Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

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daSilvaRC
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon daSilvaRC » 06.03.2018, 09:51

Connaisseur hat geschrieben:
evosenator hat geschrieben:Ich persönlich brauche keine Unfälle. Mit möglichst vielen Ueberholmanöver und möglichst vielen verschiedenen Grand Prix Sieger wäre ich schon mehr als zufrieden

sign

2012 reloaded, das wär mal was. Und dazu ein Finale wie 2008 in Brasilien (nur mit anderem Ausgang :wink: )



2012 reloaded? Als die Reifen Lotterie, die Pirelli Lakritze hier im Forum so verunglimpft wurden?
Ich dachte wir brauchen betonreifen???
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„Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“

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EffEll
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon EffEll » 06.03.2018, 10:30

Gut.
Ich fasse zusammen:
Kostensenkung und mehr Unfälle. Ja, das Interview ist gekürzt, aber das ist der Inhalt des Artikels.

Ich frage mich gerade, welche konkreten Vorschläge Tost zum zweiten Punkt hat.
Vielleicht hat ja Williams mit ihrer Fahrerpaarung die Lösung?? :lol:
Vielleicht sind die aktuellen Fahrer einfach zu schlau und zu gut?

Sportsmann hat geschrieben:Unfälle, wie beim Alonso Indy 500 letztes Jahr sind spektakulär. Das war ein Erlebnis. Wer keine Unfälle sehen möchte, der ist quasi ein Überfan, weil er den F1-Motorsport in seiner reinsten Art sehen möchte. Möge der schnellere und bessere Pilot gewinnen.
Dass die Serien zu steril sind, liegt meiner Ansicht nach nicht an Strafen, denn die Jungs sind immernoch egoistische Typen. Die wollen überholen, aber sie bekommen leider geringe Chancen, aus vielen Gründen. Teams wollen die optimale Strategie, nicht die Brechstange. Bei Überholmanövern die Reifen zu früh zu ruinieren kostet doch mehr Zeit. Und dann muss Sprit, Motor, Reifen geschont werden. Gut, bei den Reifen hat sich in der Saison 2017 ein bischen was getan, weshalb wir langweilige 1-Stopp-Rennen hatten. Zu guter letzt lässt sich einfach nicht gut folgen, darum wird auch nicht überholt sondern eine Prozession gefahren.
Und auch die Auslaufzonen sind nicht relevant für mehr Action, meine ich.
Ich erinnere mich gern an meine Kindheit *hust* zurück, wo es in Monaco immer ein Ausscheidungsfahren war. Heute kommen fast alle auch dort durch.

Das einzige was Fans noch bleibt sind Unfälle? Einerseits sind die Autos zu gut fahrbar geworden, andererseits gibt es kaum "spektakuläre" Ausfälle durch Technikpech - zumindest bei den Topteams, auf denen die Aufmerksamkeit ruht. Früher platzen Motoren und Rauch signalisierte das kommende Ende eines Aggregats. Heute machts plopp und das System hat ausgeschaltet. Es gibt kein Stottern der Motoren mehr und das Ding rollt aus. Und dann wäre der Faktor Pilot auch noch zu nennen. Die Fahrer die heute Fahren, selbst die schlechteren, sind alle gut ausgebildet und bestens trainiert, das war mal anders.
Ich denke Tost hat Recht wenn er meint, dass es mehr Spektakuläre Dinge in der F1 geben sollte. Er hat auch Recht, dass Crashs interessant sind - wenn sie passieren. Da unterbricht etwas die Langeweile, sehr gut. Aber ich bezweifle, dass Franz Tost daran gelegen ist, mehr Crashs zu produzieren - auch wenn der hier zusammenkonstruierte Artikel mit dem Gedanken spielt. Wenn Crashs natürlich passieren und kein Mensch zu Schaden kommt, dann sehe auch ich hin - zwangsläufig, man kann sich kaum dagegen wehren. Unfälle die schlecht ausgehen brauche ich hingegen nicht, die Olympischen Spiele machen mich noch fertig. Erst bei den Sommerspielen in Brasilien stürzt eine Radfahrerin (Annemiek van Vleuten) und jetzt bei den Winterspielen schlägt eine Skicrosssportlerin (India Sherret) auf den Schnee - beide bewegen sich nicht mehr. Da dreht sich der Magen um - mir zumindest. Leider weiss ich bis heute nicht wie es India Sherret geht. Wer Drama durch Unfälle will, der ist unmenschlich und sollte besser keine Verantwortung für andere übernehmen dürfen - das unterstelle ich jedoch keinem.

Einfach nur :thumbs_up:
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supertri
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon supertri » 06.03.2018, 10:44

Einfach nur :thumbs_up:


:thumbs_up: :thumbs_up: :thumbs_up:

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Formel-1-Fan » 06.03.2018, 13:12

Die Frage ist doch: Wie definiert man überhaupt "Unfall"? Fallen Autos, die sich von Strecke drehen und im Kies stecken bleiben auch darunter? Ich für meinen Teil kann nicht verleugnen, dass Unfälle bzw. die Möglichkeit von Unfällen einen Teil der Faszination ausmacht, wobei ich aber subjektiv auch nicht den Eindruck habe, dass diese wesentlich weniger geworden sind als früher. Der springende Punkt ist: Auch ich gehöre zu denen, die nicht unbedingt alle Autos im Ziel sehen müssen. Ob nun durch Unfälle oder durch technische Ausfälle, Tatsache ist doch, dass höhere Anzahl an Ausfällen früher ebenfalls zur Spannung beigetragen hat. Und ja, daran könnte man arbeiten.

Warum sehen wir kaum noch technische Ausfälle? Weil zur (vermeintlichen) Kostenersparnis Regeln erlassen werden, denen zufolge Teil X eine Zahl Y an Rennen halten muss. Die Folge ist, dass der Fokus in der Entwicklung mehr auf die Zuverlässigkeit als auf Geschwindigkeit/Motorleistung gelegt wird. Früher, als es diese Einschränkungen noch nicht gab, wurde auf bedingungslosen Speed hin entwickelt und die Autos überspitz gesagt so konstruiert, dass sie kurz nach der Zieldurchfahrt auseinanderfielen - oder eben auch manchmal davor schon. Mögliche Maßnahme: Budgetdeckelung drauf, Beschränkungen hinsichtlich Anzahl der Motoren etc. aufheben, und wir könnten wieder dahin zurückkommen.

Unfälle, Dreher etc.: Wie schon erwähnt, kommen die Autos heute mitnichten seltener von der Strecke ab als früher, nur hat man heute eben asphaltierte Auslaufzonen, sodass man problemlos weiterfahren kann. Nicht zuletzt deswegen bekommen wir viele Ausritte gar nicht wirklich mit bzw. haben Sie kurz nach dem Rennen wieder vergessen, während es früher der sein Rennen beendende spektakuläre Dreher ins Kiesbett durch Fahrer X in Runde Y gewesen wäre.

Das Einzige, wo ich wirklich sehe, dass Unfälle aktiv zu verhindern versucht werden, ist das Nichtaustragen von Regenrennen. Denn es war auch früher so, dass bei starkem Regen nur 5-8 Autos ins Ziel kam, z.B. Spa 1998, nur hat damals keiner einen Rennabbruch gefordert. Dass die heutigen Autos im Regen sooo viel unfahrbarer sind als 1998, das glaube ich dann auch nicht. Nur tut man eben heute alles, um Ausfälle zu vermeiden.

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon theCraptain » 06.03.2018, 13:45

Brauche ebenfalls keine Unfälle, da habe ich schon zu viele gesehen die übel ausgegangen sind. Die Lösung liegt, wie schon von einigen Kollegen ähnlich formuliert, primär im Reglement. Weg mir dieser Drcksregel von wegen 3 PU/Saison, konsequente Einhaltung von Track Limits am besten über Kiesbetten, Regulierung der Aero primär was den Frontwing betrifft, kleinere und leichtere Kisten und weg mir der Durchflussbegrenzung und gerne leistungsstärkere Motoren die man auch über mehrere Runden am Stück voll belasten kann. Dann braucht man keine Unfälle, da wäre Action genug.

Simtek hat geschrieben:Solange immer min. ein Toro Rosso Pilot aus dem Rennen gerissen wird, ist die Idee :thumbs_up:
:mrgreen:

:-P :thumbs_up:
Früher war gar nix besser, ausser der Motorsport.

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Pentar » 06.03.2018, 15:16

A Technische & durch Fahrfehler bedingte Ausfälle - Ja.
B Kontakte, Kollisionen & Karambolagen - Ja.
C Krasse Unfälle & harte Einschläge - Nein, das möchte ich definitiv nicht sehen.

Ein sehr, sehr heikles Thema - denn aus B wird ganz schnell C - mit dessen Folgen.
Das möchte ich nicht & verzichte lieber auf B...

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Iceman24 » 06.03.2018, 16:09

Pentar hat geschrieben:A Technische & durch Fahrfehler bedingte Ausfälle - Ja.
B Kontakte, Kollisionen & Karambolagen - Ja.
C Krasse Unfälle & harte Einschläge - Nein, das möchte ich definitiv nicht sehen.

Ein sehr, sehr heikles Thema - denn aus B wird ganz schnell C - mit dessen Folgen.
Das möchte ich nicht & verzichte lieber auf B...


Spektakuläre Unfalle wollen die meisten Leute sehen, inklusive mir. Das stütze ich darauf, was ich von Leuten höre, die ab und an mal Motorsport verfolgen. Es ist ein natürliches Verhalten. Darum bildet sich auch immer Stau bei Autounfällen, selbst wenn diese auf der Gegenfahrbahn geschehen.
Ich will die Fahrer auch sicher aussteigen sehen, aber das geht zum Glück heutzutage. Man müsste nur die Wände etwas Näher ziehen und wieder Kies anstatt Asphalt einbauen. Jetzt hat man ja Halo, da gräbt sich das Cockpit deutlich weniger ein und die Wagen sind ja so produziert, dass es keine sonstigen Probleme mehr geben sollte.

Hatte gerade vor ein paar Tagen in einem anderen Thread aus einem Interview mit Sir Sterling Moss zietiert, auf die Frage, was er von der neuen Strecke in Silverstone halte:

DB: What about Silverstone? That track has changed a lot over the years.

Silverstone now is a wreck. To me, it is really a boring circuit. This is motor racing. If you want something safe, you play tennis. You shouldn't come and play in our court, you know what I mean? And it really annoys me that the important people in the clubs and organizations, they go and build something like the new Silverstone. It's a disaster. If you go around it today, there is very little exhilaration. Every corner has spin-off areas. What the hell? If they'd put bit of wall there, that'd make racing a hell of a lot more interesting. When I started racing, remember, there were no places in England except the Isle of Man, and so you go across Europe and you start seeing really good circuits, which are so much more challenging. They really are.


EffEll hat geschrieben:Gut.
Ich fasse zusammen:
Kostensenkung und mehr Unfälle. Ja, das Interview ist gekürzt, aber das ist der Inhalt des Artikels.

Ich frage mich gerade, welche konkreten Vorschläge Tost zum zweiten Punkt hat.
Vielleicht hat ja Williams mit ihrer Fahrerpaarung die Lösung?? :lol:
Vielleicht sind die aktuellen Fahrer einfach zu schlau und zu gut?


Die Lösung ist ganz einfach. Geringere Auslaufzonen und mehr Kies und schon haben wir wieder mehr Kollisionen. Dazu die Fahrer etwas freier fahren lassen, sodass sie nicht die ganze Zeit sparen müssen.
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Pentar » 06.03.2018, 18:16

Iceman24 hat geschrieben:Spektakuläre Unfalle wollen die meisten Leute sehen, inklusive mir. Das stütze ich darauf, was ich von Leuten höre, die ab und an mal Motorsport verfolgen. Es ist ein natürliches Verhalten. Darum bildet sich auch immer Stau bei Autounfällen, selbst wenn diese auf der Gegenfahrbahn geschehen...


Auch wenn es OT ist:
Tja, dann habe ich wohl ein anderes "natürliches Verhalten", als "andere Leute".

Für mich ist es ein Desaster, wenn eine Familie zwischen zwei LKW zerquetscht wird & bei lebendigem Leibe verbrennt.
Bin ich auf der Gegenfahrbahn, fahre ich möglichst zügig vorbei - ohne weitere Komplikationen zu verursachen.
Bin ich auf der Fahrbahn, versuche ich mich zunächst in Sicherheit zu bringen & anschließend zu helfen.

Das ist mein "natürliches Verhalten", welches vermutlich auf meiner Erziehung beruht.
Und es hat nichts damit zu tun, dass meine LAG Polizeihauptmeisterin ist.

Vor einer Woche habe ich die 110 angerufen, weil ein großer Sack auf der B-10 lag.
Die Dame im Präsidium in Ulm war schon informiert - das Gespräch dauerte nur 20 Sekunden.
Kurz darauf kam die Warnung im Radio - das kann Menschenleben retten.

Die "Leute", von denen Du sprichst, werden sich doch keine (diesbezüglich langweilige) Formel-1 anschauen?
In der NASCAR & auch bei den IndyCars passieren doch viel mehr & viel heftigere Unfälle!
Die Monster-Cars wären diesbezüglich auch noch eine interessante Alternative.
Auch hier schaue ich ab & zu mal rein - und meistens ganz schnell wieder ab...


...Ich will die Fahrer auch sicher aussteigen sehen...

Das weiß ich - und Du weißt, Du hast meinen Respekt...

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Signore » 06.03.2018, 19:42

Sportsmann hat geschrieben:[...]
Unfälle die schlecht ausgehen brauche ich hingegen nicht, die Olympischen Spiele machen mich noch fertig. Erst bei den Sommerspielen in Brasilien stürzt eine Radfahrerin (Annemiek van Vleuten) und jetzt bei den Winterspielen schlägt eine Skicrosssportlerin (India Sherret) auf den Schnee - beide bewegen sich nicht mehr. Da dreht sich der Magen um - mir zumindest. Leider weiss ich bis heute nicht wie es India Sherret geht. [...]


India Sherret: Fraktur irgendeines Wirbels (Wirbelquerfortsatz?). Bereits wieder in Reha, wird vermutlich wieder Ski fahren können.

Thema: Grade die US-Serien leben meines Erachtens von Unfällen (NASCAR et al). Vllt sind mangelnde Unfälle auch der Grund, warum der Sport anders wahrgenommen wird ("jeder kann das fahren" etc). Ich würde mir zumindest wieder eine anfälligere weil extremere Technik wünschen, sowie die Bestrafung selbst kleiner Fahrfehler durch Dreher oder Ausfall, dass man eben sieht, wer wirklich fahren kann und wer nicht. Ich erinnere mich sehr gut an das Regenrennen auf dem Nürburgring 2007, als Manfred Winkelhock auf Spyker plötzlich mit über einer Minute das Rennen anführte - bedingt durch Abflüge und Dreher der angeblichen Topfahrer und REGEN!!! Und ja, Regen ist ein herrliches Spannungselement, das auch für Dreher etc sorgt.
Aber so Dinger wie Kubica in Montreal brauch ich auch nicht grade....

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Pentar » 06.03.2018, 20:23

Signore hat geschrieben: :chat:

:thumbs_up:

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Simtek » 07.03.2018, 11:21

Signore hat geschrieben: Ich erinnere mich sehr gut an das Regenrennen auf dem Nürburgring 2007, als Manfred Winkelhock auf Spyker plötzlich mit über einer Minute das Rennen anführte - bedingt durch Abflüge und Dreher der angeblichen Topfahrer und REGEN!!! Und ja, Regen ist ein herrliches Spannungselement, das auch für Dreher etc sorgt.
Aber so Dinger wie Kubica in Montreal brauch ich auch nicht grade....


Ich denke du meinst seinen Sohn Markus. :wink:
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon schumi791 » 07.03.2018, 12:45

Formel-1-Fan hat geschrieben: :chat:
Warum sehen wir kaum noch technische Ausfälle? Weil zur (vermeintlichen) Kostenersparnis Regeln erlassen werden, denen zufolge Teil X eine Zahl Y an Rennen halten muss. Die Folge ist, dass der Fokus in der Entwicklung mehr auf die Zuverlässigkeit als auf Geschwindigkeit/Motorleistung gelegt wird. Früher, als es diese Einschränkungen noch nicht gab, wurde auf bedingungslosen Speed hin entwickelt und die Autos überspitz gesagt so konstruiert, dass sie kurz nach der Zieldurchfahrt auseinanderfielen - oder eben auch manchmal davor schon. Mögliche Maßnahme: Budgetdeckelung drauf, Beschränkungen hinsichtlich Anzahl der Motoren etc. aufheben, und wir könnten wieder dahin zurückkommen.
:chat:

Das ist so nicht ganz korrekt. Schon Jack Brabham entschied sich 1966 für einen V8-Motor anstatt den schnelleren und kräftigern V10, eben weil jener V8 zuverlässiger gewesen ist und genau das war ein Puzzleteil für den späteren WM-Gewinn.

Ferrari legte Mitte der 90ziger mehr und mehr Wert darauf die Qualitätskontrolle und somit die Zuverlässigkeit zu verbessern und jene Zuverlässigkeit war mit ein Grund für die sehr überlegenen Titelgewinne 2001, 2002 und 2004. Denn speziell 2001 war Ferrari rein vom Speed her gar nicht mal wirklich überlegen. Es gab genug Rennen bei denen Mclaren, vorallem aber BMW-Williams mithalten konnten - siehe Kanada 2001- jedoch war der Ferrari F2001 von der Zuverlässigkeit der Konkurrenz einfach deutlich überlegen, sodass Schumacher und Ferrari sehr häufig direkt Kapital daraus schlagen konnten.

Das letzte Mal, wo ein Team wirklich auf Kosten der Zuverlässigkeit den Wagen zum schnellsten Auto im Feld entwickelt hat, war Mclaren im Jahr 2005 und heute reden alle darüber, dass ohne die ganzen Motorschäden Räikkönen Weltmeister geworden wäre.

Der Fokus bei der Entwicklung lag schon viel früher auf Zuverlässigkeit, das aktuelle Reglement beschleunigt diesen Prozess lediglich.

Beim Rest deines Beitrags hast du meine komplette Zustimmung. Es müssen ja noch nicht mal wirklich heftige Unfälle sein. Kiesbetten, welche Ausritte härter bestrafen sind vollkommen ausreichend. Denkt doch einfach mal an alte Rennen zurück, oder schaut euch alte Rennen nochmal an und überlegt wie diese heute mit all den asphaltierten Auslaufzonen ausgehen würden.

Ich kann euch mal zwei Beispiele liefern, auf dem heutigen Suzuka-Kurs wären weder Hill noch Coulthard 1995 ausgeschieden. Hill blieb in der Spoon-Kurve nach einem Dreher im Kies stecken und Coulthard drehte sich in der Zufahrt zur 130R raus, weil er vorher ebenfalls in der Spoon durch den Kies gerodelt ist und die Kiesbetten waren damals richtige Ackerplätze, beim Anbremsen auf die 130R mit dreckigen Reifen ist zusätzlich noch Kies aus den Seitenkästen auf die Hinterreifen gerieselt. Sowohl die Spoon als auch die 130R sind heute weitestgehend asphaltiert und die Stellen, die noch mit Kiesbetten versehen sind, sind bei weitem nicht mehr mit den Kiesbetten von früher zu vergleichen, wo sich ein Auto noch richtig eingraben und festfahren konnte.


Das andere Beispiel wäre das Duell Schumacher Montoya in Österreich 2001, jenes Duell hätte beiden Piloten auf dem heutigen Red Bull Ring hätten beide wesentlich weniger Zeit und Plätze verloren, da diese Stelle heute asphaltiert ist.


Umgekehrt wäre es interessant, wie manche Rennen ausgegangen wären, wären die modernen Strecken, welche wir heute kennen und neu dazukommen, schon 20 oder 30 Jahre früher gebaut worden. Stellt euch nur mal vor, die Vierfachlinks in Istanbul hätte Kies statt Auslaufzonen gehabt. :shock:
Michael Schumacher will always be the greatest!
http://www.youtube.com/watch?v=Ka5FCLy14Uw
1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Formel-1-Fan » 07.03.2018, 13:27

schumi791 hat geschrieben:
Formel-1-Fan hat geschrieben: :chat:
Warum sehen wir kaum noch technische Ausfälle? Weil zur (vermeintlichen) Kostenersparnis Regeln erlassen werden, denen zufolge Teil X eine Zahl Y an Rennen halten muss. Die Folge ist, dass der Fokus in der Entwicklung mehr auf die Zuverlässigkeit als auf Geschwindigkeit/Motorleistung gelegt wird. Früher, als es diese Einschränkungen noch nicht gab, wurde auf bedingungslosen Speed hin entwickelt und die Autos überspitz gesagt so konstruiert, dass sie kurz nach der Zieldurchfahrt auseinanderfielen - oder eben auch manchmal davor schon. Mögliche Maßnahme: Budgetdeckelung drauf, Beschränkungen hinsichtlich Anzahl der Motoren etc. aufheben, und wir könnten wieder dahin zurückkommen.
:chat:

Das ist so nicht ganz korrekt. Schon Jack Brabham entschied sich 1966 für einen V8-Motor anstatt den schnelleren und kräftigern V10, eben weil jener V8 zuverlässiger gewesen ist und genau das war ein Puzzleteil für den späteren WM-Gewinn.

Ferrari legte Mitte der 90ziger mehr und mehr Wert darauf die Qualitätskontrolle und somit die Zuverlässigkeit zu verbessern und jene Zuverlässigkeit war mit ein Grund für die sehr überlegenen Titelgewinne 2001, 2002 und 2004. Denn speziell 2001 war Ferrari rein vom Speed her gar nicht mal wirklich überlegen. Es gab genug Rennen bei denen Mclaren, vorallem aber BMW-Williams mithalten konnten - siehe Kanada 2001- jedoch war der Ferrari F2001 von der Zuverlässigkeit der Konkurrenz einfach deutlich überlegen, sodass Schumacher und Ferrari sehr häufig direkt Kapital daraus schlagen konnten.

Das letzte Mal, wo ein Team wirklich auf Kosten der Zuverlässigkeit den Wagen zum schnellsten Auto im Feld entwickelt hat, war Mclaren im Jahr 2005 und heute reden alle darüber, dass ohne die ganzen Motorschäden Räikkönen Weltmeister geworden wäre.

Der Fokus bei der Entwicklung lag schon viel früher auf Zuverlässigkeit, das aktuelle Reglement beschleunigt diesen Prozess lediglich.

Beim Rest deines Beitrags hast du meine komplette Zustimmung. Es müssen ja noch nicht mal wirklich heftige Unfälle sein. Kiesbetten, welche Ausritte härter bestrafen sind vollkommen ausreichend. Denkt doch einfach mal an alte Rennen zurück, oder schaut euch alte Rennen nochmal an und überlegt wie diese heute mit all den asphaltierten Auslaufzonen ausgehen würden.

Ich kann euch mal zwei Beispiele liefern, auf dem heutigen Suzuka-Kurs wären weder Hill noch Coulthard 1995 ausgeschieden. Hill blieb in der Spoon-Kurve nach einem Dreher im Kies stecken und Coulthard drehte sich in der Zufahrt zur 130R raus, weil er vorher ebenfalls in der Spoon durch den Kies gerodelt ist und die Kiesbetten waren damals richtige Ackerplätze, beim Anbremsen auf die 130R mit dreckigen Reifen ist zusätzlich noch Kies aus den Seitenkästen auf die Hinterreifen gerieselt. Sowohl die Spoon als auch die 130R sind heute weitestgehend asphaltiert und die Stellen, die noch mit Kiesbetten versehen sind, sind bei weitem nicht mehr mit den Kiesbetten von früher zu vergleichen, wo sich ein Auto noch richtig eingraben und festfahren konnte.


Das andere Beispiel wäre das Duell Schumacher Montoya in Österreich 2001, jenes Duell hätte beiden Piloten auf dem heutigen Red Bull Ring hätten beide wesentlich weniger Zeit und Plätze verloren, da diese Stelle heute asphaltiert ist.


Umgekehrt wäre es interessant, wie manche Rennen ausgegangen wären, wären die modernen Strecken, welche wir heute kennen und neu dazukommen, schon 20 oder 30 Jahre früher gebaut worden. Stellt euch nur mal vor, die Vierfachlinks in Istanbul hätte Kies statt Auslaufzonen gehabt. :shock:


Nun, was die Entwicklung mit der Zuverlässigkeit betrifft, so hast du durchaus Recht, dass Ferrari insbesondere den 2001er, wenn man mich fragt auch den 2002er-Titel (Spontan erinnere ich mich an zwei Motorschäden Montoyas, Monaco und Kanada, aus den Schumacher unmittelbar Kapital schlagen konnte) der hohen Zuverlässigkeit zu verdanken hatte und die Entwicklung durchaus auch vorher schon dahin ging. Aber durch das Reglement wird dies nochmal deutlich beschleinigt. Wenn ich mir alte Rennen von 2002, ja auch noch 2004 anschaue, so ist insbesondere die Anzahl der Motorschäden damals noch deutlich höher gewesen. Und die erste Regel, dass ein Motor ein ganzes Wochenende halten musste, gab es ja schon 2004, ab 2006 dann zwei Wochenenden u.s.w. Und wenn man die Entwicklung der Defekte sowie der Begrenzung der Teile bis heute verfolgt, so lässt sich schon erkennen, dass die Defekte korrelierend mit dem Reglement abnahmen.

Ansonsten zeigen deine Beispiele sehr gut die Problematik der heutigen Strecken. Ein weitere gutes Besipiel wäre Schumacher 1998 in Österreich, wo er nur wenige Meter von der Strecke abkam. Damals der Wendepunkt im Rennen, hätte er heute, wo dort Asphalt ist, wahrscheinlich nicht einmal eine Sekunde auf Häkkinen verloren und diesen womöglich später noch überholt und die Szene, in der er kurz neben der Strecke war, hätten wir womöglich schon eine Woche später nicht mehr in Erinnerung gehabt. Mitnichten ist es aber so, dass die Autos heute seltener von der Strecke abkommen!

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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon schumi791 » 07.03.2018, 13:53

Formel-1-Fan hat geschrieben:Nun, was die Entwicklung mit der Zuverlässigkeit betrifft, so hast du durchaus Recht, dass Ferrari insbesondere den 2001er, wenn man mich fragt auch den 2002er-Titel (Spontan erinnere ich mich an zwei Motorschäden Montoyas, Monaco und Kanada, aus den Schumacher unmittelbar Kapital schlagen konnte) der hohen Zuverlässigkeit zu verdanken hatte und die Entwicklung durchaus auch vorher schon dahin ging. Aber durch das Reglement wird dies nochmal deutlich beschleinigt. Wenn ich mir alte Rennen von 2002, ja auch noch 2004 anschaue, so ist insbesondere die Anzahl der Motorschäden damals noch deutlich höher gewesen. Und die erste Regel, dass ein Motor ein ganzes Wochenende halten musste, gab es ja schon 2004, ab 2006 dann zwei Wochenenden u.s.w. Und wenn man die Entwicklung der Defekte sowie der Begrenzung der Teile bis heute verfolgt, so lässt sich schon erkennen, dass die Defekte korrelierend mit dem Reglement abnahmen.

Nun nichts anderes schreibe ich ja auch, insofern hast du hier lediglich wiederholt, was ich vorher bereits zum Ausdruck brachte. :wink:

Ansonsten zeigen deine Beispiele sehr gut die Problematik der heutigen Strecken. Ein weitere gutes Besipiel wäre Schumacher 1998 in Österreich, wo er nur wenige Meter von der Strecke abkam. Damals der Wendepunkt im Rennen, hätte er heute, wo dort Asphalt ist, wahrscheinlich nicht einmal eine Sekunde auf Häkkinen verloren und diesen womöglich später noch überholt und die Szene, in der er kurz neben der Strecke war, hätten wir womöglich schon eine Woche später nicht mehr in Erinnerung gehabt. Mitnichten ist es aber so, dass die Autos heute seltener von der Strecke abkommen!

Österreich 1998 ist mir um ehrlich zu sein auch spontan eingefallen, nur ist es beim heutigen Red Bull Ring ja so, dass an jener Stelle zwar eine asphaltierte Auslaufzone statt Kiesbett ist, jedoch sind durch die "Baguettes" an den Randsteinen durchaus noch Elemente vorhanden, die ein zu weites Rauskommen an dieser Stelle durchaus bestrafen. Schumacher wäre 1998 dann ziemlich wild über diese Baguettes gerumpelt und dann ist es nicht auszuschließen, dass es genauso ausgeht, wie es 1998 mit dem Kiesbett ausgegangen ist. Es wirft aber die Frage auf, warum man diese Zone überhaupt asphaltiert hat, wenn hinterher sowieso wieder Elemente eingefügt werden, die den Fahrer ähnlich wie die Kiesbetten, bestrafen sollen. Da hätte das Kiesbett ja auch gleich bestehen bleiben können an jener Kurve.
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Re: Franz Tost fordert Action: "Fans wollen wieder Unfälle erleben"

Beitragvon Carol Krause » 09.03.2018, 11:37

Ich fände es tatsächlich Interessanter. Aber man soll sich mal Entscheiden: Entweder lässt man kleine Rempler bei allen Fahrern durchgehen, oder bei keinem.

Am besten spart man es sich aber komplett: Wenn man jetzt diesen blöden Cockpitschutz braucht, um vor extrem unwahrscheinlichen Unfällen zu schützen, dann darf man sowas, was eine viel größere Gefahr birgt, erst recht nicht durchgehen lassen :(

Bessere Idee: Cockpitschutz weg und kleine Rempler zulassen. Dann hat die ewige Diskussion über zurückgehende Zuschauerzahlen auch endlich mal ein Ende! :checkered:
Make F1 great again!


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