Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

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meanmc
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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon meanmc » 23.04.2019, 21:19

Ich finde das ja schon richtig amüsant - anscheinend hat diese Doku "keiner" hier gesehen... auch Prost erinnert sich anscheinend nicht :idea:

Prost bekommt ausführlich (!), aus meiner Sicht völlig unangemessen und auch fehlleitend und nicht mal ehrlich, Zeit sich in dieser Doku - nebenbei über Senna - zu äussern. Und er trägt leider nicht viel dazu bei diese Doku sehenswerter zu machen, da er sich auch hier wieder nur als "Crybaby" präsentiert!

Prost spart bewusst seine Verfehlungen aus, und meint auch noch Dinge, die ihm "aufgefallen" sind, als gegeben hinzustellen.

Noch schlimmer ist nur "sein" Buch "Senna vs. Prost" oder sein Monaco-Interview zu/über Senna.

Ich finde es absolut schlimm, wie Prost aus dieser Sache immer wieder persönlichen Profit schlagen will, was im Grunde - Alonso und Hamilton machen es seit Jahren vor - viel objektiver und vor allem wahrheitgetreuer, wenn überhaupt, erzählt werden sollte.

Senna würde so nie mit dieser Situation umgehen - auch ein Punkt, wieso Senna diese Persönlichkeit war, die ein Prost nie war oder werden wird!

Nachtreten (und die eigenen Sünden verschleiern) - sowas war noch nie der richtige Weg, aber leider allzu menschlich.

Prost bleibt aber stets bei seinem "Ich hab nix falsch gemacht, der andere war schuld" -> sowas gehört in den Kindergarten.
Bei ihm ist immer (!) ein "Aber" dabei, obwohl ihn Senna am Ende seiner Tage sogar die Hand gereicht hat - was, kennt man Senna, eine ehrliche Geste war - nicht wie jene erzwungenen vorher -, mit der er auch Frieden schaffen wollte.

Jetzt wo Senna tot ist, immer und immer wieder nachzutreten, und die Geschichte "einseitig" wiederzugeben, ist einfach nur erbärmlich und stillos. Sorry...

Für eine vernünftige Analyse gehören eben mal dazu BEIDE (!) Seiten zu beleuchten, und Prost hat da weit weit mehr Dreck am Stecken, was er immer wieder verzweifelt versucht zu vertuschen.

Dass ihm soviele auch noch glauben, zeigt nur wieder, dass man manchen Leuten wirklich alles erzählen kann, und sie glauben es.

@ bolfo

"Was Senna groß gemacht hat..."

Wow, alle Achtung... da fehlen mir dann doch die Worte, zeigt aber leider auch auf, wie ernst man dich in einer Diskussion bezüglich 1994 nehmen kann. Dachte mir dies aber schon, wenn ich deine einseitigen Gedanken zu diesem Jahr lese.

Senna brauchte einen Prost sicher nicht, er war nur hinderlich... denn ohne Prost, wäre er nicht nur 1989 WM geworden, sondern auch ab 1993 Seriensieger!

Senna empfand Prost "als Herausforderung" - da er der nächstbeste Fahrer im Fahrerfeld war, jemand, an dem man sich orientieren konnte. Nicht zuletzt sagte Senna ja 1994, dass er sich Prost zurückwünschen würde - trotz eines Schumachers.

PS
So sehr ich Prost als Fahrer schätze, und er ist mindestens mit Schumacher auf einer Stufe, so sehr finde ich sein Gejammer unterste Schublade, weshalb mir vor dem Mensch Prost auch jeder Respekt fehlt.
Aber jeder, der in den 80ern bereits Formel 1 Luft schnupperte, kennt ja Prost generellen Charakter - mein Fall sind solche Menschen nicht.
(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon yesyes » 23.04.2019, 22:43

meanmc hat geschrieben:Ich finde das ja schon richtig amüsant - anscheinend hat diese Doku "keiner" hier gesehen... auch Prost erinnert sich anscheinend nicht :idea:

Prost bekommt ausführlich (!), aus meiner Sicht völlig unangemessen und auch fehlleitend und nicht mal ehrlich, Zeit sich in dieser Doku - nebenbei über Senna - zu äussern. Und er trägt leider nicht viel dazu bei diese Doku sehenswerter zu machen, da er sich auch hier wieder nur als "Crybaby" präsentiert!

Prost spart bewusst seine Verfehlungen aus, und meint auch noch Dinge, die ihm "aufgefallen" sind, als gegeben hinzustellen.

Noch schlimmer ist nur "sein" Buch "Senna vs. Prost" oder sein Monaco-Interview zu/über Senna.

Ich finde es absolut schlimm, wie Prost aus dieser Sache immer wieder persönlichen Profit schlagen will, was im Grunde - Alonso und Hamilton machen es seit Jahren vor - viel objektiver und vor allem wahrheitgetreuer, wenn überhaupt, erzählt werden sollte.

Senna würde so nie mit dieser Situation umgehen - auch ein Punkt, wieso Senna diese Persönlichkeit war, die ein Prost nie war oder werden wird!

Nachtreten (und die eigenen Sünden verschleiern) - sowas war noch nie der richtige Weg, aber leider allzu menschlich.

Prost bleibt aber stets bei seinem "Ich hab nix falsch gemacht, der andere war schuld" -> sowas gehört in den Kindergarten.
Bei ihm ist immer (!) ein "Aber" dabei, obwohl ihn Senna am Ende seiner Tage sogar die Hand gereicht hat - was, kennt man Senna, eine ehrliche Geste war - nicht wie jene erzwungenen vorher -, mit der er auch Frieden schaffen wollte.

Jetzt wo Senna tot ist, immer und immer wieder nachzutreten, und die Geschichte "einseitig" wiederzugeben, ist einfach nur erbärmlich und stillos. Sorry...

Für eine vernünftige Analyse gehören eben mal dazu BEIDE (!) Seiten zu beleuchten, und Prost hat da weit weit mehr Dreck am Stecken, was er immer wieder verzweifelt versucht zu vertuschen.

Dass ihm soviele auch noch glauben, zeigt nur wieder, dass man manchen Leuten wirklich alles erzählen kann, und sie glauben es.

@ bolfo

"Was Senna groß gemacht hat..."

Wow, alle Achtung... da fehlen mir dann doch die Worte, zeigt aber leider auch auf, wie ernst man dich in einer Diskussion bezüglich 1994 nehmen kann. Dachte mir dies aber schon, wenn ich deine einseitigen Gedanken zu diesem Jahr lese.

Senna brauchte einen Prost sicher nicht, er war nur hinderlich... denn ohne Prost, wäre er nicht nur 1989 WM geworden, sondern auch ab 1993 Seriensieger!

Senna empfand Prost "als Herausforderung" - da er der nächstbeste Fahrer im Fahrerfeld war, jemand, an dem man sich orientieren konnte. Nicht zuletzt sagte Senna ja 1994, dass er sich Prost zurückwünschen würde - trotz eines Schumachers.

PS
So sehr ich Prost als Fahrer schätze, und er ist mindestens mit Schumacher auf einer Stufe, so sehr finde ich sein Gejammer unterste Schublade, weshalb mir vor dem Mensch Prost auch jeder Respekt fehlt.
Aber jeder, der in den 80ern bereits Formel 1 Luft schnupperte, kennt ja Prost generellen Charakter - mein Fall sind solche Menschen nicht.


...endlich!!
Endlich schreibt jemand die Wahrheit. Dieses Kommentar beschreibt sehr gut wie Prost war.
Die ersten Kommentare haben mich erschrocken. Ich glaube, es jetzt so verzehrt zu sehen, ist nur möglich wenn man zu der Zeit noch zu jung oder nicht geboren war.
Iceman-Kimi auf die Frage, was er von Alonsos mentaler Stärke halte, antwortete er einst: "Ich wüsste nicht, was mich weniger interessiert als das, was der denkt."

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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon bolfo » 24.04.2019, 02:09

meanmc hat geschrieben:@ bolfo

"Was Senna groß gemacht hat..."

Wow, alle Achtung... da fehlen mir dann doch die Worte, zeigt aber leider auch auf, wie ernst man dich in einer Diskussion bezüglich 1994 nehmen kann. Dachte mir dies aber schon, wenn ich deine einseitigen Gedanken zu diesem Jahr lese.

Senna brauchte einen Prost sicher nicht, er war nur hinderlich... denn ohne Prost, wäre er nicht nur 1989 WM geworden, sondern auch ab 1993 Seriensieger!

Senna empfand Prost "als Herausforderung" - da er der nächstbeste Fahrer im Fahrerfeld war, jemand, an dem man sich orientieren konnte. Nicht zuletzt sagte Senna ja 1994, dass er sich Prost zurückwünschen würde - trotz eines Schumachers.


:lol: :lol: :lol: :lol:

Sorry, aber da muss ich lachen. Nur, weil du und einige deiner Kollegen hier eine kollektive Online-Selbstbefriedigung zelebriert (normalerweise hört man oooh Gott, bei euch: oooh Senna), heisst dies noch lange nicht, dass ich nicht objektiv zu 1994 eine Ansicht vertreten kann. Dass gerade aus eurer Ecke kommt, ich würde "einseitige Gedanken" pflegen, ist hier ja der Gipfel des Sarkasmus :lol: Das ist in etwa, als ob mir ein religiöser Fanatiker mitteilen möchte, ich hätte keine Ahnung von Moral und Ethik, weil ich nicht gläubig sei.

Und natürlich brauchte Senna einen Prost. Ebenso, wie Sampras Agassi brauchte, oder Batman den Joker, oder meinetwegen Churchill Hitler, um als Legende in die Geschichte einzugehen. Die Legenden entstehen fast immer gleich: Sie brauchen einen Titanenkampf gegen einen vermeintlich überlegenen (und bösen, deshalb wird Prost von den Senna-Fanatikern derart schlecht eingestuft) Gegner, den sie dann im Kampf um Alles oder Nichts schlagen (manchmal dürfen sie auch tragisch scheitern; und im Idealfall sterben sie nach der gewonnenen Schlacht). Keiner würde mehr heute noch von Churchill reden, hätte er nicht seinen berühmten Gegner gehabt (95% der Menschen kennen doch nicht mal seinen Vorgänger im Amt, und seinen Nachfolger ebenso wenig), keiner würde Batman als Helden sehen, würde er es in Geschichten mit Handtaschendieben aufnehmen. Eine Legenden-Story braucht deshalb in der Regel einen Widersacher, den es zu besiegen gilt.

Beweisführend nehme ich gleich mal euch als Referenz. Ihr seid es ja, die ständig unterstellt, Schumacher habe eigentlich niemanden schlagen müssen. Ihr seid es ja, die seine 91 Siege und 7 Titel relativiert. Ihr seid ja die, die ihm unterstellen, er habe sich nie den Besten stellen müssen. Warum wird immer Sennas Jahr 1993 hervorgekramt, wenns um seine Leistungen geht? Weils ein Kampf mit unterlegenem Material war. 1988 erscheint diesbezüglich nur in einem Bruchteil der Argumentation. Nein, es ist das Jahr 1993. Und das ist kein Zufall. Emotionen spielen bei der Legendenbildung immer eine Rolle - mehr als Erfolg an sich. Wer interessiert 1993, wenn Senna Hill schlägt? Niemanden.

Wen hätte Senna denn schlagen sollen, um als Legende einzugehen? Etwa Berger? Wow, ja, das macht ihn definitiv zur Legende :lol: Ja, Senna brauchte Prost. Und insbesondere Sennas Fans brauchten ihn. Damit sie ein Feindsymbol haben, der ultimative Bösewicht, der zusammen mit Balestre ein Komplott gegen Senna schmiedete und deshalb als übermächtig galt. Damit sie immer und immer wieder argumentieren können, Senna habe 1988 im direkten Duell Prost, den damaligen Rekordsieger geschlagen, und ihm auch 1993 mit minderwertigem Material das Leben schwer gemacht.

Dies ist eben genau der Punkt, weshalb Schumacher immer wieder relativiert wird: Weil er keinen solchen Gegner hatte zu seinen besten Zeiten. Hill war schlechter als Senna, Häkkinen zu wenig namhaft, Villeneuve ein Schwätzer, Räikkönen zu blass. Es ist dann auch so, dass Alonso immer wieder als Grosser gesehen wird, weil er 2006 Schumacher mit ebenbürtigem Material geschlagen hat. Der Titel 2005 gegen Räikkönen ist doch schon fast irrelevant. Denn dort hat noch jeder gesagt, er habe eh nur wegen den Michelin-Latschen gewonnen, und das gegen einen Räikkönen, der bis dahin genau zwei Rennen gewonnen hatte. 2006 jedoch musste er Schumacher, den grossen Champion und Dominator des letzten Jahrzehnts, direkt auf der Strecke schlagen. Dies hat ihn zum Mega-Star gemacht. Gleiches gilt für Hamilton. 2007 hat ihn zum Star gemacht. Und nicht 2008. Niemanden interessiert es, dass er Kovalainen geschlagen hat, und niemanden interessiert es, dass er Massa schlagen musste. Deshalb wird 2007 - obschon er nicht mal den Titel gewonnen hat - als sein Paradejahr, und eben nicht 2008, welches von vielen sogar als wesentlich schwächer eingestuft wird. Aber der Krieg der Sterne war damals wesentlich faszinierender, emotionaler, nervenaufreibender als ein Jahr 2008, welches von Fehlern aller Top-Fahrer (bis auf Kubica) geprägt war.

Also, brauchte Senna Prost? Definitiv: Ja. Nicht umsonst gilt dies nach wie vor als grösstes Duell in der Geschichte der Formel 1. Erst dieses Duell hat Senna zur Ikone gemacht. Es ist dann auch kein Zufall, dass Senna in den allermeisten Bildern eben im McLaren gezeigt wird, und eben nicht im Toleman, Lotus oder Williams.
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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon Turbo79 » 24.04.2019, 09:30

Was den Senna Film betrifft, hat Prost nicht unrecht. Ein Heiliger wie im Film dargestellt war Senna ganz sicher nicht. Deshalb hat er von Mansell in Belgien 1987 auch mal einen Faustschlag abbekommen... :lol:

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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon schumi791 » 25.04.2019, 20:17

meanmc hat geschrieben:
Senna brauchte einen Prost sicher nicht, er war nur hinderlich... denn ohne Prost, wäre er nicht nur 1989 WM geworden, sondern auch ab 1993 Seriensieger!

Ja wäre er, ohne echte Konkurrenz wie wir Schumacherfans es uns regelmäßig von euch Sennafans anhören müssen. :rotate:
Gerade eure Argumentation gegen Schumacher ist der perfekte Beweis dafür, dass Senna Prost für die Legendenbildung brauchte. Ansonsten könntet ihr diese Argumentationsschiene nicht fahren.

Senna empfand Prost "als Herausforderung" - da er der nächstbeste Fahrer im Fahrerfeld war, jemand, an dem man sich orientieren konnte. Nicht zuletzt sagte Senna ja 1994, dass er sich Prost zurückwünschen würde - trotz eines Schumachers.

Natürlich wünscht man sich den Gegner zurück, dem man seinen guten Ruf verdankt. Gegen Schumacher zu verlieren würde Sennas Status ja nur schmälern. Vorallem 1994, wenn man in das beste Team wechselt und einem dieser Schumacher plötzlich deutlich mehr Probleme bereitet, als man im Vorfeld angenommen hat. Nach 3 Rennen 30 Punkte Rückstand zu haben, damit hat Senna nun nicht unbedingt gerechnet.

PS
So sehr ich Prost als Fahrer schätze, und er ist mindestens mit Schumacher auf einer Stufe, so sehr finde ich sein Gejammer unterste Schublade, weshalb mir vor dem Mensch Prost auch jeder Respekt fehlt.
Aber jeder, der in den 80ern bereits Formel 1 Luft schnupperte, kennt ja Prost generellen Charakter - mein Fall sind solche Menschen nicht.

Naja Sennas Revanchefoul 1990 zeugt ja nun auch nicht von Charakterstärke. Das war ein plumpes "Wie du mir, so ich dir." und nichts anderes. Er hätte ihn ja auf der Strecke bezwingen und somit aller Welt zeigen können, dass er solche Mätzchen nicht nötig hat.

Zu Prosts Kommentar zum Film.
Ja ich stimme ihm in der Hinsicht vollkommen zu, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre, wäre der Macher von dem Schwarz-Weiß Bild weggekommen und hätte mehr aus den einzelnen Jahren herausgeholt.
1994 und Schumacher als neuen, potenziellen Gegner, dessen Duell wir leider beraubt worden sind. Das wäre eine Perspektive gewesen wo der Film zusätzlich stark hätte punkten können, was aber sträflich ignoriert wurde. Wie denkt Senna über seinen kommenden jungen Rivalen Schumacher und wie stark schätzt er ihn ein? Interessante Fragen auf die der Film keine Antwort liefert, die aber so ziemlich jeden wohl interessiert hätten. Schlielich war sich Senna ja schon 1992 durchaus bewusst, dass Schumacher sein Rivale der Zukunft sein würde. Stattdessen reiht sich dieser Film in die unzähligen Schwarz-Weiß Darstellungen des Duells Senna vs Prost ein. Jemand der diese Doku schaut um einen Eindruck von Senna zu bekommen, der muss nach Ende des Films den Fahrer Prost verachten und Senna als den "Held" betrachten. Das Foul 1990 wird ja auch nur kurz und unkritisch behandelt, da es ja "gerechtfertigt" sei. Jedoch ist es genau das nicht.
Michael Schumacher will always be the greatest!
http://www.youtube.com/watch?v=Ka5FCLy14Uw
1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004

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Re: Rivale Alain Prost verrät: Deshalb hasst er den Senna-Film

Beitragvon bolfo » 25.04.2019, 23:50

schumi791 hat geschrieben:
meanmc hat geschrieben:
Senna brauchte einen Prost sicher nicht, er war nur hinderlich... denn ohne Prost, wäre er nicht nur 1989 WM geworden, sondern auch ab 1993 Seriensieger!

Ja wäre er, ohne echte Konkurrenz wie wir Schumacherfans es uns regelmäßig von euch Sennafans anhören müssen. :rotate:
Gerade eure Argumentation gegen Schumacher ist der perfekte Beweis dafür, dass Senna Prost für die Legendenbildung brauchte. Ansonsten könntet ihr diese Argumentationsschiene nicht fahren.


Richtig. Meine Worte. Es ist halt so, dass Legenden überwiegend in den Niederlagen geboren werden oder wenn sie unter schwierigsten Umständen Bestleistungen erbringen. Eben so wie Senna 1993. Wäre er im Williams damals von Sieg zu Sieg gefahren, wäre dies ja nur halb so dramatisierbar. Im besten Auto wärs ja keine Kunst gewesen. Das Jahr 1993 ist extrem wichtig für den Senna-Mythos. Vielleicht wichtiger als 1988 und 1989. Der böse Prost, dank Klausel konkurrenzlos im besten Auto, und Senna, der ihm trotz allem das Leben schwer macht. Hollywood könnte nicht besser an einer Legendengeschichte schreiben. Und dazu brauchte er Prost.


Senna empfand Prost "als Herausforderung" - da er der nächstbeste Fahrer im Fahrerfeld war, jemand, an dem man sich orientieren konnte. Nicht zuletzt sagte Senna ja 1994, dass er sich Prost zurückwünschen würde - trotz eines Schumachers.

Natürlich wünscht man sich den Gegner zurück, dem man seinen guten Ruf verdankt. Gegen Schumacher zu verlieren würde Sennas Status ja nur schmälern. Vorallem 1994, wenn man in das beste Team wechselt und einem dieser Schumacher plötzlich deutlich mehr Probleme bereitet, als man im Vorfeld angenommen hat. Nach 3 Rennen 30 Punkte Rückstand zu haben, damit hat Senna nun nicht unbedingt gerechnet.


Vor allem ist das auch leicht gesagt, wenn man nun im "Wunschauto" sitzt. Ob er ihn sich wirklich zurückgewünscht hätte, wenn er 1994 dafür im McLaren-Peugeot hätte vorlieb nehmen müssen? Wohl kaum.

Ich denke dann auch nicht, dass Senna dies gesagt hat, weil er Schumacher unterschätzte. Im Gegenteil: Das waren gezielte Nadelstiche gegen Schumacher. Senna wusste genau, dass er da nun einen Gegner hatte, der vielleicht stärker sein würde als es Prost jemals war. Das sah man auch an den Reaktionen, bereits 1992 und 1993. Gegen kaum einen anderen Fahrer hat sich Senna so verbissen gewehrt, auf der Strecke den Meister markiert. Der wusste genau, dass mit Schumacher nun die "neue" Generation kommt, die richtig gut sein würde. Mit Schumacher war erstmals ein Fahrer da, der ernsthaft Ambitionen hatte, Senna direkt auf der Strecke zu schlagen, auch speedmässig über ein Rennen, und zwar regelmässig.

Man tut sich hier zu leicht, Schumacher niederzureden, mit irgendwelchen Statistiken. Ausschlaggebend ist 1994. Senna so richtig unter Druck, weil die Saison völlig anders begonnen hat als angenommen. Mit einem überraschend guten Benetton-Team, welches mit Schumacher ernsthafte Ambitionen hatte, um den Titel zu fahren. So hatte er sich 1994 sicher nicht vorgestellt.

PS
So sehr ich Prost als Fahrer schätze, und er ist mindestens mit Schumacher auf einer Stufe, so sehr finde ich sein Gejammer unterste Schublade, weshalb mir vor dem Mensch Prost auch jeder Respekt fehlt.
Aber jeder, der in den 80ern bereits Formel 1 Luft schnupperte, kennt ja Prost generellen Charakter - mein Fall sind solche Menschen nicht.

Naja Sennas Revanchefoul 1990 zeugt ja nun auch nicht von Charakterstärke. Das war ein plumpes "Wie du mir, so ich dir." und nichts anderes. Er hätte ihn ja auf der Strecke bezwingen und somit aller Welt zeigen können, dass er solche Mätzchen nicht nötig hat.


Nur, dass dies anders verkauft wird. "Mitschuldig" sind hierbei natürlich auch die nach seinem Tod erschienenen Bücher, welche die Lage nur sehr einseitig darstellen. Sturm beispielsweise ist wohl eine der grössten Senna-Fans. Gerade objektiv ist das Buch nicht. Es ist ja dann auch nicht so, dass die Mehrheit der Experten Sennas Revanchefoul geduldet hätte. Stewarts Angriff auf Senna ist ja legendär.

Hier wird viel zu wenig darauf eingegangen, wie gespalten damals die F1 war. Entweder man liebte Prost, oder man hasste ihn. Ebenso liebte man entweder Senna, oder man hasste ihn. Er hatte auch "nicht nur" Fans. Und es ist ja keinesfalls so, dass Prosts Fans auch nur ansatzweise ein gutes Haar an Senna lassen würden. Dort wird genau gleich über Senna geredet, wie aus der Senna-Ecke über Prost geredet wird.

Ich selbst bin indes bekennender Senna-Fan. Aber eben kein Fanatiker. Ich finde Prost nicht destotrotz absolut genial. Auch wenn ich nie für ihn war. Ich finde es lächerlich, dass man in der Sport-Welt immer die Konkurrenz derart niederreden muss, anstatt dem Gegner auch den Respekt zu zollen, den er verdient.

Denn, und so ehrlich bin ich, wenn es einen Fahrer gibt, mit dem ich NICHTS anfangen konnte, dann wars Schumacher. Für mich war dies vor allem zu Beginn immer ein arroganter Schnösel, und ich möchte ihn bis 2006 nicht im geringsten. Eine kurze Symapthiephase hatte ich lediglich 1998, weil er gegen die übermächtig scheinenden McLaren phänomenal fuhr und der einzige Grund war, weshalb die Saison überhaupt spannend wurde. Dennoch wäre es mir nie in den Sinn gekommen, Schumachers Fahrkünste in Frage zu stellen und seine Erfolge niederzureden. Ja, ich sage auch, er ist erfolgsmässig dank Sennas Tod etwas "zu gut" davon gekommen, so wie Hamilton jetzt wegen der Mercedes-Dominanz. Aber das ändert ja nichts am Können Schumachers. Er kann ja nichts dafür, dass nach Sennas Tod keiner auch nur ansatzweise auf seinem Level fuhr.

Wenn dies Schumachers Erfolge schmälern soll, dann müsste es folglich auch Sennas Titel ab 1994 schmälern, welche dann ohne Prost im besten Auto zustande gekommen wären.
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