Weltanschauung 2015 - Neuanfang

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Plauze
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Plauze » 23.05.2020, 14:21

Mithrandir hat geschrieben:
23.05.2020, 14:06
Das gestaltet sich nach dem Gottesdienst übrigens schwierig, da konnte man noch nichtmal eine genaue Auskunft geben wieviele Leute überhaupt anwesend waren.
Was mir zeigt, dass sich die Baptistengemeinde entgegen der Verlautbarungen nicht an die Regeln für den Gottesdienstbetrieb gehalten hat.
Vorgeschrieben ist ja, dass die Kirchen je nach Größe nur ein bestimmtes Kontingent an Besuchern hereinlassen dürfen, die nach einer vorher festgelegten Sitzordnung auf Stühlen oder in den Kirchenbänken platziert werden. Diese Besucher müssen sich vorher anmelden und mit Namen und Anschrift bekannt sein. Sie müssen beim Kommen und Gehen Mundschutz tragen, Gemeindegesang ist nicht gestattet.
Jetzt würde ich diesen Gemeindevertreter, der laut Spiegel beteuert, dass "alle Regeln eingehalten worden" seien, doch ganz gerne mal fragen, was für Regeln das denn gewesen sind, dass er nicht mal über die Anzahl der Besucher Bescheid weiß. Warum man da als Journalist nicht nachhakt, erschließt sich mir nicht, denn die Regeln, die mir bekannt sind und die ich für relativ (idioten)sicher halte, können es nicht gewesen sein.

Ich wünsche mir ja eigentlich auch, dass es sich so verhalten würde, wie der thüringische Ministerpräsident Ramelow seine Forderung nach weitgehenden Lockerungen begründet: Dass Leute eigenverantwortlich und mit den Erfahrungen der letzten Wochen im Rücken Abstände und Richtlinien für die Minimierung der Infektionsgefahr einhalten. Nach den von dir zusammengetragenen Berichten und nach dem, was man so über die Zustände in Ausflugsregionen am Vatertag hört, kann ich daran aber leider nicht glauben.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von DeLaGeezy » 23.05.2020, 14:40

Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Was mir zeigt, dass sich die Baptistengemeinde entgegen der Verlautbarungen nicht an die Regeln für den Gottesdienstbetrieb gehalten hat.
Halten wir mal fest, dass man zur Zeit noch gar nicht weiß, auf welche Art und Weise sich das Virus ausbreiten kann.
Es ist zum Beispiel auch möglich, dass das Virus durchs Atmen vorzugsweise in geschlossenen Räumen sich verbreiten kann (Stichwort: Aerosole).
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Mithrandir » 23.05.2020, 14:50

Shogun hat geschrieben:
23.05.2020, 14:20
Also ich würde jetzt noch nicht alles auf das Restaurant
Es geht mir überhaupt nicht um das Restaurant, sondern um die Lockerungen allgemein. Es gibt immer die Verzögerung durch Inkubationszeit und so weiter. Genau wie man nach dem Lockdown etwa drei Wochen abwarten musste um die Resultate der Maßnahmen in den Zahlen ablesen zu können müsste man nach jeder Lockerung ebenso lange abwarten um die Auswirkungen abschätzen zu können. Auf diese genaue Analyse wird aber verzichtet und unter dem Druck der Öffentlichkeit wird gelockert, was das Zeug hält, obwohl jetzt noch nicht klar ist, was das überhaupt bewirkt.


Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Jetzt würde ich diesen Gemeindevertreter, der laut Spiegel beteuert, dass "alle Regeln eingehalten worden" seien, doch ganz gerne mal fragen, was für Regeln das denn gewesen sind, dass er nicht mal über die Anzahl der Besucher Bescheid weiß. Warum man da als Journalist nicht nachhakt, erschließt sich mir nicht, denn die Regeln, die mir bekannt sind und die ich für relativ (idioten)sicher halte, können es nicht gewesen sein.
Ähnliches habe ich auch gedacht, vielleicht ist es einfach nur ein Kommunikationsproblem. Der Bericht ist jedenfalls ungenau. Mich hat schon die genannte Anzahl von 16 Infizierten in Hanau stutzig gemacht, vermeldet werden im Moment über 40 Fälle, die auf die Veranstaltung zurückzuführen sind. Das sind ziemlich viele wie ich finde.
Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Ich wünsche mir ja eigentlich auch, dass es sich so verhalten würde, wie der thüringische Ministerpräsident Ramelow seine Forderung nach weitgehenden Lockerungen begründet: Dass Leute eigenverantwortlich und mit den Erfahrungen der letzten Wochen im Rücken Abstände und Richtlinien für die Minimierung der Infektionsgefahr einhalten.
Klar wäre das gut, der schwedische Weg nachdem die erste Welle durch die staatlichen Maßnahmen gebrochen wurde. Wie du glaube ich nicht daran, dass es hier funktioniert, weil man auf die Solidarität eines jeden einzelnen angewiesen ist und dafür gibt es zuviele Idioten.
So ganz verstehe ich nicht was Ramelow dazu veranlasst, es lief doch beinahe vorbildlich in Deutschland und die Rückkehr zur Normalität ist eingeleitet. Warum in dieser Phase alles überstürzen und die Kontrolle aus der Hand geben?
Folgt mir, ich komm nach...

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Shogun
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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Shogun » 23.05.2020, 14:51

DeLaGeezy hat geschrieben:
23.05.2020, 14:40
Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Was mir zeigt, dass sich die Baptistengemeinde entgegen der Verlautbarungen nicht an die Regeln für den Gottesdienstbetrieb gehalten hat.
Halten wir mal fest, dass man zur Zeit noch gar nicht weiß, auf welche Art und Weise sich das Virus ausbreiten kann.
Es ist zum Beispiel auch möglich, dass das Virus durchs Atmen vorzugsweise in geschlossenen Räumen sich verbreiten kann (Stichwort: Aerosole).
Wenn das so wäre müssten doch Supermärkte sehr schlimm betroffen sein bzw. der Krankenstand der Mitarbeiter müsste sehr hoch sein weil sie dauernd dort sind und viele Menschen begegnen.
Man hat doch mit Ischgl, Karneval und das Fussball Spiel in Bergamo doch relativ handfeste Ansätze der Verbreitung des Virus
Zuletzt geändert von Shogun am 23.05.2020, 14:56, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von Shogun » 23.05.2020, 14:55

Mithrandir hat geschrieben:
23.05.2020, 14:50
Shogun hat geschrieben:
23.05.2020, 14:20
Also ich würde jetzt noch nicht alles auf das Restaurant
Es geht mir überhaupt nicht um das Restaurant, sondern um die Lockerungen allgemein. Es gibt immer die Verzögerung durch Inkubationszeit und so weiter. Genau wie man nach dem Lockdown etwa drei Wochen abwarten musste um die Resultate der Maßnahmen in den Zahlen ablesen zu können müsste man nach jeder Lockerung ebenso lange abwarten um die Auswirkungen abschätzen zu können. Auf diese genaue Analyse wird aber verzichtet und unter dem Druck der Öffentlichkeit wird gelockert, was das Zeug hält, obwohl jetzt noch nicht klar ist, was das überhaupt bewirkt.


Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Jetzt würde ich diesen Gemeindevertreter, der laut Spiegel beteuert, dass "alle Regeln eingehalten worden" seien, doch ganz gerne mal fragen, was für Regeln das denn gewesen sind, dass er nicht mal über die Anzahl der Besucher Bescheid weiß. Warum man da als Journalist nicht nachhakt, erschließt sich mir nicht, denn die Regeln, die mir bekannt sind und die ich für relativ (idioten)sicher halte, können es nicht gewesen sein.
Ähnliches habe ich auch gedacht, vielleicht ist es einfach nur ein Kommunikationsproblem. Der Bericht ist jedenfalls ungenau. Mich hat schon die genannte Anzahl von 16 Infizierten in Hanau stutzig gemacht, vermeldet werden im Moment über 40 Fälle, die auf die Veranstaltung zurückzuführen sind. Das sind ziemlich viele wie ich finde.
Plauze hat geschrieben:
23.05.2020, 14:21
Ich wünsche mir ja eigentlich auch, dass es sich so verhalten würde, wie der thüringische Ministerpräsident Ramelow seine Forderung nach weitgehenden Lockerungen begründet: Dass Leute eigenverantwortlich und mit den Erfahrungen der letzten Wochen im Rücken Abstände und Richtlinien für die Minimierung der Infektionsgefahr einhalten.
Klar wäre das gut, der schwedische Weg nachdem die erste Welle durch die staatlichen Maßnahmen gebrochen wurde. Wie du glaube ich nicht daran, dass es hier funktioniert, weil man auf die Solidarität eines jeden einzelnen angewiesen ist und dafür gibt es zuviele Idioten.
So ganz verstehe ich nicht was Ramelow dazu veranlasst, es lief doch beinahe vorbildlich in Deutschland und die Rückkehr zur Normalität ist eingeleitet. Warum in dieser Phase alles überstürzen und die Kontrolle aus der Hand geben?
Dein Post zu mein Zitierten. Ah jetzt verstehe ich sorry. Ja das ist auch für mich seltsam. Die Lockerungen kamen und sofort sieht das RKI nicht mehr vor regelmäßige Statement zur Lage zu geben obwohl gerade da wichtig ist die Zahlen zu beobachten und den Bürgern mitzuteilen

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Re: Weltanschauung 2015 - Neuanfang

Beitrag von RossoPerSempre » 24.05.2020, 22:24

Fortsetzung aus diesem Thread... ;)
viewtopic.php?f=43&t=65818
Mithrandir hat geschrieben:
24.05.2020, 20:08
Nein!!! :gonk: Nicht 100... Ich weiß, dass es vernünftig und sinnvoll ist aber sie sollen es dann doch bei 130 belassen.
Das probiere ich regelmäßig aus, das wird mir aber so langweilig wenn die Bahn frei ist, dass ich mir die Landschaft und alles mögliche im Umfeld ansehe und dabei die Konzentration auf die Straße verliere.
In Deutschland wäre es ja schon ein Fortschritt wenn wenigstens generell 130 gelten würde. :wink:

Eigentlich unfassbar und irgendwo unverantwortlich, dass es dort noch immer auf vielen Strecken gar kein Tempolimit gibt, auf Straßen für den normalen Kfz-Verkehr. Schon allein der enormen Geschwindigkeitsunterschieden wegen. Tempo-100 befürworte ich aus dem Grund, den du ja schon richtigerweise geäußert hast: der Vernunft wegen. Keineswegs lädt das jemanden außer vielleicht manch strikte Umweltpolitiker zu großen Freudesprüngen ein, mich selbst ja auch nicht. Es sind lediglich die nackten Zahlen, die die Sinnhaftigkeit dazu erklären: Die mögliche Reaktionszeit bei 100km/h (27,78 m pro Sekunde) ist im Vergleich zu 130km/h (36,11 m pro Sekunde) größer. Aber auch die Fahrtwiderstände sind bei 130km/h höher, übrigens um deutlich mehr als das 1,3-fache, da der Luftwiderstand als dominierende Widerstandskraft mit dem Quadrat der Geschwindigkeit eingeht. Mir ist natürlich klar, dass damit auf sehr weiten Fahrtstrecken der Zeitverlust auch entsprechend groß ist, womit ich aber schon zum nächsten wichtigen Thema, vielleicht sogar das wichtigste verkehrspolitische Thema komme...
Den Begriff schadstofffrei könnte man schon diskutieren, aber mir ist klar, was du meinst. Damit wird es für manche Leute mit kleinem Geldbeutel aber nicht unbedingt leichter. Wenn du aus der Stadt gezwungen ins Umland gezogen bist, weil deine Wohnung grade verscheuert und luxussaniert wurde wird die Situation nicht besser, wenn der Staat dir sagt, dass du mit dem mühsam finanzierten Gebrauchtwagen nicht mehr zur Arbeit fahren kannst. Du weißt, was ich sagen will.
Ich denke vielmehr, dass die Zukunft immer weniger im Individualverkehr besteht, sondern vielmehr auf einem deutlich großflächigerem öffentlichen Verkehrsnetz. Die Politik will ja nach wie vor Elektroautos als den Weisheit letzten Schlusses verkaufen und staatlich subventionieren, um der Belastung der Umwelt entgegenzuwirken. Leider muss der Strom dafür aber auch erst wo erzeugt werden, womit auch E-Autos streng genommen nicht CO2-Neutral sein können. Davon ab, dass E-Autos noch immer schwer leistbar für den Mittelstand sind, und zu geringe Reichweiten pro Tankstop haben.

Deshalb wird die Zukunft denk ich vielmehr auf ein öffentliches Verkehrsnetz bauen, indem je Verkehrsmittel deutlich mehr Personen gleichzeitig transportiert werden können. Man könnte mit einem massiven Ausbau der Öffis auch eine Vielzahl nachhaltiger Arbeitsplätze generieren, die früher oder später der Automobilindustrie sowieso verloren gehen werden. Je schneller man das in der Politik endlich begreift, desto bessere Chancen hat man als nachhaltiger Wirtschaftsstandort mit möglichst Vollbeschäftigung. Besser so als dass es irgendwann das böse Erwachen gibt weil kaum mehr jemand ein Auto kauft. Vielleicht wird sogar die Fahrradindustrie irgendwann mehr Nachfrage fragen. Ich besitze genau ein Auto aber auch 3 Fahrräder. :wink:
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