Handfestes zum Weltgeschehen

Die Plauderecke des Forums. Passt ein Thema nirgendwo rein, könnt Ihr es hier unterbringen.

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turbocharged
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von turbocharged » 27.06.2019, 17:39

MarM hat geschrieben:Krasser gehts noch hier im Landtag von BW: Wolfgang Gedeon sagt dass rechtsextremer Terrorismus im vergleich zu islamistischen und linksextremem Terror ein "Fliegenschiss" sei.

Ok, ich skeptisch, google kurz:
Bild

Jop, so isses. Soviel Mathe kann ja jedes Kind. 20431 is viel kleiner als 11.034, richtiger Fliegenschiss.

Bild
Klar, wird ja auch so gut wie alles unter rechts eingeordnet.
Vorallem unsere neuen Mitbürger aus den arabischen Ländern verstehen sich doch super mit den Juden.
Bild entfernt

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Danny McNamara
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Danny McNamara » 27.06.2019, 20:29

MarM hat geschrieben:Stimmt, da muss ich dir recht geben. Anders betrachtet könnte ich aber auch sagen: Wo endet die Straftat, wo beginnt der Terrorismus? Der Fall Lübke ist für mich zum Beispiel Terrorismus, weil mir praktisch damit vor Augen geführt wird: Wenn ich was falsches sage, könnte so ein rechter Spinner kommen und mich abknallen.Ich werde aktiv in meiner Meinungsäußerung mittels Angst unterdrückt, insofern ist das für mich: Terrorismus. Und wenn ich nach Tötungsdelikten gehe, haben die Rechten in den letzten jahren einen sehr großen Vorsprung aufgebaut in Deutschland. Das sind zwar in absoluten Zahlen immer noch sehr wenige (größenordnung ~5 in den letzten Jahren), aber im vergleich zu linksterror oder islamistischen Terror immer noch mehr.
Ich stimme Deiner Definition von Terrorismus absolut zu,
auch für mich ist der Fall Lübke (Rechts-)Terrorismus.

Vielleicht hört man nun endlich mit den ganzen Relativierungen auf und nennt die Dinge beim Namen,
ganz gleich aus welcher Richtung sie kommen.

Aber dieser von Dir genannte Zustand (Praktische Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Angst um Leib und Leben) ist ja leider keineswegs neu, wenngleich sich diese Erkenntnis durch den aktuellen Fall auch einem breiteren Publikum auftut.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von DeLaGeezy » 27.06.2019, 21:02

meanmc hat geschrieben: -> Ich hab schon am Tag, als der Regierungspräsident in Kassel erschossen wurde gesagt, dass dafür ein (angeblich) Rechtsradikaler als Täter herhalten muss - das sagt schon die Logik, und so kam es ja nun auch...
Um solche Spielchen zu durchschauen, muss man eigentlich nur mal seine Birne anstrengen, und sich vorher bisschen über die Welt/das Weltgeschehen informieren -> bester Beweis, dass sowas auch funktioniert -> ruhig mal selbst probieren :wave:
Ich will hier nicht den empörten Moralapostel spielen, aber denk mal dran, dass hier wirklich ein Mann umgebracht wurde.
Das ist sicher kein Spiel zwischen links/rechts bzw um das auszuspielen.

Ich habe mich bei deinen vielen Andeutungen immer schon gefragt, was wohl so deine Quellen sind, nun ist mir alles klar.
Wie kann man Oliver Janich erst nehmen?
Sein erstes Argument ist eine Behauptung und dann strickt er sich eine Theorie daraus bzw eine Argumentationskette die auf einer Behauptung basiert. Das ganze ist ein Kartenhaus, und fällt beim näheren Betrachten zusammen.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Freddy102015 » 27.06.2019, 23:03

Typ17 GTI hat geschrieben:… Auch befremdlich finde ich eben die Argumentation mit Hitzetoten, wenn doch gerade in den wärmeren Regionen die Weltbevölkerung stetig wächst ...
Ein für mich sehr interessante Aussage! (darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht!) In Afrika explodiert gerade seit Jahren die Weltbevölkerung. :shock:
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von RedBull_Formula1 » 27.06.2019, 23:11

Danny McNamara hat geschrieben:
MarM hat geschrieben:Stimmt, da muss ich dir recht geben. Anders betrachtet könnte ich aber auch sagen: Wo endet die Straftat, wo beginnt der Terrorismus? Der Fall Lübke ist für mich zum Beispiel Terrorismus, weil mir praktisch damit vor Augen geführt wird: Wenn ich was falsches sage, könnte so ein rechter Spinner kommen und mich abknallen.Ich werde aktiv in meiner Meinungsäußerung mittels Angst unterdrückt, insofern ist das für mich: Terrorismus. Und wenn ich nach Tötungsdelikten gehe, haben die Rechten in den letzten jahren einen sehr großen Vorsprung aufgebaut in Deutschland. Das sind zwar in absoluten Zahlen immer noch sehr wenige (größenordnung ~5 in den letzten Jahren), aber im vergleich zu linksterror oder islamistischen Terror immer noch mehr.
Ich stimme Deiner Definition von Terrorismus absolut zu,
auch für mich ist der Fall Lübke (Rechts-)Terrorismus.

Vielleicht hört man nun endlich mit den ganzen Relativierungen auf und nennt die Dinge beim Namen,
ganz gleich aus welcher Richtung sie kommen.

Aber dieser von Dir genannte Zustand (Praktische Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Angst um Leib und Leben) ist ja leider keineswegs neu, wenngleich sich diese Erkenntnis durch den aktuellen Fall auch einem breiteren Publikum auftut.
Der Fall Abdel Samad zeigt aber auch deutlich, dass Meinungsfreiheit ebenfalls Grenzen hat. Genau dann wenn ich Pauschalisiere, beleidige, provoziere und generell in meinem Auftreten selbst "radikal" bin. Das sollte jedoch nicht die ganzen Morddrohungen etc. gegen Ihn enschuldigen.

Aus der SZ:
Die Grenze zur Demagogie überschreitet Abdel-Samad auch, wenn er den Propheten Muhammad als grausamen Mörder und Vergewaltiger erscheinen lässt, Abraham als Faschisten verunglimpft und behauptet, "Faschismus ist in gewisser Weise mit dem Monotheismus verwandt".
https://www.sueddeutsche.de/politik/isl ... .1945667-2

Seine Position zum Militärregime in Ägypten und der Muslimbrüderschaft ist milde ausgedrückt "streitbar".
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Danny McNamara » 28.06.2019, 00:38

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
Danny McNamara hat geschrieben:
MarM hat geschrieben:Stimmt, da muss ich dir recht geben. Anders betrachtet könnte ich aber auch sagen: Wo endet die Straftat, wo beginnt der Terrorismus? Der Fall Lübke ist für mich zum Beispiel Terrorismus, weil mir praktisch damit vor Augen geführt wird: Wenn ich was falsches sage, könnte so ein rechter Spinner kommen und mich abknallen.Ich werde aktiv in meiner Meinungsäußerung mittels Angst unterdrückt, insofern ist das für mich: Terrorismus. Und wenn ich nach Tötungsdelikten gehe, haben die Rechten in den letzten jahren einen sehr großen Vorsprung aufgebaut in Deutschland. Das sind zwar in absoluten Zahlen immer noch sehr wenige (größenordnung ~5 in den letzten Jahren), aber im vergleich zu linksterror oder islamistischen Terror immer noch mehr.
Ich stimme Deiner Definition von Terrorismus absolut zu,
auch für mich ist der Fall Lübke (Rechts-)Terrorismus.

Vielleicht hört man nun endlich mit den ganzen Relativierungen auf und nennt die Dinge beim Namen,
ganz gleich aus welcher Richtung sie kommen.

Aber dieser von Dir genannte Zustand (Praktische Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Angst um Leib und Leben) ist ja leider keineswegs neu, wenngleich sich diese Erkenntnis durch den aktuellen Fall auch einem breiteren Publikum auftut.
Der Fall Abdel Samad zeigt aber auch deutlich, dass Meinungsfreiheit ebenfalls Grenzen hat. Genau dann wenn ich Pauschalisiere, beleidige, provoziere und generell in meinem Auftreten selbst "radikal" bin. Das sollte jedoch nicht die ganzen Morddrohungen etc. gegen Ihn enschuldigen.
Auch wenn Du eine Verneinung direkt nachschiebst, so hat Deine Ausführung in meinen Augen schon ein nicht ganz schwaches Geschmäckle in Richtung Relativierung a la "Selber Schuld, was provoziert er auch".
Finde ich schade, denn es ging nicht um die Person und seine Meinung, als um den Zustand, den MarM genannt hat,
dass, wenn man was "Falsches" sagt, Angst um sein Leben haben muss.

Apropos "Falsches":
Ja, das Recht auf Meinungsfreiheit hat Grenzen,
doch diese Grenzen bestimmst ganz sicher nicht Du (oder ich) oder irgendwelche Leute mit eingeschränkter Impulskontrolle mit ihren persönlichen Befindlichkeiten, sondern die Justiz!
Niemand zwingt Dich seine Bücher zu lesen (oder diesen gar zuzustimmen), doch verboten sind diese meines Wissens (noch) nicht.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von RedBull_Formula1 » 28.06.2019, 17:11

Danny McNamara hat geschrieben: Auch wenn Du eine Verneinung direkt nachschiebst, so hat Deine Ausführung in meinen Augen schon ein nicht ganz schwaches Geschmäckle in Richtung Relativierung a la "Selber Schuld, was provoziert er auch".
Finde ich schade, denn es ging nicht um die Person und seine Meinung, als um den Zustand, den MarM genannt hat,
dass, wenn man was "Falsches" sagt, Angst um sein Leben haben muss.
Wenn man die Grenzen der Meinungsfreiheit derart auslotet wie Abdel Samad, dann muss man um sein Leben bangen. Ich relativiere nichts. Es ist viel mehr die bittere Realität. Ich denke man darf ruhig anmerken, dass Samad sehr gerne provoziert und derjenige der sich provozieren lässt, ist leider Gottes manchmal zu allem fähig.
Danny McNamara hat geschrieben: Apropos "Falsches":
Ja, das Recht auf Meinungsfreiheit hat Grenzen,
doch diese Grenzen bestimmst ganz sicher nicht Du (oder ich) oder irgendwelche Leute mit eingeschränkter Impulskontrolle mit ihren persönlichen Befindlichkeiten, sondern die Justiz!
Niemand zwingt Dich seine Bücher zu lesen (oder diesen gar zuzustimmen), doch verboten sind diese meines Wissens (noch) nicht.
Nur gibt es eben leider Gruppen in der Bevölkerung, die schon seit Jahren meinen, die Justiz selbst in die Hand zu nehmen und die Grenzen der Meinungsfreiheit zu eng setzen. Ein gewaltbereiter Nazi oder ein radikaler Islamist scheren sich nicht wirklich um die Justiz.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Danny McNamara » 28.06.2019, 22:04

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
Danny McNamara hat geschrieben:
Auch wenn Du eine Verneinung direkt nachschiebst, so hat Deine Ausführung in meinen Augen schon ein nicht ganz schwaches Geschmäckle in Richtung Relativierung a la "Selber Schuld, was provoziert er auch".
Finde ich schade, denn es ging nicht um die Person und seine Meinung, als um den Zustand, den MarM genannt hat,
dass, wenn man was "Falsches" sagt, Angst um sein Leben haben muss.
Wenn man die Grenzen der Meinungsfreiheit derart auslotet wie Abdel Samad, dann muss man um sein Leben bangen. Ich relativiere nichts. Es ist viel mehr die bittere Realität. Ich denke man darf ruhig anmerken, dass Samad sehr gerne provoziert und derjenige der sich provozieren lässt, ist leider Gottes manchmal zu allem fähig.
Nach dieser Logik würde eine Frau, die sich aufreizend kleidet, eine Mitschuld an ihrer potentiellen Vergewaltigung tragen.
Schließlich hat sie damit den Täter provoziert.

Das Problem an der Provokation liegt viel weniger beim Sender, als beim Empfänger bzw. was dieser für sich als Provokation erachtet und was er damit macht.
Denn wir reden hier ja nicht von Provokation die in die Richtung der Nötigung geht, wenn jemand hinter Dir her läuft und dir absichtlich dauernd in die Hacken tritt oder Dich physisch daran hindern will an ihm vorbeizukommen.
Da ist es menschlich durchaus nachvollziehbar, dass es im Zweifel eins auf die Nase geben kann.

Aber dies ist in den Fällen der Meinungsäußerung ja nicht der Fall.
Niemand wird in irgendeiner Form gezwungen oder genötigt sich die Meinung anzuhören oder durchzulesen oder dieser eben letztlich gar zuzustimmen.

Jeder ernsthafte Diskurs und jegliche Kritik ist immer auch in irgendeiner Form für irgendwen provokant.
Ich kriege auch manchmal einen Riesenhals, wenn ich bestimmte Äußerungen höre, die mich aufregen.
Doch dies muss man auch einfach mal aushalten. Sonst kann am Ende niemand mehr irgendwas äußern,
weil irgendwer ist immer beleidigt oder könnte durchdrehen.

Das Problem liegt also alleine bei denjenigen, die sich "provozieren lassen" und "manchmal zu allem fähig" sind.
RedBull_Formula1 hat geschrieben:
Danny McNamara hat geschrieben:
Apropos "Falsches":
Ja, das Recht auf Meinungsfreiheit hat Grenzen,
doch diese Grenzen bestimmst ganz sicher nicht Du (oder ich) oder irgendwelche Leute mit eingeschränkter Impulskontrolle mit ihren persönlichen Befindlichkeiten, sondern die Justiz!
Niemand zwingt Dich seine Bücher zu lesen (oder diesen gar zuzustimmen), doch verboten sind diese meines Wissens (noch) nicht.
Nur gibt es eben leider Gruppen in der Bevölkerung, die schon seit Jahren meinen, die Justiz selbst in die Hand zu nehmen und die Grenzen der Meinungsfreiheit zu eng setzen. Ein gewaltbereiter Nazi oder ein radikaler Islamist scheren sich nicht wirklich um die Justiz.
Und das ist eben genau das Problem, aus dem sich dieser Zustand der praktischen Beschränkung der Meinungsfreiheit ergibt.
Der Staat wirkt auf diese Leute oft schwach und hilflos, wie ein Papiertiger, und das kann es eigentlich nicht sein.
Terrorismus jeglicher Couleur muss konsequent verfolgt und bekämpft werden, nicht nur mit Lippenbekenntnissen bzw den berühmten "schärfsten Verurteilungen" in Pressestatements.
Und ja, hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben können, doch das darf keine Ausrede dafür sein, warum man den Staus Quo einfach hinnimmt.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von RedBull_Formula1 » 29.06.2019, 01:05

Danny McNamara hat geschrieben:Nach dieser Logik würde eine Frau, die sich aufreizend kleidet, eine Mitschuld an ihrer potentiellen Vergewaltigung tragen.
Schließlich hat sie damit den Täter provoziert.
Ich würde es nicht eine Mitschuld nennen, aber wir brauchen uns nicht der Realität verschließen: Es gibt Männer, die eine aufreizend gekleidete Frau wahrscheinlich eher vergewaltigen, als eine weniger aufreizend gekleidete Frau. Die Schuld, die alleinige Schuld, liegt beim Täter, da er seine Triebe nicht bändigen kann, aber es ist naiv zu glauben, dass das aufreizende Kleiden kein Auslöser für eine Vergewaltigung sein kann. Die aufreizend gekleidete Frau sollte sich folglich darüber im Klaren sein, dass sie durch ihr Kleiden einen Impuls senden kann, der bei einer kranken Person eine kranke Handlung/Reaktion auslöst, da der Kranke ein eigenes verkalkuliertes Bild davon hat, wie er das Kleiden einer Frau interpretieren darf.
Abdel Samad beruft sich auf die Meinungsfreiheit, wobei Verunglimpfungen sicher nicht darunter fallen, und kann dies auch machen, solang es im Rahmen unserer Gesetze ist. Eine Mitschuld an den Morddrohungen etc. hat er somit nicht, aber das er mit seinen Thesen/Meinungen einen Impuls sendet, der von gewissen Herrschaften fehlinterpretiert werden kann, ist nun mal die Realität.
Danny McNamara hat geschrieben: Das Problem an der Provokation liegt viel weniger beim Sender, als beim Empfänger bzw. was dieser für sich als Provokation erachtet und was er damit macht.
Da widerspreche ich nicht.
Danny McNamara hat geschrieben: Niemand wird in irgendeiner Form gezwungen oder genötigt sich die Meinung anzuhören oder durchzulesen oder dieser eben letztlich gar zuzustimmen.
Wenn ich ständig in Politikshows auftrete, Kommentare in Zeitungen veröffentliche, so gut wie jedes Medium benutze und pflege (Youtube Kanal, der anscheinend gesperrt wurde), dann will ich anscheinend auch, dass meine Meinung gehört wird. In Zeiten sozialer Medien kommt man tagtäglich mit Informationen in Kontakt, die man eigentlich nicht konsumieren will. Dennoch können diese Informationen etwas auslösen.
Ich weiß ehrlichgesagt auch nicht, was du mir damit sagen willst, denn ich widerspreche ja nicht. Ich sehe auch die alleinige Schuld bei den Tätern und dennoch leben wir in einer Welt, wo es „Auslöser“ für niederträchtige Taten gibt. Diese Auslöser kann man vermeiden. Ein Abdel Samad sendet gerne jene „Auslöser“ und gießt damit nur Öl ins Feuer. Es gibt zig Islamwissenschaftlicher, die sicherlich streitbare Positionen vertreten. Müssen alle beschützt werden?
Danny McNamara hat geschrieben: Das Problem liegt also alleine bei denjenigen, die sich "provozieren lassen" und "manchmal zu allem fähig" sind.
Die Schuld für Gewalttaten liegt bei denen die „manchmal zu allem fähig sind. Zum Problem gehören jedoch auch jene, die die Provokation als wiederkehrendes Stilmittel einsetzen, weil man sich anders kein Gehör verschaffen kann.
Danny McNamara hat geschrieben: Und das ist eben genau das Problem, aus dem sich dieser Zustand der praktischen Beschränkung der Meinungsfreiheit ergibt.
Der Staat wirkt auf diese Leute oft schwach und hilflos, wie ein Papiertiger, und das kann es eigentlich nicht sein.
Terrorismus jeglicher Couleur muss konsequent verfolgt und bekämpft werden, nicht nur mit Lippenbekenntnissen bzw den berühmten "schärfsten Verurteilungen" in Pressestatements.
Und ja, hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben können, doch das darf keine Ausrede dafür sein, warum man den Staus Quo einfach hinnimmt.
:thumbs_up: :thumbs_up:
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Danny McNamara » 29.06.2019, 11:33

RedBull_Formula1 hat geschrieben: Wenn ich ständig in Politikshows auftrete, Kommentare in Zeitungen veröffentliche, so gut wie jedes Medium benutze und pflege (Youtube Kanal, der anscheinend gesperrt wurde), dann will ich anscheinend auch, dass meine Meinung gehört wird. In Zeiten sozialer Medien kommt man tagtäglich mit Informationen in Kontakt, die man eigentlich nicht konsumieren will. Dennoch können diese Informationen etwas auslösen.
Natürlich will er, dass seine Meinung gehört wird, das liegt ja in der Natur der Sache.
Doch niemand ist gezwungen sich das auch anzusehen oder anzuhören.
Oder nimmt diesen Leuten just in dem Moment jemand die Fernbedienung oder Maus weg?

Wenn ich im Vorlauf eines Polittalks sehe, dass Claudia Roth mit zu den Gästen zählt, dann überlege ich es mir auch zweimal, ob ich mir das wirklich antun möchte. Genauso wenn ich Artikel sehe, wo Ihr Name in der Headline auftaucht.
Weil ich relativ gut antizipieren kann, was mich da erwartet.

RedBull_Formula1 hat geschrieben: Es gibt zig Islamwissenschaftlicher, die sicherlich streitbare Positionen vertreten. Müssen alle beschützt werden?
Alle sicher nicht, weil ja schließlich nur sehr wenige eine mehr oder weniger große Bekanntheit haben dürften.

Doch Du suggerierst mit Deiner rhetorischen Frage, dass es praktisch einzig mit dem Ton bzw. der Schärfe der Kritik zu tun hat, was Du ja mit "Auslöser" bezeichnest. Doch ist das wirklich so?
Ich weiß nicht, ob Dir der Name Mouhanad Khorchide ein Begriff ist?
Auch sein sanfter Widerpart Mouhanad Khorchide, der stets gemäßigte und auf Ausgleich bedachte Mitstreiter für einen reformierten Islam, lebt seit Jahren mit Polizeischutz. Der Sohn palästinensischer Flüchtlinge und Professor für Islamische Theologie an der Universität Münster hat schon Tage erlebt, da kamen allein am Telefon 50 Morddrohungen von Salafisten. Über Jahre hinweg erhielt er jede Woche Todesdrohungen. Es war die Zeit, als deutsche Islamverbände ihn in einem 75 Seiten langen Gutachten zum Häretiker erklärten – und so den Zorn nicht nur der Gewaltbereiten entsicherten, sondern auch den Unmut des konservativen muslimischen Milieus schürten. Khorchide wurde zum Verräter erklärt, ganz wie man das einst mit den "Staatsfeinden" im Sozialismus machte. Da half es dem jungen Professor nichts, dass er den Islam außer in Wien auch in Beirut studiert hatte; dass er selber Imam gewesen war und gern Buchtitel wählte wie Islam ist Barmherzigkeit. Man stilisierte ihn zum Islamfeind – und das bedeutete akute Lebensgefahr, auch schon vor dem Aufstieg der Terrororganisation "Islamischer Staat".


Ich zitiere aus einem zu diesem Thema sehr lesenswerten Beitrag aus der ZEIT:
https://www.zeit.de/2017/40/islamkritik ... -bedrohung

Wer sich ein halbwegs realistisches Bild zu diesem Thema machen will, für den ist dieser obige ZEIT-Artikel eine absolute Pflichtlektüre.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Danny McNamara » 02.07.2019, 23:49

Das Vertrauen in die EU sollte gestärkt werden,
durch das Direktkandidaten-Prinzip sollte der EU-Kommissionspräsident eine größere Legitimation erhalten...

Die Frage war: Weber oder Timmermans?

Und die Antwort ist: Von der Leyen

Das kannst Du doch keinem Menschen erzählen... :rofl: :facepalm: :rofl: :stressed:

Was haben die eigentlich gesoffen?!

Bundeswehr in desolatem Zustand, Untersuchungsausschuss zur sogenannten Berateraffäre...
Klare Referenzen für den Top-Job in der EU! :thumbs_up:

Realsatire auf einem völlig neuen Level
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von Plauze » 03.07.2019, 08:58

Danny McNamara hat geschrieben:Das Vertrauen in die EU sollte gestärkt werden,
durch das Direktkandidaten-Prinzip sollte der EU-Kommissionspräsident eine größere Legitimation erhalten...

Die Frage war: Weber oder Timmermans?

Und die Antwort ist: Von der Leyen

Das kannst Du doch keinem Menschen erzählen... :rofl: :facepalm: :rofl: :stressed:

Was haben die eigentlich gesoffen?!

Bundeswehr in desolatem Zustand, Untersuchungsausschuss zur sogenannten Berateraffäre...
Klare Referenzen für den Top-Job in der EU! :thumbs_up:

Realsatire auf einem völlig neuen Level
:thumbs_up: :thumbs_up:
Völliges Versagen auf allen Ebenen scheint die Voraussetzung für die Hochbelobigung auf die EU-Ebene zu sein. Das haben Timmermans und Weber in dieser Form natürlich nicht anzubieten, da ist Ursula von der Leyen allein auf weiter Flur.
Grotesk!

Mindestens ebenso grotesk (könnte ich auch in "Das hat mich aufgeregt" veröffentlichen):
Die Studierendenschaft von Amerikas Top-Uni hat keine Peilung von den Mechanismen der Rechtsstaatlichkeit:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/wein ... -1.4499977
Einfach widerlich, wie die Uni als moralische Wohlfühloase der Studierenden zweckentfremdet wird. Wofür studiert man denn dann bitte Jura? :facepalm: :facepalm: :facepalm:
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von iceman2411 » 03.07.2019, 10:48

Nunja das in die Europapolitik in erster Linie Leute abgeschoben werden mit denen man sonst nichts anzufangen weiss ist ja nun nichts neues. Aber die Nummer mit von der Leyen ist schon ein starkes Stück.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von BruderimHerrn » 03.07.2019, 13:06

die Grantenuschi kann halt alles ... Familien-; Arbeit- und Soziales; Verteidigung ... schon toll
oder sie kann nichts ? und es ist deshalb egal was sie macht :shrug: , die wird man auch nicht los :confused:
Gut jetzt in die EU ? ... nur der Posten ist schon hoch. Nennt mal wohl rausbefördern. :mrgreen:
Danke Legende ***

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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitrag von MarM » 03.07.2019, 14:22

Flintenuschi als Kommisionpräsidentin? Selten so gelacht. Als Verteidigungsministerin hat sie IMHO vollkommen versagt, also nicht nur ein paar Fehler gemacht, nein praktisch alles falsch gemacht was geht.
Lustig wirds noch: Die SPD brüllt ja grade schön laut dagegen (Siggi lässt grüßen, Koalitionsbruch. Wer war nochmal dafür? Ja, er.), aber soweit ich es verstanden hab muss der Bundestag Sie erst zur EU-Kommissarin ernennen. Jede Wette dass die SPD dann da brav zustimmt, um keinen Koalitionsbruch zu riskieren? ich meine wir lassen ja im Bund keine Gelegenheit aus, um uns zu blamieren.
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Die Autorennen von heute haben kaum noch etwas mit jenem Sport zu tun, den ich seit 60 Jahren vertrete.
―Enzo Ferrari


Ferrari per sempre!
Forza KSC

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