit nachtanken und moderate Eintrittspreise und die Leute kommen wieder in scharen.
Wahrscheinlich ist das tatsächlich so, mittlerweile denke ich, dass "der Fan" etwas in der Art möchte. Werde mir mal wieder ein schönes Streitwagenrennen reinziehen - so eine Quadriga ist was für echte Kerle. Und nicht die Hybridtechnologie mit der "der Fan" keine Berührungspunkte im Alltag hat.

Um mal zum Thema zu kommen - um das Talent Hamiltons zu beurteilen betrachte ich seine Niederlage und Rosbergs WM-Titel. Rosberg halte ich für einen hervorragenden Fahrer. So wie es sich in den Medien liest ordnete er sein ganzes Leben seinem Titel unter, versuchte jedes noch so kleine Detail zu optimieren und erreichte sein Ziel verdient um Haaresbreite, um danach zurückzutreten, im Gefühl des Sieges aber auch außerstande dieses auslaugende Szenario zu wiederholen.

Hamilton tritt jede Saison auf's neue an - immer als Titelkandidat. Im Gegensatz zur Konkurrenz - welche seit einiger Zeit definitiv existiert - macht er mittlerweile extrem wenig Fehler und fährt im Schnitt auf einem unglaublich hohen Niveau. Und was ich am beeindruckendsten finde: nach den Rennen lebt er - macht sein Business, sein Social Media, seine Parties. Es ist nicht meine Welt aber offensichtlich seine, er scheint ein erfüllendes vielfältiges Leben zu haben und schreibt nebenbei die Geschichtsbücher der Formel1 um. Für mich wäre er damit sogar noch am ehesten mit den Helden früherer Zeiten zu vergleichen was er aber nicht anstrebt, ich denke er macht sein Ding. Und dazu gehört Rennen fahren auf einem Niveau, welches vielleicht einige Dutzend Piloten erreichen konnten. Zu denen gehört gewiss auch Schumacher, der eine andere Herangehensweise hatte und viel mehr investieren konnte und musste. Die Erfolge dieser Ausnahmeerscheinungen gegeneinander aufzuwiegen ist meiner Meinung nach ebenso sinnlos wie sie zu relativieren. Beide gehören zu den besten Formel1 Piloten aller Zeiten.
Folgt mir, ich komm nach...

Benutzeravatar
bolfo
Formel1.de-Legende
Formel1.de-Legende
Beiträge: 29049
Registriert: 28.05.2005, 00:08

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von bolfo » 18.10.2019, 22:36

Hä? Der Typ bekommt ein Millionengehalt und hat Millionen von Followern. Mehr Anerkennung geht wohl kaum. Was sollen die Leute denn tun? Ihn als neuen Jesus küren?

Hamilton ist ein Top-Sportler. Aber die Kirche darf man auch im Dort lassen. Ich kenne viele Leute, die wesentlich phantastischeres vollbringen und die weder ein Millionengehalt noch irgendwelche Fans haben. Also sollte man bitte leise heulen.
Never argue with an idiot. They bring you down to their level and beat you with experience.

Benutzeravatar
bolfo
Formel1.de-Legende
Formel1.de-Legende
Beiträge: 29049
Registriert: 28.05.2005, 00:08

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von bolfo » 18.10.2019, 22:44

SEVENDREAM hat geschrieben:Für mich Hamilton einer der ganz Besten aller Zeiten.
Um auf den Schumacher zurück zu kommen : für mich sind seine ganze Titel nicht mehr wert als die 3 von Senna oder die 4 von Prost.
Prost hatte im eigenen Team Lauda, Rosberg, Senna, Mansell, ... Und 1988 hatte Prost 105 Punkte, Senna 94 ... Senna war der Grösste aber in den beiden Jahren hat Ihn Prost geschlagen ...
Schumacher hatte im eigenen Team Lehto, Verstappen, Herbert, Barrichello, Irvine, ...
Dazu kommt noch das ende 1992 Mansell aufgehört hatt, Prost ende 1993 aufgehört hat und Senna seinen Unfall anfangs 1994 hatte .... und das noch 1994 mit einer verbotenen Traktionskontrolle ...
Sogar ende 2006, war Massa in der Quali meistens schneller als Schumacher ...
Jacques Villeneuve hatte sich nach seiner Williams und BAR Zeit bei Ferrari angeboten ... wäre interessant gewesen Villeneuve und Schumacher als Team kollege ... Hätte auch gerne Häkkinen mit Schumacher im gleichen Team gesehen, bin mir auch nicht so sicher ob Schumacher der Bessere gewesen wäre.
Und Hamiltons Titel sind mehr wert? Der hatte ja überwiegend auch "nur" Rosberg als Konkurrenten.

Und Massa... der holt gegen Schumacher in der Quali eine 4:13 Niederlage ab. Trotz Schumachers Pech in Brasilien. Schlechter abgeschnitten hat Massa nur gegen Alonso (4:15 und 2:17). Räikkönen hat er aber beide Jahre geschlagen.

Häkkinen und Villeneuve im selben Team wie Schumacher... die wären beide geplättet worden. Häkkinen brauchte ja 1998 einen besseren McLaren, um Schumacher schlagen zu können. 1999 hätte er kein Land gesehen. Häkkinen war mindestens ein Level unter Schumacher.
Never argue with an idiot. They bring you down to their level and beat you with experience.

Benutzeravatar
Lichtrot
Rookie
Rookie
Beiträge: 1318
Registriert: 27.04.2015, 22:46

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Lichtrot » 18.10.2019, 23:15

bolfo hat geschrieben:
SEVENDREAM hat geschrieben:Für mich Hamilton einer der ganz Besten aller Zeiten.
Um auf den Schumacher zurück zu kommen : für mich sind seine ganze Titel nicht mehr wert als die 3 von Senna oder die 4 von Prost.
Prost hatte im eigenen Team Lauda, Rosberg, Senna, Mansell, ... Und 1988 hatte Prost 105 Punkte, Senna 94 ... Senna war der Grösste aber in den beiden Jahren hat Ihn Prost geschlagen ...
Schumacher hatte im eigenen Team Lehto, Verstappen, Herbert, Barrichello, Irvine, ...
Dazu kommt noch das ende 1992 Mansell aufgehört hatt, Prost ende 1993 aufgehört hat und Senna seinen Unfall anfangs 1994 hatte .... und das noch 1994 mit einer verbotenen Traktionskontrolle ...
Sogar ende 2006, war Massa in der Quali meistens schneller als Schumacher ...
Jacques Villeneuve hatte sich nach seiner Williams und BAR Zeit bei Ferrari angeboten ... wäre interessant gewesen Villeneuve und Schumacher als Team kollege ... Hätte auch gerne Häkkinen mit Schumacher im gleichen Team gesehen, bin mir auch nicht so sicher ob Schumacher der Bessere gewesen wäre.
Und Hamiltons Titel sind mehr wert? Der hatte ja überwiegend auch "nur" Rosberg als Konkurrenten.

Und Massa... der holt gegen Schumacher in der Quali eine 4:13 Niederlage ab. Trotz Schumachers Pech in Brasilien. Schlechter abgeschnitten hat Massa nur gegen Alonso (4:15 und 2:17). Räikkönen hat er aber beide Jahre geschlagen.

Häkkinen und Villeneuve im selben Team wie Schumacher... die wären beide geplättet worden. Häkkinen brauchte ja 1998 einen besseren McLaren, um Schumacher schlagen zu können. 1999 hätte er kein Land gesehen. Häkkinen war mindestens ein Level unter Schumacher.
Keine Ahnung, warum du hier einen Häkkinen reinhauen musst und diesesn auch noch niederschreibst. Der Kerl war ein Sportsmann durch und durch. Immer fair und sympathisch. Und ein Level unter Schumacher? Wie willst du das denn bitte beurteilen? Sie fuhren nie im gleichen Team und hatten auch nie gleiches Material. Völliger Quatsch.

Benutzeravatar
bolfo
Formel1.de-Legende
Formel1.de-Legende
Beiträge: 29049
Registriert: 28.05.2005, 00:08

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von bolfo » 19.10.2019, 00:02

Lichtrot hat geschrieben:
Keine Ahnung, warum du hier einen Häkkinen reinhauen musst und diesesn auch noch niederschreibst. Der Kerl war ein Sportsmann durch und durch. Immer fair und sympathisch. Und ein Level unter Schumacher? Wie willst du das denn bitte beurteilen? Sie fuhren nie im gleichen Team und hatten auch nie gleiches Material. Völliger Quatsch.
Weil Häkkinen oben erwähnt wurde? Und natürlich war Häkkinen ein Sportsmann. Aber nicht auf einer Stufe mit Schumacher. Dazu war Schumacher doch eine Klasse zu gut. Erst mit Alonso kam nach Senna wieder ein Fahrer, der Schumacher fahrerisch das Wasser reichen konnte. Ist ja nicht niedergeschrieben. Man ist nach wie vor ein ausserordentlich guter Fahrer, wenn man nicht so gut wie Schumacher & Co. ist.

Im Übrigen sehe ich z.B. einen Button auch ein Level tiefer als ein Hamilton. Ändert aber nichts daran, dass Button ein übermässig guter Fahrer ist. Aber an Alonso/Hamilton kommt er dennoch nicht ran. Ähnliches gilt für Häkkinen. Ich sehe ihn als verdienten Weltmeister, wie es Button ist. Ebenso sehe ich Häkkinen als besser als Hill oder Villeneuve an. Aber so gut wie Schumacher? Dazu fehlt für mich die Durchsetzungskraft gegen Coulthard, der Häkkinen doch mehrmals schlagen konnte. Von 1994-2004 war das bei Schumacher doch fast unvorstellbar.
Never argue with an idiot. They bring you down to their level and beat you with experience.

Benutzeravatar
Lichtrot
Rookie
Rookie
Beiträge: 1318
Registriert: 27.04.2015, 22:46

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Lichtrot » 19.10.2019, 00:28

bolfo hat geschrieben:
Lichtrot hat geschrieben:
Keine Ahnung, warum du hier einen Häkkinen reinhauen musst und diesesn auch noch niederschreibst. Der Kerl war ein Sportsmann durch und durch. Immer fair und sympathisch. Und ein Level unter Schumacher? Wie willst du das denn bitte beurteilen? Sie fuhren nie im gleichen Team und hatten auch nie gleiches Material. Völliger Quatsch.
Weil Häkkinen oben erwähnt wurde? Und natürlich war Häkkinen ein Sportsmann. Aber nicht auf einer Stufe mit Schumacher. Dazu war Schumacher doch eine Klasse zu gut. Erst mit Alonso kam nach Senna wieder ein Fahrer, der Schumacher fahrerisch das Wasser reichen konnte. Ist ja nicht niedergeschrieben. Man ist nach wie vor ein ausserordentlich guter Fahrer, wenn man nicht so gut wie Schumacher & Co. ist.

Im Übrigen sehe ich z.B. einen Button auch ein Level tiefer als ein Hamilton. Ändert aber nichts daran, dass Button ein übermässig guter Fahrer ist. Aber an Alonso/Hamilton kommt er dennoch nicht ran. Ähnliches gilt für Häkkinen. Ich sehe ihn als verdienten Weltmeister, wie es Button ist. Ebenso sehe ich Häkkinen als besser als Hill oder Villeneuve an. Aber so gut wie Schumacher? Dazu fehlt für mich die Durchsetzungskraft gegen Coulthard, der Häkkinen doch mehrmals schlagen konnte. Von 1994-2004 war das bei Schumacher doch fast unvorstellbar.
Wie gesagt, kannst du nicht beurteilen. Ist einfach nur deine Sympathie für den einen Fahrer. Weiss man nicht.
Häkkinen hätte im Ferrari wahrscheinlich auch Titel um Titel geholt. Aber auch das ist nur Vermutung.

Von daher... Waren beides Weltklassefahrer.

Benutzeravatar
Plauze
Mehrfacher Champion
Mehrfacher Champion
Beiträge: 12069
Registriert: 15.06.2011, 03:02

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Plauze » 19.10.2019, 00:55

Häkkinen hatte in seiner Karriere genau zwei richtig starke Jahre. 1998 und 2000. Im einen Jahr wurde er relativ knapp gegen Schumacher Weltmeister in einem eigentlich recht deutlich überlegenen McLaren. Im anderen Jahr zog er gegen Schumacher, der zum Saisonende aufdrehte, den kürzeren.

Hatte Schumacher zwischen 1994 und 2004 eigentlich überhaupt ein schwächeres Jahr?
Ich möchte doch anzweifeln, ob Häkkinen, wäre er ab 1996 in einem Ferrari gesessen, überhaupt jemals in Titelreichweite gekommen wäre. Nein, Schumacher hat keine Autos entwickelt, aber dass bei Ferrari titelfähiges Personal nicht nur im Cockpit, sondern auch in der Fabrik und in den Designbüros ansässig wurde, hatte dennoch sehr viel mit ihm und mit seiner Arbeitsweise zu tun. Bei Häkkinen lässt sich ein solcher Effekt nicht feststellen. Dann wiederum war Häkkinen zwar talentiert, aber bis 1995 halt auch nicht gut genug, um von Ferrari, die ausdrücklich nach dem besten Fahrer suchten, verpflichtet zu werden. Wäre Häkkinen damals jemals als gleich gut erachtet worden, hätte Ferrari zumindest überlegt, wen sie engagieren - der beliebteste Fahrer war Schumacher damals immerhin nicht.

Um dann auch noch etwas zum Thema zu schreiben:
Damon Hill hat völlig recht. Hamilton müsste weit und breit als einer der großartigsten Fahrer aller Zeiten angesehen werden. Zuzeiten seiner Karriere war allenfalls Alonso auf Augenhöhe, konnte seinen Status aber nicht mit entsprechenden Erfolgen zementieren. Hamilton hat zusätzlich zu seinem immensen Talent mit dem nötigen Glück, Geschick und Gespür die goldrichtige Entscheidung für Mercedes getroffen und erntet jetzt verdiente Erfolge. Gleichzeitig ist die Dominanz natürlich auch eine Bürde für sein Ansehen, was eigentlich ziemlich ungerecht ist, denn das Potenzial muss ja auch erstmal ausgeschöpft werden. Mit Rosberg hatte er einen sehr unbequemen Teamkollegen, mit Bottas dafür jetzt einen umso pflegeleichteren. Dass er sich mit Alonso, Button und Rosberg gleich gegen drei Weltmeister im eigenen Team behaupten konnte, wird jedenfalls viel zu selten erwähnt.
Über die Ursachen für diese relative Geringschätzung lässt sich nur spekulieren. Irgendwie fremdeln ja sogar die Briten ein wenig mit Hamilton, der sich nicht so leicht in eine Schublade einordnen lässt. Mir ist er ja auch ein Stück weit fremd, aber andererseits imponiert mir seine Haltung, sich selbst um jeden Preis treu bleiben zu wollen. In dieser Hinsicht ist er auch Vettel gar nicht so unähnlich, auch wenn beide ansonsten grundverschieden sind - vermutlich rührt daher der letztlich gefundene gegenseitige Respekt.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

Benutzeravatar
Lichtrot
Rookie
Rookie
Beiträge: 1318
Registriert: 27.04.2015, 22:46

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Lichtrot » 19.10.2019, 02:23

Plauze hat geschrieben:Häkkinen hatte in seiner Karriere genau zwei richtig starke Jahre. 1998 und 2000. Im einen Jahr wurde er relativ knapp gegen Schumacher Weltmeister in einem eigentlich recht deutlich überlegenen McLaren. Im anderen Jahr zog er gegen Schumacher, der zum Saisonende aufdrehte, den kürzeren.

Hatte Schumacher zwischen 1994 und 2004 eigentlich überhaupt ein schwächeres Jahr?
Ich möchte doch anzweifeln, ob Häkkinen, wäre er ab 1996 in einem Ferrari gesessen, überhaupt jemals in Titelreichweite gekommen wäre. Nein, Schumacher hat keine Autos entwickelt, aber dass bei Ferrari titelfähiges Personal nicht nur im Cockpit, sondern auch in der Fabrik und in den Designbüros ansässig wurde, hatte dennoch sehr viel mit ihm und mit seiner Arbeitsweise zu tun. Bei Häkkinen lässt sich ein solcher Effekt nicht feststellen. Dann wiederum war Häkkinen zwar talentiert, aber bis 1995 halt auch nicht gut genug, um von Ferrari, die ausdrücklich nach dem besten Fahrer suchten, verpflichtet zu werden. Wäre Häkkinen damals jemals als gleich gut erachtet worden, hätte Ferrari zumindest überlegt, wen sie engagieren - der beliebteste Fahrer war Schumacher damals immerhin nicht.

Um dann auch noch etwas zum Thema zu schreiben:
Damon Hill hat völlig recht. Hamilton müsste weit und breit als einer der großartigsten Fahrer aller Zeiten angesehen werden. Zuzeiten seiner Karriere war allenfalls Alonso auf Augenhöhe, konnte seinen Status aber nicht mit entsprechenden Erfolgen zementieren. Hamilton hat zusätzlich zu seinem immensen Talent mit dem nötigen Glück, Geschick und Gespür die goldrichtige Entscheidung für Mercedes getroffen und erntet jetzt verdiente Erfolge. Gleichzeitig ist die Dominanz natürlich auch eine Bürde für sein Ansehen, was eigentlich ziemlich ungerecht ist, denn das Potenzial muss ja auch erstmal ausgeschöpft werden. Mit Rosberg hatte er einen sehr unbequemen Teamkollegen, mit Bottas dafür jetzt einen umso pflegeleichteren. Dass er sich mit Alonso, Button und Rosberg gleich gegen drei Weltmeister im eigenen Team behaupten konnte, wird jedenfalls viel zu selten erwähnt.
Über die Ursachen für diese relative Geringschätzung lässt sich nur spekulieren. Irgendwie fremdeln ja sogar die Briten ein wenig mit Hamilton, der sich nicht so leicht in eine Schublade einordnen lässt. Mir ist er ja auch ein Stück weit fremd, aber andererseits imponiert mir seine Haltung, sich selbst um jeden Preis treu bleiben zu wollen. In dieser Hinsicht ist er auch Vettel gar nicht so unähnlich, auch wenn beide ansonsten grundverschieden sind - vermutlich rührt daher der letztlich gefundene gegenseitige Respekt.
Auch bei dir gilt, kannst du so nicht beurteilen und werden wir auch niemals erfahren.
Vllt hätte im gleichen Team SCH klar dominiert, vllt wär es auf Augenhöhe gewesen, vllt hätte aber auch Häkkinen knapp die Nase vorne gehabt - in einer Saison kann vieles passieren. Wer weiss...

Benutzeravatar
Forza_Ferrari_93
Simulatorfahrer
Beiträge: 588
Registriert: 30.11.2016, 11:23
Lieblingsfahrer: M.Schumacher, Vettel, Alonso
Lieblingsteam: Ferrari

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 19.10.2019, 04:09

Lichtrot hat geschrieben:
Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:"weltweit haben viele Leute der Formel 1 den Rücken gekehrt, als Michael alles gewonnen hat"

Was die Leute viel öfters vergrault ist die Technik und Regeln die schwer zu verstehen sind.

Was die Leute wollen ist ein Spektakel und das am besten in Autos die sie verstehen. Für den 0815 Motorsportfan macht es einen großen Unterschied ob da ein Ferrari mit V10 auf der Pole steht oder ein Ferrari mit einem Hybridantrieb der so unspektakulär daher kommt und für denn sich der 0815 Fan nicht mal ansatzweise interessiert, da in seinem Alltag so gut wie keine Berührungspunkte mit dieser Technologie existieren.

Was der Fan will ist eine Höllenmaschine in der Startaufstellung, eine Materialschlacht mit möglichst einfacher Technologie, die er von "Zuhause" kennt und klassischen Reifen, die ewig halten und einen Helden den sie anfeuern können. Dazu noch Boxenstopps mit nachtanken und moderate Eintrittspreise und die Leute kommen wieder in scharen, selbst wenn die WM bereits entschieden ist.
Ich wüsste nicht, warum Nachtanken heute noch einen großen Mehrwert für die F1 hätte.

Aber ansonsten bin ich bei dir. V10-Motoren sind einfach das geilste. :thumbs_up:
Das Wiedereinführen von Nachtanken würde dafür sorgen, dass die Boliden am Start nicht mehr so schwer sind. Das wird schon seit Jahren von den Fahrern kritisiert.
"Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiter an mich geglaubt haben. Mir haben so viele Menschen Briefe und Nachrichten geschickt, das war sehr wichtig für mich"

Sebastian Vettel

Benutzeravatar
Forza_Ferrari_93
Simulatorfahrer
Beiträge: 588
Registriert: 30.11.2016, 11:23
Lieblingsfahrer: M.Schumacher, Vettel, Alonso
Lieblingsteam: Ferrari

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Forza_Ferrari_93 » 19.10.2019, 04:32

Mithrandir hat geschrieben:
Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Was der Fan will ist eine Höllenmaschine in der Startaufstellung. Eine Materialschlacht mit möglichst einfacher Technologie, die er von "Zuhause" kennt, Oldschool-Reifen, die ewig halten und einen Helden den sie anfeuern können. Dazu noch Boxenstopps mit nachtanken und moderate Eintrittspreise und die Leute kommen wieder in scharen.
Wahrscheinlich ist das tatsächlich so, mittlerweile denke ich, dass "der Fan" etwas in der Art möchte. Werde mir mal wieder ein schönes Streitwagenrennen reinziehen - so eine Quadriga ist was für echte Kerle. Und nicht die Hybridtechnologie mit der "der Fan" keine Berührungspunkte im Alltag hat.
Warum musst du gleich in Polemik verfallen? War Mithrandir nicht das genaue Gegenteil von Gandalf den grauen? Vielleicht solltest du dich umbenennen :think:

Spaß beiseite. So blöd es sich anhört, aber der einfache Fan ist kein Ingenieur. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass um so einfacher eine Sportart nach außen wirkt um so höher ist die Chance, eine große Fanbase aufzubauen. Dazu zählt nicht nur der Motor. Auch dieser zwanghafte Versuch Getriebe usw. einzusparen langweilt die Leute. Die sitzen nicht vorm Fernseher und denken sich wie Cool es doch ist, dass Ferrari und co. nur noch eine bestimmte Anzahl an Komponenten einsetzen kann. Solche Reglementierungen langweilt die Masse.

Man könnte noch einen Schritt weitergehen und sich fragen warum die F1 in den 60, 70, 80ern so beliebt war. Bestimmt nicht, weil da jemand mit einem Turbo rum fuhr sondern, weil die Technologie in den meisten Fällen relativ simple war und die Fahrer in jeder Runde ihr Leben auf's Spiel setzten. Diese Art von Nervenkitzel machte den Motorsport für die Masse erst so attraktiv. Da passt der Vergleich zu alten Streitwagenrennen. Auch wenn du es vielleicht gar nicht so gemeint hast.
"Ich möchte mich bei allen bedanken, die weiter an mich geglaubt haben. Mir haben so viele Menschen Briefe und Nachrichten geschickt, das war sehr wichtig für mich"

Sebastian Vettel

Benutzeravatar
mamoe
Weltmeister
Weltmeister
Beiträge: 8684
Registriert: 24.06.2012, 22:06
Lieblingsfahrer: MSC 7 91
Wohnort: Oberfranke ;-)

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von mamoe » 19.10.2019, 07:38

bolfo hat geschrieben:Hä? Der Typ bekommt ein Millionengehalt und hat Millionen von Followern. Mehr Anerkennung geht wohl kaum. Was sollen die Leute denn tun? Ihn als neuen Jesus küren?

Hamilton ist ein Top-Sportler. Aber die Kirche darf man auch im Dort lassen...
Also sollte man bitte leise heulen.
:thumbs_up: da bin ich auch ganz bei dir


er wünscht sich "anerkennung" oder "wertschätzung" nicht in zahlen, sondern in gefühlen
und das muss man sich mit seiner persönlichen art in den herzen der motorsport fans verdienen bzw erarbeiten
das ist alles eine sache der sympathie
klein-, groß- sowie rechtschreibfehler sind beabsichtigt und führen bei logischer
verbindung zu einem code, mit welchem man einen schatz findet!

Michael Schumacher will always be the greatest!
http://www.youtube.com/watch?v=Ka5FCLy14Uw" target="_blank
1994-1995-2000-2001-2002-2003-2004

Benutzeravatar
Mithrandir
F1-Pilot
F1-Pilot
Beiträge: 2876
Registriert: 11.05.2008, 16:24

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Mithrandir » 19.10.2019, 08:01

Forza_Ferrari_93 hat geschrieben:Man könnte noch einen Schritt weitergehen und sich fragen warum die F1 in den 60, 70, 80ern so beliebt war. Bestimmt nicht, weil da jemand mit einem Turbo rum fuhr sondern, weil die Technologie in den meisten Fällen relativ simple war und die Fahrer in jeder Runde ihr Leben auf's Spiel setzten. Diese Art von Nervenkitzel machte den Motorsport für die Masse erst so attraktiv. Da passt der Vergleich zu alten Streitwagenrennen. Auch wenn du es vielleicht gar nicht so gemeint hast.
Doch, so in der Richtung war es gemeint. Ich bin allerdings ziemlich froh, dass die Wahrscheinlichkeit mittlerweile extrem hoch ist, dass die Anzahl der Fahrer während eines Rennwochenendes nicht dezimiert wird. Solcher Art Nervenkitzel ist nichts für mich, deswegen stehe ich auch nicht auf diese Rallye Geschichten.
Ich glaube, dass die Vergangenheit etwas verklärt gesehen wird und der große Hype hier mit Schumacher kam weil die Leute sich tatsächlich mehr mit einem Fahrer identifizieren - lief die Formel1 vorher überhaupt regelmäßig im TV? In Mexiko ist die Begeisterung riesig auch dank Perez. Mich würde interessieren wie es in Großbritannien aktuell ist. Eine Identifikation mit Mercedes als deutscher Marke findet hier nicht statt (dass es dafür diverse Gründe gibt ist mir bewusst!).
Wenn man die Technologie vernünftig verkauft hätte würde es kaum jemanden interessieren, in den acht Gründen warum die Formel1 mit dem falschen Motor fährt von AMS ist ein Punkt, dass die Motoren zu stark sind. Mir wäre nicht in den Sinn gekommen dass als negativ einzuordnen. Ein Reiz der Formel1 sind die schnellsten Rundenzeiten. Ich sehe es gern wenn diese nicht mit überholter Technik gefahren werden und turboaufgeladene (Hybrid-)motoren sind mittlerweile Standard im Automobilbau, vermutlich wird der Verbrennungsmotor auf Dauer komplett verschwinden.
Wenn es um einen Fahrerwettkampf mit ähnlichem Material und günstiger Technik geht müssten die Fans Formel2 schauen. Dort wurde zwar auch vom Sauger auf Zwangbeatmung umgestellt aber es ist genau das was sich alle wünschen. Privatteams, junge Fahrer, schnelle Autos und trotzdem führt sie ein Nischendasein für Motorsportenthusiasten. In den Focus der Öffentlichkeit kommt sie hierzulande eigentlich nur wegen eines Fahrers mit dem großen Namen Schumacher. Ich denke "die Fans" (also ein größerer Teil der Zuschauer) ist sehr leicht durch die Medien zu beeinflussen und interessiert sich eher für Namen als Wettbewerb, was nicht wertend gemeint und legitim ist. Trotzdem bin ich froh, dass diese Leute nicht über die Technik entscheiden.
Damit meine ich übrigens ganz sicher niemand speziellen hier im Forum, wenn jemand sich mit der Materie eingehend beschäftigt und sich mit der Hybridtechnologie nicht anfreunden kann ist das absolut berechtigt.
Folgt mir, ich komm nach...

Benutzeravatar
Garten
Nachwuchspilot
Beiträge: 283
Registriert: 22.03.2017, 18:53

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von Garten » 19.10.2019, 09:53

bolfo hat geschrieben:Hä? Der Typ bekommt ein Millionengehalt und hat Millionen von Followern. Mehr Anerkennung geht wohl kaum. Was sollen die Leute denn tun? Ihn als neuen Jesus küren?
Vielleicht solltest du etwas mehr mitdenken und dich entsprechend informieren. Damon Hill ist nun mal Engländer und lebt in UK und in UK bekommt Lewis Hamilton in der Tat nicht die Wertschätzung die er verdient hat. Er ist der erfolgreichste britische Rennfahrer aller Zeiten und wurde dennoch bis heute nicht von der Queen zum Sir ernannt (er hat nach wie vor lediglich den MBE Status). Wenn Sportler wie Andy Murray schon zum Sir ernannt wurden und etliche Motorsportgrößen wie Henry Segrave, Malcolm Campbell, Jack Brabham, Frank Williams, Stirling Moss, Jackie Stewart und Patrick Head, dann ist es schon abstrus, dass der erfolgreichste britische Rennfahrer immer noch nicht den Verdienstorden bekommen hat. Er hat da in der Tat mehr Wertschätzung verdient.

Benutzeravatar
meanmc
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 6087
Registriert: 01.01.2013, 14:29

Re: Hill: Lewis Hamilton erfährt nicht genug Anerkennung

Beitrag von meanmc » 19.10.2019, 09:53

Ich versteh nicht ganz, auf was D. Hill hier hinauswill?!

Natürlich konnte sich ein M. Schumacher einen Stellenwert erfahren, wie kaum ein Zweiter. Weil bei ihm neben einem - so denke ich - aussergewöhnlichem Talent auch noch die meisten anderen wichtigen Punkte zusammenkamen (schwache Gegner; beste Autos; Nummer 1 Status; volle, und alleinige Unterstützung des Teams; Teamkollegen, die sich voll unterordnen mussten etc.).

Das ermöglichte ja erst, dass M. Schumacher dieses "Monster" wurde.

Und natürlich hatte kein anderer Fahrer der F1 Geschichte solche Möglichkeiten...

Aber Hamilton erfährt doch jene Anerkennung, die seinem Stellenwert entspricht. Er gilt seit Jahren, für mich seit 2007, als der beste Fahrer im Feld. -> wobei er aus meiner Sicht bis zur WM 2012 sicherlich auch einige Schwächen aufzeigte, die einem Top 5 "All-Time-Fahrer" nicht hätten passieren dürfen, weshalb er da für mich auch nicht reingehört!

Da er ungleich schwerere Gegner als M. Schumacher hatte, sticht seine Leistung natürlich nicht unbedingt so heraus, wie das noch beim Deutschen war.

Aber da sollte man sich eher die Frage stellen, ob man die Leistungen M. Schumachers nicht masslos übertreibt, im Blick auf die Formel 1 Geschichte, als dass man hier Hamilton "noch weiter in den Himmel heben müsste".

Aus meiner Sicht hat Hamilton M. Schumacher längst überholt. Vielleicht/Sicherlich knapp, aber seine Leistungen sind höher zu bewerten als jene des Deutschen. Dass diese Einsicht manchen Fans schwieriger fällt, liegt alleine daran, dass man die Schumacher-Zeit nicht richtig analysiert.

Was man aber sagen kann - vielleicht meinte das D. Hill:

Während bei Schumacher das überdominante Auto als "Leistung Schumachers" verkauft wurde, wird Hamilton nur als "glückliches Kind" dargestellt, in selber Situation.

Beide Fahrer profitierten, und das ermöglichte auch erst jene Rekorde, von den Umständen - weshalb man auch fehlgeleitet wird (in der Beurteilung), zieht man diese Rekorde mit in die Beurteilung der Fahrer ein.

Wie ein User bereits richtig schrieb - manchem ist gar nicht bewusst, dass, zumindest in sehr vielen Jahren, das Auto (!) letztendlich den Weltmeister macht. Und das war auch bei einem M. Schumacher und Hamilton nicht anders..

Will D. Hill auf das hinaus, hat er natürlich recht.
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
Dave Mustaine : "If there's a new way, I'll be the first in line (But it better work this time)"

Antworten