Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Was läuft in der Formel 1 Szene?

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Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon daSilvaRC » 21.03.2019, 10:17

Immer wieder liest man nach australien das das Ergebniss keinerlei aussagekraft hat- Australien ist doch zu speziell dafür.

Sieht man sich die letzten 10 Jahre aber an, spiegelte Australien schon ziemlich gut das Kräfteverhältniss wieder- Nicht nur wer führend ist, auch dahinter. sicherlich gab es verschiebungen, aber die jungs schlafen ja auch nicht alle.

ich kann diese aussage daher kaum noch ernst nehmen...

Wie sehr ihr das?
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DC21
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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon DC21 » 21.03.2019, 10:52

Das Problem ist doch einfach, dass jeder fast nur noch in den extremen Kategorien denkt. Entweder hat eine Strecke Relevanz oder eben nicht. Das ist mir einfach zu kurz gedacht. Auch mit deiner Frage versucht du ein ja oder ein nein herauszufinden. Das gibt es aber so klar meist eben nicht.
Australien ist eine Rennstrecke, die sich in vielen Punkten von anderen Rennstrecken unterscheidet. Sie ist nicht permanent und hat schon einen starken Stop-Go-Charakter, der bei vielen anderen Rennstrecken so ausgeprägt nicht vorhanden ist.
In der heutigen F1 können schon Kleinigkeiten einen großen Unterschied ausmachen und so kann auch die Performance eines Teams von Strecke zu Strecke variieren und da Australien vom Streckencharakter her doch spezieller als z.B. Spanien, GB oder Bahrain ist, können die Ausschläge in der Performance bei einzelnen Teams höher oder tiefer ausfallen, als auf diesen Strecken.
Allerdings kann man doch Tendenzen ableiten. In den letzten Jahren konnte man sehen, wer die Topteams sind und wer im Mittelfeld oder am Ende des Feldes fahren wird. Allerdings wäre ich vorsichtig, was die Abstände zwischen Ferrari und Mercedes und Red Bull angeht oder auch besonders im Mittelfeld. Da denke ich an McLaren letztes Jahr. Den schien ein gutes Auto gelungen zu sein und nach Australien baute man eher ab.

Zusammengefasst würde ich sagen, dass Australien schon dazu dienen kann, Tendenzen abzuleiten, aber man vorsichtiger, als auf anderen Strecken sein muss, da der Streckencharakter sehr speziell ist.
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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon Olymp » 22.03.2019, 10:04

Das Problem ist, dass Australien nicht nur einen recht speziellen Charakter hat, sondern auch noch das erste Saisonrennen ist. Entsprechend dürften allein aus diesem Grund vermehrt Defekte auftreten, neue Fahrer Fehler machen oder Teams das Auto noch nicht ganz verstanden haben. Entsprechend sind Verschiebungen bei einzelnen Teams in den folgenden Rennen durchaus normal. Von meinem Gefühl her sind es aber immer nur 1-2 Teams die sich in den folgenden Rennen merklich anders präsentieren.
Man kann die Relevanz von Australien natürlich auch mal mit Zahlen hinterfragen. Ich habe mir einfach mal auf ein paar ausgewählten Strecken angesehen, in wie vielen Fällen der jeweilige Rennsieger seit 2000 am Ende auch Weltmeister wurde. Das Ergebnis:

Japan: 76% (sprich: in 76% der Fälle seit 2000 wurde der Rennsieger auch Weltmeister)
Bahrain: 64%
Australien: 58%
Barcelona: 53%
China: 47%
Belgien: 47%
Italien: 47%
Kanada: 44%
Großbritannien: 42%
Brasilien: 32%
Monaco: 26%

Wenn wir hiernach gehen, hat Australien sogar eine überdurchschnittlich hohe Relevanz - zumindest was die Top Teams und den Rennsieger angeht.

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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon Ferrari Fan 33 » 22.03.2019, 22:56

Diese Rennstrecke in Melbourne im Albert Park hat meiner Meinung nach schon so einiges an Aussagekraft. Kurventypen wie im Albert Park gibt es auch an vielen anderen Strecken im Kalender, nur natürlich die Bodenwellen nicht, die findet man an permanenten Rennstrecken nicht so wieder. Nur eben aufgrund der immer mehr reduzierten Wintertestfahrten verstehen nicht alle Teams ihr Auto gut genug wenn man dort zum ersten F1-Wochenende des Jahres eintrifft. Es liegt größtenteils nicht an der Rennstrecke im Albert Park das man das wahre Kräfteverhältnis nicht so sieht, sondern daran, dass die Teams das oft mit dem Set-up ihres Autos nicht so hinbekommen. Wäre der Australien GP so mitten in der Saison, nur mal so als Beispiel, dann würde auch oft ein anderes Bild entstehen mit dem Rang der Teams.

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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon daSilvaRC » 26.03.2019, 13:20

Olymp hat geschrieben:
Japan: 76% (sprich: in 76% der Fälle seit 2000 wurde der Rennsieger auch Weltmeister)
Bahrain: 64%
Australien: 58%
Barcelona: 53%
China: 47%
Belgien: 47%
Italien: 47%
Kanada: 44%
Großbritannien: 42%
Brasilien: 32%
Monaco: 26%

Wenn wir hiernach gehen, hat Australien sogar eine überdurchschnittlich hohe Relevanz - zumindest was die Top Teams und den Rennsieger angeht.



lol, das sagt doch eigtnlich alles aus.... dabei gilt barcelona doch als der gradmesser.
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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon Staind » 03.04.2019, 13:06

Das Problem, ähnlich wie bei den Strecken Monaco und co, ist die fehlende Überholmöglichkeit.

Somit kann ein Fahrer das schnellere Paket haben, kommt aber nicht vorbei und steht schlechter da als auf vergleichbar überholfreudigen Kursen.

Kombiniert damit, dass es in vielen Jahren die "erste" Strecke der neuen Saison ist, haben nicht alle Teams stets das optimale Set-Up und verstehen ihren Wagen nicht.

Ein Melbourne mit einer echten Haarnadel/Überholmöglichkeit hätte einen komplett anderen Wert.

Solche Kurse tuen der F1 keinen Gefallen. Baku zeigt eindrucksvoll, wie sich Stadtkurse spannend gestalten lassen :thumbs_up: .

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Re: Australien eine Rennstrecke ohne Relevanz?

Beitragvon Plauze » 03.04.2019, 15:33

Ich denke, eine der Hauptursachen für die Annahme, dass Melbourne nicht repräsentativ für die Rangordnung der Teams im weiteren Saisonverlauf sei, liegt darin, dass viele den Fehler machen, zu denken, der Status Quo der Autos, wie sie am Freitag in Melbourne auf die Strecke rollen, wäre das Maß aller Dinge für den Rest der Saison. Dabei beginnt doch zu diesem Zeitpunkt erst das Entwicklungsrennen so richtig. Viele Teams bringen wesentliche Updates aus der Fabrik erst bei den ersten Europa-Rennen ans Auto. Die Entwicklungsrichtung wird schließlich erst durch die Wintertests und die ersten Ergebnisse aus Australien vorgegeben, weil vieles sich weder im Simulator noch bei einem kurzen Shakedown ermitteln lässt.
Und so kommt es dann, dass die Ergebnisse in Melbourne sich deutlich unterscheiden können von den Resultaten beispielsweise in Barcelona oder in Silverstone. Das hat aber weniger mit der Streckencharakteristik zu tun (natürlich ist Melbourne etwas speziell, allerdings nicht so außergewöhnlich dass es alles durcheinander wirbeln würde) als mit dem Stand des Entwicklungsrennens, das man auf der Strecke abgebildet sieht. So belegten z.B. 2014 in Melbourne 2 McLaren die Positionen 2 und 3. Lag das daran, weil Melbourne dem McLaren so gut lag? Ich glaube doch eher, dass McLaren nicht den Hauch einer Podiumschance gehabt hätte, wäre das Rennen weiter hinten im Jahr gewesen.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.


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