Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Die Plauderecke des Forums. Passt ein Thema nirgendwo rein, könnt Ihr es hier unterbringen.

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DeLaGeezy
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von DeLaGeezy » 25.05.2020, 12:10

MarM hat geschrieben:
25.05.2020, 11:06
Ich denke zwischen "freie Fahrt für freie Bürger" (Mei mei find ich den Spruch bescheuert) und Tempolimit < 130 muss es eine intelligente Lösung geben.
Die intelligente Lösung wäre, wenn das Auto erkennt, ob es von einem "Gestörten" gefahren wird und dann automatisch zur nächsten Polizeiwache fährt :D

Ansonsten wäre ein Tempolimit schonmal ein Fortschritt. Selbst wenn es 150 wäre. Wobei ich finde, dass man auch bei 130 sein Ziel erreichen wird. 110 oder 100 ist mir auch zu wenig...da kann man ja gleich mit dem Fahrrad fahren :mrgreen:
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_Vendetta_
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von _Vendetta_ » 25.05.2020, 12:51

DeLaGeezy hat geschrieben:
25.05.2020, 12:10
MarM hat geschrieben:
25.05.2020, 11:06
Ich denke zwischen "freie Fahrt für freie Bürger" (Mei mei find ich den Spruch bescheuert) und Tempolimit < 130 muss es eine intelligente Lösung geben.
Die intelligente Lösung wäre, wenn das Auto erkennt, ob es von einem "Gestörten" gefahren wird und dann automatisch zur nächsten Polizeiwache fährt :D
Gar keine schlechte Idee :thumbs_up:
Wenn in den Autos mal vernünftige KI-Einheiten eingebaut werden, sollte man das in Betracht ziehen.

Natürlich ist die ganze Diskussion sehr emotional aufgeladen und eher politisch geworden als sachlich. Ähnlich wie die Klimadiskussion.
Ich persönlich bin gegen ein Tempolimit, egal welche Obergrenze. Das liegt aber natürlich auch an meinem persönlichen Umgang mit dem Auto. Ich arbeite eigentlich (Corona lässt grüßen) im Aussendienst und fahre ca. 50.000 - 60.000 km/Jahr. Wenn es der Verkehr und die Autobahn hergibt fahre ich normalerweise mit Tempomat bei 140 oder 160. Wenn ich es mal eilig habe und die Bedingungen sind entsprechend fahre ich eine zeitlang auch mal 180 - 200. Da ich das schon über 20 Jahre mache und seit 15 Jahren unfallfrei und ohne Punkte in Flensburg, denke ich, dass ich sagen kann ich habe das im Griff was ich da auf der BAB mache und die entsprechende Erfahrung das relativ gefahrlos zu tun. Ich drängle nicht, benutze in der Regel keine Lichthupe, überhole nicht an kritischen Stellen und fahre bei Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Regel nicht mehr als 10-15 km/h (lt. Tacho) schneller als erlaubt. Wenn ich dann mal geblitzt werde (2 - 3 mal im Jahr) zahle ich die 20-35 Euro und gut ist.
Aufgrund der Reisetätigkeit sehe ich natürlich auch viele Raser und viele Unfähige und viele "Elephantenrennen", aber Idioten gibt es immer und überall, die Menge machts.
Genauso kann ich aber Leute verstehen die einmal im Jahr oder Monat auf die Autobahn gehen und sich fast zu Tode erschrecken wenn sie mit 200+ überholt werden und dann das Kopfkino losgeht. In der Position wäre ich dann wahrscheinlich auch für ein Tempolimit. Kommt immer auf den Blickwinkel an.
Ich finde wir machen das in Deutschland schon ganz gut ohne Tempolimit, man sollte nur härter gegen die Idioten vorgehen. :wave:
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von RossoPerSempre » 25.05.2020, 14:24

MarM hat geschrieben:
25.05.2020, 11:06
🤣🤣 Naja du bist ein Ösi, ich weiß nicht ob euch bekannt ist wie leidenschaftlich wir Deutschen darüber diskutieren :D
Wie gesagt, ich bin selten überrascht darüber wie emotional die Diskussion darüber bei euch in Deutschland abläuft, ob es wenn überhaupt ein Tempolimit geben soll. Bei uns denkt niemand, auch keine besonderen Parteien auch nur im Ansatz darüber nach unsere vorhandenen Tempolimits grundsätzlich zu hinterfragen. Einzig die Blauen haben in ihrer Mitregierungszeit auf der A1 zwei 140er-Teststrecken installiert, mit bescheidenem Ergebnis. Beide Teststrecken sind von der aktuellen Türkis-Grünen Regierung ohne große Diskussionen eingestampft worden. Ich denk auch nicht, dass das Tempolimit in Österreich je erhöht wird, eher wird es sich reduzieren. Vielleicht nicht auf 100 oder noch weniger, eher etappenweise zuerst auf 120, dann auf 110. Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit ist dann sowieso immer um die 15km/h höher. :mrgreen:
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Forza_Ferrari » 25.05.2020, 15:08

turbocharged hat geschrieben:
25.05.2020, 01:42
RossoPerSempre hat geschrieben:
24.05.2020, 22:24
In Deutschland wäre es ja schon ein Fortschritt wenn wenigstens generell 130 gelten würde. :wink:
Feinster Stoff für Albträume.

Dass es auf deutschen Autobahnen kein allgemeines Tempolimit gibt ist weltweit ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Und dabei gehören sie im internationalen Vergleich auch noch zu den sichersten Straßen überhaupt. Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum wir diese technische und infrastrukturelle Überlegenheit aufgeben sollten. Die Autos sind dafür gebaut, und auch die Straßen sind dafür gebaut. Also warum nicht nutzen? Ich habe keinen Bock ewig von A nach B zu brauchen und dabei auch noch über einen etwas besseren Feldweg zu fahren, weil die Qualität und Wartung aufgrund der niedrigeren Geschwindkeiten nicht mehr so wichtig ist.

Auch sehe ich nicht, inwiefern ein allgemeines Tempolimit sicherer sein soll. Alle anderen Länder haben so ein Limit und stehen oft deutlich schlechter da. Der Grund ist ein ganz einfacher und wurde auch schon angeführt: bei 130 km/h pennt man ein und verliert die Konzentration oder lässt sich leichter von Beifahrer/Handy/Entertainment ablenken. Ich habe lieber Leute auf der Autobahn die über 200 km/h fahren und dabei voll konzentriert sind, als Leute die rumeiern und überhaupt nicht bei der Sache sind.

Ich habe mit Sicherheit schon über 100.000 Autobahnkilometer runtergerissen und dabei schon viele brenzlige Situationen gesehen bzw. auch schon selbst erlebt. Und was soll ich sagen? Fast alle gingen von langsamen Fahrern aus, welche überhaupt keine Ahnung davon hatten, was um sie herum geschieht.

Freie Fahrt für freie Bürger.
Absolute Zustimmung! Und einer von vielen Gründen, warum bspw. die Grünen für mich immer unwählbar sind und bleiben werden.

Man merkt es ja schon selber, wenn man auf der Bahn fährt. Für mich ist es vollkommen okay, wenn jemand jenseits der 200 fährt, sofern es die Verkehrslage zulässt und man keine 130er Zonen oder Baustellen hat. Mich bspw. regt es einfach nur noch auf, wenn Leute partout nicht in der Lage sind, wenigstens etwas Übersicht zu haben. Kann nicht sein, dass ich, wenn ich mit sagen wir mal, 180 Sachen oder gar noch mehr angerauscht komme, Muttchen kurz vor Ultimo mit 110 ausschert, um den vor ihr fahrenden LKW zu überholen. Da muss doch etwas "Spiegelarbeit" gemacht werden, dann gibt es nur noch halb so viele Probleme. Schulterblick ist da auch etwas, was kaum noch jemand für nötig hält...

Von mir aus soll man auch gern seine 120 oder 130 fahren. Mache ich bei zum Beispiel bei längeren Autobahnfahrten auch, dann dann soll man doch aber bitte auch die Augen aufmachen. Gegenseitige Vor- und Rücksichtnahme kennen leider ganz viele Leute gar nicht mehr. Leute die drängeln, die kann ich auch nicht ab, keine Frage. Es spricht auch absolut nichts dagegen, mal abzubremsen, wenn jemand nicht sofort einscheren kann. Nur wenn dann einer penetrant meint, einen blockieren zu müssen, gibt es erstmal die noch nettgemeinte Lichthupe. Wenn das nicht hilft, die vehementere Hupe. Wenn das immer noch nichts bringt, eine Anzeige. Auch provokant langsames Fahren kann ein behindern anderer Verkehrsteilnehmer sein. Und Hilfssherriffs braucht die Welt wahrlich keine mehr. Das ist nämlich auch ein Verhalten, was viele an den Tag legen, dass sie meinen, sie seien berechtigt, Verkehrserzieher spielen zu dürfen/müssen, nur weil sie nicht so schnell fahren wollen. Wird aber nichts draus.

Für mich ist das Auto ohnehin mehr als nur ein Fortbewegungsmittel um von A nach B zu kommen. Und ich genieße es, auch mal bei freien Strecken zu sagen "Lassen wir den Münchner mal rollen".

Jedem das Seine sag ich mir da auch und grade in diesem Feld bin ich froh, dass viele Deutsche noch der gleichen Meinung sind und sich nicht einlullen lassen. In dem Sinne bin ich da bei dir turbocharged, wenn du sagst "Freie Fahrt für freie Bürger". Das Auto ist nämlich auch noch immer ein großes Stück Freiheit, zumindest für mich und ich genieße es sehr, auch mal den Motor wieder etwas "freibrennen" zu können, wenn es die Situation und Rechtslage zulässt. Wer nicht so schnell fahren will, muss das ja nicht zwingend tun.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Calvin » 25.05.2020, 15:40

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Das Auto ist nämlich auch noch immer ein großes Stück Freiheit, zumindest für mich und ich genieße es sehr, auch mal den Motor wieder etwas "freibrennen" zu können, wenn es die Situation und Rechtslage zulässt.
Aber genau da scheiterts doch meistens. Auf einer zweispurigen Autobahn mit Verkehr und LKWs ist eben keine Situation, in dem man mal +200km/h fahren kann. Die meisten wollen doch stets dieses Tempo fahren, und dann natürlich die ganze Zeit auf der linken Spur. Und wenn der Vordermann sich nicht sofort in Luft auflöst, muss man dem richtig nahe auffahren und zeigen wie wichtig man im (geleasten) dicken Audi, BMW, Merc oder was immer ist.

"Freie Fahrt für freie Bürger" ist in meinen Augen einfach ein Spruch für Leute die sich und ihre Fahrkünste komplett überschätzen und meinen die Autobahn für sich gepachtet zu haben.
Toto Wolff: Wir stellen uns nicht die Frage, ob der Ferrari-Motor illegal ist. So denken wir nicht, das ist nicht unsere Einstellung. Wir zeigen nicht mit dem Finger auf andere Hersteller. Wir fragen uns vielmehr: Wie können wir selber etwas besser machen?

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von DeLaGeezy » 25.05.2020, 16:15

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Man merkt es ja schon selber, wenn man auf der Bahn fährt. Für mich ist es vollkommen okay, wenn jemand jenseits der 200 fährt, sofern es die Verkehrslage zulässt und man keine 130er Zonen oder Baustellen hat. Mich bspw. regt es einfach nur noch auf, wenn Leute partout nicht in der Lage sind, wenigstens etwas Übersicht zu haben. Kann nicht sein, dass ich, wenn ich mit sagen wir mal, 180 Sachen oder gar noch mehr angerauscht komme, Muttchen kurz vor Ultimo mit 110 ausschert, um den vor ihr fahrenden LKW zu überholen. Da muss doch etwas "Spiegelarbeit" gemacht werden, dann gibt es nur noch halb so viele Probleme. Schulterblick ist da auch etwas, was kaum noch jemand für nötig hält...
Genau für Leute wie dich zum Beispiel wäre so ein Tempolimit mit Haftstrafe bei Verstößen +20 kmh genau die richtige erzieherische Maßnahme. Und Auto am besten gleich enteignen (wie in Dänemark). Mehr muss man dazu nicht sagen.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Plauze » 25.05.2020, 16:45

Dann oute ich mich mal als Ablehner von einem flächendeckenden Tempolimit - trotz ansonsten linker und eher ökologischer Haltung (die für mich aber nicht widerspruchsfrei ist, weil ich nun mal kein Vegetarier etc. bin, gerne Auto fahre und Motorsportfan bin).

Ich glaube zwar, dass ein Tempolimit ökologische Vorteile bringen könnte - aber wie viel besser wäre es denn, wenn wir die Energie und Kosten für die Einführung und Überwachung eines Tempolimits darauf verwenden würden, die Alternativen zum Individualverkehr mit Verbrennungsmotor auszubauen und besser und vielfältiger nutzbar zu machen? Für mich wäre ein Tempolimit dabei nur die halbe Miete, denn de facto weniger Autos hätte man dann trotzdem noch nicht, und in den Innenstädten schon gerade gar nicht.

Ich glaube auch, dass ein Tempolimit vielleicht ein paar weniger Verkehrsunfälle bewirken könnte. Die bisher dazu angestellten Studien und Statistiken belegen aber, dass die Auswirkungen minimal wären, denn sehr viele Verkehrsunfälle mit Todesfolge finden ja doch eher auf Landstraßen statt, wo wir bereits ein Tempolimit haben. Auf Autobahnen sind dann wiederum auch schon recht viele Abschnitte mit Tempolimit versehen. Der Prozentsatz der Unfälle, die sich auf Abschnitten ohne Tempolimit ereignen, ist überraschenderweise sehr gering. Dieser könnte möglicherweise noch stärker minimiert werden - aber könnte man möglicherweise auch von einem Jojo-Effekt für die Landstraße ausgehen?
Ich würde ja ForzaFerrari jetzt mal unterstellen, trotz gelegentlichen Gasgebens umsichtig zu fahren. Aber nicht jeder ist so drauf. Wer wirklich rasen will, würde auch mit Tempolimit Gelegenheiten zum Rasen erfinden - dann nur eventuell eher auf Landstraßen oder, wie wir es ja auch schon lesen konnten, sogar in Innenstädten. Schnelles Fahren würde nicht aussterben (solange es die Fahrzeuge dafür gibt), sondern womöglich in gefährlicher Weise verlagert an Orte, an denen man damit nicht rechnen kann. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber ich finde den Rowdy, der auf einer Landstraße bei schlechten Sichtverhältnissen und trotz sich anbahnenden Gegenverkehrs mehrere Autos plus LKW überholt, viel angsteinflößender als jemanden, der auf der Autobahn links mit 200 an mir vorbeirauscht.
Umsichtiges Fahren ist im übrigen mit oder ohne Tempolimit gefragt.

Als Linker müsste ich nun vielleicht hin und her gerissen sein: Unfälle könnten verringert werden und die Umweltbelastung würde zurückgehen - jeweils nur ein wenig, aber immerhin.
Wenn ich aber nun den voraussichtlich geringen Effekt gegen den Aufwand abwäge, sage ich, dass es lieber weniger als mehr Beschränkungen geben sollte und dass man sich lieber Gedanken macht, wie man ganz generell andere Verkehrsverhältnisse und Alternativen zum Individualverkehr erschließen kann. Gefährlich wird es auf der Straße nämlich immer bleiben.
Kennt ihr die Geschichte von der Gemeindeschwester und der Kuh?

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von BruderimHerrn » 25.05.2020, 17:10

ich habe meinen Fahrstil vor 2-3 Jahren umgestellt, bin öfter nachts unterwegs, wenn nicht viel los ist. Davor war ich immer um die 200 unterwegs, trotz wenig Verkehr kommen die langsameren schnell näher und man muss volle Konzentration fahren.
Jetzt stelle ich den Tempomat auf 160 und bin am cruisen, die Zeitdifferenz sind bei 300km Strecke 2/3Autobahn 1/3 Landstraße zwischen 5-10 Minuten. Komme aber viel entspannter an und die Kiste braucht gut 1,5 Liter weniger auf 100 km.
130 ist allerdings dann schon sehr zäh, besonders wenn kein Verkehr ist.
Danke Legende ***

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von turbocharged » 25.05.2020, 18:12

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Für mich ist das Auto ohnehin mehr als nur ein Fortbewegungsmittel um von A nach B zu kommen.
Dann sind wir ja schon mal zwei. Ehrlich gesagt bin ich in einem Motorsportforum auch davon ausgegangen, dass sich hier mehr finden bei denen das der Fall ist. Ich habe jetzt seit zehn Jahren meinen Führerschein und bin in dieser Zeit auch sehr oft Langstrecken auf Autobahnen gefahren. Ich fahre gern schnell, sehr schnell, zumindest wenn es die Situation zulässt. Wenn langsamere Autos gerade in einem Überholvorgang sind, dann lasse ich sie auch überholen ohne sie zu bedrängen. Aber wenn einer wirklich ums Verrecken nicht nach rechts fahren will, dann kommt halt doch die Lichthupe zum Einsatz.

Bei Jahresfahrleistung von teilweise über 35.000 km hatte ich noch nie einen Unfall, noch nicht einmal einen Parkrempler, gar nichts. Geblitzt wurde ich auch noch nie, noch nicht mal für 10 Euro. Beim Abstand hatte es mich ein mal, 100 Euro und 1 Punkt. Auf zehn Jahre und die Laufleistung gesehen meiner Meinung nach eine gute Bilanz. Ich glaube das können auch nur die wenigstens Langsamfahrer von sich behaupten. Da wird halt 70 gefahren, egal ob innerorts oder außerorts. Und auf der Autobahn 130 auf der linken Spur, egal ob frei oder 80 km/h Baustelle. Schon tausend mal erlebt.

Wenn man vorrausschauend fährt, auch mal seine Spiegel benutzt und den Hals um etwa 120° drehen kann, dann ist das alles kein Problem. Das Problem sind nicht die Schnellfahrer, sondern Leute die eben überhaupt keinen Sinn für Geschwindigkeit und die aktuelle Situation haben, oder schlicht nicht aufpassen.

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Und ich genieße es, auch mal bei freien Strecken zu sagen "Lassen wir den Münchner mal rollen".
Sehr gute Entscheidung. :wink2:
Welches Modell?

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Wer nicht so schnell fahren will, muss das ja nicht zwingend tun.
Und genau das ist doch der springende Punkt. Wer langsam fahren will, kann halt auch langsam fahren. Das ist ja nicht verboten. Aber wer schnell fahren will, soll halt auch schnell fahren dürfen. Wir haben schon genügend Verbote in Deutschland.

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Mithrandir » 25.05.2020, 18:16

Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Nur wenn dann einer penetrant meint, einen blockieren zu müssen, gibt es erstmal die noch nettgemeinte Lichthupe. Wenn das nicht hilft, die vehementere Hupe. Wenn das immer noch nichts bringt, eine Anzeige. Auch provokant langsames Fahren kann ein behindern anderer Verkehrsteilnehmer sein. Und Hilfssherriffs braucht die Welt wahrlich keine mehr. Das ist nämlich auch ein Verhalten, was viele an den Tag legen, dass sie meinen, sie seien berechtigt, Verkehrserzieher spielen zu dürfen/müssen, nur weil sie nicht so schnell fahren wollen. Wird aber nichts draus.
Das ist genial innerhalb eines Abschnitts und so typisch. Wenn dir jemand zu langsam ist weißt du ihn vehement auf deine Unmut und sein Fehlverhalten hin. Was soll das sein wenn nicht Verkehrserziehung? Die ist also nur erlaubt, wenn andere nicht schnell genug fahren?

Das schlimme ist, ich kann es nachvollziehen. Mir gehen die Typen auch auf den Nerv, die im letzten Moment ohne Blinker rausziehen oder diejenigen, die von der Auffahrt direkt auf die mittlere Spur fahren, um dort mit 95km/h für immer und ewig verweilen.

Ich finde es cool, dass wir hier kein Tempolimit haben und ich fahre gerne schnell - in dem Wissen, dass es dumm ist. Das ist für Deutschland wie die Waffen für die USA. Durch ein Tempolimit sinken die Unfallzahlen, wenn dadurch im Jahr nur zehn Leute weniger sterben ist es schon ziemlich schwierig rational dagegen zu argumentieren. Ganz vorbei ist es unter ökologischen Gesichtspunkten, schnell fahren schadet der Umwelt erheblich mehr als gemäßigt. Bei 130km/h verbrauche ich unter 7l, bei 200km/h sicher deutlich über 10l.
Außerdem ist nach den meisten Umfragen die Mehrheit der Bevölkerung für das Tempolimit. Die oben beschriebene Situation des späten Ausscherens ist erheblich weniger brenzlig, wenn ich mich mit Richtgeschwindigkeit annähere und viele Leute würden sich wohler fühlen, wenn ich sie nicht mit 220km/h überhole.

Freie Fahrt für freie Bürger ist für mich nur eine Form des Egoismus, diesen Vorwurf muss ich mir gefallen lassen denn sachliche Argumente gibt es nicht besonders viele gegen ein Tempolimit. Es ist eine Form der Freiheit, die Nachteile für andere Menschen und massiv für die Umwelt hat. Ich fahre schnell, weil ich es darf und weil es mir gefällt aber sinnvoll ist es nicht und wenn das Limit kommt fühle ich mich sicherlich keines Grundrechts beraubt sondern trauere ein bisschen im Wissen, dass die Vernunft (und die Mehrheit der Bürger) gesiegt hat.
Folgt mir, ich komm nach...

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Calvin » 25.05.2020, 18:23

Zurück zu einer Person welche schon vor ein paar Wochen ein Thema war. Jetzt dreht Xavier Naidoo wohl völlig am Rad...

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von turbocharged » 25.05.2020, 18:24

Mithrandir hat geschrieben:
25.05.2020, 18:16
Das ist genial innerhalb eines Abschnitts und so typisch. Wenn dir jemand zu langsam ist weißt du ihn vehement auf deine Unmut und sein Fehlverhalten hin. Was soll das sein wenn nicht Verkehrserziehung? Die ist also nur erlaubt, wenn andere nicht schnell genug fahren?
Sie ist tatsächlich erlaubt wenn man überholen will.
StVO § 5 Absatz 5:
Außerhalb geschlossener Ortschaften darf das Überholen durch kurze Schall- oder Leuchtzeichen angekündigt werden. Wird mit Fernlicht geblinkt, dürfen entgegen kommende Fahrzeugführende nicht geblendet werden.
Rechts fahren ohne zu überholen allerdings nicht. Gilt ja schließlich das Rechtsfahrgebot.

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Forza_Ferrari » 25.05.2020, 18:31

DeLaGeezy hat geschrieben:
25.05.2020, 16:15
Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Man merkt es ja schon selber, wenn man auf der Bahn fährt. Für mich ist es vollkommen okay, wenn jemand jenseits der 200 fährt, sofern es die Verkehrslage zulässt und man keine 130er Zonen oder Baustellen hat. Mich bspw. regt es einfach nur noch auf, wenn Leute partout nicht in der Lage sind, wenigstens etwas Übersicht zu haben. Kann nicht sein, dass ich, wenn ich mit sagen wir mal, 180 Sachen oder gar noch mehr angerauscht komme, Muttchen kurz vor Ultimo mit 110 ausschert, um den vor ihr fahrenden LKW zu überholen. Da muss doch etwas "Spiegelarbeit" gemacht werden, dann gibt es nur noch halb so viele Probleme. Schulterblick ist da auch etwas, was kaum noch jemand für nötig hält...
Genau für Leute wie dich zum Beispiel wäre so ein Tempolimit mit Haftstrafe bei Verstößen +20 kmh genau die richtige erzieherische Maßnahme. Und Auto am besten gleich enteignen (wie in Dänemark). Mehr muss man dazu nicht sagen.
Ich weiß nicht, was dich dazu bringt, so einen Post zu sagen, aber okay, jedem sei seine Meinung ja gegönnt. Ggf. hast du ja mal einen traurigen Zwischenfall in der Familie oder im Freundeskreis wegen eines Rasers hinnehmen müssen. Ich kann dir versichern, ich gehöre nicht zu dieser Truppe. Ich kann abwägen, es einschätzen, vorausschauend fahren.

Meine Blitzerbilanz: 0.
Meine Unfallbilanz: 0

Deswegen allein schon, ist das nur unverständlich, dass du so einen Käse da von dir gibst. Es sei denn, du gehörst zu den von mir angesprochenen Verkehrserziehern oder Schleichern. Ich würde das eher so interpretieren, dass Leuten, denen die nötige Übersicht und das nötige Einschätzungsvermögen fehlt, der Führerschein entzogen werden sollte, auf Lebenszeit.

Generell bin ich eher ein Freund davon, ab einem gewissen Alter eine Tauglichkeitsprüfung machen zu lassen. Glaube die Schweden machen es so?

Aber Gott sei Dank haben Leute wie du nichts zu melden. :D
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Forza_Ferrari » 25.05.2020, 18:44

turbocharged hat geschrieben:
25.05.2020, 18:12
Forza_Ferrari hat geschrieben:
25.05.2020, 15:08
Für mich ist das Auto ohnehin mehr als nur ein Fortbewegungsmittel um von A nach B zu kommen.
Dann sind wir ja schon mal zwei. Ehrlich gesagt bin ich in einem Motorsportforum auch davon ausgegangen, dass sich hier mehr finden bei denen das der Fall ist.
Stimmt, merkt man weiß Gott nicht viel.

Entweder haben wir hier die nüchternsten Motorsport-Fans aller Zeiten an Bord oder aber man hat mit dem Thema Auto nicht viel am Hut oder schlicht nicht die große Freude am Autofahren.

Mir braucht hier keiner der Herrschaften erzählen, dass er oder sie nicht mindestens schon einmal aus der Haut gefahren ist beim Autofahren und etwas getan hat, was man sonst so nicht tut. Sicherlich bekommt von mir jemand mal die Lichthupe oder wenn es ganz schlimm kommt auch mal die Hupe. Aber doch nicht bei normalem Verkehr. Wir reden doch von der Autobahn oder nicht? Kann ja sein, dass manche diese nicht so oft nutzen oder dort immer Strich 130 fahren. Gern. Aber wenn es mal zu Stresssituationen kommt und man einen uneinsichtigen vor sich hat, der meint, er könne einem locker blockieren, obwohl rechts alles frei ist und man theoretisch unbegrenzt fahren darf, fahre ich mit Sicherheit nicht immer schön hinterher, ohne mal auf mich aufmerksam zu machen, dass in Deutschland Rechtsfahrgebot herrscht und man keinen zu behindern hat!

Vllt. kommt das durch das Schreiben auch verkehrt rüber, als wenn wir jetzt in einer Runde sitzen und das richtig diskutieren würden. Ich bin niemand, der sofort wie wild aufblinkt, wenn vor mir einer langsamer fährt, aber irgendwann ist eben auch mal die Geduld zu Ende und das sehe ich regelmäßig auf den Autobahnen. Und jetzt kommt manch einer daher und will einen belehren und einem ein schlechtes Gewissen einreden, dass ich damit quasi selbst Leute erziehen will, Mithrandir bspw? Ehrlich, was machst du denn, wenn einer vor dir penetrant rumgondelt, du aber schneller fahren willst/kannst und auch darfst? Warten bis zum nächsten Tag, nehme ich an? Ehrlich, das sind dann auch die Leute, die auf der Landstraße genau hinter einem LKW rumgurken und nicht mal kurz ausscheren und gucken, ob sie überholen können. Auch wieder so eine Situation, wo man sich fragt...

Naja, ich merk schon, das ist ein Thema, was die Gemüter -auch meins- ziemlich hochkochen lässt. Einfach sicher auch, weil es ein dauerhaftes Thema ist auf den deutschen Straßen und Autobahnen.
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Mithrandir » 25.05.2020, 18:52

turbocharged hat geschrieben:
25.05.2020, 18:24
Mithrandir hat geschrieben:
25.05.2020, 18:16
Das ist genial innerhalb eines Abschnitts und so typisch. Wenn dir jemand zu langsam ist weißt du ihn vehement auf deine Unmut und sein Fehlverhalten hin. Was soll das sein wenn nicht Verkehrserziehung? Die ist also nur erlaubt, wenn andere nicht schnell genug fahren?
Sie ist tatsächlich erlaubt wenn man überholen will.
StVO § 5 Absatz 5:
Außerhalb geschlossener Ortschaften darf das Überholen durch kurze Schall- oder Leuchtzeichen angekündigt werden. Wird mit Fernlicht geblinkt, dürfen entgegen kommende Fahrzeugführende nicht geblendet werden.
Rechts fahren ohne zu überholen allerdings nicht. Gilt ja schließlich das Rechtsfahrgebot.
Weiß ich, dass die Lichthupe erlaubt ist. Ich musste vor dem Erhalt meiner Fahrerlaubnis in die Fahrschule. Habe ein Wort hervorgehoben, womit eine "vehemente Hupe" vom Rahmen des Erlaubten schnell in den Bereich der Nötigung rutscht.

Ist aber egal, denn es ging mir um die Kritik an der Verkehrserziehung durch andere Teilnehmer direkt im Anschluss an die Ausführungen eigener Verkehrserziehungsmaßnahmen für andere Teilnehmer am Straßenverkehr. Musst du nicht lustig finden, mich amüsiert es.

Umfrage 1; Umfrage 2; Umfrage 3
Folgt mir, ich komm nach...

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