Drivers to watch

Was läuft in der Formel 1 Szene?

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scott 90
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 30.12.2015, 17:00

So wie angekündigt Teil 2.

:arrow: Richie Stanaway

Mit dem Ansatz es sowohl in der GP2 als auch der WEC zu versuchen, steht der Neuseeländer ziemlich alleine da. Vermutlich war es auch nicht nur stressig, denn wegen Überschneidungen beider Rennkalender, muss man sich dann auch manchmal für eine Serie entscheiden.
Zudem beschlich einen teilweise auch der Eindruck, es tat ihm auch nicht unbedingt gut auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Auf der anderen Seite, wenn dein Vertrag bei Aston Martin gut ist und das Status Cockpit vielleicht nicht das lukrativste aber trotzdem sehr interessant, warum sollte man dann auf eines verzichten.

Unter diesen Umständen hat die Allzweckwaffe 2015 einen guten Job gemacht. Es kam auch nicht zum „Melt Down“(Anm. englisch für eine schwere Krise/Zusammenbruch) wie 2014, als er vom Meisterschaftskandidaten noch auf P8 abrutschte.
Der zehnte Platz war es im Endklassement dieses Jahr, als GP2 Rookie, trotz drei Rennen weniger und zudem noch für ein neues Team. Das kann man deswegen als ein gutes Ergebnis bezeichnen. Zumal er seinen Teamkollegen auch deutlich dominiert hat.
Als Highlights sind dabei die zwei Siege in den Sprintrennen (nicht ganz so schwer, von der guten Startposition) sowie das Wochenende in Monza zu nennen.
In Silverstone hat er dann aber einiges verschenkt, war an sich auch eher unglücklich. Ähnlich wie in Le Mans, da lag sein Auto auch gut aber ein Unfall in der Nacht verhinderte mehr, immerhin in Spa gewann das Team um Stanaway/Rees/MacDowell die GT Klasse.

Bei all dem ist die Frage nach der Zukunft dann aber wieder schwierig. Vermutlich will er auch 2016 weiterhin für Aston Martin fahren, die GP2 wäre aber sicher auch interessant. Carlin scheint offenbar interessiert, wobei er dann kein einfachere Aufgabe als dieses Jahr zu bewältigen hätte. Carlin war 2015 doch ziemlich gebeutelt.
Zudem hat er ja sogar Verbindungen in die Formel 1, er ist mehr oder weniger offiziell Simulator Pilot bei Williams. Zudem durfte er auch einen LMP Wagen von Audi testen.

Wenn seine Karriere eher linear verlaufen würde, mit klaren Strukturen durch zum Beispiel ein Förderprogramm, könnte man sicher von der F1 und besseren Ergebnissen träumen. Leider deutet nichts darauf hin, weswegen es aber schwierig wird davon zu reden. Selbst wenn das nicht mal so wichtig ist.
Denn wenn er seinen Weg im Motorsport macht, wird er damit zufrieden sein und uns Spaß durch seine Fahrkunst bereiten.
Ganz ohne angelegte Ketten, die ihn in eine Richtung drängen. Wobei irgendwann sicher auch eine klare Entscheidung fällt.

Meine Einschätzung: 45 %

F1 Superlizenzpunkte (14: 2 15: 2 = 4) nicht erfüllt



:arrow: Rio Haryanto

Bevor wir auf die Spekulationen um ein Cockpit bei Manor eingehen, betrachten wir lieber zuerst seine Saison in der GP2.
Diese war an sich nicht schlecht, aber entspricht natürlich nicht dem, was man sich von jemandem vorstellt, wenn er sich für ein F1 Cockpit aufdrängt.
Das fängt dabei an, dass er außer in Bahrain (hier war er wirklich sehr stark), kein weiteres Hauptrennen auf dem Podium beenden konnte.
Die Siege bei den Sprintrennen haben sicher auch ihren Wert, sowohl in Silverstone als auch in Österreich, hatte er viel Druck von hinten gespürt und diesem standgehalten. Aber so viel wert ist es trotzdem nicht, wenn du dank des Reversed Grid von weit vorne losfährst und "nur" keinen mehr vorbeilässt.

Sicher, am Ende hätte er trotzdem sogar noch dritter in Meisterschaft werden können und ja er hat sich zu den Jahren vorher klar gesteigert (auch was das Team angeht), doch man ist nicht wirklich restlos überzeugt von ihm. Da steht er in dieser Beziehung zum Beispiel einem Ericsson oder einem Palmer nichts nach, wobei ich nicht mal deren Leistungen mit seinen vergleichen will.

So gesehen absolut verständlich falls man es mit gemischten Gefühlen sieht, dass er in der F1 fahren soll.
Wenn es überhaupt dazu kommt, denn die Superlizenz Frage ist für mich nicht klar geklärt, zudem scheint es auch finanziell Schwierigkeiten zu geben. (Der Gouverneur/Bürgermeister von Jakarta widersprach der Aussage, dass man ihn unterstützen würde/könne)
Vielleicht wird es also gar nichts mit der F1 und er fährt sogar nochmal eine Saison GP2. Die nächsten Wochen werden es zeigen.


Meine Einschätzung: 55%

F1 Superlizenzpunkte: (15: 20)
nicht erfüllt
Es gilt aber im Prinzip dasselbe wie für Wehrlein. Es ist schwer zu sagen ob es nicht doch eine Sonderregelung gibt.


:arrow: Mitch Evans

Ähnlich wie sein Landsmann Stanaway, verfolgt der GP3 Meister von 2012 so etwas wie eine Doppelstrategie. Neben seinem Cockpit in der GP2, war er zusätzlich beim 24h Rennen in Le Mans in der LMP2 im Einsatz. Wurde dort sogar zweiter in seiner Klasse.

In der GP2 verlief es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr so gut. Sein Mentor Mark Webber hatte schon in Bahrain über die Reifen geflucht, da war er nur sechster geworden. In der Folge waren es sogar noch schlechtere Positionen und vermutlich auch nicht (nur) die Schuld der Reifen.
Russian Time hatte erkennbar große Probleme und als Fahrer hast du die dann natürlich auch. Pech kam dann auch noch hinzu, zweimal konnte er ein Sprint Rennen gar nicht erst starten.

Die Wende kam erst in Belgien, offenbar half der alte neue Renningenieur und man erlebte ihn wie neugeboren. Sechs Podien aus den letzten neun Rennen, wobei er in Monza und in Bahrain besonders stark auftrat. Deswegen waren seine zwei Siege in den Sprintrennen auch eindrucksvoller, als die von Haryanto.
Die Saison endete dann trotzdem unversöhnlich, mit diesem Momentum bestand nämlich im letzten Rennen sogar noch die Chance auf Meisterschaftsplatz drei. Weil das Rennen aber abgebrochen wurde, konnte er diese Chance gar nicht mehr wahrnehmen.
So blieb dann nur Platz fünf, das ist einer schlechter als letzte Saison. Zufriedenstellend ist das nicht, zudem scheint die Tür in die F1 zu (er hat auch keine Verbindungen zu einem Team), doch in der WEC ist auch kein Topcockpit frei. Also warum nicht noch ein Jahr GP2, bei Campos wird er gehandelt, womit wir dann auch einen Favoriten hätten es Maldonado gleich zu tun.
Gleichbedeutend mit dem GP2 Titel im vierten Jahr.


Meine Einschätzung: 50%

F1 Superlizenzpunkte: (14: 20 15: 10 = 30)
nicht erfüllt


:arrow: Raffaele Marciello
Vielleicht haben sich die beiden Ferrari Junioren Marciello und Fucco abgesprochen. Lass es uns gemächlich angehen….
Den Eindruck könnte man zumindest gewinnen wenn man ihre Ergebnisse so ansieht. Kein einziger Sieg, mehr tristes Mittelfeld, zudem selten präsent. Gut man findet Erfolgserlebnisse wie den zweiten Platz beim Hauptrennen in Abu Dhabi.

Aber genauso auch den alten Pannen Lello, zum Beispiel als er sich in Barcelona wegdrehte, kurz nach dem die VSC Phase aufgehoben wurde. In dem Fall hat das sicher einen dritten Platz im Sprintrennen gekostet.
Aber es bringt nichts sich damit länger auf zu halten, schlussendlich erwartet man vom Europameister der F3 mehr und er selbst schien auch mehr zu erwarten.
Vielleicht war er deswegen zu verkrampft/wollte zu viel, womöglich hat der Wechsel von Racing Engineering zu Trident auch eher einen Rückschritt offenbart….
Es lassen sich sicher viele Gründe finden, es ist aber davon auszugehen, dass Ferrari trotzdem Geduld mit seinen Schützlingen hat.
Womit er womöglich nochmal eine GP2 Saison anhängen darf, oder zumindest weiter bei Sauber (oder Haas) als Reservefahrer unterkommt, mit der Option auf ein Stammcockpit. Sicher ist das zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Auch nicht ob man auf die Superlizenzpunkte Rücksicht nehmen muss.


Meine Einschätzung: 55%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 40 14: 4 15: 6 = 50) erfüllt



:arrow: Alex Lynn

Zuerst einmal muss ich mit der Darstellung aufräumen, dass Alex Lynn aus dem Red Bull Programm geworfen wurde. Offenbar soll er nämlich freiwillig gegangen sein, weil er zusammen mit dem Preisgeld für den GP3 Titel und anderen Sponsoren, lieber GP2 fahren wollte.
So ganz logisch erscheint das nicht, aber man wird sich so oder so wohl eher im Einvernehmen getrennt haben.
Der „Neustart“ bei DAMS ist im eigentlich ganz gut gelungen, wobei auch er den Beinamen Pannen Alex verdient hätte.

Was ihn da in Sotchi geritten hat werden wir nie erfahren. In Führung liegend hat er sich erstmal verbremst, wobei er sich mutmaßlich einen „flatt spot“ (schleichender Plattfuss) eingefangen hat.
Ob der dann oder eine Unkonzentriertheit zum Ausfall geführt hat weiß ich nicht, unglaublich ärgerlich war es trotzdem.
In Monza ist ihm ein ähnlich unnötiger Fehler unterlaufen, dort hat er in der Bremszone zu Kurve eins Sirotkin abgeschossen und damit wohl auch ein Podium verspielt.

Am Ende gewann er trotzdem zwei Rennen, ein Sprint Rennen und ein denkwürdiger Auftritt in Ungarn. Dort hat er Rennen eins vor seinem Teamkollegen dominiert.
Trotzdem es wäre mehr möglich gewesen als Platz sechs in der Gesamtwertung. Aber der Williams Reserve Fahrer kann 2016 alles noch eine Spur besser machen, denn er wird für DAMS noch eine Saison anhängen. Schon jetzt ein Mitfavorit auf den Titel, wenn er die Pannen abstellt.


Meine Einschätzung: 60%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 20 14: 30 15: 8 = 58) erfüllt



:arrow: Pierre Gasly

Versetzen wir uns einmal in die Lage von Herrn Dr. Helmut Marko und beurteilen die Leistungen von Pierre Gasly, der bekanntlich in dem Red Bull Junior Kader ist, über den der Dr. waltet und schaltet.
Vermutlich ist man nicht mit einem achten Gesamtrang in der GP2 nicht zufrieden. Schließlich hat man höchste Ansprüche, auch wenn diese Zahl acht kaum eine Aussagekraft besitzt. Schließlich ist er am Ende punktgleich mit dem sechsten und siebten.

Aber selbst wenn man sich nur seine Leistung anschaut, so wirklich gepackt hat er einen nicht. Nicht nur weil Alex Lynn schneller schien, nur selten konnte Gasly herausragen. In Ungarn stand er mit seinem zweiten Platz im Schatten von Teamkollege Lynn, in Russland machte er es dann besser als Lynn, doch gefühlt hätte er dann den Sieg holen müssen.
Ohne die RB Brille klingt das dann natürlich auch sehr hart, denn eine zweite Chance hätte er sich schon verdient. Ob er die bekommt ist unklar, bei DAMS geht es auf jeden Fall nicht weiter.

Das soll auch daran liegen, dass RB kein Budget bewilligt hat, welches ein solches Cockpit ermöglicht. Aber eventuell kommt er bei Prema unter, was auch keine schlechte Wahl ist. Die Italiener wollen ein ähnlich erfolgreiches GP2 Team aufbauen wie in der F3.
Mit dem Paket wäre dann der Meistertitel trotzdem drin und wer weiß, wenn dann bei Torro Rosso etwas frei wird, stände er bereit. Aber er ist da natürlich auch sehr abhängig von viele Variablen.


Meine Einschätzung: 60%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 10 14: 25 15: 4 = 39) nicht erfüllt



:arrow: Dean Stoneman

Die Red Bull Förderung war für ihn etwa wie ein Sechser im Lotto. Damit bekam er 2015 die Chance sich in der Formel Renault 3.5 bei DAMS zu beweisen, wobei einem bei guten Leistungen sogar die Türen in Richtung F1 offen stünden.

Diese große Chance konnte er aber nicht ganz nutzen. Er fing sehr gut an, aber je älter die Saison wurde desto klarer wurden die Verhältnisse an der Spitze. Der Titel war damit schon mal weg und es wurde danach auch nicht besser. Der Teamkollege zog sogar noch vorbei und mit einem grauenhaften letzten Rennwochenende in Jerez wurde er sogar noch auf Platz sechs zurückgereicht.

Ihm haben nur fünf Punkte auf Platz vier gefehlt, aber auch das wäre vermutlich auch zu wenig für die hohen Ansprüche von Red Bull. Da helfen auch mildernde Umstände nicht, obwohl es sie durchaus gibt. Die letzten beiden Rennen in Jerez fanden unter den widrigsten Verhältnissen statt. Eine vermurkste Quali in Rennen eins und eine unglückliche Startkollision in Rennen zwei taten ihr Übriges.

Klingt hart, aber ich kann trotzdem verstehen, warum Red Bull wohl in Zukunft andere Leute fördert. Für Stoneman ist damit aber noch nicht aller Tage Abend, denn wenn er ein Budget findet kann er durchaus weiter erfolgreich sein. Die GP2 (Carlin z.B., dort war man mit seinen fünf Rennen 2015 auch ganz zufrieden) oder die Formel V8 3.5 wären Optionen dafür, so schlecht sieht es bisher auch nicht aus. Damit wäre er dann auch noch im Geschäft.


Meine Einschätzung: 45 %

F1 Superlizenzpunkte: (14: 20 15: 7 = 27) nicht erfüllt


:arrow: Nyck de Vries
Der Teamkollege von Stoneman war so ein bisschen sein Gegenpol. Er fing nicht schlecht an, denn gleich im zweiten Rennen der Saison, kämpfte er bis zum Schluss mit Vaxiviere um den Sieg.
Er verlor nur knapp, lies es in Folge aber tatsächlich an Konstanz vermissen.
Auf Teilerfolge folgten wieder kleine Tiefschläge. Alles nicht so dramatisch wenn man bedenkt, dass für jedes Rennen auch eine Quali gefahren wird.

So blieb es dann auch die ganze Saison hinweg, aber wenn man regelmäßig seine Punkte macht sowie ab und zu auf dem Podium steht, gehört man zwangsweise zum best of the rest.
Mit einem starken letzten Wochenende in Jerez (Platz vier auf abtrocknender Piste und sein erster Sieg im zweiten Lauf) sicherte er sich dann auch diese Position im Endklassement. Mit dem dritten Platz kann er als bester Rookie auch zufrieden sein.
Die Frage wo es für den McLaren Junior 2015 hingeht bleibt aber offen, es zeichnet sich auch keine klare Richtung ab. Aber es wird sich schon etwas für ihn finden.


Meine Einschätzung: 50%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 1 14: 10+10 15: 20 = 41) erfüllt


:arrow: Jazeman Jaafar

Eigentlich war für den Malaien alles angerichtet. Er war endlich bei einem absoluten Top Team gelandet, hatte einen wirklich guten Saisonstart, inklusive Sieg in Monaco und Meisterschaftsführung.
Die konnte verlor er in Spa zwar wieder, aber nach dem Ungarnrennen deutete nichts auf einen Zusammenbruch hin. Der kam aber.

In Österreich war er deutlich schwächer unterwegs, in Silverstone konnte er die gute Ausgangsposition wegen eines kaputten Frontflügels (selbstverschuldet) und abbauender Reifen nicht mehr halten (Von zwei auf neun zurückgereicht). In Rennen zwei kam ein Getriebedefekt hinzu.
Am Nürburgring konnte er dann nochmal aufs Podium fahren, aber Le Mans war ein Totalausfall. In der Quali zweimal weit hinten, obwohl der Teamkollege um den Sieg kämpfen konnte. Auch in Jerez konnte er kaum noch etwas retten, womit man ihn in der Meisterschaft zum Schluss bis auf Rang acht durchgereicht hat.

Sowas muss man dann auch erstmal verdauen, klar ist das eine Verbesserung zu 2014 aber in keiner Weise zufriedenstellend.
Damit wird es dann auch schwierig trotz Petronas in die F1 zu kommen, denn er liefert ihnen und potenziellen Teams wenige pro Argumente.
Möglicherweise ermöglichen sie ihm aber eine weitere Chance, zum Beispiel in der GP2. Dann müsste aber auch eine bessere Leistung her. Ansonsten DTM oder GT3, um seine Motorsportkarriere an sich muss er sich wohl keine Sorgen machen.


Meine Einschätzung: 40%

F1 Superlizenzpunkte: (14: 1 15: 3 = 4) nicht erfüllt



:arrow: Felix Rosenqvist

Klar man hätte den Schweden auch in die Top 5 setzen können, doch selbst wenn wirklich nur nach dem fahrerischen gehen würde, würde ich mir beim aktuellen Meister der Formel 3 Europameisterschaft dort doch schwer tun.
Dabei verknüpft man mehrere Tatsachen.
Ersten: Er hat sich zum Anfang der Saison doch recht schwer getan, da kam auch Pech dazu z.B. die Strafversetzung in Silverstone nach einem Motortausch. Zusätzlich warfen ihn aber gerade schwache Resultate in Pau und am Norisring zurück, bei denen man schon von eigenem Verschulden ausgehen kann. Zweitens hat er ab Zandvoort zwar die Konkurrenz dominiert, doch bis zum Algarvering waren die Konkurrenten noch in seinem Dunstkreis. Danach kann man zwar von einem Erdrutschsieg über sie sprechen, doch es ist schon auffällig wie dominant sein Team Prema Power ab diesem Zeitpunkt war.
Rosenqvist allein fuhr in diesem Zeitpunkt, neun Rennen, immer auf das Podium, von den restlichen 18 Podestplatzierungen die zu vergeben waren. wurden dann nur fünf von einem nicht Prema Fahrer belegt.

Da hat also eindeutig auch ein Team dominiert, was so manche auch skeptisch gemacht hat. Besonders bezüglich der Testfahrten während der Saison (auf den Strecken im Rennkalender aber mit alten bzw. anderen Dallara Wagen), was die FIA für 2016 auch unterbindet. Ebenso wie das man, wie Rosenqvist, überhaupt sechs Jahre (sieben wenn man die deutsche F3 auch dazuzählt) Formel 3 EM fahren darf. (Ab 2016 höchstens noch drei Jahre)

So negativ darf man ihm das auch nicht auslegen, denn er war am Ende immer in den Top acht. Zudem hält sich der zweimalige Macau Sieger sicherlich nicht freiwillig so lange in der Formel 3 auf.
Schließlich braucht man dafür auch genügend finanzielle Mittel, es ist ihm also zu gönnen, dass das dieses mal kein Problem darstellt. GP2 (hat er getestet) wäre eine realistische Option aber auch die DTM, wenn es denn dort Platz für ihn gibt. (wird schwer, Mercedes hat eine große Auswahl)

Dort kann er dann auch nochmal alle die an ihm zweifeln, von seinem Potenzial überzeugen.


Meine Einschätzung: 55%

F1 Superlizenzpunkte: (2013: 30 2014: 3 2015: 40 = 73) erfüllt


:arrow: Antonio Giovinazzi

Die große Chance Meister in der Formel 3 EM zu werden war da, doch obwohl er am Ende immerhin Rosenqvist ärgster Verfolger war, ist der Abstand zum Europameister doch recht groß.
Dafür waren auch einige sehr bittere Ausfälle verantwortlich, die es am Ende wohl ausgemacht haben. Rosenqvist fuhr in in Spa, als er in Führung lag hinten auf (Plattfuß, dann Ausfall), Monza als ihn Lance Stroll übersah, am Nürburgring als Mikkel Jensen am Start in die Seite fuhr oder als er sich eingeklemmt am Norisring wiederfand usw…
Dazu mischen sich aber auch ein oder andere schlechte Qualifyings und ein Carlin Team, welches nicht immer überzeugt hat.

Er war zwar mit Sicherheit einer der konstantesten Fahrer im Feld, und wäre Rosenqvist ohne die Zwischenfälle sicher noch näher gekommen. Aber geschlagen hätte er ihn nur, wenn Prema zum Schluss (besonders am Algarve Ring) nicht so stark gewesen wäre und er zusätzlich auch noch den entscheidenden Tick Schnelligkeit(Pace/Speed) gefunden hätte. Etwas Cleverness hat vielleicht auch gefehlt.
Besonders wenn man sein Macau Rennen betrachtet, welches er hätte gewinnen können. Insgesamt haben sich dann auch alle diese Zutaten vermischt.

Damit sollte er sich aber nicht zu lange aufhalten. In der Zukunft darf er es zwar nicht mehr in der F3 versuchen (s. o.), doch es gibt ja auch noch andere Rennserien. Die DTM wird es aber nicht sein, obwohl er sich bei seinem Gastspiel in Moskau nicht schlecht angestellt hat.
GP2/Formula V8 3.5 oder GT3 (LMP) wären aber Optionen, kommt darauf an welches Budget er aufbringen kann. Am Ende ist das aber schwer abzuschätzen.

Meine Einschätzung: 50%

F1 Superlizenzpunkte: (2013: 0 2014: 6 2015: 30 = 36) nicht erfüllt



:arrow: Lance Stroll
Der kanadische Landsmann hatte eine schwierige Saison, denn er fiel in der ersten Saisonhälfte vor allem negativ auf. Die schwere Kollision mit Giovinazzi in Monza (er hat ihn wohl übersehen), die Disqualifikation im Rennen darauf (aggressiver Fahrstil), dann in Spa als er sich beim anbremsen zu Les Combes verschätzt hatte. Und dort unter anderem seinen Teamkollegen mit aus dem Rennen riss. Die Rennsperre die man ihm als Konsequenz darauf auferlegt hatte war dann der negative Höhepunkt. Zusätzlich hatte er sich vermutlich auch bessere Ergebnisse ausgemalt.
Immerhin fuhr er aber stetig in die Punkte und verpasste mehrmals knapp das Podium.

So wirklich los wurde er sein Image des Bruchpiloten aber nicht mehr vollständig los, in Zandvoort gab es ja einen weiteren, wirklich unnötigen, Zwischenfall mit Leclerc.
Trotzdem, sein erstes Podium fuhr er in Österreich ein. Und als sein Team Prema Power erstarkte, folgte auch der erste Sieg. Insgesamt verhalf ihm dieser Endspurt, von Platz zehn in der Gesamtwertung, sogar noch auf Platz fünf.

So gesehen gibt es leistungstechnisch wenig zu bemängeln, dass ihn das Williams Team als „Development Driver“ „ausgewählt“ hat.
Wobei dank der Rolle seines Vaters, könnte Stroll auch Williams ausgewählt haben. An Geld scheint es nämlich nicht zu mangeln, und ja das macht ihm das Leben um einiges leichter, denn da gehen einem natürlich die Türen auf….
Nur durchgehen muss der Sprössling selbst.

Der Europameistertitel in der Formel 3 wäre ein Anfang. Es ist ihm 2016 mit Prema auch absolut zu zutrauen. Und dann ist eh klar, man wird ihn zwangsläufig in der Formel 1 sehen. Wobei man auch nie so genau weiß, wie die Pläne wirklich aussehen.


Meine Einschätzung: 65%

F1 Superlizenzpunkte: (2013: 0 2014: 10 2015: 8 = 18) nicht erfüllt
Zudem noch nicht 18.


:arrow: Maximilian Günther

Wenn man die Saison nur anhand der Ergebnisse betrachten will, dann ist der achte Rang für den Neuling in der Formel 3, schon mal nicht schlecht.

Aber wir wollen hier ja nicht nur Tabellen ablesen, sondern auch über das Zustandekommen dieser Resultate reden. Unter diesen Umständen kommt Günther mit dem achten Gesamtrang eigentlich zu schlecht weg, denn seine Leistungen waren über das Jahr gesehen besser.
Das Highlight war sicher der Sieg von Startplatz zwölf am Norisring, wobei da natürlich das Chaos eine größere Rolle gespielt hat. Aber auch schon in Pau war der Mücke Pilot gut unterwegs, mit etwas mehr Abgeklärtheit wäre er vermutlich noch mehr drin gewesen.

Ansonsten war er immer ein Kandidat für Punkte, sozusagen best of the rest. Wobei ab Zandvoort ein Knick folgte, wobei das nur ihn betraf. Er war zuvor wesentlich besser als seine Teamkollegen (unter anderem Mikkel Jensen, der Günther bei den ADAC Formel Masters noch klar schlug), doch ab diesem Zeitpunkt gelang ihm das nicht mehr. Nach sieben punktlosen Rennen am Stück war dann auch abrupt Schluss, denn am vorletzten Wochenende am Nürburgring war er schon nicht mehr am Start.

Die Gründe variieren je nach dem wen man fragt. Bei n-tv wurde es als eine bewusste Umorientierung dargestellt, obwohl Peter Mücke am Hockenheimring meinte, Günther dürfe kostenlos bei Prema fahre, was ihn freue.
Der Auftritt beim besten F3 Team war dann auch wieder von ganz anderer Qualität, er war da an seinen Teamkollegen sofort dran.

Die Zukunft wurde diese Woche auch geklärt. Er wird 2016 für Prema in der Formel 3 EM fahren, was ihn absolut zu einem Titelfavoriten macht. Mal sehen ob er diese Erwartungen auch erfüllen kann.


Meine Einschätzung: 40 %

F1 Superlizenzpunkte: (15: 3 = 3) nicht erfüllt
(Unklar ist, ob seine zweiten Plätze in der ADAC Formel Masters mit 7*2=14 als Formel 4 Resultate dazu zählen)


:arrow: Arjun Maini
Der Inder hatte Anfang des Jahres bei seinem Gastspiel in Neuseeland wirklich überzeugt, nicht unbedingt nachhaltig wie sich herausstellte.
Denn in der Formel 3 EM tat er sich wirklich schwer. Bis auf ein total konträres Wochenende in Pau, Platz vier und fünf, gab es nur noch zweimal Punkte für ihn. Er war zwar oft in den Top 20, aber es fehlte auf den Teamkollegen Leclerc eigentlich immer um die 0,3-0,6 Sekunden. In der Formel 3 ist das eine Welt, und macht den Unterschied von Top sechs und Platz 17-20.
Immerhin war er wohl einen Ticken besser als sein Teamkollege Lorandi, doch diese Tatsache sollte man nicht überbewerten. Für Lorandi war es nämlich die erste Formel Sport Erfahrung.

Der zweite der britischen Formel 4(BRDC) war das Jahr 2015 also eine Enttäuschung, besonders wenn er sich anschaut wo, der 2015 in der F4 nur drei Punkte bessere, George Russell gelandet ist.

Allerdings war da noch dieses Rennen in Macau. Die Quali war zwar besser als das Rennen, wie er aber in seinem T-Sport Wagen den beiden Prema Piloten im Nacken hing… (P10 am Ende)

Da möchte wohl zumindest ich glauben, der junge Mann kann 2016 mit T-Sport (ein Underdog Team) doch überraschen und in die Erfolgsspur zurückkehren.


Meine Einschätzung: 15 %

F1 Superlizenzpunkte: (14: 7 15: 0 = 7) nicht erfüllt



:arrow: George Russell

Den Abschluss der hier erwähnten Formel 3 Piloten macht der gerade erwähnte George Russell.
Für den Briten, welcher auch 2014 den McLaren Autosport BRDC Award abräumte und wohl auch deswegen in diesem Jahr einen F1 Wagen testen durfte, war 2015 eigentlich ein gutes Jahr.
Er war am Ende zwar nicht mehr der beste Aufsteiger aus der Formel 4, denn Lance Stroll hat ihn am Schluss der Saison noch abgefangen, doch er hat nachhaltig überzeugt.
Es war am Ende ein ziemlicher Frühstart, denn welcher Rookie gewinnt schon am ersten Wochenende gleich sein erstes F3 Rennen.

Gut Leclerc gelang das auch, aber das spricht ja nicht gegen ihn. Allerdings während der Monegasse so weiter machte, wurde Russell eher sowas wie Mister Zuverlässig.
In 33 Rennen war er am Ende sage und schreibe fünf Mal nicht in den Punkten. Diesen Schnitt konnte nur Leclerc toppen.
Wobei es mir fast schwieriger erscheint sich im Mittelfeld zu behaupten, als weiter vorne im Feld. Auch deswegen ist ihm wohl eher nicht vorzuwerfen er sei zu inkonstant, gerade im Mittelfeld wirkt sich eben jedes Zehntel mehr oder weniger stark aus.
Wenn schon Kritik, dann das er nicht schnell genug war.

Aber das kann ja noch kommen, denn 2016 tritt er nochmal in der F3 EM, für Hitech. Der Wechsel dorthin war auch ein Risiko, doch wie bei Maini eines das sich lohnen kann. Und als F3 Europameister hat man dann auch wieder ganz andere Möglichkeiten.

Meine Einschätzung: 25 %
F1 Superlizenzpunkte: (14: 10 + 3 15: 6 = 19) nicht erfüllt



:arrow: Luca Ghiotto
Pole Rekord und die meisten Siege hat der junge Italiener in der GP3 zwar geholt, doch der Meistertitel war ihm nicht vergönnt.
Der Grund wurde weiter oben schon beschrieben, kurz gesagt Esteban Ocon war am Ende einfach konstanter.
Und nach dem Punktesystem und dem Reversed Grid wird das ebenso honoriert, so dass der Franzose die acht Punkte mehr holen konnte, die ihn schlussendlich zum Meister machten.

Daran lässt sich auch wenig rütteln, doch es war trotzdem beeindruckend wie der Italiener 2015 aufgetreten ist. Nach der Pole in Spa 2014 (GP3) und den guten Testfahrten im Winter und Frühling, war er zwar schon zu einem Favorit auf den Titel aufgestiegen, doch den wenigsten gelingt es dann auch, dieser Rolle gerecht zu werden. Ihm ist es gelungen, womit er das dürftige Jahr in der Formel Renault 3.5 2014 vergessen machte.

Dabei wird nun eine eventuelle Zukunft in der GP2 (er nannte drei Teams als Optionen) zeigen, war diese Leistung eine Eintagsfliege? Oder ist da nur der Knoten geplatzt?
Schwer zu sagen, man wird es beobachten müssen.


Meine Einschätzung 45%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 7 14: 0 15:20 = 27) nicht erfüllt



:arrow: Marvin Kirchhöfer

Hier wird es schon wieder schwierig. Kirchhöfer musste sich am Ende ganz schön strecken, um die Vorjahresplatzierung überhaupt zu wiederholen. Es gelang ihm an Ende auf eine recht beeindruckende Art und Weise.
Die letzten beiden Hauptrennen in Abu Dhabi und Bahrain konnte er gewinnen, wobei gerade am Start die Konkurrenten stehen ließ.
Von Platz fünf und drei lag er in Kurve 1 schon vorne und gab die Führung auch nicht mehr ab.
Emil Bernstroff folgte ihm zwar in der Meisterschaft wie ein Schatten, hatte diesem Endspurt nichts mehr entgegen zu setzen.

Zu den zwei Kollegen ganz vorne fehlte aber immer etwas, außer in Abu Dhabi, Bahrain und Silverstone, konnte er sie nie dauerhaft unter Druck setzen. Und so musste er, ja zwangsläufig, plötzlich nach hinten absichern, denn das Wochenende in Sotchi war gar nichts. Immerhin konnte er sich daraus noch befreien und beendete immer sein Rennen in den Punkten, außer bei seinem Ausfall in Spa.

Womit auch ganz klar eine Verbesserung ersichtlich war, man muss nur die Punkte betrachten 2014 163, 2015 200. (2015 und 2014 gab es gleich viele Punkte zu vergeben)
Letzteres hätte ihn 2014, nur sieben Punkte hinter Meister Lynn, zum Vize Meister gemacht.

Für die Zukunft wäre es eigentlich an der Zeit weiter zu ziehen, GP2 ist aber vermutlich zu teuer. Die Formel V8 3.5 wäre eine Alternative, oder doch noch ein Jahr GP3.
Hoffentlich findet er dazu das nötige Budget, denn dann ist von ihm noch einiges zu erwarten.


Meine Einschätzung: 45 %
F1 Superlizenzpunkte: (13: 10 14:15 15:15 = 40) erfüllt


:arrow: Antonio Fucco

Der Ferrari Junior ging 2015 etwas unter. Ab und zu huschte er mal ins Bild, aber manchmal fragte man sich schon, fährt der Junge überhaupt noch?

Die Antwort: Ja! Kam dabei zu selten. Wenn man über seine Saison etwas erzählen will, dann müsste man die beiden Podien in Österreich und Abu Dhabi erwähnen. Aber dann wird es dünn, vierter im Hauptrennen in Belgien und dieselbe Platzierung in zwei weiteren Sprintrennen, müssen dann schon als weitere Highlights herhalten.

Mit ein paar weiteren Punkten reicht das für Gesamtplatz sechs, doch insgesamt ist das doch zu wenig. Schließlich hat Ferrari keinen x-beliebigen Italiener in seinen Nachwuchskader aufgenommen. Er müsste es auch besser können, in der Formula Renault 2.0 und der F3 gelang das auch, und vielleicht lässt sich ein Teil davon durch die Schwäche des Carlin Teams erklären, aber gewiss nicht alles.

Wenn Ferrari ihn weiter unterstützen sollte, ist das alles auch erstmal kein Problem. Ein Teamwechsel in der GP3 oder gar der Aufstieg in die GP2 (möglicherweise auch die F V8 3.5), wären Optionen bei denen er die Chance erhält, sein Potenzial unter Beweis zu stellen. Ferrari ist eigentlich auch recht geduldig mit seinen Talenten, doch Fucco hat natürlich auch nicht endlich Zeit.


Meine Einschätzung: 35%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 10 14: 8 15: 5 = 23) nicht erfüllt



:arrow: Matheo Tuscher

Man kann eine zarte Verbesserung zu 2014 erkennen, aber auch wirklich nur wenn man genau betrachtet wie seine Punkteplatzierungen zustande kamen.
In Spa war er wieder gut unterwegs, und wie 2014 als er in Führung liegend drehte, kam dabei weniger auf sein Punktekonto als nötig.
Aber immerhin im Reversed Grid Rennen, kam er von weiter hinten noch in die Punkte. In Monza gab es dann, etwas glücklich war es zugegebener Maßen, noch mal doppelte Punkte.
Das war´s dann aber auch an Zählbarem.

Ansonsten bestimmen Ereignisse wie in Sotchi seine Saison. Dort hatte er Startplatz zwei inne und die Hoffnung auf mehr war da. Diese Hoffnung wurde im Startgetümmel, durch einen unglücklichen Ausfall gleich wieder begraben.
Davon gibt es auch mehr, in Barcelona stand er auf startplatz fünf, und am Ende auch ganz ohne Punkte da.

Mehr wäre drin gewesen, womit er gefühlt auch besser war als seine Endplatzierung in der Meisterschaft. Doch mit dem Potenzial, dass ihm so mancher nach der Formel 2 Saison 2012 bescheinigt hat, scheint er nicht ausgestattet zu sein.
Denn dafür hätte man schon eine größere Steigerung erwartet.

Vielleicht ist es dann auch besser umzusatteln. Rebellion gab ihm Ende 2015 die Chance in der LMP1. Wohl eher seine Zukunft, selbst wenn er immer noch erst 19 ist.


Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte (0) nicht erfüllt.


:arrow: Jimmy Erikson
In Gegensatz zu Tuscher hat Erikson Ergebnistechnisch deutlich mehr vorzuweisen. Er hat seine Leistung von 2014 bestätigt (Endplatzierung P4), wobei er in der Summe weniger Punkte gesammelt hat.

Was auch daran lag, den anderen um ihn herum, war es möglich sich zu steigern, während er stagnierte. So fuhr er unspektakulär seine Punkte ein, quasi als Dauergast in den Top 10. So kamen dann auch zwei sehr gute Reversed Grid Resulate zustande, plus ein guter Abschluss in Abu Dhabi, bei dem er nochmal auf das Treppchen durfte.

Die Frage an sich ist aber, wofür kann man sich mit solchen Ergebnissen empfehlen. Für die F1 nicht unbedingt, aber für den Langstreckensport eigentlich schon. Wobei wenn er dies anders sieht, gäbe es noch die GP2. Dort hätte er dann nochmal seine Chance, dass das aber grundlegend an seiner Perspektive etwas ändert, ist unwahrscheinlich.

Meine Einschätzung: 15%

F1 Superlizenzpunkte (14:10 15: 7 = 17) nicht erfüllt



:arrow: Kevin Ceccon
Seine Karriere lässt sich wohl am ehesten so beschreiben: Er scheint irgendwie gefangen in der Transitzone zwischen GP2 und GP3.
Obwohl er erst 22, bewegt er sich schon seit 2011 (also fünf Jahre) zwischen diesen Serien.
Nachdem das Budget für die GP2 2013 nicht mehr reichte und er Mitte 2014 überraschend doch wieder auftauchte, in der GP3, wie könnte es anders sein.

2015 durfte er nach 2012 dann nochmal eine gesamte Saison in der GP3 bestreiten. Für Arden, was an sich nach einer guten Kombination aussah.

Was es auch wurde, denn nach zwei Rennsiegen (Reversed Grid) und einem guten Heimspiel in Monza, schien er plötzlich ein Faktor für Platz drei in der Meisterschaft.
War ihm aber offenbar nicht gut bekommen.

In den letzten drei Rennwochenenden holte er keinen Punkt.
Dabei war die Ausgangslage mit zweimal dem dritten Startplatz und einem zweiten doch wirklich exzellent.
Damit steht man sich dann selbst im Weg, denn offensichtlich kann er ja mehr. Ob er es dann nochmal in der GP3 oder der GP2 beweisen darf, ist dabei ungewiss.


Meine Einschätzung: 15%

F1 Superlizenzpunkte: (15: 3 = 3) nicht erfüllt
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scott 90
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 31.12.2015, 16:54

:arrow: Stefan Wackerbauer

Es ist eigentlich immer das gleiche Wehklagelied welches ich anstimme.
Dabei hat sich an seinem Endresultat 2012 in Eurocup der Formel Renault 2.0 nichts geändert. Man sieht beim Betrachten der Tabelle nur, wo er in der Relation zu anderen Namen stand, die zum großen Teil alle noch im Formelsport unterwegs sind. (Egal ob Gasly, Ocon, Vaxivière, Ed Jones usw..)
Ebenfalls bleibt das Endresultat gleich, Red Bull (bzw. Helmut Marko) hat diese Leistung offenbar nicht gereicht, um ihn weiter zu fördern.

An sich muss man die Weisheit des Doktors nicht anzweifeln, es ist aber schon eine Schande dass der junge Mann keine Sponsoren gefunden hat, die ihm eine weitere Karriere im Formelsport ermöglicht haben.
Immerhin Audi/Abt gibt ihm jetzt die Möglichkeit bei den GT Masters zu fahren. So glücklich verlief die Saison zwar nicht, denn das Meisterauto konnte seinen Titel bei weitem nicht wiederholen. Doch das lag nicht allein an den Fahrern, in denen sicher noch viel Potenzial steckt. In die Liste gehört er aber sicher nicht mehr, die F1 wirkt hier auch total verfehlt, nahezu abgehoben.



:arrow: Diego Menchaca

Mitglied eines großen Förderkaders zu sein, hier die Escuderia Telmex, nützt allein gar nichts, wenn die Erfolge dem nicht gerecht werden.
Der Mexikaner scheint kein schlechter Rennfahrer zu sein, aber man kann ihn einfach nicht mit Sergio Perez und Esteban Gutierrez zu vergleichen.

Denn Diego fehlen vergleichbare Erfolge in den Nachwuchsserien, sein achter Gesamtplatz in der Euroformula Open, kommt dem nicht nahe. Auch im letzten Jahr, war der siebte Platz in der britischen Formel 4 (BRDC) nicht überzeugend. Auch davor fehlen Top Resultate, womit man sich schon fragen muss, übersehe ich etwas und wie viel Zeit bekommt er sich zu beweisen?

Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte: 0 nicht erfüllt


:arrow: Patric Niederhauser
Im Formelsport trat er 2015 eigentlich nur sporadisch in Erscheinung, denn er durfte nur kurzfristig in der GP2 für einen anderen Fahrer einspringen.
Und zwar als er in Monza als er für Nathanael Berthon einsprang. Schlecht hat er seine Sache nicht gemacht. Vor allem wenn man bedenkt, dass Lazarus eher ein GP2 Hinterbänkler Team ist. Aber für größere Aufgaben empfiehlst du dich so auch nicht.

Ansonsten konnte man ihn 2015 in der Lamborghini Super Trofeo beobachten. Ohne die Leistungen dort werten zu wollen (je nach Serienbezeichnung siebter oder vierter), scheint das nicht die Plattform um sich für höhere Aufgaben (vgl. F1) zu empfehlen.
Da müsste sich also etwas Grundlegendes ändern, wonach es nicht aussieht.


Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte: 0 nicht erfüllt


:arrow: Jack Harvey

Starten wir hier mit einem kleinen Rückblick auf 2014. Dort war bei den Indy Lights von Gabby Chaves knapp geschlagen worden, und zwar um vier zweite Plätze mehr. (Punktgleichheit am Ende der Saison)
Da muss eigentlich 2015 dann der Titel folgen. Was sicher nicht einfach ist, besonders wenn von 2014 auf 2015 auch noch ein neues Auto eingeführt wird.

Es wurde dann auch schwierig, denn von Anfang an zeigte sich das Feld sehr ausgeglichen. Er war aber auch gut dabei, bis ihn zwei schlechte Rennen in Mid Ohio stark zurückwarfen.
Für Laguna Seca war es dann fast schon eine Mission Imposible, den Titel noch zu holen. Wohl wissend, dass Überholen schwer wird, riskierter er beim Start von Position drei alles und übertrieb es prompt. Max Chilton war sauer und der Titel weg. Was auch deswegen so bitter ist, da er das Preisgeld für 2016 dringend gebraucht hätte.
Da ist es auch schwer Trost zu finden, denn der Traum von einem Indy Car Cockpit wackelt dadurch ganz schön. Da muss man dann über andere Sachen auch gar nicht erst reden.


Meine Einschätzung: 30%


F1 Superlizenzpunkte: (13: 7 14: 12 15: 12 = 31)
nicht erfüllt

:arrow: Spencer Pigot

Jack Harveys Leid, Spencer Pigots Freud. Denn der junge US-Amerikaner machte es besser und gewann den Titel bei den Indy Lights.
Dabei war er vor der Saison nicht unbedingt einer der Topfavoriten. Er hatte auf der sogenannten „Mazda Road to Indy“ (inklusive der Indy Lights und der US F2000 sowie der Pro Mazda) bisher noch jeden Titel gewonnen.
Wobei er bisher dafür aber immer zwei Anläufe brauchte. Zudem stieg er mit seinem Meisterteam aus der Pro Mazda in die Indy Lights auf, wobei dies dank dem neuen Auto, nicht mal so ein großer Nachteil gewesen sein muss.
Nach einem guten Saisoneinstand, ließ er dann mit einem Doppelsieg in Alabama aufhorchen und übernahm zum ersten Mal die Führung in der Gesamtwertung. In der Folge fiel es ihm aber schwer, diese Position zu halten, wobei er schwächere Resultate wieder durch einen Doppelsieg in Toronto kaschieren konnte. In Laguna Seca ging es dann um den Titel zwischen ihm und Harvey. Zwei sehr gute Quali Ergebnisse brachten ihn in eine gute Position, und Harvey in eine verzweifelte Lage.

Als es dann teilweise drunter und drüber ging behielt er die Nerven und gewann sogar beide Rennen. Mit einem Fundament von sechs Siegen ist das dann auch verdient. Mit dem Preisgeld kann er 2016 zudem für RLL den Indy 500 (plus mindestens zwei Rennen mehr) bestreiten, was dann nach einem gelungenen Start einer Karriere in aussieht.
Wenn er dort überzeugt, kann zudem auch das ein oder andere F1 Team auf ihn aufmerksam werden (z.B Haas) und dann ist alles möglich. Wobei dafür auch wirklich alles optimal laufen muss.

Meine Einschätzung: 45%

F1 Superlizenzpunkte: (15: 15) nicht erfüllt


:arrow: Felix Seralles
Wenn man als Puerto Ricaner quasi in die Staaten heimkommt, hätte man durchaus erwarten können, dass das einem dabei hilft in die Erfolgsspur zu finden.
Doch so wirklich lief es bei den Indy Lights nicht für ihn. Er konnte zwar ein Rennen für sich entscheiden, aber viele Ausfälle und weitere durchschnittliche Resultate verhageln seine Bilanz. Mit dem siebten Platz ist er sicher nicht zufrieden.

Somit schlägt er sich mit anderen Sorgen rum, womit man ihm nur wünschen kann, dass er zumindest seine Monoposto Karriere fortsetzen darf.

Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte: (15: 2) nicht erfüllt


:arrow: Matthew Brabham
Viel ist bei ihm 2015 auf der Rennstrecke nicht los gewesen. Er durfte drei Indy Lights Rennen fahren, von 16.
Wobei das am Ende wohl ein Budget Problem war, dass seine Karriere erstmal ziemlich abgewürgt hat. Spricht auch für sich, wenn man den Rest des Jahres damit verbracht hat, mehr oder weniger Monstertruck zu fahren(genauer Energy Formula Off-Road).

Immerhin 2016 wird ihm ermöglicht am Indy 500 teilzunehmen, ein klarer Schritt nach vorne und hoffentlich eine Chance für mehr. Denn ansonsten sieht es da düster aus.

Meine Einschätzung: 10 %

F1 Superlizenzpunkte: (14: 7) nicht erfüllt



:arrow: Adrian Quaife-Hobbs

Um herauszufinden was er macht muss man zuerst einmal recherchieren. Er ist im GT Sport untergekommen, Blancpain Endurance um genauer zu sein.
Allem Anschein nach, ohne die Serie genauer zu verfolgen, ist das auch recht ansehnlich, doch damit entfernt man sich auch meilenweit von dem Zweck der Liste hier.
Es scheint auch unwahrscheinlich, dass er nochmal zum Monoposto Sport zurückkehrt, von dem her gehört er hier nicht mehr rein.



:arrow: Kimiya Sato
Nach Quaife-Hobbs der nächste Meister der Auto GP, der den Rückzug antreten musste. 2014 noch in der GP2, eher mäßig erfolgreich, ging es 2015 zurück in die Heimat nach Japan.
Dabei pilotierte er in der GT3(00) Klasse einen Lambo Gallardo. Wenn man die Tabelle abliest, reicht das um Yuji Idee nach Punkten zu schlagen, aber nicht zu mehr.
Auch hier fällt es schwer zu glauben, dass wir ihn im Monoposto Sport nochmal sehen.



:arrow: Stefano Coletti

Der Monegasse tat sich sichtbar schwer. Es stimmt sicherlich, sein KV Cockpit war nicht der beste Platz für einen Neuling, aber wenn man sich die Rookiewertung ansieht, dann wäre es doch zumindest sein Anspruch gewesen näher an Gabby Chaves dran zu sein. Es fehlten ihm aber am Ende 78 Punkte auf Chaves, das ist selbst in der Indy Car Series eine Welt.

Dabei gelang ihm auch nur ein Top 10 Ergebnis insgesamt. Sowie ein recht ansehnlicher elfter Platz in Fontana, wobei bei diesem Chaos Rennen hat er auch stark von Fehlern anderer profitieren können. Dabei waren vor allem die Rennen selbst sein Problem, denn er konnte zum Beispiel in Detroit durchaus in der Qualifikation glänzen, auch die anderen Straßenkurse waren weniger ein Problem. Auf den Ovalen tut man sich als Neuling natürlich schwerer.
Das alles ist am Ende wohl zu wenig um 2016 wieder Indy Car zu fahren. Denn es geht hier auch ganz klar darum, gelingt es dir das Budget dafür zu besorgen und das zweifle ich schon an. Wenn vermutlich dann auch bei einem anderen Team.

In Summe ist das dann auch ein Zeichen, der Pilot beschäftigt sich mit anderen Dingen als der F1. Wäre an sich auch völlig verständlich.


Meine Einschätzung: 25%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 10 14: 8 = 18) nicht erfüllt


:arrow: Takuya Izawa
So plötzlich wie er für Honda im Rahmen der Formel 1 fahren durfte, so plötzlich war er auch wieder weg. Keine zweite Chance in der GP2, stattdessen hat man bei Honda auf den jüngeren Nobuharu Matsushita gesetzt.
Diesem wird es auch vorbehalten sein, zum Zug kommen zu dürfen, falls Honda ein weiteres Kundenteam ausrüstet und dabei einen Japaner in die F1 bringen will. Wobei wenn unklar ist wann das passiert und ob überhaupt.
Für Izawa wäre höchstens Platz, falls Honda Super Aguri wiederbelebt und Takuma Sato nicht zur Verfügung steht ^^
Aber man wird sich schon um ihn kümmern, Super GT und Super Formula parallel ist ja auch schon Programm genug. Und da ist er für Honda auch eine Bank, aber die F1 ist doch sehr unrealistisch.



:arrow: Daniel Abt

Seit der grandiosen GP3 Saison 2012 geht nicht mehr viel nach vorne, zumindest wenn man die Ergebnisse betrachtet.
Über die zwei Jahre GP2 müssen wir nicht mehr reden, aber auch in der Formel E hätte man sich mehr ausgemalt. Denn das Abt Team stellt seinen Piloten ein exzellentes Auto zur Verfügung, mit dem Lucas di Grassi um den Titel fährt.
Er ist davon weit entfernt, wobei man natürlich schon berücksichtigen muss, wie viel mehr Erfahrung di Grassi hat und das bei so einem engen Feld sich selbst geringe Abstände sofort auswirken.
Zudem gab es bei Abt im letzten Jahr, wesentlich mehr Probleme, egal ob beim Energie Verbrauch oder einfach fehlendem Rennglück. Es ist also längst nicht so krass wie es erscheint, aber natürlich dennoch vorhanden.
Von dem her ist auch hier die Formel 1 weit weg und wohl schon gar nicht im Fokus des Piloten.



:arrow: Robin Frijns
Man hat fast das Gefühl, so umstritten sein Titelgewinn in der Formel Renault 3.5 letztendlich war, so sehr bekommt er das durch das Schicksal zurück. Nachdem sowohl Sauber als auch Caterham ihn als Testfahrer nicht behalten wollten/konnten ging es 2015 erstmal in den Sportwagenbereich.
Er wurde Partner von Laurens Vanthoor und allen Kategorien der Blancpain Serie (Endurance/Sprint/GT). In beiden einzelnen Serien verpassten sie den Titel, in der Sprint Serie sogar sehr unglücklich. Zweimal konnten sie wegen eines zu großen Schadens gar nicht antreten. Der Unfall in Misano war so schwer, dass Vanthoor das letzte Rennen genauso wenig bestreiten konnte wie ihr Auto.

In der Konstellation, neuer Teamkollege und neues Auto verlor Frijns das Herzschlagfinale in Zandvoort, kann sich trotzdem Blancpain GT Meister nennen. Den bei der Verbundmeisterschaft aus Sprint und Endurance war keiner besser.
Zudem gab ihm Andretti die Chance in der Formel e zu fahren, leider nicht mit dem konkurrenzfähigsten Material, aber immerhin. In einem verrückten Rennen in Malaysia fuhr er damit, in einem ziemlich demolierten Zustand, sogar aufs Podium.

Doch der Traum von der Meisterschaft in der Formel e ist schon gewagt, womit ist es bezüglich der F1 fast schon verrückt ist. Aber wenn ich jemandem diesen einzigartige Weg zutrauen würde, dann Robin Frijns.

Meine Einschätzung: 30%

F1 Superlizenzpunkte: (0) nicht erfüllt


:arrow: James Calado
Einmal bei Ferrari zu landen ist sicher ein Traum vieler Rennfahrer. Dabei kann sich James Calado glücklich schätzen, denn er lebt diesen Traum. Leider aber nicht den ganz großen eines Ferrari F1 Piloten, denn er steuert „nur“ einen LMGTE in der Pro Wertung. (Zusätzlich noch weitere GTE/GTE Rennen in einem Ferrari)
Doch was heißt hier nur, es bringt nichts zu verbittern, denn immerhin scheint er seine Sache ganz gut zu erledigen, womit er einen recht sicheren Job hat. Denn die Leistungen scheinen auch zu stimmen, womit man sich dann auch fragen müsste, selbst wenn man ihm wie Kamui Kobayashi der Aufstieg aus einem Ferrari GTE in einen Caterham F1 Wagen ermöglicht würde, hätte er da auch zugeschlagen?

Womöglich schon, aber die Wahrscheinlichkeit in diese Positionen zu kommen ist doch recht klein. Selbst wenn nicht gänzlich unmöglich, aber vorher steigt er wohl in der WEC auf.




:arrow: Sam Bird

Auch hier muss man eigentlich nicht nach der F1 fragen, zusammen mit Michael Schumacher verschwand auch eher dort von der Bildfläche. Pascal Wehrlein übernahm zukünftig den Posten als Reservefahrer/Simulator Pilot für das Mercedes AMG F1 Team.
Damit musste er sich dann zwangsläufig umorientieren. Stand jetzt ist ihm das gut gelungen. Formel e und LMP2 fährt er sehr erfolgreich. Tatsächlich hat er zusammen mit Julien Canal und Roman Rusinov den Weltmeistertitel in der LMP2 geholt.

In der Formel e läuft es auch gut, fünfter in der letzten Saison und auch dieses Jahr könnte er das wiederholen, aber für mehr scheint der DS Virgin nicht gut genug.
Trotz genügend Superlizenzpunkten ist die F1 dabei kaum mehr realistisch, aber vermutlich verschwendet darüber auch keinen Gedanken.


F1 Superlizenzpunkte: (13: 40) erfüllt



:arrow: Nigel Melker
Bei ihm musste ich wieder recherchieren, denn mir war spontan nicht bekannt wo er nun seine Rennen fährt.
Im letzten Jahr noch Meister der FA1, existierte diese Serie 2015 schon gar nicht mehr. Im Frühling sah es dann so aus, als käme er bei Hilmer in der GP2 unter. Doch daraus wurde nichts, vermutlich bekam er das Budget nicht zusammen.
Damit gibt es außer Reifentests für Michelin (18 Zöller in einem FR 3.5 Auto) nichts mehr zu berichten. Womit sich alles andere auch erübrigt, bitter für den 24 Jährigen. Hoffentlich findet er zumindest für 2016 ein Cockpit irgendwo im Motorsport.


:arrow: Facu Regalia
Budgetprobleme kennt Facu Regalia auch zu genüge. 2015 sollte alles besser werden, doch schon als das Zeta Corse Team gar nicht in der Formel Renault 3.5 antrat, war alles wieder dahin ebenso so seine Alternative Comtec.
Der Grund, wie soll es anderes sein, waren natürlich Budget Probleme. So fuhr er vier Rennen in der Auto GP Serie, die wegen zu wenigen Teilnehmern nach diesen vier Rennen eingestellt wurde. Ein Versuch für EuroInternational zumindest ein paar Formel 3 Rennen zu bestreiten, scheiterte ebenfalls. So erübrigt sich dann auch alles weitere, auch ihm kann man nur noch viel Glück wünschen.



:arrow: Antonio Felix da Costa
Meistens wenn der BMW gut war, dann war der Portugiese auch gut. Besonders in Zandvoort, Platz zwei im ersten Rennen und sein erster Sieg im zweiten. Zusammen mit zwei weiteren guten Rennen in Oschersleben scheint er in der DTM angekommen.
Das sieht man auch wenn man sieht, dass er der viertbeste BMW Pilot 2015 war. Noch vor Augusto Farfus und Timo Glock. Respektabel für sein zweites Jahr.
Auch in der Formel e kann er überzeugen, gewann er für das Underdog Team Aguri in Buenos Aires seinen ersten ePrix. Auch in der zweiten Saison, kann er trotz unterlegenem Material weiterhin gute Ergebnisse einfahren.
Es ist dabei auch eine Freude ihm zu zusehen. In der F1 wird man dieses Vergnügen aber verzichten müssen. Denn mit seinem Abschied bei Red Bull (als Reserve Fahrer und möglicher Stand-by für ein TR Cockpit) schwinden seine Restchancen dafür gegen null.

Ist aber an sich auch nicht so schlimm, Red Bull will ihn weiter sponsern und macht dabei alles richtig. In der DTM und FE wird er zumindest mir weiterhin Freude bereiten.

Meine Einschätzung: 10%

F1 Superlizenzpunkte: (13: 20) nicht erfüllt



:arrow: Edoardo Mortara

Vorne weg Edoardo Mortara ist zwar ein exzellenter Rennfahrer sowie ein Macau Legende, aber die Formel 1 bei ihm wirklich kein Thema. Höchstens wenn Audi 2017 doch in die F1 einsteigt, aber das ist unrealistisch und selbst wenn, heißt das noch lange nicht das sie Mortara ins Cockpit setzen.

Selbst wenn er eine logische Wahl wäre, rein vom Alter und der Perspektive.
Denn 2015 war er in der DTM nur drittbester Audi Pilot (die drei waren aber auch innerhalb von sieben Punkten), doch man muss sagen er schien nicht wirklich am Maximum. Natürlich ist auch hier der vierte Rang der beste seine DTM Karriere, doch gefühlt war der Meistertitel drin. Doch die Audis standen sich eher selbst im Weg, und waren in Summe nicht Konstant genug.
Aber es war ja nicht alles schlecht und 2016 gibt es eine neue Chance anzugreifen.

Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte: (14: 5 15: 7 = 12) nicht erfüllt



:arrow: Marco Wittmann
Seine ersten F1 Erfahrungen konnte er 2015 zwar sammeln, obwohl es dafür einen zweiten Anlauf brauchte, denn der erste Versuch fiel ins Wasser, aber die Saison insgesamt konnte nicht an die Meistersaison 2015 anknüpfen.
Das lag teilweise an ihm, teilweise an BMW, man schenkt sich da wenig. Am Ende wird sich darüber aber keiner beschweren, denn in der DTM geht es eng zu. 2016 wird er sich sicher wieder anders präsentieren.
Auch hier gilt im Übrigen, solange BMW nicht wieder in die F1 einsteigt, wird man ihn dort nicht fahren sehen.

Meine Einschätzung: 5%

F1 Superlizenzpunkte: (14: 15 15: 3 = 18) nicht erfüllt



:arrow: Christian Vietoris
2015 war seine schwächste Saison aller Zeiten, zumindest wenn man die Position im Endklassement betrachtet. Wobei wenn man ganz ehrlich ist, es hat sich auch so angefühlt. Ein zwei sehr gute Rennen hatte er zwar trotzdem, aber das reicht in der DTM eben zu wenig.
Seinen Job sehe ich dennoch nicht gefährdet, denn jeder hat auch mal ein schwächeres Jahr und in den Jahren davor hat er ja geliefert. Doch bezüglich der F1 Ambitionen setzt Mercedes aber klar auf andere.


:arrow: Robert Wickens
Was für Vietoris gilt, gilt auch für Wickens, mit der Einschränkung, dass der Kanadier ein sehr gutes Wochenende hatte und zwar am Norisring.
Der Rest war weniger gut, wobei öfter auch nicht viel dafür konnte. In der „Schieb ihn raus“ Affäre war er auch als Opfer beteiligt, trotzdem genügend Böcke haben sich auch angesammelt. Da muss 2016 mehr kommen, wenn er denn weiter machen darf. Wobei auch er hat in den Jahren zuvor eigentlich genug geleistet um das nicht zu fürchten.


:arrow: Daniel Juncadella
Nach Punkten wäre er einer der Wackelkandidaten im Mercedes Aufgebot, doch eigentlich hat er gar nicht so schwach gewirkt. Er hatte eigentlich nur kein Highlight wie Wickens oder Vietoris. Sonst waren sie auf Augenhöhe.
Die F1 wird er im Übrigen aufgegeben haben. Zusammen mit Astana, seinem Sponsor, hat er 2013 und 2014 etwas versucht und trat auch als Test und Reservepilot auf, doch 2015 sah man davon nichts. Stattdessen versuchte er es nochmal in der F3 und zwar beim legendären Rennen in Macau.
Passend das er sich stark zeigte, aber am Ende unverschuldet in der Wand landete. Ansonsten wird er auch eher GT3 fahren, als F1. Immerhin den internen prestigträchtigen Wettbewerb bei Stars and Cars gewann er.



:arrow: Pascal Wehrlein

Ein großer Sympathieträger ist er 2015 offenbar nicht geworden, dafür aber Meister der DTM.
Und zwar aus dem einfachen Grund, dass er der konstanteste Fahrer im Feld war. Klar seine Teamkollegen sind auch für ihn gefahren, aber über die gesamte Saison gesehen, hat er sich die Hilfe auch erarbeitet. Denn keiner seiner Kollegen konnte mit ihm auch nur annähernd Schritt halten.
Damit ist für Mercedes auch die Mission erfüllt und das bedeutet für Wehrlein offenbar, dass die Formel 1 ruft. Er wird bei Manor auch gehandelt, allerdings steht die Bestätigung noch aus.

Ebenso zweifle zumindest ich an seiner Superlizenz, kann aber auch unbegründet sein. Denn er ist absolut F1 tauglich und ich kann mir auch vorstellen, dass er dort überzeugen kann.
Ob er es darf weiß man aber nicht, vielleicht fährt er 2016 auch erstmal nur GP2 und oder weiter DTM. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben, früher oder später wird Mercedes nochmal einen Anlauf wagen ihn in der F1 unterzubringen.


Meine Einschätzung: 75%

F1 Superlizenzpunkte: (14: 1 15: 15 = 16) nicht erfüllt, aber das muss nichts heißen. Kann sein das die FIA noch eine Sonderregelung hat. Das würde leicht schwammig schon mal angedeutet.


:arrow: Nico Müller
Er war der schwächste Fahrer im Audi Kader. Was jetzt sehr hart klingt, es aber nicht mal unbedingt sein muss. Denn bei Audi ist auch kein Fahrer wirklich abgefallen, insgesamt traten alle Audi Piloten sehr geschlossen auf.
Auch Müller trug seinen Teil bei, wobei er zum Beispiel in Zandvoort unter seinen Möglichkeiten blieb. Denn dort wäre womöglich ein Podium drin gewesen.
In der Summe rechtfertigt die Leistung absolut ihm ein weiteres Jahr zu geben, viel mehr aber auch nicht.


:arrow: Tom Blomqvist
Ein Rookie Jahr mit viele Hochs und Tiefs, die sich auch recht munter abwechselten. Langweilig ist ihm deswegen nie geworden. Er war in so manchen Zwischenfall involviert, hatte gute und schlechte Quali Ergebnisse und holte dann auch den einen oder anderen Punkt.
In Oschersleben war es sogar ein Sieg. Vom Potenzial kann man da sicher noch einiges erwarten, wobei für ihn dann aber dasselbe gilt wie für Wittmann. Die F1 ist relativ unrealistisch, für ihn eigentlich sogar noch mehr.



:arrow: Lucas Auer

Als Auer Fan musste man 2015 schon ziemlich leiden, gerade am Anfang gab es viele Situationen, in denen man mit den Zähnen knirschen konnte. Er hat sich aber dann doch noch gefangen und das ein oder andere gute Ergebnis geholt.
Für sein erstes Jahr war das dann auch ok, man kann mit ihm schon weiter machen, auch wenn man verstehen könnte wenn man ihn durch z.B. durch Ocon ersetzt. Allerdings muss es dazu gar nicht kommen.
Das ergibt auch warum auch hier die F1 kein Thema mehr ist.

:arrow: Marco Sörensen
Für mich galt der Carlin Pilot als Geheimtipp für gute Ergebnisse in der GP2. Leider wurde daraus so gar nichts. Kein einziger Punkt bis Österreich, danach zog man die Notbremse und er fuhr nicht weiter.
Auch als, ich nenne es jetzt mal Werbebotschafter für Saxo Bank, bei Lotus trat er nicht mehr wirklich in Erscheinung. So blieb ihm nur noch die WEC, wo er im „Dänen-Bomber“ (Aston Martin GTE-Pro) recht solide Ergebnisse einfuhr. Mit ziemlicher Sicherheit ist das auch seine Zukunft.



So das war es jetzt tatsächlich. Allerdings möchte ich zuerst wieder einmal auf die Top 50 der Redakteure des paddockscout verweisen.
http://www.paddockscout.com/paddockscout-top-50-drivers-of-2015-50-41/32340

Sehr zu empfehlen, kurz und knapp alles Wesentliche zusammengefasst. Natürlich auf Englisch, vermutlich lohnt es sich aber trotzdem.
Interessant sind auch die Unterschiede bei meiner und ihrer Top 5. Während ich Sirotkin erwähne, stufen sie die Leistung von Ocon und Ghiotto wesentlich besser ein.
Die Argumentation kann ich auch nachvollziehen, auch wenn ich es weiterhin anders sehe^^


Und wie es sich nun gehört lassen wir an so einer Stelle alles noch einmal Revue passieren.
Insgesamt habe ich jetzt fünf Jahre (seit 2011) diesen Thread und die Liste gepflegt sowie einen solchen Abschlussbericht angefertigt. Es hat mir auch ziemlich viel Spaß bereitet, ich hoffe so manch einem auch.
Es gab ja nicht so oft Feedback, aber wenn dann meist positiv. Was natürlich nichts heißen muss. Leider war Beteiligung nicht so hoch wie erhofft, was an einem geringeren Interesse an diesem Thema liegen kann oder weil ich hier die anderen totgequatscht habe.

So war es sicherlich nicht geplant, denn eigentlich wollte ich nur aus dem Gedächtnis heraus ein paar Zeilen schreiben. Was ich bis heute auch versucht habe so umzusetzen.
Dennoch bin ich da dann wohl teilweise übers Ziel hinaus geschossen, aber es gab oft einfach so viel zu erzählen. Man hätte es aber eigentlich auch prägnanter sagen können, oder zumindest verständlicher.
Sei´s drum, zum Schluss gibt es jetzt noch Zahlen und Fakten.

In den fünf Jahren wurden 82 Fahrer und 3 Fahrerinnen in die Liste aufgenommen.
Davon haben es 16, also 19%, in die F1 geschafft. Das waren tatsächlich auch 16 von 18 (89% nur Lotterer und Stevens waren hier nie genannt worden) der F1 Debütanten seit 2012.

34 Fahrern (41 %) habe ich diesen Schritt nicht mehr zugetraut und wurden von mir aus der Liste entfernt. 31 (35%) wären weiterhin dort verblieben.

Zusätzlich noch ein paar Lehren die man ziehen kann. Das Renommee der Rennserien unterscheidet sich nicht groß vom logischen Aufbau. (GP2 ganz oben darunter Formel Renault/V8 3.5/ ….)
Man muss aber dazu sagen, gerade in der GP3 kam es manchmal zu Leistungen, welche mancher Piloten so in den anderen Serien nicht wiederholen konnten.
Wobei gerade die Piloten am Ende auch meisten in die F1 kamen, die schnell sehr gut unterwegs waren und wenig Anlaufzeit gebraucht haben. (Egal wo)

Allerdings spielen auch Förderprogramm und Sponsoren eine große Rolle (Nicht nur weil die Teams auch bei einer Einheitsserie, eine entscheidende Rolle spielen), was meist sehr intransparent ist und man deswegen schwer bis kaum einschätzen kann. Deswegen ergeben sich bei den Hinterbänkler Teams auch oft überraschende Entscheidungen.
Zusätzlich gilt auch, beim Thema Nachwuchsfahrer dreht es sich auch um Emotionen. Man findet schnell irgendjemanden besonders sympathisch oder unsympathisch und lässt das auch in die Beurteilung einfließen. In dem man zu sehr über seine Unzulänglichkeiten hinweg sieht oder eben zu streng mit ihm ist. (Auch hier ist es egal wie herum, es geht in beide Richtungen)

Deswegen fährt man auch am besten, wenn man in der Summe nie eine vernichtende Kritik ausspricht. Oftmals gibt es dafür auch keine Grundlage. Denn die Schicksale der Piloten lassen sich auch selten klar einteilen. Vieles wirkt sehr facettenreich weil es viele Einflussfaktoren gibt, allerdings kann es dann auch sein, dass nur eine Winzigkeit den Unterschied ausmacht, über Sieg oder Niederlage.

Nun denn das war es dann aber wirklich, mir bleibt nur noch ein schönes Jahr 2016 wünschen, mit viel packendem Motorsport.
In dem Sinne einen guten Rutsch, bzw. ein frohes Neues.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 12.12.2016, 00:35

Da ich gerade wieder über diesen Thread gestolpert bin (was die alten Beiträge/Analysen angeht, hab ich mich beim dem Superlizenzthema wohl verschätzt^^) und den Opener etwas aktualisiert habe, kam mir der Gedanke in diesem Zug auch noch meine Top 5 der Nachwuchsfahrer 2016 zu benennen.
Vielleicht möchte jemand anderes das ja auch und braucht eine Anregung oder schildert uns eine andere Meinung auf der Basis meiner.

Nun denn, fangen wir an.

:arrow: Lance Stroll

Der Europameister der Formel 3 und designierte Williams Formel 1 Pilot hat in diesem Jahr durchaus zu überzeugen gewusst. Und letztendlich auch souverän die Europameisterschaft der F3 gewonnen.

Wobei man ihm schon eine kleine Schwächephase attestieren kann. Gerade nachdem er das erste Rennen der Saison in Paul Ricard gewonnen hatte, folgte erstmal eine kleine Delle in der Formkurve.
Dabei wirkte auch sein Teamkollege Maximilian Günther erstmal besser (Cassidy fing auch gut an, war aber weniger konstant), selbst wenn der klar unter seinen Möglichkeiten blieb, denn mit zwei Siegen aus fünf Pole Positions kann man nicht zufrieden sein. Zudem, als es für Günther in Pau auch noch recht bescheiden lief, war Stroll auch wieder da.

Wobei es zu diesem Zeitpunkt der Saison auch noch möglich schien, dass der Titel ausnahmsweise mal nicht an einen Prema Piloten geht. Doch dieses „Schreckensszenario“ hat sich schnell zerstreut. Denn ab Österreich legte der Kanadier erst richtig los und gewann zwei von drei Rennen dort, in einer souveränen Manier. Die folgende Serie aus ersten und zweiten Plätzen, konnte keiner seiner Konkurrenten auch nur ansatzweise parieren, nur nach seinen zwei Ausfällen in Zandvoort kam Günther noch mal kurz näher.

Aber wer aus den letzten neun Rennen sieben gewinnt und die restlichen zwei auf Platz zwei beendet, der hat keine Zweifel mehr aufkommen lassen.
Fahrerisch hat er 2016 also absolut überzeugt und sich zu 2015 auch klar weiterentwickelt, obwohl er die Tendenz schon Ende 2015 gezeigt hatte.

Doch eine Frage bliebt: Ist er bereit für die Formel 1?
Williams schien sich die Frage auch schon recht früh zu stellen und Alex Wurz offenbarte im ORF, man habe ihn schon Anfang 2016 zum 24h Rennen in Daytona abgestellt um dem nachzugehen. Offenbar gelangte man zu dem Schluss, ja er ist bereit. Das finanzielle stimmt wohl auch und mit Testprogramm in den vergangenen Monaten ist er mit Sicherheit auch optimal vorbereitet.

Somit bleiben ja nur die Zweifel ob er nicht zu jung ist, aber die FIA wird sich ja schon etwas dabei gedacht habe die Altersgrenze auf 18 zu setzen, obwohl Verstappen wohl schon früher Formel 1 fuhr.
Ob er allerdings auch ein zukünftiger Weltmeister ist, darf meiner Meinung nach absolut bezweifelt werden.



:arrow: Antonio Giovinazzi
Persönlich hätte ich ihn Ende 2016 nicht hier vermutet, weil ich mir doch eher dachte, er würde mehr Anpassungsschwierigkeiten haben in der GP2.

Doch obwohl er in den ersten vier Rennen keine Punkte holen konnte, legte der Italiener eine der beeindrucktesten „Rookie“ Leistungen der letzten Jahre hin und hatte sogar noch die Chance den Titel in der GP2 auf Anhieb zu gewinnen. Letzteres gelang ihm dann aber nicht, obwohl er mit sieben Punkten Vorsprung ins letzte Rennwochenende ging. Wäre auch etwas zu viel gewesen, denn Glück hatte er auch.
Sicherlich es war Pech, dass er in Monza wegen eines nicht den Regularien entsprechenden Wagens Startplatz zwei verlor und aus der Box starten musste, doch es war wohl wesentlich mehr als ausgleichende Gerechtigkeit, dieses Rennen dank einer bösen SC Panne zu gewinnen.
Gaslys Feuerlöscher in Hockenheim hat ihm sicher auch geholfen, doch ich will seine Leistung gar nicht zu stark relativieren.

Er hat es schließlich seinem Teamkollegen Pierre Gasly sehr schwer gemacht ihn zu schlagen und im Gegensatz zu einem Sirotkin war er auch weitestgehend fehlerfrei unterwegs. Damit steht er zumindest absolut zu recht auf Platz zwei der Gesamtwertung. Zumal er in Malaysia, als es darauf ankam, eiskalt geliefert hat und sich mit dem Sieg dort überhaupt erst in die gute Position gebracht hatte.

Dennoch ist es auch ein klares Indiz für die Stärke seines Teams, wenn wir erstmals in der GP2 Historie einen „Doppelsieg“ eines Teams im Endklassement erleben dürften.
Vorher gelang es überhaupt erst einmal, dass zwei Piloten desselben Teams unter die Top drei des Endklassements gelandet sind. (2006 Hamilton und Premat)

Von dem her könnte Gio in einem zweiten Jahr GP2 noch einiges beweisen, doch da jetzt schon bei Prema die Cockpits an andere Fahrer vergeben wurden, wird dies nicht einfach. Er braucht dazu nämlich schon ein gutes Team, zudem haben andere Fahrer schon bewiesen wie schwer es ist sich in seinem zweiten Jahr GP2 zu steigern, wenn das erste so gut war. (Siehe Sirotkin oder Bianchi)

Von dem her ist ein zweites Jahr auch ein Risiko, auch gerade weil er 2016 so gut war. Man erwartet eine Steigerung wenn nicht zumindest eine Bestätigung seiner Leistungen.
Was einen Blick in die Zukunft schwierig macht, zwar gab es lose Kontakte zu Ferrari aber das muss noch nichts heißen. Man weiß auch nicht ob sich zusammen mit Gelael etwas ergibt.

Das heißt erstmal abwarten, die Unsicherheiten könnten sich auch schnell zerschlagen, ebenso natürlich auch vergrößern.



:arrow: Charles Leclerc
Nachdem der Monegasse zwar nun ein integraler Bestandteil des Ferrari Junior Programmes ist, hat Ferrari mit der „Entlassung“ von Marciello auch eines klar gezeigt, man erwartet auch Leistung von seinen Schützlingen.

Am Ende hatte er aber wohl vor allem die Erwartung an sich selbst, den GP3 Titel 2016 zu holen. Es begann für ihn auch optimal, zwei Siege aus den ersten zwei Hauptrennen. Erst danach ist ihm Alex Albon, ziemlich auf die Pelle gerückt, in dem er in Silverstone Leclerc schlug und in Ungarn und Deutschland sogar etwas mehr Punkte sammeln konnte als sein ART Teamkollege.

Doch der schlug in Spa zurück und das war sozusagen der Grundstein für seinen Titel, denn Albon hatte in Belgien größere Probleme. Danach sah man Leclerc an, dass er von nun an voll auf den Titel fährt. Im Hauptrennen in Monza machte er keine Anstalten sich gegen das dynamische Briten Trio (Hughes, Aitken und Dennis) zu wehren und fuhr einen vierten Platz heim. Trotz dieser Vorsicht wurde er im Sprintrennen von seinem anderen Teamkollegen Fukuzumi abgeräumt.
Den Zwischenfall nutzte Albon prompt in dem er aufs Podium fuhr, und der Thai gewann auch in Malaysia.

Trotzdem gelang es Leclerc mit genug Vorsprung nach Abu Dhabi zu fahren, so dass Albons Titelhoffnungen einer Mission Impossible gleichkamen. Diese war zum Scheitern verurteilt und endete auch mit einem Ausfall Albons, der auf zu aggressives Fahrverhalten zurückzuführen ist. Ironischerweise fiel wenig später auch Leclerc aus, aber da war er schon Meister.

Mit dem Titel in der Tasche und der Tatsache damit auch den anderen Ferrari Junior Fuoco geschlagen zu haben, hat er 2016 optimal für sich geworben, was auch mit Trainingseinsätzen bei Haas belohnt wurde.
Für 2017 ist die F1 aber kein Thema, stattdessen bildet er zusammen mit Fuoco ein Ferrari Junior Team in der GP2.
Bild
Selbstverständlich stilecht komplett in Ferrari rot.
Womit ich mich zu einer Prognose hinreißen lasse, schafft es Leclerc 2017 Teamkollegen Fuoco zu schlagen und beendet er die Saison mindestens als Gesamtdritter, dann sitzt er 2018 in einem Formel 1 Boliden.



:arrow: Lando Norris

Man muss den jungen Mann vermutlich erstmal vorstellen. Lando Norris ist Brite und seit dem 13 November 17 Jahre alt, zudem betreibt seit 2015 Formelsport.
In dieser Zeitspanne hat er bisher die Titel in der MSA Formula (eine britische F4 Meisterschaft), in der neuseeländischen Toyota Racing Series und dem Formel Renault 2.0 Eurocup/NEC errungen.
Gleichzeitig ließ er bei Gastauftritten bei der deutschen/italienischen F4 und der britischen F3 als auch in Macau sowie der F3 EM aufhorchen.

Zudem wurde ihm erst kürzlich der McLaren Autosport BRCD Award verliehen, der sozusagen der Preis ist, den man als britischer Nachwuchspilot gewinnen will. (Zumal ein F1 Test in einem McLaren dabei ist) Zusammen mit seinen Erfolgen im Kartsport ist er damit natürlich „die“ britische Hoffnung für die Zukunft. Womit es nicht überrascht wenn man ihn dort in höchsten Tönen lobt, aber das Phänomen ist nicht nur auf die Insel begrenzt.

Somit fragt man sich natürlich, was ist dran an dem „Hype“ um Lando. Vermutlich einiges würde ich sagen, leider habe ihn dieses Jahr nur einige Eurocup Rennen verfolgen können, doch zusammen mit dem was er dort und in Macau gezeigt hat, sowie dem ein oder anderen was ich in der deutschen F4 gesehen habe, kann man ihm Talent und auch Potenzial attestieren.

Doch das heißt ja noch gar nichts, denn er muss auch in Zukunft weiter liefern. 2017 muss er dies in der F3 EM mit dem Carlin Team und es wäre ihm zuzutrauen als Neuling den Betrieb gehörig aufzumischen. Und setzt er seine Entwicklung dann weiterhin fort, dann wird sich McLaren über ein großes Talent freuen dürfen. Denn es ist vorstellbar dass sie ihn so schnell nicht mehr freigeben wollen, nachdem er seinen F1 Test für sie absolviert hat.



:arrow: Pierre Gasly

Der Franzose und Red Bull Junior kommt zum Schluss und das auch guten Grund. Man muss natürlich absolut zugestehen, er ist 2016 wirklich gut gefahren und hat in der GP2 auch wirklich dominante Vorstellungen gezeigt, die ihn zu einem absolut verdienten Meister machen und zu einem der besten Nachwuchsfahrer 2016.

Doch es hat sicher auch seinen Grund warum Helmut Marko lieber weiter auf Kvyat setzt als auf Gasly. Denn neben dem Pech (siehe den Gio-Abschnitt), das er mit dem Feuerlöscher und dem SC hatte, hat er auch eigene Fehler gemacht. In Monaco war er beispielsweise im Nirvana und auch das er unter Druck in Malaysia so den Start verhauen hat, obwohl er ja auf Pole stand, vergisst einem Marko nicht.

Und so sagt dieser zu Recht, eigentlich hätte Gasly den Titel in der GP2 nicht erst im letzten Rennen holen dürfen, gerade auch weil der Teamkollege noch dazu ein Rookie ist und Gasly eben nicht.
Am Ende kann man das auch nicht nur als zu hohe Ansprüche von Red Bull bezeichnen, die da eine Rolle spielen. Nein - es spielt auch eine Rolle was die anderen Red Bull Fahrer im Nachwuchsbereich geleistet haben.
Sainz hat dort zwar keine blütenreine Vita, aber er hat im Gegensatz zu da Costa oder Gasly seine letzte Chance auf Anhieb genutzt und seinen Titel in der Formel Renault 3.5 souverän gewonnen. Bei Kvyat, Verstappen und Ricciardo lief es hingegen nie auf eine letzte Chance hinaus.

Damit hat am Ende nicht das Mitleid für Kvyat gesiegt, sondern eher die Red Bull Logik.

Doch Gasly könnte sicherlich auch noch zum Zug kommen, denn wenn Kvyats Leistungen 2017 nicht besser werden, dann bekommt Gasly vermutlich doch noch seine Chance.
Die er sich sicherlich auch verdient hat, doch wenn Kvyat liefern sollte und sobald sonst niemand RB verlässt, dann wird es für Gasly schwierig. Denn dann ist er von den Umständen im RB Nachwuchsteam abhängig, und die könnten dafür sorgen, dass er bei Red Bull am Ende gar nie eine Chance bekommt.
Aber vielleicht schenkt ihm dann ja auch ein anderes Team das Vertrauen.






Wohl oder übel wieder etwas mehr geworden als gedacht, ich hoffe es findet dennoch der ein oder andere interessant.

Ebenso könnte man auch den Blick auf ein paar andere Fahrer werfen, die zwar nicht in der Top 5 erwähnt werden, die es aber trotzdem wert sind beobachtet zu werden: Alex Albon, George Russell, Maxi Günther, Joel Eriksson, möglicherweise auch die drei schnellen Briten Aitken, Dennis und Hughes sowie vielleicht noch ein Louis Deletraz.

Abschließend würde ich noch kurz etwas zu den verbliebenen Fahrern in der Liste sagen. Fall es wen interessiert.
Fangen wir mit Kevin Ceccon und Jack Harvey an. Beide traten für mich 2016 als Fahrer nicht in Erscheinung und damit sind sie eigentlich raus. Während der Brite noch Restchancen hat in der Indy Car doch noch zum Zug zu kommen, gibt es zu Ceccon eigentlich nichts zu berichten.
Bei Patric Niederhauser ist es wohl ähnlich obwohl er 2016 in der ADAC GT Masters und der Blanc Pain Serie unterwegs war, ist er meilenweit vom Ziel dieser Liste entfernt.

Bei Stoneman (sein Ziel, den Titel bei den Indy Lights, hat er verfehlt), Brabham (ordentlich beim Indy 500, aber eben auch nicht mehr), Tuscher (kaum einzuschätzen wie gut er bei Rebellion tatsächlich war), Stanaway (ein fester Bestandteil bei Aston Martin in der WEC, sowie ein Gastspiel in der V8SC in Australien, demnach auch ein neue Fokus), Coletti (ELMS „LMP2“, ganz gut aber auch weit weg), Jafaar (Blanc Pain, teilweise recht ordentlich) und Jimmy Eriksson (teilweise GP2, mit einem Erfolgserlebnis im Regen in Österreich) ist das nicht so drastisch zu formulieren. Dennoch alle haben sich längt neu orientiert.

Andere wie Mitch Evans und Alex Lynn tun gerade selbiges in dem sie die GP2 verlassen, doch sie gehören wie Frijns, Rosenqvist, da Costa, Wittmann und Mortara zu denjenigen, die man einfach noch nicht gänzlich abschreiben will.
Andere sind da noch etwas „jünger“ und haben eventuell noch Restchancen sich nochmal zu zeigen. Doch von denen die jetzt in der Liste verbleiben, haben nur ganz wenige eine reelle Chance auf die F1.


Damit möchte ich schließen, vielleicht bis nächstes Jahr.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon LW97 » 12.12.2016, 17:55

Ich hoffe, es stört den Autor nicht, wenn auch ich meinen Senf zu gewissen Nachwuchstalenten gebe:

Lance Stroll
Tja, nun hat er es geschafft. 2017 sitzt er im Williams. Nun ja, man muss aber auch sagen, dass er ohne die Kohle seines Vaters aufgeschmissen wäre. Das ist wohl der Hauptgrund für seinen schlechten Ruf, und ich muss zugeben, ich gehöre auch zu den "Anti-Strolls". Aber wie heißt es so schön? Abwarten und Tee trinken... ;)

Pierre Gasly
So, wie es aussieht, schon der vierte GP2-Champion in Folge (sowie der fünfte überhaupt), der es nach seinem Titelgewinn nicht in die Formel 1 schafft. Naja. Mit seinen 20 Lenzen ist er zum Glück noch relativ jung. Sollte Kvyat 2017 gegen Sainz allzu alt aussehen, hat Gasly sehr gute Chancen auf ein Stammcockpit 2018.

Antonio Giovinazzi
Insgesamt hat er in der GP2 besser abgeschnitten als Gasly, aber trotzdem den Titel knapp verpasst. Jetzt stellt sich die Frage, wie es mit dem inzwischen 23-jährigen Italiener weitergeht. Ein weiteres Jahr in der GP2? Im Gegensatz zu Gasly darf er ja 2017 noch einmal an den Start gehen und für den Titel einen neuen Anlauf nehmen. Ein Jahr in der DTM bei Mercedes? Neben Paffett, di Resta, Mortara, Wickens und Auer ist ja noch ein Platz frei. Aber so, wie ich das mitbekommen habe, scheint die Interesse nicht allzu groß zu sein.

Dritte Möglichkeit wäre ein Wechsel in die Formel 1 zu Sauber. Es wäre auch gut für den Sport, denn seit 2011 war kein Italiener mehr am Start.

Sergey Sirotkin
Der Russe kann einem wirklich Leid tun. 2014 hätte er bei Sauber am Start stehen sollen, das Team hat sich jedoch in letzter Minute für den reichen Mexikaner Gutierrez entschieden.

Insgesamt hätte also er, der in den letzten beiden Jahren Dritter in der GP2-Wertung geworden ist, den Platz noch mehr verdient als Giovinazzi.

Jordan King
Auch er war 2016 in der GP2-Serie am Start und Fünfter in der Gesamtwertung. Wie auch Stroll ist er ziemlich gut bezahlt, deswegen wäre ein Platz bei Manor für ihn gar nicht einmal unwahrscheinlich

Mick Schumacher
Klar, dass er als Schumis Sohn mächtig im Rampenlicht steht. Allerdings ist er bisher immer "nur" Zweiter geworden - wie sein Onkel.

Trotzdem ist er sehr schnell und wird nächstes Jahr wohl in der Formel 3 an den Start gehen. Sieht aus, als plane er den F1-Einstieg schon 2018.

Maximilian Günther
Ich weiß nicht, ob er wirklich Interesse an der Formel 1 hat. Dabei ist er definitiv nicht schlechter als Schumi Jr.

Nur schade, dass er über keinen reichen Vater verfügt; kein Wunder, dass er dieses Jahr in der F3-EM nicht mit Stroll mithalten konnte.

Nächstes Jahr sieht es so aus, als würde er Prema ein weiteres Jahr erhalten bleiben. Wer weiß, vielleicht sehen wir ihn schon 2019 in der Königsklasse. Träumen darf man ja...

Nick Cassidy
Auch er ist in der Formel-3-EM bei Prema, und auch er ist in meinem Favoritenkreis. Und ich muss ehrlich sagen, mir tuen die Kiwis leid. Seit 1984 hatte man keinen Piloten mehr im Königssport. Besonders schlimm war es in den letzten Jahren; einem Talent nach dem anderen ist der F1-Traum aus den Fingern gerutscht: Hartley, Bamber, Stanaway, Evans...

Bleibt nur zu hoffen, dass Cassidy nicht dasselbe Schicksal ereilt.

Zum Glück ist nicht alles für Neuseeland im Motorsport schlecht: immerhin ist Scott Dixon der erfolgreichste IndyCar-Pilot aller Zeiten, und nach wie vor im Kampf um Siege dabei, und dieses Jahr hat Hayden Paddon als erster Neuseeländer einen WRC-Lauf gewonnen.

Trotzdem täten dem Land ein paar Erfolge in der Formel 1 definitiv nicht schlecht.

Na ja, immerhin gab es bisher nur acht Neuseeländer in der Formel 1. Die Hälfte davon hat Punkte geholt. Drei standen auf dem Podium. Zwei haben mindestens einmal gewonnen. Und einer wurde Weltmeister.

Und Nick? Dieses Jahr hat er mit einem vierten Rang nicht schlecht abgeschnitten, und sollte zusehen, dass er sich 2017 noch steigern kann. Allerdings sollte er nicht zu lange zögern, denn auch er ist "schon" 22. Für 2018 wäre ein Einstieg in die Formel 1 noch verfrüht, aber wenn es gut klappt, besteht 2019 eine gute Chance. Hoffe, er kann sie nutzen.

Joel Eriksson
Nach seinem F3-Vizetitel 2015 wurde der Schwede 2016 Fünfter in der Formel 3. Momentan stehen die Chancen gut für einen Weg nach oben. Mit anderen Worten, wir könnten ihn schon 2018 in der Formel 1 sehen.

Ralf Aron
Aron wurde 2015 erster Meister der Italienischen Formel 4.

In absehbarer Zeit könnte er noch einmal Geschichte schreiben, und zwar als erster Balte in der Formel 1. Immerhin wurde er dieses Jahr in der Formel 3 Sechster.

Dass er nächstes Jahr vom 2016 dominierenden Prema-Team zu HitechGP wechselt, muss nicht unbedingt schlecht sein. Schließlich wurden Hitech 2016 Zweiter in der Gesamtwertung, nachdem sie 2015 nur einen Punkt geholt hatten. Man kann also 2017 davon ausgehen, dass Prema und HitechGP 2017 auf dem selben Level fahren. Sollte Aron Europameister werden, hat er auch realistische Chancen auf einen Spitzenplatz in der GP2 2018. Wobei, den Formel-1-Einstieg muss das auch bei großen Erfolg noch lange nicht bedeuten... Aber wünschen würde ich es.

Sophia Flörsch
Sollte wieder eine Frau in die Formel 1 einsteigen, dann bitte die da! Auch wenn sie bisher mehr durch ihr Aussehen als durch gute Leistungen glänzen konnte. Naja, egal wie sich die FIA entscheidet, vor 2019 wird sie als 2000er Jahrgang eh nicht in der Formel 1 starten können. Also hat sie noch Zeit.

Marcos Siebert
Seit 1982 ging es für die Argentinier in der Formel 1 immer weiter bergab, seit 2001 ist überhaupt keiner mehr dabeigewesen. Am ehesten traue ich es ihm, dem frischgebackenen italienischen Formel-4-Meister zu.

Auf jeden Fall muss sich was für Argentinien tun. Wenn Fangio das wüsste, würde er sich im Grab umdrehen...

Juan Manuel Correa
Zugegeben, die ersten beiden Namen wie ein fünffacher Formel-1-Weltmeister zu haben, ist noch lange kein Grund auf eine Zukunft in der Formel 1. Allerdings fiel mir auf die Schnelle kein passenderer Ami ein...

Marvin Dienst
Er hat sich für immer in die Geschichtsbücher getilgt, indem er 2015 erster deutscher Formel-4-Champion wurde. Momentan fährt in der ADAC GT Master, allerdings mit mäßigem Erfolg. Er würde sogar in die Formel 1 passen, und langsam wird es auch notwendig. Nico Rosberg hat aufgehört, auch Vettel scheint immer mehr die Lust zu verlieren und die Zukunft von Wehrlein ist ebenfalls nicht sicher. Schon bald könnte Hülkenberg der einzige Deutsche in der Formel 1 sein...
Zuletzt geändert von LW97 am 16.12.2016, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 16.12.2016, 17:02

LW97 hat geschrieben:Ich hoffe, es stört den Autor nicht, wenn auch ich meinen Senf zu gewissen Nachwuchstalenten gebe:


Natürlich nicht.

Du nennst da einige interessante Namen, auch wenn ich so meine Schwierigkeiten mit Damen und Herren habe, die sich noch im Dunstkreis der F4 oder ähnlichem bewegen.

Weil man meiner Meinung nach nur schwer vorhersagen kann, wie sich diese Talente entwicklen bzw. überhaupt entwickeln können. Denn für den Aufstieg braucht es nicht nur Talent sondern auch Budget und das wird bzw. wurde oft genug nicht unbedingt nach "Resultaten" vergeben.

Das ist im Übrigen auch ein Vorteil von Mick Schumacher, denn der kann sich eher sicher sein, dass er auch finanziell eine F3/GP3/GP2 Saison bestreiten kann. Deswegen ist es meiner Meinung nach noch nicht so tragisch, wenn er jetzt noch keinen Meistertitel geholt hat. Die Betonung liegt auf noch.

Zwei Sachen sind mir zudem noch aufgefallen, sieht so aus als hättest du Kings (eigentlich P7) Endplatzierung in der GP2 mit der seines Teamkollegen Nato (P5) verwechselt.
Zudem ist es beim Bezug auf Hitech wohl besser zu erwähnen, dass sie 2015 quasi wieder neu in die F3 eingestiegen sind und auch nur ein paar Rennen gefahren sind.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon LW97 » 16.12.2016, 17:13

scott 90 hat geschrieben:
LW97 hat geschrieben:Ich hoffe, es stört den Autor nicht, wenn auch ich meinen Senf zu gewissen Nachwuchstalenten gebe:


Natürlich nicht.

Du nennst da einige interessante Namen, auch wenn ich so meine Schwierigkeiten mit Damen und Herren habe, die sich noch im Dunstkreis der F4 oder ähnlichem bewegen.

Weil man meiner Meinung nach nur schwer vorhersagen kann, wie sich diese Talente entwicklen bzw. überhaupt entwickeln können. Denn für den Aufstieg braucht es nicht nur Talent sondern auch Budget und das wird bzw. wurde oft genug nicht unbedingt nach "Resultaten" vergeben.

Das ist im Übrigen auch ein Vorteil von Mick Schumacher, denn der kann sich eher sicher sein, dass er auch finanziell eine F3/GP3/GP2 Saison bestreiten kann. Deswegen ist es meiner Meinung nach noch nicht so tragisch, wenn er jetzt noch keinen Meistertitel geholt hat. Die Betonung liegt auf noch.

Zwei Sachen sind mir zudem noch aufgefallen, sieht so aus als hättest du Kings (eigentlich P7) Endplatzierung in der GP2 mit der seines Teamkollegen Nato (P5) verwechselt.
Zudem ist es beim Bezug auf Hitech wohl besser zu erwähnen, dass sie 2015 quasi wieder neu in die F3 eingestiegen sind und auch nur ein paar Rennen gefahren sind.
Dafür hat man aus dem Stand gut agiert.

Ach ja, noch etwas: Ralf Aron ist gar nicht der erste italienische F4-Champion, da die erste Saison bereits 2014 stattfand und Aron erst 2014 Meister wurde. Sry :/

PS: Ferdinand Habsburg habe ich vergessen

PPS: Ja, das mit dem Budget ist echt ein Scheiß :thumbs_down:
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 27.01.2017, 00:56

Miavenga hat geschrieben:George Russel (GP3)

In soweit noch interessant anzumerken, dass der junge Brite jetzt Nachwuchskader des Mercedes Formel 1 Teams ist, ohne aber eine Rolle bei der DTM Mannschaft von Mercedes zu spielen. Deren Test und Ersatzfahrer ist Maxi Günther. Kurios dabei ist, dass Günther 2016 die F3 EM vor Russell beendet hat.

Man scheint da dann doch einen interessanten Ansatz zu wählen, vor allem da Günther wohl in der Formel 3 bleiben will.

Grundsätzlich ist das für Russell sehr interessant, denn Mercedes hat bewiesen, dass sie ihre Nachwuchsfahrer auch in die F1 bringen können. Sollten sie denn von ihnen überzeugt sein.

Luis Leeds (FR 2.0)

Kannte ich tatsächlich noch nicht, kann den jungen Mann deswegen auch schwer einschätzen. Aber mal abwarten was da demnächst so kommt.

Richard Verschoor (FR 2.0)

Ein sehr interessanter Fahrer und zugleich Red Bull Junior. War wie Niko Kari sehr erfolgreich in der SMP F4 und zeitgleich auch in der spanischen F4. War auch in der deutschen und italienischen F4 bei seinen Gaststarts recht gut dabei.

Er bringt also Potenzial mit aber der Eurocup ist natürlich auch nochmal eine ganz andere Nummer. In Neuseeland bei der Toyota Racing Series schraubt er gerade mit guten Leistungen die Erwartungen noch weiter nach oben, mal sehen wie der junge Niederländer damit zurecht kommt.

Zu den anderen Namen wurde eigentlich vorerst schon alles gesagt, da darf sicherlich auch gespannt sein.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon Iceman24 » 09.02.2017, 14:15

Lando Norris ist sicherlich einer der kommenden Stars. Kenn den vorallem aus iRacing, da er selber auch sich als Sim-Racer betätigt und ich schon ein paar mal gegen ihn gefahren bin. Ist in der Sim schnell und in echt wohl noch schneller. Denke der wird sich auch weit nach oben arbeiten.

Jemanden, auf den ich vor eineinhalb Jahren beim Besuch SMP F4 Rennen in Alastaro (Finnland) aufmerksam geworden bin ist Enaam Ahmed. Es fuhren zwar noch einige andere interessante Namen mit (Niko Kari, Vladimir Atoev oder Nikita Troetskiy), Ahmed blieb mir aber am meisten hängen. Der Brite ist gerade erst vor ein paar Tagen 17 Jahre alt geworden und konnte sich einen Junioren Kart- Europa und auch Weltmeistertitel holen. Nach der SMP fuhr er letztes Jahr in der Britischen Formel 3, wo er dieses Jahr auch fahren wird. Zudem fährt er auch in der Formel Toyota Racing Series.

Ich denke den Namen Enaam Ahmed wird man sich merken müssen.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 01.12.2017, 21:35

Um den Thread auch mal wieder auszugraben. Der Opener wurde etwas aktualisiert, immerhin hat es mit Pierre Gasly ein weiterer Fahrer aus der langsam auslaufenden Liste in die F1 geschafft.

Allerdings hat mich auch mein "Geschwätz" von 2011 eingeholt.
Dort habe ich zu Brendon Hartley geschrieben
[...] Aber für Hartley scheint der Zug abgefahren.


Zwar habe ich meine Aussage eingeschränkt, doch da ich ihn nicht zur Liste hinzugefügt habe, habe ich offensichtlich auch nicht mehr daran geglaubt. Gut damit war ich nicht alleine, doch das Debüt von Hartley bleibt trotzdem bemerkenswert und ist etwas ganz besonderes. Wie ich schon in einem anderen Thread schrieb, eigentlich finde ich das auch gut. Der Weg in die F1 ist in den letzten Jahren schon sehr eindimensional geworden, da ist es einfach schön, wenn jemand zeigt dass es auch anders geht.
Wobei Hartley natürlich auch noch zeigen muss, dass seine Leistungen gut genug für die F1 sind. Die Beförderung ist aber wie ich meine nicht unverdient ;)

Ansonsten würde ich jetzt noch meine Top 5 für 2017 nennen und vielleicht noch einen Ausblick wagen.

:arrow: Charles Leclerc
Seine Bilanz in der Formel 2 spricht für sich, Meister ohne nennenswerte Konkurrenz und das obwohl er auf Grund einiger Pannen, nichtmal an sein Maximum herankam. Denn obwohl er bspw. sieben der möglichen elf Pole Positions herausgefahren hat, wurde ihm die achte Pole aberkannt, weil ein Teil an seinem Wagen nicht dem Reglement entsprach. Diese mutmaßliche Schlamperei des Teams, hat ihm mit Sicherheit nicht die halbe Sekunde beschert, die er schlussendlich vor dem Zweitplatzierten Rowland lag. Dazu hatte er ein rabenschwarzes Wochenende in Monza und in Spa wurde ihm der Sieg unter ähnlichen Vorzeichen wie die Pole in Ungarn aberkannt.

Und gerade deswegen sind 72 Punkte Vorsprung in deiner Rookie Saison eine Ansage, die es bis dahin noch nicht gegeben hat. Klar seinem Team Prema gebührt auch ein entsprechender Anteil des Erfolges, aber als Pilot muss man das auch erstmal umsetzen. Seinem Teamkollegen gelang das nicht mal annährend, gleichzeitg bestach Leclerc auch nicht nur durchs vorneweg fahren. Immer konnte er sich auszeichnen, zum Beispiel durch ungewöhnliche Strategie in Bahrain oder aber auch die Aufholjagd im Sprintrennen in Bahrain.

Deswegen besteht eigentlich kein Diskussionsbedarf, der Monegasse und Ferrari Junior hat den Aufstieg in die F1 mehr als verdient. Und wie es aussieht ist der auch nur noch Formsache, doch er darf jetzt nicht aufhören sich anzustrengen. Es gibt sicherlich noch genügend Bereiche in denen er sich verbessern kann, denn er hat natürlich auch Fehler gemacht. Trotzdem bin ich mir relativ sicher, dass er eine erfolgereiche Karriere vor sich hat.



:arrow: Lando Norris
Die Superlative, die einem Charles Leclerc zuteil werden, hat Lando Norris sicherlich auch verdient. Er hatte anfangs sicherlich mehr Mühe als Leclerc, der aber letztendlich auch nicht F3 Europameister wurde. Das gelang Norris, ähnlich wie Ocon im Rookiejahr, ziemlich deutlich. Dazu ist er auch derjenige, der die Prema F3 Dominanz gebrochen hat, denn seit es die F3 EM gibt, wurden nur Prema Fahrer Meister. Mit Norris war es erstmals ein Carlin Pilot, was aber nicht heißt, dass Carlin Prema in allen Belangen abgelöst hat. Tatsächlich bestand die Top drei des Endklassements aus Fahrer von drei verschiedenen Teams.

Damit hat er sicherlich untermauert was sein Ziel ist und als McLaren Junior stehen die Chancen auch nicht schlecht. Selbst wenn sein Weg natürlich noch nicht vorbei ist, denn um dort oben anzukommen muss er weiterhin gewinnen. Wie es aussieht zieht es ihn in die F2, und wieder zusammen mit Carlin. Ein Selbstläufer wird das aber nicht, womöglich hat er es sogar schwerer als Leclerc. Denn die Erwartungen sind fast höher und er hat bei stärkerer Konkurrenz womöglich die schlechtere Ausgangslage.

Trotzdem möchte ich potenziellen Unkenrufen wiedersprechen, dass Norris vor allem deswegen so gut sei, weil er in seinem jungen Alter schon über soviel Rennerfahrung verfüge. Letzteres lässt sich nicht leugnen, aber es gab trotzdem schon genug Piloten, die mit ähnlicher Erfahrung längst nicht soviel vorweisen konnten wie er. So gesehen wird es nächstes Jahr in der F2 spannend, aber mich würde es überraschen wenn er dort nicht um die Meisterschaft fährt.



:arrow: George Russell
Natürlich darf in der Auflistung auch der GP3 Meister nicht fehlen, auch er wurde gleich als Rookie dort Meister, obwohl auch er wie Leclerc von seinem Team profitiert. Denn dort geht der Meister nur über ART (Lynns Titel mit Carlin ist die einzige Ausnahme), wobei man dafür auch erstmal seine drei Teamkollegen schlagen muss.

Das gelang ihm deutlich, wenn auch etwas unspektakulär. Denn Aitken und Fukuzumi waren einfach nicht in der Lage konstant dagegen zu halten. So hatte der Mercedes Junior letztendliches leichtes Spiel. Gerade als er nach seinem bitteren Ausfall vor dem Start in Ungarn, mit zwei Hauptrennsiegen zurückschlug. Damit war dann die Messe gelesen und er kann sich schon auf die Zukunft konzentrieren. Die wohl in der Formel 2 auf ihn wartet, dort kann er sicherlich gefährlich werden, gerade weil ihn nicht alle auf dem Zettel haben werden.

Allerdings muss für ihn das Abschneiden von Alex Albon 2017 auch eine Warnung sein, dieser konnte in der GP3 noch ganz gut mit Leclerc mithalten, in der F2 war er dann sehr weit weg von ihm. Vermutlich auch weil du das richtige Team auswählen musst. Da die Plätze bei Prema schon vergeben sind und das nicht an zwei Topfavoriten auf den Titel, könnte diese Wahl eine sehr wichtige sein, gerade da er eine reelle Chance hat, wenn er beim richtigen Team landet. Wozu es dann am Ende reicht werden wir sehen.



:arrow: Sascha Fenestraz
Vermutlich kennen seinen Name wirklich nur Insider, denn als Meister des Formel Renault 2.0 Eurucups wirst du nicht automatisch bekannt. Doch da die ehemaligen Meister dort: Ocon, Gasly, Vandoorne, Bottas, Kobayashi und Hartley, sehr häufig in der Formel 1 landen, verdient er es genauer betrachtet zu werden.

Vielleicht um ihn erst mal vorzustellen, Fenestraz wurde im Juli 18 und fährt unter französischer Flagge, hat aber auch Bezug zu Argentinien, da er dort teilweise aufwuchs. Tatsächlich ist er auch der Schwager von Pechito Lopez (WTCC Meister). Dazu ist er auch ein schneller Rennfahrer, im Gegensatz zu Norris konnte er den Renault Eurocup erst im zweiten Jahr gewinnen, aber gemessen an seiner Formelsporterfahrung ist das keine Schande.

Die Frage ist auch eher was kann er in der Zukunft leisten, vermutlich steigt er in die Formel 3 auf. Dort hat er dieses Jahr schon drei absolviert (ein Punkt geholt), sowie ein grundsolides Debüt in Macau (P7). Das deutet Potenzial an und in einem Jahr werden wir sehen, ob er es in Erfolge ummünzen konnte.



Anmerkung, bei der Nummer fünf tue ich mir sehr schwer, es ist eben nicht so eindeutig wie ich mir es wünschen würde. Es gäbe diverse Kandidaten wie Marcus Armstrong, Max Fewtrell, Dan Ticktum, Harrison Scott, Jüri Vips aber vielleicht auch schon arrivierte Fahrer wie Joel Eriksson oder Maxi Günther. Letztendlich habe ich dann aus dem Bauch heraus entschieden.


:arrow: Marcus Armstrong
Vermutlich gilt für ihn dasselbe wie für Fenestraz, außer ihr verfolgt die deutsche (ADAC) Formel 4 oder wisst genau welche Fahrer in der Nachwuchsakademie von Ferrari sind. Denn in beiden Fällen wäre euch der Name Armstrong sicher begegnet. Nebenher fuhr er auch noch in der italienischen F4, wo er auch Meister wurde. In der deutschen F3 hat es nur zum Vizetitel gereicht. Aber was heißt hier nur, zwar hat sich am Ende Teamkollege Jüri Vips den Titel gesichert, doch für jemanden, der noch keine F4 Saison absolviert hat, war das beachtlich. Vips hingegen war im Vorjahr schon dabei.

Deswegen würde ich Armstrong Vips vorziehen. Fahrerisch ist mir gerade seine abgezockter Sieg in Oschersleben im Gedächtnis geblieben. Das war zwar nichts spektakuläres, da er sich Platz eins nach dem Start gesichert hatte, aber wie locker er das runterfuhr. Zudem ist er mir auch schon bei der Toyota Racing Series in Neuseeland aufgefallen, wo er auch herkommt. Er wäre damit erneut ein starker Rennfaher aus Neuseeland, denn nach Hartley, Evans, Cassidy, Stanaway und Bamber, gab es schon eine Kiwis die für Fuore gesorgt haben.

Am Ende gelang es nur Hartley in die F1 zu kommen, aber vielleicht folgt ihm Armstrong. Wobei es zu diesem Zeitpunkt auch schwer zu sagen ist, wie gut seine Chance stehen. Am Ende kommt vielleicht auch für ihn ein Aufstieg in die F3 in Frage und dann kämen wir der Antwort schon ein Stückchen näher.



Zum Rest der Liste
Leute die sich nur noch auf GT Fahrzeuge konzentrieren habe ich rausgenommen, außer Frijns bei dem ich glaube, dass er möglicherweise in der Formel e weitermacht. Ansonsten hat sich 2018 vor allem Felix Rosenqvist hervorgetan. Durch gute Auftritte in der Fe und der Super Formula. Vielleicht überlegt es sich doch noch ein F1 Team. Ansonsten bleibt bei vielen nur eine Restchance (Pigot muss sich zudem erstmal in der Indy Car etablieren), Ausnahme Sirotkin der offenbar noch bei Williams im Gespräch ist.

Bei den F2 Piloten hingegen ist sonst keiner bei einem F1 Team im Gespräch, Rowland wurde bei Renault nicht berücksichtigt und hat auch sonst kaum Chancen. De Vries ist bei McLaren auch eher im Hintertreffen, könnte 2018 bei Prema aber F2 Meister werden und dann geht vielleicht noch was. Ähnlich könnte es bei einem dritten Jahr F2 bei Ghiotto laufen bzw. Fuoco im zweiten, aber selbst dann wird es schwer.

Was Maini und Günther angeht, da bestünde eine ähnliche Chance, falls sie im ersten F2 Jahr plötzlich ganz neue Seiten vin sich zeigen. Gleiches gilt irgendwo auch für Menchaca, aber das ist noch unwahrscheinlicher.


So das wars, die nächsten Monate werden sicherlich noch interessant, da dann sozusagen die Silly Season der Nachwuchsserien laufen. Von dem her lohnt es sich womöglich das im Auge zu behalten. Ansonsten schonmal auf ein schöne neue Saison 2018 ;)
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Re: Drivers to watch

Beitragvon DC21 » 02.12.2017, 11:28

scott 90 hat geschrieben:Um den Thread auch mal wieder auszugraben. Der Opener wurde etwas aktualisiert, immerhin hat es mit Pierre Gasly ein weiterer Fahrer aus der langsam auslaufenden Liste in die F1 geschafft.

Allerdings hat mich auch mein "Geschwätz" von 2011 eingeholt.
Dort habe ich zu Brendon Hartley geschrieben
[...] Aber für Hartley scheint der Zug abgefahren.



Hartley ist aber in einen Augen, aber auch ein der schlechten Arbeit in Red Bulls Juniorprogramm der letzten Jahre. Nicht falsch verstehen, ich finde es super, dass Hartley es geschafft hat. Der Wandel vom jungen Fahrer, der seine Chance bei Red Bull verspielt hat und es nun durch Reife und harte Arbeit geschafft hat, ist super. Noch dazu konnte ich mich bei der WEC persönlich davon überzeugen, was ein sympathischer Kerl das ist.
Aber für das Juniorprogramm ist es Schlag ins Gesicht, dass man sich bei Toro Rosso entscheiden musste ob man Kvyat behält, der bei Red Bull gescheitert ist, oder ob man einen Fahrer nimmt, den man schon mal aussortiert hat.

Insgesamt ist die Bilanz auch nicht wirklich toll.
Der erste Fahrer, an den ich mich bewusst erinnere der durch Red Bull unterstützt in die F1 kam, war übrigens Enrique Bernoldi. :lol:
Dann schauen wir mal weiter:
Klien und Liuzzi: Bei beiden weiß ich nicht genau, ob sie wirklich aus dem Juniorprogramm kamen, aber zumndest waren beide respektable Fahrer. Was man dann von Scott Speed nicht sagen konnte. Der erste, der krachend gescheitert ist. Dann war beim Stammteam die Tür erst mal durch DC und Webber zu. Auch bei Toro Rosso setzte man mit Bourdais auf einen erfahrenen Piloten im Cockpit. Mit Vettel dann der Hauptgewinn. Dafür gekämpft ihn von BMW los zu bekommen und gewonnen. Allerdings muss man sagen, dass es auch kein besonders großes Risiko war ihn ins Hauptteam zu holen, da Red Bull nicht an der Spitze war. Da konnte man was versuchen. Buemi, Alguersuari und Vergene haben dann nicht den Sprung geschafft. Webber war zu gut, oder die genannten zu schlecht um ins Hauptteam aufzusteigen. Danach hat Algersuari sogar seine Karriere beendet. Vergne und besonders Buemi waren dann zumindest noch in anderen Rennserien erfolgreich. Ricciardo profitierte dann vom Rücktritt Webbers. Glaube nicht, dass man 2014 ohne den Rücktritt schon auf ihn gesetzt hätte. Ricciardo würde ich allerdings schon als Erfolg sehen. Kvyat kam ebenso nur durch den Wechslel Vettels in den Red Bull, wurde dann aber durch den zweiten (oder dritten) wirklichen Erfolg der Nachwuchsförderung Verstappen verdrängt und hat jetzt gar keine Zukunft mehr in der F1. Sainz war dann der erste, der schlau genug war, nicht voll auf Red Bull zu setzten. Im Grunde aber ein Verlust für Red Bull. Hat sie aber in die Situation gebracht, dass sie momentan mit Gasly nur einen Piloten haben, der für Toro Rosso uns später für Red Bull in Frage kommt.
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Costigan
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Re: Drivers to watch

Beitragvon Costigan » 02.12.2017, 11:52

DC21 hat geschrieben:Sainz war dann der erste, der schlau genug war, nicht voll auf Red Bull zu setzten. Im Grunde aber ein Verlust für Red Bull. Hat sie aber in die Situation gebracht, dass sie momentan mit Gasly nur einen Piloten haben, der für Toro Rosso uns später für Red Bull in Frage kommt.

Wobei man nicht vergessen darf, dass Sainz zunächst nur an Renault verliehen wurde.
Die genaue Vertragssituation ist zwar nicht bekannt, aber demnach wäre er für RB durchaus ein Nachfolgekandidat, wenn Ricciardo z.B. nach der nächsten Saison das Team wechseln sollte.

BTW: Ich wollte Scott vorhin schon kurz einen " :thumbs_up: " da lassen. Auch wenn ich mich hier wenig äußere, gehöre ich - wie man sieht - zu den jenigen, die solche Threads, die ein bisschen Eigenengagement verlangen, durchaus verfolgen und die Mühe zu schätzen wissen.
Daher wollte ich nur kurz Danke sagen (leider ist noch kein Danke-Button da, der wäre für sowas hilfreich), da es imho auch unbefriedigend sein kann, wenn man sich bei etwas Mühe gibt und dann manchmal keine Reaktionen folgen und man sich vielleicht fragt, ob überhaupt noch jemand den Thread verfolgt. :wink:
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 02.12.2017, 21:07

@costi
Vielen Dank :)


DC21 hat geschrieben:
Insgesamt ist die Bilanz auch nicht wirklich toll.
Der erste Fahrer, an den ich mich bewusst erinnere der durch Red Bull unterstützt in die F1 kam, war übrigens Enrique Bernoldi. :lol:
[...]

Über das Red Bull Programm lässt sich natürlich kontrovers diskutieren, im Endeffekt wird Bernoldi auch tatsächlich der erste Fahrer gewesen sein, der mit Red Bull Unterstützung in die F1 kam. Da gibt es ja auch die Geschichte, dass sie Sauber als Sponsor verlassen haben, weil sie nicht bei den Fahrer mitbestimmen durften.

Allerdings ist die Liste der "Fehlschläge" eigentlich viel länger, denn Red Bull hat ja nicht nur Fahrer unterstützt, die es letztendlich in die F1 geschafft haben.
Auf der Website des Junior Teams weisen sie sogar selbst eine Alumni Liste aus.

http://juniorteam.redbull.com/drivers#

Runterscrollen und auf Show klicken.
Da gibt es auch einige Leute die mir gar nichts sagen und die ein oder andere Überraschung, wie zum Beispiel Karthikeyan :mrgreen:

Wobei sie wohl auch gar nicht alle Fahrer gefeuert haben, ein Alex Lynn ging wohl freiwillig und hat sich damit womöglich verzockt. Konnte aber auch keiner ahnen, dass es mal einen Notstand an Fahrern für Toro Rosso geben könnte.
Allerdings ist die Liste auch schon nicht mehr aktuell, denn mit Niko Kari und Richard Verschoor sind zwei weitere "Alumni" hinzugekommen.

Die Strategie die sie fahren ist nunmal sehr aggressiv ausgelegt, dass birgt große Chancen aber eben auch Risiken am Ende auf der Strecke zu bleiben. Würde Red Bull trotzdem eine positive Bilanz ausstellen, denn selbst wenn am Ende nur Vettel, Ricciardo und Verstappen wirklich den Durchbruch geschafft haben, wurden so weit mehr neue F1 GP Sieger produziert als in jedem anderen Junior Program. (Muss natürlich auch relativ betrachtet werden, wie du ja auch richtig anmerkst)

Letztendlich mochte ich so einige Entscheidungen von Red Bull zwar nicht, aber unter dem Strich waren sie schon irgendwo stringent und nachvollziehbar. Und klar ist es hart Junioren so schnell rauszuwerfen, aber das wird offen kommuniziert und wer sich darauf einlässt weiß auch was ihn erwartet.
Muss trotzdem natürlich niemand gut finden und ja, die jetzige Situation ist schon eine Art Niederlage für ihr Junior Team, selbst wenn Marko das nicht wahrhaben will. Dennoch greifen sie schon wieder neu an, dem Junior Team 2018 werden vier Frischlinge (Aufsteiger aus dem Kart in den Formelsport) angehören. Wenn da allerdings nichts dabei ist, was es mittelfristig (sagen wir mal in drei bis vier Jahren) in die F1 schaffen kann, dann wirds schon eng.
Wobei wenn Honda ein Glücksgriff bei ihrem Programm gelingt, können sie ja womöglich auch auf denjenigen zurückgreifen. ^^

Soviel wollte ich jetzt gar nicht schreiben, hoffe mal ich habe dich jetzt nicht überfrachtet.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon DC21 » 03.12.2017, 10:37

Keine Sorge, ich komme mit Text schon gut zurecht :winky:
Danke für die Liste. Sind mir tatsächlich einige durch die Lappen gegangen. Ich steh dem Programm echt ambivalent gegenüber. Auf der einen Seite gibt Red Bull vielen Fahrern die Chance, die sonst wohl am Faktor Geld gescheitert wären. Auf der anderen gefällt mir dann der Umgang mit den Talenten nicht. Kommt bei mir immer das Gefühl auf, sie holen so viele wie möglich, um sie zum einen den anderen Teams vorzuenthalten und weil andererseits die Chance bei 10 Talenten einen Treffer zu landen größer ist, als wenn man sich nur auf zwei Talente verlässt. Naja ist eben ihre Philosophie und so lange Leute wie Verstappen rauskommen, werden sie das auch nicht ändern.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon scott 90 » 22.06.2018, 15:04

Auch eine interessante Position zum Thema Juniorprogramme von F1 Teams.

"Almost all of the F1 junior programmes have contacted us,” Jani told Chinese media late last year, “but we have refused because it was too early to join an academy at this age.

“He is still in the learning stage and needs to go step-by-step. Sometimes early entry into a junior academy can have a negative impact. I myself have walked this path [he was a Red Bull Junior] and learned a lot from it, and I can avoid repeating the same mistakes.”

http://www.formulascout.com/why-renault ... -now/41532

Den Luxus solche Angebote ablehnen zu können muss man sich natürlich auch erst mal leisten können, aber gerade die Erfahrung von Jani, scheinen dahin zu gehen, solange wie möglich unabhängig zu bleiben. Wobei im Fall von Ye auch niemand so genau weiß, wie sehr man ihn zu diesem Zeitpunkt wegen seine Leistungen haben wollte oder seiner Nationalität.

Mal sehen wie sehr diese Strategie in Zukunft beibehalten wird.
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Re: Drivers to watch

Beitragvon Iceman24 » 17.08.2018, 00:15

Seit letzter Saison bin ich ziemlich begeistert von der Britischen Formel 4. Nicht nur haben die fantastische Rennstrecken, sondern auch tolle Rennen. Momentan ist die Britische F4 meiner Ansicht nach eine der spannendsten Rennserien überhaupt.

Wer mich dieses Jahr wirklich überzeugt ist Kiern Jewiss. Mit 14 Podestplätzen in den bisherigen 21 Rennen führt er momentan die Meisterschaft vor Ayrton Simmons und dem Norweger Dennis Hauger an. Auch die beiden zuletzt genannten könnten in Zukunft stark werden, aber ich denke die brauchen noch etwas mehr Erfahrung. Nimmt mich Wunder wo Jewiss nächstes Jahr fahren wird. Denke er wird den Schritt in die Britische F3 machen.
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