Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

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revan
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von revan » 15.10.2019, 17:11

Ich fasse aus meiner Sicht und langjähriger F1 Fan mal meine Ansichten zusammen:

Die Formel 1 ist viel zu teurer und damit kompliziert geworden - Fehler und Mängel kann man anscheinend nicht mal mehr korrigieren, sogar wenn die Probleme schon am Beginn der Saison offensichtlich sind.

In den 2000er Jahren war es hingegen oft noch so, dass sich die Kräfteverhältnisse in einer Saison stark verschoben haben.
Aktuell sind sie jedoch sogar über Jahre hinweg einbetoniert. Anscheinend sind die Rückstände (egal ob Chassis oder Motor) so gewaltig und so kompliziert aufzuholen, dass man diese nicht mal mit enormen Ressourcen und Geld aufholen kann. Ganz sicher nicht innerhalb einer Saison, und offenbar nicht mal über mehrere Saisonen hinweg.

Wenn selbst Renault als Werksteam und Red Bull mit Honda bzw. Renault jahrelang nicht Mercedes auch nur nahe kommen, und Ferrari die Saison nach nur 5 Rennen abschreiben kann...dann passt etwas offensichtlich nicht.


Aktuell sind die Autos so komplex, dass wenn ein Team eine geniale Gesamtlösung hat, man extrem überlegen ist - und es anderen Teams nicht möglich ist, diese Lücke selbst mit gewaltigem Aufwand zu schließen. Ferrari buttert seit Jahren Millionen in die Entwicklung und kommt kaum ran, Red Bull ca. ebensoviel und ist noch weiter weg als Ferrari und das seit Jahren. Und das Werksteam von Renault fällt augenscheinlich Jahr für Jahr weiter hinter die Top Drei zurück, anstatt näher zu kommen.

Dass erfolgreiche Teams zudem überproportional viel Geld von der F1 Leitung selbst erhalten, und sich damit noch mehr absetzen können, (und sich seit neuestem Kundemteams halten) macht die Sache ja nur noch schlimmer.

Mercedes und Ferrari haben Schätzungsweise Budgets von 400 Millionen Euro, Red Bull liegt bei 350 Millionen.

Renault als Werksteam hat ein Budget 200 Millionen. Das ist gerade mal die Hälfte von Mercedes.
Sauber, Williams und co ca, 100 bis 150. Das kann auf die Dauer einfach nicht gut gehen. Da ist alles aus dem Ruder gelaufen.

Keiner will Einheitsautos - aber man muss Motor und Chassis einfach deutlich weniger komplex bauen lassen; und/oder Kostenobergrenze Einführen.
Wenn alle Teams nur 150 bis 200 mio ausgeben dürfen, wird ja noch lange nicht das Team entwertet - die beste Idee wird sich immer noch durchsetzen und den entscheidenden Unterschied machen...

Dazu kommt noch das Problem, dass ein Auto im Qualifying auch im Rennen gleich schnell ist. Sprich die schnellen Autos starten das Rennen vorne, und die langsamen hinten. In Folge zieht sich das Feld in der Regel im Rennen einfach nur auseinander...Überholmanöver sind somit die Ausnahme.
Das war in Zeiten von Tankstops nicht der Fall - da konnte man mit verschiedenen Taktiken noch etwas probieren.

Dazu kommen noch die dummen Pirelli Holz Reifen.
Die Reifen haben auf den Rennverlauf praktisch keinen Einfluss (die Performance über das gesamte Wochenende haben sie schon ab und an beeinflusst - aber innerhalb eines Rennen gibt es keine Varianten);
In praktisch allen Rennen ist fahren die Team die gleichen Strategien.

Ferner ist die Haltbarkeit derartig hoch, dass es auch in dieser Hinsicht keine Überraschungen gibt - auch das war vor 20 Jahren anders. Hat nun Leclerc wie in Bahrain ein Problem ist das schon eine Sensation.
Zuletzt geändert von revan am 15.10.2019, 17:13, insgesamt 1-mal geändert.

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faybn
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von faybn » 15.10.2019, 17:45

Amen.

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Alonso und Kimi Fan
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Alonso und Kimi Fan » 15.10.2019, 17:50

Wieso denkt liberty media die ganze zeit dass wenn ferrari die f1 verlässt oder mercedes, dass aufeinmal viel weniger leute die f1 anschauen. Dass will ich noch sehen wenn das gesammte feld enger zsm kommt, der fahrer weitaus mehr wieder ausmacht (vorallem im regen dann) und fans dann immer noch nicht die f1 anschauen aus protest weil ihr lieblings top team "anscheinend die f1 verlassen hat" (was übrigens extrem unrealistisch ist da die f1 schon nur für deren straßen autos und sportautos übelst gute werbung ist aber okay)
Die fia braucht nen diktator wieder der die show verbessern will und das macht was er will. Jemand da oben braucht eier, jemand der zu den topteams sagt, "dann verpisst euch wenns euch net passt, wir sind die f1 wir brauchen niemanden, ihr seit nur ein Name"
Mal im ernst, schaut jemand diese ferrari gt an? Nein? okay. Schaut jemand dtm? Nein okay. Gegenüber f1 sind die zuschauerzahlen extrem gering, und ratet mal. ES LIEGT NICHT AN MERCEDES ODER FERRARI.
90% der f1 fans sind FAHRER fans. Schaut euch das internet an, schaut euch dieses forum an. fast alle helfen zu einem fahrer und nur die minderheit hilft zu nem team. Ich verstehe nicht was die fia zu befürchten hat? Ich würde es verstehen wenn wir alle team fans wären sind wir aber nicht. :facepalm:

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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Jerom∃ » 15.10.2019, 18:18

Das Teams an den Regeln mitwerkeln dürfen, löst bei mir nur Kopfschütteln aus.
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Number2
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Number2 » 15.10.2019, 18:41

Alonso und Kimi Fan hat geschrieben:Mal im ernst, schaut jemand diese ferrari gt an? Nein? okay. Schaut jemand dtm? Nein okay. Gegenüber f1 sind die zuschauerzahlen extrem gering, und ratet mal. ES LIEGT NICHT AN MERCEDES ODER FERRARI.
90% der f1 fans sind FAHRER fans. Schaut euch das internet an, schaut euch dieses forum an. fast alle helfen zu einem fahrer und nur die minderheit hilft zu nem team. Ich verstehe nicht was die fia zu befürchten hat? Ich würde es verstehen wenn wir alle team fans wären sind wir aber nicht. :facepalm:
Deine Einschätzung teile ich. Ebenso denke ich, dass den meisten Teams ein eigener Spirit fehlt, mit dem man sich identifizieren könnte. Mittlerweile sind doch die meisten Teams voneinander nicht unterscheidbar, abgesehen von der Farbe des Wagens. Racing Point, Williams, Haas, Mercedes, McLaren, Renault... für mich alles irgendwie dieselbe Grütze.
Wenn also eins oder alle drei Top Teams wirklich die F1 verlassen sollten, wäre hier noch viel ungenutztes Potential für die restlichen Teams, um die Attraktivität der Formel 1 aufrechtzuerhalten. Red Bull hat das in den Jahren ihres Einstiegs sehr gut vorgemacht mit den Sturmtruppen als Boxencrew oder DC im Supermancape auf dem Podium. Später wurde man dann auch etwas "professioneller", aber das Image eines bunten Haufens und ein gewisses Rebellenimage schwingt immer noch mit.

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Aldo
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Aldo » 15.10.2019, 18:42

Ich kann vielen Beiträgen hier eigentlich nur zustimmen.

Die Angst die bei Liberty Media umgeht, dass die drei Topteams die F1 verlassen könnten finde ich vollkommen unbegründet. Zum einen gibt es Defacto noch kein einzigen gültigen Vertrag für 2021 - insofern fährt Stand jetzt sowieso kein Team 2021 mit. Und auf der anderen Seite kann mir jeder Fan erzählen was er will - Ferrari wird sich niemals aus der F1 zurückziehen. Die F1 braucht Ferrari, genauso braucht Ferrari aber die F1 als Werbeplattform. Wo ist Ferrari denn ähnlich historisch und erfolgreich im Motorsport vertreten? Außerdem, das schreibt auch AMuS: Ferraris Veto-Recht ist höchst strittig. Wenn es wirklich drauf ankommt kommen die damit gerichtlich niemals durch, weil sie erstmal wirkliche Gründe vorlegen müssten dass Ferrari bewusst benachteiligt wird.

Bei Mercedes und Red Bull - Da könnte ich mir einen Ausstieg schon eher vorstellen, wobei ich auch hier denke dass das doch mehr leere Phrasen sind als alles andere. Wie oft wurden denn die Ausstiegsdrohungen in den letzten Jahren eingehalten?

Was wurde für 2021 nicht alles angekündigt. Neue Motoren, komplett futuristische Autos.... Am Ende wird es wiedermal nur ein winzig kleiner Schritt. Nachdem Liberty bereits bei den Motoren, die deutlich günstiger und für die Fans ansprechender gewesen wären und welches Hersteller wie Porsche zurückgeholt hätte, zurückgerudert ist, knickt man nun auch mehr und mehr in allen anderen Bereichen ein. Das ist einfach nur beschämend!

Trotz allem: Dass die Teams die Regeln machen und über Jahre hinweg diskutieren dürfen ist einfach nur peinlich für so eine Sportart. Das gleicht einem Zirkus! Das wäre wie wenn man in der Bundesliga den FC Bayern München, Dortmund & Co die Regeln für die nächste Saison aufstellen und entscheiden lassen würde. In keiner Sportart würden die Wettbewerber auf einen roten Zeiger kommen. Da ist auch das Thema ESport ein gutes Beispiel: In jeder Formel 1 oder Motorsportliga gibt es Leiter, die den Rennkalender, das Regelwerk, den Ablauf eines Wochenendes usw. aufstellen. Jeder Dummkopf kapiert, dass das Ganze nicht funktionieren würde wenn man da 20 Fahrer/Spieler die Regeln ausdiskutieren lässt. Jeder ist nur auf seinen Vorteil aus. Die Leute welche mit Lenkrädern fahren wollen Fahrhilfen die dem Fahren mit Lenkrad entgegen kommen, die Fahrer die nur mit Controller fahren wollen Regeln die dem entgegen kommen. Das ist doch vollkommen logisch und so verhält es sich in der F1 auch. Warum Liberty Media mit Leuten wie Brawn da mit eingezogenen Schwanz vor den großen Teams einknickt ist vollkommen unverständlich.

Und ja, ich stimme zu: Die F1 braucht wie in der Moto GP einen Diktator. Dort wurde alles von den Chefs diktiert und was man da sieht ist Rennsport aller erster Güte. Selbiges lässt sich in der DTM beobachten. Seit Gerhard Berger dort Chef ist und ein Beraterstab hinter sich hat, die alle Entscheidungen treffen geht es mit der DTM mehr und mehr wieder bergauf.

Nur in der F1, da lässt man jahrelang Ferrari, Red Bull und Mercedes miteinander streiten und sich die Regeln diktieren. Eine jahrelang angekündigte Revolution verkommt zu einer Evolution. Anstatt einfach mal auf den Tisch zu hauen und den Teams das neue Regelwerk um die Ohren zu schlagen. Wer nicht will der geht. Wenn Mercedes und Ferrari nicht wollen, sollen sie gehen. Das eröffnet die Tür für ein offeneres Motorenregelwerk, wo Hersteller wie Porsche Schlange stehen.

Aber nein. Wenn Mercedes und Hamilton dann 2025 zum 13 Titel rasen und Teams wie Williams bankrott sind, sagt man dann wieder: "Ja hätten wir doch.."
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Calvin » 15.10.2019, 18:49

Aldo hat geschrieben:I...
Auf den Punkt gebracht.

Und anstatt man sich um die wirkliche Probleme kümmert, bringt man Schnapsideen wie das Qualifying-Rennen oder ähnliches.
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Aldo » 15.10.2019, 19:06

Calvin hat geschrieben:
Aldo hat geschrieben:I...
Auf den Punkt gebracht.

Und anstatt man sich um die wirkliche Probleme kümmert, bringt man Schnapsideen wie das Qualifying-Rennen oder ähnliches.
Genau, das habe ich vergessen:

Diese Schnapsideen den Lauf eines Wochenendes zu verändern, hören wir doch aktuell nur weil den Herren bei LM langsam der A**** auf Grundeis geht, weil sie merken dass die Zeit um ein revolutionäres technisches Regelwerk zu bringen, bereits am auslaufen ist. Da muss nun mit Zwang irgendwas am Rennwochenende geändert werden, damit im Falle eines weiteren Bestehens der Dominanz der Topteams nicht alles zur Eintönigkeit verkommt und man damit irgendein unvorhersehbares Chaos reinbringt, was uns dann mit Spannung verkauft wird.

Gerade so Dinge wie das Rennwochenende oder die Reifen sollten aus meiner Sicht so konstant wie möglich bleiben um zu sehen ob das neue technische Regelwerk auch das verspricht was uns angepriesen wurde. Wenn dann wieder die Reifen komplett anders sind als 2020 und noch fünf anderen Parameter hinzukommen die kein Mensch versteht, weiß doch niemand wie nun das Kräfteverhältnis zur Stande gekommen ist.
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Kugelblitz » 15.10.2019, 19:28

Jonas_95 hat geschrieben:Oh mein Gott...Sollte tatsächlich ein Großteil so bleiben wie er jetzt ist, kehre ich der Formel 1 endgültig den Rücken. Einfach gar keinen Bock mehr auf diese Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Klar wird es immer Teams geben, die konstant besser als andere sind. Aber dass ein Sainz ein Wunder-Rennen nach dem nächsten fährt und trotzdem nur gerade so nicht überrundet wird, ist nicht mehr hinzunehmen.

Als "Sieger der der Formel 1.5" würde ich mir echt verarscht vorkommen. Machst alle richtig, liegst aber trotzdem hinter einem Fahrer der Top-Teams, der nur das nötigste erreicht. Das MUSS sich ändern. Nicht nur für die Spannung, sondern auch für die Wertschätzung der wirklich großen Talente, die im Mittelfeld seit Jahren versauern.
Unterschiede zwischen den Teams gab es aber "früher" auch schon. Und die waren sogar noch krasser als heute! So führte man 1996 extra die "107%-Regel" ein, um zu verhindern, daß zu langsame Autos im Rennen rumkriechen. Das war also damals ein echtes Problem!
Mit Unterbrechung gilt die Regel heute immer noch (wieder). Und? Wann wurde der letzte Fahrer deswegen nicht zum Rennen zugelassen? Ist ne Weile her, nicht?

https://de.wikipedia.org/wiki/107-Prozent-Regel

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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Aldo » 15.10.2019, 19:34

Kugelblitz hat geschrieben:
Jonas_95 hat geschrieben:Oh mein Gott...Sollte tatsächlich ein Großteil so bleiben wie er jetzt ist, kehre ich der Formel 1 endgültig den Rücken. Einfach gar keinen Bock mehr auf diese Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Klar wird es immer Teams geben, die konstant besser als andere sind. Aber dass ein Sainz ein Wunder-Rennen nach dem nächsten fährt und trotzdem nur gerade so nicht überrundet wird, ist nicht mehr hinzunehmen.

Als "Sieger der der Formel 1.5" würde ich mir echt verarscht vorkommen. Machst alle richtig, liegst aber trotzdem hinter einem Fahrer der Top-Teams, der nur das nötigste erreicht. Das MUSS sich ändern. Nicht nur für die Spannung, sondern auch für die Wertschätzung der wirklich großen Talente, die im Mittelfeld seit Jahren versauern.
Unterschiede zwischen den Teams gab es aber "früher" auch schon. Und die waren sogar noch krasser als heute! So führte man 1996 extra die "107%-Regel" ein, um zu verhindern, daß zu langsame Autos im Rennen rumkriechen. Das war also damals ein echtes Problem!
Mit Unterbrechung gilt die Regel heute immer noch (wieder). Und? Wann wurde der letzte Fahrer deswegen nicht zum Rennen zugelassen? Ist ne Weile her, nicht?

https://de.wikipedia.org/wiki/107-Prozent-Regel
Es mag sein, dass es diese Unterschiede früher auch schon gab. Aber früher gab es mit Sicherheit nicht über ein halbes Jahrzehnt die gleiche zementierte Reihenfolge von drei Topteams, welche ein uneinholbaren Vorsprung haben und das komplette technische Regelwerk selbst diktieren und somit den Mittelfeldteams keinerlei Chancen zum aufholen geben. 1999 gab es ein Team wie Jordan, dass mit Ferrari und McLaren sogar zeitweise um die WM fuhr. Selbst in der Ferrari Dominanz gab es Jahre wie 2000 oder 2003 die wirklich spannend waren und in denen viele verschiedene Teams, auch aus dem Mittelfel die Chance um Podien hatten.

Seit Einführung der Hybridära haben drei Teams ein uneinholbaren Vorsprung, den sie wie oben beschrieben mit Ausstiegsdrohungen und Veto-Rechten und Querstellung gegen große technische Änderungen verwalten. Auch wurden damals Teams wie Ferrari (2005) oder zuvor auch Williams und McLaren stets per Regelwerk eingebremst. Das passiert heute nicht - weil man den drei großen Teams nur noch hinterherkriecht. Und weil diese ein Budget haben, mit denen die anderen Teams nicht mithalten können. Ferrari und Mercedes operieren mit 400 Millionen Dollar - McLaren hatte Mitte der 2000er als reichstes Team gerade mal 180 Millionen (!)
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Calvin » 15.10.2019, 20:04

Aldo hat geschrieben:Ferrari und Mercedes operieren mit 400 Millionen Dollar
Sind die 400 Millionen Dollar eigentlich inkl. Mercedes AMG HPP?
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Mithrandir » 15.10.2019, 20:37

Number2 hat geschrieben:Mittlerweile sind doch die meisten Teams voneinander nicht unterscheidbar, abgesehen von der Farbe des Wagens. Racing Point, Williams, Haas, Mercedes, McLaren, Renault... für mich alles irgendwie dieselbe Grütze.
Jo, ätzend. Alle treten mit zwei Autos an welche sich auch noch ziemlich ähnlich sind. Verstehe nicht, warum nicht mal 'ne Drohne oder ein Staubsauger. Wenn Mercedes und Williams nicht zu unterscheiden sind und mit McLaren noch das Privatteam mit eingeworfen wird sollte man die Formel1 tatsächlich abschaffen, falls das die verbreitete Wahrnehmung ist. Schwer nachvollziehbare Meinung von jemandem, der diesen Sport scheinbar verfolgt.

Aldo hat geschrieben:Nachdem Liberty bereits bei den Motoren, die deutlich günstiger und für die Fans ansprechender gewesen wären und welches Hersteller wie Porsche zurückgeholt hätte, zurückgerudert ist, knickt man nun auch mehr und mehr in allen anderen Bereichen ein. Das ist einfach nur beschämend!
(...)Wenn Mercedes und Ferrari nicht wollen, sollen sie gehen. Das eröffnet die Tür für ein offeneres Motorenregelwerk, wo Hersteller wie Porsche Schlange stehen.
Erstens finde ich es lästig wenn sich jemand anmaßt für "die Fans" zu sprechen. Ich will komplexe Motoren und keine veraltete Technik, aus dem Grund schaue ich das Spektakel.
Zweitens ist es reine Spekulation, ob ein Motorenhersteller eingestiegen wäre, dass Hersteller Schlange stehen ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung ohne Substanz. Porsche hat einen Einstieg geprüft, mit dem Dieselskandal hatte der Konzern eine andere Baustelle und das Thema war durch. Unmöglich zu belegendes Wunschdenken.
Nebenbei wäre VW auch irgendwie der Kategorie der verhassten Werkshersteller zuzuordnen gewesen von denen wir aktuell immerhin vier haben die mit dem Konzept gut klarkommen.
Drittens halte ich es für völlig sinnlos den Motorsport mit der technischen Komponente ständig mit irgendwelchen Mannschaftssportarten zu vergleichen welche nicht dem technischen Fortschritt unterworfen sind. Im Fußball bedarf es kaum der Überarbeitung des Regelwerks, in der Formel1 ist die regelmäßige Anpassung zwingend erforderlich. Sollte eigentlich einleuchten. Übrigens gewinnen im Fußball auch die reichen Vereine die Champions League und nicht die kleinen.
Viertens würde mich noch interessieren woran du den Aufwärtstrend in der DTM festmachst? Es gibt nach wie vor drei Werke, wenig Autos und viele Rennen die von Teamorder geprägt waren. Gerade weil Audi seine Dominanz kontinuierlich ausbaute wurde der Zieleinlauf häufig am Kommandostand festgelegt. Das ist aber nur meine subjektive Meinung, mir blieb die Verbesserung jedenfalls verborgen.
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Calvin » 15.10.2019, 20:44

Mithrandir hat geschrieben: Erstens finde ich es lästig wenn sich jemand anmaßt für "die Fans" zu sprechen. Ich will komplexe Motoren und keine veraltete Technik, aus dem Grund schaue ich das Spektakel.
Und was hat der Fan an diesen komplexen Motoren? Seit diese eingeführt worden sind hat die F1 extrem an Spektakel verloren.
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Aldo » 15.10.2019, 20:59

Mithrandir hat geschrieben:Erstens finde ich es lästig wenn sich jemand anmaßt für "die Fans" zu sprechen. Ich will komplexe Motoren und keine veraltete Technik, aus dem Grund schaue ich das Spektakel.
Deine Meinung mit den komplexen Antrieben mag dir zustehen, damit stehst du aber nun mal ziemlich alleine dar, denn es ist eine sehr exklusive Meinung die dir sicher 90% der Fans nicht zustimmen werden. Ich spreche nicht von der Rückkehr eines V10 oder V8 Saugers, sondern von einer Vereinfachung der komplexen Antriebstechnologie, sodass diese wieder billiger und rentabler wirkt. Kein Mensch braucht hochkomplizierte Antriebe welche Hunderte Millionen im Jahr verschlingen und die Autos unnötig schwer machen. Horner sagte vor kurzem dass Honda 2020 140 Millionen Dollar in das Motorenprogramm pumpt um den Rückstand aufzuholen. Das ist krank! Es interessiert wirklich keine alte Sau, ob in dem Motor nun ein V6 mit abgesteckter Energierückgewinnung oder ein V6 mit einem hochkomplexen Hybrid System drin steckt. Frag mal hier im Forum - ich glaube du kennst die Antwort.

Passend dazu, ein Artikel von AMuS zu dem Thema:

8 GRÜNDE, WARUM DIE F1 FALSCHE MOTOREN HAT: Hybrid-Antrieb als Bremse für Reformen


Mithrandir hat geschrieben:Zweitens ist es reine Spekulation, ob ein Motorenhersteller eingestiegen wäre, dass Hersteller Schlange stehen ist eine aus der Luft gegriffene Behauptung ohne Substanz. Porsche hat einen Einstieg geprüft, mit dem Dieselskandal hatte der Konzern eine andere Baustelle und das Thema war durch. Unmöglich zu belegendes Wunschdenken.
Es hat nix mit Wunschdenken zutun, ob eine Motorenformel neue Hersteller anlocken würde, wenn sie Dutzende Millionen im Jahr billiger und einfacher zu handhaben wäre. Das ist ein Fakt. Was haben wir denn mit deiner hochgelobten Technologie? Zwei Hersteller die alles dominieren und zwei die versuchen seit nun mehr 5 Jahren den Rückstand aufzuholen. Renault und Honda ziehen den Stecker wenn sie nicht bald um die WM fahren. 2021 fahren 7 von 10 Teams mit Ferrari und Mercedes Antrieben. Findest du das etwa faszinierend? Ich nicht. Vor allem nicht weil die FIA und LM so immer mehr Handschellen von Mercedes und Ferrari angelegt bekommen.

Passend dazu, hier wieder ein Zitat vom AMuS Artikel:
Sagen wir es frei heraus. Mit dieser Motorenformel wird es nie mehr einen neuen Hersteller geben. Private Motorenbauer wie Ilmor oder Cosworth haben weder das Knowhow noch die Ressourcen solche Technikwunder zu bauen. Automobilkonzerne werden das Risiko nicht eingehen, eine Milliarde zu investieren, um nach vier Jahren vielleicht einmal erfolgreich zu sein. Damit hat sich die FIA in Geiselhaft der vier Hersteller begeben. Was von denen natürlich so gewollt war.
Mithrandir hat geschrieben:Drittens halte ich es für völlig sinnlos den Motorsport mit der technischen Komponente ständig mit irgendwelchen Mannschaftssportarten zu vergleichen welche nicht dem technischen Fortschritt unterworfen sind. Im Fußball bedarf es kaum der Überarbeitung des Regelwerks, in der Formel1 ist die regelmäßige Anpassung zwingend erforderlich. Sollte eigentlich einleuchten. Übrigens gewinnen im Fußball auch die reichen Vereine die Champions League und nicht die kleinen.
Viertens würde mich noch interessieren woran du den Aufwärtstrend in der DTM festmachst? Es gibt nach wie vor drei Werke, wenig Autos und viele Rennen die von Teamorder geprägt waren. Gerade weil Audi seine Dominanz kontinuierlich ausbaute wurde der Zieleinlauf häufig am Kommandostand festgelegt. Das ist aber nur meine subjektive Meinung, mir blieb die Verbesserung jedenfalls verborgen.
Die DTM bekommt mehr und mehr wieder positive Schlagzeilen. Das mag auch mein subjektiver Eindruck sein, aber allein die Aktion im Saisonfinale Gaststarter wie Button im Honda zuzulassen, hat viel mediale Aufmerksamkeit erzeugt. Nächstes Jahr kehrt mit Monza eine tolle Strecke zurück und in meinem Bekanntenkreis waren nun dieses Jahr schon mehrere Leute bei der DTM. In der Summe steht die DTM besser da als noch vor paar Jahren und es bewegt sich was mit Berger.
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Re: Letztes Treffen am Mittwoch: Wie groß wird die F1-Revolution 2021 wirklich?

Beitrag von Mithrandir » 15.10.2019, 21:38

Aldo hat geschrieben:Das ist ein Fakt.
Nein, ist es natürlich nicht. Es bleibt weiter eine haltlose Spekulation. Ist schon nachvollziehbar wenn dir nicht gefällt dass ich das schreibe aber mir gefällt es nicht wenn du deine Meinung als Fakt darstellst. Der Seidl könnte Fakten liefern, wir können höchstens Nachrichten interpretieren und ich interpretiere es so, dass sich ein Einstieg in die Formel1 mit dem Dieselskandal für VW erledigt hatte. Die setzen halt auch auf Elektro.
Wir haben aktuell vier namhafte und traditionsreiche Motorhersteller - was viel ist. Davon steigen mindestens drei aus wenn sich das Reglement so weit zurück entwickelt wie es "die Fans" wollen, im übrigen bin ich tatsächlich sehr froh, dass diese Fans keine Entscheidungsgewalt haben. Außerdem ist der Antrieb nicht mehr maßgebend für den Titel, im richtigen Auto können alle gewinnen. Wenn Newey für Red Bull ein Auto am oberen Ende seiner Möglichkeiten gezeichnet hätte hätte Honda Ferrari mit dem leistungsstärksten Aggregat geschlagen.
Meines Wissens hat kein einziger Motorenhersteller (von den Schlange stehenden) einen Einstieg unter einem vereinfachten Reglement zugesagt, es wäre also ein bisschen riskant die jetzigen zu vergraulen und beim aktuellen Leistungsstand wäre ich nichtmal sicher, ob Ferrari bleibt. Bei denen kann ich mir aber auch nicht vorstellen, dass sie gehen.
Folgt mir, ich komm nach...

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