Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

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Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Redaktion » 25.01.2017, 14:57

Klappt es in absehbarer Zeit doch noch mit einer Budgetobergrenze in der Formel 1? Ross Brawn bestätigt, dass Liberty Media die Idee noch einmal aufgreifen will © xpbimages.com Als Mercedes-Teamchef war Ross Brawn nicht an eine Budgetgrenze gebunden Nicht nur in der Politik wird man seit einiger Zeit immer wieder mit dem Begriff "Obergrenze" konfrontiert, auch in der Formel 1 spaltet dieses Stichwort bereits seit Jahren die Gemüter. Genauer gesagt geht es hier um die Budgetobergrenze, die der ehemalige FIA-Präsident Max Mosley bereits 2009 in der Königsklasse einführen wollte. Seitdem ist das Thema nie ganz verstummt, eine funktionierende Kostenbremse gibt es allerdings bis heute nicht. Könnte sich das eventuell bald ändern?

"Wir sollten das Thema ernsthaft mit den Teams und der FIA besprechen", erklärt Ross Brawn im Gespräch mit 'auto motor und sport'. Brawn wurde vom neuen Formel-1-Besitzer Liberty Media als Sportchef der Königsklasse installiert und kündigte bereits an, in dieser Rolle vor allem die Position der kleinen Teams stärken zu wollen. Eine Kostenobergrenze würde dabei ohne Frage helfen.

"Um es durchzusetzen brauchen wir die Unterstützung aller Teams", ist sich Brawn allerdings bewusst. Rückblick: 2009 eskalierte der Streit zwischen Mosley und den Herstellern bis zu dem Punkt, an dem Ferrari und Co. bereit waren, eine eigene Piratenserie zu starten - ohne Kostengrenze. Das ist letztendlich zwar nie passiert, doch zu einer ähnlichen Situation möchte es Brawn nicht noch einmal kommen lassen.

"Die Lösungen müssen für sie akzeptabel sein", weiß der 62-Jährige, der daher nichts überstürzen möchte. "Eine Budgetdeckelung ist eine schöne Idee. Wir wollen uns die Zeit nehmen, um zu untersuchen, ob so etwas durchführbar und rentabel ist. Bisher haben alle Leute immer gesagt: Das funktioniert nie. Doch haben wir es jemals ernsthaft versucht?", so Brawn. Fotostrecke: Ross Brawns Formel-1-Karriere © xpbimages.com Ross Brawn ist zurück: Für den neuen Formel-1-Mehrheitseigner Liberty Media soll er als Sportchef die Königsklasse auf Vordermann bringen. Es ist der Höhepunkt einer bewegten Karriere. Sie begann einst bei... "Es gab ein freiwilliges Abkommen, doch das können sie in einer so konkurrierenden Welt vergessen", winkt er ab. Gemeint ist die freiwillige Obergrenze, die 2010 eingeführt wurde, jedoch nicht den gewünschten Effekt hatte und kaum noch etwas mit Mosleys ursprünglicher Idee zu tun hatte. "Da fehlt das Vertrauen, das sich jeder daran hält. Wenn es funktionieren soll, muss es verbindliche Regeln dafür geben", erklärt Brawn.

"Wir sollten bald schon eine Untersuchung mit allen beteiligten Parteien starten, um herauszufinden, ob eine Budgetdeckelung der Weg in die Zukunft ist. Die Entscheidungsträger in den Teams haben sich seit unserer letzten Diskussion darüber geändert. Vielleicht auch ihre Meinungen dazu", zeigt sich Brawn optimistisch. Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Liberty einer Budgetdeckelung aufgeschlossen gegenübersteht.
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Peter Revson
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Peter Revson » 25.01.2017, 15:08

Schön wärs.
Zumindest Franz Tost ist ja auch überzeugt, dass das funktionieren könnte.

Ich habe da eher meine Zweifel.

Indirekt könnte man sicher einfacher etwas machen.
z.B die besonders teuren Teile vereinheitlichen oder vereinfachen.
Einheits-Energierückgewinnungssystem (falls man das unbedingt haben will), weniger komplexe Motoren...

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von theCraptain » 25.01.2017, 15:27

Schön wäre es. Hoffe er geht an das Thema heran mit der Einstellung, dass hinterher etwas tatsächlich bewegt wurde und nicht "sehen wir mal wie was die anderen dazu meinen" und dann geht das Thema wieder für 2 Jahre unter
https://www.auto-motor-und-sport.de/for ... toren-hat/
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von EnPa » 25.01.2017, 15:34

Die Frage ist doch, was die Formel1 sein möchte.

Ich schätze, man selbst und viele Fans haben sich seit langem vom Motto "Königsklasse des Motorsports" verabschiedet. Zumindest wird dies in ihren Taten und Wünschen mehr als deutlich.

Königsklasse des Motorsports würde bedeuten:

- Herstellerorentiert (schließlich sind diese die Know-How Inhaber und Technologietreiber, was Automobile angeht)
- Technologische Spitze (Das wird bereits durch die Königsklasse impliziert. Eine Königsklasse mit V12 Saugern existiert heute einfach nicht mehr. Diese Technologie ist veraltet und hat keinen Bezug zur heutigen Realität. Realität ist: Umbruch im "Energiemedium" (Heißt, weg von Öl, hin zu Brennstoffzellen und Elektro), Downsizing (neue Werstoffe und Techniken um die Effizienz bei Mittelsenkung zu erhöhen), Nachhaltigkeit der Technologie...
Um diese Technologische Spitzenklasse überhaupt zu ermöglichen, braucht es viele Hersteller und natürlich ein hohes Budget. Es benötigt aber auch eine freie Hand bei der Entwicklung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Toyota wieder in die Formel1 einsteigen würde, würden die Regeln ihnen gestatten, zwei Teams mit 2 verschiedenen Motorenkonzepten zu unterhalten. Eines würde mit Hybridtechnologie fahren, das andere mit Brennstoffzellen. Sowas braucht eine Königsklasse!
Königsklasse heißt, dass jeder ein Auto fahren möchte, dessen Technologie aus der Formel1 kommt und sich unter diesen Umständen bewehrt hat.

Was aber hört man ständig und immer wieder?

- Show
- scheiß Hersteller, mehr private Teams!
- zu viel Dominanz der technologie-starken Teams -> mehr Vereinheitlichung/ niedrigere Budgets
- zu leise -> mehr Lautstärke -> größere Motoren
- Hässliche Autos -> Optik
- zu wenig Überholmanöver -> zu viel Aerodynamik
.
.
.

Es geht allein um die Show. Um die Show geht es auch bei Indycar und NASCAR, bei der DTM und bei Truckrennen. Dann sollte man sich aber komplett vom Anspruch verabschieden, die Königsklasse sein zu wollen. Technologietreiber sind schon lange eher die LMP-Serien sowie der Rally-Sport und Nachwuchsserien wie die FormulaStudent. In Grenzen auch die FormelE (mit hohem Potential sehr stark zu werden)

Ich bin absolut kein Freund einer Budgetbegrenzung. Gleichzeitig finde ich, muss man teilweise private Teams schützen und stärken. Warum nur teilweise? Weil ForceIndia, RedBull und ToroRosso reine Investments sind, welche lediglich Geld bringen sollen. Sie repräsentieren das genaue Gegenteil von Teams wie Sauber, Williams, McLaren und Haas, welche einen Technologischen Nutzen aus der Formel1 ziehen und ihr KnowHow wieder woanders einbringen.

Gut, ich bin sehr technikaffin und kann mich für die Arbeit der Ingenieure hinter jedem Sieg, oder WM-Titel begeistern, gleichzeitig kann ich nichts damit Anfangen, 0815-Protzkarren effektvoll im Kreis fahren zu sehen. Das ist für mich einfach nur ein Missbrauch an der Technologie und ziemlich rückschrittlicher Gebrauch dieser... Ich bin mir aber auch Bewusst, dass eine (so krasse) Einstellung wie die meine nicht die Mehrheit der Fans teilen wird. Allerdings ist das andere Extrem, die Riesenshow, ebenso ein Extrem, mit welchem sehr wenige Fans etwas anfangen können. Ich finde, in den Jahren 2000 bis 2008 war die Formel1 am besten. Diese Fahrzeuge mit den heutigen Motoren (ohne Begrenzungen) wären einfach nur ein Traum für mich. Allerdings sehe ich eher den Trend zu Einheitschassis und der Limittierung von Technologie, womit am Ende eine nicht ernst zu nehmende Rennserie mit nett aussehen Fahrzeugen und Steinzeittechnik herauskommt, in welcher sich 20 Private Teams mit Minibudgets den Kopf einkloppen.

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Sportsmann » 25.01.2017, 16:03

EnPa hat geschrieben:Die Frage ist doch, was die Formel1 sein möchte.
Allerdings sehe ich eher den Trend zu Einheitschassis und der Limittierung von Technologie, womit am Ende eine nicht ernst zu nehmende Rennserie mit nett aussehen Fahrzeugen und Steinzeittechnik herauskommt, in welcher sich 20 Private Teams mit Minibudgets den Kopf einkloppen.
Ich teile deine Begeisterung für Technologie und die Ablehnung gegenüber Protz und Showcars. Aber eine Budgetkontrolle wäre noch lange nicht der Weg dahin. Schauen wir uns Force India an. Ich bin auch der Meinung das Manor ein tolles Auto hatte, nur eben nicht im Vergleich zu den größten Teams der F1. Auf dem Niveau von ForceIndia zu operieren vom Budget halte ich für gesünder als für die 0,1s nochmal 100.000 Euro auszugeben. Wir als Technologiefans können auch nicht viel damit anfangen, ob der Frontfügel nun eine Ritze mehr hat oder um 0,1° an einer Stelle gebogen ist. Und wenn das Budget limitiert wird, dann denkt man ggf. in anderen Dimensionen. Wenn dann Ideen auf Systemebene oder Verbesserungen durch neue Materialien aufkommen, wie bei Fric, oder der neuen Ähnlich-Fric-Vorderradaufhängung von Mercedes, dem F oder S-Schacht usw. dann ist das doch gut genug. Es muss ja auch nicht jedes Jahr was neues kommen, genausowenig wie jedes Rennen ein neuer Flügel her muss.
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von RossoPerSempre » 25.01.2017, 16:19

Finde ich eine mehr als notwendige Sache. Chancengleichheit für alle Teams ist definitiv dem Sport förderlich, und würde vor allem aber die F1 wieder gesünder machen als heute, wo man für ein bisschen Zeitgewinn zig Millionen locker machen muss, für etwas was der Zuschauer auf der Rennstrecke nicht sehen wird. Auch wird es für Hersteller damit nicht weniger attraktiv, da diese ebenso auf Kosten-Nutzenrechnung schauen, und es sich gar für noch mehr Hersteller als bisher lohnen würde einzusteigen. Wer mit dem zur Verfügung stehende Geld im Gegensatz zu anderen Teams nicht auskommt, hat schlicht und ergreifend etwas falsch gemacht und arbeitet nicht effizient genug.

Im Gegenzug kann man dann auch das technische Reglement wieder etwas abspecken, da sich nun die Gefahr eines teuren Wettrüstens erledigt hätte, was wieder zu unterschiedlicheren Autos führt. In Summe kann ich eine Budgetobergrenze nur befürworten. :thumbs_up:
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Peter Revson » 25.01.2017, 16:28

Ich schätze, man selbst und viele Fans haben sich seit langem vom Motto "Königsklasse des Motorsports" verabschiedet. Zumindest wird dies in ihren Taten und Wünschen mehr als deutlich.

Königsklasse des Motorsports würde bedeuten:

- Herstellerorentiert (schließlich sind diese die Know-How Inhaber und Technologietreiber, was Automobile angeht)
- Technologische Spitze (Das wird bereits durch die Königsklasse impliziert. Eine Königsklasse mit V12 Saugern existiert heute einfach nicht mehr. Diese Technologie ist veraltet und hat keinen Bezug zur heutigen Realität. Realität ist: Umbruch im "Energiemedium" (Heißt, weg von Öl, hin zu Brennstoffzellen und Elektro), Downsizing (neue Werstoffe und Techniken um die Effizienz bei Mittelsenkung zu erhöhen), Nachhaltigkeit der Technologie...
Um diese Technologische Spitzenklasse überhaupt zu ermöglichen, braucht es viele Hersteller und natürlich ein hohes Budget. Es benötigt aber auch eine freie Hand bei der Entwicklung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Toyota wieder in die Formel1 einsteigen würde, würden die Regeln ihnen gestatten, zwei Teams mit 2 verschiedenen Motorenkonzepten zu unterhalten. Eines würde mit Hybridtechnologie fahren, das andere mit Brennstoffzellen. Sowas braucht eine Königsklasse!
Königsklasse heißt, dass jeder ein Auto fahren möchte, dessen Technologie aus der Formel1 kommt und sich unter diesen Umständen bewehrt hat.
Nichts für ungut... aber das war die Formel 1 nie.

Vielleicht manchmal innovativ, aber nie von den Herstellern her.
Das einzig 'Innovative', das ein Hersteller je in die Formel 1 eingebracht hat, war der Turbo-Motor von Renault in den 70ern.
Und selbst das war nur auf die Formel 1 bezogen innovativ, weil es den Turbo in anderen Serien längst gab.

Alles andere wurde von Privatteams erfunden bzw von wo anders übernommen.
Vor allem Lotus sei hier zu erwähnen.
Ferrari zB war hingegen immer schrecklich konservativ und hat nach jeder Änderung immer ewig gebraucht, um wieder aufzuschließen.

Spätestens in den 1990ern hat sich auch abgezeichnet, dass die Zuseher keine Technologieformel haben wollen.
Damals ('94) ist auch sehr viel an elektronischen Hilfen rausgeflogen und später noch mehr davon.

Die jetzigen Pseudo-Innovativen Dinge (KERS, ERS...) sind ja nur als Folge des Drucks der unnötigen Hersteller gekommen, die damit marketing-technisch reüssieren wollten.

Ich sage jetzt aber auch nicht, dass Deine 'Königsklassen' Idee schlecht wäre - aber es hat einfach (noch?) wenig mit der Formel 1 zu tun.
Wie ich schon oft gesagt habe: Früher oder später muss sich die F1 entscheiden: Will sie eine Technologieformel werden (wie in Deiner Idee) oder aber eine Retro-Formel.

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von EnPa » 25.01.2017, 16:48

Sportsmann hat geschrieben:
EnPa hat geschrieben:Die Frage ist doch, was die Formel1 sein möchte.
Allerdings sehe ich eher den Trend zu Einheitschassis und der Limittierung von Technologie, womit am Ende eine nicht ernst zu nehmende Rennserie mit nett aussehen Fahrzeugen und Steinzeittechnik herauskommt, in welcher sich 20 Private Teams mit Minibudgets den Kopf einkloppen.
Ich teile deine Begeisterung für Technologie und die Ablehnung gegenüber Protz und Showcars. Aber eine Budgetkontrolle wäre noch lange nicht der Weg dahin. Schauen wir uns Force India an. Ich bin auch der Meinung das Manor ein tolles Auto hatte, nur eben nicht im Vergleich zu den größten Teams der F1. Auf dem Niveau von ForceIndia zu operieren vom Budget halte ich für gesünder als für die 0,1s nochmal 100.000 Euro auszugeben. Wir als Technologiefans können auch nicht viel damit anfangen, ob der Frontfügel nun eine Ritze mehr hat oder um 0,1° an einer Stelle gebogen ist. Und wenn das Budget limitiert wird, dann denkt man ggf. in anderen Dimensionen. Wenn dann Ideen auf Systemebene oder Verbesserungen durch neue Materialien aufkommen, wie bei Fric, oder der neuen Ähnlich-Fric-Vorderradaufhängung von Mercedes, dem F oder S-Schacht usw. dann ist das doch gut genug. Es muss ja auch nicht jedes Jahr was neues kommen, genausowenig wie jedes Rennen ein neuer Flügel her muss.
Klar, sowas muss nicht in jedem Rennen oder in jedem Jahr kommen. Auch diese extrem Übertriebene Aerodynamik muss für mich nicht sein, allerdings ist dies wieder eine Stärke bestimmter Teams.

Ich weiß ziemlich gut, wie schnell "kleine" Dinge sehr, sehr teuer werden können. Während meines Fachpraktikums im Studium sollte ich an einem realtiv simplen Bauteil eine Werkstoffsubstitution vornehmen (also einen neuen Werkstoff mit besseren Eigenschaften finden). Das Ganze überstieg am Ende jeden vorher angedachten Rahmen, hat meinem damaligen Arbeitgeber aber zusätzliches Geld gebracht, weil er dadurch 2 Patente hatte und Lizenzen verkaufen konnte.

Man muss bedenken, dass die Formel1 schon enorm viel aus der möglichen Technik herauskitzelt. 0,1 Sekunden bei einem solchen Boliden zu finden ist deutlich mehr aufwand, als bei einem Straßenfahrzeug mehrere Sekunden herauszuholen. Im Endeffekt bringt die Technologie, welche dem F1-Boliden die 0,1s gebracht haben, einem Straßenfahrzeug welche die gleiche Technologie verwendet um einiges mehr. In den meisten Fällen wird es keine Geschwindigkeit sein, sondern eher Benzineinsparung.

Das Problem ist aber, dass bei einer Budgetobergrenze bestimmte Ideen erst gar nicht verfolgt werden. Man zwingt alle Teams in eine unglaublich konservative Stellung. Sie müssen sich zu 100% sicher sein, eine wirklich gute Inoovation zu haben, um diese auch umzusetzen, weil man sich nicht leisten kann, auf Risiko zu gehen.

Gerade ForceIndia ist doch ein super Beispiel dafür, auch Sauber und Manor: ForceIndia fährt seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Alles was man macht sind geringste Anpassungen und gegebenfalls Plagiate von Technik anderer. Sauber versucht teilweise andere Wege zu gehen, was teuer ist, da man von anderen nichts abgucken kann. Damit geht schnell das Geld flöten. Und Manor hat zwar teilweise eine gute Plattform, muss aber an so vielen anderen Stellen sparen, dass man im Endeffekt nichts erreichen wird.

Mercedes im Vergleich dazu, investiert halt einfach eine enorme Summe und geht das Risiko, einen komplett anderen Weg am Motor zu gehen, als alle anderen Teams. Somit haben sie sich über Jahre eine Dominanz gesichert, welche aufgrund von Entwicklungsbeschränkungen nicht gebrochen werden konnte.

Dieses konservative, welches durch die Budgetgrenze eintreten würde, wird ja zusätzlich noch durch dieses dumme Testverbot verstärkt. Ohne Tests muss man mit einer ausgereiften Version zum Rennen antreten. Ein Test mit dem Element im Frühstadium ist unter realen Bedingungen nicht möglich...

Diese zwei Dinge, Fortschritt und die Begrenzung von Möglichkeiten, beißen sich. Du kannst das eine nur schwer ohne das andere haben. Aus meiner Sicht ist das schon eine Weichenstellung zwischen Königsklasse und reiner PS-Show.
Ich würde übrigens auch wetten, dass sehr viele der Top-Mechaniker und Ingenieure in der F1-Szene sich bei einer PS-Show dreimal überlegen werden, ob ihr Know-How in anderen Serien nicht besser zur Geltung kommt (Gerade wenn es andere Serien gibt, in denen diese Ingenieure Wagnisse eingehen können und ihre Ideen umsetzen dürfen)

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Darkdriver » 25.01.2017, 16:57

EnPa hat geschrieben:Die Frage ist doch, was die Formel1 sein möchte.

Ich schätze, man selbst und viele Fans haben sich seit langem vom Motto "Königsklasse des Motorsports" verabschiedet. Zumindest wird dies in ihren Taten und Wünschen mehr als deutlich.

Königsklasse des Motorsports würde bedeuten:......... .
Fuer mich bedeutet Koenigsklasse, dass die Fahrer mit den schnellsten Autos des Motorsports gegeneinander kaempfen. Fuer technische Finessen, gibt es andere Bereiche, wo sich die Ingenieure austoben koennen, das hat jedoch mit Motor- und Rennsport nichts mehr zu tun. Die Formel E ist so ein Bereich.
Die DNA der Formel 1 sind die Pioniere und Privatteams und nicht die Hersteller. Diese kommen und gehen, wenn sich der Sport nicht mehr rechnet. Die Privaten sind immer noch da, sofern sie nicht in den Konkurs getrieben wurden.
Bild[/quote]
Nicht der schnellste, sondern der konstanteste Fahrer wird WM.

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Sportsmann » 25.01.2017, 17:50

EnPa hat geschrieben: Das Problem ist aber, dass bei einer Budgetobergrenze bestimmte Ideen erst gar nicht verfolgt werden. Man zwingt alle Teams in eine unglaublich konservative Stellung. Sie müssen sich zu 100% sicher sein, eine wirklich gute Inoovation zu haben, um diese auch umzusetzen, weil man sich nicht leisten kann, auf Risiko zu gehen.
Stimme zu! Durch eine Reduktion wird die Einstellung noch konservativer. Aber wenn man es nicht zu weit treibt, muss das nicht schlimm sein. Eine Obergrenze auf 90Mio Pfund zu setzen wäre vermutlich wirklich zu wenig. Aber auf einem nicht so sehr beschränkenden Niveau wäre das Problem graduell geringer und würde ggf. für mehr Wettbewerb mit dem Mittelfeld sorgen.

Mir wäre es jedoch lieber, wenn es keine Budgetlimitierung und keine Testlimitierung gäbe, dafür aber die Bonusmillionen wegfallen würden. Das wäre ebenso gerecht und einfacher zu kontrollieren.
EnPa hat geschrieben: Gerade ForceIndia ist doch ein super Beispiel dafür, auch Sauber und Manor: ForceIndia fährt seit Jahren auf dem gleichen Niveau. Alles was man macht sind geringste Anpassungen und gegebenfalls Plagiate von Technik anderer. Sauber versucht teilweise andere Wege zu gehen, was teuer ist, da man von anderen nichts abgucken kann. Damit geht schnell das Geld flöten. Und Manor hat zwar teilweise eine gute Plattform, muss aber an so vielen anderen Stellen sparen, dass man im Endeffekt nichts erreichen wird.
ForceIndia ist ein mittel-schlechtes Beispiel ;) Du hast wohl die Lochnase vergessen. Die Idee hatte bis dahin kein anderer (glaube ich). So komplett aufs Kopieren sind sie nicht versteift. Und kopieren von etwas gutem -im Verlaufe einer Saison- in gleicher Qualität ist erstmal auch eine Leistung.

Bei dem Thema Technik freue ich mich schon auf das was in einem Monat losgeht :D
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von ..::Borni::.. » 25.01.2017, 18:03

Ich finde das lächerlich. Nicht vom Prinzip her, sondern weil es doch unmöglich zu kontrollieren ist. Wir sehen doch in der Finanzwelt das kein Mensch weiß wo die großen Player ihre Finger im Spiel haben. Wer will denn kontrollieren wo der Mercedes Konzern aufhört und das Team anfängt. Oder wo Force India seine Briefkastenfirmen versteckt hat.

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von theCraptain » 25.01.2017, 18:33

..::Borni::.. hat geschrieben:Ich finde das lächerlich. Nicht vom Prinzip her, sondern weil es doch unmöglich zu kontrollieren ist. Wir sehen doch in der Finanzwelt das kein Mensch weiß wo die großen Player ihre Finger im Spiel haben. Wer will denn kontrollieren wo der Mercedes Konzern aufhört und das Team anfängt. Oder wo Force India seine Briefkastenfirmen versteckt hat.
Es geht doch nur darum, wieviel ein Team wie Merc-AMG ausgeben darf weniger um Kontrolle des Merc-Imperiums. Der Focus auf die Bücher der Teams ist etwas einfacher und bis zu einem bestimmten Grad auch machbar
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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von Michael-KR » 25.01.2017, 18:53

..::Borni::.. hat geschrieben:Ich finde das lächerlich. Nicht vom Prinzip her, sondern weil es doch unmöglich zu kontrollieren ist. Wir sehen doch in der Finanzwelt das kein Mensch weiß wo die großen Player ihre Finger im Spiel haben. Wer will denn kontrollieren wo der Mercedes Konzern aufhört und das Team anfängt. Oder wo Force India seine Briefkastenfirmen versteckt hat.
Unmöglich zu kontrollieren?
Würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Wer jemals mitbekommen hat, wie sehr die Automobilhersteller ihre Zulieferer auf die Finger schauen, um deren Preise möglichst niedrig anzusiedeln, der dürfte auch dieses F1-Problem als eher gering betrachten.

Die FIA kann dann selbstverständlich nicht nach dem Motto arbeiten: Bitte, bitte liebes F1-Team zeige mir mal deine Bücher, sondern es MUSS nach dem Motto gehen: Entweder du legst alles offen oder du bist raus aus der F1.

Doch genau davor hatten Bernie E. und die FIA bisher Angst gehabt bzw. Bernie wollte eh nur die Top-Player haben und die kleinen Teams waren ihm sch...egal. Deshalb auch die aberwitzigen Zahlungen an Ferrari & Co, während die kleinen Teams noch nicht einmal den Dreck unter den Fingernägeln bekamen.

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von miine » 25.01.2017, 20:32

Na das wird lustig. Z.b. wenn jemand seine Carbonteile verschenkt, dann kann der Käufer ja nichts dafür...

LMP1 ist Effizienz :thumbs_up:
Formel 1 ist Verschwendung pur :thumbs_up:

Das meiste was der Verschwendung Einhalt gebietet finde ich kontra-produktiv.

Warum das nicht "zeitgemäss" sein soll erschliesst sich mir angesichts von keinem allgemeinem Tempolimit auf Autobahnen und SUV-Verkaufszahlen nicht wirklich. Da lügen sich die Obermoralischen einfach in die eigene Tasche statt den Autonerds mal ihren Spass zu gönnen...

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Re: Brawn bekräftigt: Liberty erwägt Budgetobergrenze für Teams

Beitrag von KenTy » 25.01.2017, 21:38

EnPa hat geschrieben:Die Frage ist doch, was die Formel1 sein möchte.

Ich schätze, man selbst und viele Fans haben sich seit langem vom Motto "Königsklasse des Motorsports" verabschiedet. Zumindest wird dies in ihren Taten und Wünschen mehr als deutlich.

Königsklasse des Motorsports würde bedeuten:

- Herstellerorentiert (schließlich sind diese die Know-How Inhaber und Technologietreiber, was Automobile angeht)
- Technologische Spitze (Das wird bereits durch die Königsklasse impliziert. Eine Königsklasse mit V12 Saugern existiert heute einfach nicht mehr. Diese Technologie ist veraltet und hat keinen Bezug zur heutigen Realität. Realität ist: Umbruch im "Energiemedium" (Heißt, weg von Öl, hin zu Brennstoffzellen und Elektro), Downsizing (neue Werstoffe und Techniken um die Effizienz bei Mittelsenkung zu erhöhen), Nachhaltigkeit der Technologie...
Um diese Technologische Spitzenklasse überhaupt zu ermöglichen, braucht es viele Hersteller und natürlich ein hohes Budget. Es benötigt aber auch eine freie Hand bei der Entwicklung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das Toyota wieder in die Formel1 einsteigen würde, würden die Regeln ihnen gestatten, zwei Teams mit 2 verschiedenen Motorenkonzepten zu unterhalten. Eines würde mit Hybridtechnologie fahren, das andere mit Brennstoffzellen. Sowas braucht eine Königsklasse!
Königsklasse heißt, dass jeder ein Auto fahren möchte, dessen Technologie aus der Formel1 kommt und sich unter diesen Umständen bewehrt hat.

Was aber hört man ständig und immer wieder?

- Show
- ooooops Hersteller, mehr private Teams!
- zu viel Dominanz der technologie-starken Teams -> mehr Vereinheitlichung/ niedrigere Budgets
- zu leise -> mehr Lautstärke -> größere Motoren
- Hässliche Autos -> Optik
- zu wenig Überholmanöver -> zu viel Aerodynamik
.
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Es geht allein um die Show. Um die Show geht es auch bei Indycar und NASCAR, bei der DTM und bei Truckrennen. Dann sollte man sich aber komplett vom Anspruch verabschieden, die Königsklasse sein zu wollen. Technologietreiber sind schon lange eher die LMP-Serien sowie der Rally-Sport und Nachwuchsserien wie die FormulaStudent. In Grenzen auch die FormelE (mit hohem Potential sehr stark zu werden)

Ich bin absolut kein Freund einer Budgetbegrenzung. Gleichzeitig finde ich, muss man teilweise private Teams schützen und stärken. Warum nur teilweise? Weil ForceIndia, RedBull und ToroRosso reine Investments sind, welche lediglich Geld bringen sollen. Sie repräsentieren das genaue Gegenteil von Teams wie Sauber, Williams, McLaren und Haas, welche einen Technologischen Nutzen aus der Formel1 ziehen und ihr KnowHow wieder woanders einbringen.

Gut, ich bin sehr technikaffin und kann mich für die Arbeit der Ingenieure hinter jedem Sieg, oder WM-Titel begeistern, gleichzeitig kann ich nichts damit Anfangen, 0815-Protzkarren effektvoll im Kreis fahren zu sehen. Das ist für mich einfach nur ein Missbrauch an der Technologie und ziemlich rückschrittlicher Gebrauch dieser... Ich bin mir aber auch Bewusst, dass eine (so krasse) Einstellung wie die meine nicht die Mehrheit der Fans teilen wird. Allerdings ist das andere Extrem, die Riesenshow, ebenso ein Extrem, mit welchem sehr wenige Fans etwas anfangen können. Ich finde, in den Jahren 2000 bis 2008 war die Formel1 am besten. Diese Fahrzeuge mit den heutigen Motoren (ohne Begrenzungen) wären einfach nur ein Traum für mich. Allerdings sehe ich eher den Trend zu Einheitschassis und der Limittierung von Technologie, womit am Ende eine nicht ernst zu nehmende Rennserie mit nett aussehen Fahrzeugen und Steinzeittechnik herauskommt, in welcher sich 20 Private Teams mit Minibudgets den Kopf einkloppen.
Ein Einheitschassis wird es und kann es nicht geben, solange die F1 eine Konstrukteurs WM ist!
Ansonsten eon spitzen Beitrag! :thumbs_up:

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