Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

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Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Redaktion » 10.06.2019, 17:11

Red Bull führt eine Gruppe von Teams an, die am liebsten zu den 2018er-Reifen zurückkehren würden, doch das ist während der laufenden Saison unrealistisch

Hinter den Kulissen der Formel 1 wurde in Montreal nicht nur über die umstrittene Strafe gegen Sebastian Vettel hitzig diskutiert. Bereits vor dem Rennsonntag offenbarte sich ein neuer Kleinkrieg. Streitpunkt sind diesmal nicht flexible Flügel oder ein F-Schacht, sondern der neue Pirelli-Reifen für die Saison 2019. Denn der, so argumentiert die Konkurrenz, ist ein Mercedes-Reifen.

"Mercedes hat durch diese dumme Reifenänderung den größten Vorteil", regt sich etwa Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko via 'Gazzetta dello Sport' auf. "Neun Teams haben Probleme mit den Reifen, eins nicht. Und das eine profitiert sogar noch davon."

Red-Bull-Teamchef Christian Horner schlägt daher gegenüber 'Sky' vor: "Das Beste wäre, einfach zu den letztjährigen Reifen zurückzukehren. Das würde neun Teams sehr freuen, eins ganz und gar nicht. Im Interesse des Entertainments in der Formel 1 wäre das ein nobler Zug von Pirelli."

Gemeinsam mit Ferrari, so berichtet es 'auto motor und sport', macht Red Bull gegen die 2019er-Reifen mobil. Horner: "Die Änderung für dieses Jahr kommt Mercedes entgegen und verschiebt das Fenster genau so, dass es für sie passt. Ihr Auto hat die Reifen immer extrem hart rangenommen, besonders die Hinterreifen. Für alle anderen ist es schwierig, das aufzuholen."

Mercedes: Reifen-Prototypen waren schon 2018 ein Vorteil

Bereits 2018 hatte Pirelli mit den neuen Reifen experimentiert, die sich durch eine steifere Konstruktion und eine dünnere Lauffläche von den davor verwendeten Pneus unterscheiden. Ziel war, übermäßiger Blasenbildung entgegenzutreten. Das hat Mercedes schon 2018 geholfen.

"Wenn wir uns zurückerinnern: Die Rennen, bei denen dieser Reifen schon im Vorjahr eingesetzt wurde, hat alle Mercedes gewonnen", sagt Horner. Es sei durch die neue Konstruktion "viel schwieriger geworden, Energie in den Reifen und ihn auf Temperatur zu bekommen".

Das dreht die bisherige Situation in der Formel 1 völlig um: Hatte (nicht nur) Mercedes noch 2018 mit Überhitzung der Reifen zu kämpfen (die vielzitierten "Wunderfelgen" waren die technische Antwort darauf), so fällt es den Teams 2019 plötzlich schwer, die Reifen ausreichend und konstant zu erwärmen, um damit maximalen Grip zu generieren.

"Bis jetzt", erklärt Marko, "war die Qualifying-Runde am Samstag die wichtigste. Jetzt ist die wichtigste Runde die Aufwärmrunde. Wenn du in der die Reifen nicht ins richtige Temperaturfenster bekommst, kannst du deine Qualifying-Runde gleich vergessen."

Pirelli: 2019 wird es keine Änderung geben

Seitens Pirelli gibt es allerdings eine klare Ansage, dass man dem Lobbying-Druck von Red Bull & Co. nicht nachgeben wird. Sportdirektor Mario Isola unterstreicht gegenüber 'auto motor und sport': "Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen."

Toto Wolff, in seiner Medienrunde in der Mercedes-Hospitality auf die Kritik der Konkurrenz angesprochen, hat eine sehr klare Meinung zum Thema: "Von solchen Stimmen lassen wir uns nicht ablenken", sagt er. "Wir bekommen jedes Jahr neue Reifen von Pirelli. Manchmal verstehst du sie schneller, manchmal hast du damit mehr Schwierigkeiten."

Toto Wolff, Christian Horner

Toto Wolff ärgert sich über den Versuch der Gegner, die Reifen zu ändern

Zwischen den Zeilen lässt man bei Mercedes durchblicken, dass es schlechter Stil sei, aufgrund der sportlichen Unterlegenheit einen Zugang über das Reglement zu suchen, das gerade dominante Team einzubremsen: "Als faire Wettbewerber machen wir das Beste aus dem, was uns gegeben wird", sagt Wolff. "Außer es gibt ein Sicherheitsthema."

Zumal nicht alle anderen neun Teams dafür sind, zu den alten Pirelli-Reifen zurückzukehren. McLaren-Teamchef Andreas Seidl meint zum Beispiel: "Es sitzen alle im gleichen Boot, so ist es halt. Wir nehmen diese Herausforderung so an und sehen keinen Bedarf für Änderungen. Besonders nicht während der laufenden Saison."

Und weiter: "Wir sind zufrieden mit den Reifen für dieses Jahr. Unser Auto funktioniert in einem ganz anderen Fenster als das der drei Topteams. Da fehlen eineinhalb Sekunden. Aber in dem Fenster, in dem wir uns befinden, sind wir mit den Reifen sehr zufrieden. Wir glauben zu verstehen, wie wir die unterschiedlichen Mischungen am besten einsetzen."

Haas: Reifen machen Formel 1 zur "Achterbahnfahrt"

Haas-Technikchef Günther Steiner hingegen zählt zu denen, die eine Änderung begrüßen würden: "Die Reifen sind total inkonstant. Ein Rennen bist du sauschnell, im nächsten dann nirgends. Das ist außer Kontrolle geraten. Es ist eine reine Achterbahnfahrt geworden."
"Es muss an den Reifen liegen. Mit dem Auto ist nichts verkehrt."Günther Steiner
"In Monte Carlo", erzählt er, "waren wir nicht einmal zwei Zehntel hinter dem Ferrari. In Montreal waren es Sekunden. Das muss an den Reifen liegen, denn mit dem Auto ist nichts verkehrt. Ferrari hatte in Monte Carlo kein schlechtes Auto. Sie haben nur die Reifen nicht ins Fenster bekommen, und wir schon."Das eine Rückkehr zu den 2018er-Reifen nicht passieren wird, ist Steiner klar: "Laut Reglement muss es ein Sicherheitsthema sein, sonst ist das nicht möglich." Oder es müssen sich alle Teams einig sein. "Aber das", winkt der Südtiroler ab, "wird nie passieren." Außerdem: "Vielleicht wäre das auch nicht die Lösung."Denn: "Die Reifen waren vergangenes Jahr nicht ideal, sonst hätten wir ja nichts geändert. Wir müssen mit unseren Forderungen vorsichtig sein. Bevor wir sagen, was wir wollen, müssen wir uns erstmal sicher sein, was wir eigentlich wollen. Sonst gehen wir zu den alten Reifen zurück und beschweren uns erst recht wieder. Da stehen wir dann auch ziemlich blöd da."

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von MAXimum XXXIII » 10.06.2019, 17:24

Redaktion hat geschrieben:"Pirelli: 2019 wird es keine Änderung gebenSeitens Pirelli gibt es allerdings eine klare Ansage, dass man dem Lobbying-Druck von Red Bull & Co. nicht nachgeben wird. Sportdirektor Mario Isola unterstreicht gegenüber 'auto motor und sport': "Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen."
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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von plastikschaufel » 10.06.2019, 17:33

MAXimum XXXIII hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:"Pirelli: 2019 wird es keine Änderung gebenSeitens Pirelli gibt es allerdings eine klare Ansage, dass man dem Lobbying-Druck von Red Bull & Co. nicht nachgeben wird. Sportdirektor Mario Isola unterstreicht gegenüber 'auto motor und sport': "Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen."
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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Sieversen » 10.06.2019, 17:37

plastikschaufel hat geschrieben:
MAXimum XXXIII hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:"Pirelli: 2019 wird es keine Änderung gebenSeitens Pirelli gibt es allerdings eine klare Ansage, dass man dem Lobbying-Druck von Red Bull & Co. nicht nachgeben wird. Sportdirektor Mario Isola unterstreicht gegenüber 'auto motor und sport': "Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen."
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Silberner Mercedes

Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Silberner Mercedes » 10.06.2019, 17:40

Wie schön, endlich ein Thread wo man sich in Ruhe an Mercedes abarbeiten kann. :D

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Kugelblitz » 10.06.2019, 17:41

Redaktion hat geschrieben:Zwischen den Zeilen lässt man bei Mercedes durchblicken, dass es schlechter Stil sei, aufgrund der sportlichen Unterlegenheit einen Zugang über das Reglement zu suchen, das gerade dominante Team einzubremsen: "Als faire Wettbewerber machen wir das Beste aus dem, was uns gegeben wird", sagt Wolff.
Daß allerdings letzes Jahr sogar mitten in der Saison die Reifen für mehrere Rennen genau so geändert wurden, daß Mercedes damit besser klarkam, war in Ordnung? Das ist nicht sehr glaubwürdig.

Letztes Jahr hatte vor allem Mercerdes große Probleme mit der Überhitzung der Reifen, und fürchtete, auf einigen Hochgeschwindigkeitskursen völlig ins Hintertreffen zu geraten, indem man einen oder sogar zwei zusätzliche Stopps hätte machen müssen. Aber statt die Konstruktion des Autos anzupassen - paßte man den Reifen an. Mitten in der Saison!

Dieses Jahr haben erkennbar fast alle Teams riesige Probleme, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bekommen. Aber da wird empfohlen "bessere Arbeit zu leisten", statt Änderungen am Reifen zu fordern. Das ist nicht schlüssig.

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von scuderiablue » 10.06.2019, 17:41

Reifen hier, Reifen da. Traurig eigentlich, dass die Reifen der wichtigste Aspekt in der modernen Formel 1 sind.

Was die neuen Reifen 2019 angeht … ich weiß selbst nicht, was ich davon halten soll. Seltsam ist es schon, dass es ausgerechnet die Reifen sind, bei denen Mercedes in den drei Rennen wo sie 2018 zum Einsatz kamen dominiert hat (ja, auch aufgrund der Reifen)
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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von GenauDer » 10.06.2019, 17:54

Kugelblitz hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:Zwischen den Zeilen lässt man bei Mercedes durchblicken, dass es schlechter Stil sei, aufgrund der sportlichen Unterlegenheit einen Zugang über das Reglement zu suchen, das gerade dominante Team einzubremsen: "Als faire Wettbewerber machen wir das Beste aus dem, was uns gegeben wird", sagt Wolff.
Daß allerdings letzes Jahr sogar mitten in der Saison die Reifen für mehrere Rennen genau so geändert wurden, daß Mercedes damit besser klarkam, war in Ordnung? Das ist nicht sehr glaubwürdig.

Letztes Jahr hatte vor allem Mercerdes große Probleme mit der Überhitzung der Reifen, und fürchtete, auf einigen Hochgeschwindigkeitskursen völlig ins Hintertreffen zu geraten, indem man einen oder sogar zwei zusätzliche Stopps hätte machen müssen. Aber statt die Konstruktion des Autos anzupassen - paßte man den Reifen an. Mitten in der Saison!

Dieses Jahr haben erkennbar fast alle Teams riesige Probleme, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bekommen. Aber da wird empfohlen "bessere Arbeit zu leisten", statt Änderungen am Reifen zu fordern. Das ist nicht schlüssig.
Fairerweise muss man sagen, dass letztes Jahr auch andere Teams diese Reifen für nötig hielten

@News "Haas: Reifen machen Formel 1 zur "Achterbahnfahrt" "
ach das schafft Grosjean schon ganz von allein. Mich wundert, dass der noch in einem F1 Auto sitzt. Dauernd Fehler und dann schimpfen auf andere

@Reifen: man kann klar erkennen, dass Mercedes schon immer eine andere Einstellung zu der Reifenproblematik hatte und das Auto 2019 um diese neuen Reifen herum designed hat. Jetzt ist man halt nutznießer, weil andere das verschlafen haben.
Ein Wechsel aufgrund dieses Versäumnis ist halt auch nicht gerade "fair". Es war von den Tests an offensichtlich, dass sich Mercedes was besonderes hat einfallen lassen, nur ist erst jetzt klar warum

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Kugelblitz » 10.06.2019, 18:01

MAXimum XXXIII hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:"Pirelli: 2019 wird es keine Änderung gebenSeitens Pirelli gibt es allerdings eine klare Ansage, dass man dem Lobbying-Druck von Red Bull & Co. nicht nachgeben wird. Sportdirektor Mario Isola unterstreicht gegenüber 'auto motor und sport': "Wir haben die Lauffläche aus Sicherheitsgründen reduziert. Das werden wir dieses Jahr nicht mehr rückgängig machen."
War klar. :thumbs_down: :-|

Welche Sicherheitsgründe sind denn das genau? Welchen vorteil hat die dünnere Lauffäche aus dem Sicherheits aspekt?
Das kann ich dir erklären: Wenn die Reifen Blasen werfen oder ganze Stücke aus der Lauffläche fallen, besteht durchaus die Gefahr eines Platzers mit Abflug. Auf Kursen wie Silverstone keine schöne Vorstellung. Also ja, einen gewissen Sicherheitsaspekt gibt es da durchaus. Aber der hatte letztes Jahr eher wenig mit dem Reifen selbst zu tun, sondern vielmehr mit dem Auto, das den Reifen so hart rannimmt, daß er Blasen wirft. Und das betraf letztes JAhr nur ganz wenige TEams, darunter Mercedes am härtesten. Hätten alle Teams letztes Jahr diese Probleme gehabt, wäre eine Änderung mitten in der Saison auch kein Problem gewesen. Aber so war es ja nicht.
So gesehen hätte Pirelli im letzten Jahr auf stur schalten können, und Mercedes hätte stattdessen sein Auto umbauen müssen - so wie man das jetzt ganz selbstverständlich von Ferrari fordert.

Die Unterstellung, daß hier seitens Pirelli vor allem Mercedes geholfen wurde, kommt also nicht von ungefähr. Dazu paßt auch gut, daß der "Mercedes-Reifen" von 2018 die Basis für den 2019er Reifen bildete. Das war zwar allen Teams im Voraus bekannt, aber die tatsächliche Konstruktion unterschied sich dann doch wieder deutlich von der 2018er Konstruktion. Mit der aber paradoxerweise wieder nur ein Team besonders gut zurecht kommt. Und das gibt schon zu denken.

So wenig Sympathien ich für das RB-Team habe, aber diese Frage drängt sich geradezu auf. Und ja, ich kann auch gut verstehen, daß Toto Wolff diesen Vorteil nicht hergeben möchte. Aber wenn nur ein Team profitiert, das ohnehin technisch überlegen ist, wirds unfair. Denn gute Autos können die Konkurrenten ja auch bauen. Wenn aber der Kontakt zur Straße ungenügend ist, weil der Reifen nicht "zum Arbeiten kommt", nützt das alles nix.

Ohne jetzt jemandem Schiebung unterstellen zu wollen, aber hätte man wirklich den 2018er "Mercedes-Reifen" in diesem Jahr zum Standardreifen gemacht, wie angekündigt, hätten wir jetzt womöglich einen spannenden WM-Kampf mit drei siegfähigen Teams und 5 Fahrern mit WM-Chancen. Denn den Reifen kannten sie ja alle! Stattdessen wurde wieder etwas offenbar entscheidendes geändert, was zumindest im Ergebnis Mercedes wieder in die Karten spielte - als einzigem Team, das in bislang 7 Rennen den Reifen immer ins richtige "Fenster" brachte.
Zuletzt geändert von Kugelblitz am 10.06.2019, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Kugelblitz » 10.06.2019, 18:08

GenauDer hat geschrieben:
Kugelblitz hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:Zwischen den Zeilen lässt man bei Mercedes durchblicken, dass es schlechter Stil sei, aufgrund der sportlichen Unterlegenheit einen Zugang über das Reglement zu suchen, das gerade dominante Team einzubremsen: "Als faire Wettbewerber machen wir das Beste aus dem, was uns gegeben wird", sagt Wolff.
Daß allerdings letzes Jahr sogar mitten in der Saison die Reifen für mehrere Rennen genau so geändert wurden, daß Mercedes damit besser klarkam, war in Ordnung? Das ist nicht sehr glaubwürdig.

Letztes Jahr hatte vor allem Mercerdes große Probleme mit der Überhitzung der Reifen, und fürchtete, auf einigen Hochgeschwindigkeitskursen völlig ins Hintertreffen zu geraten, indem man einen oder sogar zwei zusätzliche Stopps hätte machen müssen. Aber statt die Konstruktion des Autos anzupassen - paßte man den Reifen an. Mitten in der Saison!

Dieses Jahr haben erkennbar fast alle Teams riesige Probleme, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bekommen. Aber da wird empfohlen "bessere Arbeit zu leisten", statt Änderungen am Reifen zu fordern. Das ist nicht schlüssig.
Fairerweise muss man sagen, dass letztes Jahr auch andere Teams diese Reifen für nötig hielten

@News "Haas: Reifen machen Formel 1 zur "Achterbahnfahrt" "
ach das schafft Grosjean schon ganz von allein. Mich wundert, dass der noch in einem F1 Auto sitzt. Dauernd Fehler und dann schimpfen auf andere

@Reifen: man kann klar erkennen, dass Mercedes schon immer eine andere Einstellung zu der Reifenproblematik hatte und das Auto 2019 um diese neuen Reifen herum designed hat. Jetzt ist man halt nutznießer, weil andere das verschlafen haben.
Ein Wechsel aufgrund dieses Versäumnis ist halt auch nicht gerade "fair". Es war von den Tests an offensichtlich, dass sich Mercedes was besonderes hat einfallen lassen, nur ist erst jetzt klar warum
Da gebe ich dir völlig recht! Aber nur fast.
Der 2019er Reifen entspricht eben nicht dem 2018er "Spezial-Reifen". Ich bin der festen Überzeugung, daß wir eine völlig andere WM hätten, wenn man einfach diesen übernommen hätte. Der Reifen spielt eine zu große Rolle, als daß die anderen Teams ihn bei der Konstruktion der Autos nicht genau beachtet hätten. Der tatsächliche 2019er Reifen verhält sich nun aber wieder völlig anders. Und zufällig ein Team trifft dessen Eigenschaften zu 100%?

Da ist mehr als nur ein Fragezeichen im Raum! :wave:

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von GenauDer » 10.06.2019, 18:18

Kugelblitz hat geschrieben:
GenauDer hat geschrieben:
Kugelblitz hat geschrieben: Daß allerdings letzes Jahr sogar mitten in der Saison die Reifen für mehrere Rennen genau so geändert wurden, daß Mercedes damit besser klarkam, war in Ordnung? Das ist nicht sehr glaubwürdig.

Letztes Jahr hatte vor allem Mercerdes große Probleme mit der Überhitzung der Reifen, und fürchtete, auf einigen Hochgeschwindigkeitskursen völlig ins Hintertreffen zu geraten, indem man einen oder sogar zwei zusätzliche Stopps hätte machen müssen. Aber statt die Konstruktion des Autos anzupassen - paßte man den Reifen an. Mitten in der Saison!

Dieses Jahr haben erkennbar fast alle Teams riesige Probleme, die Reifen überhaupt auf Temperatur zu bekommen. Aber da wird empfohlen "bessere Arbeit zu leisten", statt Änderungen am Reifen zu fordern. Das ist nicht schlüssig.
Fairerweise muss man sagen, dass letztes Jahr auch andere Teams diese Reifen für nötig hielten

@News "Haas: Reifen machen Formel 1 zur "Achterbahnfahrt" "
ach das schafft Grosjean schon ganz von allein. Mich wundert, dass der noch in einem F1 Auto sitzt. Dauernd Fehler und dann schimpfen auf andere

@Reifen: man kann klar erkennen, dass Mercedes schon immer eine andere Einstellung zu der Reifenproblematik hatte und das Auto 2019 um diese neuen Reifen herum designed hat. Jetzt ist man halt nutznießer, weil andere das verschlafen haben.
Ein Wechsel aufgrund dieses Versäumnis ist halt auch nicht gerade "fair". Es war von den Tests an offensichtlich, dass sich Mercedes was besonderes hat einfallen lassen, nur ist erst jetzt klar warum
Da gebe ich dir völlig recht! Aber nur fast.
Der 2019er Reifen entspricht eben nicht dem 2018er "Spezial-Reifen". Ich bin der festen Überzeugung, daß wir eine völlig andere WM hätten, wenn man einfach diesen übernommen hätte. Der Reifen spielt eine zu große Rolle, als daß die anderen Teams ihn bei der Konstruktion der Autos nicht genau beachtet hätten. Der tatsächliche 2019er Reifen verhält sich nun aber wieder völlig anders. Und zufällig ein Team trifft dessen Eigenschaften zu 100%?

Da ist mehr als nur ein Fragezeichen im Raum! :wave:
Das kann ich nur schwer beurteilen. Letztendlich hatten aber alle Teams die Preview-Reifen von 2019 zum Testen.
Mercedes, ein Team, das seit 2010 mit den Reifen immer wieder gekämpft hat, hat nachweislich unglaublich viel Resourcen dahingehend investiert, Reifen so schnell wie möglich zu verstehen und das Auto immer wieder darauf anzupassen.
Das war schon vor 2013 ersichtlich, wo man immer wieder neue Konstruktionen für Aufhängung, Aero und Heck gesucht hat um Reifenverschleiß und Arbeitsfenster in den Griff zu bekommen. Diese ständigen neukonstruktionen und Daten die man damals gesammelt hat, vorallem aber die Erfahrung helfen nun eindeutig beim Design des Autos und auch bei der Abstimmung. Das ist nicht von der Hand zu weisen. Irgendjemand hat wohl vor einigen Jahren festgestellt, welche Schwerpunkte für die kommenden Saisonen wichtig werden. Und da war wohl neben Motor auch der Reifen wichtig.

Silberner Mercedes

Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von Silberner Mercedes » 10.06.2019, 18:19

M.w.n. ist McLaren auch sehr zufrieden mit den Reifen.

mulles3
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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von mulles3 » 10.06.2019, 18:20

scuderiablue hat geschrieben:Reifen hier, Reifen da. Traurig eigentlich, dass die Reifen der wichtigste Aspekt in der modernen Formel 1 sind.

Was die neuen Reifen 2019 angeht … ich weiß selbst nicht, was ich davon halten soll. Seltsam ist es schon, dass es ausgerechnet die Reifen sind, bei denen Mercedes in den drei Rennen wo sie 2018 zum Einsatz kamen dominiert hat (ja, auch aufgrund der Reifen)
ach ja , Mercedes hat nur 3 Rennen gewonnen :) , in den Wintertest s waren noch alle begeistert

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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von scuderiablue » 10.06.2019, 18:23

mulles3 hat geschrieben:
scuderiablue hat geschrieben:Reifen hier, Reifen da. Traurig eigentlich, dass die Reifen der wichtigste Aspekt in der modernen Formel 1 sind.

Was die neuen Reifen 2019 angeht … ich weiß selbst nicht, was ich davon halten soll. Seltsam ist es schon, dass es ausgerechnet die Reifen sind, bei denen Mercedes in den drei Rennen wo sie 2018 zum Einsatz kamen dominiert hat (ja, auch aufgrund der Reifen)
ach ja , Mercedes hat nur 3 Rennen gewonnen :) , in den Wintertest s waren noch alle begeistert
Wann habe ich gesagt, dass Mercedes nur drei Rennen gewonnen hat? :eh2: Dass Mercedes mit den Spezialreifen jedoch besonders gut zurecht kam, da sind wir uns doch einig, oder nicht?
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Re: Warum die Rückkehr zu 2018er-Reifen nicht passieren wird

Beitrag von GenauDer » 10.06.2019, 18:24

Silberner Mercedes hat geschrieben:M.w.n. ist McLaren auch sehr zufrieden mit den Reifen.

:wink:
Steht auch so im Artikel
Und weiter: "Wir sind zufrieden mit den Reifen für dieses Jahr. Unser Auto funktioniert in einem ganz anderen Fenster als das der drei Topteams. Da fehlen eineinhalb Sekunden. Aber in dem Fenster, in dem wir uns befinden, sind wir mit den Reifen sehr zufrieden. Wir glauben zu verstehen, wie wir die unterschiedlichen Mischungen am besten einsetzen."

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