McLaren verschenkt WM an Renault

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bolfo
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Beitrag von bolfo » 08.01.2006, 18:26

Jody hat geschrieben:Hallo Luiii,

Grundsätzlich mag ich es nicht, wenn man geschriebene Texte zerpflückt. Die sinngemäßen Aussagen werden dadurch verzerrt. Es ist ein leichtes, jedes x-beliebige Team oder jeden x-beliebigen Fahrer als gut oder schlecht darzustellen. In diesem Thema wird versucht Kimi als schlechten Fahrer darzustellen. Für uns Fans und außenstehende völlig unmöglich. Deine Argumente habe ich durchgelesen und man könnte sie als nachvollziehbar bezeichnen. Was meine Meinung anbelangt sehe ich das eben nicht wie du. Für mich zählt die Tatsache, das laut McLaren Mercedes die Technik bzw. der Motor im laufe der Saison höheren Belastungen ausgesetzt werden mußte, um die pace der Renault zu halten bzw. zu toppen. Das man hier die Zuverlässigkeit in den Hintergrund rücken ließ war man sich bewußt. Das das Material diesen Strapazen nicht standhielt ist genau das was wir alle gesehen haben. Also wenn man hier jemanden etwas vorwerfen kann, dann sicher den Ingeneuren von McLaren, aber nicht den Fahrern.
F.I.B.


Besser kann man es nicht formulieren!! Diesen Text sollten sich einige Leute ausdrucken, ausschneiden und an der Zimmerwand aufhängen, gleich neben dem PC!!

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zoomoringa
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Beitrag von zoomoringa » 08.01.2006, 18:30

yeah bolfo, dicker artikel. hast eindrucksvoll argumente gebracht, die man eigentlich nicht widerlegen kann.

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bolfo
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Beitrag von bolfo » 08.01.2006, 20:53

zoomoringa hat geschrieben:yeah bolfo, dicker artikel. hast eindrucksvoll argumente gebracht, die man eigentlich nicht widerlegen kann.


Nur keine Angst, eingeschfleischte Fanatiker werden auch dies spielend widerlegen können :evil: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Notfalls müssen sie eben sogar soweit zurück gehen, dass sie behaupten, die Erde sein nun doch eine Scheibe und stehe im Mittelpunkt des Universums....

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Beitrag von zoomoringa » 08.01.2006, 20:57

bolfo hat geschrieben:
zoomoringa hat geschrieben:yeah bolfo, dicker artikel. hast eindrucksvoll argumente gebracht, die man eigentlich nicht widerlegen kann.


Nur keine Angst, eingeschfleischte Fanatiker werden auch dies spielend widerlegen können :evil: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
/quote]

nunja ich denke man kann die argumente nicht mit objektiven mitteln und realen tatsachen widerlegen.

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Beitrag von Luiii » 08.01.2006, 21:02

Jody hat geschrieben:Hallo Luiii,

Grundsätzlich mag ich es nicht, wenn man geschriebene Texte zerpflückt. Die sinngemäßen Aussagen werden dadurch verzerrt. Es ist ein leichtes, jedes x-beliebige Team oder jeden x-beliebigen Fahrer als gut oder schlecht darzustellen. In diesem Thema wird versucht Kimi als schlechten Fahrer darzustellen. Für uns Fans und außenstehende völlig unmöglich. Deine Argumente habe ich durchgelesen und man könnte sie als nachvollziehbar bezeichnen. Was meine Meinung anbelangt sehe ich das eben nicht wie du. Für mich zählt die Tatsache, das laut McLaren Mercedes die Technik bzw. der Motor im laufe der Saison höheren Belastungen ausgesetzt werden mußte, um die pace der Renault zu halten bzw. zu toppen. Das man hier die Zuverlässigkeit in den Hintergrund rücken ließ war man sich bewußt. Das das Material diesen Strapazen nicht standhielt ist genau das was wir alle gesehen haben. Also wenn man hier jemanden etwas vorwerfen kann, dann sicher den Ingeneuren von McLaren, aber nicht den Fahrern.
F.I.B.


Folgen wir einmal deiner Argumentation. Ist es nicht aber auch so, daß in diesem Fall, aufgrund des grundsätzlich höherem Risikos, nach dem ersten Ausfall die Spirale zu drehen beginnt, aus der kein Fahrer mehr herauskommt wenn er so stetig agiert?

Muß nicht auch und gerade ein Faktor wie: Ich pushe wie ein Tier, weil ich 20 "SEKUNDEN" Vorsprung habe und im Ziel 25 oder 50 haben will, als mutwillige Zerstörung angesehen werden? Und bringt nicht gerade eine solche Fahrweise eine Verschärfung der Probleme mit sich? Auch im Hinblick auf das zweite anstehende Rennen mit dem gleichem Motor?
Ist es nicht vielmehr normal so, daß die Fahrer de Motoren für das zweite Rennen schonen, sofern möglich, damit keine Ausfälle auftreten?

Mußte nicht nach den verschenkten 8 Punkten bspw. am Nürburgring noch mehr auf Risiko gegangen werden?

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Beitrag von kn@Xer » 08.01.2006, 21:14

Luiii hat geschrieben:Mußte nicht nach den verschenkten 8 Punkten bspw. am Nürburgring noch mehr auf Risiko gegangen werden?


Es waren 12 verschenkte Punkte...

10 die Kimi verlor plus 2 die Alonso "zusätzlich" bekamm...

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Beitrag von bolfo » 08.01.2006, 22:23

Luiii hat geschrieben:Muß nicht auch und gerade ein Faktor wie: Ich pushe wie ein Tier, weil ich 20 "SEKUNDEN" Vorsprung habe und im Ziel 25 oder 50 haben will, als mutwillige Zerstörung angesehen werden?


Na, auf diese Art und Weise ist aber Räikkönen auch nie gefahren. Dass er gegen Ende eines Rennens schneller wird, hat erstens mal mit der geringer werdenden Tankfüllung und zweitens mit den Reifen zu tun, welche ja nun nicht unbedingt stetig abbauen, wie es früher bei den Slicks der Fall war.

Und wenn er nun ein Auto hat, das 2 Sekunden schneller ist als der Rest des Feldes, sollte er dann einfach 2 Sekunden langsamer fahren?? So einfach ist das auch wieder nicht, besonders, weil man immer konzentriert bleiben muss. Senna hats in Monaco ja schon mal bewiesen, was passieren kann, wenn man versucht, das Tempo unter den Durchschnitt zu drosseln.

In diesem Falle wäre es Aufgabe des Teams, eine elektronische Drosselung einzubauen, dass der Motor nicht am absoluten Limit dreht.

Letztenendes ist die ganze Sache mit dem "schonend ins Ziel fahren" ohnehin Unsinn, das gabs auch früher nicht in diesem Stil. Ansonsten hätte es ja niemals Sieger gegeben, welche die gesamte (oder beinahe die gesamte) Konkurrenz überrundeten. Zu dieser Kategorie zählt unter anderem auch Michael Schumacher, der auch schon mal das gesamte Feld überrundet hat.

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Beitrag von Argestes » 09.01.2006, 10:00

@Luiii

Wenn ich noch einen weiteren Faktor einbringen dürfte, den Du bislang völlig links liegen läßt:
Das Setup.

Ein F1-Bolide wird ja nicht nur hingestellt und muss dann die auftretenden Belastungen aushalten oder nicht. Er wird entsprechend abgestimmt. Ist der Motor gut genug, dann kann man ihn auch entsprechend hoch drehen lassen. Wäre das zuviel Belastung, dann nimmt man dem Fahrer die Möglichkeit dies zu tun.
Verlangt es die Strecke die Randsteine in die Linie miteinzubeziehen um schnell zu sein, so wird auf Seiten des Setups das Auto entsprechend vorbereitet. Der Fahrer kann bedenkenlos die schnellste Linie wählen.
Und da möchte ich auch nochmal anführen, dass es sehr wohl sein Job ist das Maximum aus dem Auto zu holen. Es läßt sich ja nicht einkalkulieren, dass man die Konkurrenz nach der Hälfte des Rennens distanziert hat und im Schongang um den Kurs fahren kann. Auszugehen ist bei Konstruktion und Abstimmung des Autos, dass der Pilot bis zur letzten Runde um einen möglichen Sieg kämpfen können muss, anders gesagt eben am Limit agiert.
Unterlaufen ihm dabei keine größeren Fehler, wie die von Dir angesprochenen Ausflüge in die Botanik, dann kann man es nicht ihm ankreiden, dass ein Defekt auftritt. Die gewöhnlichen Belastungen während einer schnellen Runde muss das Fahrzeug über die komplette Renndistanz wegstecken können.

Du hast bis zu einem gewissen Punkt natürlich recht. Betrachtet man wie auf diversen Strecken im Qualifying gefahren wird und vergleicht man die gewählte Linie mit der im Rennen (schönes Beispiel wäre die erste Schikane in Monza), dann ist schnell klar, welch ungleich höhere Belastung im Quali auftritt, und dass diese Linie für die komplette Renndistanz zu extrem wäre. Wenn es aber die Situation erfordert, dann muss das Auto eben auch solchen Belastungen standhalten. Vom Fahrer kann ich ja nicht verlangen, dass er aus Angst um sein Auto immer zurücksteckt, wenn der Gegner bereit ist etwas zu riskieren. Das heißt selbstredend nicht, dass er blind über jedes Hindernis fahren soll und das tut auch kein etablierter Pilot.

Das Auto zu schonen, wenn man es sich leisten kann, das ist sicher keine schlechte Idee. Aber wenn Du schreibst, dass Kimi mit großem Vorsprung nach wie vor am Limit fährt, dann möchte ich doch anmerken, dass dies nicht immer so war. Kommt vor und ist wohl nicht das beste, was ein Fahrer tun kann, aber auf der anderen Seite müßte das Auto diese Fahrweise aushalten, wenn sie nötig wäre weil ein starker Gegner Druck macht. Ich kann also hier nicht die volle Schuld einfach auf den Piloten schieben.
Und wenn ich dem Piloten die Schuld geben möchte kann ich das doch bestenfalls nur in den Fällen machen, in denen der Defekt knapp vor Rennende auftrat. Dann kann ich behaupten, dass bei schonender Fahrweise noch 5 weitere Runden drinnen gewesen wären. Hab ich aber einen Defekt vor Halbzeit, dann wird ein solches Argument niemals ziehen. Da müßte der Pilot schon regelmäßig durchs Gemüse donnern, damit die Lebenswerwartung um mehr als die Hälfte der vorgesehenen Zeit verkürzt wird.
Und ein Motor der schon vor dem Rennen den Geist aufgibt hätte wohl bei keiner Fahrweise zwei komplette Wochenenden überstanden, nicht wahr?
Ich meine das ernst.
Ich bin eben so blöd.

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Beitrag von bolfo » 09.01.2006, 11:36

Argestes hat geschrieben:Ein F1-Bolide wird ja nicht nur hingestellt und muss dann die auftretenden Belastungen aushalten oder nicht. Er wird entsprechend abgestimmt. Ist der Motor gut genug, dann kann man ihn auch entsprechend hoch drehen lassen. Wäre das zuviel Belastung, dann nimmt man dem Fahrer die Möglichkeit dies zu tun.
Verlangt es die Strecke die Randsteine in die Linie miteinzubeziehen um schnell zu sein, so wird auf Seiten des Setups das Auto entsprechend vorbereitet. Der Fahrer kann bedenkenlos die schnellste Linie wählen.


Genau, dies ist zusätzlich ein Punkt. Nicht zu vergessen ist dabei, dass das optimale Setup fast ausschliesslich von Simulatoren berechnet wird.... D.h., es wird noch mehr durch die Technik vorgegeben und der Fahrer hat noch weniger Einfluss auf die ganze Sache.

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Beitrag von bolfo » 09.01.2006, 12:43

Schlussendlich möchte ich einfach erwähnen, dass es den meisten doch nur darum gegangen ist, die McLaren-Fahrer mit solchen Anschuldigungen schlecht zu machen. TheRedKinn, der dieses Thema in einem anderen Forum ja ausgiebig begonnen hat, ziert sich ja auch sonst nicht, andere in den Dreck zu ziehen. So liest man über den Michelin-Rückzug:

ein ganz schwarzes formel1-kapitel neigt sich dem ende zu... das kinn weint dieser schummler-truppe keine träne nach...



Oder zu Montoya:

also, halten wir fest... der dicke kolumbianer hatte einen (!) technisch bedingten ausfall... dass der mclaren der schnellste wagen war, wird selbst von den harcore-monty-fans nich bestritten...

und trotzdem landet der kerl nur auf platz 4 der fahrerwertung...

irgendjemand hat geschrieben, jeder halbwegs begabter rennfahrer würde mit dem besten auto im feld weltmeister... was wir dann vom dicken zu halten haben dürfte damit geklärt sein...



Und über den Williams 2003:

von dem illegalen auto 2003 ganz zu schwiegen...

PS: Witzig ist dann die Reaktion, wenn man sagt, der Benetton von 1994 sei illegal gewesen :lol: :lol:




Also, was kann man nun von so einer Aussage halten? Nichts, da es effektiv nur ums Runterputzen und Schlechtmachen von anderen geht, und sonst um nichts. Man findet eben immer einen Weg, die anderen als Loser darzustellen, selbst dann, wenn sie gewonnen haben.... :roll: :evil:

Luiii
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Beitrag von Luiii » 09.01.2006, 13:02

@Argestes: Ich werde später etwas ausführlicher auf deinen Beitrag eingehen (Gerade kaum Zeit). Hier nun aber einmal etwas anderes, welches aufzeigt, daß Kimi die WM in den Sand gesetzt hat.

Endstand der Saison:
133 Punkte für Alonso
112 Punkte Raikkonen

Kimi Raikkonen:
  • Melborne: Bargeboard abgefahren. Danach brach er ein. (Setzen wir hier mal nur 6 Punkte an)
  • Bahrain: Qualifying versaut. (Haug sprach von Startplatz 3 für Kimi - Somit vor Trulli, also +2 Punkte mind.)
  • Nürburgring: Bremsplatten (+10 Punkte Kimi -2 Punkte Alonso)
  • Monza: Ausflug, Reifen und dreher +5 Kimi, -2 Punkte Alonso.
-Es gab noch weiter, aber diese reichen bereits zum Verschenken der WM locker aus.


Auch sehr interessant dazu und als Beleg dafür, daß Kimi Ausfälle geradezu provozierte:

Spanien:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 66 1:27:16.830 1 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 66 +27.6 secs 3 8
Monaco:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 78 1:45:15.556 1 10
  • 2 8 Nick Heidfeld Williams-BMW 78 +13.8 secs 6 8
Ungarn:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 70 1:37:25.552 4 10
  • 2 1 Michael Schumacher Ferrari 70 +35.5 secs 1 8
Türkei:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 58 1:24:34.454 1 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 58 +18.6 secs 3 8
Belgien:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 44 1:30:01.295 2 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 44 +28.3 secs 4 8


Nur einmal als Beispiele, wo Kimi den Boliden hätte, für jeden sofort ersichtlich -um keine Streitpunkte zu bieten, schonen können, dies aber aus unerfindlichen Gründen nicht tat.


Über den besten Boliden braucht man eigentlich nicht zu sprechen, da die KWM um 9 Punkte vergeben wurde. Neben Kimi gab es ja auch noch einen 2. Fahrer, welcher in einem absoluten WM-Fahrzeug je Rennen lediglich 3,5 Punkte einfuhr. Wie er Punkte für sich verschenkte und Alonso half, brauchen wir glaube ich nicht zu erörtern.

Selbst ohne die, nach meiner Meinung teilweise selbstverschuldeten, "Technikausfälle", hätte Kimi, ohne weitere Hilfe vom TK, welcher aus unerfindlichen Gründen in dieser Saison leider wirklich fast nur schlechtes ablieferte, WM werden können.

Dies steigert den 1. FWM-Rang von Alonso und den Gewinn der KWM von Renault in meinen Augen erheblich.

misanthropic

Beitrag von misanthropic » 09.01.2006, 13:59

Luiii hat geschrieben:


Selbst ohne die, nach meiner Meinung teilweise selbstverschuldeten, "Technikausfälle"



mir stellt sich immer wieder die gleiche Frage bei solchen Aussagen:

Bist du in einem F1 Team oder zumindest Spezialist für F1 Autos, hast du eventuell Insiderinfos oder bist du ein Fernsehanalyst

Kimi und dem Team blieben nicht viele Möglichkeiten den Rückstand auszugleichen, er mußte mit seinem Auto an die Grenzen gehen um noch Chancen auf den WM Titel zu haben. Beide haben es doch gut gemacht, eine Steigerung ist ja für diese Saison möglich.
Er und das Team sind dieses Risiko eingegangen und haben es nicht geschaft, fertig !
Und nun, im Nachhinein, bashen um jeden Preis, ist einfach schlechtes Stil und sonst nichts.

Noch kurz zu Montoya, bei ihm ist Genie und Wahnsinn nahe zusammen, er hat tolle Rennen gezeigt und wird sich in dieser Saison erheblich steigern.
Er hat Fehler gemacht, aber wer war letzte Saison ohne Fehler? :roll:

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Beitrag von Argestes » 09.01.2006, 15:17

Luiii hat geschrieben:@Argestes: Ich werde später etwas ausführlicher auf deinen Beitrag eingehen (Gerade kaum Zeit). Hier nun aber einmal etwas anderes, welches aufzeigt, daß Kimi die WM in den Sand gesetzt hat.

Endstand der Saison:
133 Punkte für Alonso
112 Punkte Raikkonen

Kimi Raikkonen:
  • Melborne: Bargeboard abgefahren. Danach brach er ein. (Setzen wir hier mal nur 6 Punkte an)
  • Bahrain: Qualifying versaut. (Haug sprach von Startplatz 3 für Kimi - Somit vor Trulli, also +2 Punkte mind.)
  • Nürburgring: Bremsplatten (+10 Punkte Kimi -2 Punkte Alonso)
  • Monza: Ausflug, Reifen und dreher +5 Kimi, -2 Punkte Alonso.
-Es gab noch weiter, aber diese reichen bereits zum Verschenken der WM locker aus.


Dabei vernachlässigst Du andererseits wieder die Fehler von Alonso, die den Abstand wiederum verringert haben. Die mußt Du ebenso einkalkulieren, da jedem Fehler unterlaufen welche aber die Konkurrenten nicht berücksichtigen können, gerade, wenn sie aufholen müssen. Siehe eben Montreal und Ungarn. Räikkönen mußte in beiden Rennen auf Sieg fahren, Alonso hat Punkte liegen lassen. Für den Finnen machte das bezüglich der Herangehensweise ans Rennen keinerlei Unterschied, für das statistische Ergebnis wirkt es sich jedoch sehr wohl aus.

Zudem passen diese Fehler nicht unbedingt zu dem, was Du hier zu unterstreichen versuchst. Das Barge-Board in Melbourne fiel nicht einer zu harten Fahrweise zum Opfer, sondern einem Fehler, also einer vollkommen außergewöhnlichen Belastung, die nicht auf den Fahrstil zurückgeführt werden kann.
Das Qualifying in Bahrain ist ebenso zu bewerten. Da kannst Du bestenfalls reininterpretieren, dass somit wieder eine agressivere Fahrweise im Rennen nötig war um Deinen Standpunkt zu festigen.
Und am Nürburgring haben wir einen eindeutigen fehler Räikkönens, der in späterer Folge einen Defekt nach sich zog, der nicht auf die generelle Fahrweise, sondern auf untypische Vibrationen zurückzuführen ist. Den Ausfall rechne ich dennoch nicht Räikkönen an, da ja die Entscheidung über Reifenwechsel oder Risiko nicht allein bei ihm liegt, wenn ein solcher Fall eintritt. Zudem wäre ihm ja der Applaus gewiss gewesen, hätte die Aufhängung nur eine Runde länger gehalten.


Luiii hat geschrieben:Auch sehr interessant dazu und als Beleg dafür, daß Kimi Ausfälle geradezu provozierte:

Spanien:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 66 1:27:16.830 1 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 66 +27.6 secs 3 8
Monaco:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 78 1:45:15.556 1 10
  • 2 8 Nick Heidfeld Williams-BMW 78 +13.8 secs 6 8
Ungarn:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 70 1:37:25.552 4 10
  • 2 1 Michael Schumacher Ferrari 70 +35.5 secs 1 8
Türkei:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 58 1:24:34.454 1 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 58 +18.6 secs 3 8
Belgien:
  • 1 9 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 44 1:30:01.295 2 10
  • 2 5 Fernando Alonso Renault 44 +28.3 secs 4 8

Nur einmal als Beispiele, wo Kimi den Boliden hätte, für jeden sofort ersichtlich -um keine Streitpunkte zu bieten, schonen können, dies aber aus unerfindlichen Gründen nicht tat.


Was ist hier für jeden sofort ersichtlich? Doch nur, dass er jeweils mit klarem Abstand gewonnen hat.
Schau Dir bei den diversen Rennen mal an wer wann seine persönlich schnellste Runde drehte. Ich hab das vorhin kurz gemacht (mir fehlt jetzt die Zeit es zusammenzuschreiben und hier zu posten) und was ich da sah sieht für mich nicht so eindeutig aus. Daraus läßt sich keinesfalls ablesen, dass Räikkönen im Vergleich zu anderen Piloten sein Auto auffallend lang voll belastet.

Davon abgesehen würde ich mal unterstellen, dass Du bei einer Betrachtung der Jahre 2002 oder 2004 allein auf Grund von Zahlen dann ebenso zu dem Schluss kommen müßtest, dass Schumacher sein Auto auf unvernünftige Weise stärker belastete als es nötig war. Da gibt's aber dank eingefahrener Titel keinen Grund zur Kritik. Nur war dabei jeweils das Auto überlegen schnell UND unglaublich zuverlässig.


Luiii hat geschrieben:Über den besten Boliden braucht man eigentlich nicht zu sprechen, da die KWM um 9 Punkte vergeben wurde. Neben Kimi gab es ja auch noch einen 2. Fahrer, welcher in einem absoluten WM-Fahrzeug je Rennen lediglich 3,5 Punkte einfuhr. Wie er Punkte für sich verschenkte und Alonso half, brauchen wir glaube ich nicht zu erörtern.


Halt, halt. Über den besten Boliden muss man sehr wohl sprechen. Du setzt es als Tatsache voraus, dass dieser von Mclaren-Mercedes kam und dies ist in Deiner Argumentation zugleich ein Beweis für die Schwächen der Fahrer.
Dieser glaube ans beste Auto ist aber eben keine Tatsache. Diejenigen die den Renault als bestes Auto betrachten haben sogar das nicht von der Hand zu weisende Argument eines Konstrukteurs-Titels auf ihrer Seite.
Eines wie das andere Auto als bestes zu betrachten ist am Ende lediglich eine Meinung. Keine Tatsache und somit auch nicht der Beweis für irgendwas.

Ein Wort noch zu Montoya:
Soviel hat er wohl nicht verschenkt. Die Kollisionen mit Monteiro und Pizzonia und auch die Geschichte in Kanada werden von Montoya-Gegnern nur zu gerne ohne Wenn und Aber als Fehler seinerseits betrachtet. So einfach ist die Geschichte aber meist nicht. Dies nur als Beispiel für viele Punkte die verloren gingen ohne, dass die Schuldzuweisung tatsächlich so einfach wäre wie oft zu lesen.

Luiii hat geschrieben:Selbst ohne die, nach meiner Meinung teilweise selbstverschuldeten, "Technikausfälle", hätte Kimi, ohne weitere Hilfe vom TK, welcher aus unerfindlichen Gründen in dieser Saison leider wirklich fast nur schlechtes ablieferte, WM werden können.

Dies steigert den 1. FWM-Rang von Alonso und den Gewinn der KWM von Renault in meinen Augen erheblich.


Jetzt bist Du ja schon dabei offen von TEILWEISE selbstverschuldeten "Technikausfällen" zu sprechen. Ich glaub wir nähern uns einander an.

Ob allerdings irgendwelche Fehler und falsche Strategien etwas bei der Konkurrenz steigern?
Ich seh in Alonso einen würdigen und verdienten Weltmeister und hab wenig Verständnis für diejenigen, die meinen Räikkönen wäre der bessere Pilot in dieser Saison gewesen. Dies aber auf Grund der eigenen Leistung von Alonso, die mit minimalen Ausnahmen tadellos und jedenfalls beeindruckend war.
Ähnlich bei Renault. Dieser Titel wurde aus eigener Kraft gewonnen. Mit der nötigen Speed am Anfang, der passenden Zuverlässigkeit als es darauf ankam und genug Potential um die Gegner zu zwingen das Limit zu suchen. Das Saisonfinale spricht imho Bände darüber, wie schnell der Renault hätte sein können, wenn es denn erforderlich gewesen wäre. Und der abschließende Sieg des Weltmeisters war ein besonderer Genuß, da mir das viele Gerede darüber wie unfair es doch sei, dass er mit weniger Siegen als Räikkönen den Titel hole ziemlich auf den Geist ging. Wie wunderbar, dass es dazu dann gar nicht kam.

Ach übrigens, wie wäre es denn mit einem Vergleich der beiden Renault-Piloten mit ihren Teamkollegen in der F1. Würde mich interessieren, ob auch dabei passende Ergebnisse zu finden wären, die Deine ursprüngliche These unterstützen. Bezogen auf dieses Jahr müßte Fisico ja ungleich materialmordender fahren als Alonso. Der Italiener hat aber gemeinhin einen anderen Ruf, während Alonso meiner Meinung nach bis zu dieser Saison noch dazu neigte immer wieder Fehler zu machen. Eine Eigenschaft, die ich ihm 2005 bei Gott nicht nachsagen konnte. Was aber bekannt ist ist, dass er einen sehr agressiven Fahrstil pflegt, zumindest wenn man das Einlenkverhalten betrachtet. Er soll damit auch mehr Reifenverschleiss an der Vorderachse erzeugen. Das war aber nichtmal in diesem Jahr ein spürbares Problem.
Ich meine das ernst.
Ich bin eben so blöd.

Jackson
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Beitrag von Jackson » 09.01.2006, 15:38

wer die rennen verfolgt hat für den sollte eigentlich klar ersichtlich sein wo der grosse Vorsprung herkommt!

Die McLaren fuhren fast immer mit vollem Tank los wodurch die Boxenstopps natürlich nach hinten geschoben werden konnte!

Bei einem Rennen mit 2 Boxenstopps war KR gegenüber dem 2.-platzierten oft je 5 Runden länger draussen, in dieser Zeit konnte er wohl aufgrund von extrem Gewichtsunterschieden bis zu 2 Sekunden pro Runde schneller fahren, was bei 2 Boxenstopps mal eben gut 20 Sekunden ausmacht!

Und jetzt sag mir mal warum bspw. Alonso als 2ter bei einem 20 sekunden Rückstand vollgas geben soll?

Also macht Alonso langsam wie er es den Grossteil der Saison tat, soll Kimi dann etwa nochmal 1-2 sekunden langsamer fahren, wenn er das getan hätte wärt ihr möglicherweise mit dem Argument des Ermüdungsbruchs angekommen!


Nebenbei schau dir mal die ersten 3-4 Rennen 1994 an und die Vorsprünge die MS vor dem Feld hatte, der hat seinen Boliden anscheinend auch geprügelt bis zur Zielflagge und warum ist der nicht ausgefallen?
Ich würde darauf tippen das der Benetton von 94 zuverlässiger war als der McLaren von 2005!

Jody
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Beitrag von Jody » 09.01.2006, 17:32

Luiii hat geschrieben:
Folgen wir einmal deiner Argumentation. Ist es nicht aber auch so, daß in diesem Fall, aufgrund des grundsätzlich höherem Risikos, nach dem ersten Ausfall die Spirale zu drehen beginnt, aus der kein Fahrer mehr herauskommt wenn er so stetig agiert?

Muß nicht auch und gerade ein Faktor wie: Ich pushe wie ein Tier, weil ich 20 "SEKUNDEN" Vorsprung habe und im Ziel 25 oder 50 haben will, als mutwillige Zerstörung angesehen werden? Und bringt nicht gerade eine solche Fahrweise eine Verschärfung der Probleme mit sich? Auch im Hinblick auf das zweite anstehende Rennen mit dem gleichem Motor?
Ist es nicht vielmehr normal so, daß die Fahrer de Motoren für das zweite Rennen schonen, sofern möglich, damit keine Ausfälle auftreten?

Mußte nicht nach den verschenkten 8 Punkten bspw. am Nürburgring noch mehr auf Risiko gegangen werden?


Wie, meiner Argumentation folgen.. :shock: .? Du folgst meiner Argumentation nicht einen Millimeter. Du versuchst nur, mich mit in den Raum geworfenen Fragen auf deine Schiene zu bringen. Du kannst doch deine Fragen selbst nicht beantworten, zumindest nicht beweisführend. Die einzige auf die ich dir eine vernünftige Antwort geben kann ist deine letzte Frage. Aber das ist ganz logisch, denn umso näher das Ende der Saison rückt und der Vorsprung einfach nicht richtig schmelzen will wird der Druck auf die Verfolger immer größer. Es wurde für Kimi immer wichtiger Siege einzufahren und max. Punktzahl zu holen, denn Alonso fuhr seine Rennen wie ein Uhrwerk und punktete regelmäßig und vor allem hoch. Kimi und McLaren sind trotz aller Probleme Vize WM geworden. Der Titel war in greifbarer Nähe, aber es hat nicht sollen sein. Schuldzuweisungen vor allem in Richtung der Fahrer ist denke ich hier völlig fehl am Platz. Ich möchte dich nicht von deinen Ansichten wegbringen, einige Kleinigkeiten könnte man als nachvollziehbar bezeichnen, aber überzeugen tun sie mich nicht.
F.I.B.

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