Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

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Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Redaktion » 06.03.2018, 17:58

Der Shitstorm gegen Carmen Jorda geht in die nächste Runde: Jenson Button findet, die Spanierin sollte mal gegen Danica Patrick im Kraftraum antreten
Carmen Jorda

Carmen Jorda hält die Formel E nach ihrem Test für Frauen geeignet

Carmen Jorda hat sich wieder einmal ins Fettnäpfchen gesetzt und bei einigen ihrer Fahrerkollegen für Kopfschütteln gesorgt. Die Spanierin hatte nach ihrer Testfahrt in einem Formel-E-Boliden erklärt, dass weibliche Pilotinnen lieber in die Elektroserie gehen sollen, anstatt auf die Formel 1 zu schauen. Damit schloss sie an ihre Aussagen im vergangenen Jahr an, als sie erklärte, Frauen würden es im gleichen Wettbewerb nie mit Männern aufnehmen können.

"Wir Frauen haben in der Formel 2 und Formel 1 ein physisches Problem, das wir meines Erachtens nach in der Formel E nicht haben", erklärte sie jüngst und pinkelte damit Frauen und Formel-E-Piloten gleichermaßen ans Bein. Zum einen wiederholte sie damit das Vorurteil gegenüber Frauen im Motorsport, zum anderen wertete sie damit die Leistung der Fahrer in der Elektrorennserie ab.

Der nächste Shitstorm wartete daher nicht lange auf die Spanierin, die sich bereits nach ihrer Forderung nach einer eigenen Formel 1 für Frauen starker Kritik auszusetzen hatte. "Ich bin beides gefahren, und das Formel-E-Auto ist für Fahrer und Teams sehr schwierig zu verstehen. Ich denke, dass mir alle hochangesehenen Fahrer in der Formel E zustimmen würden, aber sie weiß es vermutlich besser ...", ärgert sich etwa Robin Frijns über Jorda. Der Niederländer war Testpilot bei Sauber und Caterham und trat in der Formel E zwei Jahre für Andretti an.

Für Unverständnis sorgte zuletzt die Entscheidung, Jorda in die Frauen-Kommission der FIA zu berufen - trotz ihrer zuvor getätigten Aussagen. Dass sie sich nun in ihrer Rolle erneut so negativ äußert, stößt Leena Gade sauer auf, die als Renningenieurin dreimal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. "Wir sollten Frauen und Mädchen eigentlich zum Motorsport ermutigen", sagt die Britin.

"Deine Kommentare haben aber das Feld der Formel E und ihre hohe Konkurrenzfähigkeit abgewertet. Zudem hast du jungen Mädchen gesagt, dass sie nicht danach streben sollten, die besten Gegner zu besiegen, sondern einfachere Wege zu finden", so Gade weiter. Jordas Worte würden nicht die Meinung der Frauen-Kommission widerspiegeln: "Du darfst deine eigene Meinung haben, und das respektiere ich, aber benutze nicht den Namen der Kommission, um sie zu rechtfertigen, wenn sie der Message und unserer Arbeit widersprechen."

Jordas Argumente fußen vor allem auf den körperlichen Nachteilen von Frauen gegenüber Männern. "Wir haben 30 Prozent weniger Muskeln", stimmt Tatiana Calderon zwar zu, "aber das heißt nicht, dass wir das nicht mit Training kompensieren könnten", so die Kolumbianerin, die heute zur Testfahrerin von Sauber ernannt wurde. "Es gibt keine körperliche Barriere", ist sie überzeugt. Denn in der GP3-Serie, wo es keine Servolenkung gibt, kam sie auch gut zurecht - und die gilt auch als körperlich anstrengend.

"Manchmal setzt man sich eben seine eigenen Grenzen", meint Calderon in Richtung Jorda. Und dass sich Frauen nicht verstecken müssen, sagt ausgerechnet Fitness-Freak Jenson Button, der als fittester Fahrer der Formel 1 galt. Er verweist auf eine bekannte Dame im US-Rennsport: "Man sollte Danica Patrick mal danach fragen, was es heißt, stark genug für ein Auto zu sein", schreibt der Brite auf Twitter.

Er ist überzeugt: "Sie würde mir im Kraftraum Feuer unter dem Hintern machen, und sie ist vermutlich so stark wie jeder andere Formel-1-Fahrer im Feld auch. Körperliche Grenzen sind nicht dein Problem, Carmen ..."


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Zuletzt geändert von Redaktion am 06.03.2018, 18:00, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Pentar » 06.03.2018, 20:36

@Jenson Button: :thumbs_up:

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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Pinking » 06.03.2018, 20:40

Redaktion hat geschrieben:[...] Und dass sich Frauen nicht verstecken müssen, sagt ausgerechnet Fitness-Freak Jenson Button, der als fittester Fahrer der Formel 1 galt. Er verweist auf eine bekannte Dame im US-Rennsport: "Man sollte Danica Patrick mal danach fragen, was es heißt, stark genug für ein Auto zu sein", schreibt der Brite auf Twitter.

Er ist überzeugt: "Sie würde mir im Kraftraum Feuer unter dem Hintern machen, und sie ist vermutlich so stark wie jeder andere Formel-1-Fahrer im Feld auch. Körperliche Grenzen sind nicht dein Problem, Carmen ..."
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Danke Jenson. Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer, aber das besagt gar nichts, da keine 100% "Männer-Muskelmasse" erforderlich ist, um einen F1-Boliden am Limit zu bewegen. Insofern bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass das Argument "körperlich benachteiligt" im Motorsport Blödsinn ist.
Ich kenne persönlich eine Triathletin, neben der jeder der aktuellen F1-Fahrer wie ein lasches Würstl ausschauen würde. Die Lady ist komplett durchdefiniert und das natürlich auf Ausdauer, nicht auf Spontankraft wie ein Bodybuilder.
Klar, die Nackenmuskulatur ist bei ihr nicht explizit trainiert, braucht sie auch nicht in ihrem Sport, aber daran würde es sicher auch nicht scheitern, würde sie diesbezüglich ihr Training adaptieren.

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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon harrrys » 06.03.2018, 21:57

Pinking hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:[...] Und dass sich Frauen nicht verstecken müssen, sagt ausgerechnet Fitness-Freak Jenson Button, der als fittester Fahrer der Formel 1 galt. Er verweist auf eine bekannte Dame im US-Rennsport: "Man sollte Danica Patrick mal danach fragen, was es heißt, stark genug für ein Auto zu sein", schreibt der Brite auf Twitter.

Er ist überzeugt: "Sie würde mir im Kraftraum Feuer unter dem Hintern machen, und sie ist vermutlich so stark wie jeder andere Formel-1-Fahrer im Feld auch. Körperliche Grenzen sind nicht dein Problem, Carmen ..."
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Danke Jenson. Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer, aber das besagt gar nichts, da keine 100% "Männer-Muskelmasse" erforderlich ist, um einen F1-Boliden am Limit zu bewegen. Insofern bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass das Argument "körperlich benachteiligt" im Motorsport Blödsinn ist.
Ich kenne persönlich eine Triathletin, neben der jeder der aktuellen F1-Fahrer wie ein lasches Würstl ausschauen würde. Die Lady ist komplett durchdefiniert und das natürlich auf Ausdauer, nicht auf Spontankraft wie ein Bodybuilder.
Klar, die Nackenmuskulatur ist bei ihr nicht explizit trainiert, braucht sie auch nicht in ihrem Sport, aber daran würde es sicher auch nicht scheitern, würde sie diesbezüglich ihr Training adaptieren.

Da steckt jetzt aber viel halbwissen in deinem Post. Der einzige Punkt wo ich dir Recht gebe ist das die Physische belastung von Man und Frau gleichermaßen antrainiert werden kann, sonst würden die meisten F1 Fahrer nicht aussehen wie kleine Buben. Und das mit triathleten lass ich nicht gelten, extreme ausdauersportler sehen alle aus wie "würstl". Spontankraft höre ich auch zum ersten mal, vielleicht meinst du Schnellkraft? Aber das hätte dann mit "purem" Bodybuilding so viel gemeinsam wie MMA und Schach. Nichts für ungut :wink:

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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Iceman24 » 07.03.2018, 10:43

Was die arme Pilotin durchmachen muss wegen ihrer Aussagen #metoo
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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon udotjan » 07.03.2018, 20:00

Carmen Jorda sieht verdammt gut aus. Sie hat also jedes Recht in der F1 einen Top-Vertrag zu ergattern.

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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Pinking » 07.03.2018, 22:51

harrrys hat geschrieben:
Pinking hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:[...] Und dass sich Frauen nicht verstecken müssen, sagt ausgerechnet Fitness-Freak Jenson Button, der als fittester Fahrer der Formel 1 galt. Er verweist auf eine bekannte Dame im US-Rennsport: "Man sollte Danica Patrick mal danach fragen, was es heißt, stark genug für ein Auto zu sein", schreibt der Brite auf Twitter.

Er ist überzeugt: "Sie würde mir im Kraftraum Feuer unter dem Hintern machen, und sie ist vermutlich so stark wie jeder andere Formel-1-Fahrer im Feld auch. Körperliche Grenzen sind nicht dein Problem, Carmen ..."
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Danke Jenson. Frauen haben weniger Muskelmasse als Männer, aber das besagt gar nichts, da keine 100% "Männer-Muskelmasse" erforderlich ist, um einen F1-Boliden am Limit zu bewegen. Insofern bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass das Argument "körperlich benachteiligt" im Motorsport Blödsinn ist.
Ich kenne persönlich eine Triathletin, neben der jeder der aktuellen F1-Fahrer wie ein lasches Würstl ausschauen würde. Die Lady ist komplett durchdefiniert und das natürlich auf Ausdauer, nicht auf Spontankraft wie ein Bodybuilder.
Klar, die Nackenmuskulatur ist bei ihr nicht explizit trainiert, braucht sie auch nicht in ihrem Sport, aber daran würde es sicher auch nicht scheitern, würde sie diesbezüglich ihr Training adaptieren.

Da steckt jetzt aber viel halbwissen in deinem Post. Der einzige Punkt wo ich dir Recht gebe ist das die Physische belastung von Man und Frau gleichermaßen antrainiert werden kann, sonst würden die meisten F1 Fahrer nicht aussehen wie kleine Buben. Und das mit triathleten lass ich nicht gelten, extreme ausdauersportler sehen alle aus wie "würstl". Spontankraft höre ich auch zum ersten mal, vielleicht meinst du Schnellkraft? Aber das hätte dann mit "purem" Bodybuilding so viel gemeinsam wie MMA und Schach. Nichts für ungut :wink:

Keine Ahnung, wie sich diese Eigenschaft des klassischen Bodybuilders nennt. Ich meine, diesbezüglich den Begriff Spontankraft gehört zu haben. Was ich damit meine: Die haben Muskelberge bis zum Abwinken, aber nach wenigen Minuten Belastung geht denen die Puste aus.
Als ich noch dem Klettersport nachgegangen bin, wollte ein Kollege (Bodybuilder) mit an den Fels. Getreu dem Motto: "Pah, ich stemme soundsoviel Kilos, da kann ich auch mein eigenes Gewicht eine Felswand hinauf bringen." Pustekuchen, bei ca. 7m war Schluss mit lustig. Enorm viel Power, aber eben nur für eine kurze Zeit.
Anders die Ausdauersportler, die eben nicht über Muskelberge verfügen, dafür aber ihre Kraft über einen langen Zeitraum hinweg abrufen können.
Insofern hat der Begriff "Spontankraft" bei Bodybuildern für mich Sinn gemacht, ich lasse mich da aber von Dir gerne mit der korrekten Bezeichnung korrigieren.
BTW sehen Triathleten keinesfalls aus wie "Würstl", zumindest nicht gemäß meiner "Würstl-Auffassung". Man hat auch in der F1 einen deutlichen Unterschied im Körperbau zwischen Jenson Button und z.B. Sebastian Vettel oder auch Lewis Hamilton erkennen können. Wer von den Dreien der Fitteste ist/war, steht wohl außer Frage. :wink2:

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Re: Shitstorm für Jorda: "Körperliche Grenzen nicht dein Problem"

Beitragvon Champion_2001 » 07.03.2018, 23:07

"Ich bin beides gefahren, und das Formel-E-Auto ist für Fahrer und Teams sehr schwierig zu verstehen. Ich denke, dass mir alle hochangesehenen Fahrer in der Formel E zustimmen würden, aber sie weiß es vermutlich besser ..."


Da fühlt sich aber jemand kräftig auf den Schlips getreten. Aber mit ihrer Grundaussage, dass die FE physisch deutlich weniger abverlangt als die F1 ist doch faktisch nur richtig.

Die Aussage von Jorda war aber etwas unglücklich. Und den Rat an die Frauen hätte sie woll lieber nicht geben sollen. Es hat weniger mit der Grundkonstitution von Mann und Frau zu tun, dass es so wenige Frauen in den hohen Motorsport Serien gibt. Da kann man mal das Extrembeispiel Schach nehmen. Warum sind Männer hier ebenso soviel dominanter als Frauen? Weil einfach viel mehr Jungs und Männer Schach spielen. So verhält es sich auch im Motorsport. Es gibt einfach viel zu wenige Frauen und Mädchen, die Motorsport treiben. Da muss dann schon viel zusammen kommen, wenn ausgerechnet einer der wenigen Frauen zu den allerbesten gehört...
Klar spielt die Physis eine große Rolle. Aber hier wird nichts abverlangt, was nicht auch Frauen mit Training schaffen könnten. WIr sind ja nicht in der Leichtathletik, wo es von der Anlage einfach einen Unterschied gibt, den Frauen auch mit noch so viel Training nicht überwinden können.


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