Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

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Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon Redaktion » 11.02.2019, 15:07

Jackie Stewart glaubt, dass die gestiegene Sicherheit in der Formel 1 dazu geführt hat, dass die Piloten heutzutage teilweise bewusst Kollisionen in Kauf nehmen
Fernando Alonso, Nico Hülkenberg, Charles Leclerc

Kracht es in der Formel 1 wegen der höheren Sicherheit mittlerweile häufiger?

Ist die Formel 1 mittlerweile "zu sicher" geworden? Angesichts von Innovationen wie Halo oder dem Trend zu immer größeren Auslaufzonen sind einige Fans der Königsklasse der Meinung, dass die Formel 1 heutzutage in gewisser Hinsicht ihren Reiz verloren habe. Die Serie stehe nicht länger für den berühmten "Ritt auf der Kanonenkugel". Ohne Frage ist die Formel 1 heutzutage viel sicherer als noch in den 60er- oder 70er-Jahren.

"Der Motorsport und insbesondere die Formel 1 sind viel sicherer geworden," bestätigt auch Jackie Stewart, der in den besagten Jahrzehnten selbst noch in der Königsklasse gefahren ist - und in dieser Zeit viele tödliche Unfälle miterlebte. Stewart weiß daher, wie wichtig es ist, dass die Sicherheit in der Formel 1 mittlerweile einen so hohen Stellenwert hat. Doch auch er sieht Nachteile des gestiegenen Schutzes der Fahrer.

So habe diese Entwicklung dafür gesorgt, dass die Hemmschwelle bei vielen Piloten in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken sei. Die aktuellen Formel-1-Fahrer bringen sich laut Stewart "regelmäßig in Situationen, in denen eine Kollision fast sicher ist." Damit meint der dreimalige Weltmeister nicht nur Youngsters wie Max Verstappen, der für seine aggressive Fahrweise bereits häufig in der Kritik stand.

Auch erfahrenere Piloten neigen laut Stewart "leider" immer öfter dazu, Kollisionen in Kauf zu nehmen. "In den vergangenen Jahren gab es kaum eine erste Runde oder eine erste Kurve, in der es keinen Kontakt zwischen mindestens zwei Autos gab", hat der Schotte beobachtet und erklärt im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' weiter: "In früheren Jahren hätte das eine schwere Verletzung oder sogar den Tod zur Folge haben können."

Jackie Stewart

Jackie Stewart ist noch immer ein häufiger Gast an der Rennstrecke

Heutzutage hätten Fahrer bei solchen Unfällen aber kaum noch etwas zu befürchten, weshalb sie sich häufig mehr "Freiheiten" nehmen würden. Stewart, der von 1997 bis 1999 mit einem eigenen Team in der Königsklasse am Start war, sieht hier vor allem die Rennställe in der Pflicht, damit sich dieser Trend wieder umkehre. Schließlich würden vor allem die Teams - im Hinblick auf die WM - unter Unfällen in der Startphase leiden.

Heute sei es trotzdem so, dass die Teams solche Unfälle einfach hinnehmen und diese sogar "erwarten" würden. "Das war früher nicht der Fall", stellt er klar. Ein härteres Durchgreifen der Teams, wenn ein Fahrer das Rennen und mögliche WM-Punkte bereits früh wegwirft, könnte laut Stewart eventuell dafür sorgen, dass bei den Piloten wieder ein Umdenken stattfindet.


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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon modernf1bodyguard » 11.02.2019, 15:15

Hatten wir den nicht schonmal?
wHaTsH yOuR ShToYlE?ß

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon Pentar » 11.02.2019, 15:34

modernf1bodyguard hat geschrieben: :chat:

Ja - und ich glaube, nicht nur einmal...

Und es gibt einen mächtigen Unterschied zwischen:
- Bewusst Risiken in Kauf nehmen
- Bewusst Kollisionen in Kauf nehmen

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon LoK-hellscream » 11.02.2019, 15:34

Das würd ich nicht unterschreiben. Meiner Meinung nach sind die Startunfälle zumindest seit den 90ern massivst weniger geworden. Ja, manchmal fliegt eine Nase, aber das sehe ich jetzt nicht als Startcrash an.

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon FU Racing Team » 11.02.2019, 15:46

Natürlich hat Stewart recht damit, dass die Fahrer von heute Unfälle eher mal riskieren (können), da es in der Regel nicht um Leib und Leben geht. Taktisch gesehen, mit Blick auf WM-Punkte, macht es natürlich wenig Sinn.
Aber seine Schlussfolgerung daraus kann ich nicht teilen. Für uns Zuschauer ist das doch ein Segen! Von daher, nur weiter so Jungs, sorgt nur schön für Schrott! :mrgreen:

PS: Zwischen 1997-1999 gab es in der ersten Runde auch immer wieder und völlig konstant "Berührungen, Unfälle und Ausfälle", aber psssssst!
"Okay Lewis, it`s Hammertime!" :domokun:

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon Pentar » 11.02.2019, 16:12

An dieser Stelle wäre mal eine Statistik in der folgenden Form interessant:
Jahr / Anzahl Rennen / Startkollisionen / Kollisionen / Unfälle / Ausfälle

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon Zettel » 11.02.2019, 18:39

Ist das nicht der "frische Wind", den Jackie Stewart zuletzt so begrüßt hat :?: :?: :?:
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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon Hoto » 11.02.2019, 21:10

Nunja, ich verstehe seine Argumentation und natürlich ändert mehr Sicherheit auch die Denkweise von den Piloten, aber was wir Fans sicher nicht wollen ist eine Autokolonne von Start bis Ziel, nur nichts riskieren... überall Monaco Verhältnisse wäre der Tod der F1.

Von daher... liebe Fahrer, weiter so! ;)

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon turbocharged » 11.02.2019, 21:29

Im Gegenteil, ich finde die Fahrer sollten noch viel mehr Risiken eingehen.
Davon ausgenommen ist natürlich dieses geistig gestörte auf der Geraden oder in der Bremszone vor's Auto ziehen à la Verstappen/Magnussen.

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Re: Jackie Stewart kritisiert: Formel-1-Fahrer gehen bewusst zu große Risiken ein

Beitragvon bolfo » 12.02.2019, 00:35

Natürlich werden grössere Risiken in Kauf genommen. Das sieht man bei jedem Start, wo gezielt später gebremst wird, als man eigentlich kann. Dank den asphaltierten Auslaufzonen gehts dann meistens gut. Dass mehr Sicherheit zu mehr Risikonahme führt, ist längst bekannt.

Nur ists wenigstens so, dass - trotz des höheren Risikos, das man in Kauf nimmt - die Sicherheit überproportional erhöht wurde, sodass dennoch eben nichts passiert. Dennoch ist das Bewusstsein ein anderes geworden. Das sieht man u.a. an den Fahrweisen der jungen Fahrer, wo Aktionen geboten werden, sodass sich der Gegner so einen früher hinter der Boxengasse vorgeknöpft hätte. Heute verlässt man sich eben darauf, dass ein Abflug mit 300 km/ glimpflich abläuft. Das ist einerseits gut, weil die Sicherheit wirklich gegeben ist, aber andererseits schlecht, da Sicherheitsvorkehrungen nicht deshalb eingeführt wurden, sodass man dann einfach Stockcar-mässige Aktionen bietet.

In der Tat scheints jedoch so zu sein, dass es früher schwerere Unfälle gab. Das liegt aber insbesondere an der Streckenführung und den asphaltierten Auslaufzonen, die heute viele Unfälle eben gar nicht erst zu Stande kommen lassen. Vor allem in der ersten Kurve, wos früher halt unweigerlich gekracht hat, wenn einer eine depperte Aktion ritt. Heute enden solche Dinge eben in den Auslaufzonen. Und man verliert bloss eine Sekunde, und eben kein Rennen mehr.
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