"Echtes Interesse" von Neueinsteigern: Formel 1 bald wieder mit zwölf Teams?

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bolfo
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Re: "Echtes Interesse" von Neueinsteigern: Formel 1 bald wieder mit zwölf Teams?

Beitragvon bolfo » 19.03.2019, 22:00

Mithrandir hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Genau deswegen war auch keiner der beiden bereit, Red Bull zu beliefern. Diese Bereitschaft wäre solange da gewesen, wie man nicht selbst hätte um Siege fahren können.

Da würde ich immer noch eine große Mitschuld von Red Bull sehen, bzw deren Umgang mit dem Partner Renault. Wenn absolut keine Chance auf einen positiven Effekt der Partnerschaft besteht, dann geht man sie nicht ein. Es hat sich gezeigt, dass alle Erfolge mit dem Chassis begründet werden bei Red Bull während Misserfolge dem Partner angelastet werden, teilweise mit Unterstellungen der Ungleichbehandlung. Es macht einfach den starken Eindruck, als hätte es überhaupt keinen Nutzen für den Hersteller.
Dass Williams zu Beginn der Hybridära wieder nach vorn kam und die besten Topspeeds hatte war Werbung für Mercedes. Auch wenn sie natürlich keine Konkurrenz um den Titel waren.


Naja, ich bezweifle, dass da wirklich Interesse vorhanden war. Das Verhalten von RBR hat man da auch etwas vorgeschoben. Aber ehrlich: Wer investiert total fast eine Milliarde in die Entwicklung eines Motors und beliefert dann die direkte Konkurrenz? Niemand würde das tun. Und genau das ist das Problem. Sowas könnte man keinem Aktionär erklären.


bolfo hat geschrieben:Wichtig ist, dass eine Budgetgrenze kommt, die die Chancengleichheit erhöht. Es muss sich wieder lohnen, selbst das Auto zu entwickeln. Es muss wieder möglich sein, dass McLaren selbst ein Auto entwickeln kann, dass schneller als ein Ferrari ist.

Das Haas Prinzip finde ich zwar legitim und nicht verwerflich, aber hier bin komplett bei dir. Man hätte unendliche Möglichkeiten mit Budgetdeckel, beispielsweise könnte man das Mindestgewicht problemlos auf 600kg senken, wie es in einer News angedeutet wurde, solange das Fahrergewicht festgeschrieben bleibt. Dann könnten alle mit gleichen oder ähnlichen Mitteln versuchen, wie nah sie dem Zielwert kommen, das wäre wirklich eine Herausforderung.


Ich finde es auch nicht verwerflich, aber idiotisch von der Formel 1 her. Es kann doch nicht sein, dass man sich als Entwicklerserie sieht, und es dann zulässt, dass ein Team einfach das Material von anderen kauft. Das Resultat sehen wir ja gerade jetzt: Haas ist wesentlich stärker als Racing Point, McLaren und Williams, die selbst entwickeln. Das führt die ganze F1 ad absurdum. Wenn man mit "wenig" Geld ein besseres Auto hinstellen kann als andere, die selbst entwickeln, dann stimmt einfach was nicht. Spätestens dann ist die "Herstellerserie" F1 buchstäblich im Arsch.

Was es braucht, ist ein Reglement, das die finanziellen Unterschiede verkleinert und die Konkurrenzdichte erhöht. Es kann doch nicht sein, dass von nun an nur noch die 3 Grossen gewinnen, weil sie einfach das Dreifache aller anderen investieren. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann ich die Glotze abschalten, weil ich eh weiss, wer gewinnt.



bolfo hat geschrieben:Ich bezweifle indes aber, dass ein Einstieg jetzt weniger kostenintensiv wäre, als wenn man einfach unter einem Budgetdeckel ein wesentlich einfacheres Motorenkonzept bringen würde.

Das bezweifle ich auch, aber ich mag die drehmomentstarken Effizienzwunder und will die kleinen Ingenieurs-Meisterwerke behalten :wink2:


Wetten, dass wir nicht wesentlich schwächere Motoren mit wesentlich weniger Kosten hätten? Am Ende hat z.B. Ferrari auf 2015 hin 150 Millionen Euro über den Winter investiert, um den Motor um gut eine Sekunde schneller zu machen. Sorry, aber das ist krank. Die wahrhaftige Ingenieursleistung ist am Ende doch, aus begrentzen Mitteln das Beste zu holen, und nicht einfach die Konkurrenz über ein Dreifaches Budget zu distanzieren.

Es muss ja nicht mal sein, dass man die aktuellen Triebwerke ersetzt. Es sollte aber zumindest sein, dass ein fünftes, neutrales Triebwerk erhältlich ist, welches ohne Herstellerinteressen verkauft wird. Und dieses Triebwerk sollte konkurrenzfähig sein. Dann hätten wenigstens Kundenteams - unabhängig - auch eine Möglichkeit.
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Re: "Echtes Interesse" von Neueinsteigern: Formel 1 bald wieder mit zwölf Teams?

Beitragvon afa1515 » 20.03.2019, 17:51

bolfo hat geschrieben:Die Alternative ist eine Budgetdeckelung. Es kann doch nicht sein, dass wir von nun an festgeschrieben haben, dass bloss Mercedes, Ferrari und Red Bull gewinnen können, nur weil sie das Dreifache des Budgets aller anderen investieren. Dann nützt mir auch ein spannendes Mittelfeld nichts, wenn ich bereits weiss, was an der Spitze passiert. Am Ende schaut man die F1, um zu erleben, wer gewinnt, und nicht, um zu schauen, wer um P7-16 fährt. Das tollste Mittelfeld bringt nichts, wenn vorne alles entschieden ist.


Es wäre zwar schön, aber es ist doch alles nur Hätte-Wäre-Wenn.
Fakt ist, dass der ursprüngliche Budgetcap von 150 Mio. auf 200 Mio. erhöht wurde, und sich laut aktueller Gerüchte ja sogar Richtung 250 Mio. bewegen dürfte. In diesem Bereich würden wiederum nur die Topteams fallen und eventuell noch Renault und McLaren.
Die "Nachzügler" würden das benötigte Geld einerseits nur schwer aufbringen können und andererseits würden derwegen noch Teile der "A-Teams" übernehmen, weil man einfach weiß, dass diese funktionieren bzw. eventuell gar nichts selbst herstellen kann (als Erinnerung die kürzliche Getriebe-Diskussion). Außerdem bezweifle ich auch kaum, dass Mercedes, Ferrari und Red Bull nicht Wege finden, doch noch irgendwie einen Vorteil rauszuholen.

Natürlich wär's schön, wenn 20 Autos um Siege kämpfen - aber ich bleibe da realistisch und genieße vorerst das schöne Battle der Formel 1.5

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Re: "Echtes Interesse" von Neueinsteigern: Formel 1 bald wieder mit zwölf Teams?

Beitragvon bolfo » 20.03.2019, 21:03

afa1515 hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Die Alternative ist eine Budgetdeckelung. Es kann doch nicht sein, dass wir von nun an festgeschrieben haben, dass bloss Mercedes, Ferrari und Red Bull gewinnen können, nur weil sie das Dreifache des Budgets aller anderen investieren. Dann nützt mir auch ein spannendes Mittelfeld nichts, wenn ich bereits weiss, was an der Spitze passiert. Am Ende schaut man die F1, um zu erleben, wer gewinnt, und nicht, um zu schauen, wer um P7-16 fährt. Das tollste Mittelfeld bringt nichts, wenn vorne alles entschieden ist.


Es wäre zwar schön, aber es ist doch alles nur Hätte-Wäre-Wenn.
Fakt ist, dass der ursprüngliche Budgetcap von 150 Mio. auf 200 Mio. erhöht wurde, und sich laut aktueller Gerüchte ja sogar Richtung 250 Mio. bewegen dürfte. In diesem Bereich würden wiederum nur die Topteams fallen und eventuell noch Renault und McLaren.
Die "Nachzügler" würden das benötigte Geld einerseits nur schwer aufbringen können und andererseits würden derwegen noch Teile der "A-Teams" übernehmen, weil man einfach weiß, dass diese funktionieren bzw. eventuell gar nichts selbst herstellen kann (als Erinnerung die kürzliche Getriebe-Diskussion). Außerdem bezweifle ich auch kaum, dass Mercedes, Ferrari und Red Bull nicht Wege finden, doch noch irgendwie einen Vorteil rauszuholen.

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Nun, es muss und soll auch nicht jeder konkurrenzfähig sein. Das wäre auch unsinnig. Aber nur schon eine Budgetdeckelung auf 250 Millionen Euro würde das Feld massiv zusammenführen. Bereits dann hätten Renault und McLaren den Anschluss geschafft, und andere Teams wären wesentlich näher dran (heisst sie haben mehr als 50% des Budgets der anderen).

Ideal erachte ich ein Budget von 200 Millionen Euro. Dann könnten die anderen Teams bis auf 75% rankommen. Mit 250 könnte ich immer noch mehr als gut leben.
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