Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

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Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Redaktion » 17.10.2017, 14:50

Aufruf zur Teilnahme an einer EU-Befragung: Wenn die geplante neue Richtlinie zur KFZ-Haftpflicht in Kraft tritt, gefährdet das den Motorsport in seiner Gesamtheit © xpbimages.com Die FIA hat ein Positionspapier bei der Europäischen Union eingereicht Eine geplante Richtlinie der Europäischen Union sorgt derzeit für große Sorge bei den nationalen Motorsportverbänden und anderen Interessensvertretern in Europa. Konkret geht es um das Bestreben der EU, die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung neu zu regeln. Sollte die Richtlinie in Kraft treten, könnte dies den Motorsport in Europa in seinen Grundfesten erschüttern."Diese Bedrohung ist echt", warnt zum Beispiel Chris Aylett, Geschäftsführer der britischen Motorsport Industry Association (MIA). "Sie könnte den Motorsport in der EU zum Erliegen bringen." Aylett fordert alle Motorsport-Interessengruppen dazu auf, an einer EU-Befragung zu der strittigen Richtlinie teilzunehmen. Diese läuft noch bis 20. Oktober und kann unter ec.europa.eu/info/consultations/finance-2017-motor-insurance_de aufgerufen werden.Vereinfacht dargestellt würde ein Inkrafttreten der sogenannten "Richtlinie 2009/103/EG über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und die Kontrolle der entsprechenden Versicherungspflicht" bedeuten, dass jeder Halter beziehungsweise Fahrer eines motorisierten Vehikels haftpflichtversichert sein muss. Das würde für Rasenmäher-Traktoren ebenso gelten wie für Rennfahrer, die ein Auto oder Motorrad auf einer gesicherten Rennstrecke bewegen.Unfälle, die sich bei Motorsport-Events ereignen, müssten demnach genau wie Verkehrsunfälle behandelt und von der Polizei untersucht werden. Daher ruft die Branche dazu auf, sich an der EU-Befragung zu beteiligen und so ein Inkrafttreten der Richtlinie für den Motorsport zu verhindern."Die EU", erklärt Aylett, "bietet die sogenannte Option 3 an, nach der die Versicherungsanforderungen 'nur im Straßenverkehr' gelten würden. Wenn wir durchsetzen können, dass diese Option gezogen wird, wäre der Motorsport in der EU gerettet." SPOBIS: Jean Todt erwartet viel von Formel 1 2017 FIA-Präsident Jean Todt verspricht sich viel vom neuen Reglement der Formel 1, wie er bei der SPOBIS in Düsseldorf verrät. Weitere Formel-1-Videos An der EU-Befragung beteiligen sich laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' alle 102 unter dem Dach des Automobil-Weltverbandes FIA existierenden nationalen Motorsportverbände. Diese haben unter Führung der FIA ein gemeinsames Positionspapier ausgearbeitet, das bei der EU eingereicht wurde.Das Positionspapier, das unserer Redaktion vorliegt, warnt davor, dass ein Inkrafttreten der EU-Richtlinie "signifikante Auswirkungen" auf die Durchführung von Motorsportveranstaltungen in Europa haben und diese untergraben würde. Ferner laufe man Gefahr, auf diese Weise die Anzahl von Teilnehmern an Motorsportveranstaltungen "substanziell" zu reduzieren.Gleichzeitig weist das Positionspapier darauf hin, dass der Motorsport in Europa ein bedeutender Wirtschaftszweig mit zehntausenden Arbeitsplätzen und Entwicklungstreiber von neuen Technologien ist. Außerdem betont die FIA, dass Veranstalter von Motorsportrennen in hohem Maße auf Freiwillige angewiesen sind. Für Streckenposten könnte ein neues Versicherungsrisiko ebenfalls negative Folgen haben."Muss ein Rennen unterbrochen werden, um sicherzustellen, dass Versicherungsfragen mittels eines Schadensformulars geklärt werden können?"Auszug aus dem FIA-PositionspapierDass jede Kollision in großen internationalen oder kleinen nationalen Rennserien von der Polizei untersucht wird, ist in der Praxis undenkbar. Ebenso wie eine Verpflichtung zu einer Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung für jeden Teilnehmer eines Rennens insbesondere kleinerer Veranstaltungen existenziell bedrohen würde. Die Kosten für eine solche Versicherung können sich viele Hobby-Rennfahrer oder auch junge Menschen im Kartsport schlicht und einfach nicht leisten.Ziel der neuen EU-Richtlinie ist freilich nicht, den Motorsport zu zerstören. Primär geht es darum, Vereinheitlichung zu schaffen, sodass zum Beispiel auch ein deutscher Autofahrer bei einem Unfall im EU-Ausland unbürokratisch vollen Versicherungsschutz genießt. Die EU-Befragung zielt darauf ab, vor unerwünschten Nebeneffekten zu warnen. Diese Gelegenheit haben diverse beteiligte Parteien nun.
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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von HillFerrari » 17.10.2017, 15:10

Was ein Schwachsinn. Demnach bräuchte ich auch eine Haftpflicht wenn ich auf mein Privatgelände mit nem Elektroroller von A nach B schleiche.

Und wäre belangbar wenn unter Alkoholeinfluss. Zuhause.

Nach der Logik bräuchte man auch eine Pilotenlizenz um seinen Drachen daheim fliegen zu dürfen. Und die Raudis auf der Kartbahn kann ich wohl auch endlich anzeigen. *freude*

Was nehmen die Herrschaften eigentlich alles für Mittelchen um so realitätsferne Gesetze verabschieden zu wollen?

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Manisch » 17.10.2017, 15:18

Was für eine übelste Clickbait Schreibweise.
Dafür gibt es einen fetten Daumen nach unten an den Verfasser :facepalm:

fibonacci

Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von fibonacci » 17.10.2017, 15:37

Redaktion hat geschrieben:Ziel der neuen EU-Richtlinie ist freilich nicht, den Motorsport zu zerstören. Primär geht es darum, Vereinheitlichung zu schaffen, sodass zum Beispiel auch ein deutscher Autofahrer bei einem Unfall im EU-Ausland unbürokratisch vollen Versicherungsschutz genießt. Die EU-Befragung zielt darauf ab, vor unerwünschten Nebeneffekten zu warnen. Diese Gelegenheit haben diverse beteiligte Parteien nun.
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Bevor hier einige wild drauflos blöken, empfiehlt sich etwas Lektüre:


RICHTLINIE 2009/103/EG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES

vom 16. September 2009
über die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung und die Kontrolle der entsprechenden Versicherungspflicht

http://eur-lex.europa.eu/legal-content/ ... 03&from=DE

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Dr_Witzlos » 17.10.2017, 16:04

Das ist wie das leistungsschutzrecht. Die Politiker beschließen was, aber dass es ein Kollateralschaden entstehen kann interessiert niemanden.

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Sportsmann » 17.10.2017, 16:04

HillFerrari hat geschrieben:Was ein Schwachsinn. Demnach bräuchte ich auch eine Haftpflicht wenn ich auf mein Privatgelände mit nem Elektroroller von A nach B schleiche.

Und wäre belangbar wenn unter Alkoholeinfluss. Zuhause.

Nach der Logik bräuchte man auch eine Pilotenlizenz um seinen Drachen daheim fliegen zu dürfen. Und die Raudis auf der Kartbahn kann ich wohl auch endlich anzeigen. *freude*

Was nehmen die Herrschaften eigentlich alles für Mittelchen um so realitätsferne Gesetze verabschieden zu wollen?
Kann ich nur empfehlen, so eine Haftpflicht. Denn das Privatgelände befreit nicht von Pflichten.
Wenn du also unter Alkoholeinfluss mit dem Elektroroller von A nach B schleichst und dabei den Postboten oder das Kleinkind deiner Nachbarin umfährst, dann bist du haftbar. Die Grundidee dahinter ist hier erklärt: https://mein-nachbarrecht.de/aktuelles/ ... rundstueck


Zum Thema: ... Nun, die Richtlinie bietet - nach Lektüre des Links von fibonacci jetzt schon Schlupflöcher und wenn erstmal jemand das Problem meldet oder klagt, dann wird eben der Satz zum "Motorsport" nachgetragen und das Problem ist erledigt.
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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von cih » 17.10.2017, 17:09

ist schonwieder der 1.April? diese Seite hier macht sich immer lächerlicher damit man Klickzahlen generiert
Wissen braucht keine 2500 Beiträge

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von HillFerrari » 17.10.2017, 17:29

Sportsmann hat geschrieben:
Kann ich nur empfehlen, so eine Haftpflicht. Denn das Privatgelände befreit nicht von Pflichten.
Wenn du also unter Alkoholeinfluss mit dem Elektroroller von A nach B schleichst und dabei den Postboten oder das Kleinkind deiner Nachbarin umfährst, dann bist du haftbar. Die Grundidee dahinter ist hier erklärt: https://mein-nachbarrecht.de/aktuelles/ ... rundstueck
Die private Haftpflicht dürfte in solchen fällen greifen, denn ich wüsste nicht wie ich sonst ein nicht kennzeichnungspflichtiges Gefährt versichern sollte außer damit.. xD

nicht dass ich jemals auf die Idee kommen würde, denn ich lebe nach dem Grundsatz nichts zu versichern was

a) mich nicht ruinieren kann
oder
b) mir im schnitt nicht mehr kohle mit Versicherung bringt als ohne (in meinem Fall Handyversicherung z.B.)
oder
c) nicht zu umgehen ist da Versicherungspflicht besteht

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von daSilvaRC » 17.10.2017, 17:39

sodass zum Beispiel auch ein deutscher Autofahrer bei einem Unfall im EU-Ausland unbürokratisch vollen Versicherungsschutz genießt.
gut das macht sinn, in weiten teilen der EU ist soweit ich weiss keine KFZ Vers pflicht, wie in D.
Aber andersrum gehts auch: Baut mal nen Unfall mit nem EU Nachbarn. Da habt ihr spass.

einfacher wäre es, die Versicherungspflicht für KFZ Europaweit zu regeln- für Fahrzeuge die eben am Strassenverker teilnehmen- kein Rennwagen der F1, DTM F4 usw wird das jemals tun.
Zumal diese Fahrzeuge ja gar nicht Versicherbar wären, weil man sie nicht zugelassen bekommt!!!

Ein Witz diese verordnung.
Früher war alles besser... auch die Zukunft!

„Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung. Ich glaube an das Pferd“

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von fibonacci » 17.10.2017, 18:13

Sportsmann hat geschrieben:
Zum Thema: ... Nun, die Richtlinie bietet - nach Lektüre des Links von fibonacci jetzt schon Schlupflöcher und wenn erstmal jemand das Problem meldet oder klagt, dann wird eben der Satz zum "Motorsport" nachgetragen und das Problem ist erledigt.
Ganz genau - u.a. auch hierfür ist diese EU-Umfrage ja gedacht.

Steht ja auch so ähnlich unter dem Begriff Ausnahmen (jetzt nicht explizit auf den Motorsport bezogen)
in der Verordnung drin.

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Dr_Witzlos » 17.10.2017, 21:39

Es gibt zwar einige schlupflöcher.

Aber wenn es sofort aktiviert wird, dann ist der Kollateralschaden da. Daher finde ich es gut, das die FIA und die Motorsportverbände proaktiv für eine Klausel kämpfen.

Das die Polizei ermitteln soll wenn ein Crash ist, ist totaler Blödsinn. Hierzulande bekommen die es noch nicht mal fertig ne Beleidigung auf Facebook richtig zu verfolgen.

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von KeepFighting123 » 17.10.2017, 21:50

Wieso sind alle gegen die EU?

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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von Yukky1986 » 17.10.2017, 23:02

Cool Polizei dann ist Vettel auf RTL an nem Mittwoch Nachmittag beim Blaulicht Report zu sehen für ne Stunde :)

Müssen die Fahrer dann auch 30€ dabei haben wenn sie die Polizei holen??

CrAzyPsyCho
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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von CrAzyPsyCho » 17.10.2017, 23:10

Wieso muss man denn 30€ dabei haben?

Aber das wird jetzt nur etwas heiß gekocht. Da kommt ne entsprechende Klausel rein und gut ist.

draine
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Re: Geplante EU-Richtlinie gefährdet Motorsport in Europa

Beitrag von draine » 17.10.2017, 23:44

Gibt es in diesem Land tatsächlich noch Menschen die keine Haftpflichtversicherung haben?! Das ist DIE Grundversicherung, wichtiger als alles andere.

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