McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Was läuft in der Formel 1 Szene?

Moderator: Mods

Antworten

Wie startet McLaren 2018?

McLaren-Honda
13
62%
McLaren-Renault
5
24%
McLaren Mercedes
3
14%
McLaren-Ferrari/Alfa Romeo
0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 21

Benutzeravatar
Aldo
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 19039
Registriert: 25.09.2012, 22:15
Lieblingsfahrer: Keiner der aktuellen Piloten
Lieblingsteam: McLaren u. Alfa Symphatisant

McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Aldo » 22.07.2017, 10:13

Bild

Das Motorentheater von McLaren. Vor drei Jahren erwartungsvoll mit Honda in eine neue Ära gestartet, bis heute ist das Ergebnis wohl einer der peinlichsten und enttäuschten Partnerschaften in der F1 Geschichte. Vom 1. Moment der Reunion der Britisch-Japanischen Partnerschaft, zogen sich Probleme wie ein Roter Faden bis heute hin. Sei es Alonsos mysteriöser Testunfall bei den ersten Tests 2015 und sein darauf folgendes Fehlen beim Australien GP, seien es die wohl unzähligen Defekte, das unzählige Ausscheiden in Q1 und Q2 des Qualifyings. Auch eine Flucht zu den Indy500 endete in einem Motorschaden, Alonso musste bei den letzten vier Rennen dreimal Technisch bedingt die Segel streichen.
Speedweek hat geschrieben:Wie unzuverlässig die McLaren-Honda sind, zeigt die Ausfallbilanz von Alonso: In zweieinhalb Jahren mit Honda (also 2015, 2016 sowie der Hälfte der Saison 2017) schied Alonso in 40 % der Rennen aus. In zehn Jahren davor, also von 2005 bis 2014, betrug die Ausfallquote weniger als 10 %. Anders gesagt: Im Schnitt fiel Alonso damals nur in jedem zehnten Rennen aus, 2011 und 2013 sogar nur je einmal pro Saison!
Dieses Jahr erreicht die Ehe McLaren-Honda ihren kritischen Punkt. Gerade deswegen, weil bekannt ist, dass das Chassis von McLaren in diesem Jahr ein ziemlich gutes ist und der Motor dafür gerade mal aktuell auf dem Leistungsstand des 2016er Motors in Abu Dhabi ist, platzte dem Team der Geduldsfaden. Zuverlässigkeit miserabel, Power grottig.
Aktuell steckt McLaren in einer Zwickmühle. Man würde am liebsten aus dem Honda Vertrag aussteigen, kann das aber nicht, da Honda mehr Geld reingepumpt hat, als dass eine Leistungsklausel aktiviert werden kann. Mit einem plötzlichen Umschwung kurz nach den Indy500 und gezieltes "Anekeln" von Honda, versuchte McLaren und die Fahrer in den Wochen um den Kanada GP Honda zum Ausstieg zu zwingen bzw. ein Umdenken in Sakura einzuleiten. Genauso plötzlich wie diese Gangart auftauchte, verschwand sie beim GP von Österreich wieder und die Durchhalteparolen der letzten zwei Jahre wurden erneut verwendet. Der Grund liegt wohl an Hondas Entscheidung, dass ein Verbleib bei McLaren und in der F1 lange nicht mehr so sicher ist, wie noch vor einigen Monaten.

Bild

McLaren indessen, hat jedoch ein Problem: Mercedes und Ferrari wollen sie nicht beliefern, Renault wäre die einzigste realistische Option. Sauber will den Vertrag mit Honda möglicherweise auflösen, während Toro Rosso immer mehr die einzigste Option für Honda zu sein scheint, auch 2018 in der F1 zu bleiben.
Alles andere wurde in den letzten Wochen ja breit diskutiert. Für manche die im Thema nicht drin sind, hier mal einige informative Artikel:

Das große Motorentheater: Keiner will McLaren
Honda-Ausstieg aus der Formel 1?: Entscheidung im Oktober
Das Motorenproblem von McLaren: Mercedes drängt sich nicht vor
Tristesse bei McLaren: Top-Auto zum Verlieren verdammt
Zuletzt geändert von Aldo am 22.07.2017, 18:08, insgesamt 1-mal geändert.
"I'm a pure racer, I always was and I always will be."


- Fernando Alonso

2x F1 World Champion
1x WEC Champion
2x Le Mans
1x Daytona

To be continued..

—-
#KeepfightingMichael

Benutzeravatar
turbocharged
Rekordchampion
Rekordchampion
Beiträge: 14003
Registriert: 04.10.2009, 11:06
Wohnort: Bayern

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von turbocharged » 22.07.2017, 13:43

Ich hoffe Mercedes, befürchte aber Honda.

Benutzeravatar
Jerom∃
Weltmeister
Weltmeister
Beiträge: 8603
Registriert: 28.09.2012, 14:33
Lieblingsfahrer: Schumacher
Lieblingsteam: Ferrari

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Jerom∃ » 23.07.2017, 18:06

Porsche




































..........................ab 2021 ;)
Genuinely entertaining .

Benutzeravatar
RedBull_Formula1
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 6201
Registriert: 04.01.2010, 23:05
Wohnort: Deutschland

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von RedBull_Formula1 » 23.07.2017, 21:07

Hab eigentlich gedacht, dass der Vertrag mit Mercedes durch ist. Anscheinend gab es aber in den letzten Wochen, dann doch eine Wende. Wieso, dass weiß wohl keiner so recht.

Dementsprechend denke ich, dass McLaren-Honda die wahrscheinlichste Variante für 2018 ist.

McLaren-Renault würde ich noch kleine Chancen einräumen. McLaren-Ferrari/ALFA würde ich ausschließen.
"When you point your visionary bow towards a star and spread your wings to reach an unreachable height, thirsty for perfection and rebellious against mediocrity, you have within the mysterious spring of an ideal" - Jose Ingenieros

Benutzeravatar
Costigan
Mehrfacher Champion
Mehrfacher Champion
Beiträge: 10491
Registriert: 18.12.2007, 19:48

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Costigan » 15.09.2017, 20:41

http://www.formel1.de/forum/viewtopic.p ... 6#p1899846
RedBull_Formula1 hat geschrieben: Gab gerade ein Interview mit Abiteboul bei Sky UK. Er hat deutlich gemacht, dass sich Renault gerade im Aufbau befindet und es ihnen somit nicht schadet, wenn Sie McLaren ausstatten. Bei Ferrari und Merc ist das nicht der Fall. Die kämpfen schon um die WM. Es hat durchblicken lassen, dass wenn Renault bereit ist auch im WM-Kampf anzugreifen, dann wird man eine andere Motorenstrategie fahren. Zudem war es eine Marketing-Entscheidung McLaren auszurüsten.

Vielleicht kann man jetzt 1 und 1 zusammenzählen: Auch McLaren wird entsorgt, wenn Renault irgendwann demnächst um die WM kämpft. RedBull hat man anscheinend schon davor entsorgt, wobei das von Abiteboul garnicht bestätigt wurde, dass man mit RedBull nicht verlängert.
Nun, Abiteboul hat auch gesagt, dass McLaren ihnen eine Inspiration im Chassis-Bau sein soll. Demnach sieht man sie diesbezüglich stark aufgestellt und sich selbst im Hintertreffen und nimmt es deshalb zunächst durchaus in Kauf, auch noch von McLaren geschlagen zu werden.
Darin erkenne ich nach wie vor nicht, dass man McLaren weniger fürchtet bzw. als Konkurrenten ernstnimmt. Eher bekräftigt man damit, dass man sich nun ein zweites Kaliber dieser Art ins Haus geholt hat.


Sicher könnte McLaren nach den drei Jahren auch "entsorgt" werden. Genau genommen glaube ich, dass McLaren gar keine längere Zusammenarbeit anstrebt, sondern sich für 2021 nach einem neuen Hersteller umsehen wird.
Denn der Ansatz, mit einem Hersteller mit Werksstatus zusammenzuarbeiten, war ja trotz des Scheiterns von Honda durchaus richtig und wird auch der Schlüssel sein, um zukünftig wieder um Weltmeisterschaften zu kämpfen.

Denn ich erwarte von McLaren-Renault weder in dem Jahr 2018, noch in den zwei Jahren danach einen WM Titel.
Ja, und das nicht das erste mal. Hab auch eine schlüssige Begründung geliefert. Auf McLarens draggy Chassis gehst du ja garnicht ein.
Was soll ich dazu auch sagen? Es gibt viele Expertenmeinungen. Manch eine davon vertritt auch die Ansicht, dass Alonso schon längst in Rente sein sollte.

Letzten Endes sind es aber gerade die Experten und Fahrer/Teams an der Strecke, die betonen, dass McLarens Auto an sich in diesem Jahr durchaus ein guter Wurf ist.

Ich sage ja garnicht, dass es perfekt ist. Aber daran scheitert es bei McLaren derzeit nicht. Ich halte diese Stimmen daher für Kritik auf hohem Niveau und weniger für Indizien, dass McLaren auf Chassis-Seite schlecht aufgestellt ist.
Costigan hat geschrieben: Jetzt musste ich aber lachen. Ich halte es für ein dummes Argument, wenn du aus 9 Jahren das Jahr 2012 herauspickst, bei dem McLaren wohl das bessere Chassis hatte und das ummünzt auf 2018. Vergessen wir mal einfach die Perfomance der anderen 8 Jahre. Ich halte es eher für wahrscheinlicher, dass RedBull auch nächstes Jahr das bessere Chassis hat.
Nun, 2012 hast du genau genommen herausgepickt. Ich bin darauf nur deshalb eingegangen, weil du der Meinung bist, dass McLaren kein besseres Chassis als Red Bull haben kann, weil sie es in der Vergangenheit auch nicht hatten.

Wie gesagt: Ginge es nach der Vergangenheit, würde die Zukunft immer gleich aussehen.

Zudem sprach ich von 2017, nicht 2018. Keiner weiß, wie es 2018 aussehen wird. Ich sagte, ich sehe McLaren 2017 auf Chassis-Seite nicht unbedingt schlechter aufgestellt.
McLaren hat weder die Möglichkeiten von Mercedes noch von Ferrari. Weder technisch noch finanziell. Beides zudem Werksteams. Wird eine Enttäuschung für McLaren Fans, wenn man mit derartigen Erwartungen ins nächste Jahr geht.
Mit welchen Erwartungen? Ich erwarte keinen WM-Titel und wäre selbst über Siege überrascht.
Wie ich schon schrieb, macht mir der späte Motorenwechsel Sorgen.
Wenn es optimal läuft, sollte man Red Bull herausfordern. Das muss mit dem selben Motor eigentlich der Anspruch sein.
Andernfalls erwarte ich Platz 4-5.

Ich erhoffe mir einfach, dass man wieder regelmäßig in den Punkten unterwegs ist und gelegentlich vorne im Kampf um P3-5 mitmischen kann. Im Grunde die Rolle, die Force India seit 2016 einnimmt bzw. etwas besser.
Red Bull Niveau wäre natürlich erstrebenswerter.
Der Motorenwechsel war doch eine kurzfristige Entscheidung von Anfang an, oder nicht? Man will kurzfristig wieder etwas Luft zum atmen.
Natürlich. Man erhofft sich eine kurzfristige, schnelle Verbesserung schon ab 2018. Es ist anders als Honda kein Langzeitprojekt.
Aber trotzdem muss man doch die langfristigen Folgen, die das Beendigen einer solchen Partnerschaft mit sich ziehen, beachten. Und ich denke, es gibt bei McLaren genug Menschen, die daran interessiert sind, dass man in ein paar Jahren nicht wie Sauber ums Überleben kämpft.
Insofern vertraue ich darauf und gehe auch ganz stark davon aus, dass man sich darüber sehr gute Gedanken gemacht hat.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

Benutzeravatar
RedBull_Formula1
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 6201
Registriert: 04.01.2010, 23:05
Wohnort: Deutschland

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von RedBull_Formula1 » 16.09.2017, 00:31

Costigan hat geschrieben:Nun, Abiteboul hat auch gesagt, dass McLaren ihnen eine Inspiration im Chassis-Bau sein soll. Demnach sieht man sie diesbezüglich stark aufgestellt und sich selbst im Hintertreffen und nimmt es deshalb zunächst durchaus in Kauf, auch noch von McLaren geschlagen zu werden.
Darin erkenne ich nach wie vor nicht, dass man McLaren weniger fürchtet bzw. als Konkurrenten ernstnimmt. Eher bekräftigt man damit, dass man sich nun ein zweites Kaliber dieser Art ins Haus geholt hat.
Schön und gut, dass deiner Meinung nach McLaren ein zweites Kaliber dieser Art ist. Wenn ich auf die vergangenen Jahre schaue, dann ist eben McLaren schon eine gute Weile lang, nicht mehr in der gleichen Kaliberkategorie wie RedBull.
McLaren ist für das Marketing sicherlich die bessere Wahl. Zudem halte ich sie eben für nicht so gefährlich wie RBR. Dem Renault-Team wird es wahrscheinlich weniger gefallen, dass RedBull Kreise um sie fährt. Denn wenn sie das tun, dann zeigt es der Welt, dass es in den Vorjahren nur am Motor lag. Zudem lässt ja Abiteboul durchklingen, dass Renault irgendwann in den WM-Kampf eingreifen will. Deswegen nimmt er sehr gerne McLaren in die Familie auf, während das unerwünschte erfolgreichere Mitglied abgestoßen wird.
Ich glaube es nützt wenig hier weiter dieses Thema durchzukauen: Ich bleibe bei meiner Meinung. Renault fürchtet McLaren weniger als RBR. Das würde ich an Stelle der Renault Manager auch. Zudem bietet McLaren eine bessere Marketingmöglichkeit. Ferner haben sich Renault und RBR über die Jahre entfremdet. Ich sehe hier nicht nur Unstimmigkeiten als Trennungsgrund. Es ist ebenfalls eine strategische Entscheidung. Man will das starke RedBull Team einfach nicht mehr stärken und binden.
Für mich ist es zudem nicht überraschend, wie sich RBR seit Saisonbeginn gesteigert hat. Anfangs noch 2 Sekunden in der Race-pace weg, ist man heuer auf Augenhöhe. Anfangs mehr als 1 Sekunde hinten im Quali, heuer ein paar Zehntel.
Wer will so ein Team ausstatten?
Costigan hat geschrieben:Sicher könnte McLaren nach den drei Jahren auch "entsorgt" werden. Genau genommen glaube ich, dass McLaren gar keine längere Zusammenarbeit anstrebt, sondern sich für 2021 nach einem neuen Hersteller umsehen wird.
Denn der Ansatz, mit einem Hersteller mit Werksstatus zusammenzuarbeiten, war ja trotz des Scheiterns von Honda durchaus richtig und wird auch der Schlüssel sein, um zukünftig wieder um Weltmeisterschaften zu kämpfen.
Denn ich erwarte von McLaren-Renault weder in dem Jahr 2018, noch in den zwei Jahren danach einen WM Titel.
Ich halte den Wechsel zu Renault für die richtige Wahl. Ich halte es aber für falsch, dass man die Tür zu Honda geschlossen hat. Nunja, wir wissen nicht, ob das in der Hand von McLaren lag. Aber auch ich sehe es kritisch mit einem Kundenmotor (auch wenn Quasi-Werksstatus und Werksmotor) WM werden zu wollen.

Costigan hat geschrieben:Letzten Endes sind es aber gerade die Experten und Fahrer/Teams an der Strecke, die betonen, dass McLarens Auto an sich in diesem Jahr durchaus ein guter Wurf ist.
Ich sage ja garnicht, dass es perfekt ist. Aber daran scheitert es bei McLaren derzeit nicht. Ich halte diese Stimmen daher für Kritik auf hohem Niveau und weniger für Indizien, dass McLaren auf Chassis-Seite schlecht aufgestellt ist.
Ich behaupte nur, dass das McLaren Chassis nicht besser ist als das von RedBull. Zudem sehe ich nicht, dass McLaren in naher Zukunft ein besseres bauen wird.
Costigan hat geschrieben:Nun, 2012 hast du genau genommen herausgepickt. Ich bin darauf nur deshalb eingegangen, weil du der Meinung bist, dass McLaren kein besseres Chassis als Red Bull haben kann, weil sie es in der Vergangenheit auch nicht hatten.
Wie gesagt: Ginge es nach der Vergangenheit, würde die Zukunft immer gleich aussehen.
Zudem sprach ich von 2017, nicht 2018. Keiner weiß, wie es 2018 aussehen wird. Ich sagte, ich sehe McLaren 2017 auf Chassis-Seite nicht unbedingt schlechter aufgestellt.
Wie willst du denn sonst eine Prognose von dir geben, wenn du dich nicht auf Vergangenheitsdaten beziehst? Ich sehe auch 2017 McLaren auf der Chassis-seite schlechter aufgestellt. 2018 wage ich zu behaupten, wird es auch kein besseres McLaren Chassis geben in Bezug auf RBR. Das Reglement bleibt gleich. Erwarte ein sehr starkes RBR Chassis. Zudem scheint Newey wieder mehr Spaß zu haben am aktuellen Reglement.
Costigan hat geschrieben:Ich erhoffe mir einfach, dass man wieder regelmäßig in den Punkten unterwegs ist und gelegentlich vorne im Kampf um P3-5 mitmischen kann. Im Grunde die Rolle, die Force India seit 2016 einnimmt bzw. etwas besser.
Red Bull Niveau wäre natürlich erstrebenswerter.
Da bist du aber sehr am tiefstapeln. Die Force-India Rolle wäre vielleicht auch mit Honda möglich.
"When you point your visionary bow towards a star and spread your wings to reach an unreachable height, thirsty for perfection and rebellious against mediocrity, you have within the mysterious spring of an ideal" - Jose Ingenieros

Benutzeravatar
Aldo
Rennsportlegende
Rennsportlegende
Beiträge: 19039
Registriert: 25.09.2012, 22:15
Lieblingsfahrer: Keiner der aktuellen Piloten
Lieblingsteam: McLaren u. Alfa Symphatisant

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Aldo » 16.09.2017, 09:20

RedBull_Formula1 hat geschrieben:Wie willst du denn sonst eine Prognose von dir geben, wenn du dich nicht auf Vergangenheitsdaten beziehst? Ich sehe auch 2017 McLaren auf der Chassis-seite schlechter aufgestellt. 2018 wage ich zu behaupten, wird es auch kein besseres McLaren Chassis geben in Bezug auf RBR. Das Reglement bleibt gleich. Erwarte ein sehr starkes RBR Chassis. Zudem scheint Newey wieder mehr Spaß zu haben am aktuellen Reglement.
Wie willst du das denn beweisen? Nehmen wir doch einfach mal den Ungarn GP und das Qulifying dort. Da waren beide McLaren 8 Zehntel - 1 Sekunde weg von Red Bull. Rechnen wir die 30 - 40 PS drauf, die dem Honda Motor auf die Renault Motoren fehlen, wüsste ich nicht, warum McLaren ein schlechteres Chassis haben sollte. Minimal vielleicht, aber so klar wie du es darstellen willst, sehe ich es nicht.

Zumal du bedenken solltest: McLaren ist bei den Tests und am Saisonstart vermutlich die Hälfte (c.a 300 Runden) zum fahren gekommen wie RB (700 Runden). Ich bin darum schon mehr als gespannt McLarens wahre Performance beim Chassis zu sehen, sobald sie einen Motor haben, der bei den Testfahrten mal Daten vom Auto bringt und nicht nur 12 Runden Stints zulässt.

McLaren hat ja so gesehen nix zu verlieren. Alle glauben dass RB das bessere Chassis hat. Sollte McLaren, die jetzt sowieso ein Monat im Verzug sind laut Brown, ein besseres Auto als RB hinstellen, wäre das ein großes Ausrufezeichen. Ich vertraue da Prodromou und den Leuten in Woking voll - auch hier nochmal der Hinweis dass die aktuelle Chassisabteilung nix mehr mit der von 2014 zutun hat und daher auch Vergleiche von vor 2015 sinnlos sind.
"I'm a pure racer, I always was and I always will be."


- Fernando Alonso

2x F1 World Champion
1x WEC Champion
2x Le Mans
1x Daytona

To be continued..

—-
#KeepfightingMichael

Benutzeravatar
RedBull_Formula1
Vize-Weltmeister
Vize-Weltmeister
Beiträge: 6201
Registriert: 04.01.2010, 23:05
Wohnort: Deutschland

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von RedBull_Formula1 » 16.09.2017, 09:57

Aldo hat geschrieben:
RedBull_Formula1 hat geschrieben:Wie willst du denn sonst eine Prognose von dir geben, wenn du dich nicht auf Vergangenheitsdaten beziehst? Ich sehe auch 2017 McLaren auf der Chassis-seite schlechter aufgestellt. 2018 wage ich zu behaupten, wird es auch kein besseres McLaren Chassis geben in Bezug auf RBR. Das Reglement bleibt gleich. Erwarte ein sehr starkes RBR Chassis. Zudem scheint Newey wieder mehr Spaß zu haben am aktuellen Reglement.
Wie willst du das denn beweisen? Nehmen wir doch einfach mal den Ungarn GP und das Qulifying dort. Da waren beide McLaren 8 Zehntel - 1 Sekunde weg von Red Bull. Rechnen wir die 30 - 40 PS drauf, die dem Honda Motor auf die Renault Motoren fehlen, wüsste ich nicht, warum McLaren ein schlechteres Chassis haben sollte. Minimal vielleicht, aber so klar wie du es darstellen willst, sehe ich es nicht.

Zumal du bedenken solltest: McLaren ist bei den Tests und am Saisonstart vermutlich die Hälfte (c.a 300 Runden) zum fahren gekommen wie RB (700 Runden). Ich bin darum schon mehr als gespannt McLarens wahre Performance beim Chassis zu sehen, sobald sie einen Motor haben, der bei den Testfahrten mal Daten vom Auto bringt und nicht nur 12 Runden Stints zulässt.

McLaren hat ja so gesehen nix zu verlieren. Alle glauben dass RB das bessere Chassis hat. Sollte McLaren, die jetzt sowieso ein Monat im Verzug sind laut Brown, ein besseres Auto als RB hinstellen, wäre das ein großes Ausrufezeichen. Ich vertraue da Prodromou und den Leuten in Woking voll - auch hier nochmal der Hinweis dass die aktuelle Chassisabteilung nix mehr mit der von 2014 zutun hat und daher auch Vergleiche von vor 2015 sinnlos sind.
Ich muss hier ja auch garnichts beweisen, weil es lediglich eine Prognose ist. Die stütze ich auf Vergangenheitsdaten. Das McLaren Chassis dieses Jahr ist schlechter, ob jetzt 1-2 Zehntel oder 7 Zehntel. Du willst etwas bewiesen haben, aber selber stützt du deine These auf Spekulationen. Wir wissen eigentlich garnicht wieviel PS Honda auf den Renault Motor fehlen. WIr wissen garnicht, wieviele Zehntel das wirklich ausmacht. Wir vermuten hier nur. Ich vermute, dass McLaren auch dieses Jahr mit einem Renault Motor nicht vor RBR wäre.

Zumal RedBull schon mehrfach betont hat, dass es sich beim neuen Boliden um eine neue Philosophie handelt, die darauf ausgerichtet ist, dass der Motorennachteil auf Powerstrecken weniger ins Gewicht fällt. Eine neue Philosophie muss erstmal erlernt werden.

Du scheinst schlecht informiert zu sein, denn die McLaren Chassisabteilung hat sehr wohl was mit vor 2015 zutun. Tim Goss ist immer noch Chief Technical Officer - Chassis. Prod ist Chief-Technical Officer - Aero. Goss ist mit Prod gleichberechtigt. Zudem bin ich mir sicher, dass auch 80 % der Aerodynamiker aus der 2ten und 3ten Reihe die gleichen sind wie noch vor ein paar Jahren.
"When you point your visionary bow towards a star and spread your wings to reach an unreachable height, thirsty for perfection and rebellious against mediocrity, you have within the mysterious spring of an ideal" - Jose Ingenieros

Benutzeravatar
Costigan
Mehrfacher Champion
Mehrfacher Champion
Beiträge: 10491
Registriert: 18.12.2007, 19:48

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Costigan » 16.09.2017, 15:57

RedBull_Formula1 hat geschrieben: Ich halte den Wechsel zu Renault für die richtige Wahl. Ich halte es aber für falsch, dass man die Tür zu Honda geschlossen hat. Nunja, wir wissen nicht, ob das in der Hand von McLaren lag.
Ich bezweifle, dass es in McLarens Hand lag. Honda wird wohl kaum zustimmen, dass McLaren Honda zu Toro Rosso abschiebt und solange mit Renault-Motoren unterwegs ist, bis Honda den Bogen raus ist, um dann die Lorbeeren zu ernten.
Wie willst du denn sonst eine Prognose von dir geben, wenn du dich nicht auf Vergangenheitsdaten beziehst?
Indem ich mir die Gegenwart anschaue? Und da sehe ich McLaren auf Strecken wie Ungarn oder jetzt Singapur stark aufgestellt.
Klar kann man darauf verweisen, dass McLaren schon in den letzten beiden Mercedes-Jahren nicht mehr top war, halte ich aber mit Blick auf 2017 oder 2018 für wenig aussagekräftig, weil es inzwischen weit zurückliegt.
Da bist du aber sehr am tiefstapeln. Die Force-India Rolle wäre vielleicht auch mit Honda möglich.
Force India hat aktuell 7 Rennen vor Saisonende 113 Punkte. 2016 holte man 173 Punkte.
McLaren holte in der Zeit mit Honda seit 2015 bislang 114 Punkte.
Insofern halte ich das für eine "mutige" Annahme.

Und Tiefstapelei erkenne ich darin ehrlich gesagt nicht. Warum auch? McLaren erhält - Stand heute - den drittbesten Motor im Feld und es ist nicht davon auszugehen, dass man dadurch 2018 Mercedes und Ferrari herausfordern kann.
Bleibt also bestenfalls Platz 3 übrig. Nur ist es eben nicht in Stein gemeißelt, dass man Red Bull auch gleich schlagen kann.
Natürlich erhoffe ich mir das. Aber ich halte den Ball flach. Red Bull fährt schon seit Jahren mit Renault-Motoren, McLaren bekommt sie nun reichlich spät. Wie gesagt macht mir der Zeitpunkt Sorgen.
Insofern sage ich: 4. Kraft muss es schon sein, 3. wäre wünschenswert.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

Benutzeravatar
Costigan
Mehrfacher Champion
Mehrfacher Champion
Beiträge: 10491
Registriert: 18.12.2007, 19:48

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Costigan » 16.09.2017, 19:16

Miavenga hat geschrieben:
Costigan hat geschrieben:Insofern sage ich: 4. Kraft muss es schon sein, 3. wäre wünschenswert.
Ich will mich ja nicht großartig einmischen....
aber glaubst du wirklich dran, das es 4.Kraft sein muss!
Na siehst du... der eine unterstellt mir, ich würde extrem tiefstapeln und der nächste meint, ich wäre zu optimistisch. So extrem gehen die Erwartungen auseinander.

Aber ja: Natürlich wäre ich enttäuscht, wenn man nicht zumindest 4. Kraft sein sollte. 6. war man 2016 bereits mit Honda.
Mit Renault sollte hoffentlich mehr gehen. Andernfalls wäre der Wechsel eine Enttäuschung und das wird McLaren sicher nicht anders sehen.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

Benutzeravatar
Costigan
Mehrfacher Champion
Mehrfacher Champion
Beiträge: 10491
Registriert: 18.12.2007, 19:48

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von Costigan » 17.09.2017, 09:32

Das ist natürlich möglich, aber angesichts dessen, dass RB, Renault und McLaren allesamt gleichwertige Motoren erhalten sollen, wäre es nichtsdestotrotz eine Enttäuschung, wenn McLaren dann nur das drittbeste (um nicht zu sagen: schlechteste) Renault-Team wäre.
Das könnte dann ja fast nur am Chassis liegen.
It's never good to live in the past too long. As for the future, it didn't seem so scary anymore. It could be whatever I want it to be... Who's to say this isn't what happens? And who's to say my fantasies won't come true... just this once?

motorsportfan88

Re: McLaren-Honda: Das Scheitern einer Partnerschaft

Beitrag von motorsportfan88 » 18.09.2017, 21:43

Miavenga hat geschrieben:
Costigan hat geschrieben:Insofern sage ich: 4. Kraft muss es schon sein, 3. wäre wünschenswert.
Ich will mich ja nicht großartig einmischen....
aber glaubst du wirklich dran, das es 4.Kraft sein muss!
Man kommt von Jahren, wo man heuer wahrscheinlich 9. Kraft ist, davor 6. Kraft, 9.Kraft, 5.Kraft, 5.Kraft!
Vor sechs Jahren dann, war man 4.Kraft und sogar besser....

Und dritte Kraft!?
Wann hat man denn zum Beispiel RBR in einer kompletten Saison in der KWM geschlagen!?
Das war vor ein Jahrzehnt der Fall, wo RBR eigentlich noch ein kleines Licht war^^

Mindestens ein Team zwischen Force India/Williams und Renault F1 sehe ich für 2018 weiterhin vor McLaren.
Wenn man 5. Kraft werden sollte und eins von den drei Teams hinter sich lässt, ist das schon top....

Nein 4 Kraft ist pflicht und auch wahrscheinlich, ist man jetzt vom Auto auch schon.

Antworten