Modellautos

Die Plauderecke des Forums. Passt ein Thema nirgendwo rein, könnt Ihr es hier unterbringen.

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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 16.06.2016, 13:53

Vielen Dank für die motivierenden Worte -
denke, hier bin ich dann wohl richtig.
Facebook ist zwar (noch) Neuland für mich, aber diese "Hardcore-Gruppe" wäre schon für mich ein Grund,
sich damit mal zu beschäftigen !
In meinem letzten Modellautoforum hab' ich mich ziemlich "abgestrampelt",
aber mit Formel 1 wollte da keiner so richtig zu tun haben.. :x
Schön, hier endlich gleichgesinnte "Verrückte" zu finden !!

Ich "schieb'" noch einen Beitrag von mir nach, den ich schon im Vorgängerforum hatte...
mit anschließend null Feedback war's schon deprimierend... :roll:

Der Matra MS9 aus der GP-Saison 1968 fuhr nur ein einziges Rennen
und ist schon allein wegen seiner Farbgebung ein sehr exotischer Renner...
Marktführer SPARK hat vor einiger Zeit ein sehr detailreiches 1:43er Modell
auf den Markt gebracht, welches einer näheren Betrachtung wert ist. :thumbs_up:

Großer Preis von Südafrika -
1.WM-Lauf in Kyalami; 01. Januar 1968


Bild
SPARK-Modell /Jackie Stewart / Matra MS9 / GP Südafrika 1968

Der Kurs von Kyalami dient 1968 zum zweitenmal dem Auftakt einer Formel-1-Fahrerweltmeisterschaft -
diesmal beginnt das Grand Prix-Wochenende schon an den letzten Tagen des Jahres 1967 und
das Rennen selbst wird an einem Montag gefahren...

Der 4,07 Kilometer lange Kurs ist mittlerweile breiter als im Vorjahr und wurde mit einem neuen, reifenschonerden Fahrbahnbelag
versehen.
Doch die eigentliche Herausforderung dieses Rennens liegt in der geographischen Lage der Strecke -
1900 Meter über dem Meer herrschen Verhältnisse, auf die Mensch und auch Maschine speziell abgestimmt sein müssen.

Ein britischer Holzhändler namens Ken Tyrrell ist zum Ende der 50er Jahre zu Wohlstand gekommen und
fährt selbst mehr oder weniger erfolglos einige Zeit in der 500-cm³-Klasse der Formel 3.
Er knüpft Kontakte zum Rennstall der französischen Firma Matra und 1965 leitet er dort
bereits das Formel-2-Team mit den Fahrern Jackie Stewart und Jacky Ickx.

1968 sieht er die Zeit gekommen, in die Königsklasse mit einem eigenen Team einzusteigen
und hat auch schon einen für ihn altbekannten Fahrer unter Vertrag genommen....

Jackie Stewart wechselt von B.R.M. zu Tyrrell's Matra International-Team ,
dass im Gegensatz zum französischen Matra-Werksteam (mit Jean-Pierre Beltoise als Stammfahrer) für die komplette Saison
den Einsatz des Ford-Cosworth-Motors beabsichtigt.

Mécanique Avion TRAction beteiligt sich 1968 mit seiner Tochterfirma "Matra Sports"
demzufolge mit zwei Mannschaften in der Formel 1...

Der Matra MS9 Ford trifft in Kyalami noch unlackiert ein,
denn eigentlich ist dieses Fahrzeug ein Testwagen der Franzosen aus Montlhery.

Das Fahrgestell besteht aus einem vom Matra MS7 abgeleiteten Schalenrumpf,
welcher hinter dem Feuerschott regelrecht abgeschnitten wurde
und eigentlich den hauseigenen V12-Motor in einem angesetzten Stahlrohrgerüst aufnehmen soll...

Bild

Bild


Doch Ken Tyrrell besteht auf den Ford-Cosworth V8-Motor mit seinen 410 PS bei 9200 U/min.

Der "MS9" muss demzufolge umgebaut werden,
da das DFV-Aggregat ein mittragendes Element des leichten Gitterrohrrahmens sein muss,
welches das Monocoque mit der Hinterradaufhängung verbindet.

Hektisch muss der Wagen in Kyalami "endgefertigt" werden und
langwierige Abstimmungsarbeiten bestimmen die ersten Training-Sessions.
Bei mäßigen Temperaturen für südafrikanische Verhältnisse kocht auch schnell das Kühlwasser und
Dampfblasenbildung in den Kraftstoffleitungen bereitet so manchen Ärger...

Als der erste Trainingstag zu Ende geht und es mittlerweile durch einsetzenden Regen etwas kühler wird,
ist Jackie Stewart mit seinem Arbeitsgerät Zweitschnellster hinter Jim Clark auf Lotus.

Bild

Der Matra MS9 bringt den Reifenhersteller DUNLOP in das Grand-Prix-Geschehen zurück und
auch am vom Werksteam eingesetzte "MS7" mit Beltoise am Steuer befinden sich Reifen des gleichen Fabrikats.

Der Trainingsschnellste Jim Clark wechselt während des Trainings zwischen FIRESTONE -und DUNLOP-Bereifung (!!!)
und entscheidet sich letztendlich für das "schwarze Gold" der Firestone Tire & Rubber Company im Rennen.

Teamkollege Graham Hill stellt seinen brandneuen Lotus 49 auf Platz 2 der Startaustellung und
auch ein überglücklicher Jackie Stewart kommt mit Platz 3 in die erste Startreihe des Südafrika-Grand Prix.

Bild

Die Hitze am Neujahrstag ist auf dem Kyalami Grand Prix Circuit fast unerträglich -
Messungen auf der Straßenoberfläche kurz vor dem Rennen ergeben bis zu 60 Grad Celsius !

80.000 Zuschauer sehen nach dem Start einen meisterlichen Jackie Stewart,
der seinen Matra sofort überraschenderweise an die Spitze katapultiert
und somit Jim Clark die Möglichkeit eines Start-Ziel-Sieg nimmt...

Bild
QUARTZO-Modell / Jim Clark / Lotus 49 / GP Südafrika 1968

Bild
Der Kurs von Kyalami 1968 bis 1985
(Quelle:wikipedia.de)

Rad an Rad gehen die beiden Schotten zu Beginn des Rennens durch die Crowthorne Corner,
aber schon nach der zweiten Runde setzt sich Jim Clark an die Spitze des Fahrerfeldes.

Nach zehn Runden liegt er bereits sieben Sekunden vor Stewart -
auch Jochen Rindt auf Brabham und Graham Hill auf dem zweiten Lotus machen mächtig Druck auf Jackie.

Die aussergewöhnlichen klimatischen Bedingungen fordern gleich in den ersten Runden ihre Opfer:
Lodovico Scarfiotti erwischt es zuerst.
Eine Kühlwasserleitung im Cockpit des Coopers bricht und kochendes Kühlmedium übersprüht Hüfte und Beine des Italieners -
dieser beisst die Zähne zusammen und lenkt seinen Wagen noch ein gutes Stück weiter,
um den Nachfolgeverkehr nicht zu behindern.
Mit schweren Verbrühungen muss der Fahrer sofort in's Krankenhaus eingeliefert werden...

Nach einem Viertel des Rennens befinden sich noch 16 von 23 gestarteten Piloten im Wettbewerb und
noch hält sich Stewart auf dem zweiten Platz mit sechzehn Sekunden Rückstand hinter Jim Clark.

Doch dann beendet in der 43. Runde ein Pleuelbruch im Motor das vielversprechende Renndebüt des ersten Dreiliter-Matra,
nachdem Jackie Stewart bereits auf den dritten Rang zurückgefallen ist.

Bild

Bild

Den Ford-Motoren in den Wagen von Jim Clark und Graham Hill
scheint die Hitze nichts anhaben zu können - das Resultat ist ein Lotus-Doppelsieg .

Nach fast zwei Stunden Fahrzeit siegt Clark vor Hill;
Jochen Rindt's Brabham folgt unmittelbar dahinter auf Platz 3.

Es ist Jimmy's 25.Grand Prix-Sieg und leider auch sein Einziger im Jahr 1968 -
nur wenige Wochen später fährt der Schotte in Hockenheim sein letztes Rennen.

Bild

Bild
Der Lotus 49 von Jim Clark in der QUARTZO-Version

Jackie Stewart verunglückt im April bei einem Formel-2-Rennen im Jarama schwer und erleidet dabei Verletzungen,
die ihn zu einer einmonatigen Pause zwingen.
Erst zum vierten Rennen der Saison in Spa/Belgien ist Stewart wieder dabei und
stellt den neuen Matra MS 10 sofort in die erste Startreihe...

....doch das ist eine andere Geschichte, denn SPARK hat mittlerweile auch eine Modellversion des "MS 10" auf dem Markt, die es lohnt, extra vorgestellt zu werden !

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Re: Modellautos

Beitragvon bolfo » 16.06.2016, 21:56

Spark macht schon geile Modelle. Gerade in den 60ern sind sie aktuell einsame Spitze. Auch wenn man - und das darf man sagen - von den damaligen Quartzo-Modellen beeindruckt sein darf. Wenn man bedenkt, dass die nur einen Bruchteil der heutigen Spark-Modelle kosteten (Verhältnis 1:3 bis 1:4), kann sich die Qualität schon sehen lassen, wie auch dieses Modell von Jim Clark schön belegt.. Auch wenn Spark insbesondere den Fahrer um Welten besser hinkriegt. Was man aber bei diesem Preis schon erwarten MUSS.

Schade, dass Minichamps da noch gar nichts gemacht hat. Diesbezüglich hinken sie - wie so oft - um Jahre hinterher.
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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 16.06.2016, 22:57

SPARK ist derzeit schon die Referenz und es ist mir unverständlich,
was man gegen Resin haben kann - manche Sammler lehnen diese Ausführungen ja komplet ab
und schwören auf die "gute alte Gußversion"... :surprised:

Ein kluger Schachzug übrigens von MINICHAMPS,
die alten Formen noch einmal herauszukramen und die "World Champion" Collection wiederzubeleben...
Den Endverbraucherpreis kann man bei der Gelegenheit auch gleich kräftig anheben ! :thumbs_down:
Als ich vor über 20 Jahren anfing, Modelle zu sammeln, lag MC-soweit ich mich noch erinnere-bei 29,95 DM .
Okay,okay...die Rückspiegel fehlten, die Radaufhängung war eine Katastrophe und die Fahrerfigur ne' Zumutung.
Aber die Neuauflage wie der schon erwähnte 71er Tyrrell von Jackie Stewart gleich auf knappe 70 Euronen (und das ist der offizielle Verkaufspreis...liegt in diversen shops teilweise schon bei 90 ) hochzuschrauben,
das tut uns als Sammler schon richtig weh..

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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 16.06.2016, 23:01

Der Bug vom Lotus 77...nur ein Beispiel von SPARK-Perfektion..
Kriegt man die aussenliegende Scheibenbremse auch aus Metall so hin ...???? :lol:

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Re: Modellautos

Beitragvon bolfo » 17.06.2016, 10:44

Engineer hat geschrieben:SPARK ist derzeit schon die Referenz und es ist mir unverständlich,
was man gegen Resin haben kann - manche Sammler lehnen diese Ausführungen ja komplet ab
und schwören auf die "gute alte Gußversion"... :surprised:


Man muss sogar dankbar sein, dass Spark angefangen hat, solche Modelle zu machen - auch als Minichamps-Anhänger. Sonst würden die heute noch Gussversionen herstellen. Dank der Konkurrenz von Spark hat auch Minichamps die Qualität extrem hochschrauben müssen. Die neuen Modelle - zumindest von den neuen Jahrgängen - sind nun auch aus Resin, was zu begrüssen ist.


Ein kluger Schachzug übrigens von MINICHAMPS,
die alten Formen noch einmal herauszukramen und die "World Champion" Collection wiederzubeleben...
Den Endverbraucherpreis kann man bei der Gelegenheit auch gleich kräftig anheben ! :thumbs_down:
Als ich vor über 20 Jahren anfing, Modelle zu sammeln, lag MC-soweit ich mich noch erinnere-bei 29,95 DM .
Okay,okay...die Rückspiegel fehlten, die Radaufhängung war eine Katastrophe und die Fahrerfigur ne' Zumutung.
Aber die Neuauflage wie der schon erwähnte 71er Tyrrell von Jackie Stewart gleich auf knappe 70 Euronen (und das ist der offizielle Verkaufspreis...liegt in diversen shops teilweise schon bei 90 ) hochzuschrauben,
das tut uns als Sammler schon richtig weh..


Das Thema haben wir schön öfters gehabt, dass Minichamps einfach aus "altem" wieder "neues" macht, das qualitativ nicht viel hochwertiger ist, aber dafür umso teurer. Der Tyrrell von Stewart für 70 Euro ist ja schon eine derbe Zumutung, auch wenn man einiges verbessert hat.

Nun bringt man ja alles so in der WCE heraus. Hunts McLaren, Alonsos Renault, jetzt auch Stewarts Tyrrell.... Minichamps hat ja angekündigt, dass heuer mehrere Williams aus den Jahren 1994 neu aufgelegt werden sollen. Da bin ich mal mächtig gespannt, ob man auch einfach wieder "altes" zu "neuem" macht.

Zu früher: Da waren die Minichamps noch wirklich schlecht. Besonders die 1992er Serie ist zum Vergessen. 1993 hat man Fortschritte gemacht, immerhin gabs dann Rückspiegel.

Das waren noch Zeiten, als man sich überlegen musste, ob man Minichamps oder Onyx sammeln möchte. Denn ehrlich: Die Onyx-Modelle waren qualitativ sicher nicht schlechter (hatten u.a. Antennen und bessere Helme). Nur die vordere Radaufhängung war recht dürftig gemacht. Doch spätestens ab 1997 stellte sich die Frage ja dann nicht mehr.
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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 18.06.2016, 17:29

Ich setz' mal die Vorstellung der Modelle aus den "goldenen Jahren" der Formel 1 fort:

Großer Preis von Südafrika, 2. WM-Lauf 1972
Kyalami - 4. März 1972


Nach fünf Jahren Vorrecht auf den ersten WM-Lauf startet die Saison 1972 erstmalig
nicht auf dem "Kyalami Grand Prix Circuit" in der Nähe von Johannisburg/Südafrika -
bereits am 23. Januar findet der erste Lauf in Buenos Aires statt.

Jackie Stewart, der Weltmeister von 1971, fährt bei 30 Grad im Schatten sein "heißestes Rennen"
und einen glatten Start-Ziel-Sieg heraus.

Geht die Erfolgsserie für das Tyrrell - Team auch 1972 weiter ?

Bild
MINICHAMS-Modell / Denis "Denny" Hulme / Mc Laren M19A / GP Südafrika 1972

Nach einer enttäuschenden Saison 1971 mit nur 10 WM-Punkten und einem mageren sechsten Platz in der Konstrukteurs-Endwertung
will die Truppe um den 37jährigen Teddy Mayer nun in der neuen Saison alles besser machen -
als Stammfahrer steigen Peter Revson und Denny "the bear" Hulme für Mc Laren in das Cockpit.

Der Mc Laren M19 aus dem Vorjahr wird zu Beginn der Saison 1972 weiterhin eingesetzt -
allerdings ist das "Kiwi"-Orange nur noch an den Flanken der modifizierten Version zu sehen.

Die Kosmetikfirma Yardley ist vom BRM-Team zu Mc Laren gewechselt und hat sofort einen neuen zündenden Werbespruch:
"Yardley - für die Männer, die das Tempo bestimmen !"
Ansonsten besitzt der neue "Yardleymac" an Neuheiten ein neues Federungssystem an der Hinterachse,
eine hohe Lufthutze und 450 Motor-PS durch Ford-Cosworth-Power -
10 Pferdchen mehr als im Vorjahr.

In Argentinien stellen sich beide Mc Laren in die zweite Startreihe und
Denis Hulme fährt einen großartigen zweiten Platz ein -
Teamkollege Revson fällt durch unglückliche Umstände aus:
nach einem Dreher auf dem Randstreifen schluckt der Motor ein paar Steinchen...

Bild

Hulme hätte auf Mc Laren wahrscheinlich schon 1971 in Südafrika gewonnen,
wäre da nicht eine gebrochene Radaufhängung gewesen -
fünf Runden vor Schluß fällt Denny aus und es gewinnt ein gewisser Mario Andretti auf Ferrari.

Eigentlich fährt Hulme in Kyalami immer schnell,
doch jetzt macht ihm ein noch schnellerer Teamkollege "Feuer unter'm Sitz":
Peter Revson erweist sich als Hulmes Bezwinger ...
zumindest auch in der ebenfalls von Mc Laren gefahrenen Can Am-Serie.

Mc Laren ist 1972 das einzige Team der Welt, das in der Formel 1,
in der Can Am und in den USAC-Rennen jeweils zwei Wagen einsetzt -
Wagen, die laut hauseigenem Werbeslogan "gebaut werden, um zu gewinnen"..

Bild

Das Südafrika-Wochenende beginnt deprimierend:
im Vortraining zerplatzen Denny und Peter zunächst erst einmal je ein Motor !
Dann jedoch kann Hulme seinen Mc Laren wieder in der zweiten Startreihe plazieren;
Peter Revson kommt jedoch mit dem 4,1 km langen Kurs nicht so richtig klar und
ist erst in der 5.Startreihe auf Position 12 zu finden.
(Zur Erklärung: Das Rennen wird noch in 3-2-Formation gestartet,
d.h. nach einer Dreier-Reihe in der Startaufstellung folgen zwei Wagen,
dann wieder drei, dann zwei usw. usf....)

Am Samstagmorgen füllen dann über 80.000 Zuschauer die Ränge -
richtig gelesen: auch eine südafrikanische Besonderheit -
das Rennen wird samstags ausgetragen !

In der Mc Laren-Box herrscht noch Hektik bis zum letzten Augenblick,
denn am Motor von Hulmes Wagen muss noch ein schadhafter Wellendichtring gewechselt werden -
ein kurzer Probelauf lässt die Mechaniker den Schaden in letzter Minute entdecken
und verhindert damit glücklicherweise das sichere "Aus" im Rennen

Bild

Der Start um 15.00 Uhr Ortszeit verläuft nur für die vorderen Reihen problemlos
und auch Hulme ist irritiert:
Nach seinem Blitzstart rennen plötzlich zwei Zuschauer orientierungslos über die Bahn....
Er liegt jedoch in Führung, aber unmittelbar hinter ihm lauert schon der Tyrrell von Jackie Stewart.

Schon in der zweiten Runde schnappt sich Stewart den Mc Laren,
kann sich aber nicht optimal absetzen:
ein Tyrrell liegt nun mal mit vollen Tanks nicht optimal.
Auch der Lotus von Fittipaldi und der Surtees von Hailwood drücken sich in der 17. Runde am Neuseeländer vorbei -
Denny gibt sich zunächst mit Platz 3 zufrieden.
Das Rennen geht über 79 Runden und auch zur Halbzeit mischt sich Hulme nicht in das Kampfgetümmel an der Spitze ein..

Fittipaldi liegt weiterhin mit Stewart im Clinch, doch in Runde 45 hat der Tyrrell-Pilot massive Probleme:
an Stewart's Wagen ist nach dem Verlust einer Deckelschraube das gesamte Getriebeöl ausgelaufen !

Im Endkampf der Renndistanz von 324 Kilometern wären also nur noch Fittipaldi und Hulme -
der Lotusfahrer bekommt aber aufgrund des gefallenen Kraftstoffpegels das zunehmende Übersteuern
seines Wagens nicht mehr so richtig in den Griff und wedelt wild hin und her...

Es kostet somit Hulme eine geringe Mühe, in der 57. von 79 Runden an Fittipaldi vorbeizugehen -
Denny's Taktik des Abwartens hat sich wiedermal bewährt.

Teamkollege Revson wertet den längst überfälligen Sieg von Hulme noch auf und
fährt zehn Sekunden hinter Fittipaldi einen hervorragenden dritten Platz heraus -
besser kann die neue Saison eigentlich nicht beginnen !

Bild

Der Sieg in Südafrika bleibt 1972 jedoch der Einzige für Denis Hulme-
zwar kann "the bear" weiterhin regelmässig punkten,
wird aber am Ende nur Platz 3 in der WM-Wertung hinter Emerson Fittipaldi und Jackie Stewart belegen.

Peter Revson fährt noch einige dritte Plätze für das Team ein und erreicht damit einen fünften Rang in der Fahrer-WM.
Damit schafft es Mc Laren mit 49 Punkten nur auf Platz 3 der Konstrukteurs-WM
und eigentlich hatte sich Teddy Mayer ja mehr für die Saison erhofft.

Bis zum ersten WM-Titel sollten aber noch zwei Jahre vergehen....

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Miavenga
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Re: Modellautos

Beitragvon Miavenga » 19.06.2016, 10:52

@ Engineer

:thumbs_up: :thumbs_up:
Vielen Dank für solche Beiträge, ganz toll gemacht, bitte weiter so.... :wink:
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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 19.06.2016, 17:47

Alles klar...ich leg' noch einen Mc Laren 'drauf...

Bild
SPARK-Modell / Bruce Mc Laren / Mc Laren M2B / GP Monaco 1966

Großer Preis von Monaco -
Monte Carlo, 22. Mai 1966:


Der neuseeländische Fahrer Bruce Mc Laren, der sich unter anderem als Cooper-
Werksfahrer einen Namen gemacht hat, tritt in der Rennsaison 1966
gleich beim erster Lauf in Monte Carlo mit einem eigenen Wagen an.

Das Fahrwerk des Mc Laren M2B ist als Monocoque-Konstruktion
in der bewährten Halbschalenbauweise ausgeführt, die als Wandung
der selbsttragenden Fahrwerkszelle aus drei Schichten besteht:
zwischen den zwei Aluminiumschichten wird eine Lage von 3mm Balsaholz zur
Verstärkung eingeklebt.
Mit dieser Laminierung wird eine höhere Verwindungssteifigkeit erreicht -
eine Methode übrigens, welche auch im damaligen Flugzeugbau
im Bereich Kabinenboden Anwendung findet....

Bild

Der anfangs verwendete Ford-Motor basiert auf einem "Fairlane 500"-
Triebwerk, das als 4,2 Liter-Aggregat für die legendären Indy-Rennen mit je
zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderreihen ausgerüstet ist und
als "Ford-Indy" 500 PS bei ca.8600 U/min leistet.

Die Literzahl und die Abmessungen des Motors müssen entsprechend der
geltenden "3 Liter-Formel" angepasst werden und somit leistet der
hubraumverkleinerte Einspritzmotor im Mc Laren maximal 320 PS bei ca. 9000 U/min.

Bewährt hat sich allerdings das einen unglaublichen Lärm erzeugende
Aggregat in diesem Wagen nicht und Bruce Mc Laren wechselte noch
während der Saison 1966 zum italienischen V8-Serenissima-Motor von
SESAMOTORS aus Modena...

Bild

Der ca. 620 kg wiegende Mc Laren M2B Ford und ähnlich
dem Cooper-Maserati T81 wuchtige Wagen tut sich zu Beginn der Saison
1966 auf dem kurvenreichen Kurs in Monte Carlo sehr schwer.
Knapp 300 PS bei 9000 U/min bringen den FIRESTONE-bereifen Wagen
in die fünfte Startreihe -
mit ca. 3 Sekunden Rückstand zum Pole-Mann Jim Clark auf Lotus.

Bild

Als der Rennleiter am 22.Mai in Monte Carlo die Startflagge senkt und
das Feld mit aufheulenden Motoren in einer Wolke von verbrannten Gummi
und Öl davonjagt, bringt jedoch Jimmy Clark seinem grünen Lotus nicht sofort auf Touren !
Stotternd und qualmend kommt der Climax-Motor erst nach der Sainte-Devote-
Steigung in Schwung, als das Starterfeld längst verschwunden ist....

John Surtees auf Ferrari erwischt somit den besten Start und der neue
BRM von Jackie Stewart sitzt ihm sofort im Genick.
Bruce Mc Laren gewinnt durch das Pech von Jim Clark und dem daraus resultierenden leichten Chaos im Feld
drei Plätze und ist nach der ersten Runde schon auf Platz 7 vorgerückt.

Für John Surtees ist das Rennen schon in der 14.Rund zu Ende -
das Differential hat sich "festgefressen" und
er muss den Ferrari in der Box abstellen.
Jim Clark rollt währenddessen das Feld von hinten langsam auf und hat in
der 10.Runde schon die Hälfte aller noch im Rennen liegenden Fahrer überholt.

Ein BRM hat die Führung übernommen und zur Halbzeit des Rennen lautet
die Reihenfolge Jackie Stewart/BRM vor Jim Clark/Lotus und Graham Hill/BRM.

In der 61.Runde kommt jedoch in dem zur Monotonie übergehenden Rennen
noch einmal Dramatik auf:
Am zweitplazierten Lotus bricht ein Bolzen der hinteren Radaufhängung und
Jim Clark verliert die Kontrolle über seinen Wagen....
Strohballen in der "Gasometer-Kurve" fangen den Lotus jedoch auf
und Jim Clark steigt unverletzt aus dem Wrack -
das Rennen ist zu Ende und der Traum von wertvollen WM-Punkten
ist ausgeträumt.
(übrigens wird Jim Clark im Jahr 1966 mit seinem Lotus 33
nur Sechster in der WM-Wertung)

Bild
SPARK-Modell / Jackie Stewart /BRM P261 / GP Monaco 1966

Jackie Stewart fährt das Rennen unspektakulär mit gelassener Ruhe
und außerordentlicher Gleichmäßigkeit zu Ende.
Im Hinterfeld gibt es eine beachtliche Reihe von Ausfällen, die das Feld fast restlos aufreiben-
auch Bruce Mc Laren hat seinen Wagen schon nach der 9. Runde
mit massiven Motorölverlust abstellen müssen....

Von den 16 gestarteten Fahrern kommen nur vier in's Ziel -
davon drei BRM und ein Ferrari (Stewart-Bandini-Hill-Bondurant).

Bild
IXO-Modell / Lorenzo Bandini / Ferrari 246 / GP Monaco 1966

Dieses Rennen ist übrigens auch in den ersten Minuten des
Spielfilms "GRAND PRIX" vom Regisseur John Frankenheimer zu sehen -
die Runden mit dem Kamerawagen sind in Panavision gefilmt und
die gezeigten Sequenzen und "Vibrationen" verstärken den Eindruck,
selbst im Rennwagen zu sitzen.

Bild

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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 23.06.2016, 14:48

Ronnie Peterson - "the superswede" 1976

Bild
SPARK-Modell / Ronnie Peterson / Lotus 77 / GP Brasilien 1976

Großer Preis von Brasilien -
1. Lauf in Interlagos, 25.Januar 1976


Nach dem Ausstieg von Jacky Ickx heisst 1976 der neue Mann neben Mario Andretti im
Lotus-Rennstall Bengt Ronald „Ronnie“ Peterson, welcher mittlerweile zur allerersten Fahrergarnitur zählt (erster Start Monaco 1970).
Beim ersten Lauf der Saison, dem Grand Prix von Brasilien, präsentiert das Team um Colin Chapman nicht nur einen neuen Fahrer,
sondern auch einen neuen Wagen: den JPS 11/12, intern auch Lotus 77 genannt.

Ronnie hat eigentlich gar keine Lust, in Interlagos zu starten:
der "Superschwede" kennt seinen Wert , aber Chapman sind die 110.000 Pfund Gehalt eigentlich viel zu viel.
Kurz vor dem Januar-Rennwochenende wird zwar Geld versprochen....
aber nur ein Sechzehntel der vereinbarten Summe.
Die Saison umfasst zwar sechzehn Läufe, aber in Petersons Augen ist dies ein glatter Vertragsbruch !

Beim Freitags-Training kracht dann der fragile Lotus 77 von Peterson mit (nur) 80 km/h in die Fangzäune
von Interlagos und alle "lebenswichtigen" Teile sind verzerrt bzw. verbogen.
Für Peterson ist die Diagnose klar: Materialbruch -
Chapman dagegen redet von einem "geplatzten Wasserschlauch, aus dem Wasser auf die Reifen spritzt".

Bild

Zurück im Hilton-Hotel eskaliert die Situation:
der Teamchef und sein Starpilot gehen sich fast an die Gurgel !
"...und überhaupt", sagt Ronnie,
"wenn ich bis morgen nicht mein Geld auf der Bank hab', fahr ich nicht !"

Sein Londoner Anwalt "pfeift" ihn jedoch erst einmal zurück und
am Sonntag steht der Lotus von Peterson dann in der drittletzten Reihe;
Teamkollege Andretti nur unwesentlich besser eine Reihe davor.

In der 7. Runde dann der Super-Gau des Super-Schweden:
er kollidiert ausgerechnet mit Andretti und verbiegt die vordere Aufhängung des Italo-Amerikaners !
Ronnie quält sein ebenfalls angeschlagenes Fahrzeug noch ein paar Runden weiter:
"Überhitzung,kein Benzindruck, das Auto ist unfahrbahr...und verdammt gefährlich auch .....
der erste Rennwagen, in dem ich je Angst hatte !"

Teamchef Chapman ist ausser sich:
"Mario hat sich zwar verbremst, aber Ronnie hätte den Unfall vermeiden können !"

Nach Interlagos ist Peterson klar, dass er nicht bei Lotus bleiben kann -
doch wohin so schnell kurz nach Beginn einer neuen Rennsaison ???

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Grosser Preis von Südafrika -
2. WM-Lauf in Kyalami, 6.März 1976


Bild
MINICHAMPS-Modell / Ronnie Peterson / March 761 / GP Südafrika 1976


Schon um die Jahreswende 1975/76 hat MARCH-Chef Max Mosley mit seinem früheren
Starpiloten (Peterson fuhr schon March 1970 bis 1972) geredet und nun ist dieser ja wieder frei - Mosley greift zu...

Bild
QUARTZO-Modell / Ronnie Peterson / March 711/ GP Südafrika 1971


Chapman ist auch bereit, Peterson gehen zu lassen, fordert aber eine Gegenleistung.
Um Geld geht es diesmal aber nicht, sondern um einen Austauschpiloten.
Es ist ebenfalls ein schwedischer Pilot, der 1975 die Britische Formel-3-Meisterschaft gewinnt und bisher nur Formel 2-Rennen bestritten hat:
Gunnar Nilsson.
Doch das ist eine andere Geschichte...

Der Deal ist perfekt und Peterson fühlt sich
"endlich wieder happy, weil ich meinem Auto, meinem Team restlos vertrauen kann."

Für 1976 beschließt March-Konstrukteur Robin Herd, kein komplett neues Auto zu bauen,
sondern lieber das Chassis zu vervollkommnen, das im Vorjahresmodell "751" gute Ansätze gezeigt hat.
Somit sieht der March 761 fast so aus wie der 751,
allerdings wird er mit einer verstärkten Frontpartie versehen, um dem Fahrer noch größere Sicherheit zu geben.

Bild
MINICHAMPS-Modell / Vittorio Brambilla / March 751 / GP Österreich 1975

Bild

Es werden sogar vier Wagen eigesetzt:
zwei "Werkswagen" für Peterson und Brambilla (kurzzeitig auch Lella Lombardi)
sowie zwei "Kundenautos" für Stuck und Merzario.
Jeder Fahrer hat eine persönliche Lackierung auf seinem Boliden,
denn damit kann Mosley die verschiedensten Sponsoren besser zur Geltung bringen...
und damit die finanzielle Einkünfte des Teams erhöhen.

Der "blonde Wikinger" Peterson übernimmt schließlich das Auto von Lella Lomabardi,
die im privaten Brabham noch die Saison 1976 zu Ende fährt und dann zurücktritt.

Bild
MINICHAMPS-Modell / Ronnie Peterson / March 761 / GP Südafrika 1976

Bild


Der March ist wieder wie viele andere Wagen im Feld mit einem Ford Cosworth DFV-Motor versehen,
der ca.485 PS bei einer Drehzahl von 10.500 U/min. liefert.
Das verwendete Hewland-Getriebe liefert fünf Gänge (plus Rückwärtsgang)
und der Vollmonocoque-Wagen wiegt ca.580 Kilogramm.

Jedoch erreicht der neue March nicht die Ergebnisse von 1975 -
schuld daran ist hauptsächlich die GOODYEAR-Bereifung, die nie so richtig auf Temperatur kommt...

Bild

Sechs Jahre nach seinem Grand-Prix-Debüt auf March 701 sitzt Ronnie Peterson wieder am Steuer eines Wagens dieser Marke
und betreitet in der ersten März-Woche 1976 die traditionellen Reifentests in Südafrika -
kurz vor dem zweiten Lauf der Grand Prix-Saison in Kyalami.

GOODYEAR wirft fast ein halbes Tausend Testreifen in nicht weniger als 56 verschiedene Gummimischungen und Bauarten
in die WM-Schlacht und treibt damit den größten Aufwand seit Eintritt der Firma in die Formel 1 im Jahr 1967.

Peterson genießt im March-Team "Star-Service" -
an seinen ersten zehn Trainings- und Renntagen wird ihm zehnmal der
Motor gewechselt !

Eine "Erinnerung" an Colin Chapman bleibt auch noch zu March-Zeiten:
Weiterhin gilt ein Verbot, auf dem Overall persönliche Reklame zu tragen -
nur die Unterwäsche ist zur Werbung freigegeben...

Unspektakulär stellt Peterson in Kyalami sein Fahrzeug nach den Trainingsläufen
auf Startplatz neun in die fünfte Startreihe.
Teamkollege Brambilla steht zwei Reihen vor ihm und entwickelt beim Start einen erheblichen Drang nach vorn...

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Als die Startlichter auf Grün springen, hat der March-Fahrer Brambilla sich im üblichen Drängeln
und Schieben schon fast bis an die Spitze des Feldes gemogelt -
außer Lauda und Mass werden alle Konkurrenten ausgetrickst und auch
"pole man" James Hunt hat das Nachsehen...

Dahinter liefern sich Peterson und Depailler auf dem Sechsrad-Tyrrell einen erbitterten Zweikampf,
der in der 16.Runde abrupt endet:
Depailler dreht sich beim Versuch, den March von Peterson auszubremsen...
Ronnie knallt - trotz aller Haken, die er vergeblich zu schlagen versucht -
mit dem rechten Hinterrad voll auf den sich vor ihm drehenden Tyrrell
und steigt kurz in die Luft !
Die anschließende harte Landung bringt im Ergebnis am March ein hocherhobenes linkes Vorderrad
und Peterson schafft es danach gerade noch bis zu den Boxen...

https://www.youtube.com/watch?v=R8VlBInCtlM
Die Kollision auf You Tube

Depailler setzt das Rennen fort und erreicht noch Platz neun der Endwertung.

Der Zieleinlauf gestaltet sich bereits jetzt schon wie bei vielen der noch folgenden Rennen:
Niki Lauda auf Ferrari siegt vor James Hunt auf Mc Laren.

Auch Vittorio Brambilla schlägt sich tapfer -
das March-Team hat sich jedoch in der benötigten Spritmenge verschätzt
und der "Monza-Gorilla" fällt wenige Runden vor Schluß auf Platz 8 zurück...

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Großer Preis von Italien -
13.WM-Lauf in Monza, 12.September 1976


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TSM-Modell / Ronnie Peterson / March 761 / GP Italien 1976

Die Sensation elf Tage vor dem italienischen Grand Prix ist perfekt:
der auf dem Nürburgring schwer verunglückte Niki Lauda stellt sich wieder zum Kampf !
Dieses Ereignis bestimmt die Berichterstattung von diesem WM-Lauf...

Insgesamt haben sich einundreißig Fahrer (!!!) um die sechsundzwanzig bezahlten und freigegebenen Startplätze in Monza beworben,
doch nur neunundzwanzig treten zum Training an.
Ex-March Fahrerin Lella Lombardi hat kein Auto mehr und der schweizer Newcomer Loris Kessel,
der mit einem älteren und privaten Williams anreist, bekommt keine "Fahrerlaubnis".
Vorzeitig reisen dann auch Arturo Merzario und Otto Stuppacher (beide auf privaten Rennwagen) ab
und Guy Edwards (Hesketh) tritt vom Start zurück -
damit ist das Starterfeld mit 26 Wagen gefüllt.

Regen beim Freitagstraining und Sonnenschein samstagfrüh lassen beim Abschlußtraining alles wieder bei null beginnen...

Im Brennpunkt stehen natürlich James Hunt und Niki Lauda -
dieser schlägt sich den Umständen entsprechend hervorragend.

Das Team aus Maranello ist übrigens in Monza mit drei Fahrern am Start:
Stammfahrer Clay Regazzoni wird unterstützt von Carlos Reutemann,
der kurz vor Ende der Saison 1976 von Brabham zu Ferrari wechselt -
Niki Lauda scheint vom "Commendatore" abgeschrieben...
Doch der stellt sein rotes Dienstgefährt in die dritte Startreihe
und ist damit noch vor "Rega" und "El lole" -
43 Tage nach seinem fast tödlichen Nürburgring-Unfall ist Niki der schnellste Ferrari-Pilot !

Am Nullpunkt ist mittlerweile das Mc Laren-Team:
die Trainingszeiten vom Samstag werden annulliert !

James Hunt und Jochen Mass dürfen zwar starten,
finden sich aber am Ende des Fahrerfeldes wieder.
Mc Laren, der Hauptfeind der Azzurri, wird in der "Hölle von Monza" des Betruges beschuldigt:
angeblich lässt ein Methanolzusatz im handelsüblichen Superbenzin die rot-weissen Renner schneller werden...

Relativ unbeachtet stellt Ronnie Peterson seinen frisch in den Farben der "National City Bank" lackierten March in die vierte Reihe
und ist damit genau zwischen den Ferraris von Regazzoni und Reutemann.

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Ronnie Peterson stellt seinen frisch in den Farben der "National City Bank" lackierten March in die vierte Reihe
und ist damit genau zwischen den Ferraris von Regazzoni und Reutemann.

Teamkollege Vittorio Brambilla steht noch weiter hinten und plaziert seinen orangefarbenen "BETA"- March 761 in der achten Startreihe -
vor ihm die beiden Lotus mit Andretti und Nilsson lassen nichts Gutes verheißen.

Bild
Die ersten Startreihen in Monza 1976:
1. J.Laffite / Ligier JS5 (Nr.26) & J.Scheckter / Tyrrell P34 (Nr.3)
2. C.Pace / Brabham BT45 (Nr.8) & P.Depailler / Tyrrell P34 (Nr.4)
3. N.Lauda / Ferrari 312 T2 (Nr.1) & H.J.Stuck / March 761 (Nr.34)
4. C.Reutemann / Ferrari 312T2 & R.Peterson / March 761


Der Beginn des Grand Prix ist am Rennsonntag für 15.30 Uhr vorgesehen,
doch ein tiefgrauer und regenschwangerer Himmel bedeckt um diese Zeit den "königlichen Park zu Monza".
Kurz vor dem Start macht die Regenfront jedoch Halt und schickt mit ihren letzten Ausläufern nur ein paar Tropfen,
die auf der Piste sogleich wieder trocknen...

https://www.youtube.com/watch?v=YiZYd1T2rq0
Der Start in bewegten Bildern

Größere Verwirrung als die ausbleibenden Regenschauer stiftet die Startampel,
welche einfach von Rot auf Grün ohne die übliche Zehnsekunden-Pause umspringt !
Wer seinen Motor nicht zufällig "auf Drehzahl" hat, verliert wertvolle Zeit -
die erste Startreihe mit Laffite/Ligier und Scheckter/Tyrrell zieht jedoch
problemlos durch..

Bild

Ronnie Peterson stösst sofort zu den Spitzenreitern vor,
überholt den sich fast noch im Stand befindlichen Lauda
und befindet sich in der zweiten Runde schon auf Platz vier im Feld !
Auch Vittorio hat den Start nicht verschlafen und überholt Lauda ebenfalls problemlos !

Bild

Peterson rennt bis zur elften Runde gegen den Sechsrad-Tyrrell von Scheckter an -
immer wieder löst er sich aus dem Windschatten und schliesst zu gleicher Höhe auf...
Dann zieht Ronnie sehr viel später als sonst aus Scheckters Windschatten und
überholt Jody "auf der Bremse" in einen Linksknick hinein !

In der nächsten Runde tauschen die beiden Tyrrells von Scheckter und Depailler die Plätze,
während Lauda trotz heftigster Gegenwehr Brambilla niederringt.

James Hunt verbremst sich ebenfalls in Runde 12 und findet sich plötzlich im Kiesbett der Lesmo-Kurve wieder -
beim Sprung aus dem Cockpit bekommt er an diesem Wochenende zum erstenmal Beifall von den 150.000 Tifosi im Autodrom !

Bild

Während sich Peterson und Depailler allmählich von Scheckter lösen,
fängt es leicht an zu regnen -
dem Rennleiter genügt dies offenbar zum Abbruch des Rennens und nach der 25.Runde zeigt er dem vorbeirasenden Feld die schwarze Flagge !
Chaotische Szenen folgen:
die verschiedensten Leute stürzen zum Rennleiter Restelli, um ihn umzustimmen...

Tatsächlich lässt der Regen nach und die Entscheidung wird aufgehoben- aber viele Fahrer haben sich schon auf Renn-Abbruch eingestellt
und sind vom Gas gegangen.
Top-Piloten wie Alan Jones und Emerson Fittipaldi nehmen in Erwartung der roten Flagge sogar gleich den Abzweig zur Boxengasse...

Ronnie hat auf Lotus schon zweimal in Monza gewonnen -
auf March traut man ihm die Wiederholung des Erfolgs jedoch nicht zu und
erwartet jeden Moment den Zusammenbruch des Wagens in irgendeiner Form.

Doch die "Erwartungen" erfüllen sich nicht und Peterson siegt nach etwas über
neunzig Minuten Fahrzeit auf seinem March 761 -
er toppt sogar noch kurz vor Ende des Rennens seine Vorstellung:
Ronnie fährt in der 50. von 52 Runden die schnellste Runde des Tages !

https://www.youtube.com/watch?v=aZPVxIef-D8
Der Zieleinlauf bei YouTube

Unbestrittener Held der ganzen Veranstaltung in Italien ist jedoch Lauda,
welcher hinter Regazzoni und Lafitte auf Platz vier die Ziellinie überquert.

Bild

March-Teamkollege Vittorio Brambilla fährt ebenfalls durch und
erreicht in Monza '76 Platz 7 von neunzehn Zieldurchfahrten.

Trotz des Sieges von Ronnie Peterson sieht die Bilanz für den "Super-Schweden"
am Ende der Rennsaison 1976 nicht besonders gut aus:
mit seinem sechsten Platz in Österreich kommt er auf insgesamt 10 WM-Punkte
und findet sich auf dem 11.Platz der Endwertung wieder.

Vittorio Brambilla fährt nur einen Zähler in der ganzen Saison ein und wird damit Letzter der Fahrerwertung.
Das March-Team wird beim "Internationalen Pokal für Formel 1-Konstrukteure"
am Ende der Rennsaison 1976 nur auf Platz 7 von dreizehn Teams gelistet.

Jody Scheckter's Platz bei Tyrrell wird 1977 Ronnie Peterson übernehmen -
Lauda und Hunt haben erfolgreich bei Ferrari und Mc Laren
den Einstieg des "blonden Wikingers" verhindert !

Scheckter bleiben nur die abschließenden Worte:
"Schöne Zeiten, wenn heutzutage schon Piloten die Teams aufstellen
und nicht mehr die Chefs..."

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Re: Modellautos

Beitragvon scott 90 » 23.06.2016, 15:52

Engineer hat geschrieben:fängt es leicht an zu regnen -
dem Rennleiter genügt dies offenbar zum Abbruch des Rennens und nach der 25.Runde zeigt er dem vorbeirasenden Feld die schwarze Flagge !

Was es nicht alles gibt, ein Rennabbruch auf Grund von Regen in den 70ern. :rotate:
Auch die Bemühungen der Fahrer die Sicherheitsbedingungen an der Nordschleife zu verbessern, finde ich in dem angesprochenen Beispiel bemerkenswert.

Der Rest ist natürlich auch interessant, hab die Berichte alle aufmerksam gelesen und deine Sammlung ist ebenfalls beeindruckend.

Eine Frage hätte ich aber noch, hast du für deine Berichte bestimmte Quellen? Ich frage nicht nach den spezifischen sondern eher allgemein, also ob du das eher bspw. in Büchern/Zeitschriften oder sonst wo gefunden hast.

Ansonsten gerne weiter so :wink:
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RIP #77DW #17JB #25JW

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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 23.06.2016, 17:13

Hauptsächlich verwende ich die Jahrbücher von Prüller und Schwab; wiki hilft auch manchmal;
dann teilweise Zeitungsartikel und das Buch "Das Jahrhundert der Rennsports"
(nur zu empfehlen bei amazon:
https://www.amazon.de/Das-Jahrhundert-R ... Autorennen )
und - wenn ich sie besitzen sollte -auch die Programme zu den Rennen.

Da ich selber noch nicht die Rennen damals sehen konnte, mixe ich somit aus den oben genannten Zutaten die Texte zusammen... :)

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Re: Modellautos

Beitragvon Miavenga » 25.06.2016, 16:32

Ich kann zwar zu dem Thema Modellautos nicht viel dazu beitragen, da ich selber nur sehr wenige (dazu noch minderwertige bzw. "nicht der Rede wert") Modelle besitze, aber ich kann nur jedem empfehlen sich hier diese wundervollen Beiträge von @Engineer zu lesen.... :thumbs_up:
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Re: Modellautos

Beitragvon MarM » 25.06.2016, 17:25

Kann mich nur anschließen, deine Beiträge sind ein echter Grund hier öfter zu lesen ^^ Bin ja mal auf deine Ferrarimodelle gespannt :P
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Die Autorennen von heute haben kaum noch etwas mit jenem Sport zu tun, den ich seit 60 Jahren vertrete.
―Enzo Ferrari


Ferrari per sempre!
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Re: Modellautos

Beitragvon Engineer » 26.06.2016, 18:52

Na, dann leg' ich mal los...
hier ein "springendes Pferd" (oder besser ein "Haifisch") aus den goldenen Jahren der Formel 1 !




Großer Preis von Großbritannien -
5.WM-Lauf in Aintree, 15. Juli 1961


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IXO-Modell / Ferrari 156 / Wolfgang Berghe von Trips / GP England 1961


Von 1961 bis 1965 werden die "Großen Preise" der Formel 1-Weltmeisterschaft
durch Rennwagen mit einem Hubraum von max.1500 ccm ausgetragen.

Erstmals verlangt man ein Mindestgewicht, denn die superleichten englischen Konstruktionen von 1960 haben gezeigt,
dass der auf die Spitze getriebene Leichtbau schwerwiegende Folgen hat:
Alan Stacey und Chris Bristow kommen beim GP von Belgien in Spa 1960 um's Leben und
Harry Schell rutscht beim Training für ein nicht zur Weltmeisterschaft zählendes Rennen in Silverstone
auf regennasser Fahrbahn von der Strecke und verunglückt tödlich.

Das komplette Fahrzeug mit Reifen, Öl und Wasser (aber ohne Treibstoff) muss nun mindestens 450 Kilogramm wiegen;
Ballast wird nicht mehr erlaubt.
Die Motoren müssen einen Hubraum zwischen 1,3 und 1,5 Liter haben und mit handelsüblichen Superbenzin versorgt werden -
eine Aufladung ist nicht mehr zulässig.

Wesentliche Sicherheitsbestimmungen treten in Kraft:
die Wagen müssen nun über einen automatischen Anlasser und einen Stromkreisunterbrecher verfügen;
ein doppeltes Bremssystem sowie ein Überrollbügel werden obligatorisch.
Die Räder müssen ab sofort frei stehen und Vollstromlinienkarosserien a la Mercedes W196 sind damit F1-Geschichte.

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Der Ferrari 156 mit Sechszylindermotor von 1,5 Litern Hubraum ist die absolute Erfolgskontruktion der Saison 1961.
Das Fahrzeug ist eine überarbeitete Version der vorjährigen Formel 2-Modells mit gleich großem Hubraum und
weist vorn eine zugespitzte, haifischähnliche Verschalung mit zwei Öffnungen auf -
der "Squalo" mit der "Sharknose" gewinnt fast alle Rennen !

Der von Ingenieur Carlo Chiti konstruierte Motor besitzt zwei Weber-Dreifachvergaser und leistet ca. 190 PS bei 9500 U/min.
Das Fünfgang-Getriebe beschleunigt den Wagen bis auf 260 km/h und erweist sich damit den englischen Konstruktionen mehr als ebenbürtig -
der Lotus 18 von Colin Chapman mit Vierzylinder-Climaxmotor bringt es 1961 beispielsweise nur auf 155 PS.....

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" Der '14. R.A.C. British Grand Prix ' auf dem 4,8 Kilometer langen mittelschnellen Kurs
von Aintree bei Liverpool ist als 'das Trips-Rennen' in die Grand-Prix-Geschichte eingegangen.

30 Wagen der Werks-Mannschaften von Ferrari, Porsche, Cooper, Lotus und
BRM, aber auch von Privatrennställen, stehen am Start.
Nur eine Sekunde differieren die Trainings-Rundenzeiten der zehn schnellsten Fahrzeuge.
Vier Fahrer weisen gar die gleiche Zeit für die schnellste Runde mit 1:58,8 Minuten auf:
Joakim Bonnier (Porsche), Wolfgang Berghe von Trips, Richie Ginther und Phil Hill (alle auf Ferrari).
Moss (Lotus) ist 0,2 Sekunden langsamer und nimmt Startposition 5 ein.

Kurz vor dem Start setzt Regen ein.
In aller Eile werden die Reifen der Wagen gewechselt und so sind die bis zum Start
verbleibenden fünfzehn Minuten von Hektik geprägt.
Vom Start weg liegen drei Ferraris, allen voran Phil Hill, an der Spitze;gefolgt von Stirling Moss auf Lotus.
Richie Ginther dreht sich in der 6.Runde und muss Moss,
der dadurch an die dritte Stelle vorrückt, vorbeilassen.

In der 7. Runde setzt sich Graf Trips vor Phil Hill, der kurze Zeit später auch von Moss überholt wird
und auf die dritte Position zurückfällt.

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Graf Trips und Stirling Moss können sich vom übrigen Feld absetzen.
Für den Versuch, näher an Graf Trips heranzukommen, muss Stirling Moss mit einem Dreher zahlen,
der den Abstand auf 8 Sekunden vergrößert.

Mehr als die Hälfte der 75 Runden sind zurückgelegt,als der Regen aufhört.
Stirling Moss hat seine Bremsen zu stark strapaziert,
muß an die Boxen und auf einen anderen Wagen umsteigen.
Ohne Erfolg...

Wolfgang Berghe von Trips heißt nach 2:40:53,6 Stunden und 362 Kilometern
der Sieger des Rennens und erst 47 Sekunden nach ihm fahren Phil Hill,
Richie Ginther, Jack Brabham auf Cooper und Joakim Bonnier auf Porsche über die Ziellinie....

Der Sieg bringt Graf Trips (27 Punkte) wieder an die Spitze der WM-Wertung
vor Phil Hill (25), Richie Ginther (16) und Stirling Moss (12)."

(Quelle des Rennberichts:
J.Födisch/R.Louis: "Graf Berghe von Trips - eine deutsche Rennfahrerkarriere" )

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Das Titelduell zwischen von Trips und seinem Teamkollegen Phil Hill
endet am 10.September 1961 in Monza....

Wikipedia.de schreibt dazu:
"Als Führender der WM-Wertung, der zum Gewinn der Weltmeisterschaft nur noch einen einzigen Sieg benötigte,
verunglückte Berghe von Trips im September 1961 beim Großen Preis von Italien in Monza
nach einer Kollision mit Jim Clark in der zweiten Runde bei der Anfahrt zur Parabolica-Kurve tödlich.

Bei diesem auch als „schwarze Stunde der Formel 1“ bezeichneten Unfall schleuderte
der Ferrari 156 des Berghe von Trips auf den seitlichen Erdwall der Geraden vor der Kurve
und prallte gegen die Drahtabzäunung vor den Zuschauern,
wobei 15 Personen getötet und 60 weitere verletzt wurden.
Berghe von Trips wurde dabei aus dem Rennwagen geschleudert und
war durch einen Genickbruch sofort tot.

Teamkollege Phil Hill gewann das Rennen und wurde später Weltmeister
mit 34 Punkten vor Berghe von Trips mit 33 Punkten.
Dritter wurde Stirling Moss mit 21 Punkten. "

Noch ein paar Ferrari 156/v.Trips-Modellvergleiche:

Bild

Optisch führend in meiner Sammlung der Trips-Ferrari's ist zur Zeit das Modell von QUARTZO in der Version
"Großer Preis von Italien - Monza, 10.September 1961."
Zwar gibt's auch bei diesem 1:43er noch fehlende Details wie das Ferrari-Logo auf dem Lenkrad,
aber zumindest die Fahrerfigur ist doch recht gut gelungen.

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Quartzo-Modell / W.von Trips / Ferrari 156 / GP Italien 1961

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Modellhersteller BRUMM kann da mit seiner Version
"Großer Preis der Niederlande - Zandvoort, 22.Mai 1961" nicht ganz mithalten.
Das Modell wirkt recht klobig und "gestaucht", hat aber auch ein "Highlight":
ein DUNLOP-Schriftzug auf den Reifen !
Ich bezweifele jedoch, dass mit diesem Firmenlogo auf den Gummis in Holland jemals auch gefahren worden ist....

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BRUMM-Modell / W.von Trips / Ferrari 156 / GP Niederlande 1961

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Bei der Cockpit-Gestaltung hat überraschenderweise das ATLAS-bzw. IXO-Modell die Pole-Position -
da ist das Ferrari-Logo an der richtigen Stelle:

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Die QUARTZO-Version dagegen hat ein recht simpel gestaltetes Armaturenbrett
und das "springende Pferd" fehlt leider auch noch auf dem Lenkrad..

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BRUMM fällt völlig "aus dem Rahmen":
ein silbernes Lenkrad (ich habe es nur schon schwarz gepinselt),
einen seltsamen aussenliegenden Stoßdämpfer an der Vorderachse,
ein mieses Armaturenbrett und ein schwarzer Sitz .....geht gar nicht.

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Die Referenz -
der Ferrari 156 in 1:43 von MATTEL


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Ein sehr detailreich gestaltetes Cockpit beim MATTEL-Modell ....
ich habe extra im Archiv gewühlt -
der Fahrersitz war wirklich auch beim originalen Wagen ganz in Blau


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Auch ein DUNLOP-Schriftzug auf den Reifen ist nicht beim Original in Monza 1961 zu finden..

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Einfach nur geil...das "Nummernschild" zwecks "Fahren auf öffentlichen Straßen" !!

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Der Hingucker - die "Haifischnase"..

Wäre schon, wenn der Markt auch mal irgendwann ein perfektes 1:43er Modell des Trips-Ferrari bieten könnte... :rotate:

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Re: Modellautos

Beitragvon Formel1Fan » 16.11.2016, 15:34

Kennt jemand die Firma Auto Art? Ich hab mal wieder nach Modellrennwagen geschaut und da hab ich plötzlich etwas von einer Firma namens Auto Art gelesen.


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