Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Die Plauderecke des Forums. Passt ein Thema nirgendwo rein, könnt Ihr es hier unterbringen.

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mamoe
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von mamoe » 27.05.2020, 22:11

BruderimHerrn hat geschrieben:
27.05.2020, 11:59
Typ17 GTI hat geschrieben:
27.05.2020, 09:24
Wenn du z.B. nicht so schnell fahren kannst wie erlaubt, weil es dein Fahrzeug( Traktor etc.) nicht hergibt und sich hinter dir eine Kolonne bildet, mußt du sie bei der nächsten Gelegenheit vorbeilassen, sonst kannst du belangt werden. Wenn du mit Absicht langsamer fährst als nötig, kannst du erst recht belangt werden.
auch so eine vergessene Regel. Wer kennt eigentlich noch die LKW Haltestreifen vor Bahnübergängen (bzw. Halten an der einstreifigen Barke), wo man bei geschlossener Schranke am LKW vorbeifahren und sich vor den LKW stellen konnte?
nee kenn ich nicht :think:
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von RedBull_Formula1 » 28.05.2020, 22:48

Mich hat es von Anfang an gewundert, wieso der "Polizist" sein Opfer so mit dem Bein "fixiert" hat. Und als ich dann auf den LeBron-Insta Beitrag gestoßen bin, da hat es mich umgehauen.

Der "Polizist" und seine Komplizen müssen dafür geradestehen. Anklage wegen Mordes. Zudem zeigt es halt wieder, dass es in der USA nachwievor allgegenwärtigen Racism gibt.

Bild
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Woelli38
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Woelli38 » 28.05.2020, 23:38

Wenn Twitter böse zu Trump ist... :roll:

Nach Streit mit Twitter - Trump unterzeichnet Erlass zu Sozialen Medien

https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... r-151.html
Man nannte Ihn den "Fisherman’s Friend" der Formel 1... :mrgreen:

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Calvin
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Calvin » 29.05.2020, 00:44

Woelli38 hat geschrieben:
28.05.2020, 23:38
Wenn Twitter böse zu Trump ist... :roll:

Nach Streit mit Twitter - Trump unterzeichnet Erlass zu Sozialen Medien

https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... r-151.html
Das verstehen halt Rechtspopulisten unter Meinungsfreiheit. Ich darf Fakenews verbreiten, Leute beleidigen, Leuten drohen, sich rassistisch äussern, etc. Aber sobald man das ganze kritisiert wird schon ganz stark nach Zensur geschrien.

An dem Tag an dem Trump das weisse Haus verlassen sollte, wird Blut fliessen.
Toto Wolff: Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor illegal ist. So denken wir nicht, das ist nicht unsere Einstellung. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen?

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von asd » 29.05.2020, 02:05

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
28.05.2020, 22:48

Der "Polizist" und seine Komplizen müssen dafür geradestehen. Anklage wegen Mordes. Zudem zeigt es halt wieder, dass es in der USA nachwievor allgegenwärtigen Racism gibt.
war es je anders... einfach nur traurig.

Rodney King ist bald 30 Jahre her und das ist für mich einfach Mord. Gottseidank wurde das sofort gefilmt. Ein positver Aspekt an der heutigen Zeit, denn diese Bilder lügen nicht. Dennoch rechne ich nicht mit einer im ansatz gerechten Strafe für diese Mörder.
eine andere Kameraperspektive zeigt, dass 2 weitere "Polizisten" ihn ebenfalls zu Boden drücken.
Darüberhinaus ist er in Handschellen und fleht darum ihn loszulassen, weil er keine Luft bekommt.

Der Satz "I can't breathe" sollte vielen auch geläufig sein...

was ein paranoides Land

PS: Das Thema Polizeigewalt ist natürlich eins für sich in den USA, dazu fällt mir dieser Fall ein ->
https://en.wikipedia.org/wiki/2017_Wichita_swatting
Aber es erinnert nochmals daran, dass der Rassismus in diesem Land, das im Prinzip nur aus Einwanderern existiert, nachwievor verdammt groß ist.
mir persönlich sind in den USA auch immer wieder ein hoher Anteil von Afroamerikanern unter Obdachlosen und Drogenabhängige (oder beides, wer weiß was zuerst kam) aufgefallen.
:checkered:

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von mamoe » 29.05.2020, 06:44

Calvin hat geschrieben:
29.05.2020, 00:44
Woelli38 hat geschrieben:
28.05.2020, 23:38
Wenn Twitter böse zu Trump ist... :roll:

Nach Streit mit Twitter - Trump unterzeichnet Erlass zu Sozialen Medien

https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... r-151.html
Das verstehen halt Rechtspopulisten unter Meinungsfreiheit. Ich darf Fakenews verbreiten, Leute beleidigen, Leuten drohen, sich rassistisch äussern, etc. Aber sobald man das ganze kritisiert wird schon ganz stark nach Zensur geschrien.

An dem Tag an dem Trump das weisse Haus verlassen sollte, wird Blut fliessen.
ich kenne mich jetzt mit diesen ganzen social media nicht so gut aus ...
bin weder bei twitter, instagram, facebook ...
ok, whatsapp hab ich

aber ich frage mich, kann/darf so eine plattformgeber/-betreiber oder wie das heisst, nicht einfach so einen nutzer sperren, wenn dieser auffällig viele falschnachrichten verbreitet oder die bevölkerung negativ damit beeinflusst ???
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Woelli38 » 29.05.2020, 08:26

mamoe hat geschrieben:
29.05.2020, 06:44
Calvin hat geschrieben:
29.05.2020, 00:44
Woelli38 hat geschrieben:
28.05.2020, 23:38
Wenn Twitter böse zu Trump ist... :roll:

Nach Streit mit Twitter - Trump unterzeichnet Erlass zu Sozialen Medien

https://www.tagesschau.de/ausland/trump ... r-151.html
Das verstehen halt Rechtspopulisten unter Meinungsfreiheit. Ich darf Fakenews verbreiten, Leute beleidigen, Leuten drohen, sich rassistisch äussern, etc. Aber sobald man das ganze kritisiert wird schon ganz stark nach Zensur geschrien.

An dem Tag an dem Trump das weisse Haus verlassen sollte, wird Blut fliessen.
ich kenne mich jetzt mit diesen ganzen social media nicht so gut aus ...
bin weder bei twitter, instagram, facebook ...
ok, whatsapp hab ich

aber ich frage mich, kann/darf so eine plattformgeber/-betreiber oder wie das heisst, nicht einfach so einen nutzer sperren, wenn dieser auffällig viele falschnachrichten verbreitet oder die bevölkerung negativ damit beeinflusst ???
Wie das geregelt ist, kommt auch auf das jeweilige Land an. Ich kenne es jetzt nur von Facebook. Twitter und Instagram nutze ich nicht. Bei FB kann es schon sein, dass der Nutzer für X-Tage gesperrt wird, weil sein Post nicht den Gemeinschaftsstandards entspricht oder es erscheint auch hier ein "Fakten-Check-Marker" um auf eine Fake-News hinzuweisen.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von DeLaGeezy » 29.05.2020, 08:45

RedBull_Formula1 hat geschrieben:
28.05.2020, 22:48
Mich hat es von Anfang an gewundert, wieso der "Polizist" sein Opfer so mit dem Bein "fixiert" hat. Und als ich dann auf den LeBron-Insta Beitrag gestoßen bin, da hat es mich umgehauen.

Der "Polizist" und seine Komplizen müssen dafür geradestehen. Anklage wegen Mordes. Zudem zeigt es halt wieder, dass es in der USA nachwievor allgegenwärtigen Racism gibt.

Bild
Unfassbar.
Mir fehlen die Worte....

Und wie von offizieller Seite damit umgegangen wird, macht die Lage nicht besser.

Die "Polizisten" sind anscheinend noch nicht mal verhaftet worden. Die Mörder laufen noch frei rum.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von eifelbauer » 29.05.2020, 09:29

mamoe hat geschrieben:
29.05.2020, 06:44


aber ich frage mich, kann/darf so eine plattformgeber/-betreiber oder wie das heisst, nicht einfach so einen nutzer sperren, wenn dieser auffällig viele falschnachrichten verbreitet oder die bevölkerung negativ damit beeinflusst ???
Hier wird deine Frage beantwortet

https://help.twitter.com/de/rules-and-p ... c-interest

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von MarM » 29.05.2020, 10:06

Wahnsinn was in den USA abgeht. Horror. Ich bin inzwischen echt geneigt, von einem gescheiterten Staat zu sprechen. Corona, mal wieder der Rassismus- der Staat ist nicht nur nicht in der Lage seine eigene Bevölkerung zu schützen- nein, er tötet sie auch noch selbst.

Ganz ehrlich, ich kann mir langsam eine Revolution dort vorstellen. Der Staat ist in sich so zerissen- was soll denn die Leute denn noch davon abhalten? Ein Gedankenspiel: Lasst es zu Massenprotesten wie damals in den 60er kommen. Und wir haben heute keinen Demokraten Johnson im weißen Haus, der Interesse daran hat, das friedlich zu lösen. Sondern einen Trump, der wenn es um sein Ego geht, wohl vor nichts zurückschreckt. Sollte das mal eskalieren, kann es sich leicht zu einem Bürgerkireg hochschaukeln. Mit unabsehbaren Folgen.

Aber zum Glück ist das nur schwarzmalerei meinerseits. Bis jetzt.

Sag mal @Pole Position, falls du hier mitließt, wie nimmst du persönlich die Lage wahr? Bist ja im Gegensatz zu uns in den Staaten :D
Die Autorennen von heute haben kaum noch etwas mit jenem Sport zu tun, den ich seit 60 Jahren vertrete.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Formel-1-Fan » 29.05.2020, 11:34

Habe das Video von Floyd gesehen und es ist einfach unfassbar. Doch lasse ich mich auch gleich mal zu der Prognose hinreißen, dass es NICHT zu einer Verurteilung wegen Mordes kommen wird.

Wir reden von einem Land, in dem "Polizisten" für mehrfache Schüsse in die Brust eines Schwarzen schon mit der Ausrede "Ich wollte ihn am Weglaufen hindern!" durchgekommen und nicht einmal angeklagt worden sind.

Und auch in diesem Fall werden sich die "Polizisten" darauf berufen, ja gar keine unmittelbare Tötungsabsicht gehabt zu haben, sondern ihn nur "fixieren" wollten und es dabei unglücklicherweise zu seinem Tode kam. Dabei wird die Tatsache, dass Floyd mehrfach "I can't breathe!" flehte, genauso wenig Beachtung finden wie die Tatsache, dass jemandem um ihn am Weglaufen zu hindern bloß einmal ins Bein zu schießen braucht statt mehrfach auf Brusthöhe.

Daher lautet meine OPTIMISTISCHSTE Prognose: Anklage, VIELLEICHT dann auch Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung.

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Plauze » 29.05.2020, 15:34

Kurzer Exkurs vorweg:
Ich habe schon während meines Aufenthalts 2012/2013 registriert, dass die USA von in vielerlei Hinsicht defizitären gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen geplagt sind. Trump ist dafür nicht die Ursache, sondern das sichtbarste Symptom. In den Flyover States zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains herrschen bisweilen Zustände wie in einem Entwicklungsland. Wenn man dort ist, kann man als halbwegs aufmerksamer Mensch an allen Ecken und Enden die schlimmsten Auswüchse eines hemmungslosen und rücksichtslosen Kapitalismus erleben. Alte Menschen mit schlechten (bzw. keinen) Zähnen, die bei Walmart für einen miesen Lohn und ein bisschen Trinkgeld Einkäufe in Plastiktüten verpacken. Gigantische Parkplätze mit riesigen Trucks und Pickups und SUVs, die meistens auf Pump gekauft werden (da das Kredit- und Bonitätssystem in den USA Käufe auf Pump begünstigt und Menschen dadurch systematisch dem Ruin zutreibt) und bei denen Reparaturen nicht bezahlt werden können, weil die Tilgungsrate schon so hoch ist. Als Ergebnis sieht man überall beschädigte Autos, denen etwa eine Fensterscheibe fehlt, die dann notdürftig durch Folie und Tape ersetzt wurde. Alle Sparten des gesellschaftlichen Lebens sind komplett durchkommerzialisiert, d.h. von Fastfoodketten über evangelikale Kirchengemeinden über windige Kreditanbieter bis hin zu Anbietern von Psychopharmaka tobt ein unregulierter Wettbewerb, der in Form von Werbung über TV, Internet, Straßenschilder usw. im Dauerfeuer auf die Amerikaner einprasselt. Die Bürger werden gleich doppelt und dreifach ausgebeutet: Als billige Arbeitskräfte, die ihre Rechte beim Einstempeln abgeben, und als Konsumenten, denen über ihre finanziellen Verhältnisse hinweg alles Nötige und Unnötige reingeschoben wird. Am Ende kassieren dann nochmal die Kredithaie ab, bei denen sie sich über beide Ohren hinweg verschuldet haben.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das gesamte System in sich zusammenfällt. Die Finanzkrise von 2008 war hierbei nur ein Vorgeschmack. Nun gibt halt eine Pandemie einem desolaten und dekadenten System den Rest. Mittlerweile haben die USA 40 Millionen Arbeitslose, über 100000 Tote, jede Menge Waffennarren, die sich vor der Krise nicht nur mit Klopapier, sondern auch mit Guns eingedeckt haben, bewaffnete Aufstände und Demonstrationen (die Irren, die in Michigan mit Sturmgewehren ins Capitol eingedrungen sind, waren nur der Anfang, fürchte ich) und eine Regierung, deren korruptes und rassistisches Oberhaupt sich lieber mit Twitter anlegt und Hydroxychloroquin säuft, statt zu regieren.
Und dann gibt es tatsächlich immer noch Amerikaner, die abfällig auf Deutschland heruntersehen, weil wir ein paar Millionen Geflüchtete ins Land gelassen haben und trotz einiger Schwierigkeiten aufnehmen und versorgen konnten.
Ich bin kein Antiamerikaner, aber systemisch sehe ich die USA auf einem kompletten Holzweg und ich hoffe, dass die Corona-Krise mit dazu beiträgt, dass Europa sich langsam, aber bestimmt von dem seit den 90er Jahren eingeschlagenen neoliberalen Weg wegbewegt und die Bedeutung einer guten und soliden Sozialpolitik erkennt.

Der Rassismus ist im amerikanischen System leider mit angelegt. Gerade im Hinblick auf Polizeigewalt ist er ein Teufelskreis: Durch den zweiten Zusatzartikel kann hypothetisch jeder, der von der Polizei angehalten wird, eine Schusswaffe mit sich führen und von dieser theoretisch Gebrauch machen. Die Polizisten sind folglich von Anfang an großem Stress ausgesetzt. Um diesen Stress abzubauen, wird einerseits die Ausrüstung der Polizisten maximiert, sodass einfache Verkehrspolizisten mitunter ausgerüstet sind wie man sich sonst ein SWAT-Team vorstellen würde. Andererseits werden immer mehr Stellen geschaffen, zu denen mangels hochkarätiger Bewerbungen auch Anwärter mit zweifelhaften Qualifikationen in den Polizeidienst zugelassen werden. Wir haben also in den USA ein Heer von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, deren charakterliche Eignung für den Job zum Teil zweifelhaft ist. Die müssen jetzt Gegenden kontrollieren, die von weißen bürgerlichen Familien schon seit den fünfziger Jahren konsequent gemieden wurden und in denen Zustände herrschen, gegen die Neukölln und Marxloh harmlose und wohlgeordnete bürgerliche Viertel sind. Die Polizisten sind vielleicht zum Teil gar nicht bewusst rassistisch eingestellt. Sie sind aber nervlich hintengegen und wurden medial und in ihrem sozialen Umfeld darauf konditioniert, dass jeder Schwarze im nächsten Moment eine Waffe ziehen könnte.
Jahrzehntelanges systematisches sozialpolitisches Versagen bzw. kapitalistische Gleichgültigkeit kulminieren nun dementsprechend in diesen Polizeimorden und den Unruhen, die sich daraus ergeben.
Ich hoffe auch, dass hier ein Zeichen gesetzt wird und die betroffenen Polizisten verurteilt werden. Ich glaube aber nicht daran (die Suspendierung war vermutlich bereits das Höchste der Gefühle), und der nächste Fall dieser Art ist dann auch nur eine Frage der Zeit, ähnlich wie bei den Schul-Schießereien und so weiter. In einer Gesellschaft, die ihre Bürger radikalisiert und dem wirtschaftlichen Abgrund zutreibt und ihnen dabei auch noch Waffen in die Hand drückt, kann es eben leider sehr gefährlich werden.

Pole Position's Sichtweise dazu würde mich auch interessieren!
Kennt ihr die Geschichte von der Gemeindeschwester und der Kuh?

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Calvin » 29.05.2020, 16:28

Plauze hat geschrieben:
29.05.2020, 15:34
Der Rassismus ist im amerikanischen System leider mit angelegt. Gerade im Hinblick auf Polizeigewalt ist er ein Teufelskreis: Durch den zweiten Zusatzartikel kann hypothetisch jeder, der von der Polizei angehalten wird, eine Schusswaffe mit sich führen und von dieser theoretisch Gebrauch machen. Die Polizisten sind folglich von Anfang an großem Stress ausgesetzt. Um diesen Stress abzubauen, wird einerseits die Ausrüstung der Polizisten maximiert, sodass einfache Verkehrspolizisten mitunter ausgerüstet sind wie man sich sonst ein SWAT-Team vorstellen würde. Andererseits werden immer mehr Stellen geschaffen, zu denen mangels hochkarätiger Bewerbungen auch Anwärter mit zweifelhaften Qualifikationen in den Polizeidienst zugelassen werden. Wir haben also in den USA ein Heer von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, deren charakterliche Eignung für den Job zum Teil zweifelhaft ist.
Das ist korrekt. Zusätzlich ist die Ausbildung zum Polizisten in den USA ebenfalls sehr kurz und mangelhaft.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Simtek » 29.05.2020, 19:16

Plauze hat geschrieben:
29.05.2020, 15:34
Kurzer Exkurs vorweg:
Ich habe schon während meines Aufenthalts 2012/2013 registriert, dass die USA von in vielerlei Hinsicht defizitären gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen geplagt sind. Trump ist dafür nicht die Ursache, sondern das sichtbarste Symptom. In den Flyover States zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains herrschen bisweilen Zustände wie in einem Entwicklungsland. Wenn man dort ist, kann man als halbwegs aufmerksamer Mensch an allen Ecken und Enden die schlimmsten Auswüchse eines hemmungslosen und rücksichtslosen Kapitalismus erleben. Alte Menschen mit schlechten (bzw. keinen) Zähnen, die bei Walmart für einen miesen Lohn und ein bisschen Trinkgeld Einkäufe in Plastiktüten verpacken. Gigantische Parkplätze mit riesigen Trucks und Pickups und SUVs, die meistens auf Pump gekauft werden (da das Kredit- und Bonitätssystem in den USA Käufe auf Pump begünstigt und Menschen dadurch systematisch dem Ruin zutreibt) und bei denen Reparaturen nicht bezahlt werden können, weil die Tilgungsrate schon so hoch ist. Als Ergebnis sieht man überall beschädigte Autos, denen etwa eine Fensterscheibe fehlt, die dann notdürftig durch Folie und Tape ersetzt wurde. Alle Sparten des gesellschaftlichen Lebens sind komplett durchkommerzialisiert, d.h. von Fastfoodketten über evangelikale Kirchengemeinden über windige Kreditanbieter bis hin zu Anbietern von Psychopharmaka tobt ein unregulierter Wettbewerb, der in Form von Werbung über TV, Internet, Straßenschilder usw. im Dauerfeuer auf die Amerikaner einprasselt. Die Bürger werden gleich doppelt und dreifach ausgebeutet: Als billige Arbeitskräfte, die ihre Rechte beim Einstempeln abgeben, und als Konsumenten, denen über ihre finanziellen Verhältnisse hinweg alles Nötige und Unnötige reingeschoben wird. Am Ende kassieren dann nochmal die Kredithaie ab, bei denen sie sich über beide Ohren hinweg verschuldet haben.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis das gesamte System in sich zusammenfällt. Die Finanzkrise von 2008 war hierbei nur ein Vorgeschmack. Nun gibt halt eine Pandemie einem desolaten und dekadenten System den Rest. Mittlerweile haben die USA 40 Millionen Arbeitslose, über 100000 Tote, jede Menge Waffennarren, die sich vor der Krise nicht nur mit Klopapier, sondern auch mit Guns eingedeckt haben, bewaffnete Aufstände und Demonstrationen (die Irren, die in Michigan mit Sturmgewehren ins Capitol eingedrungen sind, waren nur der Anfang, fürchte ich) und eine Regierung, deren korruptes und rassistisches Oberhaupt sich lieber mit Twitter anlegt und Hydroxychloroquin säuft, statt zu regieren.
Und dann gibt es tatsächlich immer noch Amerikaner, die abfällig auf Deutschland heruntersehen, weil wir ein paar Millionen Geflüchtete ins Land gelassen haben und trotz einiger Schwierigkeiten aufnehmen und versorgen konnten.
Ich bin kein Antiamerikaner, aber systemisch sehe ich die USA auf einem kompletten Holzweg und ich hoffe, dass die Corona-Krise mit dazu beiträgt, dass Europa sich langsam, aber bestimmt von dem seit den 90er Jahren eingeschlagenen neoliberalen Weg wegbewegt und die Bedeutung einer guten und soliden Sozialpolitik erkennt.

Der Rassismus ist im amerikanischen System leider mit angelegt. Gerade im Hinblick auf Polizeigewalt ist er ein Teufelskreis: Durch den zweiten Zusatzartikel kann hypothetisch jeder, der von der Polizei angehalten wird, eine Schusswaffe mit sich führen und von dieser theoretisch Gebrauch machen. Die Polizisten sind folglich von Anfang an großem Stress ausgesetzt. Um diesen Stress abzubauen, wird einerseits die Ausrüstung der Polizisten maximiert, sodass einfache Verkehrspolizisten mitunter ausgerüstet sind wie man sich sonst ein SWAT-Team vorstellen würde. Andererseits werden immer mehr Stellen geschaffen, zu denen mangels hochkarätiger Bewerbungen auch Anwärter mit zweifelhaften Qualifikationen in den Polizeidienst zugelassen werden. Wir haben also in den USA ein Heer von bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, deren charakterliche Eignung für den Job zum Teil zweifelhaft ist. Die müssen jetzt Gegenden kontrollieren, die von weißen bürgerlichen Familien schon seit den fünfziger Jahren konsequent gemieden wurden und in denen Zustände herrschen, gegen die Neukölln und Marxloh harmlose und wohlgeordnete bürgerliche Viertel sind. Die Polizisten sind vielleicht zum Teil gar nicht bewusst rassistisch eingestellt. Sie sind aber nervlich hintengegen und wurden medial und in ihrem sozialen Umfeld darauf konditioniert, dass jeder Schwarze im nächsten Moment eine Waffe ziehen könnte.
Jahrzehntelanges systematisches sozialpolitisches Versagen bzw. kapitalistische Gleichgültigkeit kulminieren nun dementsprechend in diesen Polizeimorden und den Unruhen, die sich daraus ergeben.
Ich hoffe auch, dass hier ein Zeichen gesetzt wird und die betroffenen Polizisten verurteilt werden. Ich glaube aber nicht daran (die Suspendierung war vermutlich bereits das Höchste der Gefühle), und der nächste Fall dieser Art ist dann auch nur eine Frage der Zeit, ähnlich wie bei den Schul-Schießereien und so weiter. In einer Gesellschaft, die ihre Bürger radikalisiert und dem wirtschaftlichen Abgrund zutreibt und ihnen dabei auch noch Waffen in die Hand drückt, kann es eben leider sehr gefährlich werden.

Pole Position's Sichtweise dazu würde mich auch interessieren!
:thumbs_up:
Ich muss sagen, ich war noch nie in den USA. Aber was Du beschreibst, entspricht zumindest zu einem grossen Teil den Eindruck, den ich von den USA habe. Einen Eindruck, den ich mir also nur aus den Medien und Gesprächen mit USA Reisenden bilden konnte. Es scheinen mir nur wenige demokratisch regierte Länder so ein Problem mit Rassismus zu haben wie die USA. Offenbar bilden sich viele US-Amerikaner ein, wirklich überall die grössten und besten zu sein: Amerika first! Natürlich soll das nicht auf alle Amis bezogen sein. Ich kann einfach nicht verstehen, wie man an solch dämlichen Gesetzen festhalten kann, das sich quasi jeder eine Schusswaffe kaufen darf. Bei solchen Bildern vergehen mir einfach die Worte.
Bild
Bild
Warum nicht noch ein hübsches Bild von der bösen Klassenlehrerin dazu? :facepalm:
Lieber Schumi, bitte denk daran: "Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft, der hat schon verloren!"

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Calvin » 29.05.2020, 20:00

Simtek hat geschrieben:
29.05.2020, 19:16
Warum nicht noch ein hübsches Bild von der bösen Klassenlehrerin dazu? :facepalm:
Aber nur wenn sie Schwarz, eine Jüdin oder eine Demokratin ist.
Toto Wolff: Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor illegal ist. So denken wir nicht, das ist nicht unsere Einstellung. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen?

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