Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

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Plauze
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Plauze » 07.07.2016, 21:59

bolfo hat geschrieben:Feststellung des Richters: "...Männer wie Tiere über die Frauen hergefallen sind.". Praxis: Für Hussein A. soll nach übereinstimmender Meinung von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Jugendgerichtshilfe das Jugendstrafrecht gelten, da er zum Tatzeitpunkt erst zwanzigeinhalb Jahre alt war und in seiner Entwicklung durch Krieg und Flucht verzögert sei.
. Urteil: Beides mal ein Jahr auf Bewährung.

Zusammengefasst: Verstörte Opfer, die noch heute leiden, und jede Menge Verständnis für die Täter. Nicht schlecht. Abschreckung sieht aber anders aus!

bolfo, das ist im Rahmen der bestehenden Gesetzeslage eine vergleichsweise harte Strafe. Wir reden von einer einmaligen sexuellen Nötigung, nicht von einer Vergewaltigung!

Man sollte bei seinen Erwartungen doch auch mal die Verhältnisse wahren. Was war denn zu erwarten? Lebenslänglich?
Gegen mangelndes Verständnis mancher Urteile hilft vielleicht auch einfach eine kurze Lektüre der zugehörigen Gesetzestexte und der für die jeweilige Straftat vorgesehenen Strafen.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 08.07.2016, 00:03

Plauze hat geschrieben:
bolfo hat geschrieben:Feststellung des Richters: "...Männer wie Tiere über die Frauen hergefallen sind.". Praxis: Für Hussein A. soll nach übereinstimmender Meinung von Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Jugendgerichtshilfe das Jugendstrafrecht gelten, da er zum Tatzeitpunkt erst zwanzigeinhalb Jahre alt war und in seiner Entwicklung durch Krieg und Flucht verzögert sei.
. Urteil: Beides mal ein Jahr auf Bewährung.

Zusammengefasst: Verstörte Opfer, die noch heute leiden, und jede Menge Verständnis für die Täter. Nicht schlecht. Abschreckung sieht aber anders aus!

bolfo, das ist im Rahmen der bestehenden Gesetzeslage eine vergleichsweise harte Strafe. Wir reden von einer einmaligen sexuellen Nötigung, nicht von einer Vergewaltigung!

Man sollte bei seinen Erwartungen doch auch mal die Verhältnisse wahren. Was war denn zu erwarten? Lebenslänglich?
Gegen mangelndes Verständnis mancher Urteile hilft vielleicht auch einfach eine kurze Lektüre der zugehörigen Gesetzestexte und der für die jeweilige Straftat vorgesehenen Strafen.


Wer sagt denn bitte sehr, dass ich eine lebenslange Strafe erwarte? Nein, ich gehöre aber zu jenen, die kurze, aber dafür unbedingte Strafen bevorzugt, anstatt eben solche bedingten Strafen. Meiner Meinung nach wäre hier beispielsweise ein dreimonatiger unbedingter Gefängnisaufenthalt wesentlich zielführender gewesen als ein Jahr auf Bewährung.

Ich bin hier ganz klar auf der Seite des Schweizer Strafgesetz-Professors Martin Killias, der diese hohen, aber dann doch nur bedingten Haftstrafen kritisiert. Gegenüber der NZZ sagte er einst: "Es gibt auch ein fundamentales Gerechtigkeitsbedürfnis: Recht ist dazu da, gerechte Verhältnisse zu schaffen, Täter müssen eine fühlbare Sanktion erleiden. " In seinen 5 Forderungen an den Strafvollzug war dann auch eine davon, dass wieder vermehrt unbedingte Haftstrafen ausgesprochen werden - auch wenn keine Vorstrafe vorliegt.

Ich sehe darin überhaupt nichts kritikwürdiges. Und auch hier wäre demnach durchaus eine nachvollziehbare Variante gewesen, davon Gebrauch zu machen. Aber offensichtlich ist - ich zitiere Killias - eine unbedingte Strafe bereits ein Menschenrecht, wenn man keine Vorstrafen zu bieten hat.

Am Ende wars ja kein blosses Begrapschen. Einer der Angeklagten hat ein Opfer in den Schwitzkasten genommen, also ganz klar Gewalt angewendet. Von blossem "ihm ist die Hand ausgerutscht" kann also ohnehin keine Rede sein.

Und - ganz ehrlich - ich glaube nicht, dass Killias eine kurze Lektüre in die Gesetzestexte braucht. Im Übrigen verlangt er selbiges Vorgehen bei Hooligans, die bereits bei Sachbeschädigungen unbedingt für mehrere Tage eingelocht werden sollen, anstatt mit einer Busse oder bedingter Strafe. Also bei Delikten, die sogar unterhalb der sexuellen Nötigung liegen.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon MarM » 08.07.2016, 10:37

Was jetzt interessant zu wissen wäre: Wie hoch ist jetzt bei solchen Fällen die Rückfallquote (also das man sowas nochmal macht) wenn man entweder a) So verurteilt wird wie jetzt oder b) Wie von bolfo gefordert in den Bau wandert? Ich musste jetzt bei bolfos Beitrag unwillkürlich kurz an die USA denken, wo man ja vergleichsweise schnell verknackt wird- die haben da das Problem das die freikommenden Häftlinge nach dem Gefängnis eher kriminell und sogar stärker kriminell werden als vorher- ich könnte mir gut vorstellen das unser Strafsystem von sowas ausgeht. Wobei ich eben jetzt keine Zahlen habe, da es bei uns in Gefängnissen auch anders zugeht als dort.
Wäre aber interessant zu wissen, weil man dann auch wirklich ableiten könnte ob die jetztige Härte ausreichend ist oder eine von bolfo angesprochene fühlbare Sanktion doch von nöten ist.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Calcium » 08.07.2016, 11:07

Ich denke, die Frage ist immer, wie lange im Bau. Mit anderen Worten, reicht die Zeit im Gefängnis um "radikalisiert" zu werden oder ist es eher ein beschnuppern und sich dann sagen können, so will ich nie werden.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 08.07.2016, 11:53

Einer der "Kollegen" war ja schon in Untersuchungshaft, der andere halt nicht.
Und so wie sich derjenige, der nicht in Haft war, nach dem Urteil verhielt, spricht für sich.
Reue 0, Schuldbewusstsein 0, ein dreckiges Grinsen in die Kameras, eine Verhöhnung der Opfer.

Mir ist auch nicht klar, warum man sich immer um die Täter so große Sorgen macht, bei Bewährung gibt es einen staatlich subventionierten Bewährungshelfer, aber wo gibt es denn einen Opferhelfer?

Jedenfalls ist das mal wieder ein tolles Zeichen für alle Anderen, die Frauen (oder Männern, wurscht) ungefragt gerne mal sonstwo hin fassen, am besten noch im Grüppchen. Wie bolfo schon sagte, das ist keine spürbare Sanktion, im täglichen Leben ändert sich dadurch erst mal so gut wie nichts, denn selbst, wenn man gegen die Bewährung verstößt, heißt das hierzulande noch lange nicht, dass man dann einwandert.

4 Wochen Dauerarrest oder ähnlich müssten schon sein, einfach um ein Zeichen zu setzen: So geht's nun mal nicht.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 08.07.2016, 19:04

MarM hat geschrieben:Was jetzt interessant zu wissen wäre: Wie hoch ist jetzt bei solchen Fällen die Rückfallquote (also das man sowas nochmal macht) wenn man entweder a) So verurteilt wird wie jetzt oder b) Wie von bolfo gefordert in den Bau wandert? Ich musste jetzt bei bolfos Beitrag unwillkürlich kurz an die USA denken, wo man ja vergleichsweise schnell verknackt wird- die haben da das Problem das die freikommenden Häftlinge nach dem Gefängnis eher kriminell und sogar stärker kriminell werden als vorher- ich könnte mir gut vorstellen das unser Strafsystem von sowas ausgeht. Wobei ich eben jetzt keine Zahlen habe, da es bei uns in Gefängnissen auch anders zugeht als dort.
Wäre aber interessant zu wissen, weil man dann auch wirklich ableiten könnte ob die jetztige Härte ausreichend ist oder eine von bolfo angesprochene fühlbare Sanktion doch von nöten ist.


Es wurde hier viel zu lange davon ausgegangen, dass es so ist und genau dieses Argument gebracht. Kurzum: Zu schnelles Einsitzen ist schädlich. Deshalb spricht man auch so viele Bewährungsstrafen aus.

Martin Killias, Professor für Strafrecht, hat dies aber mal schön auf den Punkt gebracht:

Weil argumentiert wird, die Resozialisierung würde erschwert?

Genau. Ich sehe das als Problem, für das die Strafrechtler kollektiv Mitverantwortung tragen. Von unserer Seite aus hat man über eine Generation lang behauptet, Freiheitsstrafen seien des Übels, je weniger Freiheitsentzug, desto weniger Rückfälle. Dieses Motto der Strafrechtswissenschaft ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es beruhte auf nicht stichhaltigen Untersuchungen: Es wurden Täter, die ins Gefängnis mussten, mit Tätern verglichen, gegen die eine andere Strafe ausgesprochen worden war. Das Resultat war immer das gleiche: Wer im Gefängnis war, wurde häufiger rückfällig.

Das würde aber belegen, dass Freiheitsstrafen nicht sinnvoll sind.

Sicher, aber der Witz ist, dass es sich um einen fehlerhaften Vergleich handelt. Menschen, die ins Gefängnis kamen, haben schwerere Delikte begangen und sind mit mehr Risikofaktoren behaftet: mehr Vorstrafen, früherer Beginn der Delinquenz, Suchtproblematik, Desintegration am Arbeitsplatz, gestörte private Beziehungen. Dass sie häufiger rückfällig werden als gute Risiken, die bei den Alternativstrafen dominieren, ist trivial. Man könnte ebenso gut sagen, Spitäler seien kontraproduktiv, weil häufiger stirbt, wer dorthin kommt, als wer ambulant behandelt wird.

Im «Echo der Zeit» diese Woche hat Professor Marcel Niggli von der Uni Freiburg genau diese These vertreten: Strafmass und Strafart hätten keine Auswirkungen auf die Rückfallquote. Sie widersprechen ihm?

Als Erstes freue ich mich, dass jetzt plötzlich zugegeben wird, dass Freiheitsstrafen offenbar nicht schädlich sind. Das ist gegenüber dem Gesetzgeber ganz anders kommuniziert worden. Deshalb hat er im Strafgesetzbuch die angeblich «schädlichen» Freiheitsstrafen möglichst zurückgedrängt. Die gleiche Wirkung auf den Rückfall heisst aber nicht, dass aus der Sicht der Opfer – wie zum Beispiel bei Lucie – ein längerer Freiheitsentzug nichts brächte: Dieses Verbrechen hätte sich dann nicht ereignet. Drittens ist die Frage, welche Schlüsse man aus der Tatsache zieht, dass die Strafart das Rückfallrisiko nur wenig beeinflusst. Meiner Ansicht nach wäre das ein Grund, Geboten der Gerechtigkeit gegenüber den Opfern mehr Gewicht zu verleihen.


Quelle: http://www.nzz.ch/zuerich/heimatschutzp ... n-ld.10388



Kurzum: Die Vergleiche sind für nix. Da sich nicht viel vergleichen lässt. Ganz allgemein sei aber die Frage erlaubt, wer denn nun verdientermassen einsitzen soll. Ist es einer, der Frauen sexuell und mit Gewalt belästigt, oder ist es die Rentner-Mutti, die sich weigert, die GEZ Gebühr zu bezahlen?

Zudem ist es, wie Killias richtig sagt, auch ein Grund, den Opfern mehr Gewicht zu verleihen. Aber das darf man ja heute kaum mehr sagen, da man sonst gleich das fade Geschmäckle der möglichen "Rache" hinzu bringt, wobei die armen Täter doch eigentlich bloss therapiert und möglichst nicht ihrer Zukunft beraubt werden sollen.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 13.07.2016, 22:05

Ein weiteres Verfahren (und zumindest eine vorläufige Entscheidung) sorgt in der Schweiz für Zündstoff. Und zwar in zweierlei Hinsicht. Juristisch ist zumindest ein Teil völlig klar - und löst dennoch bei vielen Bürgern Unverständnis aus. Und wenn selbst bei der renommierten NZZ - der wohl seriösesten Schweizer Zeitung - die Wogen bei den Lesern hochgehen, kann man durchaus davon sprechen, dass (sogar der etwas mehr als) Durchschnittsbürger was nicht versteht. Aber der Reihe nach.


Fall: Unter starkem Alkoholeinfluss hatte er einen ihm Unbekannten fast zu Tode geprügelt – am Dienstag setzte das Obergericht den Deutschen auf freien Fuss. Ein Gutachten soll seine Schuldfähigkeit klären.

Quelle: http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/gegen ... kommentare

Es war in der Nacht auf den 18. Februar 2014, als sich an der Tramhaltestelle Milchbuck in Zürich 6 zwei Gestrandete auf verhängnisvolle Weise begegneten. Trams fuhren längst keine mehr, trotzdem warteten die zwei stark alkoholisierten jungen Männer auf irgendetwas. Mehr als eine Stunde nach dem Eintreffen des späteren Opfers wurde dieses vom Beschuldigten plötzlich attackiert. Es folgte ein eigentlicher Gewaltexzess, an Brutalität und Intensität kaum zu überbieten, wie sich der Staatsanwalt am Dienstag an der Berufungsverhandlung am Obergericht ausdrückte.

Immer wieder schlug der Beschuldigte mit den Fäusten auf den Hinterkopf seines Gegenübers, liess auch nicht von ihm ab, als dieses schon längst am Boden lag, kehrte nochmals an den Tatort zurück, um dem Bewusstlosen mehrmals gegen den Kopf zu treten. Nach mehr als 20 Minuten liess der Täter das lebensgefährlich verletzte Opfer – unter anderem erlitt es diverse Schädelbrüche – auf dem Tramgeleise liegen und entfernte sich. Kurz darauf, gegen 4 Uhr 30, kam das erste Tram der Linie 10, der Chauffeur konnte gerade noch rechtzeitig abbremsen.

Beim Beschuldigten handelt es sich um einen heute 27-jährigen Deutschen, der nach seinem Informatikstudium in Deutschland an der Universität Zürich doktorieren wollte. In der Tatnacht hatte er nach eigenen Angaben vier Liter Bier und ein Fläschchen «Jägermeister» getrunken. Das ergab einen Blutalkoholgehalt von rund 2 Promille – ebenso viel hatte das Opfer intus, ein damals 19-jähriger Lehrling.

An der Tatversion der Anklagebehörde gibt es wenig zu rütteln – die brutalen Schläge und Fusstritte wurden von sieben Überwachungskameras der VBZ festgehalten. Objektiv handle es sich um eine schlimme Tat, räumte denn auch der Verteidiger zu Beginn seines Plädoyers ein. Sein Mandant müsse von Angst und Panik überflutet worden sein, so versuchte er die Tat zu erklären, offenbar habe er sich in einer Notwehrsituation gewähnt.

Aber der erbetene Verteidiger, der gegenüber der Vorinstanz den Pflichtverteidiger ersetzte, fokussierte sich auf die Frage, ob der Beschuldigte angesichts der diagnostizierten Alkoholintoxikation zum Tatzeitpunkt schuldfähig gewesen war. Das Bezirksgericht Zürich hatte dies bejaht, gestützt auf ein amtliches Gutachten. Einzig bei der Strafzumessung anerkannte es eine schwere Verminderung der Schuldfähigkeit und reduzierte die Freiheitsstrafe entsprechend auf sieben Jahre.

Vier Privatgutachten hatte der Beschuldigte in Auftrag gegeben, die ihm wenig überraschend allesamt eine Schuldunfähigkeit attestierten. Von derlei abweichenden Einschätzungen lassen sich die Gerichte selten überzeugen. Doch der Verteidiger verwies erfolgreich auf die Stellungnahme des amtlichen Gutachters, in der dieser einräumte, in Sachen Schuldfähigkeit gebe es einen gewissen Spielraum und es seien in diesem Fall beide Hypothesen vertretbar.

Dies veranlasste das Obergericht, den Beschuldigten gegen eine Kaution von 30 000 Franken aus dem vorzeitigen Strafvollzug zu entlassen und ein Obergutachten in Auftrag zu geben.



Es sind nun zwei Aspekte, die für Aufruhr sorgen. Der erste davon ist juristisch einwandfrei belegt, sorgt aber dennoch für Unverständnis: Die verminderte Schuldfähigkeit bzw. sogar Schuldunfähigkeit unter Alkoholeinfluss. Etwas, was viele nicht nachvollziehen können. Aber juristisch braucht es für eine Schuld eben auch die Fähigkeit, die Schuld einsehen zu können. Und dies ist bei Besoffenen nicht der Fall.

Darüber lässt sich diskutieren - interessant ists allemal. Bei den Nicht-Juristen jedenfalls ist das Verständnis relativ gering, dass sich Besoffenheit strafmildernd bei solch schlimmen Delikten auswirken kann. Selbst wenn es juristisch wohl oder übel vollkommen Sinn macht. Zudem ist die Rechtsgrundlage interessant:

StGB Art. 19 3. Rechtmässige Handlungen und Schuld. / Schuldunfähigkeit und verminderte Schuldfähigkeit

Schuldunfähigkeit und verminderte Schuldfähigkeit

1 War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht strafbar.

2 War der Täter zur Zeit der Tat nur teilweise fähig, das Unrecht seiner Tat einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so mildert das Gericht die Strafe.

3 Es können indessen Massnahmen nach den Artikeln 59-61, 63, 64, 67, 67b und 67e getroffen werden.1

4 Konnte der Täter die Schuldunfähigkeit oder die Verminderung der Schuldfähigkeit vermeiden und dabei die in diesem Zustand begangene Tat voraussehen, so sind die Absätze 1-3 nicht anwendbar.


Üblicherweise kommt es ab 2 Promille in Frage, über verminderte Schuldfähigkeit oder gar Schuldunfähigkeit zu sprechen. Viele stossen sich daran aber wegen dem vierten Absatz: "Konnte der Täter die Schuldunfähigkeit oder die Verminderung der Schuldfähigkeit vermeiden und dabei die in diesem Zustand begangene Tat voraussehen, so sind die Absätze 1-3 nicht anwendbar." Jetzt fragen sich natürlich viele: Warum gilt der nicht? Die Verminderung der Schuldunfähigkeit hätte der Täter ja vermeiden können. Es hat ihn niemand gezwungen, zu trinken. Sondern er hat es aus freien Stücken getan. Daran hängt sich nun auch einiges an der Diskussion auf. Anscheinend ist ihm das Gericht aber - wie im Zeitungssausschnitt erwähnt - bereits strafmildernd entgegengekommen. Und genau das stört nun viele.

(Selbstverständlich kann man sich nicht besaufen und dann absichtlich eine Straftat begehen, die im voraus geplant ist. Dies ist bereits ein Vorsatz, der im nüchternen Zustand getroffen wurde. Nur, um schon einigen künftigen Kommentaren vorzubeigen).

Ich behaupte, dass hier der Teufel im Detail liegt. Es heisst ja: "Konnte der Täter die Schuldunfähigkeit oder die Verminderung der Schuldfähigkeit vermeiden und dabei die in diesem Zustand begangene Tat voraussehen, so sind die Absätze 1-3 nicht anwendbar." Und dieses UND machts wohl aus. Er könnte die verminderte Schuldfähigkeit vermeiden. Aber wohl eben nicht die in diesem Zustand begangene Tat voraussehen. "Und" heisst aber wohl, dass BEIDES eintreten muss, damit der Artikel zur Anwendung kommt. So erkläre ich es mir jedenfalls. Dann würde es nämlich Sinn machen, dass man dann bei bereits Vorbestraften (u.a. eben genau wegen Taten im besoffenen Zustand) diesen Artikel anwenden kann.



Wie auch immer: Am Ende ists eben so, dass nicht verstanden wird, dass ein "sich besaufen" so ausgelegt werden kann, dass es strafmildernd wirkt. Auch wenns juristisch so ist. Diesbezüglich gebe ich auch Helmut Rüster, damals bei der Verbrechensopferorganisation in Deutschland, recht, als er sagte:

"Für das Opfer ist es egal, ob der Täter betrunken war oder nicht" [...] "Aber dass alkoholisierte Täter auch noch einen Bonus bekommen, ist aus Sicht der Opfer nicht nachvollziehbar." Das Strafrecht sei auf die Täter fixiert.


Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/betrunke ... 60068.html


Das ist also mal die erste Sache. Aber extrem kritisiert wird die Tatsache (und die ist für mich hier sogar noch prägender), dass man den Täter nun auf Kaution auf freien Fuss gesetzt hat. Und zwar aus folgendem Grund: Der Tagesanzeiger schrieb damals 2014:

Beim Schläger handelt es sich um einen 25-jährigen Deutschen. Er war erst einige Monate vor der Tat in die Schweiz gekommen und arbeitete als Doktorand an einem mehrjährigen Projekt am Institut für Informatik an der Universität Zürich. Er stellte am 3. Oktober ein Haftentlassungsgesuch, seine Eltern boten eine Kaution von hunderttausend Franken an. Das Zwangsmassnahmengericht hiess das Gesuch gut.

Die Staatsanwaltschaft erhob beim Obergericht Beschwerde: Sie wirft dem Deutschen versuchte Tötung vor. Der Mann habe mit einer empfindlichen Freiheitsstrafe zu rechnen, es bestehe Fluchtgefahr. Das Obergericht und das Bundesgericht folgten der Begründung der Staatsanwaltschaft.

Laut dem gestern veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts liefert Deutschland seine Bürger nicht aus. Der Mann könnte sich durch eine Flucht in sein Heimatland der weiteren Strafverfolgung in der Schweiz entziehen. Auch eine elektronische Fussfessel, wie sie der Beschuldigte vorschlug, könnte eine Flucht kaum verhindern.


Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/sta ... y/15150554


Da stellt man sich nun ernsthaft die Frage, warum man diesen Herrn nun auf freien Fuss setzt. 2014 sagte man noch: Fluchtgefahr, möglicher Entzug der Strafverfolgung durch Flucht ins Heimatland. Und jetzt lässt man ihn laufen? Was erwartet man denn nun? Dass der Däumchen dreht? Er wäre ja denkbar dumm, wenn er die Einladung nicht annehmen würde und sich nach Deutschland absetzt. Man kann also nur sagen: Fortsetzung folgt.................
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Danny McNamara » 14.07.2016, 17:50

bolfo hat geschrieben:
:chat: :chat: :chat:

Da stellt man sich nun ernsthaft die Frage, warum man diesen Herrn nun auf freien Fuss setzt. 2014 sagte man noch: Fluchtgefahr, möglicher Entzug der Strafverfolgung durch Flucht ins Heimatland. Und jetzt lässt man ihn laufen? Was erwartet man denn nun? Dass der Däumchen dreht? Er wäre ja denkbar dumm, wenn er die Einladung nicht annehmen würde und sich nach Deutschland absetzt. Man kann also nur sagen: Fortsetzung folgt.................



Erst einmal Danke für den neuen Beitrag und die passenden Zitate und Verlinkungen.

Was die Besoffenheit und die Strafmilderung angeht, so gehe ich voll mit dem von Dir gebrachten Zitat vom Herrn Rüster mit.

Schließlich handelt es sich hier um eine vermeidbare Sache, im Gegensatz zu wirklich dauerhaft Unzurechnungsfähigen (z.B. geistig Zurückgebliebenen).
Wer nicht mit Alkohol klarkommt, der kann bzw. sollte es besser bleiben lassen.

Was diese Sache mit der Kaution betrifft, so lässt mich dies wirklich, wieder einmal, am gesunden Menschenverstand von so manchem unserer staatlichen Eliten zweifeln.

Recht amüsant finde ich, dass obwohl die Familie des Täters ja selbst 100.000 Franken Kaution angeboten hat, also finanzielle Mittel in Fülle vorhanden sind, die tatsächliche Kaution dann nur mit 30.000 Franken angesetzt wurde. WTF?

Darf man sich dies in etwas so vorstellen(?):
X: Ich gebe ihnen ein Zehntel.
Y: Niemals, ich will mindestens ein Zwanzigstel!

Auf der anderen Seite ist die Sache mit der Kaution/ Haftverschonung ja in meinen Augen sowieso vielfach komplett pervertiert und ich persönlich würde auch nicht mehr nur von Naivität, sondern schon von einer Form der Debilität sprechen.
Aktuelles Beispiel aus Hamburg:

Trotz einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren musste der 37-Jährige zunächst nicht ins Gefängnis. Die Richter sahen keine Fluchtgefahr, auch weil Erkan U. seine Taten bereute. Er wollte zunächst bei seiner Mutter wohnen und dann in der Eifel ein neues Leben beginnen. Der Ex-Rocker verließ den Gerichtssaal als freier Mann. Einzige Auflage: Der 37-Jährige aus Hamburg-Hoheluft sollte sich zweimal pro Woche bei der Polizei melden.

[...]

Doch nun ist Erkan U. weg. Untergetaucht.
[...]


Quelle:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Ex-Mongols-Boss-ist-untergetaucht,mongols158.html

sowas konnte man ja nicht ahnen... :wink2: :mrgreen:
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 14.07.2016, 23:24

Danny McNamara hat geschrieben:Was die Besoffenheit und die Strafmilderung angeht, so gehe ich voll mit dem von Dir gebrachten Zitat vom Herrn Rüster mit.

Schließlich handelt es sich hier um eine vermeidbare Sache, im Gegensatz zu wirklich dauerhaft Unzurechnungsfähigen (z.B. geistig Zurückgebliebenen).
Wer nicht mit Alkohol klarkommt, der kann bzw. sollte es besser bleiben lassen.


Das sehe ich auch so. Am Ende ists doch einfach meist ein Zustand, indem man sich selbst versetzt. Da ist ein Entgegenkommen nicht so recht nachvollziehbar. Jeder, der Alkohol zu sich nimmt, sollte sich eigentlich bewusst sein, dass er danach nicht mehr "richtig" tickt, das heisst, dass es bestimmte Veränderungen im Körper gibt. Und die nimmt nun mal jeder in Kauf, der das Glas ansetzt (was übrigens ein Grund ist, weshalb ich mich nie volllaufen lasse - für mich ist dies schlicht nicht verantwortungsbewusst).

Interessant dazu ist übrigens auch dieser, wenn auch ein alter Artikel der Berliner Zeitung:
http://www.berliner-zeitung.de/wer-betr ... h-15504434

Wenigstens gut zu wissen, dass man nicht "einfach so" vermindert schuldfähig ist bei alkoholisiertem Zustand. Dennoch zeigt es sich, wie absurd es ist, wenn beispielsweise derjenige, der betrunken bei einer Verkehrskontrolle mit unerlaubtem Waffenbesitz einen Polizisten erschiesst, bloss 7 Jahre Haft bekommt, weil er unter Vollrausch gehandelt hat.

Interessant ist ja auch dies hier:
Wegen Mordes an einem Ehepaar in Weißensee erhielt 2003 ein 32-Jähriger 14 Jahre Haft. Er hatte sich auf eine Rauschtat berufen.Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf, weil der Täter bereits zuvor unter Alkohol einen Zechkumpan erschlagen hatte und deshalb gewusst haben muss, dass er unter Alkohol zu Straftaten neigt. Im zweiten Prozess wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.


Immerhin greift das Gesetz dann, wenn der Täter vorbestraft ist, weil er schon unter Alkoholeinfluss Delikte begangen hat. Dass es dazu allerdings den Bundesgerichtshof braucht, ist auch nicht gerade ein Kompliment an die Rechtssprechung......



Was diese Sache mit der Kaution betrifft, so lässt mich dies wirklich, wieder einmal, am gesunden Menschenverstand von so manchem unserer staatlichen Eliten zweifeln.

Recht amüsant finde ich, dass obwohl die Familie des Täters ja selbst 100.000 Franken Kaution angeboten hat, also finanzielle Mittel in Fülle vorhanden sind, die tatsächliche Kaution dann nur mit 30.000 Franken angesetzt wurde. WTF?

Darf man sich dies in etwas so vorstellen(?):
X: Ich gebe ihnen ein Zehntel.
Y: Niemals, ich will mindestens ein Zwanzigstel!


Man fragt sich dann auch ernsthaft, inwiefern da überhaupt seriös ermittelt wurde. Mich als Richter würds jedenfalls schon mal stutzig machen, wenn die Weltern schon mal 100'000 Franken Kaution angeboten haben. Dass man auf 30'000 nach unten geht.... absolut unverständlich.

Den Entscheid versteht ohnehin niemand. Wenn der Täter nun abhaut, kann der anschliessend völlig unbehelligt in Deutschland leben und sich hier dem Prozess entziehen. Als Opfer käme ich mir saudämlich vor. Aber vielleicht würde das ja einigen Gefallen. Er würde uns ja keine Kosten mehr machen, und 30'000 hätte es ja auch noch in die Kassen gespühlt.


Auf der anderen Seite ist die Sache mit der Kaution/ Haftverschonung ja in meinen Augen sowieso vielfach komplett pervertiert und ich persönlich würde auch nicht mehr nur von Naivität, sondern schon von einer Form der Debilität sprechen.
Aktuelles Beispiel aus Hamburg:


Trotz einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren musste der 37-Jährige zunächst nicht ins Gefängnis. Die Richter sahen keine Fluchtgefahr, auch weil Erkan U. seine Taten bereute. Er wollte zunächst bei seiner Mutter wohnen und dann in der Eifel ein neues Leben beginnen. Der Ex-Rocker verließ den Gerichtssaal als freier Mann. Einzige Auflage: Der 37-Jährige aus Hamburg-Hoheluft sollte sich zweimal pro Woche bei der Polizei melden.

[...]

Doch nun ist Erkan U. weg. Untergetaucht.
[...]


Quelle:
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Ex-Mongols-Boss-ist-untergetaucht,mongols158.html

sowas konnte man ja nicht ahnen... :wink2: :mrgreen:


Ja. Was will man da noch sagen...........

Interessant ists ja, was für Vorteile man geniessen kann, wenn man denn "bereut". Wobei Reue ja offensichtlich eh ein sehr weit gefasster Begriff ist. Zumindest in der Rechtssprechung.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 03.08.2016, 05:17

Ein weiteres interessantes Urteil aus der Schweiz. Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Bei uns in der Schweiz ist die schlechteste Note ja die 1,0 und die beste die 6,0. Nun ist folgendes passiert:

Weil ein Sechstklässler die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium wegen einer 2,0 im Deutschaufsatz nicht bestand, gingen seine Eltern vor Gericht - und bekommen nun recht. Die Benotung sei willkürlich. Dabei wars so, dass ein Aufsatz über ein Thema geschrieben werden musste, was vorgegeben war.

NZZ hat geschrieben: "Das Gericht schreibt in seinem Urteil, dass die Herangehensweise des Schülers etwas unkonventionell war und deshalb erheblich von derjenigen der anderen Schüler abwich. Man könne daraus aber nicht schliessen, dass er die Aufgabenstellung vollständig missachtet habe. Der Vorwurf, der Schüler habe das Aufsatzthema vollständig verfehlt, sei deshalb nicht haltbar und damit willkürlich."
[...]
"Den Aufsatz selber zu benoten – soweit ging das Gericht dann wegen mangelnder Fachkompetenz dennoch nicht. "


Quelle: http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/zuerc ... -ld.108732

Es wäre ja ein Hohn gewesen, wenn man dann auch gleich noch die Note bestimmt hätte. Aber Fazit:

Das Gericht sieht sich also nicht als fachkompetent genug, den Aufsatz zu bewerten. Aber offensichtich ist man fachkompetent genug, um zu erkennen, dass die Note falsch ist? Das widerspricht jeglicher Logik. Aber einmal mehr wird von den Juristen etwas, was nicht passend ist, passend gemacht.

Jetzt können Schüler, die völlig ahnungslos sind schon mit dem Anwalt kommen. Ja, ich war halt sehr unkonventionell.... "es ist alles falsch, aber ich habs doch richtig gemeint!" Manchmal sollte man eben zwischen unkonventionell und schlicht FALSCH und UNGENÜGEND unterscheiden können. Offensichtlich können das Juristen nicht. Dass es hingegen Eltern nicht können, war ja schon lange bekannt.

Aber das ist die heutige Ansicht. Schlecht und ungenügend darf keiner mehr sein. Sondern alle sind gut. Und es ist schon gar nicht falsch. Wenn, dann ist es UNKONVENTIONELL. Dass ich nicht lache!


Fakt ist doch, dass jede Prüfung anhand eines bestimmten RASTERS gewertet wird. Das ist klar vorgegeben (u.a. auch wie Aufsätze zu werten sind, die gänzlich am Thema vorbeigehen). Ja, die Lehrer sind fachkompetent - und deshalb muss man ihnen auch ZUTRAUEN, dass sie die Sache RICHTIG bewerten. Erst recht, wenn es sogar Zweitkorrekturen gibt. Und es obliegt deshalb nun mal sehr wohl der Lehrperson, zu entscheiden, ob die Aufgabenstellung erfüllt wurde oder nicht. Willkürlich ist hier einmal mehr einfach die Ansage des Gerichts, das Vorgehen sei willkürlich gewesen. Ein Wort, dass doch so gerne angebracht wird, wenn man sonst nichts zu sagen hat. Wenn, müsste man das Bewertungsraster an sich anprangern - doch dies obliegt nun mal der Schule als Institution selbst!

Nur schon, wenn ich folgendes lese, stehen mir die Haare zu Berge:
Sie (die Eltern, Anmkerkung von mir) wollten die Kantonsschule per Gerichtsbeschluss verpflichten, ihren Sohn ab dem Schuljahr 2016/2017 aufzunehmen oder zumindest die Bildungsdirektion anzuweisen, den Deutsch-Aufsatz mindestens mit der Note 3,0 zu bewerten. Damit hätte der Schüler die Aufnahmeprüfung bestanden.


Das sagt doch schon alles. Der Sohn ist zu schlecht. Also will man einfach, dass die Schule ANGEWIESEN wird, einfach eine bessere Note zu schreiben, damit die Aufnahmeprüfung als bestanden gilt. Unfassbar! Es wäre ein Hohn gewesen, wenn man darauf als Gericht eingegangen wäre. Von da weg könnte man bei uns die passenden Noten einfach einklagen!


Besonders interessant wirds jetzt, weil folgendes passierte:

Vielmehr wies sie die Angelegenheit an die Kantonsschule zurück, damit diese den Aufsatz neu benote und entscheide, ob der Schüler die Aufnahmeprüfung bestanden habe. Zudem muss die Kantonsschule die Gerichtskosten von rund 2000 Franken übernehmen und den Eltern eine Parteientschädigung von 1500 Franken zu bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


Was macht denn nun die Kantonsschule? Ehrlich? Ist doch klar. Man DARF jetzt diesen Aufsatz gar nicht nochmals ungenügend bewerten. Sonst gibts wieder Gericht. Wohl wieder Gefahr auf vermeintliche Willkür - und noch höhere Kosten. Also wird man einfach eine 3,0 reinschreiben - und die Eltern werden dann sagen: Siehst du, wir habens doch gesagt, dass du gut genug bist! Und jetzt hab viel Spass an 6 Jahren Gymnasium, wo du offenbar eigentlich nix zu suchen hast.

Ich meine, was macht jetzt das Gericht, wenn ein Zweit-, Dritt-, Viertexperte die Sache nochmals korrigiert, und ALLE geschlossen zur Meinung kommen, dass die Korrektur rechtens war (was es nicht sein darf)? Wenn die Note bei 2,0 bleibt? Weil alle geschlossen sagen: Nein, das bewerten wir nicht mit mehr als einer 2,0? Wie argumentiert man dann? Sorry, wir lagen falsch? Nein, das Gericht hat ja offenbar FESTGESTELLT, dass eine 2,0 willkürlich war! Also dürfen die Experten gar nicht zum Schluss kommen, dass eine 2,0 bestehen bleibt. Das heisst also sehr wohl, dass das Gericht indirekt bestimmt hat, dass der Schüler zugelassen werden muss.

Die Sache ist an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten. Meiner Meinung nach hat hier das Gericht eine Kompetenzüberschreitung begangen. Es hat Experten die BEWERTUNG einer Sache abgenommen, bei dem es selbst nicht fachkompetent ist!


Das Hauptproblem besteht meiner Meinung nach hier drin: "Man könne daraus aber nicht schliessen, dass er die Aufgabenstellung vollständig missachtet habe.". Ja, aber man kann daraus ebenso wenig schliessen, dass er sie NICHT vollständig missachtet hat! Und genau diese Abklärung obliegt den Experten. Und das sind hier die Lehrer, und nicht die Juristen!

Jetzt kommen natürlich die Oberschlauen und sagen: Moment, der Lehrer MUSS aber zweifelsfrei nachweisen können, DASS es der Schüler NICHT wusste. Dass der Schüler die Aufgabenstellung vollständig missachtet hat. Der Schüler hat nicht die Beweislast, sondern der Lehrer. Aber das ist so nicht handhabbar. Dann sind wir bei hochtheoretischen juristischen Konstrukten, die nicht funktionieren. Nach dem Motto: Ich schreibe nun in einer Schrift, die niemand lesen kann, und der Lehrer muss mir dann beweisen, dass ich NICHT die Lösung gemeint habe! Kann er ja nicht - er kanns ja nicht lesen! Oder: Ich schreibe gar nichts. Für die Rechtschreibung hätte ich dann aber gerne die Bestnote, ich hab ja nichts falsches geschrieben. Für die Schönschrift auch. Denn unschön ists ja nicht, wenn ich gar nichts geschrieben hab!

Nein, für solche Einschätzungen haben wir EXPERTEN. Und denen müssen wir die Einschätzung auch zutrauen. Dazu braucht es keine Gerichte, die dann nicht mal fachkompetent auf dieser Ebene sind, aber dennoch in den Prozess eingreifen. Es darf nicht sein, dass Gerichte den EXPERTEN ihre Einschätzungen streitig machen (solange sie mit Zweit- bzw. sogar Drittexperten gemacht wurden, was bei Aufnahmeprüfungen hier aber Standard ist). Schliesslich darf das auch keiner bei den Juristen. Dort nennt man diese Vorgehensweise dann übrigens Selbstjustiz.

Ich freue mich ja schon, bis endlich einmal ein Angeklagter auf die Idee kommt, die Einschätzung eines Gerichtspsychiaters weiter vor Gericht zu ziehen und dieses dann auf den Schluss kommt, die Einschätzung sei willkürlich gewesen, weil man aus der Einschätzung ja schliesslich nicht daraus schliessen könne, dass der Beschuldigte auch tatsächlich dieses oder jenes denkt.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Formel Heinz » 03.08.2016, 11:24

Das hört sich eher nach reichen Eltern an die ihr Kind, das ja sicherlich nur ein von unserer bösen Gesellschaft missverstandenes Genie ist ( :rotate: ), durch's Leben und zu einer guten Ausbildung/einem guten Beruf klagen wollen. Nach dem Motto "Wenn mein Kind nicht das bekommt, was es/ich will, finden wir schon einen Grund, Sie zu verklagen". Wie fühlen sich denn die Schüler, die sich nicht so einfach einen Anwalt leisten können, aber auch mit einer 2,0 in irgendeinem Fach hängengeblieben sind?
Kinder, merkt Euch eines: wenn Ihr Reich seid oder Eure Eltern reich sind, müsst Ihr keine Anforderungen erfüllen - holt einfach Euren Anwalt!

Der gesamte Fall, den Du da beschrieben hast, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, vor allem wenn ich mir anschaue, wie das hier ist mit den Noten. Selbst wenn ich meine, die Aufgabenstellung richtig bearbeitet zu haben: am Ende ist es der Lehrer, der das bewertet - immerhin hat er, in der Regel, die Aufgabe gestellt. Wenn es Unklarheiten gibt dann geht man mit der Klausur halt mal zum Lehrer und fragt nach, die Meisten Lehrer sind auch gerne bereit, zu erklären, warum man da jetzt nicht mehr Punkte bekommen hat. Aber zum Gericht gehen? Vor allem, wenn das Kind (wenn ich es richtig verstanden habe) noch in der Grundschule ist? Das ist doch vollkommen unzumutbar.

Noch was: Weshalb genau muss die Schule die Gerichtskosten tragen? :eh2:
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon bolfo » 03.08.2016, 13:09

Formel Heinz hat geschrieben:Das hört sich eher nach reichen Eltern an die ihr Kind, das ja sicherlich nur ein von unserer bösen Gesellschaft missverstandenes Genie ist ( :rotate: ), durch's Leben und zu einer guten Ausbildung/einem guten Beruf klagen wollen. Nach dem Motto "Wenn mein Kind nicht das bekommt, was es/ich will, finden wir schon einen Grund, Sie zu verklagen". Wie fühlen sich denn die Schüler, die sich nicht so einfach einen Anwalt leisten können, aber auch mit einer 2,0 in irgendeinem Fach hängengeblieben sind?
Kinder, merkt Euch eines: wenn Ihr Reich seid oder Eure Eltern reich sind, müsst Ihr keine Anforderungen erfüllen - holt einfach Euren Anwalt!


Oder eben: Kinder, merkt Euch eines: Ihr habt ein ANRECHT auf gute Noten, egal wie unfähig ihr seid!

Und genau das ist einfach das Problem. Dieses vermeintliche "Anrecht" auf gute Noten, gute Jobs, gute Karriere. Und das mit möglichst wenig Aufwand und Wissen. Denn anscheinend wird das als Anrecht gesehen, sonst würde man es ja nicht einklagen.

Der Witz ist, dass die Schulen gewaltig unter Druck sind deswegen. Eine Studie hat bei uns unlängst gezeigt, dass insbesondere in der Primarschule Lehrer nun tendentiell BESSERE Noten verteilen - nur, um einem Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen. Also ganz nach dem juristischen Motto: Im Zweifel für den Angeklagten... ehm Schüler.

Der gesamte Fall, den Du da beschrieben hast, ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten, vor allem wenn ich mir anschaue, wie das hier ist mit den Noten. Selbst wenn ich meine, die Aufgabenstellung richtig bearbeitet zu haben: am Ende ist es der Lehrer, der das bewertet - immerhin hat er, in der Regel, die Aufgabe gestellt. Wenn es Unklarheiten gibt dann geht man mit der Klausur halt mal zum Lehrer und fragt nach, die Meisten Lehrer sind auch gerne bereit, zu erklären, warum man da jetzt nicht mehr Punkte bekommen hat. Aber zum Gericht gehen? Vor allem, wenn das Kind (wenn ich es richtig verstanden habe) noch in der Grundschule ist? Das ist doch vollkommen unzumutbar.


Da kann ich dir viele Storys erzählen. Ich hatte mal eine über 40-jährige Schülerin. In allen Fächern sehr gut (ist auch kein Wunder, von einer 40 jährigen DARF ich in z.B. Politik und Geschichte mehr erwarten als von einem jungen Menschen), ausser eben in Mathematik. Dort herrschte nahezu Ahnungslosigkeit. Aber immer wieder sehr lange, sehr ausgedehnte Lösungswege bei Prüfungen - die leider vollkommen falsch waren. Heisst: Ansätze falsch, Rechenfehler, völlig falsche Modelle. Ich habe selten jemanden erlebt, der derart "schön" und ausführlich schreibt, was aber ALLES falsch ist.

Du glaubst ja jetzt kaum, dass sie da ein Einsehen hatte, oder? Nein, da war ICH schuld. Ich habe dann versagt. Nicht verstanden, was sie eigentlich wollte. Falsche Notenmassstäbe angesetzt. Alles zu unklar kommuniziert. Das gab ein einziges Hin und Her mit unserer Führung. Am Ende hiess es: Es hat oberste Priorität, dass diese Person besteht. Heisst: Ich sollte den GESAMTEN UNTERRICHT auf ihre Bedürfnisse hin mit ausrichten. Auf die Frage hin, was denn mit all den anderen sei, hiess es: Wir müssen jeden Lerntyp bedienen (also INSBESONDERE die Minderheit), und von den anderen ginge keine grosse Gefahr eines Rekurses aus. Zudem seien die anderen ja gut genug, um nicht darunter zu leiden.

Natürlich habe ich mich geweigert, das so zu handhaben. Aber auch hier wars wieder so: Sie argumentierte, ich würde zu unstrukturiert dozieren. Darauf hin kam von der Führung die Antwort, ihre Argumente seien nachvollziehbar. Mein Einwand: Wie kann jemand erkennen, ob mein Unterricht strukturiert ist, wenn er selbst keine Struktur erkennen kann (was in ihrem Fall offensichtlich war)? Und noch wichtiger: Wie kann die Führung erkennen, ob Argumente nachvollziehbar sind, wenn man nicht mal KENNTNIS vom Inhalt meiner Vorlesung hat?

Und genau hier hat sich eben gezeigt, dass die Leute Angst haben. Angst davor, dass ein Schüler bzw. eine Schülerin mit dem Anwalt kommen könnte. Angst vor einem Gerichtsverfahren. Angst vor Kosten. Also erklärt man es zur obersten Priorität, diese Leute "irgendwie" durchkommen zu lassen. Was natürlich diskriminierend gegenüber jedem anderen ist.


Und genau das ist das Problem an unserer Gesellschaft. Nicht die Leistung, nicht das Wissen, nicht der Einsatz zählt. Sondern schlicht, wer sich am Ende einen Anwalt holt. In Anbetracht der Sache, dass in diesem Fall hier der Schüler noch in der Grundschule ist, wird die Sache erst recht unzumutbar. Das zeigt bereits, welch ein ungeheurer Druck auf ihm lastet. Wer bereit ist, sein Kind in ein Gymnasium hineinzuklagen, wird niemals anerkennen, dass das Kind nicht gut genug ist. Das heisst, diesem Jungen stehen nun wohl unschöne 6 Jahre bevor. 6 Jahre voller Streit zwischen Eltern und Schule, bei dem wohl jede ungenügende Note zur Nervenprobe werden wird.

Ich kenne leider viele solche Fälle. Und in den meisten hat es dem Kind extrem geschadet. Weil das ganze eigentlich nichts weiteres als ein Privatkrieg der Eltern ist, der auf dem Rücken des Kindes ausgetragen wird - und das noch juristisch legitimiert.


Noch was: Weshalb genau muss die Schule die Gerichtskosten tragen? :eh2:


Ich nehme an, weil man als Angeklagter unterlegen war. Heisst: Man befand sich offensichtlich im Unrecht.
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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Danny McNamara » 03.08.2016, 20:56

bolfo hat geschrieben:Ein weiteres interessantes Urteil aus der Schweiz. Da kann ich nur den Kopf schütteln.

Bei uns in der Schweiz ist die schlechteste Note ja die 1,0 und die beste die 6,0. Nun ist folgendes passiert:

:chat: :chat: :chat: :chat: :chat: :chat:


"Schöne" neue Welt :rotate: :facepalm:

Wenngleich ich für die ganze Angelegenheit absolut null persönliches Verständnis aufbringen kann,
so ist es doch garnicht überraschend, dass es nun auch mal zu so etwas kommen musste.
Generation Snowflake halt...

Schauts Euch doch nur z.B. die steigenden Abiturientenzahlen an...
Es gibt doch regelmäßig Meldungen darüber, dass Bewertungsschlüssel (insbesondere bei Mathe-Klausuren) angepasst werden (müssen), weil sonst zu viele zu schlecht abschneiden (und eventuell durchfallen).

Es kann halt nicht sein, was nicht sein darf...

War erst vor Kurzem bei nem guten Freund in Berlin zu Besuch und was der mir über den Betrieb am "Gymnasium" erzählt hat, das geht auf keine Kuhhaut...
"The ultimate measure of a man is not where he stands in moments of comfort and convenience, but where he stands at times of challenge and controversy."

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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Danny McNamara » 03.08.2016, 21:05

Passend zum Thema (und immer wieder sehr geil):
Ein Meisterwerk von Kurzfilm und eine sehr treffende überspitzte Bildungskritik

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Re: Urteile, die der Durchschnittsbürger nicht versteht

Beitragvon Vendue » 04.08.2016, 01:14

Danny McNamara hat geschrieben:Passend zum Thema (und immer wieder sehr geil):
Ein Meisterwerk von Kurzfilm und eine sehr treffende überspitzte Bildungskritik


Meiner Meinung nach liegt das Problem der derzeitigen Bildungssysteme deutlich woanders. Ich selbst war ein recht guter Schüler, aber nach meiner Schulzeit habe ich eines festgestellt: Ich weiß wohl in keinem "Lernfach" genug, um irgendeinen Test zu bestehen oder mehr als nur eine knapp positive Beurteilung zu erhalten. Dass der Menschen Gelerntes vergisst, ist zwar vollkommen normal, aber unter dieser Bedingung arbeitet das System Schule ineffizient. Die Unsummen, die in Schulen investiert werden, werden also für Nichts investiert. Mein Ansatz wäre es, sich weniger auf punktuelle Leistungen zu beschränken, sondern den Lernstoff sehr regelmäßig zu wiederholen, denn nur durch Wiederholung verfestigt sich Gelerntes.

Die derzeitige Entwicklung, dass immer mehr Schüler ins Gymnasium wechseln, finde ich nicht unbedingt schlecht. Wieso sollte man diesen Schülern nicht eine Chancen geben? Einerseits profitieren davon Schüler, die sich später entwickeln und dann zu guten Schülern werden können, andererseits profitieren Schüler aus unteren sozialen Schichten, deren Familien nicht die finanziellen Mittel für Nachhilfe (oder für eine Klage) besitzen oder an Bildung interessiert sind.
Es sei gesagt, dass sich dies auf Deutschland und Österreich beziehen soll. In der Schweiz gehen die Schüler sowieso erst später aufs Gymnasium.


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