Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

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Aldo
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von Aldo » 17.10.2019, 16:46

Liannon665 hat geschrieben:Dürfte klar sein, welches Team in dieser Angelegenheit wohl am lautesten schreit - der Konzern im Hintergrund wird die Dinge schon mit...Argumenten bei der FIA klären :wink:
Mercedes und Red Bull/Honda dürften da ganz laut brüllen. Mercedes war ja trotz der letzten Siege komplett ratlos woher Ferrari diesen Vorteil nimmt. Renault und Honda wollen ab 2021 eingefrorene Motoren - können diese aber aktuell nicht fordern weil Ferraris Vorteil viel zu groß ist.

Ich hoffe dass Ferraris weg Legal ist und Mercedes & Co weiterhin im Dunkeln stochern. Sollte Mercedes den Motorentrick finden, können wir zu Titel 7 gratulieren. Das ist derzeit nämlich die einzige Möglichkeit diesen Run der Silbernen zu stoppen - wenn Ferrari ein halbwegs gutes Auto gelingt, brauchen sie mit diesem Topspeed nicht mal das beste Auto - in Suzuka war man teilweise 8 Zehntel langsamer pro Runde als Mercedes - Hamilton kam trotzdem nicht vorbei. Und genau das dürfte Mercedes derzeit in den Wahnsinn treiben. Angeblich sucht die Konkurrenz schon seit Februar verzweifelt nachdem Vorteil, während Ferrari immer besser wird. Es muss wirklich was geniales sein, was man da in Maranello geschaffen hat.
Zuletzt geändert von Aldo am 17.10.2019, 16:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von rot » 17.10.2019, 16:47

turbocharged hat geschrieben: Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, hat Ferrari eh nichts zu befürchten.
Die Leistung, die derzeit noch gefunden wird, basiert zu 99% aus "Grauzone" und "Schlupflöcher".

Im Grunde genommen das, woraus der ganze Mercedes besteht...
Mir gehts es aber darum; Mercedes dominiert seit Jahren nach belieben. Niemand intetessiert sich dafür, was die da eigentlich unterm Karbonkleid zusammen schustern. Ja, ein Tätschchen für die regelwidrigen Felgen. Und sonst nix. Die sind so schnell, weil... weil... weil..., ja weil die halt einfach so schnell sind.
Dann kommt Ferrari, wurstelt was an der PU, und kann Mercedes ein bissel ärgern. Und alle schreien.
Wobei, das "Grotesk" kommt zu 99% von Marko, der es nicht einsehen will, dass Redbull die beiden da vorne nicht wirklich ärgern kann. Dann wird halt der Polithammer geschwungen. Ja, Redbull. Die, welche ja nie am Rande der Legalität operierten. Ich mein, was können die dafür, wenn sich der Frontflügel verbiegt....

Diese Anschwärzerei nervt einfach nur noch. Die FIA ist das Regel- und das Kontrollorgan. Und wenn, dann müsste man mal den Mercedes auf den Kopf stellen und schütteln. Da ist mit Sicherheit auch nicht alles so, wie es denn sein müsste... Aber eben, wer am lautesten schreit....

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von revan » 17.10.2019, 16:50

Wenn angeblich der Ferrari Motor so überlegen ist, warum sind dann die Kundenteams Haas und Alfa Romeo so langsam:
Warum sollte Ferrari seine Kundenteams bremsen bzw. deren Motor? Macht ja nicht gerade eine Top Figur wenn Alfa Romeo, eine Ferrari Tochterfirma, so wie in Russland mit Williams um den letzten Platz kämpft...

Meiner Ansicht nach ist Ferrari nicht so schnell auf der Geraden, WEIL der Motor so stark ist, sondern aufgrund ihres NO-DRAG Konzepts. Ansonsten hätte wohl Renault den viel stärkeren Motor als Mercedes, wenns nach den Top Speed Daten gehen würde...


Top Speed Silverstone
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Top Speed Austria:
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von Sportsmann » 17.10.2019, 16:54

rot hat geschrieben:
turbocharged hat geschrieben: Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, hat Ferrari eh nichts zu befürchten.
Die Leistung, die derzeit noch gefunden wird, basiert zu 99% aus "Grauzone" und "Schlupflöcher".

Im Grunde genommen das, woraus der ganze Mercedes besteht...
Mir gehts es aber darum; Mercedes dominiert seit Jahren nach belieben. Niemand intetessiert sich dafür, was die da eigentlich unterm Karbonkleid zusammen schustern. Ja, ein Tätschchen für die regelwidrigen Felgen. Und sonst nix. Die sind so schnell, weil... weil... weil..., ja weil die halt einfach so schnell sind.
Dann kommt Ferrari, wurstelt was an der PU, und kann Mercedes ein bissel ärgern. Und alle schreien.
Wobei, das "Grotesk" kommt zu 99% von Marko, der es nicht einsehen will, dass Redbull die beiden da vorne nicht wirklich ärgern kann. Dann wird halt der Polithammer geschwungen. Ja, Redbull. Die, welche ja nie am Rande der Legalität operierten. Ich mein, was können die dafür, wenn sich der Frontflügel verbiegt....

Diese Anschwärzerei nervt einfach nur noch. Die FIA ist das Regel- und das Kontrollorgan. Und wenn, dann müsste man mal den Mercedes auf den Kopf stellen und schütteln. Da ist mit Sicherheit auch nicht alles so, wie es denn sein müsste... Aber eben, wer am lautesten schreit....
Mercedes und die Felgen sind längst nicht alles. Ich habe leider schon einiges vergessen, aber neben dem FRIC System gab es noch ein paar andere Dinge.

Mich stört diese Anschwärzerei auch kein bischen, ich bin weit genug weg von den Konflikten und ich lasse mich durch Artikel wie hier bewusst möglichst wenig emotionalisieren. Die F1 war immer schon ein Haifischbecken, alle beteiligten wissen dass man in der F1 keine Freunde findet. Aber das muss man auch nicht.

Letztendlich halte ich es für möglich dass der Motorboost auch eine Kombination von Motor und Luftwiderstand ist, aber ich wäre schön blöd, wenn ich eine Grauzonenlösung ausschließe. Genauso halte ich etwas nicht mehr graues für möglich, was klug erklärt noch legal aussieht. Es geht in der F1 ans Limit, das endet auf der Rennstrecke, aber beginnt in der Fabrik.
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von rot » 17.10.2019, 16:59

revan hat geschrieben:Wenn angeblich der Ferrari Motor so überlegen ist, warum sind dann die Kundenteams Haas und Alfa Romeo so langsam:
Haas fährt wohl eine Schrankwand gassi. Wenn man aber deren Budget ansieht, kaum verwunderlich. Alfa Romeo ist ziemlich schnell. Wirklich effizient ist das Auto womoglich auch nicht. Treibstoff spielt auch eine Rolle.
Danach kommt die Peripherie ins Spiel. Da könnte man dem Verbrenner tasächlich etwas Öl verfüttern und damit die Kopfgrenze anheben.

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von draine » 17.10.2019, 17:01

Typ17 GTI hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:sein Kühlersystem
Redaktion hat geschrieben: das Kühlersystem
Es heißt Kühlsystem.
Es würde sogar reichen Wasser ins Ladeluftsystem zu spritzen um eine Leistungssteigerung zu erzielen. Im Qualifying sicherlich kein Problem, da man für eine Runde nicht soviel benötigt. Aber für das Rennen müßte man dann schon eine größere Menge an Bord nehmen, was einerseits zusätzliches Gewicht bedeutet und auch ein größerer Behälter dafür würde auffallen.
Eben, die Motoren drehen über 12.000 RPM, also schlappe 200 mal die Sekunde. Wie viel Wasser oder Öl soll man da denn mitnehmen um eine ausreichend große Menge einspritzen zu können? Selbst von einem halben Tropfen Öl pro Umdrehung hat der Motor ja nicht plötzlich 50 PS mehr. Jetzt nimm mal einen halben Tropfen auf 200 Umdrehungen die Sekunde und du verbläst wahrscheinlich 30 Liter Öl pro Rennen.

Es ist wirklich schwierig abzuschätzen woher die Leistung kommt aber ich denke der Geschwindigkeitsvorteil liegt auch daran, das der Ferrari eher wenig Luftwiderstand bietet. Das ist ja genau der Grund, warum man bisher in den Kurven eher schlecht war. Man sieht bei Haas und Sauber, das die mit dem selben Motor nicht derart schnell sind.

Ganz ehrlich glaube ich das die Motoren alle so im Bereich +/-10 PS liegen, Unterschiede gibt es da wohl nur noch in der Leistungskurve aber nicht in der Leistungsspitze. Die Verbrenner sind mit heutiger Technik weitgehend ausgereizt und die Elektronik ist per Reglement begrenzt (Menge der rückgewonnenen Energie pro Runde, Menge der einsetzbaren Energie pro Runde, max. Leistung des E-Motors).

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von rot » 17.10.2019, 17:09

Sportsmann hat geschrieben:Mich stört diese Anschwärzerei auch kein bischen, ich bin weit genug weg von den Konflikten und ich lasse mich durch Artikel wie hier bewusst möglichst wenig emotionalisieren. Die F1 war immer schon ein Haifischbecken, alle beteiligten wissen dass man in der F1 keine Freunde findet.
Tja, hast ja recht...

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von revan » 17.10.2019, 17:09

rot hat geschrieben:
revan hat geschrieben:Wenn angeblich der Ferrari Motor so überlegen ist, warum sind dann die Kundenteams Haas und Alfa Romeo so langsam:
Haas fährt wohl eine Schrankwand gassi. Wenn man aber deren Budget ansieht, kaum verwunderlich. Alfa Romeo ist ziemlich schnell. Wirklich effizient ist das Auto womoglich auch nicht. Treibstoff spielt auch eine Rolle.
Danach kommt die Peripherie ins Spiel. Da könnte man dem Verbrenner tasächlich etwas Öl verfüttern und damit die Kopfgrenze anheben.

Glaub ich nicht...Meiner Ansicht nach ist Ferrari nicht so schnell auf der Geraden, WEIL der Motor so stark ist, sondern aufgrund ihres NO-DRAG Konzepts. Ansonsten hätte wohl Renault den viel stärkeren Motor als Mercedes, wenns nach den Top Speed Daten gehen würde...

Ich vermute viel mehr, dass die Motoren nicht noch so entscheidend sind, wie es einmal war. Das ist noch ganz anders als 2014 und 2015 wo Mercedes, Williams und Force India noch dank Mercedes Power deutliche Vorteile gehabt haben...

Aktuell sind das Chassis un der Rest viel entscheidender.

Zeigt ja auch die WM Wertung.

Unter den ersten vier Teams 2019:
1. Mercedes, 2. Ferrari, 3. Honda (Red Bull) und 4. Renault (McLaren) und erst irgendwann wieder Mercedes und Ferrari...

2018:
1. Mercedes, 2. Ferrari, 3. Renault (Red Bull), 4. Renault,....und erst irgendwann wie der Mercedes und Ferrari...

Selbst Honda ist mittlerweile sicher nicht mehr allzu weit weg.

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von rot » 17.10.2019, 17:15

draine hat geschrieben: Eben, die Motoren drehen über 12.000 RPM, also schlappe 200 mal die Sekunde. Wie viel Wasser oder Öl soll man da denn mitnehmen um eine ausreichend große Menge einspritzen zu können? Selbst von einem halben Tropfen Öl pro Umdrehung hat der Motor ja nicht plötzlich 50 PS mehr. Jetzt nimm mal einen halben Tropfen auf 200 Umdrehungen die Sekunde und du verbläst wahrscheinlich 30 Liter Öl pro Rennen.
Der Powermodi ist ja nicht permanent abrufbar. Mit dem Öl willst aber nicht unbedingt nur mehr Brennstoff zuführen. Da kommt kaum mehr Leistung raus bei. Wenn aber quasi die Oktanzahl erhöhen kannst, dann kannst schärfere Mappings fahren ohne Mehrverbrauch mit besserer Leistungsausbeute.

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von rot » 17.10.2019, 17:19

revan hat geschrieben:
rot hat geschrieben:
revan hat geschrieben:Wenn angeblich der Ferrari Motor so überlegen ist, warum sind dann die Kundenteams Haas und Alfa Romeo so langsam:
Haas fährt wohl eine Schrankwand gassi. Wenn man aber deren Budget ansieht, kaum verwunderlich. Alfa Romeo ist ziemlich schnell. Wirklich effizient ist das Auto womoglich auch nicht. Treibstoff spielt auch eine Rolle.
Danach kommt die Peripherie ins Spiel. Da könnte man dem Verbrenner tasächlich etwas Öl verfüttern und damit die Kopfgrenze anheben.

Glaub ich nicht...Meiner Ansicht nach ist Ferrari nicht so schnell auf der Geraden, WEIL der Motor so stark ist, sondern aufgrund ihres NO-DRAG Konzepts.
Dein Wort in Gottes Ohr.

Wenn aber ein Mercedes im direkten Windschatten mit geöffnetem DRS einem Ferrari nicht nachkommt, dann muss die Aero von Ferrari echt magisch sein. :wink:

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von NR6-KeepFightingMSC » 17.10.2019, 17:27

Ich hoffe inständig dass die FIA kein Wort zum Ferrari Motor verliert, solange dieser legal ist, alles andere wäre Wettbewerbsverzerrung.

Die Teams sollen gefälligst selbst hart arbeiten um dahinter zu kommen, wie Ferrari arbeitet oder auf ihre eigene ArtArt näher kommen. Aber die FIA vorschicken ist das Letzte.

Und wenn sie glauben, dass der Ferrari illegal ist sollen sie halt Protest einlegen.
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von h00bi » 17.10.2019, 17:30

So doof das jetzt im ersten Moment klingen mag, könnte man diese Ölverbrennerei nicht einfach mit einer vorgeschriebenen Abgassonde ermitteln?
plastikschaufel hat geschrieben:Aber Toto hat gesagt, dass [absurden Schwachsinn hier einfügen] :lol:

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von Pentar » 17.10.2019, 17:31

NR6-KeepFightingMSC hat geschrieben:...Und wenn sie glauben, dass der Ferrari illegal ist sollen sie halt Protest einlegen.
:thumbs_up:
Das ist der entscheidende Satz.
Protest einlegen - oder Füße stillhalten.
Alles andere ist bei so einem Thema fehl am Platze.
Meine Meinung...

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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von Aldo » 17.10.2019, 17:38

revan hat geschrieben:Meiner Ansicht nach ist Ferrari nicht so schnell auf der Geraden, WEIL der Motor so stark ist, sondern aufgrund ihres NO-DRAG Konzepts. Ansonsten hätte wohl Renault den viel stärkeren Motor als Mercedes, wenns nach den Top Speed Daten gehen würde...
Es wird halt einfach nicht ganz verstanden.

Es geht hier nicht um den Ferrari Motor generell, sondern über Ferraris Power Modus, welchen man insbesondere seit Spec 3 länger und häufiger verwenden kann. Ferraris Motor allein ist zwar schon sehr stark und PS mäßig die Messlatte aber bei weitem nicht so überlegen wie der Power Modus. Deine Aussage ist schlicht und ergreifend falsch, denn nur über den Drag könnte Ferrari niemals solche Geschwindigkeiten mobilisieren. Zumal es auch keinen Sinn macht, denn Ferrari fährt seit Singapur mit deutlich mehr Flügel und ist trotzdem nicht langsamer.

Ferraris Low-Downforce Weg am Chassis ist ein Grund für den Topspeed, aber nicht derjenige, der den Ausschlag gibt. Es ist eher ein Effekt der den Vorteil auf den Geraden noch begünstigt. Mit einem solchen Konzept fährst du aber niemals alleine in Singapur oder Suzuka auf Pole und nimmst den Gegnern bis zu 8 Zehntel auf den Geraden ab.

Hier ist das Ganze mal schön erklärt.

https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... 019-trick/
Die Gegner sind sich einig: Es ist hauptsächlich der Motor. Im Luftwiderstand unterscheiden sich die Autos nur marginal, vor allem in Monza, wo alle mit den kleinstmöglichen Flügel bestückt sind.
Man muss bei Ferraris Motorleistung differenzieren. Da ist einmal jener geheimnisvolle Power-Schub, den die Piloten nur in ganz bestimmten Phasen abrufen konnten. Man hat ihn bis jetzt nur in den Qualifikationsrunden, der Startrunde und direkt nach Re-Starts beobachtet. Daraus lässt sich schließen, dass Ferrari vorher eine langsame Runde braucht, um diese Extra-Leistung abzurufen. Der Modus kann jedoch nicht beliebig zum Angriff oder zur Verteidigung aktiviert werden. Sonst hätte Sebastian Vettel in Spa locker den Angriff von Hamilton auf der Kemmel-Gerade gekontert.
In Monza sah man eine neue Qualität. Ferrari besitzt jetzt ganz offensichtlich auch einen Angriffsmodus, den Leclerc zur Verteidigung seiner Position eingesetzt hat. Er ist allerdings nicht von der Qualität wie die Leistungsspritze im Q3. Aber wirkungsvoll genug, um in Führung zu bleiben.
Ferraris Kunden kommen übrigens nicht in den Genuss des mysteriösen PS-Schubs. Alfa Romeo und Haas sollten auch den Spec 3-Motor nicht bekommen, wenn der Zufall nicht dazwischen gekommen wäre. Eigentlich ist das nicht im Sinne des Reglements. Aber Ferrari hat einen trickreichen Weg gefunden, die letzte Entwicklungsstufe exklusiv zu fahren.

——

Die Topspeedwerte sagen da wenig aus, denn Ferrari gewinnt die Zeit vor allem in der Beschleunigungsphase. Man kann ja den selben Topspeed wie Mercedes haben, aber wenn man den bereits 1 Sekunde vor der Konkurrenz erreicht ist das schon ein gewaltiger Vorteil.

Bezüglich der Kunden: Das ist eben die Krux. Ich vermute einfach, dass Ferrari seinen Kunden naheliegt diese Sache nicht zu beanstanden. Warum sollten sie auch? Wenn es nur über die Software geht und nur die Ferrari Ingenieure diesen Modus aktivieren dürfen, haben die Kunden kein Anrecht drauf. Das macht Mercedes übrigens nicht anders. Racing Point musste da in dieser Saison bei einem Rennen auch erst Mercedes bitten, den schärfsten Motorenmodus zu aktivieren.

Ferrari wird ein Weg gefunden haben wie sie den Kunden gleiches Material liefern, gleichzeitig aber diesen Motorenvorteil nicht anwenden zu müssen. Vermutlich auch auf die Gefahr hin, dass jemand plaudert oder zu Konkurrenzteams überläuft, was bei Haas und Alfa sicher mehr Risiko birgt als bei Ferrari.
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Re: Ferrari-Antrieb: Konkurrenz bittet FIA um Stellungnahme

Beitrag von Formel Heinz » 17.10.2019, 17:45

revan hat geschrieben:Wenn angeblich der Ferrari Motor so überlegen ist, warum sind dann die Kundenteams Haas und Alfa Romeo so langsam:
Warum sollte Ferrari seine Kundenteams bremsen bzw. deren Motor? Macht ja nicht gerade eine Top Figur wenn Alfa Romeo, eine Ferrari Tochterfirma, so wie in Russland mit Williams um den letzten Platz kämpft...
Es wird zwar der gleiche Motor geliefert, aber Ferrari selber hat sicher Motor-Mappings die viel besser an die PU angepasst sind als die der Kundenteams - und eben auch den Partymodus einschalten können, offenbar. Aber:
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Das Auto bzw die Aerodynamikeinstellungen spielen natürlich auch eine Rolle, da gibt es manche die opfern lieber Downforce zugunsten des Top-Speeds. Wobei der Ferrari ja offenbar auch mit wenig Drag genug Abtrieb in den Kurven entwickelt.
e=3=π

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