"Lästige" Fakten

Was läuft in der Formel 1 Szene?

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Costigan
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Costigan » 01.11.2018, 11:56

daSilvaRC hat geschrieben: :chat:
Recht hat Polyphony trotzdem. Denn die Aussage
iceman2411 hat geschrieben:Fakt ist Vettel hat jetzt schon mehr Titel und Siege als Alonso jemals haben wird :wave: und mit der Option auf mehr.
... ist ebenfalls eine Annahme und kein Fakt. Dabei geht es nicht um Wahrscheinlichkeit. Natürlich geht (wahrscheinlich) keiner von uns davon aus, dass es Alonso im Fall einer Rückkehr noch schafft, Vettels Statistiken zu übertrumpfen, aber die theoretische Möglichkeit besteht eben und daher kann es kein Fakt sein, dass Vettel jetzt schon mehr Titel und Siege hat, als Alonso jemals haben wird. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass er die Bereitschaft zu einer Rückkehr in die Formel 1 ja bereits angesprochen hat.
Damit wird die Zukunft ja bereits vorweggenommen.
Genauso müsste man dann auch in Betrachtziehen das andere Fahrer die ihre Karriere "beendet" haben, nochmal wieder kommen.
Genau das muss man bei Fakten ja auch. Natürlich muss man jetzt nicht anfangen, ehemalige Fahrer von den Toten wiederauferstehen zu lassen, um alles in Frage zu stellen, aber wer kann denn beispielsweise ausschließen, dass die Regeländerungen 2021 eine neue Dominanz auslösen und Alonso dann zufällig bei diesem Team unter Vertrag steht?

Gibt ja genug andere, richtige Fakten, die man nennen kann und die auch wirklich unumstößlich sind. Wie z.B. der hier von BruderimHerrn:
Fakt ist : Vettel hat jetzt nach 3,5 Jahren mehr Ferrari-Siege als Alonso in seinen 5 Jahren.
Das "Hätte, wäre, wenn" spielt dabei keine Rolle. Ist ein Fakt. Und genau dasselbe kann man auch auf die gesamten Karrierestatistiken ummünzen.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Costigan » 01.11.2018, 12:47

RedBull_Formula1 hat geschrieben: Ich denke es ist schon lästig für Alonso Fans, dass Vettel und auch Hamilton deutlich bessere Statistiken haben.
Finde ich eigentlich nicht. Klar, in einer - aus Fan-Sicht - perfekten Welt würde Alonso immer noch seine Rekorde "Jüngster XY..." halten und wäre jetzt in Hamiltons Position, sich langsam aber sicher anzuschicken, Schumachers Rekorde abzulösen. Wenn er das nicht bereits geschafft hätte...

Und im Idealfall hätte er das dann auch noch mit Ferrari und McLaren geschafft, sowie auf unterschiedlichen Reifen- (Michelin, Bridgestone, Pirelli) und Motorenherstellern (Renault, Mercedes, Ferrari).
Natürlich wäre das ein Traum. Für welchen Fan auch nicht?

Aber irgendwann findet man sich auch mit der Realität ab. Wie pilimen schon sagte, weiß man/ich ja, wie die Dinge zustande kamen und letztendlich ist es sowieso am Wichtigsten, wie man sie selber einordnet. Denn Alonso könnte heute auch 5- oder 7 maliger Weltmeister sein und es gäbe immer noch Zuschauer, die nichts von ihm halten würden oder andere Fahrer zumindest vor ihm sehen. Daran ändern auch Statistiken nichts und das ist ja auch gut so. Jeder soll ja seine eigene Meinung haben.

Ich ordne Vettel oder Hamilton ja auch nicht automatisch über Alonso ein, nur weil sie bessere Statistiken haben. Vermutlich ist Hamilton für dich auch nicht zwangsweise besser als Vettel.

Und wie ich schon mal vor ein paar Wochen an anderer Stelle in einer Diskussion sagte: Alonso könnte heute auch fünfmaliger Weltmeister sein, ohne dass er in seiner Karriere viel anders gemacht hätte:
Vermeidet er in Ungarn die Blockade gegen Hamilton, wird er 2007 wahrscheinlich Weltmeister. Wählt Ferrari in Abu Dhabi eine andere Strategie, ist er 2010 Weltmeister. Und räumt Grosjean ihn 2012 in Spa nicht ab, ist er zum fünften Mal Weltmeister. (Natürlich kann man in jedem Jahr auch andere Situationen rauspicken).

Schon hätte er drei Titel mehr, ohne viel anders gemacht zu haben. Insofern weiß ich Statistiken gut einzuschätzen. Denn diese drei Titel mehr oder weniger machen aus ihm auch keinen besseren oder schlechteren Fahrer, wenn man sich ansieht, wie "leicht" die Dinge anders hätten laufen können.
Ich weiß ja auch, dass er auch gar keinen Titel haben könnte, wenn 2005 und 2006 nur Kleinigkeiten anders verlaufen wären. Genauso wie Vettel in meinem oben genannten Szenario "nur" zwei Titel hätte.

Insofern sollte man sich in erster Linie mit dem glücklich schätzen, was der präferierte Fahrer erreicht hat, anstatt ewig lang verpassten Gelegenheiten nachzutrauern und gleichzeitig das schätzen, was man auf der Strecke von ihm gesehen hat - denn das ist imho wichtiger als Statistiken. Statistiken sind schön anzusehen, aber die Rennen und Emotionen dabei sind es, die man in Erinnerung behält.
Da finde ich es am Ende - und da bin ich wieder bei pilimen - tatsächlich trauriger, dass die letzten Jahre so eine Zeitverschwendung waren und man ab 2014 als Alonso-Fan in der Formel 1 quasi nichts mehr hatte, worüber man sich freuen konnte.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von turbocharged » 08.11.2018, 21:21

Mal die ganzen "lästigen" Fakten über irgendwelche Fahrer beiseite.
Das mit Abstand lästigste und größte Problem der Formel 1 (und leider ist es auch Fakt):

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von daSilvaRC » 09.11.2018, 08:28

Das ist aber kein aktuell neues problem, sondern eigentlich schon immer so- nur das man früher nur ein oder 2 Teams vorne hatte. Heute drei.
Früher war alles besser... auch die Zukunft!

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von turbocharged » 09.11.2018, 14:35

daSilvaRC hat geschrieben:Das ist aber kein aktuell neues problem, sondern eigentlich schon immer so- nur das man früher nur ein oder 2 Teams vorne hatte. Heute drei.
Keine Ahnung welche Formel 1 du früher angeschaut hast, aber so schlimm war es definitiv noch nie.

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von DC21 » 09.11.2018, 19:28

turbocharged hat geschrieben:
daSilvaRC hat geschrieben:Das ist aber kein aktuell neues problem, sondern eigentlich schon immer so- nur das man früher nur ein oder 2 Teams vorne hatte. Heute drei.
Keine Ahnung welche Formel 1 du früher angeschaut hast, aber so schlimm war es definitiv noch nie.
Hm, hat nicht McLaren 1998 in Australien alle bis auf den dritten überrundet?
Beim Saisonauftakt 2002 hatte der 6te Mika Salo 2 Runden Rückstand auf den Sieger.
Beim GP der USA im Jahr 2003 hatte der 8te ebenfalls 2 Runden Rückstand auf den Sieger.
Im Jahr 2004 hatte der letzte Punkteplatz in in 10 von 18 Rennen jeweils eine Runde Rückstand. Das kann man ewig so fortführen. Ich finde die Top 3 sind nicht mehr oder weniger weit dem Feld enteilt, als früher.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Typ17 GTI » 10.11.2018, 08:42

DC21 hat geschrieben:Hm, hat nicht McLaren 1998 in Australien alle bis auf den dritten überrundet?
Australien 1995, da hatte der 2. zwei Runden Rückstand. :wink:
Da sind allerdings auch nur 8 Fahrer ins Ziel gekommen.

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von RedBull_Formula1 » 11.11.2018, 00:32

Costigan hat geschrieben:
RedBull_Formula1 hat geschrieben: Ich denke es ist schon lästig für Alonso Fans, dass Vettel und auch Hamilton deutlich bessere Statistiken haben.
Finde ich eigentlich nicht. Klar, in einer - aus Fan-Sicht - perfekten Welt würde Alonso immer noch seine Rekorde "Jüngster XY..." halten und wäre jetzt in Hamiltons Position, sich langsam aber sicher anzuschicken, Schumachers Rekorde abzulösen. Wenn er das nicht bereits geschafft hätte...

Und im Idealfall hätte er das dann auch noch mit Ferrari und McLaren geschafft, sowie auf unterschiedlichen Reifen- (Michelin, Bridgestone, Pirelli) und Motorenherstellern (Renault, Mercedes, Ferrari).
Natürlich wäre das ein Traum. Für welchen Fan auch nicht?

Aber irgendwann findet man sich auch mit der Realität ab. Wie pilimen schon sagte, weiß man/ich ja, wie die Dinge zustande kamen und letztendlich ist es sowieso am Wichtigsten, wie man sie selber einordnet. Denn Alonso könnte heute auch 5- oder 7 maliger Weltmeister sein und es gäbe immer noch Zuschauer, die nichts von ihm halten würden oder andere Fahrer zumindest vor ihm sehen. Daran ändern auch Statistiken nichts und das ist ja auch gut so. Jeder soll ja seine eigene Meinung haben.

Ich ordne Vettel oder Hamilton ja auch nicht automatisch über Alonso ein, nur weil sie bessere Statistiken haben. Vermutlich ist Hamilton für dich auch nicht zwangsweise besser als Vettel.

Und wie ich schon mal vor ein paar Wochen an anderer Stelle in einer Diskussion sagte: Alonso könnte heute auch fünfmaliger Weltmeister sein, ohne dass er in seiner Karriere viel anders gemacht hätte:
Vermeidet er in Ungarn die Blockade gegen Hamilton, wird er 2007 wahrscheinlich Weltmeister. Wählt Ferrari in Abu Dhabi eine andere Strategie, ist er 2010 Weltmeister. Und räumt Grosjean ihn 2012 in Spa nicht ab, ist er zum fünften Mal Weltmeister. (Natürlich kann man in jedem Jahr auch andere Situationen rauspicken).

Schon hätte er drei Titel mehr, ohne viel anders gemacht zu haben. Insofern weiß ich Statistiken gut einzuschätzen. Denn diese drei Titel mehr oder weniger machen aus ihm auch keinen besseren oder schlechteren Fahrer, wenn man sich ansieht, wie "leicht" die Dinge anders hätten laufen können.
Ich weiß ja auch, dass er auch gar keinen Titel haben könnte, wenn 2005 und 2006 nur Kleinigkeiten anders verlaufen wären. Genauso wie Vettel in meinem oben genannten Szenario "nur" zwei Titel hätte.

Insofern sollte man sich in erster Linie mit dem glücklich schätzen, was der präferierte Fahrer erreicht hat, anstatt ewig lang verpassten Gelegenheiten nachzutrauern und gleichzeitig das schätzen, was man auf der Strecke von ihm gesehen hat - denn das ist imho wichtiger als Statistiken. Statistiken sind schön anzusehen, aber die Rennen und Emotionen dabei sind es, die man in Erinnerung behält.
Da finde ich es am Ende - und da bin ich wieder bei pilimen - tatsächlich trauriger, dass die letzten Jahre so eine Zeitverschwendung waren und man ab 2014 als Alonso-Fan in der Formel 1 quasi nichts mehr hatte, worüber man sich freuen konnte.
Ich verstehe deinen Standpunkt. Ich glaube es ist dennoch irgendwo lästig. Dieser Gedanke, dass einige F1-Fans, die vielleicht keine "Freaks" wie wir sind, dann doch eher denken, dass Alonso nicht so viel erreicht hat wie ein Hamilton und nicht mithalten kann von seiner Klasse her.

Ganz ehrlich, das wäre schon lästig für mich. Vorallem wenn man davon überzeugt ist, dass es eben nicht so ist. Ich ordne ganz gewiss nicht die Piloten anhand ihrer Statistiken, aber irgendwo sind gute Zahlen schon etwas woran man sich hin und wieder ergötzt. Ich finde es nachwievor cool, dass Vettel der jüngste Polesetter ist und das in einem Toro Rosso. Hat was und diesen Rekord würde ich ungern an einen Verstappen verlieren. Vorallem, weil er es nach mehrmaligen verpassten Chancen auch nicht verdient hat. Sowas wie der jüngste Viermalige Weltmeister wird wahrscheinlich sowieso niemand mehr brechen. Statistiken lassen einen F1-Piloten auch nach seiner Karriere leben. In 20 Jahren erwähnt erwähnt vielleicht ein F1-Reporter, dass vielleicht XY-Fahrer verpasst hat den Rekord von Vettel/Hamilton/Alonso zu brechen. Während einer Live-Berichterstattung von RTL erwähnt der Nachfolger von Wasser, das XY Pilot am Start 9 Plätze gewonnen hat, aber Alonso im Jahr 2016 12 Plätze gewonnen hat etc. Vielleicht das ein XY Pilot nur 8 Siege in Folge geholt hat und somit den Rekord von Vettel/Ascari von 9 Siegen in Folge nicht gebrochen hat etc.

Genau, um Emotionen geht es. Genau die 9 Siege in Folge erwecken Emotionen in mir. Das war 2013 eine absolute Meisterleistung von ihm. Etwas, wofür ihn selbst LH44-Fans Respekt zollen. Vielleicht ist mir die Statistik auch deswegen so wichtig, weil sie dann doch natürlich auch mit Emotionen verbunden sind.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Costigan » 11.11.2018, 15:39

RedBull_Formula1 hat geschrieben: Ich verstehe deinen Standpunkt. Ich glaube es ist dennoch irgendwo lästig. Dieser Gedanke, dass einige F1-Fans, die vielleicht keine "Freaks" wie wir sind, dann doch eher denken, dass Alonso nicht so viel erreicht hat wie ein Hamilton und nicht mithalten kann von seiner Klasse her.
(...)
Gut, Ersteres stimmt ja auch :wink:
Aber wie ich schon sagte: Das wäre ja auch nicht unbedingt anders, wenn Alonso 2 oder 3 Titel mehr hätte. Es gibt immer Leute, die jemanden anders oder schlechter einschätzen als man es selbst tut. Das kannst du nicht beeinflussen und daran ändert auch eine Statistik nicht zwingend etwas und das soll sie ja auch gar nicht, denn sonst müsste man gar nicht darüber diskutieren, wer denn der beste Fahrer ist: Die Statistik würde es uns bereits vorgeben.

Klar, die Gelegenheitszuschauer, die sich mit der Materie nicht groß auseinandersetzen und deshalb Statistiken bemühen müssen, hast du immer... aber ganz ehrlich? Ich würde mir Sorgen machen, wenn die Meinung dieser Leute mir schlaflose Nächte bereiten würde. Das ist nicht lästig für mich, da steh' ich drüber und mit solchen Leuten diskutiere ich in der Regel auch gar nicht, denen lasse ich einfach ihre Meinung, weil jede Mühe sowieso vergeudete Zeit wäre.
Und die Spezialisten hier im Forum, die wenig für Alonso übrig haben, würden heute auch nicht anders über ihn reden, wenn er z.B. 2010 oder 2012 den Titel geholt hätte. Statistiken ändern an Antipathie nichts. Das solltest du als Vettel-Fan, der die Zahlen mehr auf seiner Seite hat, ja sogar besser wissen als ich.

Mag am Ende auch einfach etwas an Alonsos Karriereverlauf liegen, dass ich insgesamt nicht mehr viel auf Zahlen gebe. Die McLaren-Jahre haben in der Hinsicht eben nochmal so ziemlich alles kaputt gemacht, weil er dort nochmal gut 80 Rennen fuhr, ohne großartig was dazuzugewinnen. Es kamen keine Siege hinzu, keine Poles, keine Podien, kaum Punkte. Das hat natürlich auch seinen gesamten Schnitt gesenkt.
Vor ein paar Jahren habe ich darüber vielleicht auch noch etwas anders gedacht. 2011 hat es mir noch etwas ausgemacht, dass Vettel mit ihm nach Titeln gleichgezogen ist oder dass er ihn 2012 überholt hat. Eben weil ich, wie du sagst, schon damals der Meinung war, dass Alonso ein besserer Fahrer ist und mich darin heute sogar noch mehr bestärkt sehe.

Aber die letzten Jahre waren für einen Alonso-Fan so ein "schlechter Witz", dass man Statistiken garnicht mehr ernstnehmen kann und darf. Denn was würde es denn aussagen, wenn man sie für bare Münze nehmen würde? Dass Vettel doppelt so gut wie Alonso ist und Hamilton bald drei mal so gut?
Jeder mit etwas Sachverstand weiß das besser einzuordnen und ich würde ja verrückt werden, wenn ich nach jedem dazu gewonnen Sieg und Titel von Hamilton und Vettel immer noch die Statistiken vergleichen würde.

Und um auch nochmal auf deinen Schlusssatz zu kommen: Diese Leistung, mit der du Emotionen verbindest, nimmt Vettel ja auch keiner weg, selbst wenn ein anderer 10 Siege in Folge schafft. Die Erinnerung an Vettels Siegesserie bleibt ja trotzdem bestehen und die Leistung ungeschmälert. Gut, es ist dann kein Rekord mehr, aber ich sag dir ganz ehrlich: Ich wusste bis du es jetzt erwähntest nicht mal, dass es einer ist :wink:

Keine Ahnung, für mich ist das am Ende alles zu fremdgesteuert: Zu sehr darauf bedacht, was andere Leute für eine Meinung haben. Das kann man sowieso nicht ändern, egal wie die Zahlen aussehen. Ich glaube auch, dass Alonso selbst das mittlerweile eingesehen hat.
"Ich hatte fünf wunderbare Jahre bei Ferrari. Und in jenen Jahren, in denen NUR Mercedes gewinnen konnte, war ich in der Lage, mich bei den 500 Meilen von Indianapolis zu beweisen, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu gewinnen und als Pilot zu reifen", kontert der zweifache Weltmeister und Le-Mans-Sieger dem Twitter-User und damit auch seinen Kritikern allgemein.

Er fügt hinzu: "Manchmal denke ich, dass die Daten und Fakten vergessen werden! Das Wichtigste ist doch, dass derjenige, der diese Dinge erlebt hat ... glücklich und stolz ist. Nur das zählt." Alonso hat sich damit abgefunden, dass er als 32-facher Grand-Prix-Gewinner und zweifacher Weltmeister in die Geschichte eingehen wird. Er hat sich neue Ziele außerhalb der Königsklasse gesucht: die Triple Crown. Den Monaco-Sieg und Le-Mans-Triumph hat er bereits auf der Habenseite, fehlt noch der Indy-500-Ring. Damit würde er als erst zweiter Pilot Geschichte schreiben und mit Legende Graham Hill gleichziehen.
Ich denke nicht, dass ihm das leicht gefallen sein wird, weil er sicherlich ein enormes Ego und Selbstbewusstsein hat und immer wieder betont hat, wie wichtig ihm dieser dritte Titel ist. Da wird es ihm bestimmt nicht schmecken, dass ihm Hamilton und Vettel so um die Ohren fahren und was für einen Verlauf seine Karriere genommen hat.

Aber trotzdem glaube ich, dass er mittlerweile wirklich seinen Frieden damit gemacht hat und sich anders motiviert. Was bliebe ihm auch anderes übrig? Er würde ja sonst gar nicht mehr glücklich werden.
Und als Fan geht es mir am Ende nicht anders. Ich weiß, was Alonso geleistet hat (nicht nur, was er an Trophäen gewonnen hat), wozu er im Stande war und wäre und wo ich ihn im direkten Vergleich einordne. Genauso wie es ja auch stimmt, dass er sich in seiner Zeit in der Formel 1 enorm viel Respekt erarbeitet hat. Ganz egal, was man von ihm als Mensch halten mag und ob er sich Türen verschlossen hat: Seine fahrerischen Leistungen nötigen allen den höchsten Respekt ab.
Mit fünf WM-Titeln und 71 Siegen hat der Brite [Hamilton] den Spanier bereits deutlich überholt. Dennoch betont er: "Ich habe sehr viel Respekt vor ihm. Er ist ein phänomenaler Fahrer. Er wird nach wie vor sehr geschätzt dafür, wie er gefahren ist und wie er sich außerhalb verschiedenen Kategorien gestellt hat."
"I would say it is a shame that he's not as decorated as his ability," said Hamilton of his former team-mate ahead of F1's return to action this weekend at the Belgian GP.

"But he's been one of the greatest drivers and, for me, arguably the greatest driver I've driven against."
Sicher, am Ende ist das auch wieder die Meinung eines anderen und daher nicht das, was für mich letztendlich ausschlaggebend ist, aber es ist für mich doch wertvoller als die Einschätzung eines TV-Reporters, der in zwanzig Jahren vielleicht, vielleicht auch nicht mal Alonsos Namen erwähnt, eines Fans oder eines Foristen von hier.
Vermutlich wird Alonsos Name in 20-30 Jahren nicht so oft Erwähnung finden wie der von Hamilton, der dann auf nahezu jedem Kurs Rekordsieger ist, aber wie oft hörst du heute z.B. noch bei RTL den Namen Jim Clark? Auch nie und trotzdem hat der in der Motorsportwelt einen extrem guten Ruf. Und sollte Alonso die Triple Crown gewinnen, wäre das nur ein weiterer Aspekt, der dazu beitragen würde, dass er im Motorsport unvergessen bleibt, auch wenn er vielleicht weniger 'mainstream' sein wird als ein Schumacher, Hamilton oder Vettel, die jeder kennen wird.

Deswegen nochmal: Mir wäre es natürlich lieber gewesen, Alonso hätte noch ein paar erfolgreiche Jahre gehabt und um Siege gekämpft und zumindest noch einen Titel geholt. Das ist es, was ich bereue bzw. was ich als lästig empfinde. Aber nicht wegen der Statistiken, sondern weil ich dann mehr Spaß an den letzten Jahren gehabt hätte.

Klar will ich auch nicht, dass Vettel als Alonsos Nachfolger mit Ferrari den Titel holt, weil das hier zwangsweise wieder für Häme und Vergleiche sorgen würde. Das muss ich nicht haben, weil ich mit dieser Gehässigkeit generell wenig anfangen kann.
Aber dieser grundsätzliche Gedanke bei manchen, dass Fahrer X aufgrund besserer Statistiken stärker sein muss als Fahrer Y ist mir vollkommen egal. Daran störe ich mich längst nicht mehr, weil ich es ja einzuschätzen weiß.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Aldo » 11.11.2018, 16:45

@Costigan. Mehr kann man eigentlich nicht sagen. Ich denke du sprichst den meisten ALO-Fans da aus der Seele. :thumbs_up:
Costigan hat geschrieben: Klar, die Gelegenheitszuschauer, die sich mit der Materie nicht groß auseinandersetzen und deshalb Statistiken bemühen müssen, hast du immer... aber ganz ehrlich? Ich würde mir Sorgen machen, wenn die Meinung dieser Leute mir schlaflose Nächte bereiten würde. Das ist nicht lästig für mich, da steh' ich drüber und mit solchen Leuten diskutiere ich in der Regel auch gar nicht, denen lasse ich einfach ihre Meinung, weil jede Mühe sowieso vergeudete Zeit wäre.
Speziell da stimme ich zu. Ich musste mir von solchen Leuten, die alle paar Wochen die RTL Zusammenfassung des Rennens auf RTL Aktuell sehen, auch schon mal erklären lassen, dass Alonso ja mittlerweile so alt ist, dass er seit Jahren nichts gewonnen hat. Dass das vielleicht in der F1 auch am Material liegt, musste ich diesen Leuten dann erst mal erklären bis dann ein großes "Achsoo da gibts auch Unterschiede" kam.
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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Polyphony » 11.11.2018, 17:03

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
Ich denke es ist schon lästig für Alonso Fans, dass Vettel und auch Hamilton deutlich bessere Statistiken haben. Mir Gefällt es auch nicht, dass Hamilton langsam wegzieht und sogar die Rekorde von Schumacher angreift...

Es wäre schon sehr lästig für mich, wenn es Verstappen noch gelingt der jüngste Polesetter zu werden.
Du kannst mir glauben, dass es mir im Hinblick auf Alonso relativ egal ist welche Erfolge andere Fahrer aufzuweisen haben.
Das letzte Drittel seiner Karriere ist für mich einfach nur ein Trauerspiel, ob Vettel in dieser Zeit nun 0 oder 10 TItel einfährt ist mir aus der Alonso Fan Sicht ziemlich egal, solange er sich mit Williams um die goldene Ananas streitet.

______

Achja, ganz allgemein sollten hier manche einfach mal das Wort "Fakt" nochmals im Duden nachschlagen und danach mit dem abgleichen, was hier teilweise geschrieben wird, vielleicht versteht dann der Ein oder Andere was genau eine "Ansicht" oder persönliche "Einschätzung" ist und was ein unwiderlegbarer "Fakt".

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Formel-1-Fan » 13.11.2018, 10:40

Polyphony hat geschrieben: ______

Achja, ganz allgemein sollten hier manche einfach mal das Wort "Fakt" nochmals im Duden nachschlagen und danach mit dem abgleichen, was hier teilweise geschrieben wird, vielleicht versteht dann der Ein oder Andere was genau eine "Ansicht" oder persönliche "Einschätzung" ist und was ein unwiderlegbarer "Fakt".
Ein solcher wäre zum Beispiel, dass Alonso so viele Teamduelle verloren (=in der Fahrer-WM am Ende hinter dem Teamkollegen stehend) hat wie Vettel und Hamilton zusammen:
Alonso 3: 2001 gegen Marques, 2007 gegen Hamilton, 2015 gegen Button
Hamilton 2: 2011 gegen Button, 2016 gegen Rosberg
Vettel 1: 2014 gegen Ricciardo

Daraus ergibt sich ebenfalls, dass Vettel von den 2018 antretenden Weltmeistern die wenigsten Teamduelle verloren hat.

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Dai Jin » 13.11.2018, 11:52

Weiss garnicht was daran lästig sein soll :lol: Alonso hat bos auf Hamilton beide dominiert bzw geschlagen.

Lästiger ist vielmehr dass Vettel mit den besten Ferraris weiter weg von der Weltmeister ist als es Alonso war, der deutlich schlechtere Ferraris fuhr

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Arestic » 13.11.2018, 12:14

Formel-1-Fan hat geschrieben:
Polyphony hat geschrieben: ______

Achja, ganz allgemein sollten hier manche einfach mal das Wort "Fakt" nochmals im Duden nachschlagen und danach mit dem abgleichen, was hier teilweise geschrieben wird, vielleicht versteht dann der Ein oder Andere was genau eine "Ansicht" oder persönliche "Einschätzung" ist und was ein unwiderlegbarer "Fakt".
Ein solcher wäre zum Beispiel, dass Alonso so viele Teamduelle verloren (=in der Fahrer-WM am Ende hinter dem Teamkollegen stehend) hat wie Vettel und Hamilton zusammen:
Alonso 3: 2001 gegen Marques, 2007 gegen Hamilton, 2015 gegen Button
Hamilton 2: 2011 gegen Button, 2016 gegen Rosberg
Vettel 1: 2014 gegen Ricciardo

Daraus ergibt sich ebenfalls, dass Vettel von den 2018 antretenden Weltmeistern die wenigsten Teamduelle verloren hat.
Alonso verlor die Teamduelle insgesamt um 6 Punkte.
Hamilton um 48 Punkte.
Vettel um 61 Punkte.

Daraus ergibt sich, dass Vettel in einem Jahr komplett unterging im Teamduell, während Alonso stehts auf Augenhöhe war.

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Re: "Lästige" Fakten

Beitrag von Formel-1-Fan » 13.11.2018, 12:43

Arestic hat geschrieben:
Formel-1-Fan hat geschrieben:
Polyphony hat geschrieben: ______

Achja, ganz allgemein sollten hier manche einfach mal das Wort "Fakt" nochmals im Duden nachschlagen und danach mit dem abgleichen, was hier teilweise geschrieben wird, vielleicht versteht dann der Ein oder Andere was genau eine "Ansicht" oder persönliche "Einschätzung" ist und was ein unwiderlegbarer "Fakt".
Ein solcher wäre zum Beispiel, dass Alonso so viele Teamduelle verloren (=in der Fahrer-WM am Ende hinter dem Teamkollegen stehend) hat wie Vettel und Hamilton zusammen:
Alonso 3: 2001 gegen Marques, 2007 gegen Hamilton, 2015 gegen Button
Hamilton 2: 2011 gegen Button, 2016 gegen Rosberg
Vettel 1: 2014 gegen Ricciardo

Daraus ergibt sich ebenfalls, dass Vettel von den 2018 antretenden Weltmeistern die wenigsten Teamduelle verloren hat.
Alonso verlor die Teamduelle insgesamt um 6 Punkte.
Hamilton um 48 Punkte.
Vettel um 61 Punkte.

Daraus ergibt sich, dass Vettel in einem Jahr komplett unterging im Teamduell, während Alonso stehts auf Augenhöhe war.
Zudem auch noch bei gleichem Punktesystem.
Welche Variante einem als Fahrer lieber ist, ist widerum jedem selbst überlassen.
Ginge es um die WM, so würde ich wohl lieber in 9 von 10 Fällen knapp die WM gegen meinen Teamkollegen gewinnen und in dem einen Jahr komplett untergehen, als zehnmal nur knapp zu verlieren. Aber wie gesagt: Jedem selbst überlassen. :wink:

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