Steuerflüchtling Vettel

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bolfo
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von bolfo » 15.07.2011, 23:12

Das ist doch ein Problem, welches ja nur die Formel-1-Fahrer betrifft, sondern das ist ein allgemeines Problem, sofern man dies überhaupt als Problem einstuft. Ich denke, daran werden sich die Geister immer scheiden.

Einerseits darf jeder machen was er will. Wenn sich jemand im Ausland niederlässt, ist dies seine freie Entscheidung, und damit hats sichs. Andererseits kann man natürlich auch sagen, dass diese Leute auch von den Umständen im jeweiligen Land profitiert haben (so schnell wird wohl kein durchschnittlicher Afrikaner Formel-1-Fahrer werden, da der durchschnittliche Afrikaner nicht über die nötigen Ressourcen verfügt) sowie vom Gesundheits- und Bildungssystem. Dann ist natürlich schon auch die Frage nach den moralischen Massstäben im Raum, denn ohne all dies wären die Karrieren dieser Leute niemals möglich gewesen.

Allerdings finde ich gehört dieser Thread nicht in eine Formel-1-Rubrik.
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Dr.owowitz » 15.07.2011, 23:51

Generell kann man Spitzensportlern, die ihre Millionen für sich behalten wollen sehr gut verstehen...
denn ihre karrieren enden oft mit Mitte 30. Die wollen das verdiente Geld natürlich behalten.

Persönlich finde ich, dass der Spitzensteuersatz in unserem land nicht einmal halb so hoch ist, wie er sein sollte...
bzw. es gibt Berufsgruppen, die einfach dermaßen überbezahlt sind, dass man kotzen möchte - auf vettel trifft das alles nicht zu, er erbringt eine Gegenleistung, die allen Menschen mit einem TV-Gerät und Interesse am Sport zugute kommt.

vettel wurde hier geboren, mehr nicht...er kann leben wo er will, von mir aus auch auf dem Mond
(nebenbei DER Geheimtip unter den Steuerparadisen, könnte man da mal ein paar investmentbanker und "Spitzen-(versager)-Manager" hinschießen ?) :mrgreen:

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von stipps » 16.07.2011, 01:12

Dr.owowitz hat geschrieben:vettel wurde hier geboren, mehr nicht...er kann leben wo er will, von mir aus auch auf dem Mond
(nebenbei DER Geheimtip unter den Steuerparadisen, könnte man da mal ein paar investmentbanker und "Spitzen-(versager)-Manager" hinschießen ?) :mrgreen:
Man kann ein Grundstück auf dem Mond sogar recht günstig erwerben: http://www.mondmakler.de/" target="_blank

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Lukewarm » 16.07.2011, 05:36

Mike89 hat geschrieben:Was alleine Schumacher schon alles in Hilfsorganisationen (auch in Deutschland) investiert hat übersteigt alles was er je an Steuern hätte abgeben müssen bei weitem, und auch Vettel engagiert sich auch für zahlreiche Organisationen ... und wie sinnvoll Steuergelder in Deutschland verwendet werden zeigt der jährliche Bericht des Bundes deutscher Steuerzahler.
Ein wichtiges Argument. Ich würde es aus genau diesem Grund wohl auch nicht anders machen. Wenn ich über einige hart verdiene Millionen Euro verfügen würde, dann wäre es mir auch wichtig, dass ein möglichst großer Teil des Geldes bei mir bliebe, damit ich und nicht der Staat entscheide, was mit dem Geld geschieht. Ein Teil des Geldes würde wohl unmittelbar in Hilfsorganisationen fließen, ein vielleicht noch größerer Teil des Geldes würde in wirtschaftliche Unternehmungen fließen, wo es vielleicht vielen Menschen einen Job und eine Perspektive geben würde, und diese Menschen und die Unternehmungen, die diesen Menschen einen Job geben, zahlen dann wiederum umso mehr Steuern.
Nicht dass das Fahrer und andere Großverdiener bei jedem verdienten Euro darüber nachdenken, wie das Potential dieses Euros am besten nutzen können. Zunächst einmal geht es nur darum, so viele Euro wie möglich dem eigenen Kapital hinzu zu fügen. In der Folge entscheidet sich erst, was mit dem Geld geschieht, und an der Stelle sollte man Vettel, Schumacher & Co. nicht darauf schauen, wo sie ihr Geld versteuern, sondern wie sie ihr Geld einsetzen. Liegt es nur auf irgendwelchen Konten? Fließt das Geld nur in Yachten und Privatflugzeuge? Oder fließt das Geld in Hilfsorganisation oder vor allem wirtschaftliche Unternehmungen, von denen viele Menschen unmittelbar und in der Folge noch viel mehr Menschen mittelbar durch die Steuereinnahmen, die diese Unternehmen generieren, profitieren? Und ehe die Fahrer und andere Spitzensportler und Großverdiener ihr Geld im Fiskus verschwinden lassen, sehe ich es lieber, wenn sie ihr Geld in Unternehmungen investieren, von denen viele Menschen direkt und indirekt, vor allem aber mit Sinn und Verstand, profitieren.
Diese Leute, die lieber selbst entscheiden wollen was mit Ihrem hart erarbeiteten Geld passiert und tatsächlich mit diesem Geld anderen Menschen helfen, zu defamieren, zeugt nur von fehlgeleitetem Patriotismus.
Das ist einfach nur Kleingeistigkeit. Wir leben nun mal in einer Gesellschaft, die zunächst danach fragt, wo ihr Geld ist, was mit diesem Geld geschieht und wie ihr das Geld, dass in die Steuern fließt, hilft.

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Argestes » 16.07.2011, 11:32

Jaja, steinigt sie alle, diese miesen heuchlerischen Verbrecher. Da wo man geboren ist, da gehört man hin und da soll man bleiben, dankbar sein für seinen Platz in der Welt, brav zu allem Ja und Amen sagen und zurück zahlen so viel man kann.
Schon wer in den Nachbarort zieht und dort in den Supermarkt geht sollte auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Seid da bitte nicht so tolerant, Ihr Jäger der Steuerflüchtlinge!!!

Also so wie ich das sehe kann Vettel leben wo er will. Zum Glück gibt's für jeden noch so viel Entscheidungsfreiheit. Und wem man seine Steuern zahlt hat dabei wirklich keine besondere Bedeutung.

Soweit ich weiß ist Vettel auch nicht in Deutschland groß und vermögend geworden, sondern auf der ganzen Welt, wo er eben seinen Beruf ausübt. Und sein Arbeitgeber ist kein Deutsches Unternehmen. Also sollten vielleicht wir Österreicher uns aufregen, weil von seinem Gehalt nicht ein größtmöglicher Teil hier bleibt. Aber das wäre ja noch lächerlicher.
Ich meine das ernst.
Ich bin eben so blöd.

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Plauze » 16.07.2011, 12:13

Argestes hat geschrieben:Jaja, steinigt sie alle, diese miesen heuchlerischen Verbrecher. Da wo man geboren ist, da gehört man hin und da soll man bleiben, dankbar sein für seinen Platz in der Welt, brav zu allem Ja und Amen sagen und zurück zahlen so viel man kann.
Schon wer in den Nachbarort zieht und dort in den Supermarkt geht sollte auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Seid da bitte nicht so tolerant, Ihr Jäger der Steuerflüchtlinge!!!

Also so wie ich das sehe kann Vettel leben wo er will. Zum Glück gibt's für jeden noch so viel Entscheidungsfreiheit. Und wem man seine Steuern zahlt hat dabei wirklich keine besondere Bedeutung.

Soweit ich weiß ist Vettel auch nicht in Deutschland groß und vermögend geworden, sondern auf der ganzen Welt, wo er eben seinen Beruf ausübt. Und sein Arbeitgeber ist kein Deutsches Unternehmen. Also sollten vielleicht wir Österreicher uns aufregen, weil von seinem Gehalt nicht ein größtmöglicher Teil hier bleibt. Aber das wäre ja noch lächerlicher.
:thumbs_up: :thumbs_up:

Das trifft den Nagel wunderbar auf den Kopf.
Ständig wird sich über Privatiers aufgeregt, die vom Staat seit ihrer Volljährigkeit keine müde Mark erhalten haben, also auch keine Rente, keine Sozialversicherung, kein gar nichts, und ihm demzufolge auch keine müde Mark schuldig sind. Daher sind sie nicht als Steuerflüchtlinge zu bezeichnen, da Steuerflucht die vorherige Unterschlagung von Steuern voraussetzt. Dies ist nicht der Fall.
Viel mehr müssten Leute thematisiert werden, denen Steuergelder anvertraut werden und die damit allerhand Schmu treiben. Banken, die auch nach 2008 mit deutschen Steuergeldern auf die Pleite diverser Euroländer wetten. Politiker und Unternehmer, die mit deutschen Steuergeldern sinnlose Prestigeprojekte wie z.B. einen Tiefbahnhof in Stuttgart bauen wollen. Angela Merkel, die mithilfe von deutschen Steuergeldern momentan durch Afrika tourt und Waffen an den Mann bringen will, um im Rohstoffgeschäft gut dazustehen - vor 17 Jahren hätte sie wahrscheinlich auch den Hutu in Ruanda Macheten geliefert und behauptet, es handle sich um landwirtschaftliche Instrumente, die einer aufstrebenden Demokratie zugute kommen, solange der Machetenhersteller in einem Wahlkreis der CDU gesessen hätte...
mr2 hat geschrieben:Keine größere Unverschämtheit wie die ganzen Wirtschaftsflüchtlinge, die nach Deutschland kommen und unseren Sozialstaat plündern. Diese muss ich mit meinen Steuern mitfinanzieren, Vettel und Co nicht.
Oh jaaaa, wir werden von Wirtschaftsflüchtlingen überrannt, es geht uns so schlecht!! Macht die Grenzen zu, baut wieder Mauern (Die waren damals schon effektiv) :roll: :evil:
Mal ehrlich: Wenn die EU und Deutschland eine vernünftige Politik zur Entwicklungshilfe z.B. in Afrika verfolgen würden, dürften wir uns auch beschweren.
Aber solange wir unsere überschüssigen Produkte in afrikanischen Ländern zu Niedrigstpreisen verhökern, mit denen die dortigen Kleinproduzenten systematisch kaputtgemacht werden, dürfen wir uns überhaupt nicht beschweren, dass diese ihr Heil in der Flucht nach Europa suchen. Deutschland ist Exportweltmeister auf Kosten anderer Länder. Dann ist es doch nur folgerichtig, dass viele hier einwandern wollen. Und die Sch.eiße mit "Sozialstaat plündern" kann ich als in Berlin-Neukölln Lebender nicht mehr hören: Viele wollen arbeiten, aber die ewig sich hinziehende Asyl- und Aufenthaltspolitik der deutschen Bürokratie hindert die meisten daran sich ordentlich bewerben zu können. Da steckt man sie lieber erstmal ins Ghetto, lässt sie dort auf Steuerzahlerkosten versauern, zwischenzeitlich holen sie ihre Familie nach, die dann die selben Probleme bekommt, und dann heißt es: ihr wollt nicht arbeiten.

Ich sage euch: alle diesbezüglichen Probleme, die sich so leicht auf die bösen, bösen "Wirtschaftsflüchtlinge" abwälzen lassen, sind in Wahrheit hausgemacht.
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Brod » 16.07.2011, 12:27

Argestes hat geschrieben: Schon wer in den Nachbarort zieht und dort in den Supermarkt geht sollte auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden.
da sollte man dann aber doch vorsichtig sein. das ist in manch ländlicher gegend österreichs dann doch noch eine todsünde. das sollte man auch so respektieren. steuerflucht ist da eine ganz andere baustelle und nachvollziehbar, aber verrat am ortseigenen greissler? es gibt gewisse grenzen, lieber argestes (;
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von chuky » 16.07.2011, 12:55

Falkenauge hat geschrieben:
chuky hat geschrieben:
Falkenauge hat geschrieben:Typisch Vettel. :thumbs_down: :thumbs_down: :thumbs_down:
Nur mal zur Info ALonso ist auch relativ schnell weg gewesen. Er ist dieses Jahr ja erst zurückgezogen. Alle anderen F1 Fahrer machen es auch so und nicht nur die Deutschen.
Also wird aus zweimal Schuld plötzlich Unschuld? Nicht das Du mich da falsch verstehst, ich habe da auch Beispielsweise für Alonso oder Hamilton kein Verständnis. :thumbs_down:
Du kannst mir glauben dass so ziemlich jeder Spitzensportler, der nicht an einen Ort aus Arbeitsgründen (Fussball) gebunden ist, sich in einer Steueroase oder in einem Reichendomizil niederlässt. Wie ich schon sagte, selbst die DTM Piloten, die die meisten Rennen in Deutschland haben und hier sind auch ihre Arbeitgeber ansässig, leben großen Teils in der Schweiz.

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Herzblut » 16.07.2011, 13:54

tut das nicht jeder Formel1 Star bzw Hochverdiener.

Schumacher -> Schweiz
Alonso -> Schweiz
Heidfeld -> Schweiz
Kubica -> Monaco
Rosberg -> Monaco

Man sollte nicht ihnen die Schuld geben, sondern eher der Politik. :stare: Also ich hätte auch keine Lust mehr als die Hälfte meines Gehalt abzugeben.
"I want to get back on the track stronger than ever" - Robert Kubica

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von scott 90 » 16.07.2011, 14:20

Herzblut hat geschrieben:tut das nicht jeder Formel1 Star bzw Hochverdiener.

Schumacher -> Schweiz
Alonso -> Schweiz
Heidfeld -> Schweiz
Kubica -> Monaco
Rosberg -> Monaco

Man sollte nicht ihnen die Schuld geben, sondern eher der Politik. :stare: Also ich hätte auch keine Lust mehr als die Hälfte meines Gehalt abzugeben.
Übrigens hat Alonso seinen Wohnsitz wieder nach Spanien verlegt aber du hast Recht das macht afst jeder der gute Kimi wohnt auch in der Schweiz und auch Motoradsuperstar Valentino Rossi wohnt in Monaco.
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Lauda » 16.07.2011, 18:00

Wenn ich möchte, dass mit der Hälfte meines verdienten Geldes für mich unbeeinflussbarer Unsinn gemacht wird, dann bleibe ich in Deutschland.
Möchte ich selber entscheiden, was damit passiert, dann bleibt mir nichts anderes übrig als in ein anderes Land zu ziehen.

Kein Hartz4-Empfänger, und sei er noch so krank, würde auch nur einen einzigen Cent mehr erhalten, würde Schumacher seine Steuern in Deutschland bezahlen. Kein krankes Kind würde eine bessere medizinische Betreuung, oder mehr Geld, bekommen, würde Vettel in Deutschland Steuern bezahlen. - So aber spenden sie für Projekte, die ihnen richtig und wichtig erscheinen.

Es wäre moralisch sehr verwerflich, wenn man so viel verdient wie die beiden, und die Hälfte des Geldes an einen Staat verschwenden würde, wenn man die Möglichkeit hat diese Steuern zu ersparen um im Gegenzug für sinnvolle Projekte auszugeben.
To finish first, you first have to be finnish! :)

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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Lato » 16.07.2011, 19:05

Lauda hat geschrieben:Wenn ich möchte, dass mit der Hälfte meines verdienten Geldes für mich unbeeinflussbarer Unsinn gemacht wird, dann bleibe ich in Deutschland.
Möchte ich selber entscheiden, was damit passiert, dann bleibt mir nichts anderes übrig als in ein anderes Land zu ziehen.

Kein Hartz4-Empfänger, und sei er noch so krank, würde auch nur einen einzigen Cent mehr erhalten, würde Schumacher seine Steuern in Deutschland bezahlen. Kein krankes Kind würde eine bessere medizinische Betreuung, oder mehr Geld, bekommen, würde Vettel in Deutschland Steuern bezahlen. - So aber spenden sie für Projekte, die ihnen richtig und wichtig erscheinen.

Es wäre moralisch sehr verwerflich, wenn man so viel verdient wie die beiden, und die Hälfte des Geldes an einen Staat verschwenden würde, wenn man die Möglichkeit hat diese Steuern zu ersparen um im Gegenzug für sinnvolle Projekte auszugeben.
Nur zwei Anmerkungen an einige hier im Thread, nicht nur an Lauda: Zum einen sind Spenden von der Steuer absetzbar! Somit kann man durchaus entscheiden, welchen wohltätigen Zweck das "hart" erarbeitete Geld zugeführt werden soll...somit wäre dieser Punkt mit den Spenden schon mal hinfällig..zum anderen glaube ich kaum, dass Schumacher 42% Prozent seines Jahreseinkommens für Spenden ausgibt, wie hier jemand behauptet hat...er mag sich zwar an vielen wohltätigen Projekten beteiligen, in diesem Ausmaß dürften die Ausgaben für karitative Zwecke wohl kaum liegen...ich lasse mich aber vom Gegenteil überzeugen, dies aber nur mit Quellenangaben...

Auch sollte man den Punkt bedenken, den Bolfo genannt hat: Der Glaube, man hat sich alles selber hart erarbeitet, dürfte im Hinblick auf die humanitäre Katastrophe in Afrika wohl kaum aufrechtzuhalten sein...letztendlich bestimmt unser Geburtsort zum Großteil die spätere Entwicklung in unserem Leben...deswegen ist die Frage, ob wir "unseren" Land etwas schuldig sind, zumindest überlegenswert....

Allerdings hat aber auch Argestes mit seiner Ausführung recht, dass wir freie Bürger sind, die unseren Wohnort selbst bestimmen dürfen...das sind ja gerade die Haupterrungenschaften der Demokratie in unseren westlichen Ländern...allerdings sollte sich die Politik durchaus überlegen dürfen, ob nicht die Aufenthaltszeiten, die jemand in Deutschland verbringen darf, ohne steuerpflichtig zu werden, drastisch verkürzt werden sollten...es gibt schließlich auch Länder, bei denen man erst mit der Aufgabe der Staatsbürgerschaft von seiner Steuerpflicht befreit wird...dann würden sich die Leute dreimal überlegen, ob sie ins Ausland ziehen...

Und noch ein Satz zu Lauda: Natürlich bekommt ein Hartzer nicht mehr Geld, wenn Schumi seine Steuern in Deutschland zahlt...Würden aber alle, die es sich leisten können, so verfahren, wie unsere "F1-Vorbilder", müssten wir bald auf den Theater- oder Freibadbesuch verzichten...ob das dann so toll wäre, weiß ich nicht...
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Lauda » 16.07.2011, 19:46

Lato hat geschrieben:
Und noch ein Satz zu Lauda: Natürlich bekommt ein Hartzer nicht mehr Geld, wenn Schumi seine Steuern in Deutschland zahlt...Würden aber alle, die es sich leisten können, so verfahren, wie unsere "F1-Vorbilder", müssten wir bald auf den Theater- oder Freibadbesuch verzichten...ob das dann so toll wäre, weiß ich nicht...
In der Schweiz, wo Schumi wohnt, habe ich allerdings nicht den Eindruck, dass die Bewohner auf Theater- und Freibadbesuche verzichten müssen. Also sollte man als Staat nicht von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken, indem man Konsequenzen ziehende Leute als böse darstellt. :wink:

Vielleicht sollten sich jene Länder mit diesen horrenden Staatsquoten mal darüber Gedanken machen, wie man diese senken könnte, anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man Bürgern immer mehr wegnehmen kann.

Es ist natürlich unbestritten, dass jemand, der in München aufwächst, mehr Chancen für seine zukünftige Lebensplanung haben wird, als jemand, der in Addis Abeba auf die Welt kommt. Nur sollte man sich vielleicht wirklich mehr Gedanken machen, wie man Leuten, die von der guten Ausbildung(ich meine das jetzt allgemein, nicht nur auf F1-Fahrer bezogen) in Deutschland profitieren auf nachher einen attraktiven Platz zum Leben bietet. - Tipp, mit Zwängen, höheren Steuern und Sozialabgaben wird das ein bissl schwierig werden, und ne Mauer ziehen(wenn auch nur virtuell steuerlich gesehen) wird die Ablehnung gut ausgebildeter Leute und Formel1-Fahrer gegenüber dem System weiter wachsen lassen. :wink:

Das Verfluchen von Leuten, die aufgrund der hohen Staatsquote das Land verlassen, ist ein Verfluchen der Wirkung, nicht der Ursache. Sowas hat noch nie etwas gebracht, ausser vom eigentlichen Problem abzulenken, indem man einen scheinbaren Buhmann für eine schlecht tragbare Situation präsentiert.

Wieviel % von seinem Einkommen Schumi gespendet hat, oder nicht, spielt imho absolut keine Rolle. Die Vermutung, dass er bei einer Abgabenquote in Deutschland weniger gespendet hätte, liegt aber nahe, und ich denke, dass jeder Euro, der für wohltätige Zwecke gespendet wird besser ist als weltmeisterliche Steuerquoten zu erfüllen, deren Verwendung man nicht beeinflussen kann. - Ich selber zumindestens entscheide gerne selber, was ich mit meinem verdienten Geld mache und verspüre eher Abneigung, wenn ich mir vorstelle, dass man mir die Hälfte davon wegnimmt und Sachen damit anstellt, die mir vielleicht gar nicht recht sind. (Kriegseinsätze nenne ich mal als eines von vielen Beispielen... mit sowas will ich sowenig wie möglich zu tun haben.... als Steuerzahler ist man aber Financier von sowas)

Da halte ich das gezielte Spenden für zb. Bildungsprojekte schon für sinnvoller als Steuern zu bezahlen, mit denen man Kriegstreiberei unterstützt... Denke an Bill Gates.... wenn der in Deutschland hätte Steuern bezahlen müssen gäbe es diese riesengrosse Bill und Melinda-Stiftung bestimmt nicht. - Also lieber schaun, dass man so wenig Steuern wie möglich zahlen muss, dann hat man auch ein reineres Gewissen. :wink2:
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Brod » 16.07.2011, 19:57

na bitte...ne diskussion über wirtschafts- und steuersysteme ist hier aber fehl am platze. erst recht wenns so wirtshausmäßig vorgetragen wird. ein tipp: ohne gewisse steuerliche zwänge können die seltensten staaten ein ordentliches bildungssystem überhaupt auf die beine stelllen. und die paar staaten mit steuerlichen alleinstellungsmerkmalen und schlupflöchern, funktionieren warum? eben weils alleinstellungsmerkmale sind. täte sich jeder die schweiz als vorbild nehmen, dann würds wohl traurig ausschaun. sollte man sich hier dann bitte ersparen.
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Re: Steuerflüchtling Vettel

Beitrag von Plauze » 16.07.2011, 20:09

Es geht nicht um Steuersenkungen, denn Steuern sind, zumindest beim gegenwärtigen Geld- und Wirtschaftsmodell, essentiell für den Bestand des Gemeinwesens mit allen Facetten, vom Sozialstaat bis zur Kulturförderung. Es geht um die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern und darum, dass jedem Steuerzahler sowohl das primäre Entscheidungsrecht über die Verwendung seiner Zahlungen entweder durch Wahl oder direkte Demokratie als auch eine Teilhabe an den Dingen zusteht, in die Steuergelder investiert worden sind, sei es im Falle von Arbeitslosigkeit oder schwerer Krankheit oder durch so triviale Dinge wie Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, gepflegte Straßen etc.

Über eine andere Form der Steuer könnte man höchstens bei einer gleichzeitigen Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens nachdenken. Dann wären alle in der Lage auf einem gewissen Level Konsumgüter zu erwerben, so dass evtl. eine reine Konsumbesteuerung ausreichen würde und im übrigen sehr gerecht wäre, denn jeder müsste Steuern nur noch in dem Maße entrichten, wie er auch durch Konsum vom Gemeinwesen profitieren würde.

Steuern sollten nicht in Dinge investiert werden, von denen nur große Konzerne profitieren, die nicht die Verpflichtung sehen, die Allgemeinheit am Gewinn zu beteiligen, oder in reine Prestigeprojekte, von denen die Steuerzahler letztendlich voraussichtlich nichts haben.

Es geht auch nicht darum, dass es in jedem Fall verständlich ist, wenn reiche Menschen ins Ausland ziehen. Es gibt solche und solche Fälle. Ein Sebastian Vettel oder ein Michael Schumacher ist relativ selbstständig, sein Gehalt bezieht er aus Sponsorenverträgen und einem Vertrag mit dem jeweiligen Team. Er wird niemals in Deutschland Rente beziehen, er wird nie in die Verlegenheit kommen, ein deutsches Arbeitsamt oder Jobcenter aufsuchen zu müssen oder ähnliches. Er profitiert in keiner Weise von der Verbesserung des Gemeinwesens durch die deutschen Steuerzahler. Folglich unterliegt er auch nicht dem Zwang, insbesondere nicht dem moralischen Zwang, Steuern entrichten zu müssen.

Anders liegt der Fall bei Topmanagern, wie bei einer großen Bank, der Bahn oder der Deutschen Post - hier ist in vielen Fällen der Staat Mitteilhaber, weshalb die Gehälter der Vorstandsetage zu einem Teil vom Steuerzahler finanziert werden. Daher ist es nur recht und billig, dass hier Steuern entrichtet werden müssen (und man den Managern bei ihren Geschäften ganz genau auf die Finger schaut). Ich würde hier sogar für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes plädieren, denn wer viel hat und viel Profit aus dem Gemeinwesen zieht, hat auch die moralische Verpflichtung, diesem wieder etwas zurückzugeben und damit kleinere und mittlere Einkommen etwas zu entlasten.
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