John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

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John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Redaktion » 04.06.2019, 18:21

Der ehemalige Formel-1-Fahrer John Watson meint: Früher war der Rennsport wesentlich gefährlicher als heute, aber wähnt man sich in trügerischer Sicherheit?
Emerson Fittipaldi, Lotus

Die Formel 1 der 1970er-Jahre war gefährlich: Mehrere Piloten starben ...

John Watson stammt aus einer Zeit, in der Schreckensnachrichten alltäglich waren. 1973, im Jahr seines Formel-1-Debüts, starben gleich zwei Fahrer nach Unfällen. Und der Motorsport blieb noch jahrelang ein sehr gefährliches Geschäft. Das wollten die Piloten damals aber nicht wahrhaben, wie Watson im Podcast 'Beyond The Grid' erklärt. "Wir glaubten: Unsere Autos und die Streckensicherheit seien das Beste, was es gab." Man wiegte sich in falscher Sicherheit.

Über drei Jahrzehnte nach dem Ende seiner aktiven Karriere sagt Watson weiter: "Erst rückblickend erkennt man, wie groß die Gefahr damals wirklich war, wenn man es mit modernen Formel-1-Autos vergleicht. Unfälle, wie sie in den 1970er-Jahren aufgetreten sind, können 2019 fast nicht mehr erneut so auftreten." Den heutigen Sicherheitsstandards sei Dank, meint der fünfmalige Grand-Prix-Sieger (John Watson in der Formel-1-Datenbank!).

Zu seiner Zeit aber war die Gefahr eines schweren oder gar tödlichen Unfalls ein ständiger Begleiter der Piloten. "Es gab nur die Rennstrecke, dann Gras. Wir hatten keine Auslaufzonen", erklärt Watson und nennt mit Silverstone ein Beispiel dafür, wie sich der Motorsport seither verändert hat: "Wir fuhren damals mit einem Fünfganggetriebe im dritten Gang durch [die Kurve] Copse. Heute nimmt man die Ecke im Qualifying quasi voll."

Früher und heute: Nicht vergleichbar, sagt Watson

Im Direktvergleich sei die moderne Formel 1 "einfach unglaublich", sagt Watson. "Heute hast du auf der Kurvenaußenseite aber auch den Platz, um etwas zu retten, falls es mal schiefgeht. Ich glaube nicht, dass aktuelle Formel-1-Piloten eine Ahnung davon haben, welchen Gefahren meine Zeitgenossen und ich ausgesetzt waren."


Fotostrecke: Top 10: Die spektakulärsten Crashes

2015 gab es in der Formel 1 nicht nur heftige Gefechte auf der Strecke und hinter den Kulissen, sondern auch spektakuläre Unfälle. Unsere Top 10 im Countdown:

2015 gab es in der Formel 1 nicht nur heftige Gefechte auf der Strecke und hinter den Kulissen, sondern auch spektakuläre Unfälle. Unsere Top 10 im Countdown:

Bis in die 1980er-Jahre hinein seien Formel-1-Fahrer in dem Bewusstsein gestartet, ein hohes persönliches Risiko einzugehen. "Wahrscheinlich gab es auch ein bisschen mehr Respekt unter den Piloten", meint Watson.

Eben dieser Respekt sei unbedingt nötig gewesen, damit man sich auf der Rennstrecke nicht gegenseitig in Gefahr gebracht habe, erklärt er weiter. Warum dieser Respekt teilweise abhandengekommen ist? Watson: "Die derzeitigen Piloten sind eben nie in Autos gefahren, die bei einer Kollision oder einer Leitplankenberührung schwere Verletzungen verursachen konnten."

Die Motorsport-Karriere als "Todesurteil"?

Der ehemalige McLaren-Fahrer wird emotional, wenn er an diese Zeit zurückdenkt - und an seinen Einstieg in den professionellen Motorsport, der zunächst von seiner Familie finanziert wurde. "Meine Eltern fragten sich damals, ob sie mein Todesurteil unterzeichneten. So gefährlich war es. Glücklicherweise habe ich überlebt."

So hat Halo Charles Leclerc in Belgien gerettet

Die FIA hat den Untersuchungsbericht zur Startkollision in Belgien 2018 veröffentlicht: Die Motorsport-Network-Redakteure diskutieren die Ergebnisse Weitere Formel-1-Videos

"Zwei Mal" habe er die Gefahr regelrecht gespürt, sagt Watson, habe die größten Unfälle seiner Karriere aber glimpflich überstanden. Er und seine Fahrerkollegen aus den 1970er- und 1980er-Jahren hätten sich allerdings auch an bestimmte Regeln gehalten: "Du kalkulierst genau, wie viel Risiko du eingehen willst. Und du fährst nicht in eine Lücke, wenn es keinen Ausweg gibt.""Das ist, was ich jedem jungen Fahrer mit auf den Weg geben würde, wenn ich sehe, was für Stunts sie wagen, nur weil sie glauben, unverwundbar zu sein. Dieser Glaube ist ein großer Fehler", sagt Watson und kritisiert damit zu ungestüme Fahrmanöver. "Eines Tages, so tragisch das sein mag, wird es für jemanden nicht gut ausgehen ..."

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Pentar » 04.06.2019, 20:57

ALO 2016 in Australien/Melburne.

Mir stand der Atem still & ich dachte nur noch:
Was ist denn da jetzt passiert - das darf doch alles nicht wahr sein!
Mein Herz war plötzlich nicht mehr da, wo es hingehört - es war irgendwo im Darm.

Denn ich war mir sicher:
Solch ein Mega-Crash bei 310 km/h & Überschlägen hat katastrophale Folgen.
Aus diesem Wrack steigt Niemand mehr aus - auch nicht in der aktuellen Formel-1.
Das Ding ist durch - das war's - und mir wurde sowas von speiübel.

Und dann:
Steigt ALO - aus eigener Kraft - aus dem seitlich liegenden Kernschrott aus & "schüttelt" sich - unglaublich.
Gutierrez (Haas) springt aus seinem Auto & läuft sofort zu ihm rüber :thumbs_up: .

Ohne Worte...

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon meanmc » 04.06.2019, 21:00

Auch ein entscheidender Punkt, wieso heutzutage die TKs oft dicht beieinander liegen.

Watson erwähnt auch einen weiteren - die fehlenden Auslaufzonen. Gerade von F1-Fans, die mit "wachsenden" Auslaufzonen aufgewachsen sind, wird gerne argumentiert, dass jenes keinen Unterschied machen würde - OH DOCH!

Denn es ist wahrlich ein Unterschied, ob man versucht so fehlerfrei UND schnell wie möglich, auf einer Piste mit Gras und Kiesbetten eine Runde zu fahren, oder das auf den Strecken der letzten 20 Jahre macht.

Alleine die Logik sollte da schon helfen...

Ein drittes Argument ist, hier von Watson unerwähnt, dass die Strecken immer weniger Mut verlangen, auch, da man "Passagen, die Unterschiede machen können", entschärft oder ganz streicht bzw. zumeist Kurven auf Strecken einbaut, die ohnehin "jeder fahren kann".

Bis weit in die 80er hinein war "MUT" eines der Schlagwörter... hab ich lange nicht mehr gehört, denn, "Wieso auch" :idea:

PS
Ich bin mir aber sicher, dass jemand, der heute eine optimale Runde erwischt, immer noch "weit" vor seinem TK liegen kann.
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
Dave Mustaine : "If there's a new way, I'll be the first in line (But it better work this time)"

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Turbo79 » 04.06.2019, 21:54

Da hat Watson recht. Die Formel 1 Fahrer der 60er und 70er Jahre konnte man auch mit Gladiatoren gleich setzten.
Jackie Stewart hat z.B. nach seinem letzten Formel 1 Sieg auf dem Nürburgring 1973 gesagt: "Er sei sich während des Rennens nie sicher gewesen, ob er es lebend übersteht..." Darüber musste sich Hamilton während seines letzten Monaco Sieges garantiert keine Gedanken machen.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Iceman24 » 04.06.2019, 23:45

Man denke nur zurück an z.B. die originale Strecke in Spa Francorchamps, mit dem Masta-Kink, einer links rechts Vollgas Kurve mit etwa 300 km/h gefahren. Auf der Aussenseite Häuser und Felder. Zu der Kurve gibt es ja die grauenhafte Story des 24h Rennens von 1973 (in welchem auch drei Fahrer umkamen). Während eines Boxenstopps schrie Hans-Joachim Stuck beim Fahrerwechsel seinem Teamkollegen Jochen Mass zu, er solle auf "body parts" im Masta Kink acht geben. Mass hatte natürlich Fahrzeugteile erwartet, als er aber an der Stelle vorbei kam realisierte er, dass Stuck Körperteile eines verunglückten Marshalls meinte...


Heutzutage gibt es das ja eigentlich nur noch ansatzweise in Road Racing Serien. Allen voran natürlich der TT auf der Isle Of Man, wo auch gestern wieder ein Fahrer sein Leben liess.

Natürlich können wir froh sein, dass der Motorsport nicht mehr wie vor 50 Jahren ist und die Fahrer heute oft unverletzt aussteigen. Jedoch ist man insgesamt meiner Ansicht nach zu weit gegangen. Man hat dem Sport einen wichtigen Teil geraubt, indem man es eben übertrieben hat.


Passend dazu diese Aussagen aus einem Interview mit Sir Stirling Moss:

What have been the greatest improvements in the sport? Circuits?

SM: I think circuits are worse today. They give you spin-off areas in case drivers go out of control. But Formula One should be gathering the best drivers in the world, and they should be able to demonstrate their skill by not needing to rely on something like that.

But circuits are safer than before?

SM: Safety is exactly the point. In my opinion there is no safety. Racing is meant to be difficult: it is a dangerous sport that brings out the spirit of the driver. Formula One racing should be demanding. If it isn’t, then how can you tell the difference between a really good driver and the rest? I wonder if all these newly designed circuits offer enough challenge and exhilaration? Today they emasculate circuits by removing trees, but I still feel that what qualifies a top-of-the-line driver is how he responds to each individual and challenging circuit – and for me, the best racing in the world is road racing.


https://www.classicdriver.com/en/articl ... rit-driver


Übersetzung:

Was waren die grössten Verbesserungen im Sport? Die Strecken?

SM: Ich glaube die Strecken sind schlechter heutzutage. Sie geben dir Auslaufzonen für den Fall, dass Fahrer die Kontrolle verlieren. Aber die Formel 1 sollte die besten Fahrer der Welt anziehen und die sollten fähig sein, ihre Fähigkeiten zu zeigen, ohne sich auf sowas verlassen zu müssen.

Aber die Strecken sind sicherer als zuvor?

SM: Sicherheit ist genau der Punkt. Meiner Meinung nach gibt es keine Sicherheit. Rennfahren sollte schwer sein: es ist ein gefährlicher Sport, der den Spirit des Fahrers zum Vorschein bringt. Formel 1 Rennen sollten anspruchsvoll sein. Wenn sie es nicht sind, wie kann man dann den Unterschied zwischen einem richtig guten Fahrer und dem Rest ausfindig machen? Ich frage mich, ob alle diese neu gebauten Strecken genug Herausforderungen und Rauschgefühle bieten. Heute werden Strecken entmannt, indem man Bäume entfernt, aber ich bin immernoch der Meinung, was einen Spitzenfahrer ausmacht ist die Tatsache, wie er auf jede individuelle und herausfordernde Strecke reagiert - und für mich, ist Road Racing das beste Racing auf der Welt.



meanmc hat geschrieben:
Watson erwähnt auch einen weiteren - die fehlenden Auslaufzonen. Gerade von F1-Fans, die mit "wachsenden" Auslaufzonen aufgewachsen sind, wird gerne argumentiert, dass jenes keinen Unterschied machen würde - OH DOCH!

Denn es ist wahrlich ein Unterschied, ob man versucht so fehlerfrei UND schnell wie möglich, auf einer Piste mit Gras und Kiesbetten eine Runde zu fahren, oder das auf den Strecken der letzten 20 Jahre macht.



Sim Racing ist ja ein grosses Hobby von mir und nur schon dort, macht es einen enormen Unterschied. Das einzige was ich riskiere, sind vielleicht ein paar Stunden Setup Arbeit die ich mit einem Crash zunichte mache. Trotzdem spielt es eine extreme Rolle, ob ich bei einem Manöver weiss, dass dort Gras oder Kies ist oder ob ich mich notfalls einfach raustreiben lassen kann.
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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon LoK-hellscream » 05.06.2019, 08:20

Ich finde den Artikel toll, aber die Überschrift ist wieder mal sowas von reißerisch, dass es einfach nur zum Kotzen ist. :thumbs_down:

Meiner Meinung nach ist man bei den Strecken zu weit gegangen. Bei den Autos hat man jedoch in Puncto Sicherheit genau den richtigen Weg eingeschlagen meiner Meinung nach.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Typ17 GTI » 05.06.2019, 08:46

meanmc hat geschrieben:Denn es ist wahrlich ein Unterschied, ob man versucht so fehlerfrei UND schnell wie möglich, auf einer Piste mit Gras und Kiesbetten eine Runde zu fahren, oder das auf den Strecken der letzten 20 Jahre macht.


Das ist auch ein Grund warum die Ausfallquoten bei den heutigen Fahrern relativ gering ist. Wenn du nicht mit jemanden kollidierst und dein Auto nicht kaputt geht, kommst du locker ins Ziel. Ausnahmen bilden hier nur die Stadtkurse, wo Fahrfehler wirklich zum Ausfall führen können.
Zuletzt geändert von Typ17 GTI am 05.06.2019, 08:53, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon msf » 05.06.2019, 08:50

LoK-hellscream hat geschrieben:Ich finde den Artikel toll, aber die Überschrift ist wieder mal sowas von reißerisch, dass es einfach nur zum Kotzen ist. :thumbs_down:

Meiner Meinung nach ist man bei den Strecken zu weit gegangen. Bei den Autos hat man jedoch in Puncto Sicherheit genau den richtigen Weg eingeschlagen meiner Meinung nach.


Nicht, dass ich dir unbedingt wiedersprechen will, aber in dem Fall halte ich die Überschrift für beängstigend realistisch:

Ich habe einfach das Gefühl, dass diese Achtung vor der Gefahr ihres Sports den Fahrern abhanden kommt. Bei allem Respekt vor Jules Bianchi, aber ist er nicht auch deshalb gestorben, weil er das Risiko unterschätzt hat, bzw. etwas auf der Strecke war, was dort im Normalfall nicht hingehört. Normalerweise wäre der Ausritt glimplich abgegangen.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon LoK-hellscream » 05.06.2019, 08:53

msf hat geschrieben:
LoK-hellscream hat geschrieben:Ich finde den Artikel toll, aber die Überschrift ist wieder mal sowas von reißerisch, dass es einfach nur zum Kotzen ist. :thumbs_down:

Meiner Meinung nach ist man bei den Strecken zu weit gegangen. Bei den Autos hat man jedoch in Puncto Sicherheit genau den richtigen Weg eingeschlagen meiner Meinung nach.


Nicht, dass ich dir unbedingt wiedersprechen will, aber in dem Fall halte ich die Überschrift für beängstigend realistisch:

Ich habe einfach das Gefühl, dass diese Achtung vor der Gefahr ihres Sports den Fahrern abhanden kommt. Bei allem Respekt vor Jules Bianchi, aber ist er nicht auch deshalb gestorben, weil er das Risiko unterschätzt hat, bzw. etwas auf der Strecke war, was dort im Normalfall nicht hingehört. Normalerweise wäre der Ausritt glimplich abgegangen.


Das mag ja sein, aber so es suggeriert einen ganz anderen Artikel, als er in Wahrheit ist. Es ist ein Satz, der aus dem Kontext gerissen als Überschrift verwendet wird. Das ist grottenschlechter Journalismus.

Pastornator13
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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Pastornator13 » 05.06.2019, 09:31

Pentar hat geschrieben:ALO 2016 in Australien/Melburne.

Mir stand der Atem still & ich dachte nur noch:
Was ist denn da jetzt passiert - das darf doch alles nicht wahr sein!
Mein Herz war plötzlich nicht mehr da, wo es hingehört - es war irgendwo im Darm.

Denn ich war mir sicher:
Solch ein Mega-Crash bei 310 km/h & Überschlägen hat katastrophale Folgen.
Aus diesem Wrack steigt Niemand mehr aus - auch nicht in der aktuellen Formel-1.
Das Ding ist durch - das war's - und mir wurde sowas von speiübel.

Und dann:
Steigt ALO - aus eigener Kraft - aus dem seitlich liegenden Kernschrott aus & "schüttelt" sich - unglaublich.
Gutierrez (Haas) springt aus seinem Auto & läuft sofort zu ihm rüber :thumbs_up: .

Ohne Worte...


Als der Unfall gezeigt wurde, war Alonso doch schon ausgestiegen oder nicht? Ich bin wenn ich heute einen Unfall in der F1 sehe, tatsächlich immer noch recht enspannt und mache mir keine großen Gedanken ob den Fahrer etwas passiert ist. Dazu sind die Autos heute einfach sicher genug. Die Schwachstelle war in den letzten Jahren immer der Kopfbereich, die auch immer die größten Konsequenzen hatten (Massa, Wilson, Bianchi).

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Typ17 GTI » 05.06.2019, 09:47

Pastornator13 hat geschrieben: Die Schwachstelle war in den letzten Jahren immer der Kopfbereich, die auch immer die größten Konsequenzen hatten (Massa, Wilson, Bianchi).


Bei Bianchi waren es die hohen Verzögerungskräfte, welche auf ihn gewirkt haben. Da hätte Halo auch nichts genützt, denn sein Helm war nicht beschädigt.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon KuramaNaruto » 05.06.2019, 09:56

Wenn ich mich richtig erinnere, sah man zuerst das Auto von Gutierrez und im Hintergrund den Mclaren liegen. Alonso ist zwar recht schnell ausgestiegen, aber man konnte nicht gleich sehen ob es ihm gut geht.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Spocki » 05.06.2019, 10:31

Pastornator13 hat geschrieben:
Pentar hat geschrieben:ALO 2016 in Australien/Melburne.

Mir stand der Atem still & ich dachte nur noch:
Was ist denn da jetzt passiert - das darf doch alles nicht wahr sein!
Mein Herz war plötzlich nicht mehr da, wo es hingehört - es war irgendwo im Darm.

Denn ich war mir sicher:
Solch ein Mega-Crash bei 310 km/h & Überschlägen hat katastrophale Folgen.
Aus diesem Wrack steigt Niemand mehr aus - auch nicht in der aktuellen Formel-1.
Das Ding ist durch - das war's - und mir wurde sowas von speiübel.

Und dann:
Steigt ALO - aus eigener Kraft - aus dem seitlich liegenden Kernschrott aus & "schüttelt" sich - unglaublich.
Gutierrez (Haas) springt aus seinem Auto & läuft sofort zu ihm rüber :thumbs_up: .

Ohne Worte...


Als der Unfall gezeigt wurde, war Alonso doch schon ausgestiegen oder nicht? Ich bin wenn ich heute einen Unfall in der F1 sehe, tatsächlich immer noch recht enspannt und mache mir keine großen Gedanken ob den Fahrer etwas passiert ist. Dazu sind die Autos heute einfach sicher genug. Die Schwachstelle war in den letzten Jahren immer der Kopfbereich, die auch immer die größten Konsequenzen hatten (Massa, Wilson, Bianchi).

Es ist immer besser, wenn sich das Auto überschlägt und die Kraft so abgebaut werden kann. Natürlich kann das Auto dann immer noch ungünstig fliegen bzw. liegen.
Aber man stelle sich vor er wäre so ungebremst in einen Reifenstapel oder noch schlimmer gerauscht, ich glaube da wären gebrochene Beine noch das mindeste.

Ebenso der Unfall von Ericsson beim freien Training in Monza letztes Jahr. Das hat der Danner auch sehr schön erklärt: Es sieht sehr spektakulär aus, ist aber immer besser für den Fahrer, da die Kräfte sich einfach nach außen abwirbeln und nicht in Wände oder Boden führen.

Eine ganz andere Geschichte ist es natürlich, wenn sich dann Autos berühren oder sogar ineinander fahren, wie in Monza 2011 oder in Montreal 2017! Solche Unfälle sind weitaus gefährlicher, als jener von Alonso 2016! Da trifft dann eine Kraft einfach auf das Auto eines anderen Fahrers.



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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Silberner Mercedes » 05.06.2019, 10:38

Iceman24 hat geschrieben:Natürlich können wir froh sein, dass der Motorsport nicht mehr wie vor 50 Jahren ist und die Fahrer heute oft unverletzt aussteigen. Jedoch ist man insgesamt meiner Ansicht nach zu weit gegangen. Man hat dem Sport einen wichtigen Teil geraubt, indem man es eben übertrieben hat.



Das finde ich absolut nicht. Keiner soll sein Leben riskieren müssen damit ich am Fernsehgerät Spaß habe. Natürlich ist die F1 nicht mehr so gefährlich und auch bekloppt wie damals. Fliegen oder Autofahren im Straßenverkehr sind auch sicherer geworden.

Die Fahrer sollen so schnell wie möglich ihre Rennen fahren können. Coole Fights um Positionen austragen. Ich brauch das aber nicht das die Jungs immer mit einem Leichenhemd unterm Rüstzeug unterwegs sein sollen.

Was den gegenseitigen Respekt angeht ist der bei den meisten Fahrern durchus gegeben. Es gibt lediglich 2 oder 3 ( z.B. verstappen) die sich nicht daran halten. Bei einem Fahrerfeld von 20 Leuten reicht das allerdings schon aus.

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Re: John Watson: Heutige Piloten haben keine Ahnung mehr von der Gefahr

Beitragvon Tracklimit_F1 » 05.06.2019, 11:04

Turbo79 hat geschrieben:Da hat Watson recht. Die Formel 1 Fahrer der 60er und 70er Jahre konnte man auch mit Gladiatoren gleich setzten.
Jackie Stewart hat z.B. nach seinem letzten Formel 1 Sieg auf dem Nürburgring 1973 gesagt: "Er sei sich während des Rennens nie sicher gewesen, ob er es lebend übersteht..." Darüber musste sich Hamilton während seines letzten Monaco Sieges garantiert keine Gedanken machen.



Das finde ich ganzschön anmaßend, wenn man bedenkt was erst 2014 mit Bianchi geschah. :thumbs_down:
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